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durch 5 Bogenlampen und eine Menge elektrischer Glühlichte erfolgen, ebenso die aller übrigen Räume.

Arrslaud.

* Wie«, 17. Aug. Heute Mittag fand in dem reich geschmückten Sitzungssaale des Rath­hauses aus Anlaß des morgigen 70. Geburts­tages des Kaisers eine Festsitzung des Ge- meinderathes statt, bei welcher der Bürger­meister die Festrede hielt, die mit einem von der Versammlung begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf den Kaiser schloß. Die Anwesenden sangen stehend die Volkshymne, worauf die Sitzung geschloffen wurde. Hierauf erfolgte die Ent­hüllung der Gedenktafeln zur Erinnerung an das Regierungsjubiläum des Kaisers im Jahre 1898. — Wie die .Pol. Korr." meldet, überreichte eine Deputation sämmtlicher Rektoren der deut­schen Universitäten Oesterreichs anläß­lich des 70. Geburtstages des Kaisers dem Unterrichtsminister v. Härtel eine Huldigungs­adresse mit dem Ersuchen, dieselbe an die Stufen des Thrones gelangen zu laffen.

ft Hra«, 17. Aug. Erzherzog Friedrich, welcher hier an der Feier der 900jährigen Ein­führung des Christenthums in Ungarn theilgenom- men hatte, ist vorzeitig abgereist, angeblich weil der Stadthauptmann aus Furcht vor einer Demon­stration der ungarischen Juden von der Citadelle die schwarz gelbe Flagge hatte entfernen laffen.

* Ksris, 17. August. Der Zar kommt nun doch nach. Paris! Das ,Echo de Paris' meldet, der Besuch des Kaisers von Rußland sei auf den 15. oder 17. September festgesetzt. Der Kaiser werde allein kommen. — ,Siede' bestätigt diese Meldung von dem Besuche, glaubt aber, der Kaiser werde im Anfang des September in Paris sein.

* Ilom, 17. Aug. Da die Arbeiter auf den Reisfeldern von Molinella in den Aus­stand getreten sind, ipurden 300 Soldaten zum Ersätze der Arbeiter entsandt. Es heißt weiter >2000 Soldaten seien bereit, ebenfalls dorthin ab­zugehen.

* Madrid, 17. Aug. Die königliche Familie verließ gestern San Sebastian, um Bilbao zu besuchen, wo sie um 5 Uhr Nachmittags landete. Eine große Menschenmenge begrüßte die königliche Familie, welche um 7 Uhr weiterreiste.

* Kvttsta«ir«oper, 17. August. Die .Agence de Konstantinople' ist von amtlicher tür­kischer Seite zu der Erklärung ermächtigt, daß die im Auslande verbreiteten Berichte über die Vorfälle in dem armenischen Dorfe Spagank im Distrikte Saffun vielfach den Thatsachen widersprechen. Der Thatbestand sei vielmehr folgender gewesen: 16 Räuber haben sich in eine Kapelle geflüchtet und geweigert, den behördlichen Befehlen zu gehorchen. Sie wurden von den Truppm angegriffen und haben in dem ent­standenen Kampfe den Tod gefunden.

* Wen» Mark, 17. August. Der Philip­pinenkrieg hat nach einer Zusammenstellung des ,New>Aork Herald' den Amerikanern bisher gekostet: In Gefechten getödtete Soldaten 533, den Wunden erlegen 193, an Krankheit gestorben 1668 — zusammen 2394. Verwundet im Ganzen 3073. Kosten in Geld 186 678000 .Dollar. EL- TUipp-ri China geschickt wurden, betrug die Zahl derselben auf den Philippinen 81935 und noch jetzt befinden sich dort 70000 amerikanische Soldaten. — Bis heute Mittag waren von dem neuen deutsch­amerikanischen Kabel 324 Seemeilen ausgelegt. Das Wetter ist schön bei glatter ruhiger See.

Der Krieg in Südafrika.

Da die Garnison von Elandsriver noch immer Stand hält, hat Lord Roberts dem Ge­neral Frederick Carrington, der sich bei Mafeking konzentrirte, besohlen, sofort nach äeerust zurück- zugehen, Das ist ein Marsch von 34 Mellen, während das Elandsriver-Lager noch weitere 39 Meilen entfernt ist. Gleichzeitig eilen von Osten her die berittenen Truppen Jan Hamiltons zum Entsatz der kleinen Garnison heran und sie werden

Die Oberin erschien mit einem deutschen Militärarzt. Aufmerksam untersuchte er Karl und gab seine Anmerkungen. Der Stich des spanischen Dolches war ihm tief in die Brust gedrungen und hatte eine starke innerliche Blutung hervorgerufen. Größte Ruhe war noth- wendig und aufmerksame Pflege. Gesine ver­sprach, für beides zu sorgen. Der Arzt gab noch einiqe Anordnungen und ging zu den anderen Verwundeten.

Gesine blieb allein bei Karl zurück, den man in ein abgelegenes Zimmer gebracht hatte. Sie setzte sich an sein Bett, netzte seine brennenden Lippen mit einem leichten Trank, legte auf seine Wunde einen kühlenden Umschlag und ordnete mit sanfter Hand die Kiffen feines Lagers. Mit dankbarem Blick verfolgte Karl ihre Bewegungen, zuweilen wollte er sprechen, doch mit sanfter Mahnung verbat sie ihm das Sprechen und lächelnd gehorchte er. Ihre Hand in der seinigen haltend, schlief er endlich ruhig ein.

Gesine löste leicht ihre Hand aus der seinigen und faltete die Hände zu einem stillen, innigen Gebet.

So saß sie stundenlang da. Kaum ein fern» verhallender Ton des bewegten Treibens der Stadt drang in das kleine geöffnete Fenster der schmucklosen Zelle, in der Karl lag.

Ernst und mahnend klangen zuweilen die Glocken des Klosters in die Stille, oder das

wohl inzwischen daselbst eingetroffen fein. — lieber Lord Kitcheners und MethuenS Verfolgung des Generals Dewet verlautet nichts mehr, da die Jagd in ein Gelände gedrungen ist, daS für den Telegraphen unerreichbar ist. Da Dewet in nordwestlicher Richtung zieht, ist es nicht unmög­lich, daß er der Entsatzkolonne zwischen Stuften» bürg und Zeerust in die Arme fällt. Nach den neuesten Nachrichten ist es Dewet gelungen, sich der Verfolgung durch Kitchener zu entziehen, obgleich Kitcheners Wagen alle mit einem Doppel­gespann vorzüglicher Pferde versehen waren. Es ift dies hauptsächlich dem Umstande zuzuschreiben, daß Dewet die Gegend beffer kennt und des Nachts marschiren konnte, während die britischen Truppen nur am Tage vorgehen konnten.

Nach der neuesten amtlichen Aufstellung be­tragen die bisherigen britischen Verluste 39,057 Mann, nämlich 1703 Offiziere und 37,354 Mann. Davon wurden getödtet im Ge­fecht 272 Offiziers und 2549 Mann, an ihren Wunden sind gestorben 77 Offiziere und 712 Mann, an Krankheiten gestorben 146 Offiziere und 5036 Mann; als Invaliden in die Heimath gesandt 1151 Offiziere und 26,123 Mann. In dieser Verlustliste fehlen noch die Kranken und Verwundeten, die sich in britischen Hospitälern in Südafrika befinden.

,Daily Mail' berichtet aus Lorenzo Marquez vom 16. ds. Mts.: Nach einer Meldung, welche von dem hiesigen Konsul Transvaals stammt, soll Präsident Steijn, während er Krüger aufzusuchen bemüht war, unterwegs gestorben sein. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt nicht vor; mehrere Blätter bezweifeln ihre Rich­tigkeit.

Die Wirren in China.

Gestern Nachmittag überbrachte der Londoner Telegraph aus Shanghai folgende freudige Bot­schaft:

Von chinesischer Seite wird aus Tflnanfu anscheinend glaubwürdig gemeldet: Verbündete Truppen haben nach Einzug in Peking die Gesandten entsetzt. Die Kaiserin-Witwe ist aus Peking verschwunden, über den Verbleib des Kaisers ist nichts bekannt.

Weiterhin verbreiteten die gestrigen Londoner Abendblätter folgende Telegramme:

Shanghai, 17. Aug., 10 Uhr 15 Min. Morgens: Hiesige Mandarine erhielten die Nachricht, daß die Kaiserin-Witwe, Prinz Tuan und der kaiser­liche Hofstaat mit dem Haupttheile des Heeres und den Boxern am 7. August Peking verlassen und sich nach Hsiaufu begeben haben. Die verbündeten Truppen begannen ihre Operationen gegen die Mauern von Peking am 15. August. Sie erwarteten keinen längeren Wider­stand.

Shanghai, 17. Aug., 11 Uhr 40 Min. Vorm.: Die verbündeten Truppen zogen am 15. August in Pekingein.Man glaubt, daß die Truppen Uuanlschikais nach der Provinz Scheust gegangen sind, um die auf der Flucht befindliche Kaiserin zu schützen.

„Reuters Bureau" meldet aus Shanghai vom Donnerstag: Li-Hung-Tschang erhielt eine Depesche, welche besagt, daß die verbündeten Truppen am 15. August in P ek'ng einzogen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Li-Hung-Tschang richtete ein Schreiben an die Katsertn-Witwe, in welchem er sie ersuchte, in Peking zu bleikW,.

Alle diese Nachrichten stammen, wie die,Frs. Ztg.' mit Recht hervorhebt, aus chinesischer Quelle und sind deshalb immer verdächtig. Wenn es wahr ist, daß die Gesandten befreit sind, dann werden sie doch sicher so schnell wie nur möglich offizielle Nachrichten an ihre Regierungen gelangen lassen. So lange eine derartige amtliche Meldung nicht vor­liegt, wird man immer noch leider an der Rich­tigkeit jener Nachrichten zweifeln müffen. Gewiß würde alle Welt sich aufrichtig freuen, wenn end­lich geglückt wäre, was vor wenigen Wochen aussichtslos erschien! Noch fehlt jede Auf­klärung darüber, wie es möglich war, daß eist Netz von Lügennachrichten Mitte Juli die Ge­wißheit Hervorrufen konnte, daß nicht nur der deutsche Gesandte, sondern alle Europäer in Peking den Boxern und ihren Hintermännern zum ferne Signal einer Trompete oder eines Jäger- Horns tönte wie aus einer anderen Welt in das stille Krankenzimmer hinein.

Das Mondenlicht flimmerte auf dem Bilde des Gekreuzigten, das als einziger Schnuck des Zimmers zu Häupten der Lagerstätte an der Wand hing und oft erhob Gesine das Auge im stummen Gebet zu dem Heiland der Welt.

In diesen einsamen Stunden der Nacht, an dem Krankenlager des geliebten Mannes reifte die Seele des jungen Mädchens zu der Größe der Entsagung in der schwersten Pflichterfüllung heran. Bislang hatte ihr Streben nur ihrem eigenen Glück gegolten, sie hatte mit dem Schick­sal gehadert, das ihr dieses Glück zu rauben schien, das ihr das Herz des Geliebten abwendig gemacht hatte, so daß sie an allem in der Welt verzweifelte. Jetzt sah sie ein, daß es noch ein größeres Glück, eine höhere Aufgabe gab, als das Streben nach dem eigenen Glück; daß das wahre Glück unter Aufopferung des eigenen Selbst im Dienste der Liebe, im Dienste der Menschheit bestand und in ihrem Geiste reifte der Plan, sich diesem Dienste zu widmen. Sie hatte des Elends genug gesehen, der Wunden des Krieges genug erblickt, um nicht tief erschüttert zu fein und die Pflicht, diese Wunden zu heilen, alS die höchste Menfchenpflicht anzuerkenren.

Die einfache Größe der greifen Oberin des Klosters, die die Werke der Barmherzigkeit übte,

Opfer gefallen seien. Mehr als zwei Monate hat die Befreiung der Gesandten in Anspruch genommen. Arn 10. Juli brach Admiral Seymour an der Spitze einer aus etwa 2000 Mann bestehenden Truppenmacht aus Tientsin nach Peking auf, mußte aber wegen ungenügen­der Vorbereitung der Expedition schon nach wenigen Tagen, nachdem er etwa zwei Drittel des Weges nach Peking zurückgelegt hatte, unver­richteter Sache umkehren, da ihm die Gefahr drohte, abgeschnitten und mit feiner ganzen Streit- macht vernichtet zu werden. Die Uneinigkeit der Mächte trug bann die Schuld daran, daß die einzige Macht, welche im Stande war, als- bald eine größere Truppenmacht nach China zu werfen, daß Japan zögerte, auf eigene Faust die Rettung der Gesandten auszuführen. Der Miß- erfolg des Admirals Seymour steigerte die Siegeszuversicht bei den Chinesen. So verzögerte sich die Eroberung von Tientsin und statt An- fangs Juli konnte erst am 5. August endlich ein erneuter Vormarsch gegen Peking mit einer lOmal so großen Streitmacht, als sie dem Admiral Seymour zur Verfügung stand, unternommen werden.

Die durch die Mißerfolge des Admirals Seymour gesteigerte Siegeszuversicht der Chinesen scheint alsbald verflogen zu fein, nachdem in den hartnäckigen Kämpfen bei Tientsin den Chinesen trotz ihrer Ausrüstung mit modernen Schußwaffen die Ueberlegenheit der europäischen Truppen zum Bewußtsein gekommen ist. Nur in den ersten Tagen bei Peitsang und Dangtsun haben die Chinesen den vorrückenden Truppen der verbündeten Mächte ernstlichen Widerstand entgegengesetzt. Seitdem haben sich die Chinesen, ohne daß es zu einem Gefecht gekommen wäre, immer weiter vor dem Entsatzheer zurück­gezogen. An Widerstand im offenen Felde jat man in den letzten Tagen, wie es scheint, in Peking nicht mehr gedacht. Es konnte sich also höchstens noch um die Vertheidigung der mit hohen Mauern umgebenen Hauptstadt selbst handeln. Jndeß wird ausdrücklich berichtet, daß die Truppen der Mächte am Mittwoch in Peking eingezogen sind, ohne auf Widerstand zu stoßen.

Auf dem Vormarsch gegen Peking hatten die Truppen der Mächte, wie aus Tientsin vom Dienstag gemeldet wird, Tschang-kia-wan, etwa 7 Kilometer südlich von Tongtschou unter geringen Verlusten genommen. Die Chinesen, welche 500 Todte zurückließen, flohen theils nach Tung-tschou, theils nach Peking. Nach Nach­richten des amerikanischen Admirals Remey aus Taka vom Montag haben die Verbündeten am 12, August Tung-tschou genommen und wollten am 13. August Peking angreifen.

• Saris, 17. August. Die , Agence National' erhielt ein Telegramm vom heutigen Tage, worin bestätigt wird, daß vorgestern die verbündeten Truppm ihren Einzug in Peking gehalten haben. Die chinesischen Truppen haben bet Sheng Shi Stellung genommen. Die Kaiserin hat mit ihrem Hof Peking bereits am 7. August verlassen. — Ein anderes Tele­gramm aus Shanghai meldet, Li-Hung-Tschang erfuhr auf Grund besonderer Informationen, daß die Verbündeten am Mittwoch in Peking angekommen sind.

* KyÄdo«, 17. Aug. Ueber Maßnahmen gegen chinesische Christen berichtet die .Times' aus Hongkong. Ein chinesisches Blatt in Can ton berichtet, daß der Tataren-General in Gemäßheit des Befehls eines kaiserlichen Edikts in Canton von Haus zu Haus eine Unter­suchung vornehmen und an allen Häusern, in welchen eingeborene Christen wohnen, Tafeln befestigen lief?, auf welchen davor gewarnt wird, sich mit denselben einzulassen. Diese Maßregel macht die Chinesen tatsächlich vogelfrei.

Ueber die Verpflegung des ostasiati­schen Expeditionskorps auf der Fahrt nach China theilt ein Techniker aus Spandau, welcher beim Telegraphenbataillon in Frankfurt a. O. diente und jetzt als Freiwilliger der Tele- gr aphenabtheilung des Expeditionskorps an gehört, in einem Briefe an seine Eltern, der als „Feld­postbrief- am 7. August in Port Said auf» ohne nach Lohn und Dank zu fragen, wies ihr den richtigen Weg; ihr Leben sollte hinfort der Pflege der Kranken und Verwundeten gewidmet sein; während sie früher von einem Heldenthurn gleich dem Manuela's geträumt hatte, so schauderte sie jetzt vor einer solch' blutigen Aufgabe zurück und ihr Herz ward ganz erfüllt von Barmherzig­keit und innerlichem dJlitleib.

Mehrere Tage vergingen. Karl's Zustand besserte sich langsam, erforderte aber immer noch die aufmerksamste Pflege. Mit rührender Dank­barkeit blickte er zu Gesinen auf, und wenn er seine Empfindungen auch noch nicht in Worte kleiden konnte, so sprachen doch seine Augen eine beredte Sprache, die Gesine sehr wohl verstand und sie mit inniger Freude erfüllte.

Wieder saß sie Nachts an feinem Lager, auf dem er in ruhigem festen Schlummer ruhte. Wieder umfluthete dar milde Licht des Mondes fein blaffes Gesicht und das Bild des Gekreuzigten zu seinem Haupte und wieder klangen die ernsten Töne der Klosterglocken mahnend in die stille Zelle.

Da öffnete sich leise die Thüre und eine Nonne schaute in das Zimmer.

„Sennora Manuela wünscht den Verwundeten zu sehen,- sprach sie leise. „Sennorita gestatten wohl, daß Sennora eintritt..."

Gesine war von ihrem Sitz emporgeschnellt. WaS wollte Manuela hier in dem stillen Kranken­

gegeben ist und gestern in Spandau eintraft Folgendes mit: Das Esten ist großartig, wir erhalten Morgens Kaffee, Biskuit, Butter, Pumpernickel; als Frühstück Butter, Brod, Wurst, Kakao; zu Mittag Suppe, Fleisch, Kartoffeln, Kompot, sowie dreimal in der Woche Bier; zum Vesper Kaffee, Biskuit, Kakes und als Abend- brod Suppe ober Butter, Brod, Thee. DaS Effen ist kräftig zubereitet und wird in reichlicher Menge verabreicht. Unteroffiziere und Mann­schaften erhalten gleiche Kost. Die Speisen werben von Angestellten bes Norbbeutschen Lloyd hergerichtet. Der Briefschreiber, ber sich an Bord des am 26. Juli aus Bremerhaven ausgelaufenen Transportschiffes „Halle" befindet, spricht sich auch voll beftiedigt Über den bis­herigen Verlauf ber Reise aus.

Kokaies.

Fulda, 18. August.

t An das Stadlfernsprechvetz sind seit gestern neu angeschloffen: Nr. 81 Höfling, Franz Wilhelm, „zum schwarzen Bären", Butter- markt; Nr. 82 K a l b, Wilhelm Joseph, Friedrichs- markt 2; Nr. 83 K a r p f, Julius, Maschinengeschäft; Nr. 84 Stern, I., Agent, Friedrichsmarkt: Nr. 85 Uth, I. L., Hosbuchdruckeresi

*** Der VerwaLtnngsSericht über die Kommunalangelegenheiten des Kreises Fulda macht u. A. folgende Angaben über die Kreisver­waltung. 1. Verwaltungsbehörde und Kreis­vertretung. a) Landrath: Steffens, b) Kreisdepu- tirte: Oberbürgermeister Dr. Antoni und Rentner Th. Arnd, c) Mitglieder des Kreisausschusses sind: Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda, Rentner Theodor Arnd-Fulda, Rentner Konrad Knips- Fulda, Bürgermeister Herr-Petersberg, Bürger­meister Herbert-Zirkenbach und Rentner I. A. Rau-Hauswurz. Der Kreisausschuß hielt im Jahre 1899 im Ganzen 9 Sitzungen ab, davon 7 mit mündlicher Verhandlung. An Verwaltungsstreit- achen sind 15 neu eingegangen. Aus dem Vor- ahre übernommen wurden 3 Streitsachen. Erledigt wurden 10 Streitsachen durch Endurtheil, 2 durch Vorbescheid. Unerledigt in das Geschäftsjahr 1900 wurden übernommen 6 Streitsachen. An Beschluß­sachen wurden 23 aus dem Vorjahre übernommen. Neu gingen ein 328. Gibt zusammen 351 Stück. Davon wurden erledigt durch Beschluß 340, un­erledigt blieben 11. Das Geschäftsjournal schloß mit 6411 Nummern. 6) Die Zusammensetzung des Kreistages ist folgende: 8 Mitglieder aus dem Wahlverband der größeren Grundbesitzer; 9 aus dem Wahlverbande der Landgemeinden und 6 aus dem Wahlverband der Städte. Der Kreistag trat im Jahre 1899 zu 2 Sitzunoen zusammen, e) Kommunal-Landtags-Abgeordnete. Ver­treter des Kreises Fulda im Kommunallandtage sind : Oberbürgermeister Dr. Antoni-Fulda, Bürger­meister Bleuel-Hofbieber und Major und Gutsbe­sitzer Herrlein - Margretenhaun. 2. Vermögens­verwaltung des Kreises. Die Rechnung der Kreiskommunalkaffe für das Rechnungsjahr 1898/99, deren Feststellung in der Kreistags-Sitzung am 4. November 1899 erfolgte, schließt ab mit einer Einnahme von...... 71855 Mk. 42 Pfg.

einer Ausgabe von ...... 54001 Mk. 60 Pfg.

einem Baarbestand von..... 17853 Mk. 82 Pfg.

dazu Einnahmerest ...... 1275 Mk. 49 Pfg.

19129 Mk. 31 Pfg. davon ab Ausgaberest......2816 Mk. — Pfg.

Bleibt verfügbarer Bestand . . . 16313 Mk. 31 Pfg. An Immobilien besitzt der Kreis das Siechen­hausgrundstück und die darauf errichteten Ge­bäude. Letztere sind mit 119 500 Mark bei der Hessischen Brandversicherungsanstalt versichert. Die Finanzlage des Kreises ist verhältnißmäßig günstig, kcy Das Herrn Schreinermeister Ferdinand Frank gehörige MoHnHans Leipzigerstraße Nr. 13 ist für den Preis von 26000 Mark in den Besitz des Herrn Friseurs Christian Imme! übergegangen.

In den nächsten Tagen wird in hiesiger Stadt eine außerordentliche Ikevifio« ber Invatiditäts-«. Äktersversichernngskarlen seitens eines Beamten ber Landesoerfiche- rungs- Anstalt strttfinden. Diejenigen, welche

zimmer? Ihr Platz war draußen in dem wilden Kampfgetöse — am Lager des Verwundeten, des Kranken wachten Mitleid und Barmherzigkeit, welche Manuela's Herz nicht kannte.

Gcsine wollte die stolze Spanierin zurück- weisen, aber mit gebieterischer Handbewegung schob Manuela die Nonne zur Seite und trat in das Zimmer.

Die beioen Frauen standen sich zum ersten Male gegenüber, Auge in Auge, Angesicht zu Angesicht. Sie wußten, daß sie um die Siebe eines Mannes rangen; sie wußten, daß ihre Ziele durchaus verschiedene waren und mit stolzem Ec- - staunen maßen sie sich.

Hier die königliche, phantastische Erscheinung der Heldin, die für die Freiheit ihres BaterlandeS kämpfte, die zu Schwert und Dolch gegriffen hatte, um blutige Rache an den Unterdrückern ihres Volkes zu nehmen — dort die verkörperte Barmherzigkeit, die Gestalt gewordene Liebe.

Beide Frauen groß und erhaben — beide von seltener Schönheit — aber während der Spanierin Schönheit von dem dämonischen Glanz ihres Heldenthums umloht wurde, umhauchte die Schön­heit Gefinens ein unendlich zarter Liebreiz; während die Spanierin der stolzen, vom Sonnen­licht umflammten Sonnenblume glich, war deS deutschen Mädchens Schönheit, die vom milden Mondlicht übergoffene Rosenknospe, die dem jungen Tage entgegenträumt. (F. f.)