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M 204.
Jutöcr, Donnerstag, den 6. September 1900.
27. Jahrgang.
rDerantw.: Mr bieL-daktioa L V.Larl Schaffer, für Inserat« 3. Parzelle, in Lnlda.
mit Ztnterhaktungs-Meikage „Mustrirte Komttags-Zeiümgi'
47. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands z« As«« 1900.
O Bonn, 4. Sept.
Zweiter Leg, Dienstag.
Der zweite Tag wurde eingeleitet durch ein Requiem für die verstorbenen Mitglieder der früheren Generalversammlungen in der Minoriten« kirche. D e
zweite geschtossene O ener alv er sammln« g
'wurde nach ll1/* Uhr unter starkem Andrange durch den Präsidenten Grafen Praschma 'mit dem katholische» Gruß eröffnet. Der Präsident theilt mit, daß die Gräfin Hermann Stainlein-Saalenstein 4000 Mark gestiftet habe zum Andenken an ihren verstorbenen Gemahl; davon find 1000 Mark für den Bonifatiusverein, 1000 Mark für den Vincenz- verein, 1000 Mark für das Werk, durch welches am besten die Frauen und Mädchen aus den Fabriken entfernt werden, und 1000 Mark für das Werk, durch welches am besten kranken Arbeitern Sorgfalt und Verpflegung ertheilt wird, bestimmt. Hierauf werden Anträge angenommen, betr. die Empfehlung katdolischer kaufmännischer Vereine, bett, geistliche Hebungen für akademische Berufsarten und andere gebildete Laien, betr. die Bekämpfung der farblosen Preffe «(diesen Antrag begründet in längerer Ausführung Dr. Huppert, Abz. Pleß befür- wartet ihn), betr. Verbreitung kathol. Literatur durch Kolportage, namentlich durch die kathol. ^Vereine. Sodann werden Anträge aus dem Ausschuß für. Wissenschaft und Unterricht be- rathrn. Zunächst gelangt zur Annahme ein Antrag, welcher von Rechtsanwalt Renscher- Trier begründet wird und der die Unterstützung des in Trier gegründeten Vereins zur Unterstützung studirender deutscher Katholiken, besonders die Bildung von Ortsgruppen und Diözesan- verbänden empfiehlt. Ein Antrag, welcher die Unterstützung des Kongresses katholischer Gelehrter in München r-om 24 —28. Sept, empfiehlt (begründet wurde der Antrag durch Prälat Hüls- kamp) wird einstimmig angenommen, desgleichen ein Antrag, welcher zum Beitritt zur Görres- Gesellschaft auffordert. Ein anderer Antrag, der die katholischen Studirenden auf die in großer Anzahl bereits bestehenden Stipendien für kathol. Studenten aufmerksam macht, wird, nachdem Abg. Dasbach die Herausgabe eines Buches Lefürwortete, in dem diese Stipendien rc. angegeben seien, angenommen, desgleichen ein Antrag, welcher neben dem gymnasialen Studium auch -em realen erhöhte Beachtung durch Gründung katholischer Real- und Fachschulen geschenkt wissen will. Rektor « p i e k e r - Gelsenkirchen befürwortet den Antrag und führt aus, daß die Katholiken, die leider zum großen Theil der weniger wohlhabenden Bevölkerung angehörten, diesem Gegenstände ihre Aufmerksamkeit besonders zuwenden müßten. Für den großen Prozentsatz, der nicht studtre. müsse auf diese Weise gesorgt werden. Abg, Pleß wünscht, daß für eine gute
Finanziirung der neuen Anstalten Sorge getragen werde. Hierauf wird ein Antrag angenommen, betr. Wahrung des humanistischen Charakters der alten Gymnasien. Nunmehr werden Anträge aus dem Ausschüsse für Soziales besprochen. Zunächst wird ein Antrag angenommen, der den Ausbau der Arbeitergesetzgebung empfiehlt und die katholischen Arbeiter auffordert, sich die Förderung ihrer geistigen Bildung und sozialen Schulung angelegen sein zu lassen, die sie vor allem in den katholischen Arbeitervereinen und christlichen Berufsorganisationen finden. Ferner ein Antrag, welcher Vorträge, soziale Unterrichtskurse über Aufgaben der Innungen, Handwerkskammern und der Hand- werker-Gmoffenschaften, Fachabtheilungen, Fortbildungsschulen und -Kurse für die Gesellen- oereine fordert und sie auffordert, bei Wahlen zu Gesellenausschüssen christlichen Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Ferner ein Antrag, betr. berufsständische Organisation der Land- wirthe, die Errichtung von kathol. öffentlichen Lesehallen und genügende Berücksichtigung der Landwirthschaft bei den neuen Handelsoerträqen.
Nach 1 Uhr wurde die Sitzung mit dem katholischen Gruße geschloffen.
Zweite öffentliche cheneralversaurmlnng.
Unter demselben starken Andrange wie in den vorherigen Versammlungen wurde die z veite öffentliche Versammlung um 58/* Uhr durch den Präsidenten Grafen Pruschma mit dem kathol. Gruße eröff et. Von Sr. Majestät dem Kaiser ist eine telegraphische Antwort auf das Huldigungstelegramm eingetroffe«, nach welcher er dieselbe huldvollst entgegennimmt und bestens danken läßt. Die Versammlung bringt ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus. Als erster Redner spricht Prof. Mausbach über „Autorität und Freiheit als Grundfrage aller heutigen Krisen, und ihr Ausgleich im Geiste der Kirche". Redner führt aus, daß unsere Gegner selten in Abrede gestellt haben, daß die katholische Kirche eine Hochburg der Autorität sei; ober daß auf dieser Burg das Banner der Freiheit wehe, das wollten sie nicht sehen. In den letzten Jahrzehnten habe sich die Anschauung verbrMet, daß Frecheit und Autorität sich nicht mit einander vertrügen. Unter Freiheit der Wissenschaft verstehe man fälschlich die Freiheit, die an allem rütteln dürfe. Die wahre Denkfreiheit habe Respekt vor der hohen Würde der Wahrheit, während die falsche Denkfreiheit es leicht nehme mit Jrrthümern im Urthril über Gott und das Ewige, über das Edle und Große. DaS sei keine Freiheit, das sei die Freiheit des Barbaren, der über die Schätze eines Museums schalte. Man sage, eS lüffr sich die Wahrheit doch nicht ergründen — jawohl, deshalb sei ja eben die Autorität von Gott eingesetzt worden. Wie es eine Mißachtung des Glaubens wäre, wenn man unter Hinweis auf den Glauben unternehmen wollte, die Resultate der Wissenschaft zu verachten, so wäre es verkehrt, das, was die gesetzten Autoritäten lehrten, zu leugnen. Wie Papst Leo über daS Denken und Forschen mtheile, gehe daraus hervor, daß er darauf hingewiesen hat, daß die katholischen
Historiker alles der Wahrheit gemäß darstellen müßten, auch Fehler der Päpste nicht verschweigen dürfen. Freiheit im Handel und Streben, freie schrankenlose Entfaltung der sittlichen Perfönlich- teit, daS sei der zweite Ruf, der uns heute von allen Seiten des modernen Lebens entgegenschalle; erlaubt sei, was lebenskräftig fei, das fei die Moral des modernen Uebermenfchen. Gegen diese Freiheit müsse man protestiren; auch der Arnachist habe diese Freiheit, und doch werde man sie bei ihm nicht als eine sittliche betrachten. Nickt der intensive Wille, sondern das Ziel des Willens, nicht bte Gluth der Leidenschaft, sondern ihr Inhalt entscheide über ihren sittlichen Werth. Der freie Wille bedürfe einer Norm, wenn er nicht uferlos werden und Verderben anrichten solle, und diese Norm geben die Gesetze der Kirche. (Lebhafter Beifall.) Vielfach im Leben bestehe die Autorität, aber nicht die wahre — so z. B. beim Arbeitsvertrag, wo der Arbeitgeber die höhere Einsicht habe; aber hier trete oft von beiden Setten eine Vergewaltigung ein, und hier müsse die Autorität des Staates eingreifen, und der Staat im Schatten der Autoriät und im Geiste der Kirche. Man sage, die Kirche bestreite die Souveränität des Staates; aber er verweise darauf, daß Papst Leo XIII. noch gesagt habe, Gott habe die Sorge um die Menschheit zwei Gewalten übertragen, der kirchlichen und der staatlichen; jede sei in ihrem Bereich die Höchste. Die Idee des modernen Staats gerathe sofort i»S Schwanken, wenn er nicht mit der Kirche zusammenarbeite oder gar sie bekämpfe. Glücklicherweise stehe in unserem Staate ein Monarch an der Spitze, der die Knie vor Gott beuge und feine Feldzeichen vor ihm senke. (Beifall.) Zum Schluß wendet sich Redner an die jüngere Generation und fordert sie auf, sich nicht durch die Borspielungen der Gegner über die angebliche Freiheit beirren zu lassen, sondern in der wahren, von ihm gekennzeichneten Freiheit zu verharren. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)
Hierauf spricht Landwirth Blum-Krefeld über die Agrarfrage. Redner bemerkt, die Land- wirthe kämen gerne auf den Katholikenversamm- lungen zu Wort, da sie mit allen Katholiken hier einig zusammenwirken wollten. Im Streite der Interessen könne ja leicht Verstimmung entstehen, hier dürfe sie nicht einreißen. Der Charakter des Bauernstandes sei heute noch derselbe wie früher; er sei der Nährboden für des Volkes Wohl. Die Landwirthschaft zeige einen ruhigen Fortschritt ihrer Entwickelung und sei frei von der modernen Nervosität, sie steht mit der Wissenschaft in lebensvoller Verbindung. Hinter dicken Kartoffeln stecke oft mehr Intelligenz, als manche glauben, (Große Heiterkeit.) Redner schildert den Segen der Winterschulen für die Landwirthe und wünscht, daß der Religionsunterricht an diesen Schulen obligatorisch werde. An die Spitze dieser Schulen müßten praktische Leute gestellt werden. Der deutsche Bauer müffe sich bestreben, den heimischen Konsum zu decken, um vom Auslands frei zu werden. Bei guter Bezahlung würde auch die Produktton steigen. Da die SelbsthUfe nicht genüge, müsse der Staat helfen durch eine zielbe
Die Echter de» Khrmms,
Roman von O. Elster.
52 ------ (Nachdruck verboten.)
„Wollen Sie mir einmal ihren Arm zeigen, Herr Leutnant?" nahm Doktor Westphal das Wort.
schweigend, mit trübem Lächeln reichte Kar! 'dem Arzt den zerschmetterten Arm.
„Viel ist nicht mehr davon übrig geblieben, Loktor", meinte er.
5)er Arzt entfernte den vorläufigen Verband und machte ein sehr bedenkliches Gesicht.
„Sie hätten sich schon früher in ärztliche Pflege Gegeben sollen," sagte er.
»Ich fand keinen Arzt," entgegnete Karl. „Sie waren alle um die schwerer Verwundeten be» fchäfttgt. Ich konnte ja warten."
„Das konnten Sie nicht, Herr," suhr der Arzt auf- „Ihr Arm hätte vielleicht gerettet werden ckönnen — jetzt ist eS zu spät - ich muß ihn amputiren . . ."
Gesine sah mit Schrecken den zerrssenen Arm, Ler eine blutige Masse bildete und blauroth an- geschwollen war.
Eine Weile schwieg Karl und sah wehmüthig auf den verwundeten Arm.
„Sechs Jahre lang, Doktor, hat er die Waffe für des Vaterlandes Freiheit geführt," sagte er leise „und jetzt soll ich ihn verlieren?"
„Es geht nicht ander« — Ihr Leben ist in Gefahr . . . schon machen sich Anzeigen einer gefährlichen Entzündung geltend."
Karl seufzte auf.
Menn es nicht anders fein kann, so schneiden Sie zu! Sie müssen ia »y^ unb beurteilen, was mir zum Besten ist."
„Ich werde einen Assistenten holen . . ."
Da richtete sich Gesine empor. „Ich werde Ihnen hilfreiche Hand leisten, Herr Doktor . . ."
„Nein, Mädchen, das ist nichts für Sie! Jetzt nicht, da der Herr Ihnen so nahe steht ... ei ist eine schwierige, sehr schmerzhafte Operation Und Sie könnten schwach werden."
„Ich werde stark fein, Herr Doktor," entgegnete das mnthig» Mädchen. Vor ihren Augen schwebte wieder die ehrwürdige Gestalt der Gräfin: sie sah sie wieder an dem Todtenlager ihres Sohnes stehen, klagelos, thränenlos, ein erhabenes Bild des echten Stolzes, des wahrhaftigen Helden- thums. Und sie sollte schwach fein? Der Gräfin Sohn starb in den Armen der Mutter und die Mutter wurde nicht schwach — und hier, wo e< galt, ein Leben zu retten, sollte sie sich schwach erweisen?
Ein stolze«, glückliche« Lächeln flog über Karl« Gesicht. „Schneiden Sie nur, Doktor," sagte er. „Ich vertraue meiner Gesine — sie wird nicht schwach werden — und wenn ich unter Ihrem Messer verblute, Doktor, dann sterbe ich wenigsten« in den Armen meiner Braut."
Der Doktor brummte noch einige« vor sich hin. Dann aber packte er fein Besteck aus und legte die blinkenden Messer auf den Tisch.
„Ich muß Ihnen den Arm aus dem Schulter- gelenk lösen — die Entzündung ist schon zu weit fortgeschritten. Sie, Fräulein, halten den Kopf de« Herrn und drücken mit dem Daumen hier die Pulsader fest zu — fühlen Sie sich auch stark genug dazu?"
,,^a, Herr Doktor . . ."
„Nun denn, so wollen wir mit Gottes Hilfe an'« Werk gehen."
Er schnitt die Uniform von Äarl« Oberkörper und entblößte vorsichtig dessen Schulter. Gesine schlang den Arm um den Geliebten, dessen Haupt an ihrem Herzen lag: ihre Augen ruhten fest ineinander, ein schmerzliches Lächeln umspielte seine fest zusammengepreßten Lippen, über die kein Ton der Klage drang, als der Arzt da« Mefför ansetzte. Es waren furchtbare Minute» — Gefine empfand jeden Schnitt de« Arzte« mit ünd ihr arme« Herz zuckte in wildern Schmerz. Aber wönü sie dann in die stillen, schmerzerfüllten und ßöch vertrauensvoll auf sie gerichteten Augen de« Geliebten blickten, dann überwand sie jede« Schwächegefühl und preßte nur das Haupt Karls fester an die Brust.
Endlich war der Arm abgelöst und der Verband angelegt.
„Ich bewundere Ihre Standhaftigkeit," sagte der Arzt, „noch mehr aber bewundere ich das Fräulein..."
„Ja, Doktor, Gefine ist mein heldenmüthiges Mädchen — haben Sie ein wenig Wein?"
„Hier — trinken Sie . . ."
Der Arzt hielt ihm die Feldflasche hin.
Karl trank. — „Ich danke Ihnen... ich glaube, ich kann mich jetzt erheben . . ."
Er versuchte aufzustehen, doch da versagten ihm die Füße den Dienst, die Kniee brachen zusammen und er wäre zu Boden gesunken, wenn ihn Gefine nicht in den Armen aufgefangen hätte.
In halber Ohnmacht lehnte er da» Haupt an ihre Schulter.
„Gefine," flüsterten seine bebenden Lippen.
wußte Schutzzollpolitik, Verhütung der Seuchen, und Garantie für die Einführung guten Fleisches. Der Bauer fei gar kein Feind der Industrie, er wolle auch keinen Kampfzoll, sondern nur Sicherung seiner Existenz. Der landwirthschastliche Fortschritt werde gehemmt durch die Leute- und Schulden- noth. Der ersteren müsse nach Kräften gesteuert werden, unb zwar müßten auch hier Vermittelungsverbände geschaffen werden. Die Landwirthschaft müffe so gestellt werden, daß sie die Löhne der Industrie zahlen könne. Es bestehe die Gefahr, daß durch die wachsende Verschuldung die Unabhängigkeit des freien Bauernstandes gefährdet werde, daher müffe der Grundsatz durchgeführt werden, daß der ländliche Grundbesitz nur mit unkündbaren Hypotheken belastet werden dürfe, bei einem der Leistungsfähigkeit des Schuldner- angepaßten Amortisattonszwange. Ferner sei das Anerbenrecht zu empfehlen. Redner empfiehlt im weiteren Verbesserungen im Versicherungswesen, den Ausbau der Genossenschaften; die Landwirth» schaftskammern seien ja gut, aber die Organisation müsse alle umfassen. Die Bauernvereine dürften nicht aufgelöst werden. Ferner müßte darauf hingewirkt werden, daß die Mädchen in der Liebe zum angestammten Berufsstande erzogen würden. Zum Schluß spricht Redner dem Centrum den Dank für fein energisches Eintreten für die Landwirthschaft aus. (Anhaltender Beifall.)
RegierungSrath Dr. Würmeling aus dem Reichsversicherungsamt in Berlin spricht dann über die Vincenzvereine. Redner weist darauf hin, daß diese Vereine zu einer Zeit entstanden seien, in welcher die Zustände, deren Besserung sich die Vereine zur Aufgabe gemacht hätten, sehr im argen gelegen hätten. Die Grundsätze des Vereins seien dieselben, wie zur Zeit deS Diakons Stephanus. Em unberechtigter Vorwurf sei es, wenn man sage, die Arbeitsscheuen werden durch die Armenpflege vermehrt, lieber alle 5 Welttheile habe sich der Vincenzverein ausge- breiret, in gleicher Weise habe er materielle wie geistige Wohlthaten gestiftet. Wenn Deutschland stolz sei auf seine soziale Gesetzgebung, dürfen eS die Katholiken erst recht sein, da sie den Boden für dieselbe vorbereitet hätten. Zum Schluß betont Redner die Nothwendigkeit eines Zusammengehens des VincenzoereinS und der Charitas, und hebt dann die Verdienste des Vincenzvereins auf dem Gebiete der wilden Ehen, der Wohnungsfrage u. f. w. hervor. (Lebhafter Beifall.)
Die Versammlung wurde darauf mit dem katholischen Gruße um 1/a9 Uhr geschlossen.
O Bonn, 5. Sept.
Die Wallfahrt «ach de« Krenzverge fand programmmäßig heule Morgen 8 Uhr statt. An der Wallfahrt beteiligten sich die sämmtlichen kirchlichen Vereine der Stadt, die Innungen, die katholischen studenltschen Korporationen mit ihren Fahnen, die Geistlichkeit, der Vorstand der Katholikenversammlung und Tausende andere katholische Männer aus allen Gauen Deutschland«. Gegen 10 Uhr langte der Zug auf dem Kreuzberge an. P. Dominik»« richtete eine ergreifende Ansprache an die vieltausendköpfige Pilgerschaar. Mit hin-
„Äatl — jetzt bist Du mein für immer . . . jetzt bleibe ich bei Dir für nun und immerdar..
Die Sinne schwanden ihm und der Arzt und Gesine legten ihn auf da« kleine schmale, einfache Bett, welche« sich in dem Zimmer befand.
H -stpitekr
Friesen aus äröen!
In rotem Schimmer leuchtete die blühende Haide. Am wolkenlosen Sommerhimmel schossen die kreischenden Schwalben hin und her und im bellen Sonnenschein blitzte der breithinfluthende Weserstrom.
„Hol' über!" klang eS jauchzend vom anderen User her und der alte HanS Heinrich Allerkamp erhob sich langsam von der Bank unter den schattigen Ulmen, wo er fein NachrnittagsschlSschen gehalten hatte.
„Hol' über!" tönte es nochmals jauchzend herüber, daß Hans Heinrich erstaunt aufschaute und sich die verschlafenen Augen rieb.
„Die scheinen ja höllische Eile zu haben," brummte er und schlenderte zum Strande hinunter, wo Peter HaaS soeben die Kette des FährkahnS löste.
„Da is en Trupp Soldaten drüben am annern Ufer," meinte Peter Haas und mies mit dem Daumen gleichmüthig über die Schulter.
Hans Heinrich hält die Hand über die Augen und sah sich den kleinen Trupp an, welcher drüben am Ufer stand.
„Ne Frauensperson is auch dabei," setzte Peter HaaS hinzu.
Die Soldaten am anderen User riefen und hallohten unb die „Frauensperson" winkte mtt einem Tuche und Hans Heinrich Allerkamp traute