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FuldaerMIeitung

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Jfä 188.

JuLöcr, Samstag, den 18. August 1900.

27. Jahrgang.

verantwortli»: LLr die «edattlon 3ot Saum, für Jnferat» 3. Parzelle» In Fulda.

mit Ztnterhattlmgs Beilage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung" -"LS.'L?!

Wochen-Rundschau, (vach-rnck

X Fulda, 18. August.

Deutschlands Antheil an den chinesischen Wirren hat in der letzten Woche noch mehr als bisher die allgemeine Aufmerksamkeit auf fich gezogen, denn zum Oberbefehlshaber der verbün­deten Truppen in China wurde ein gefeierter deutscher Stratege, Graf Waldersee, ernannt. Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Auslande sind die hervorragenden militärischen, wie auch diplo­matischen Fähigkeiten dieses Generals, der in der deut­schen Armee den Rang eines Generalfeldmarschalls einnimmt, bekannt, und jo ist es erllärlich, daß die Ernennung desselben zum Oberbefehlshaber in China das Vertrauen auf eine glückliche Durchführung der militärischen Operationen wesentlich verstärkte und all­seitig mit Befriedigung ausgenommen wurde. In Deutschland war dieses Gefühl natürlich Um so stärker, wurde aber alsbald etwas getrübt durch die Voraus­sicht der großen Schwierigkeiten, auf welche Gra" Waldersee unzweifelhaft stoßen wird, und durch die nachträglich bekannt gewordene Thatsache, daß der Oberbefehl nicht von den anderen Mächten Deutsch­land angetragen, sondern erst auf Vorschlag des deutschen Kai sers dem Grafen Waldersee anvertraut wurde. Das Einverständniß mehrerer Mächte, darunter namentlich Rußlands, war aller­dings sicherlich vorher auf vertraulichem Wege ange­strebt und erreicht worden; andere Mächte, wie Eng­land , Frankreich und Japan haben erst später ihre Zustimmung ausgesprochen. Gleichwohl bedeutet die Uebertragung des Oberbefehls an einen deutschen Offizier zweifellos eine internationale Vertrauenskund­gebung für Deutschland, und zwar nicht nur in mili­tärischer, sondern auch in politischer Hinsicht: würde man im Auslande, wenigstens an den amtlichen Stellen, Deutschlands Anerbieten nicht für ein durch­aus uneigennütziges gehalten haben, so würde man ihm schwerlich die erste Stelle bei den kriegerischen Verwickelungen in China eingeräumt haben.

Erfreulich bleibt die Initiative des deutschen Kaisers aber auch um deswillen, weil dadurch mancher Verzögerung in dem Vormarsch gegen Peking ein Ende gemacht worden ist. Die Streitigkeiten um den Oberbefehl verhinderten bisher jedes geschlosiene und entschlossene Vorgehen und ermuthigten | die Chinesen. Das wird anders werden und ist zum Theil schon anders geworden. Die Befehlshaber der verschiedenen Kontingente in Tientsin haben sich jetzt viel glatter über ein gemeinsames Aktionsprogramm verständigt und, vielleicht in der unausgesprochenen Hoffnung, schon vor der Ankunft des Grafen Walder­see Peking zu erobern, einen Vorstoß in der Richtung auf Peking unternommen. Zuerst Peitsang und dann Aangtsun wurden nach heftigem Widerstande der Chinesen unter beträchtlichen Verlusten genommen. Die Besetzung von Aangtsun ist besonders wichtig, weil hier die Eisenbahn nach Peking den Peiho über­schreitet und sich von hier an in erheblicher Entfer­nung vom Strome hält, was Iangtsun zur natürlichen Basis eines sowohl längs der Eisenbahn wie längs des Flusses zu unternehmenden weiteren Borrückens gegen Peking macht. Mit der Besetzung von Aangtsun ist etwa ein Drittel des Vormarsches zwischen Tientsin und Peking erreicht. Ob der weitere Vormarsch nun gleich durchgeführt oder bis zur Ankunft weiterer Ver­stärkungen oder gar bis zum Eintreffen des Grafen Waldersee verschoben wird, bleibt abzuwarten.

Wahrscheinlich aber wird man sich bestreben, den Vormarsch so bald als möglich fortzusetzen, schon des­wegen, weil die Hilferufe der Gesandten, welche die chinesische Regiemng in letzter Zeit aus Peking über die Provinzstadt Tsinan hat hinaustele- graphiren lassen, dazu drängen. Nach den letzten

tot fiebm Nard des Miitö.

Zur Zeit einer großen Panik saß Herr Tampson in düsterem Hinbrüten versunken auf seinem Zimmer hinter seinem Geschäftszimmer und sah, wie sein Geschäftsführer stündlich Tau­sende von Pfunden ausbezahlte. Thompson war ein Bankier von ausgezeichnetem Kredit, und vielleicht gab es damals in der Stadt London kein stcherers Geschäft, als das feinige. Jndeß traut man zur Zeil einer Panik keinem, und es bemächtigte sich der Gemürher ein allgemeines Mißtrauen, und jeder rannte nach der Bank, um das Seinige zu retten, ohne daran zu denken, daß durch einen solchen Anlauf auch die solideste Bank in Gefahr kommen kann. Der reiche Herr saß daher unruhig da und horchte mit einem verbissenen Lächeln auf die wohlklingende Stimme seines Kasfirers, denn obwohl er fich sicher fühlte, so gerieth er doch nach und nach in eine bittere Laune, als er selbst seine besten Freunde einen nach dem andern eintreten sah, um ihre Depositen zurückzuziehen. Plötzlich öffnete sich die Thüre, und ein Fremder wurde hineinge­wiesen, welcher einen Blick der Ueberraschung auf den Bankier warf und daun sich ganz gleich- giltig einen Stuhl nahm und jenen also an- tebete:

Meldungen der Gesandten ist die Lage derselben eine verzweifelte, die Munition ist fast erschöpft, und wenn die Angriffe der Chinesen erneuert werden soll­ten, so wären sie außer Stande, sich noch lange zu halten. Das Vorgehen der Verbündeten wird ihre Lage zunächst auch nicht verbessern, sondern eher ver­schlechtern, da die chinesische Regierung dadurch zu rücksichtsloserem Verhalten gegen sie veranlaßt werden dürfte. Die telegraphische Verbindung mit ihren Re­gierungen scheint man ihnen bereits wieder abschneiden zu wollen, aber natürlich kann deswegen auf den Vormarsch gegen Peking nicht verzichtet werden. Die chinesische Regierung drängt die Gesandten zur Ab­reise, die Gesandten aber wissen sehr wohl, daß sie, nachdem sie den Schutz der Gebäude verlassen, der Wuth des Pöbels und der Soldaten schutzlos preis­gegeben wären, und erklären deshalb, nicht ohne Ge­nehmigung ihrer Regierungen abreisen zu können. Diese aber erklären sich zwar an sich mit der Abreise ihrer Gesandten einverstanden, verlangen aber, daß die chinesische Regierung die volle Verantwortung für ihre glückliche Verbringung nach Tientsin, und zwar nicht nur für die Gesandtschaften selbst, sondern für alle Ausländer und die chinesischen Christen, die natür­lich nicht im Stiche gelassen werden dürfen, übernehme. Dazu aber besteht auf Seite der chinesischen Regierung bisher keine Geneigtheit, obwohl sie sicherlich später eine weit glimpflichere Behandlung und günstigere Friedensbedingungen zu erwarten hätte, wenn sie darauf einginge. Die Erfordernisse des Völkerrechts und der Vernunft müssen ihr, wie es scheint, noch ein­dringlicher als bisher mit Kanonen und kleinkalibrigen Flinten beigebracht werden.

Deutschlands Betheiligung hierbei wird auch abgesehen von dem Oberbefehlshaber keine ge­ringe sein. Bald werden die Seebataillone in China angelangt sein, größere Truppensendungen sind unter­wegs, und schon sind weitere 5000 Mann Infanterie, Artillerie und Pioniere, zur Versendung nach China bestimmt worden. Trotz der gegenseitigen Versiche­rungen der Offiziösen wird man aber auch damit wohl noch nicht am Ende der Truppensendungen nach China stehen, wenn auch die freiwillig aufgerufenen Reser­visten, deren fich gleich in den ersten zwei Tagen nach der Anftage 120,000 gemeldet haben sollen, nur zur Bildung von Ersatzdepots und Nachschieben für die schon formirten Truppentheile bestimmt sein soll­ten. Der Ausfall, den die aktiven Regimenter durch den Abgang der Chinafreiwilligen erleiden, wird durö entsprechend vermehrte Rekruteneinstellung im Herbf ausgeglichen werden. Ob die Chinafreiwilligen den Stamm zu einer Kolonialarmee bilden sollen, ist auch heute noch nicht aufgeklärt; die Offiziösen hüllen sich darüber in Schweigen, während sie die Meldung von der Bildung einer besonderen Polizeitruppe für China oder Kiautschou hurtig zu dementiren wußten.

Das Trauerspiel in Italien hat sich mit der unter Mitwirkung der Kirche erfolgten Beisetzung des Königs Humbert in Rom sein vorläufiges Ende erreicht. Für neue Ausnahmegesetze gegen die Anar­chisten scheint sich, nach der Rede des neuen Königs bei der Eidesleistung vor dem Parlament zu schließen, weder Viktor Emanuel III. noch seine Ministerium er­wärmen zu können. Andererseits ist es, wie auch die allerweltsoffiziöse »Politische Korrespondenz' aus dem Vatikan sich berichten flößt, mit einer Aussöhnung zwischen Papsithum und Königthum vorläufig auch nichts, doch will diese Korrespondenz geheimnißvoll andeuten, daß es infolge der für Staat und Kirche gemeinsamen Aufgabe der Abwehr des Anarchismus in der Zukunft doch auch mit dem beiderseitigen Ver­hältnisse der kirchlichen und weltlichen Gewalten besser werden würde. Wir wollen's hoffen, bisher fehlen aber leider alle thatsächlichen Anhaltspunkte dafür.

Vom Burenkrieg ist es seit langem recht still geworden. Die Truppenbewegungen, die gemeldet werden, interessiren uns auch im allgemeinen recht wenig, da von großen, durchgreifenden Operations- ilänen ihnen nichts anzumerken ist. Es ist dabei nur auf die Einkreisung und Abfangung der einzelnen kleinen Burenabtheilungen abgesehen. Es kommt aber

„Sie werden entschuldigen, wenn ich eine änderbare Frage an Sie richte, aber ich bin ein Mann ohne viele Umschweife, und spreche, wie ich es meine.*

„Nun, mein Herr," unterbrach ihn den Ban­kier ungeduldig.

„Ich habe vernommen, daß Sie einen An­lauf auf Ihre Bank haben, mein Herr!"

„Nun?"

„Ist das wahr?"

„Auf diese Ihre sonderbare Frage muß ich n der That eine Antwort verweigern, mein Herr. Benn Sie jedoch Geld in der Bank stehen haben, o möchte ich Sie ersuchen, es herauszunehmen und fich so zufrieden zu stellen, und mein kasstrer soll Sie augenblicklich bezahlen" — und der Bankier stand auf, um dadurch den Fremden zum Weggehen zu bewegen.

„Weit entfernt! Ich habe keinen Pfennig in Ihren Händen!"

„Darf ich nach Ihrem Geschäfte hier fragen?"

„Ich möchte wiffen, ob eine kleine Summe Ihnen unter Umständen helfen könnte. Weil, wenn das der Fall wäre, ich Ihnen gerne ein kleines Depositium anbieten würde."

Der Bankier erstaunte.

„Sie erscheinen erstaunt. Sie kennen mich nicht und auch meinen Beweggrund dazu nicht. Ich will es Ihnen erklären. Erinnern fie sich

manchmal auch ganz anders. So ist kürzlich eine eng­lische Garnison, in ElandSriver, gar nicht allzu weit von Prewria, und zwar mitten in dem „pazifizirten" Gebiete zwischen Pretoria und Mafeking, de« Buren in die Hände gefallen. General Hamilton, der zum Entsätze heraneilte, mußte sich zurückziehen. Außerdem hat fich die Besetzung Middelburgs, östlich von Pre­toria, als „verfrüht" erwiesen, und die Engländer mußten sich hier wieder aus Pretoria zurückziehen. Der Feldzug kann, danach zu urtheilen, noch geraume Zeit dauern.

Derrtfchrs Keich.

Berlin, den 17. August.

* Der .Reichsanzeiger' veröffentlicht eine Ver­ordnung, betreffend Einfuhrbeschränkungen wegen Gefahr der Einschleppung der Sa« Iofö- Schikdka«» aus Japan. Darin wird bestimmt: Zur Verhütung der Einschleppung der San Josö-Schildlaus (Aspidiotus perniciosus) ist die Einfuhr lebender Pflanzen und frischer Pflanzen­abfälle aus Japan, ferner der Fäffer, Kisten und sonstigen Gegenstände, welche zur Verpackung oder Verwahrung derartiger Maaren oder Ab­fälle gedient haben, bis auf Weiteres verboten. Das Gleiche gilt von Sendungen frischen Obstes und frischer Obstabfälle aus Japan sowie von dem zugehörigen Verpackungsmaterial, sofern bei einer an der Eingangsstelle vorgenommenen Untersuchung das Vorhandensein der San Josä- Schildlaus an den Waaren oder dem Verpackungs­material festgestellt wird. Auf Waaren und Gegenstände der vorbezeichneten Art, welche zu Schiff eingehen und von dem Schiffe nicht entfernt werden, findet das Verbot keine An­wendung.

* Ueber die Werthfieiger««g landwirth- fchaftkicher Hüter in der Provinz Posen lesen wir im Berichte der Bromberger Handelskammer für das letzte Jahr: „Gegenüber der anhaltenden Nachfrage nach Gütern übten die Besitzer in Folge der stetigen Preissteigerungen eine bemerkens- werthe Zurückhaltung oder stellten so hohe For­derungen, daß dadurch die Abschlüffe fich erschwer­ten. Es wurde beispielsweise das Rittergut Wierzchoslawice, das vor drei Jahren für 680,000 Mark ober mit 480 Mark pro Morgen erstanden worden ist, im August 1899 mit 803,000 Mark ober mit 550 Mark pro Morgen verkauft. Das Restgut Großneuborf brachte 540 Mark pro Morgen, bas Gut Dalkowo 480 Mark. DaS Gut Neukirch, das 1892 126,000 Mark kostete und 1895 156,000 Mark brachte, wurde 1899 für 196,000 Mark verkauft. Es wird versichert, daß die intensivere Wirthschaft 25 bis 30 Proz. höhere Getreideerträge als vor sechs Jahren bringt und daß die Erzeugnisse der Viehzucht und Milchwirthschaft einer stetigen Preissteigerung unterliegen." — Wenn gewisse Blätter aus diesen Angaben der Bromberger Handelskammer einen Beweis herleiten wollen, daß von einer Noth der Landwirthschaft keine Rede sein könne, so verräth dos nur eine große Unkenntniß der thatsächlichen Verhältniffe.

+ Heselkeuvereiue und gerverkschafttiche Hrganisatto«. Der katholische Gesellenverein, der sich gegenwärtig in 1058 Vereine gliedert und 316 Hospize zählt, hat bekanntlich während seines mehr als 50jährigen Bestehens bereits Großes ge­leistet, vor Allem durch religiös-sittliche Erziehung und Förderung tüchtiger Fachausbildung der Hand- werksgesellen. Heute müffen die Gesellenvereine, den veränderten Zeitverhältniffen Rechnung tragend, auch noch nach anderer Richtung die wirth-

noch, daß Sie vor zwanzig Jahren in Essex wohnten?"

„Ganz gut."

„Nun, da haben Sie sicherlich auch den Schlagbaum nicht vergeffen, und ebensowenig )as Zollhäuschen, an welchem Sie täglich vorbei- 'amen. Mein Vater hielt jenes Zollhaus und takte öfters eine kleine Unterredung mit Ihnen. An einem Weihnachtsmorgen war mein Vater tränt, und ich verwaltete das Zollhaus. Bei euer Gelegenheit fuhren Sie vorbei, und ich öffnete Ihnen den Schlagbaum. Erinnern Sie ich noch?"

„Nein, mein Freund, ich nicht!"

„Nein, mein Herr! Wenige solche Männer erinnern sich ihrer Gutthaten, aber die, welche sie empfangen, sollten fie nicht auch vergeffen! Ich bin vielleicht abschweifend, indeß erlauben Sie mir noch einige Augenblicke, und ich bin gleich ertig." Der große Bankier wurde interesstrt und nickte.

Wie ich nun den Schlagbaum für Sie öffnete, wie ich Ihnen eben sagte, wie es nur meine Pflicht war, wünschte ich Ihnen ein fröhliches ! Veihnachtsfest. „Danke, mein Söhnchen", prachen Sie, „ebenfalls. Hier ist eine Kleinigkeit, um ei fo zu machen" — und Sie gaben mit 7 stark. Das war das erste Geld, welches ich je befeffen hatte, und ich werde nie die Freude Der»

schaftlichen Standesinteressen ihrer Mit­glieder zu fördern suchen. Die Gesellen müffen frühzeitig geschult werden, um auch als Gesellen schon ihre wirthschastlichen Jntereffen gemeinsam vertreten zu können, in den Gesellen-Ausschüffen, bei etwaigen Differenzen über die Regelung bet Arbeitsoerhältnisse rc. Nur wenn sie in dieser Weise frühzeitig geschult worden sind, werden fie auch als tonftige Meister unter regerer Be­theiligung, als eS seitens der gegenwärtigen Handwerksmeister geschieht, gemeinsam in den verschiedenen wirthschastlichen Organisationen (In­nungen, Genossenschaften) die Jntereffen des ge­summten Handwerkes wirksam zu fördern wiffen. Die sozialpolitische Schulung der Ge­sellen, um fie zur Vertretung ihrer wirthschast- lichen Standesintereffen zu befähigen, entspricht also auch durchaus dem Geiste des Gesellen­vaters Kolpings; denn diese neue, durch die heutige Zeit gestellte Aufgabe verträgt sich sehr wohl mit Kolpings Endziel, gute und tüchtige Meister heranzubilden. Sehr erfreulich ist eS daher, daß die im Mai dieses Jahres in Köln stattgehabte General - Versammlung der Gesellenpräsides für das Recht der Gesellen ein« trat, zur Verbesserung ihrer wirthschastlichen Sage sich den christlichen Gewerkvereinen anzuschließen. Als „gelernte Arbeiter" sind die Gesellen schon an und für sich besonders befähigt und geneigt zur gewerkschaftlichen Organisation, und es ist beachtenSwerth, daß z. B. die freien (sozialdemokratischen) Gewerkschaften heute in Deutschland Über 200 000 Handwerksgesellen unter ihren Mitgliedern haben. Daher auch der vielfach große Einfluß der Sozialdemokraten in den GesellenausschÜffen der Innungen. — In anbetracht aller dieser Umstände dürfen es die Gesellenvereine heute gewiß als eine ihrer wichtigsten Aufgaben ansehen, ihre Mitglieder auch den christlichen Gewerkoereinen zuzuführen und sie hierzu vorzubereiten durch soztale Vor- träge, sozialpolitische Unterrichtskurse und nament­lich durch ihr Organ, die kürzlich in Köln be» schloffen e.Gesellenzeitung'.

( X Neber „die ««gerechtfertigte Ae- vorzugnng -er Narrgeuosserrschaftert" durch Gemeinde und Staat wurde auch auf dem dies­jährigen 22. Berbandstag der städtischen Haus» und Grundbesitzer-Vereine Deutschlands (7. Aug. in Erfurt) wieder Klage geführt. Es wäre zu­nächst wirklich zu wünschen, daß diese „Klage" sich in größerem Umfange wie bisher auf that- sächliche Unterlagen stützen könnte, denn einer hervorragenden Unterstützung seitens des Staates können sich die Baugenoffenschaften im allgemeinen noch nicht rühmen, und die „ungerechtfertigte Be­vorzugung" durch Gemeinden steckt auch noch sehr in den Anfängen. Daß Staat und Gemeinden ein Interesse an der Gestaltung der Wohnungs- verhältniffe haben, von denen fo viel für die Ge- undheit, soziale Wohlfahrt und Zufriedenheit der Bevölkerung und daher auch für geordnete Zu­stände abhängt, werden wohl selbst die HauS- »esttzervereine nicht in Abrede stellen können. Folglich können Staat und Gemeinden sich auch nicht der Pflicht entziehen, alle auf Verbesserung >er Wohnungsverhältniffe abzielenden Bestre­bungen zu fördern, und zwar nicht nur die auch von den Hausbefitzervereinen verlangte durch­greifende Aenderung des Kommunalabgaben- Gesetzes, sondern ebenso die Selbsthilfe der Wohnungsbedürftigen durch Baugenossenschaften. Hier kommen nun die Hausbesitzervereine, die auf der einen Seite von einer Aenderung

geffen, die ich darüber empfand, noch Ihren ver- znügten Blick, als Sie es gaben.

Ich habe das Geld lange aufbewahrt, und als ich heranwuchs, fügte ich ein wenig hinzu, bis ich im Stande war, mir selbst ein Zollhaus zu pachten. Sie verließen jene Gegend, und ich verlor Sie aus meinen Augen, doch jährlich bin ich weiter gekommen. Ihr Geschenk brachte mir gutes Glück ein, und Ihnen verdanke ich alles. Da ich nun diesen Morgen zufällig hörte, daß Sie einen Anlauf auf Ihre Bank hätten, so raffte ich mein Kapital zusammen und brachte es zu Ihnen, im Falle, daß es Ihnen von einigem Nutzen fein könnte. Hier ist eS! Hierauf hän- >igte er dem aufgeregten Thompson ein Bündel Banknoten ein. Dann fügte er hinzu: „In einigen Tagen werde ich wieder vorfprechen," ergriff feinen Hut, warf feine Karte hin und ging zur Thüre hinaus.

Thompson öffnete die Rolle. Sie enthielt echshunderttausend Mark. Der abgehärtete Santier, denn fo müffen alle Bankbesitzer fein, rach in Thränen aus. Dir Bank bedurfte dieser . >ilfe nicht, aber der Beweggrund war so del, daß selbst der Millionär schluchzte, denn er konnte nicht anders. Dieses Bankhaus ist jetzt noch eines der ersten in London. «Die 600,000 Mark sind herangewachsen. DaS Glück hat von feinen Gaben guten Gebrauch gemacht.