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FuldaerMZeitung

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Jutöa, Donnerstag, den 13. September 1900.

M210.

27. Jahrgang.

«r Quirinal und Vatikan.

scheint daZ Licht nicht ertragen zu können, wenn

den Reichstag „früher, als in den letzten Jahren

//

Die Angeredete warf einen Blick auf die Mutter, welche das junge Paar unausgesetzt beo­bachtete, und flüsterte: „Ich mag Deinen Freund nun einmal nicht leiden, er ist mir zuwider, gib

verantw.: Mr 6kRedaktion t. v. Barl Schaffer, für Inserate 3. Parzelle» in Fulda.

ständen lasten kann".

„Rom muß dem Papste bleiben" — sagte der hl. Vater mit energischer Betonung; und er kennzeichnete gleichzeitig andere Ausstreuungen, als habe König Humbert seinerseits Anstalten ge­troffen, um sich mit dem Papste auszusöhnen, als grundlose Erfindung. Solche oder ähnliche Anerbietungen hat der Papst niemals erhalten. Ec hatte alw auch keinen Anlaß, die Bedingungen für eine Aussöhnung vorzüschreiben, wie ebenfalls in einigen Zeitungen behauptet worden ist.

Deutsches Deich.

Berlin, den 12. September.

h Kinöerufvng des Aeich»1«ges. Auch die .Nationalliberale Korrespondenz' berichtet, zur Stunde sei nicht beabsichtigt, eine besondere Tagung des Reichstages wegen der chinesischen Angelegenheit zu veranstalten. Man wolle nur

wortung tragen für dir Richtigkeit der Nach­richten.

lieber das ehrenvolle kirchliche Begräbniß, daS dem ermordeten König zutheil geworden ist, hat das römische Blatt ,Obs8rvatore romano‘ eine Kundgebung gebracht, die von dem Papste nach dessen eigner Erklärung unmittelbar veranlaß worden ist. Der Dahingeschiedene hatte unzwei­deutige Zeichen seiner religiösen Gesinnung ge­geben. Es ist anzunehmen, daß er in den letzten Augenblicken seines Lebens durch den Empfang der Sakramente sich mit Gott ausgesöhnt haben würde, wenn er die Zeit dazu ge­habt hätte. Nach dem Gesetze der Kirche kann in solchen Fällen das kirchliche Begräbniß auch denjenigen gestattet werden, denen es sonst ver­weigert werden müßte. Die äußerlichen Feier­lichkeiten dabet bezogen sich nur auf den Stand der Person: Gleichzeitig aber wurde den römischen Prälaten die Theilnahme an der Feier I verboten; und das bedeutete den voll berechtig­ten Protest des hl. Vaters dagegen, daß die ! sterblichen Reste des Königs in Rom beigesetzt wurden. Das Begräbniß hätte im eigenen Lande des Königs und nicht im geraubten Kirchenstaate geschehen sollen. Der celebrirende Bischof und dessen geistliche Assistenz waren aus­wärtige, nicht römische Geistliche und demnach legitime Unterthanen des Königs.

Nichts kann klarer durchdacht, nichts kann besser begründet sein als die ganze Haltung des hl. Stuhles gegenüber diesen Ereignissen. Da aber in sehr vielen, darunter auch katholischen Zeitungen diese Haltung unrichtig gedeutet worden ist, muß diese nachträglich wiederholte Klarstellung der wirklichen Thatsachen und der Beweggründe, aus denen sie hervorgingen, als eine nothwendige und vollkommen zweifellose Ergänzung und Berichtigung aller vorauf- gegangenen Darstellungen und Berichte sehr will­kommen geheißen werden.

dann ist die Reichsregierung jedenfalls auf dem richtigen Wege. Eine verfrühte Einberufung zur regelmäßigen Tagung ohne genügend vorbereitetes

Roland fuhr sich mit der schmalen, weißen Hand durch die Haare. Auf seiner bleichen Stirn lag eine finstere Falte, einen Augenblick schien er unschlüssig, doch dann entgegnete er rasch, in be­stimmtem Tone: „Was Du verlangst, Anita, ist unmöglich. Ich habe mich an den „ungeschlachten Menschen", wie Du ihn nennst, zu sehr gewöhnt. Freilich, heucheln und schmeicheln kann Konrad nicht, er sagt Jedem die ungeschminkte Wahrheit in» Gesicht, aber — gerade das ist es, was ich an ihm so hoch schätze. „Sonderbar," fügte er sinnend hinzu, „daß gerade die zwei Menschen, die ich so sehr lieb habe, sich nicht ausstehen können."

Dann sich wieder an das Mädchen wendend, fuhr er ruhig fort: „Außerdem müßte ich für solches Vorgehen einen ganz besonderen Grund haben, das siehst Du doch ein?"

Anita stampfte leise mit dem Fuße auf.

Was ist's Anita?"

Anstatt-.

* Uetersvrrrg, 12. Sept. An seiner

„Warum ließest Du mich heute so lange warten. Du Böser? Ich bin eben nach Hause gekommen, und dachte, Du hättest andere Kurz­weil gefunden"

„O Anita!" rief der junge Mann lebhaft, „wie kannst Du nur so etwas sagen? Du weißt doch ganz genau, wie es mit mir steht! Du mußt verzeihen, ich habe mich heute ein wenig ver- äumt, mein Freund brauchte auch so lange zum Imkleideu."

„Ich begreife Deine Vorliebe für den lang, »eiligen, ungeschlachten Menschen überhaupt nicht, was hast Du nur an dem? Er nützt Dich aus, weiter nichts!"

„Konrav ist eine ehrliche, treue Seele, Anita! Du verkennst ihn wirklich, ich weiß, et meint eS aufrichtig und gut mit mir."

„ErsiehtseiuenVortheilin der Freundschaft mit Dir, deshalb hält er sich an Dich," beharrte Anita.

den Verkehr mit ihm auf, — um meinet­willen."

Bald nach der scheußlichen That von Monza entwickelte sich in der deutschen Presse eine Aus­einandersetzung über die Haltung, die der hl. Stuhl diesen Ereignissen gegenüber einnahm. Auffällig waren darunter namentlich einige Mel­dungen, die ganz so klangen, als hätte der hl. Stuhl durch die traurigen Begebenheiten auch in seiner Haltung auf politischem Gebiete sich beeilt« fluffen kaffen. Der Papst sollte danach als Erster der verwittweten Königin durch ein eigenhändiges Schreiben fein Beileid ausgesprochen, am Morgen nach der That eine hl. Messe für die Seelenruhe des Verstorbenen gelesen und mehrere Aeuße- rungen gethan haben, die darauf schließen sollten, daß er eine Annäherung an den Quirinal herbei­zuführen wünsche.

ES ist nun nicht nur für jeden Katholiken, sondern für jeden einigermaßen verständigen Menschen vollkommen selbstverständlich, daß der hl. Vater als Oberhaupt der Kirche und als Mensch von Abscheu erfüllt ist gegen das abscheu­liche Verbrechen des Mordgesellen Bresci, und daß er diesem vollendeten Abscheu bei allen ge­gebenen Gelegenheiten kräftigen Ausdruck verleiht. Aber was an Nachrichten in dem vorher erwähn­ten Sinne in die Oeffentlichkeit gebracht und von Zeitungen weiter verbreitet worden ist, beruht durchweg auf Erfindung. Der Pspst hat sich im übrigen passiv verhalten. Dies geht für alle die­jenigen, die daran noch zweifelten, von neuem sehr klar hervor aus einem Berichte, den das »Katholische SonntagSblatt der Diözese Breslau' aus Rom erhält; und daß gerade dieser Bericht vollkommen zuverlässig ist, kann für alle die­jenigen, die die Verbindungen des genannten Blattes kennen, keinem Zweifel unterliegen.

3fm 20. August also hat der Papst in be­sonderer Audienz den Advokaten Scala empfangen,

Herausgeber des Blattes ,Italia reale1. Der Verlauf des Gespräches führte zu einer Aus­sprache über das gedachte Thema, und bei dieser Gelegenheit hat der hl. Vater mit eignem Munde die Haltung gekennzeichnet, die der Vatikan zu | den Ereignissen einnahm und nothwendigerweise auch einnehmen mußte. Der hl. Vater lobte die flammenden Proteste gegen „das verruchte Treiben der Anarchie", fügte aber gleichzeitig hinzu, man

der anarchistischen I vtu m» ,» um «git« .juyten

RJmgtoJrta ntdjt den Sinn unterlegen, als versammeln, allerdings erst zu einem Termine, habe sich „nunmehr der hl. Stuhl jenen ergeben, der die weiteren Berathungen der regulären die ihn auf gewaltsame Weise in eine unerträz- Wintersession in ununterbrochener Folge daran liche Lage gebracht haben und noch fortwährend anzuknüpfen gestattet". Wenn es sich so verhält, bedrücken; gleich als ob er nnverjahrbare Rechte1' ™ - • ■ ■ — - -

preisgeben wollte, von denen er unter keinen Um-

, r .... ... leipziger

Universität beziehen werde. — Der Kriegsminister bringt zur Kenntniß der Armee, daß die Beförderung von Postanweisungen und Geldbriefen durch die Feldpost nach China noch nicht zugelaffen ist. — Wie die ,B. N. 91/ zuverlässig erfahren, hat daS Staats« Ministerium in seiner letzten Sitzung betreffs der Zuckertarife keinen Entschluß gefaßt. — Der frühere deutsche Botschafter am rusfischen Hose, General von Werder, hat fich, wie die .Kreuzzeitung' meldet, heute einer Einladung deS Zaren folgend nach Spa la begeben.

Orginal-Roman von Irene v. Hellmuth.

4 ------ (Nachdruck verboten.)

„Woher hast Du denn das?" fragte das Mädchen um vieles sanfter als vorher; der An­blick des Geldes, dos sie am meisten liebte, hatte ihren Zorn besänftigt.

„Woher ich das Geld habe?" fragte die Alte mit lauerndem Blick, „mußt Du das durchaus wissen, Anita?"

„Mach keine Umstände, sprich!"

„Von Deinem Liebhaber erhielt ich es. Er war heute, als Du kaum weggegangen warst, bei mir, und ließ fich die Ka ten legen. Na, und da hab ich ich ihm aus den Karten herausgelesen, daß fein liebster Herzenswunsch sich bald erfüllen würde, hi, hi, daß er nur immer fest darauf hoffen solle; da wurde er freigebig und dann schenkte er mir dies!"

Wieder hielt sie die knochige, braune Hand Anita entgegen, diese haschte darnach, doch rasch barg die Alte ihren Schatz in der Tasche.

„Das bekommst Du nicht", lachte fie, „Du könntest so viel haben, wie Du wolltest; Signor Roland ist reich, sehr reich, Du darfst nur heute noch .Ja" sagen, er macht Dich sogleich zu seiner Frau, bann haben wir mehr, als wir brauchen."

„Nein, sag ich Dir!" brauste Anita auf. „ich mag den schmachtenden Deutschen nun einmal nicht leiden, und wenn er noch mehr, — viel mehr Geld hätte, niemals will ich ihn heirathen. Er würde mich quälen mit feiner Eifersucht, mich |

- . „ . Friedens-Idee hält der Zar fest. Er hat dem

+ Aer erste Mai soll nach einem Beschlüsse holländischen Minister des Aeußern aus die Mit- der englischen Gewerkvereine (Trade theilnng von der Niederlegung der Ratifikations- UnionS) nicht als allgemeiner Arbeiterfeiertag urkunden geantwortet: „Gott gebe, daß die Ar- gelten. Dieser Beschluß wird noch intereffanter beiten, an denen die Mitglieder der Konferenz durch die Art und Weise, in der das Berliner lebhaften Antheil nahmen, als Grundlage dienen sozialdemokratische Centralorgan diese Versamm- für die Herstellung eines, sei es auch in lung der englischen Gewerkoereins und diesen ferner Zukunft eintretenden allge- ihren Beschluß bespricht. Das Centralorgan be- meinen Friedens, des Zieles jeder christ- tont nämlich den durchaus sozialistischen Charakter lichen Civilisation." — Neben den „Konventionen" der Versammlung und hebt hervor, daß deren sind auch die „Wünsche" von der Friedenskon- Vorfitzender ein Mitglied der englischen unab- ferenz beschlossen worden. Zu diesen gehört an hängigen Arbeitpartei ist, das heißt ein Sozial- erster Stelle folgende Resolution: „Die Konferenz demokrat. Also auch nach der Auffassung deö ist der Ansicht, daß eine Beschränkung der Berliner sozialdemokratischen Centralorganes hat militärischen Lasten, die gegenwärtig die die sozialistische Vrbeiteroersammlung za Welt bedrücken, in hervorragender Huddersfield in England den erneute« Antrag Weise für die Förderung des m»terieilen und

weiß man noch nicht recht, zu was für Ergeb- j abgelehnt, den 1. Mai als Arbeiterfeiertag unter mffen diese Konferenz gelangt ist. Vor einigen dem Vorsitze eines Sozialdemokraten zu er« Tagen durchlief eine Nachricht die Presse, die i klären. Und das war keine kleine Versammluna, auch von uns an dieser Stelle wiedergegeben vielmehr ein Kongreß, der aus 390 Vertretern wurde, wonach an den humanistischen Gymnasien von mehr als einer Million Arbeitern zusammen- der Unterricht tm Lateinischen wieder verstärkt, gesetzt war. Vermuthlich wird dieser Beschluß mißerdem aber der Unterricht in der englischen | nicht ohne Einwirkung bleiben auf den deutschen Sprache zum pflichtmaßigen Lehrgegenstande ge- sozialdemokratischen Parteitag, der demnächst in matgt werden sollte. Mit Recht wendet sich Mainz, und auf den internationalen Sozialisten - gegen solche Absichten, wenn sie wirklich bestehen kongreß, der unmittelbar nachher in Paris statt« tzllt-n- der Leiter eines Gymnasiums in einer finden wird. Auch auf den Tagesordnungen Zuschrift an die Berliner,Natlonal-Zeltung'. In dieser letztgenannten beiden Versammlungen steht dieser hecht es: »Bei aller Verschiedenheit die Maifeier als besonderer Punkt aufgeführt, pädagogischer Ansichten herrscht doch darüber v 28«n«, 12. @ept. Gelegentlich des Kaiser- volle Einstimmigkeit, daß jetzt die Hauptschwäche besuches im Wupperthal wird der Monarch auch des Gymnasiums in dem Vielerlei seines Lehr- an einem noch näher festzusetzenden Tage zwischen dem planes beruht. Eben deshalb verlangte man Oktoberder! Enthüllung des-Sieges.

mT ^stärkung der alten Sprachen, wird gelegentlich seines d" mnächMen^Jagdaufenlhaltes damit diese wieder wie früher das Hauptstück IN Kabinen einen Abstecher nach der Marienburg unter« und sozusagen Rückgrat des Unterrichtes am nehmen, um sich persönlich von dem Stande der Reno- Gymnasivm bilden könnten. Der kleine Gewinn ^un^arbeit-n zu überzeugen Auch die Stadt will der «ach dich- S-ii- hm d-n W

Lateinstunden bringen sollen, würde rm Voraus Prinz wird als Vertreter des Kaisers der feier« wieder aufgehoben, das schlimme Vielerlei aufs kichen Enthüllung des Denkmals beiwohnen, welches die Neue gesteigert werden, wenn das Englische ^-dt Frankfurt °. O. Kaiser Wilhelm l. errichtet hat. nhfinntnrif* mcrSo» r-Hf» « I — Fürst Hohenlohe halte gestern Nachmittag eine

obugatüri.ch werden sollte ... Das ist ohne kurze Unterredung mit dem Staatssekretär Grafen Zweifel richtig. Das Englische kann man sich Posadowsky. — Staatssekretär Nieder ding hat ohne Schwierigkeit noch später aneignen. Vor einen kurzen Nachurlaub angetreten. — Tas Staat s- allen Ding-n aber ist es nun nöthig, so bald je“te ,3Mmtttag 3 Uhr unterbeut

x",°-Mj ->-» °m«ch.° bericht über »I. " 'ÄSS

Konferenz zur öffentlichen Kenntmß z« bringen. Brefeld und derEtsenbahnministerThielen begeben Der Zweifel wirkt peinlich. sich am 15. September zur Besichtigung der Weltaus-

* 35i(. TWfoFMt st'llung nach Paris. - DerKaiser hat dem italie-

., . ,\.e. e^8’- Avldate« tu Nischen General Pelloux den Rothen Adlerorden

scheint das Lichr nicht ertragen zu können, wenn 1. Klaffe verliehen. Auch die beiden anderen Offiziere die Angaben des .Vorwärts' auf Wahrheit be- der italienischen Mission erhielten Orden. — In Leip- ruhen: Den Soldaten des jetzt aus China Univerfitätskreisen verlautet daß im Herbst nächsten

„d s.™ ...» Jahres der zweite Sohn desKarserpaares, Prinz Eitel

„Warte Du nur nicht zu lange," brummte „Nein, — 0 nein, Du thust ihm schweres die Alte, „ich möchte auch noch etwas davon Unrecht, mein liebes Mädchen." baden, immer hoffte ich darauf, und wenn Du Anita trat auf Roland zu; ein bezauberndes Roland--Lächeln spielte um den schönen Mund, sie legte

»Still, still," unterbrach Anita hastig das ihren Arm um die schmächtige Gestalt des jungen Gespräch, „wir reden später noch darüber, ich Künstlers, schaute mit den nachtönnklen Augen höre ihn kommen, — mach Du mir keine Dumm- so bittend zu ihm auf und sagte:

heilen und schweige." „Ich habe eine Bitte an Dich, wenn Du die«

„Wirklich ertönten auf der T:epp; rasche selbe erfüllst, bann — sollst Du Deinen Lohn

Schritte, und gleich darauf betrat Roland, heftig dafür haben." athmend das Zimmer. Seine aufleuchtenden Augen ~~ ‘ fingen an dem reizenden Gesichte Anita's, die den rothen Mund schmollend aufgeworfen hatte.

In gänzlich verändertem Tone, den man ihr nach der eben stattgefundenen Unterredung mit hrer Mutter niemals zugetraut hätte, redete sie den ©mgetretenen an:

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drücküchen Hinweis, daß die Entgegen-'"' -

Handlung als Nichtbefolgung eines gegebenen Dien st befehls betrachtet würde, befohlen, in keiner Weise und gegen keine Personen sich über das in khina Gesehene ober Bekanntgewor­rene irgenbroie auszulassen. — Ausführ­bar würde natürlich ein solcher Befehl nicht sein;

er würde nur zur Folge haben, daß Nachrichten verbreitet werden durch Vermittelung vonWer- sonen, die nicht verpflichtet find, Dienstbefeche zu befolgen und daher persönlich auch keine Verant-

mit Zlnterhaltungs-Meikage „Issusirirte Sonntags-Zeitung t'

Berathungsmaterial würde für alle Betheiliglen geradezu unerträglich werden. Besser und auch im Interesse der Regierungen selbst klüger würde es aber ohne Zweifel sein, den Reichstag zur Besprechung der Chinafrage bereits vorher in einer kurzen außerordentlichen Tagung zu ver­sammeln. I tzt ist die Zeit schon so weit vor­gerückt, daß es sich kaum noch lohnt.

X Die SchnlSonferenz hat im Juni in Berlin getagt. Aber bis zum heutigen Tage .1 wtnw ■ ■■■im iii.ii.iiii. iiiii «sae r.wnrMwiiiiiiiMiM» bh bewachen, wie eine Gefangene, ich will nicht, — will nicht!"

ES sprach ein eigensinniger Trotz aus ihren Worten, die Augen blitzten zornig, die kleinen Hände ballten sich.

„O, 0, mein Töchterchen, Du solltest Dir die Sache doch noch einmal überlegen. Wenn Du Roland nimmst, dann kannst Du Dich in Sammt und Seide kleiden, und alle werden Dich beneiden. Und schau mich an, was hab' ich all meiner Lebtag lang für schlechte Zfiten gesehen! Schläge habe ich von Deinem Vater wohl genug gekriegt — aber nichts zu essen, — nichts, um mich damit zu putzen. Immer in Lumpen mußte ich gehen. Anita — tröstete ich mich, — meine schöne Anita, | die „Perle von Florenz", — sie wirb sich einen reichen Freier nehmen, sie hat ja die Wahl, und dann wird ihre arme Mutter auf ihre alten Tage »och gute Zeiten erleben."

Die Stimme der Alte» sank jetzt zum Flüster­ton herab:

„Wenn Du klug bist, Anitchen, bann weisest Du den reichen Freier nicht mehr ab, falls er Dich wieder bestürmt, recht bald feine Frau zu werden. Ich sage Dir, so sehr lange hat er nicht zu leben, — ich seh es an feinem schmalen, bleichen Gesichte, an den zwei rothen Flecken, die, wenn er erregt ist, auf feinen Wangen brennen. Das sind Kirchhofsrosen, — solche Leute werden nicht alt, ich kenne das!"

„Wie schlau Du bist," lachte Anita. „Aber Niemand weiß doch etwas Bestimmtes: Wer kann sagen, wie lange so etwas dauert? Nein, nein, — wir werden schon auf andere Weise zu Geld kommen, noch bin ich ja jung genug, um warten zu können, dis der Rechte kommt."