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"'"‘s,mit Mnlerhaklungs-Weilage „Issuflrirte Somtkags-Zettung!'
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205.
Iuröa, Freitag, den 7. September 1900.
27. Jahrgang.
Dritte
Messen,
Die Tchirr der Khrmims
53
8 Uhr erfolgte die Wallfahrt nach dem Kreuzberge. Dortselbst hielt der hochw. Franziskanerpater Dominikus.Paderborn eine Ansprache über das hl. Kreuz. Um 11 Uhr erfolgte die Rückkehr. Darauf wurde um IP/t Uhr in der Beethovenhalle die dritte geschloffene Generalversammlung durch den 1. Vizepräsidenten Abg. Trimborn mit dem katholischen Gruße eröffnet. Zunächst wurde ein Antrag angenommen betreffend Förderung des religiösen Lebens durch die Andacht zum Herzen Jesu und durch Bekämpfung des Bestrebens, Christus aus der Familie, der Schule, dem Staate und der menschlichen Gesellschaft zu verdrängen. Ferner ein Antrag betr. Bekanntmachung katholischen Gottesdienstes durch Anschlag an den Kirchenthüren, sowie betr. Hochhaltung der christlichen Sitte und Grundsätze. Dieser Antrag richtet sich wider die gegen die christliche Moralanschauung gerichteten Angriffe (lex Heinze). Ferner ein Antrag, der Nacheiferung des Kölner Vereins zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit durch die Presse und durch Herbeiführung behördlichen Einschreitens empfiehlt. Dieser Antrag wurde vom Abg. Dr. Bachem in längerer Ausführung unter Hinweis auf die lex Heinze begründet. Hierauf wurde ein Antrag angenommen, in welchem die Versammlung der Centrumsfraktion ihren Dank ausspricht für das mannhafte Verhalten bei Gelegenheit der Berathung der lex Heinze. Amtsgerichtsrath Hörster führte hierbei aus, daß die Katholikenversammlung verpflichtet sei, den Männern, welche den größten Unbilden ausgesetzt gewesen seien, durch Annahme des Antrages Genugthuung zu verschaffen. Ein Antrag, in Aachen die nächste Generalversammlung abzuhalten, wurde abgelehnt und dem Komitee die Wahl des Ortes überlaffen. Ein Antrag wurde dann angenommen betr. Einrichtung einer Ceutralauskunftsstelle für die katholische Preffe zur Bekämpfung der tendenziösen anti- katholischen Nachrichten in der «katholischen Preffe. Nach Begründung durch Abg. Freiherr von Heereman wird ein Antrag angenommen, welcher die Reste der gegen die Ordensleute bestehenden Gesetzgebung beseitigt wiffen will. Ein fernerer Antrag, der zur Annahme gelangt, beklagt die Schädigung der katholischen Mission in China durch die bortigen Wirren und empfiehlt die Missionen der besonderen Sorgfalt der deutschen Katholiken. Desgleichen bittet er um Unterstützung der in China kämpfenden Soldaten
„Und bind mir Deinen Schnappsack um — Du bist Soldat gewest . . .*
Da» Boot stieß ab und durchschnitt die Wellen der Weser und Gesine saß schweigend da, di« Hand des Geliebten in der ihrigen haltend und blickte hinunter in den leise züngelnd vorübergleitenden Strom. Aus dem Grunde der Wellen schienen die Bilder der Vergangenheit emporzusteigen.
Sie sah sich den Fluß hinunterfltegen auf dem flinke» Segelboot Berendt Prigge'S, über sich den dunklen Nachthimmel, um sich die finstere Haide — und sie vernahm wieder die Schüsse der französischen Dragoner, welche Karl und den Kapitän Helmholtz verfolgten. Und dann schien sich der Strom zum unendlichen Meere zu erweitern, sie sah die stolze Flotte England«, sie hörte das Hurrah der Matrosen, mit dem sie eine ermüdete, erschöpfte, kleine Heldenschaar begrüßten, und die rothen Felsen von Helgoland stiegen vor ihr auf. Und Spaniens Feffengebirge erhoben sich vor ihren Blicken, und die Thürme und Zinnen des stotzen, herrlichen Madrid. Wilder
Schlachtenlärm umtoste sie wieder und aus dem Feuermeer der Schlachten stieg plötzlich eine mster schöne dämonische Frauengestalt empor: Kanuela, die kühne und grausame Anführerin der GuerrilloS.
Ihre Hand bebte in der seinigen und besorgt »lickte Karl ihr in das Auge. Und als sie zu hm aufsah, da verschwanden die finsteren Bilder der Vergangenheit und auch das blutgetränkte, zerrissene, zerstampfte Schlachtfeld von Waterloo rersank und an seiner Stelle schien eine freund- iche Landschaft emporzusteigen mit blühenden Wiesen, goldenen Feldern und friedlichen Hütten.
Die Bilder einer glücklichen Zukunft ver- cheuchten die finstere, blutgefärbte Vergangenheit.
Frieden auf Erden! schienen die Wellen der von der Fremdherrschaft befreiten Weser zu murmeln. Frieden auf Erden! jauchzten die Schwalben n hoher Luft. Frieden auf Erden! summten die Bienen der Haide, und Friede — Frieden leuchteten die goldenen Sonnenstrahlen in das Herz aller Menschen hinein.
In glückliche Träume versunken lehnte sie das ilonde Haupt an die Schulter des Geliebten, der den einen Arm, den der Gott der Schlachten ihm gelassen, um ihre Gestalt legte, sie fest, unzertrennlich an das Herz pressend.
Jm AhrendtShof war die freudige Ueberraschung grenzenlos. Wenn man auch schon von der Genesung Karls brieflich Nachricht erhalten hatte und wußte, daß er in der nächsten Zeit heimkehren werde, so hatte man doch den Zeitpunkt der Heimehr nicht gekannt und ihn nicht so nah geglaubt. Inb jetzt stand der Sohn vor den Eltern und der Vater hielt die linke Hand des Sohnes in seinen starken, arbeitsharten Händen, die in diesem
durch Zuwendung von Liebesgaben. Ein fernerer einstimmig angenommener Antrag fordert, daß die Befugniß zum öffentlichen und privaten Gottesdienste, zur Erbauung von Kirchen und Schulen, zur Anstellung von Geistlichen und Lehrern auf gesetzlicher Grundlage verfaffungs- mäßig gewährleistet werde. Der Antrag wurde vom hochw. Prälaten Nacke-Paderborn befürwortet, der auf die bekannten Vorgänge zu Wechselburg in Sachsen hinwies. Sodann wird ein Antrag angenommen, der eine größere pasto- teile Fürsorge für die italienischen Arbeiter in Deutschland verlangt; desgleichen ein Antrag, der den Beitritt zum CyaritaSverband und den Bezug der Monatsschrift „Charitas" empfiehlt. Im weiteren wurde ein Antrag angenommen, welcher sich mit dem Schutze der Seeleute in moralischer und materieller Beziehung befaßt. Weiter ein Antrag, welch-r die Ausbildung unbesoldeter freiwilliger Krankenbesucherinnen begrüßt und materielle Unterstützung dieses Instituts wünscht. — Hierauf wurde die Versammlung um 1 Uhr geschloffen.
Dritte öffenttiche Heuerakversammkmrg.
Die dritte öffentliche Generalversammlung wird unter gleich starkem Andrange wie die früheren um 53/* Uhr Nachmittags mit dem katholischen Gruße eröffnet. Erster Redner ist der Abgeordnete Volksschullehrer Sittard-Aachen, der über „Kirche und Schule" spricht. Er führt aus, daß, da 95°/0 unserer Jugend auf der Volksschule ihre Ausbildung erhalte, es kein Wunder sei, wenn die Generalversammlung der Katholiken fich mit diesem Institut befaffe. Wie die Katholiken, so suchten auch ihre Gegner, und zwar im modernen Sinne, ihren Einfluß auf die Volksschule auszuüben, indem sie die Katholiken als Dunkelmänner hinstellten. Noch auf der Kölner Lehreroersamm- lung habe man gesagt: die Kirche für die Theologie, die Schule allein für die Pädagogik; anstatt des scholastisch-dogmatischen Religionsunterrichts ein pädagogisch-psychologischer Unterricht! Den Ausspruch der Kultusministers aus dem vorigen Jahre, daß der Staat in der Schule allein Herr sei, könne man nicht acceptiren. In den geistlichen Angelegenheiten habe die Kirche mitzusprechen. Der christliche Glaube habe die opferstarke Generation hervorgebracht, die 1870 gekämpft habe. Dann habe der Liberalismus die hristliche Schule vernichten wollen; aber die Burg ei unversehrt geblieben, wenn auch die Burgherren, die Bischöfe, in daS Gefängniß hätten wandern müffen. Bismarck habe seine Maßnahmen zurücknehmen müffen — gleichwohl seien noch einige Maßnahmen aus der Kulturkampfszeit urückgeblieben. Man wolle heute ein Schulmonopol ür den Staat einrichten; dagegen protestirten >ie Katholiken energisch. (Lebhafter Beifall.) Sie verlangten, daß der Kirche gegeben werde, was »er Kirche sei, daß die Religion die Grundlage >eS Unterrichts bilde, und daß Männer an die Schule berufen würden, die einen positiven Glauben hätten und nicht, wie es in München vorgekommen et, sich von der Religion losgesagt hätten. Wie !önne man einem Deserteur eine Streitmacht anvertrauen? Die Katholiken verlangten auch, daß
47. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands z« Ao«« 1900.
Roman von O. Elfter.
------ (Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
lebe Karl Ahrendt und seine treue
h®8 Gesine!'
O Bonn, 5. Sept, geschlosserte chenerakversammknug
Augenblicke doch heftig bebten, und die Mutter küßte unter Thränen den leeren Aermel des Sohnes und flüsterte ein Mal über das andere Mal: „Mein armer Junge — mein armer, lieber Junge. . ."
„Da ist nun nichts mehr zu machen, Karl," sagte Christian Ahrendt nach einer Weile. „Zum Bauern bist Du verdorben, denn mit der einen linken Hand kannst Du den Pflug nicht regieren und keinen Heuwagen laden. Ich muß schon noch weiter den Hof bewirthschasten."
Da lachte Karl und wies auf die erröthende Gesine.
„Da steht mein rechter Arm, Vater," rief er, die Hand Gesinen entgegenstreckend. „Glaubt Ihr, daß Gesine nicht eine tüchtige Wirthschafterin werden wird? Wenn'S mir zu schwer wird, dann ist sie an meiner Seite und wie sie mir im Krieg aus Noch und Tod geholfen, so wird sie mir jetzt bei der friedlichen Arbeit helfen."
„Vater . . ." flüsterte Gesine und sah bittend zu dem alten Bauern auf.
Eine tiefe Rührung zuckte über deS Alten hartes Gesicht. Einen Augenblick zögerte er, dann ergriff er die Hand Gefinens und zog daS Mädchen in seine Arme.
„Meine Tochter..." rang eS fich von seinen Lippen. Das EiS an seinem Herzen war geschmolzen und er streichelte die Wangen Gefinens und küßte ihren blonden Scheitel.
„Na, Christian Ahrendt," rief der Schullehrer Benjamin Stöckel lustig, jetzt kann ich wohl das Aufgebot bestellen?"
„Ja", meinte Christian Ahrendt lachend, „will denn das Mädchen den Einarm heiratben? Wirst Deine liebe Noth mit ihm haben, Gesiae".
rief bet allzeit fröhliche Johannes Stöckel und schwenkte den Stock, an dem er fein buntes Taschentuch gebunden hatte, wie eine Fahne hin und her. Dann sang er laut in die Welt hinein:
_ Der dritte Tag wurde eingeleitet durch einige welche in der Müusterkirche nach der Intention des hl. Vaters gelesen wurden. Um
die Geistlichen mehr im Hauptamt als Schulinspektoren angestellt würden, daß der konfessionelle Charakter der Schule noch mehr als bisher gewahrt werde. Besonders beklagenswerth seien die Zustände in der Volksschule bet Ostprovinzen; dort würden für evangelische Minderheiten konfessionelle Schulen eingerichtet; die katholischen wurden mit anderem Maße behandelt; sie verwahrten fich aber dagegen, daß sie als Bürger II. Klaffe behandelt würden. (Stürmischer Beifall.) Zu mißbilligen sei, daß dort evangelische Lehrer angestellt würden, wo Katholiken hinge- hörten: daS sei eine Beleidigung der katholischen Lehrerschaft. (Stürmischer Beifall.) Zum Schluß spricht Redner feinen katholischen Kollegen seinen Dank aus für ihr Wirken für die Volksschule und appellilt an die Frauen, daß fie im Jntereffe ihrer Kinder die Männer bezüglich der Volksschule durch That und Gebet unterstützen. (Langanhaltender Beifall.) Hierauf wird ein Telegramm des hl. Vaters verlesen, in welchem er der Versammlunc seinen Segen ertheilt. Die Versammlung bring e ein dreifaches Hoch auf den hl. Vater aus
Hierauf spricht Rechtsanwalt Fehrenbach- Freiburg über „Förderung bet höheren Studien unter den Katholiken". Redner führt aus, die sogenannte Jnferioritätsfrage, welche den Katholiken gegenüber so häufig berührt werde, habe schon. wiederholt die Katholikenoersammlungen beschäftigt. Ec wolle die Frage der Imparität ausscheiden, ebenso die Frage der angeblichen qualitativen Inferiorität, und nur sprechen über die quantitative Inferiorität des katholischen Volkes. An den höheren realen Fächern sei das katholische Volk nicht so betheiligt, als es seiner Zahl entspreche. Die Katholiken verlangten, daß ihre Kinder unterrichtet würden von Lehrern, die nicht nur eine Fülle von Kenntnissen hätten, sondern ihnen auch durch Leben und Glauben vorbildlich seien. An das Krankenbett müßten Aerzte kommen, die der Seele nicht vergäßen. Vor der Front der Regimenter, in Bauhütten und an der Spitze von Fabriken, an Wiffen und Gesittung, an Ansehen und E ufiuß müßten die Katholiken ihren Anthell verlangen. Erreichen lasse fich dieses Ziel; talentvolle Knaben müßten auS den weniger bemittelten Ständen nicht nur dem geistlichen, sondern auch den weltlichen Fächern zu- gesührt werden. Großes könnten auf diesem Ge- biete die Studien - Vereine leisten, welche mittellose Studenten unterstützen. Schöne Ansätze seien da schon in Freiburg Trier, Köln, Münster, Limburg und Breslau gemacht. Erfreulich sei, daß die katholische Theologie an den Universitäten in BlÜthe stehe. In dieser Beziehung biete Frankreich ein trauriges Bild, da dort die profanen und theologischen Wissenschaften auseinander gerissen seien. In den Pariser Kirchen sehe man nur Frauen und Kinder; er freue sich allemal, wenn er in Freiburg die zahlreichen Studenten sehe in die Kirche gehen. Man solle nicht zurück- schrecken vor dem Worte „Ueberfüllung im höheren Berufe", auch nicht durch die Bemerkung, daß man doch nicht vorwärts komme. Die Reichsregierung, welche auf uns als Mittelpunkt der Parteien angewiesen sei, werde auf uns Rücksicht nehmen müssen, namentlich da der Umsturz an
uns einen scharfen Gegner habe. In dem Augenblicke, wo Deutschland seinen Fuß hinauSsetze zu einer Weltpolitik, können die bisherigen kleinlichen Gesichtspunkte nicht mehr bestehen bleiben. (Lebh. Beifall.) Arbeiter-Sekretär GiesbertS-Gladbach spricht über die Arbeitersrage und Arbeiter-Gesetzgebung. Das vergangene Jahrhundert habe einen großen Aufschwung genommen, es habe aber auch viele Mißstände gezeigt. Es habe sich ein neuer Stand geblldet und dieser habe die soziale Gesetzgebung zur Folge gehabt, au welcher in erster Linie mitgewirkt zu haben em Verdienst des katholischen Volkes sei. Dieser Gesetzgebung verdankten die Arbeiter die Versicherungs-Gesetze, die Sonntagsruhe, die Festsetzung der Arbeitszeit, die Fürsorge für jugendliche und weibliche Arbeiter, die Gewerbegerichte und Wohlfahrts-Einrichtungen. Die Arbeitgeber zeigten mehr und mehr Verständniß für die Lage der arbeitet; dadurch würde die Kluft zwischen beiden überbrückt. Es seien aber noch viele Auf- gaben zu lösen: die soziale Gesetzgebung sei auS- zubauen und auf die Hausindustrie auszudehnen, die Maximal-ArbeitSzeit gesetzlich zu regeln, ebenso die Wohnungsfrage und die Beschäftigung vet- heiratheter Frauen. Das ganze katholische Volk müsse hier mithelfen, daher müsse das Vetständ- niß für die sozialen Fragen im Volke verbreitet werden, besonders unter den Arbeitern. Man werde alle diese Ziele erreichen, wenn man treu zum Centrum halte. (Lebh. Beifall.)
Als letzter Redner sprach ?. Bonaventura- Berlin Über den Bonifatius « Verein. Redner schildert die beklagenswerthen Zustände in der Diaspora und empfiehlt dringend die Förderung des Bonifatius-Vereins, da wenigstens in einem Theile Deutschlands das Gedeihen der Kirche von seinem Wirken abhänge. Durch die Freizügigkeit seien Leute, die bis jetzt in katholischen Gegenden gewohnt hätten, in Gegenden gekommen, wo Feinde unseres Glaubens wohnten. Im verflossenen Jahrhundert seien der katholischen Kirche eine Million Menschen verloren gegangen, in Berlin allein 250,000. Es fei Ehrenpflicht bet Katholiken, hier zu helfen, btefelbe Ehrenpflicht, welche uns China gegenüber zu ben Waffen gerufen habe. Hier gelte bas Winbthorst'sche Wott: „Den letzten Mann und den letzten Groschen!" Zum Schluffe wendet fich Redner gegen die gegnerische Behauptung, >aß der Bonifatius-Verein sich gegen andere Kou- esfionen richte. Et richte sich gegen die Sozial- »emokratie, und daher wäre es im Jntereffe der Regierung, ihn zu unterstützen. (Stürmischer Bei- all.) Nach 91/» Uhr schloß die Versammlung.
® Bonn, 6. Sept.
Der zweite Vizepräsident Graf Max Droste- V i s ch e r i u g eröffnete heute Morgen 8'/» Uhr die viert egeschlosseneGeneralversammlung »er auch Herr Weihbischof Fischer (Köln) »eiwohnte. In der letzten öffentlichen Versammlung warf Pfarrer Dr. Wurm einen Rückblick auf das verflossene Jahrhundert und einen Ausblick in das neue. Abg. Roeren prach über die Auswüchse in Kunst und Belletristik.
„Ich werde schon mit ihm fertig werden, Vater", entgegnete Gesine und ein schelmisches Lächeln glitt Über ihre Züge.
„Das glaub' ich auch," lachte der Alte. „Du bist mit uns allen fertig geworden, Mädchen, und auch mit der wilden Zeit und den Mühen und Gefahren der Welt. Her Deine Hand, Mädchen! Du hast meinen Jungen treu durch alle Gefahren begleitet. Du hast Dein Wort ein« gelöst, das Du mir vor Jahren gegeben, Du hast rhn hindurchgesührt durch Kugeln und Lanzen und Schwerter der Feinde, Du wirst ihn auch icher durch das Leben führen. Ah, Kinder, etzt lacht Euch das Leben an, aber es kommen auch noch schwere Stunden und dann bentt an Spanien und Portugal und Waterloo. Da ebt Euch die Hände, und wenn Du ihm auch nur an die linke Hand getraut werden kannst, Gesine, Du bist doch feine echte, rechte Frau.."
Gesine schlang die Arme um den Nacken des Alten und weinte heiße Dankesthränen.
Benjamin Stöckel aber nahm eine gewaltige f kise und meinte lächelnd: „Das ist die wahre belle alliance — das schöne BÜndniß..."
Jahre sind verflossen. Heber den Gräbern der Gefallenen bei Waterloo und Belle-Alliance grünen und blühen die Blumen und wogen oldene Saaten. Der Löwe von Waterloo, den >ie dankbare Nachwelt den gefallenen Helden errichtet, sieht von feinen hundert Fuß hohen, pyramidenförmigen Postament auf die Wahlstatt nieder, aus der einst die Völker Europas so heiß tekämpst. Neben ihm liegt das kleine Gehöft )elle - Alliance, wo einst der eiserne Herzoge Wellington und Märschall Vorwärts sich die