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| 202. Jutöcr, Dienstag, den 4. September 1900. 27. Jahrgang.
47. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands
z« Donu 1900.
O Bonn, 2. Sept.
Der heutige Tag galt in der Hauptsache den "Gesellenvereinen, die aus über 200 Orten des deutschen Reiches aus Norden und Süden zur Feier des 50jährigen Bestehens des Gesellenvereins in Bonn hier zusammengekommen waren. Am Morgen versammelten sich die Gesellen sehr zahlreich in der Stiftskirche, wo der Generalpräses der Gesellenvereine, Domkapitular Schäffer aus Köln, Kolpings treuer Mitarbeiter, ein feierliches Hochamt celebrirte. In festlichem Zuge, geleitet von drei Mustkkorps, bewegte sich dann der Festzug zur Festhalle. Heber 150 Fahnen und Banner wehten über dem Zuge, dessen Vorbeimarsch fast eine halbe Stunde währte. Die Fest - Versammlung nahm einen glänzenden Verlauf. Hatte im Herrenhaufe ein Oberbürgermeister, es war Bender-Breslau — dem Mittelstände schwere Worte des Vorwurfs entgegenschleudern zu müffen geglaubt — so erfreute hier der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Herr Spiritus, die Vertreter des Handwerkerstandes mit warmen Worten der Anerkennung und des Vertrauens. Das Lob aus diesem Munde werden die katholischen Gesellenvereine allseits dankbar begrüßen. Die eigentliche Festrede hielt Herr Generalsekretär Korthaus von der Handwerkerkammer in Osnabrück, b<.r in herrlichen Worten darlegte, daß das Handwerk noch eine schöne Zukunft hat, wenn das Programm Kolpings, der Ausbau auf dem religiösen, sittlichen Boden, zur Durchführung gelangen. Meister, Geselle und Lehrling gehörten untrennbar zusammen. Insbesondere fei es nothwendig, daß die Gesellenvereine sich der Handwerkerpolitik in der Richtung widmeten, daß sie die Mittel zur Hebung des Handwerkerstandes benutzten, die die neue Gesetzgebung bitte. Es dürfe in den GesellenauSschüfsen nicht den Sozialdemokraten der Vortritt gelassen werden und der christliche Geist der ganzen Handwerker- gesetzgebung eingehaucht werden. Noch viele schöne Reden wurden in dieser Versammlung wie in einer zweiten am Abend gesprochen. Der Geist Kolpings erfüllte die Versammlung und wird von ihr sicher weiter getragen werden in die heimathlichen Orte, um dem katholischen Gesellenvereinswesen allüberall neue Anregung zu geben zum Besten des ganzen deutschen Handwerkerstandes, des ganzen deutschen Vaterlandes!
Leider ist am Begrüßungstage der Sonnenschein, welcher in den letzten Tagen über Bonn und seine herrliche Umgebung lachte, einem trüben Wetter gewichen. Der Regen ist aber glücklicherweise ausgeblieben und die Fremden find in Hellen Schaaren in Bonn eingezogen. Schon die Frühzüge brachten Tausende und Tausende von Gästen in die festliche Stadt, namentlich waren es in der Frühe die zahlreichen Gisellenvereine, welche zur Feier des 50jährigen Jubiläums des Bonner Gesellenvireins ihren Einzug hielten. War der Fremdenzufluß schon am Vormittag sehr stark, so verdoppelte er sich noch am Raj-
DU Achter des Khrumns.
Roman von O. Elster.
50 ------ (Nachdruck verboten.)
Die alte Garde des Kaisers rückt zum letzten Angriff vor. Gewehr im Arm, ohne einen Schuß zu thun, ersteigen die Grenadiere die steile Höhe von La Haye fainte und werden reihenweise niedergeschmettert von dem Kartätschenfeuer der englischen Geschütze. „Die alte Garde stirbt — doch sie ergibt sich nicht." — Das ist die Grabschrift der letzten Elitetruppe des napoleonischen Kaiser- thums.
Da liegen sie — nach der blutigen Entscheidung — hingestreckt, reihenweise, die alten Grenadiere in den Bärevmützen, mit den finsteren, narbendurchfurchten Gesichtern, in denen nur ein Ausdruck lebt — der der Tapferkeit und unerschütterlichen Soldatentreue bis zum Tode!
Und über sie hinweg braust der Angriff der englischen Reiterei unter Lord Uybridge und ertönt der Jubelruf: „Die Preußen sind da!" und schmettern die Trompeten und jubeln die Hörner und rasseln die Trommeln.
Auf allen Punkten geht die Armee jetzt zum Angriff über. Wellington setzt sich selbst an die Spitze seiner Reiterei — Blücher an die Spitze seiner Jäger, seiner tapferen preußischen Landwehr — langsam weicht der Feind zurück — doch bald artet der Rückzug in regellose Flucht au» — der Stern Napoleons erlosch in dunkler Nacht und auf der Anhöhe zum schönen Bunde — la betle-allianee — reichen sich der greife, jugendfrische Marschall Vorwärts und der eiserne Herzog,
mittag und gegen Abend. Wohl selten ist es vorgekommen, daß bereits am Begrüßungstage über 2500 Mitgliederkarten ausgegeben waren.
Eingeleitet wurde die Begrüßungsfeier durch ein feierliches Geläute sämmtlicher Glocken, das von 6—7 Uhr Nachmittag währte. Die Begrüßungsfeier in der Festhalle wurde kurz vor 8 Uhr durch den Vorsitzenden des Lokalkomitees, Herrn Sanitätsrath Dr. Rüaen- berg mit dem katholischen Gruße eröffnet. Schon lange vor Beginn hatte sich der Saal in einer beängstigenden W-ise gefüllt. Das bekannte Wort von dem Apfel, der nicht zu Boden fallen kann, bewährte sich hier im eigentlichen Sinne. Der Andrang zu dem Begrüßungsabend war so stark, daß Tausende von Personen vergebens um Einlaß ersuchten. Der Versammlung wohnten zahlreiche bekannte, hervorragende Persönlichkeiten bei, darunter Graf Praschma, welcher zum Präsidenten, der Abg. Trim born, welcher zum ersten Vizepräsidenten, und der Erb- droste Vischering, der zum zweiten Vizepräsidenten in Aussicht genommen ist.
Sanitätsrath Dr. Rüg en berg begrüßt als Vorsitzender des Lokalkomitees die Erschienenen. Die Versammlung beweise, daß die Einigkeit der deutschen Katholiken erhaben sei über Raum und Zeit. Ernste Arbeit erwarte die GeneralIer- fammlung. Gelte es doch, belehrt durch die Erfahrungen des verflossenen Jahrhunderts, aufs Neue einzuflehen für die unermeßlichen Rechte der Kirche, und zwar auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens. Gelte es doch, dem Vaterlande auch weiter den Ruf zu erhalten als des Landes der guten Zucht und Sitte und immer wieder hinzuweisen auf die großen Gefahren, die der Nation aus den bedauerlichen Irrungen auf dem Gebiete der Kunst und Literatur drohten. Es sei Aufgabe der Generalversammlungen, indem sie die sozialen und wirth. schaftlichen Fragen in den Kreis der Erörterung zögen, indem sie die Mißstände besprechen, die die moderne wirthschaftliche Entwickelung zeitige und auf die geeigneten Mittel zu ihrer Beseitigung hinwiesen, eine Versöhnung der sich widerstreitenden JWereffen auf dem Boden des Christen- thums anzuMhnen und so dem allgemeinen Frieden zu dienen. Als hervorragendes Mittel sei die Uebung der christlichen Charitas; die Bestrebungen auf diesem Gebiete bildeten einen ständigen Theil des Programms der deutschen Katho- ükenversammlungen. Leider steht die helfende Hand des StcateS diesen Liebeswerken nicht helfend zur Seite, da das Hauptfeld der Charitas da liege, wo die Gesetzgebung nicht mehr ausreiche. Wenn die Aufgaben auch nicht so schwer seien, so werde man im Vertrauen auf die Patronin der Stadt, auf die Gottesmutter, mit Muth an die Arbeit herantreten undHoffen, daß reicher Segen aus der Arbeit heroorgehen werde. Ader nicht nur Arbeit, sondern auch rheinische Gastfreundschaft verheiße der Aufruf des Lokalvereins. Die städtischen und anderen Behörden hätten in liebenswürdigster Weise dem Komitee ihre Unterstützung zu Theil werden lassen, wofür er feinen Dank ausspreche. Redner schließt mit dem Wunsche, daß die 47. Generalversammlung bei den Mitgliedern eine angenehme Erinnerung
Lord Wellington, die Hände — sie haben Europa — sie haben die Welt von dem Dämon des Krieges befreit.
25. Kapitel.
Die Nacht sinkt nieder, eine dunkle, schwüle regenfeuchte Sommernacht. Ringsum lohen die Wachtfeuer der siegreichen Armee, ferner und ferner ertönen die Trompeten und Hörner der rastlos verfolgenden Preußen und wie das dumpfe Grollen eines abziehenden Wetters schallt der Lärm der geschlagenen, fliehenden Armee des gewaltigen Schlachten Kaisers herüber, dessen trotziges Genie an englisch-deutscher Standhaftigkeit und preußischem Ungestüm zerschellt war.
Die Samariterarbett der Aerzte, der Krankenträger und der Krankenpflegerinnen beginnt. Zwanzigtausend Todte und Verwundete bedecken daS Schlachtfeld! Tausend Hände regen sich, um den Verwundeten Hilfe und Labsal zu schaffen, um den Sterbenden den letzten Trost zu spenden. Au» Brüffel trafen noch in der Nacht lange Wagenkolonnen ein, um die Verwundeten nach der Stadt zurückzusühren. Das Dörfchen Watrnloo gleicht einem großen Lazarett — in der zerschossenen Kirche liegen die blutigen zer- riffenen Körper in langen Reihen. Freund und und Feind, Franzosen, Deutsche und Engländer nebeneinander gebettet auf blutigem Stroh.
Gefine hatte mit mehreren Krankenpflegerinnen den Auftrag erhalten, nach dem Schlachtfeld zu eilen und dort den Aerzten hilfteich zur Hand zu gehen. In Spanien hatte sie manches Schlachtfeld gesehen, aber ein solches Leichenfeld, wie sich hier zwischen Waterloo und Belle-Alliance
zurücklaffen und daß Gott die Arbeiten segnen möge zum Heile der Kirche, zum Heile für das Vaterland und zum Heile für den Einzelnen. (Ledh. Beifall.)
Die Rede deS Vorsitzenden des Lokalkomitees wurde an verschiedenen Stellen lebhaft applaudirt und am Schluß durch anhaltenden Beifall ausgezeichnet. Nach einem Fanfarenvortrag nahm das Wort der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Herr Oberbürgermeister Spiritus: „Hochan- ansehnliche Versammlung! Als Vertreter der Stadt Bonn habe ich die Ehre, Sie zu begrüßen und herzlich willkommen zu heißen. Sie haben sich hier aus allen Gauen unseres deutschen Vaterlandes vereinigt, um auf der 47. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands wichtige Fragen zu berathen. Ich hoffe, daß Ihre von christlichem Geiste getragenen Verhandlungen und Beschlüsse recht segensreich sein werden.
Voraussichtlich werden Sie auch vielfach das soziale Gebiet berühren. Die Fürsorge für die Armen, Siegen und Altersschwachen, die Hilfe für die Gefallenen und Verwahrlosten, namentlich die jugendlichen, sind Aufgaben, welche mehr denn je jeden Gebildeten beschäftigen. Daß der Katholikentag auf diesen Gebieten besonders schöne Früchte zeitigen möge, ist ein Wunsch, der sicherlich allseitig gehegt wird.
Mir aber, meine hochverehrten Herren, liegt es vor allem ob. Sie als unsere Gäste zu begrüßen. Wir Rheinländer rühmen uns, daß Gastlichkeit und Frohsinn bei uns zu Hause sind. Ich bin davon überzeuat, daß diese rheinischen Charaktereigenschaften Ihnen von allen Seiten entgegentreten, und hoffe von Herzen, daß die Tage, die Sie bei uns in Bonn, am schönen deutschen Rhein verleben. Ihnen neben ernster Arbeit auch wohlverdiente Erholung bei rheinischer Gastlichkeit und rheinischer Fröhlichkeit bringen werden.
In diesem Sinne: Willkommen in Bonn!"
Nicht em ein Chor von 500 Personen, der aus der Gallerie über dem Eingänge plazirt war, ein Lied vorgetragen, betritt unter lebhaftem Beifall der hochw. Dechant Ne« die Rednertribüne. Dechant Neu begrüßt die Versammlung Namens des Klerus und der Katholiken der Stadt Bonn. Mit freudiger Begeisterung haben sich Alle in Bonn vereinigt, die Vorbereitungen für den Empfang der Versammlung zu treffen. Redner weist darauf hin, daß die Stadt, welche als Heim für die Versammlung auSersehen fei, sich auS- zeichne durch kirchlichen Sinn und durch große Opferwilligkeit für die Werke der Frömmigkeit und der christlichen Liebe. Für die Tdätigkeit der Einwohnerschaft auf dem Gebiete der Charitas legten Zeugniß ab die vielen Asyle und Vereine zur Pflege des religiösen Lebens und zur Linderung des menschlichen Elends. Er konstatire gern, daß diese Thätigkeit nicht nur von Katholiken, sondern auch von anderen gläubigen Mitbürgern geübt werde. Redner gibt zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß die Versammlung einen herrlichen Verlauf nehmen werde und daß die Samenkörner, welche hier ausgestreut würden, in der Heimath reife Früchte tragen würden.
Damit find die offiziellen Reden beendet.
ausbreitete, hatte ihr Auge noch nicht erblickt und sie schauderte unwillkürlich zusammen, als sie mit den Krankenpflegern, geführt von einem älteren Truppenarzt, durch das blutgetränkte Feld schreitet, das jetzt der aus den Wolken getretene Mond hell und grell erleuchtet.
Der Bach, welcher den Thalgrund durchfließt, ist blutig roth; die Dörfer und Gehöfte aus einige Meilen im Umkreis stehen in Flammen und werfen rothglühende Reflexe in daS dunkle Feld. Viele der Häuser find nur noch Trümmerhaufen, alle von zahllosen Geschossen durchlöchert. Kein Weg, kein Steg — nur Leichenhaufen und wimmernde Verwundete, Über welche man fortklettern muß. Welche verzerrten Gestalten, welche entsetzlichen Verstümmelungen! Hier liegt zu einem blutigen Knäuel von Menschen und Pferdeleibern zusammengeballt die Bespannung eines Geschützes, die die Kartätschensaat niedergeschmettert — dort liegen in langen Reihen die bärtigen Grenadiere der alten Garde, die vergeblich versucht haben, den von Bajonetten starrenden Wall der englisch- deutschen Armee zu durchbrechen.
Hier wälzen sich die zum Tode getroffenen Stoffe der diesen Morgen noch stolzen französischen Reitergeschwader in dem blutigen Morast, dort hinken herrenlose Pferde umher, an den blutigen Grashalmen zwischen den Leichen schnuppernd. Es stöhnt und wimmert und röchelt unter den blutigen Bergen hervor; es schreit um Hilfe, um Wasser, es fleht um Erlösung von den Schmerzen, um den Gnadenschuß, es klagt den Himmel an — ein furchtbares Chaos von zuckenden, blutigen, zerrissenen Menschenleibern. Die Aerzte und Krankenträger wissen kaum wo fie beginnen
Es folgen Ansprachen von Rednern aus allen Theilen des Landes. Zunächst überbringt Pfarrer Stu ll (Deutsch-Weite) die Grüße der schlefi- schen und speziell der Neiffer Katholiken, welche die Ehre gehabt hätten, den vorjährigen Katholikentag bei sich begrüßen zu können. Es ist, so führt Redner etwa aus, im vorigen Jahre darüber gestritten worden unter guten Freunden, ob eS oom Westen nach dem Osten weiter fei, als umgekehrt. (Heiterkeit.) Aber darüber waren wir alle einig, daß es zu einer Katholiken-Versammlung niemals zu weit sein kann. (Stürmischer Beifall.) Und so sind wir Schlesier auch in diesem Jahre nach Bonn gekommen, obwohl Sie mir gewiß zugeben werden, daß es vorn Osten nach dem Westen auch ziemlich weit ist. (Heiterkeit.) Und fürchten Sie nicht, daß wir nach Bonn gekommen sind, um Kritik zu üben: dazu sind wir Schlesier viel zu bescheiden. (Heiterkeit.) Ich gebe Ihnen im Westen gerne zu, daß Tie in manchen Tugenden uns Schlesiern weit über sind, aber in der Tugend der Bescheidenheit sind Sie ganz entschieden hinter uns zurück (Große Heiterkeit.) Wir sind in diesen Tagen hierher gekommen, um zu bewundein, was die Herren von Bonn geleistet haben, und wenn wir uns nur sagen können, Neisse ist durch Bonn nicht allzu sehr in den Schatten gestellt worden, dann würden wir schon befriedigt nach Hause zurückkehren. Sie am schönen Rhein sind ja eigentlich Lieblinge der Vorsehung, Sie haben außerordentlich viele Vorzüge, ob verdient oder unverdient, will ich dahingestellt fein lassen. (Heiterkeit.) Aber alle diese Vorzüge sind ja nichts Anderes als der Rahmen, die Einfassung zu dem schönen großen Gemälde, das in den nächsten Tagen vor unseren Augen entrollt werden soll. (Lebh. Beifall.) Man darf ja im Allgemeinen, namentlich bei unserer heutigen modernen Kunst, nicht immer vorn Rahmen auf das Bild schließen, aber bei der General- Versammlung der Katholiken Deutschlands darf man dies getrost thun. So möge denn auch Bonn sich den früheren Katholiken-Versammlungen, welche die Bewunderung der ganzen Welt erregt haben (Beifall), würdig anschließen, damit das katholische Volk nach Jahrhunderten noch mit Stolz und Bewunderung auf diese Heerschau Hinblickei? und aus ihr neue Kraft und neuen Muth schöpfen möge für die Kämpfe, welche die Zukunft noch bringen wird. (Lebh. Beifall.) Es gelangten hieraus eine Reihe von Begrüßur gs-Telegramme zur Verlesung. Weiterhin überbringt Kaufmann Bruno Lonis die Grüße der Katholiken aus Hamburg und schildert eingehend den Aufschwung des dortigen Katholizismus, dabei auf die große Arbeit hinweisend, auf bie große dort noch zu leistende Arbeit. Pastor Koopmans aus Holland übermittelt die Grüße der Katholiken Hollands, indem er die Errungenschaften der deutschen Katholiken feiert. Er preist das Centrum und seine Führer und spricht als Herzenswunsch aus, daß sich die 3Deale des Centrums, das Eintreten für Freiheit, Wahrheit und Recht über alle Nationen verbreiten möchten, damit man von einem internationalen Centrum sprechen könne. Hätte eS ein solches gegeben, bann wäre niemals in Südafrika der Burenkrieg entstanben. (Beifall.) Es sprachen bann noch u. A. bie Herren Land
sollen mit ihrer Hilfe. Tausende und abertausende hilfteiche Hände reichen nicht aus, das Elend zu mildern — viele der Verwundeten sterben hilflos und verschmachten.
Man kann den Kampf Schritt auf Schritt verfolgen Hier ouf der Anhöhe von La Haye fainte die rothröckigen Engländer, die in ihrer Nationaltracht gekleideten Schotten, die Hannoveraner, die schwarzuniformikten Braunschweiger — drunten am Abhang an dem Rand des Baches die alten französischen Grenadiere und drüben bei Planchenoit die preußischen Jäger mit dem blonden Haar, welche ihr junges Leben hier gelassen, kalt und starr, zu Bergen aufgethürmt.
Der schöne Park des Schlosses Hougemont, um dessen Besitz das braunschweigische KorpS im Verein mit den englischen Garden gegen bas Korps des ehemaligen König- Jerome von Westfalen ftunbentang gekämpft, gleicht einem Tobten- selb. Das Schloß selbst einem rauchenden, glühenden Trümmerhaufen. Die Bewohner find entflohen, fie fürchten sich vor ihren eigenen alten Wohnstätten, denn in jedem ist Entsetzliches geschehen.
Und bie Gärten unb Felber zerstampft, durch bie Kugeln zerrissen. Wo gestern noch golbene Saaten wogten, ba ist heute eine blutige, zerstampfte Wüste. Mit Recht klagt ber Dichter:
9BaS Lenz und Sonne schufen
Im bunten Rosenmai, DaS stampften Roffeshufeu Im JuniuS entzwei.
Auch lag in der Jugend Schöne
Mancher Jüngling die Felder entlang, DaS Wehe der Klagetöne
Bon Müttern und Bräuten erllang.