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Jg 189.
Jutöa, Montag, den 20. August 1900.
27. Jahrgang.
0 Einberufung des Reichstages?
Der Reichstag muß einberufen werben und zwar bald einberufen werden, sagen die Einen. Es ist jetzt nicht nöthig, es hat Zeit damit, erwidern die Anderen. Die überwiegende Mehrheit der deutschen Zeitungen vertritt die Forderung der baldigen Einberufung, und zwar mit großer Lebhaftigkeit und sogar Leidenschaftlichkeit, so weit die Blätter dem freisinnigen, demokratischen und sWaldemokratischen Lager angehören. Von derjenigen Presse, in der man die Anschauungen der leitenden Regierungskreise ausgedrückt zu finden pflegt, wird darauf erwidert, das in den Zeitungen erhobene Verlangen nach schleuniger Berufung des Reichstages entspreche augenscheinlich nicht den Wünschen der Mitglieder des deutschen Parlamentes ; denn aus den Kreisen der Reichstags- abgeordneten fei ein solcher Wunsch noch nicht laut geworden.
Diese letztere Art der Beweisführung überzeugt nicht. Denn niemand kann wissen, wie viel oder wie wenig die Haltung der Zeitungen im Zusammenhänge steht mit den Ansichten von Mitgliedern des Reichstages. Diese Entgegnung der Offiziösen hätte deswegen beffer unterbleiben sollen. Aber auf der andern Seite ist durchaus nicht einzusehen, weswegen die ganze Frage dazu angethan sein sollte, eine hochgradige Aufregung hervorzurufen; und außerdem haben manche anderen Gründe der Gegner einer beschleunigten Einberufung des Reichstages auch ihre Berechtigung.
Vor allen Dingen muß man sagen, daß eine Besprechung der chinesischen Frage nach ihrer politischen Bedeutung vorläufig im Reichs» tage nicht nothwendig, vielleicht sogar gar nicht erwünscht ist, namentlich so lange nicht, als man über das Wesen und über den Kern der Dinge in China im Dunkeln tappt. Dieses Letztere ist nach wie vor der Fall. Denn nach den neuesten Meldungen sind die Kaiserin-Mttwe und der Kaiser von China aus Peking entwichen, und damit sind vorläufig von dem politischen Schauplatze diejenigen Personen verschwunden, an die man sich inmitten der allgemeinen Anarchie halten konnte. Die Lage ist also durch die Einnahme von Peking durchaus nicht klarer geworden; es liegt ein Gegentheil die bedauerliche Möglichkeit vor, daß in Folge der Einnahme von Peking neue Meinungsverschiedenheiten zwischen den Mächten und dadurch neue Unklarheiten entstehen. Über die der deutsche Staatssekretär des AnSwärttgen in öffentlicher Reichstagssitzung aller Voraussicht nach keine genaueren Aufschlüffe er- theilen würde und auch gar nicht in der Lage fein würde, das zu thun. Und ganz außerordentlich gering wird die Zahl derjenigen fein, die nur deswegen den Reichstag einberufen haben wollen, um etwa den Herren Bebel, Haußmann und Eugen Richter Gelegenheit zu langen Reden Über unsere China-Politik zu geben. Nach der politischen Seite hin würde die schleunige Einberufung des Reichstages also gar keinen vernünftigen Zweck haben.
Aber die riesigen Ausgaben! — hören wir erwidern. Die Ausgaben, die uns die Sache verursacht, sind ohne Zweifel sehr groß. Aber weiß man denn schon, wie groß? Die Truppen-
Hit Tochter des Mumms.
Roman von O. Elster.
87 ------ (Nachdruck verboten.)
„Was wollt Ihr hier, Sennora?“ fragte Gesine nach einer Pause mit leiser, aber fester Stimme. „Der Dolch Eurer Landsleute, nicht die Waffen des Feindes, hat diesen Mann nieder- gestreck», Ihr seid schuld daran. Denn Eure Worte entflammten die Mörder, daß sie diesen da tödten wollten, wie jene armen, wehrlosen Gefanpenen, die er zu schützen bestrebt war. Was wollt Ihr noch bei ihm?"
„Ihr führt eine stolze Sprache, Mädchen", entgegnete Manuela finster. „Ich weiß, daß der junge Offizier Euch einst liebte — jetzt liebt er Euch nicht mehr, er liebt mich — deshalb habt Ihr kein Recht mehr an ihn und Ihr müßt mir den Platz an feinem Lager räumen.“
„Niemals!" fuhr Gefine auf. „Ihr habt im Kampf an feiner Seite gestanden — in Noth und Krankheit weiche ich nicht von ihm."
„Thörichtes Mädchen", sprach Manuela mit stolzem Lächeln. .Ihr wagt eS, den Kampf gegen mich aufzunehmen? Wißt Ihr nicht, daß er mir ewige Liebe geschworen?"
„Er selbst mag entscheiden zwischen Euch und mir, wenn er gesundet. So lange er wund und schwach hier an dem Lager ruht, gehört er mir.“
«Und wenn ich gekommen wäre, ihn auS FcindeShand zu retten?"
„Wie soll ich Euch verstehen?“
„Morgen in aller Frühe verläßt die Armee San Sebastian. Maffena naht mit einem Über
sendungen nach China sind doch noch nicht abgeschlossen; die Vertreter der Verbündeten Regierungen würden in arge Verlegenheit gerathen, wenn sie jetzt sagen sollten, wie hoch sie die Ausgaben veranschlagen, die für unseren bewaffneten Zug nach China nothwendig sind. Und außerdem ist noch ein anderer Punkt zu beachten, auf den die ,Köln. Bolksztg.' mit Recht aufmerksam macht: „. . . was die Kosten angeht, so muß und wird der Reichstag die Rechnung in jedem Falle ohne Abstrich honoriren. Darüber ist weiter gar nichts zu reden. Von vornherein wird angenommen, daß alles nothwendig ist, was die Regierung verausgabt. Daß sie leichtsinnig mit dem Gelbe wirthschaste, setzt niemand voraus. Niemand vermag sie aber auch zu kontrolliren.
So ist es. Die Ausgaben, die jetzt für Chinazwecke gemacht werden, werden ohne Wefteres von einer starken Mehrheft im Reichstage gutgeheißen werden. Warum also ereifert man sich so, wie es vielfach geschieht, für eine sofortige Einberufung des Reichstages? Dafür liegen um so weniger stichhaltige Gründe vor, als man bestimmt weiß, daß an den verantwortlichen Stellen der Reichsregierung eine grundsätzliche Abneigung gegen die beschleunigte Einberufung des Reichstages gar nicht einmal besteht, und daß die Ansichten der Verbündeten Regierungen vollkommen miteinander Übereinstimmen in der Beurtheilung der China-Frage und ihrer Behandlung. Dieses Letztere wiffen wir aus einer Kundgebung des bayerischen Ministerpräsidenten Freiherrn v. Crailsheim nach der Sitzung des Bundes rathsausschuffes für auswärtige Angelegenheiten.
Den Reichstag sofort einzuberusen, liegt kein Grund vor. Aber ohne Zweifel werden die Verbündeten Regierungen klug daran thun, dem versammelten Reichstage Rechenschaft über ihr Thun und Auskunft über ihrePläne zu geben, sobald dies nur irgend zweckmäßig und möglich sein wird. Unsere bewaffnete Theilnahme an der Lösung der Wirren in China ist für das deutsche Volksgefühl etwas vollkommen Neues, etwas das wir noch nie erlebt haben; und deswegen ist der Wunsch nach Er- theilung von Aufschlüffen durch die berufenen Vertreter der Verbündeten Regierungen ebenso berechtigt wie natürlich. Es liegt indem Inter esseder Verbündet enRegierungen, diesem Wunsche zu willfahren, sobald die Verhältnisse dies nur immer gestatten und zweckmäßig erscheinen lassen. Eine Versäumniß in diesem Sinne würde den Zweiflern und Gegnern nur unerwünschte Waffen gegen die Maßnahmen der Regierungen liefern und Mißtrauen auch bei denjenigen erwecken, die jetzt ganz geneigt sind, diese Maß' nahmen vertrauensvoll als richtig und klug ersonnen hinzunehmen.
Deutsches Deich.
Berlin, den 18. August.
* Der .Reichsanzeiger' schreibt: Nachdem durch die Berufung des Bischofs Dr. Simar auf den erzbischöflichen Stuhl von Köln der bischöfliche
mächtigen Heere, Lord Wellington zieht sich vor ihm in eine feste Stellung zurück. Der Abmarsch wurde bislang geheim gehalten. Niemand weiß davon, als die oberen Truppenführer, die Kranken und Verwundeten müffen in San Sebastian zurückbleiben, wenn der Feind in die zerstörte Stadt wieder einzieht, fallen sie alle in feine Hände. Deshalb bin ich gekommen, um ihn mit mir fortzunehmen, ich habe Freunde im Gebirge, dort kann er feine Heilung abwarten, um dann wieder zur Armee zu stoßen.“
Gesine erschrak. Wenn Manuela die Wahrheit sprach, dann wäre es allerdings vielleicht klüger gewesen, den Verwundeten noch in der Nacht fortzubringen. Aber dann geriet!) er erst wieder ganz in die Hände Manuela's und Ge- fiuens Herz bäumte sich gegen den Gedanken auf, den Geliebten wieder in der dämonischen Gewalt dieser Frau zu sehen. ES stand doch noch nicht fest, daß San Sebastian wieder von den Feinden besetzt wurde, und wenn das auch wirklich der Fall war, die Kranken und Verwundeten waren auch unter den feindlichen Waffen sicher.
„Wir stehen in Gottes Hand, Sennora", sagte sie mit fester Stimme. „Ich kaffe den Verwundeten nicht fort von hier.“
„So werde ich Euch zwingen!" rief Manuela. „Drunten am Thor stehen meine Leute. Ein Wink von mir und sie stürmen herauf und trugen tyn fort"
„Versucht es, ihn mir zu entreißen! entgegnete Gesine bebend, indem sie schützend vor daS Lager Karls ttat und die Hand abwehrend nach der Gegnerin ausstreckte. „Auch ich weiß mit den Waffen umzugehen ..." und sie zag eine Pistole aus den Falten ihres Gewandes.
StnHlvonNadervorrrzurErledigung gekommen, hat nach Maßgabe der bestehenden Vorschriften am 10. Mai 1900 durch das Domkapitel der Kathedralkirche zu Paderborn die Wahl eines neuen Bischofs stattgefunden, welche auf den bisherigen Dompropst und Profeffor der Theologie Dr. Wilhelm Schneider in Paderborn gefallen ist. Derselbe hat durch päpstliches Breve vom 25 Juni 1900 die Bestätigung zur Ausübung seines bischöflichen Amts erhalten. Der Kaiser und König hat mittels allerhöchster Urkunde vom 30. Juli 1900 dem Bischof Dr. Wilhelm Schneider die nachgesuchte landesherrliche Anerkennung als Bischof von Paderborn ju er» theilen geruht. Die Urkunde ist dem Bischof am 14. August ds. Js. durch den Oberpräfidenten der Provinz Westfalen ausgehändigt worden, nachdem der Bischof den durch die Verordnung vom 13. Februar 1887 vorgeschriebenen Eid abgeleistet hat.
* DaS Wort des Kaisers: „Mir Kämpfen für nnsere N-Ngi«m", in Bezug auf den Krieg gegen China war von der ,Kreuzztg.' zustimmend variirt worden. Demgegenüber legen mehrere nationalliberale Blätter, wie daS ,Leipz. Tageblatt', überflüssiger Weise Protest gegen einen „Religionskrieg“ ein. Wenn die europäischen Nationen die Chinesen u. A. wegen der Ermordung so vieler Missionäre zur Rechenschaft ziehen, so ist das noch kein Religionskrieg. Am meisten geärgert zeigt sich die ,Berl. Börsenztg.', die auch den Generalfeldmarschall Grafen Waldersee nicht mit Spitzen verschont. Das Blatt erinnert an die Versammlung, welche am 28. November 1887 unter Stöcker's Leitung im Hause des Grafen Walderfee stattgefunden hat und einer Besprechung des Berliner kirchlichen Nothstandes galt. Jetzt wolle man die Chinesen bekehren. Das Feldgeschrei der Missionäre in Waffen gegen China werde,1a foi ou la vie‘ fein, aber Li-Hung-Tschang wolle als Friedensbedin^ung die Fernhaltung ver Missionäre von C nna aufstellen. Das würde der ,Börsenztg.' schon paffen, aber sollte Li-Hung Tschang in die Lage kommen, „Friedensbedingungen" aufzustellen? Wohl schwerlich. Die .Börsenztg.' tröstet sich damit, nach Beendigung des Feldzuges werde sich die christliche Propaganda wieder den Berlinern zuwenden. Leider gibt es in Berlin viele Leute, die noch schwerer zu bekehren sind, als die Chinesen. Die »Börsenztg.' mag entscheiden, ob wir recht haben. Es ist aber klar, daß dieselben Elemente, welche sich in Berlin der „Bekehrung" widersetzen, auch mißbilligen, daß die ihnen geistig verwandten Elemente an den Ufern des Hoangho und Uangt- sekiang dem Christenthum zugeführt werden könnten, obgleich ja kein Mensch daran denkt, daß das gewaltsam geschehen solle. „Missionäre in Waffen" sind unfere Soldaten nur in der Phantasie der,Börsenztg.'.
x Der deutsche Aeligiousunlerricht in Nasen an Stelle des bisher in polnischer Sprache erteilten Unterrichtes ist, wie eine offiziöse Feder in der .Nordd. Allg. Ztg.' hervorhebt, nur für die Stadt Posen vom Kultusminister angeordnet worden, und zwar nur für die Mittel- und Oberstufe der Schulen. Die drei Landgemeinden Jersitz,
„Seid Ihr toll? Hört Ihr nicht, daß ich ihn retten will?"
„Ihr ihn retten? — Ihr werdet ihn in das Verderben stürzen. Als ich von seinen Eltern Abschied nahm, da habe ich seiner greisen Mutter versprochen. Über ihn zu wachen — ich halte mein Wort, verlaßt Euch darauf!"
Ein höhnisches Lachen war die Antwort. Dann sprang die Spanierin rasch auf Gefine zu — ein heftiger Schlag, und kraftlos sank Ge- finens Arm nieder, indem die Waffe polternd zur Erde fiel.
„Thörichtes Kind, mir zu trotzen, die ich die wildesten Burschen der Pyrenäen gebändigt . . .“
Gesine war von dem heftigen Schlage einige Schritte zurückgetaumelt. Jetzt raffte sie sich wieder empor — doch erstaunt blieb sie stehen — Karl hatte sich von seinem Lager aufgerichtet und blickte mit großen, gespenstischen Augen nach Manuela, auf deren Lippen die Worte vor diesem Blick er» starben.
„Du — Du hier?" flüsterten die bebenden Lippen des Verwundeten. „Was willst Du noch von mir — Teufeltn oder Engel — ich weiß nicht, was Du bist — fort — fort ich will Dich nicht mehr sehen! Mache der Anderen Platz! — Gesdre. . .“
Er streckte die Hand nach Gesinen aus, die an seine Seite eilte, den Arm um ihn legte und ihn fest an sich preßte.
„Wagt Ihr noch, ihn fortzuführen, Sennora?" fragte sie mit stolzem Lächeln. „Nun gehört er — mir allein!"
„Dir allein, Gesine . . flüsterten seine Lippen und fest schmiegte er sich an ihre Brust.
St. Lazarus und Wilda, die seit dem 1. April der Stadtgemeinde Posen einverleibt find, hatten diesen deutschen Unterricht schon, die Übrigen städtischen Volksschulen der Stadt Posen nicht. Nunmehr sollte durch die neue Verordnung Einheitlichkeit in den Schuloerhältniffen der Stadt Posen geschaffen werden. Das würde aber auch dadurch erreicht worden sein, daß man die drei neuen Schulen der Mehrheit der Übrigen Schulen anpaßte, also Überall den Religionsunterricht in polnischer Sprache ertheilte. Die halbamtliche Begründung trifft also keineswegs den Nagel auf den Kopf; und daß die offiziösen Federn allerhand Paragraphen für die Verordnung ins Feld führen würden, konnte man sich int Voraus denken. Dieser Paragraphen hatte man fich natürlich schon vorher versichert. Die Hauptsache ist",' daß die Verordnung ohne voraufgegangenes Benehmen mit dem Herrn Erzbischof erfolgt ist, was der Offiziosus ausdrücklich zugesteht! Gerade deswegen aber hat sie, wie bekannt, auch Tadel in konservativen Blättern gefunden, namentlich in der,Kreuz-Ztg.' Die offiziöse Entschuldigung, - die übrigens die Hauptschuld auf den Posener Oberpräfidenten schieben möchte, fällt damit ins' Waffer.
* Die Hörresgesellschaft wird in diesem Jahre ihre Generalversammlung ausfallen lassen, mit Rücksicht auf den vom 24. bis 28. September in München tagenden fünften internationalen katholischen Gelehrtenkongreß, wie dies auch bet den früheren Kongressen der Fall gewesen ist. Dagegen wird die ordentliche Sitzung des Vorstandes in München am Mittwoch den 26. September, Nachmittags 3 Uhr, in den Räumen der Kaimsäle abgehalten werden. Da viele Mitglieder des Vorstandes gegenwärtig in den Ferien fein werden und die schriftliche Einladung manche von ihnen verfehlen dürfte, wird die Mittheilung durch die Presse letzteren willkommen fein. Auf der Tagesordnung stehen außer den üblichen Berichten ein Antrag auf Errichtung einer Sektion für christliche Archäologie und die Feier des fünfundzwanzigjährigen Bestandes der Gesellschaft, die bekanntlich im Januar 1876 gegründet wurde.
X Der Nachfolger Liev knecht'« im Reichstage wird vermuthlich Herr Dr. Arons werden, ehemals Privatdozent an der Universität Berlin. Außer Dr. Arons werden als sozialdemokratische Wahlbewerber im sechsten Berliner Wahlkreise, der den Herren Genossen sicher ist, noch der Rechtsanwalt Fränkel und ein Sohn Liebknecht'S genannt, der Rechtsanwalt K. Liebknecht. Aber gegenwärtig scheint es so, als habe Herr AronS die meiste Aussicht auf die Nachfolge. Das würde auch am meisten der Wandlung in der ganzen sozialdemokratischen Partei entsprechen: auf den polternden Lieb- knecht, der nun einmal nicht anders konnte, als mit dem Säbel der Revolution zu raffeln, folgt der reiche, aalglatte Privatgelehrte aus jüdischem Hause mit den Berliner Salonmaniren — ein neuer Rekrut der „Schutztruppe der Börse!“
+ Der Westfälische Bauernverein wird am 28. September in Münster seine diesjährige Generalversammlung abhalten. Der Landwirth- schaftsminister Frhr. von Hammerstein hat
M häßliches Lachen stieß Manuela aus. „So veröMü zusammen!" rief sie, drohend die Hand wie zum Fluche erhebend. „Ihr wollt es nicht anders . .
Mit einer hochmüthigen Bewegung schlug sie den dunklen Mantel um die Schultern und schritt hinaus, die Thür klirrend hinter sich zuwerfend.
19. Kapitel.
Am anderen Morgen trat der alte Hans Heinrich in das Krankenzimmer Karls. Dieser streckte dem Freunde schwach lächelnd die Hand entgegen.
„Grüß Gott, Vater Allerkamp!" rief er mit matter Stimme, „habt Dank, daß Ihr mich noch einmal besucht."
„Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, kommt der Prophet zum Berge", grinste Hans Heinrich und schüttelte die Hand Karls in vorsichtiger Weise. „Wie gehts Euch, Karl? Hoffentlich seid Ihr wieder wohlauf, daß Ihr reifen könnt.“
„Vater, wo denkt Ihr hin?" nahm Gefine an Stelle des Kranken das Wort. „Karl muß noch vierzehn Tage ganz ruhig bleiben".
„Das wär' der Deuwel", meinte Hans Heinrich und traute sich hinter den Ohren. „Wißt Ihr, Karl, daß die Armee heute ab- marschiri, dem Marschall Soult entgegen, der mit einem starken Ersatz hier heranrückc?"
„Nun — was ist Schlimmes dabei?“ frogte Karl, „Lord Wellington wird Soult schlagen, wie er Maffena und Junot geschlagen hat. Aber hslt — wenn die Armee abrückt, dann müßt Ihr auch mit und ich verliere meine liebevolle Pflegerin.“