abhalten, Abends 8 Uhr findet in den Sarten- anlagen eine große Festversammlung statt. Am Montag Vormittag setzen die Sektionen ihre Versammlungen im Gildenhaus auf der Heereu- gracht fort. Nachmittags 2 Uhr soll der Kongreß geschlossen werden. Es sind s e ch s S e k t i o n e n vorgesehen: Preffe, Gründung von Volkshäusern, Mittelstandsfrage, Schutz und Fürsorge für die Jugend, Produktiv - Genosienschaften, Vorschuß- banken. Während des Kongrefsrs wird die katholische Gartenbaugilde St. Bonifazius eine Gartenbau- und Blumenausstellung veranstalten. Bis jetzt sind bereits 86 Abthellungen und llnterabtheilungen des Niederländischen römisch- katholischen Volksbundes und 35 hervorragende Personen aus Holland, Geistliche und Laien, als Ehrenmitglieder für die Theilnahme an dem sozialen Kongreß angemeldet, dem wir von Herzen einen glücklichen Verlauf und den besten Erfolg wünschen.
* Aaris, 14. Aug. Die Bestimmung, wodurch das französisch-deutsche Telephon- Abkommen vom 6. März d. I. in Kraft gesetzt wird, ist heute amtlich veröffentlicht worden. — Nach der amtlichen Zollstatistik betrug der Werth der Einfuhr iu den ersten 7 Monaten 2,656,413,000 gegen 2,682,302,000 im gleichen Zeitraum 1899, der Werth der Ausfuhr 2,319,435,000 gegen 2,327,665,000 Frs. in 1899.
* Ao«sta«titt0pek, 14. August. Der englische Vizekonsul in Van meldet, daß er auf einer Reise im Vilajet von hundert bewaffneten Kurden angegriffen, sein Dragoman verwundet und sein Gepäck geraubt wurde. Der Vizekonsul, dem es gelang, nach Van zurückzu- kehren, verständigte die Behörden über das Borgefallene, welche alsdann Truppen zur Verfolgung der Kurden entsandten. Die englische Botschaft erhob bei der Pforte Vorstellungen, verlangte die Festnahme und Bestrafung der Schuldigen, sowie Wiedererstattung der geraubten Gegenstände.
Der Krieg in Südafrika.
Auf dem südafrikanischen Kriegsschauplätze ist es den Engländern thatsächlich nicht gelungen, de Wet einzukreisen; er ist ihnen trotz aller Bemühungen doch wieder entkommen. Den Mißerfolg bei der Verfolgung de Wets kleidet Lord Roberts in einem Telegramm aus Pretoria in folgende Siegesform:
Lord Methuen und Lord Kitchener sind noch immer auf der Verfolgung des Generals de Wet und des Präsidenten Steijn begriffen. Eine Depesche Kitcheners vom Dienstag aus School- plaats, 8 Meilen östlich von Ventersdorp, besagt: In der Nacht zum Dienstag sprengte de Wet drei seiner Wagen in die Luft; 60 gefangene Engländer und 1 Offizier entkamen aus seinem Lager; sie erzählen, Präsident Steijn dürfe das Lager nicht verlassen und werde unter Ueber- wachung gehalten, de Wet habe sich genöthigt gesehen, einen Theil seiner Munition im Stich zu lassen und habe auch 30 völlig erschöpfte Pferde zurückgelassen. Die Gefangenen bestätigten ferner die Meldung, daß Lord Methuen eines der Geschütze de Wets genommen und am Montag den Haupttrupp des Feindes mit gutem Erfolg beschaffen hat. — Der Zug des Generals Buller nach Norden hat vorzügliche Ergebnisse gehabt. Ein Feldkornet hat sich mit 182 Mann vom Standerton-Kommando am Montag ergeben.
Die gesetzgebende Versammlung in Kapstadt lehnte am Dienstag mit 46 gegen 38 Stimmen einen Antrag Sauer ab, einen Aus- schuß zu wählen, der eine Untersuchung über die Ausführung des Kriegsrechts anstellen solle. Schreiner und Solomon stimmten mit der Regierung, deren Majorität größer war, als man erwartet hatte.
Die Wirren in China.
Neue authentische Nachrichten über die Loge in Ostasien liegen heute nicht vor. Es ist von hier aus auch nicht mit Bestimmtheit anzu- geben, wie weit die verbündeten Truppen noch von Peking entfernt sind. — Von Li-Hung- Tschangs Ermächtigung zu Friedensverhandlungen ist an amtlicher Stelle in Berlin nichts bekannt. Wie wenig glaubwürdig die ganze Nachricht erscheint, geht am deutlichsten daraus hervor, daß selbst die Berliner chinesische Gesandtschaft keine Kenntniß von einer derartigen Verfügung hat. Aber selbst wenn die Botschaft richtig wäre und amtlich bekannt wäre, so dürfte dieselbe kaum irgend welche Beachtung finden. — Eine Reihe sie!" so gellte Manuelas Stimme durch den sonst nur Gott geweihten Raum, und Karl schauderte zusammen vor solcher fanatischen Wildheit. Aber er raffte sich wieder empor und stieß einen Spanier mit dem Kolben seines Gewehres zurück.
Ein Wuthschrei antwortete — wobl hundert Krieger stürzten sich auf Karl und die Franzosen. Karl fühlte einen stechenden Schmerz in der Brust, ein Dolchstoß halte ihn getroffen — ein blutiger Nebel wallte ihm vor den Augen auf und nieder — er wankte und stürzte zu Boden, während sich die blutgierige Horde über ihn hinweg auf die unglücklichen Gefangenen ergoß.
Em kurzes Gemetzel — dann Todtenstille in dem großen gewaltigen Raume. Die Spanier batten sich entfernt, nur blutige Leichname lagen auf den alten Grabsteinen der Kirche.
Die Strahlen der ausgehenden Sonne ließen die herrlichen, hohen GlaSfenster erglühen und
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Maria im Gespräche begriffen ist und sagt:
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„Ave Maria voller Gnad, Geber,edeyt bist früh und spat, Unter den Weibern, gleicher Weiß Dein Leibes Frucht soll Jesus heiß. Er ist des Allerhöchsten Sohn".
Maria erwidert ihm:
„Reicht mir das nit zum Spott und Hohn, Weil nie kein Mann mir ist bekannt".
Darauf der Erzengel Gabriel:
„Glaub mir, Jungfrau, ich bin gesandt Bon Gott, dem möglich alle Wort.
Gebühren wirst in Davids-Orth, Und doch bleiben eine Jungfrau rein".
Und die Antwort Mariä:
„To gescheh mir nach dem Willen seyn". Dann folgt Johannes der Täufer, in
von Blättern ist bemüht, die Nothwendigkeit einer Reichstags-Einberufung darzuthun. In maßgebenden Kreisen besteht aber nicht die Absicht zu einer Einberufung des Reichstages. Man nimmt jetzt auch deutscherseits an, daß die verbündeten Truppen, wenn nicht besondere Vor- kommniffe eintreten, noch Ende dieser Woche vor Peking eintreffen werden. — Aus angeblich bester Quelle wird dem Berliner Tageblatt gemeldet, daß heute dem Berliner Auswärtigen Amte die Antwort der französischen Regierung zugegangen ist, welche in durchaus befriedigender Weise die Zustimmung Frankreichs zu der Uebernahme des Oberbefehls über die Truppen in China durch den General- Feldmarschall Grafen Waldersee zum Ausdruck bringt.
Die zahlreichen Einzelnachrichten, die heute vorliegen, stehen meist derart mit einander in Widerspruch, daß sich daraus allein schon ihre Unzuverlässigkeit ergibt. Wir verzeichnen folgende:
• ^eiersßitrg, 15. August. Nach dem letzten Telegramm von General Linewitsch rasteten die Truppen nach der Einnahme von Aangifun einen Tag. Am 7. August, Morgens 6 Uhr, brach eine Vorhut auf, machte trotz fast unpasstrbarer Straßen einen Eilmarsch von 9 Meilen und schlug bei Nantsaitun, ungefähr 50 Meilen von Peking eine Abtheilung Chinesen nach anderthalb Stunden in die Flucht, welche die Waffen wegwarfen und auf Peking flohen. Linewitsch begann darauf sofort den Vormarsch aller Truppen in drei Kolonnen mit Kosaken an der Spitze und an den Flanken. Nachdem am 9. August Hosiwu besetzt war, ging der Vormarsch auf Wutsang weiter ohne viel Widerstand. Trotz schlechter Straßen, welche die Japaner repaiiren, ist der Vormarsch verhältnißmäßig befriedigend. Die chinesischen Truppen sind jetzt bei Hsiang-Hohsien konzentrirt, wo ein Kampf erwartet wird.
• Lovdo«, 14. Aug. Der,Central-News' wird aus Hongkong gemeldet: Am Montag ist eine amtliche chiffrirte Depesche von Sir Maedonald datirt 6. August eingelaufen, worin es heißt: Die Lage ist verzweifelt, wir haben nur noch für 10 Tage Nahrungsmittel. Wenn nicht Entsatz kommt, ist ein allgemeines Maffakre wahrscheinlich. Die Chinesen haben sich erboten, uns unter Eskorte nach Tientsin zu bringen, was abgelehnt wurde. Es befinden sich über 200 Frauen und Kinder in der Gesandtschaft.
• Loudon, 15. Aug. Die heutigen Morgenblätter drücken sich in optimistischer Weise über das Vordringen gegen Peking aus. Trotzdem sind sie unzufrieden, daß das Vordringen der Entsatz-Kolonne ein Resultat der Befehle fremder Offiziere ist. .Daily Telegraph' hebt hervor, daß die Amerikaner, Russen und Franzosen sich durch ihre Offiziere einen Rekognoszirungs- dienst verschafft haben, zu welchem die englischen Offiziere nicht fähig seien. .Morning Post' fragt, was geschehen soll, wenn die Verbündeten Peking erreicht haben werden. Sollte die Kaiserin noch in der Stadt fein, fo sei die Aufgabe der Entsatzkolonne leicht, wenn sie aber geflüchtet sein sollte, so würde die Lösung schwierig sein und die Fremden würden noch hart bedrängt werden.
® Loudo«, 15. Aug. Nach einer Meldung aus Schanghai glaubt man dort, daß heute, spätestens morgen die verbündeten Truppen Peking besetzen und die Gesandten befreien werden.
* Loudon, 14. Aug. Aus Tientsin wird vom 8. d. M. gemeldet: Bei Aangtsun hatten die Chinesen nur den Eisenbahndamm besetzt. Nach kurzem Widerstand erfolgte der Rückzug nach Hosiwu. Dorthin war direkt von Peitsang die chinesische Hauptmacht geflohen mit General Ma und dem Generalgouverneur von Tschili. Aus Peking ging dem russischen Obersten Woyczak eine Meldung zu, wonach in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August das Bombardement der Gesandtschaften von den Chinesen wieder ausgenommen wurde, der europäischeKirchhof geschändet worden war und die Fremden nur bis zum 8. August Vorräthe haben.
* Gschis«, 12. Aug. Die Konsuln Rußlands und Englands erklären übereinstimmend, die Entsatztruppen feien ohne weitere Kämpfe am 9. August bis ungefähr nach Anning gelangt, das von Peking 50 Kilometer entfernt ist.
Vie lelhatt KohM-mosMHm des Jahres 1753.
Von H. S.
(Fortsetzung.)
Die achte Ordnung bildet die Schuhmacher
rauhes Bußkleid gehüllt, das Zeichen des Heiles in der Hand und unmittelbar vor ihm her tragen zwei Engel ein Lamm, auf welches der Prophet hinweist. Er sagt:'
„O Volk tbue Buß und Ponitentz,
Dem Lümblein erzeige Reoerentz,
Seht hier das Lümblein Gottes ist. Nimmt hin der Welt Sünd jeder Frist".
Ihm folgen zwei Männer nach Judenart gekleidet nebst zwei Soldaten, was uns versinn- bilden soll die Verschiedenheit der Stände, die alle des Johannes Worten lauschten.
Die zwei Publikane sprechen:
„Was soll dann thun der Publikan?"
Johannes der Täufer:
„Leßt wohl die Schlifft, sie sagts euch an".
Dieser Darstellung schließt sich an die Kreuzigung Christi unter dem Titel „die Ausführung Christi". Der Engel spricht:
Zu richten habn sie früh und spalt Schier in der Welt all Uebelthat".
Die sechs Gewaffneten schreien zusammen: „Fort, fort mit ihm, zum Galgen zu. Er läßt sonst unserm Bolck kein Ruh, Er lästert Gott von Tag zu Tag, Das unser Lehr viel schaden mag".
(Schluß folgt.)
Gruß"
geben. Dem voranschreitenden Engel sehen wir die ehrwürdigen Gestalten des Jsaias, Jeremias und Daniel folgen, gekleidet in lange, faltige Gewänder, einen Stab in der Rechten und in der Linken ein großes Buch.
Jsaias spricht:
„Empfangen wird eine Jungfrau rein. Und Mutter des Sohnes Gottes seyn".
Darauf Jeremias:
„Zur selben Zeit, glaubt mir fürwahr. Kommt Juda Heyl, ichS offenbar.
Israel wird von aller Plag Erlöset seyn, ichs euch vorsag".
Sodann Daniel:
„Jerusalem wird erbauet seyn, Alsdann Christus wird reiten ein. Darnach wird Er nach wenig Tagen Gefangen und ans Kreutz geschlagen".
Die Zunft der Wollweber stellt dar „König David mit der Bundeslade". Dem Engel folgen sechs Leviten in weißen Kleidern, einige Musikanten und jetzt die majestätische Erscheinung des Königs David. Voll Ehrfurcht schreitet er einher, es ergreift ihn die Begeisterung, er fällt in die Harfe und stimmt an den 130. Psalm, die begleitenden Musikanten fallen ein und die Leviten singen wie folgt:
„Denk an David du frommer Gott, und an sein Leyden all. Daß er mit Geduld ertragen hat in schweren Ungefall: Der dir auch hat vor dieser Zett Geschworen einen Eyd:
tat dem Gott Jacob freygemuth
Han ein Gelübte Gut.
Ich will in mein Hauß nimmer gehn, Noch kommen aufs Lager mein Kein Schlaff mein Augen sollen sehn. Ich will nicht schlummern ein. Bis ich find ein gelegen Orth Dem Herrn meinem Hort, Da dem Gott Jacob meiner Pflicht Ein Hauß werd aufgericht.
Die Stadt soll seyn in Ephrata,
So hat man uns vermeld: Wir haben sie gefunden da, Beim Wald im grossen Feld. So wollen wir nun tretten ein Zu seiner Hütten fein.
Und sein Fußschemel heiliger Zier
Anbetten nach Gebühr.
Auf mit der lieben Archen dein. Du lieber frommer Gott: Zieh nun mit allen Freuden ein Zu deiner Ruhestatt.
Gerechtigkeit und Frömmigkeit
Sey deiner Priester Kleid.
Die auserwäblten Heiligen dein
Frolockend srölich sein."
Danach sollte das neue Testament einige Darstellungen finden. Ein Engel trägt an einem
Täfelchen die Aufschrift: „der englische ' spricht:
„Nun ist das alte Testament Fraefigurirt und hat ein End. Vom Himmel hoch kommt Gabriel, Grüßt Mariam, erfreut ihr Seel, Johannes aus der Wüsten schleicht. Das Volk ermahnt zur Buß und Beicht". Wir erblicken den Erzengel Gabriel, wie
Kus Kirche und Schule.
* NaderSor«, 15. August. Heute fand im hiesigen Dorne die Konsekration des Bischofs Dr. Schneider durch den Hochw. Herrn Erzbischof von Köln, Dr. Sirnar, statt.
D Ireivurg im Ar., 14. Aug. Für die am 15. Oktober von Freiburg ausgehende Jubiläums-Wallfahrt ist nunmehr auch das Programm für die Rückreise festgesetzt. Nach achttägigem Aufenthalt in Rom erfolgt am Freitag den 26. Oktober die Abreise nach Loreto, woselbst am Samstag, den 27. Oktober feierlicher Gottesdienst gehalten wird. Nachmittags wird dann von dort die Reise nach Padua angetreten In Padua verweilen die Pilger am Sonntag den 28. Oktober und reifen dann des Nachmittags nach Venedig weiter. Am Nachmittage des folgenden Tages ist dann die Rückreise nach Mailand. Dort wird übernachtet und am 30. Oktober früh findet die Rückkehr durch die Schweiz statt. Von dieser Reise können die Pilger auf Allerheiligen wieder in der Heimath fein Außerdem ist auch noch eine zweite kürzere Tour für die Rückkehr möglich, welche vonRom direkt über Florenz nach Mailand zurückführt. Die Über Ala zurückkehrenden Pilger gehören zu der ersten Gruppe und trennen sich von diesen am 29. Oktober in Verona. Es ist aber auch den Pilgern gestattet, den Aufenthalt in Rom oder anderen Städten nach Belieben zu verlängern und allein die Rückreise anzutreten. Für gute Verpflegung auf der Hin- und Rückreise sind die sorgsamsten Vorkehrungen getroffen; ebenso ist beim Reiseplan jede Anstrengung der Theilnehmer vermieden, so daß auch Angehörige besserer Stände unbedenklich die Reise mitmachen können. — Anmeldungen, die bis zum 31. August vollzogen sein müssen, nimmt entgegen Mons. Geistl. Rath Dr. Werthmann in Freiburg im Br., von dem auch Pilgerbüchlein und nähere Mittheilungen zu erbitten sind.
* Worms, 13. Aug. Laut Abstimmung in den Städten und Gemeinden der Pfalz haben sich rund 211,000 stimmberechtigte Einwohner für Einführung des achten Schuljahres und rund 65,000 gegen die Einführung des achten Schuljahres ausgesprochen; für das achte Schuljahr somit eine Mehrheit von 146,000 Stimmen.
* Zur Zflegeknug der Kitzeferie« in den Schulen hat der Kultusminister neuerdings wieder eine Verfügung erlassen, die von den bisherigen Bestimmungen in einigen wesentlichen Punkten abweicht. Es heißt in dem neuen Erlaß: Die abnormen Witterungsverhältnisse in diesem Sommer haben die Nothwendigkeit bar» gethan, anderweit Anordnungen betreffs der Kürzung des Schulunterrichts bei übergroßer Hitze zu treffen. Bei der Verschiedenheit der Schul- Verhältnisse lassen sich erschöpfende Normen für die Allgemeinheit nicht feststellen. Es wird daher dem pflichtmäßigen Ermessen der Schulaufsichtsbeamten ein gewisser Spielraum in der Handhabung bestehender und noch zu erlassender Vorschriften gelassen werden müssen. Dabei sind aber nachstehende Bestimmungen zu beachten t 1. Wenn das hunderttheilige Thermometer um 10 Uhr Vormittags im Schatten 25 Grad zeigt, darf der Unterricht in keinem Falle über vier aufeinander folgende Stunden ausgedehnt und ebenso wenig darf den Kindern an solchen Tagen ein zweimaliger Gang zur Schule zugemuthet werden. 2. Auch bei geringerer Temperatur ist eine Kürzung des Unterrichts nothwendig, wenn die Schulzimmer zu niedrig oder zu eng, bezw. die Klaffen überfüllt stad. 3. Auch wenn die betreffende Schulklasse während der vollen Zeit unterrichtet wird, müssen Kinder, welche einen weiten, schattenlosen Schulweg haben, von einem zweimaligen Gang zur Schule an demselben Tage befreit werden. 4 Es bleibt zu erwägen, ob bei Schulen, die geräumige, schattige Spielplätze haben, unter Umständen der lehrplanmäßige Unterricht nicht durch Jugendspiele unterbrochen werden kann. 5. Die Entscheidung über Ausfall der Schule oder Kürzung des Unterrichts trifft bei größeren Schulkörpern der Vorsteher der Schule (Direktor, Rektor) bei kleineren der Orts- schulinspektor, und wenn ein solcher nicht am. Orte ist, 6er Schulvorstand.
jun ft. Sie soll die „Prophezeihung des Messias"
warfen buntfarbige Reflexe auf die Wände und den Fußboden, trügerisches Leben auf den bleichen Angesichtern der Erschlagenen hervorzaubernd.
Karl erwachte aus seiner Betäubung. Er versuchte, sich emporzurichten, er fühlte sich matt und schwach, dennoch gelang es ihm, sich zu erheben. Er stützte sich schwer auf die Lehne des Cyorstuhles — die eine Hand preßte er auf die brennende Wunde in der Brust — so wankte er weiter. Da fiel fein Blick auf den Altar. Ein herrliches Bild befand sich über ihm; auf dem Schooß Marias lag der Mutige Leichnam ibres Sohnes, ihre schmerzerfüllten Blicke waren 'gen Himmel gerichtet, die gefalteten Hande auf das Herz gepreßt. Ein unendliches Mitleid, unendliche Liebe ruhte auf ihrem schönen Antlitz und ein tiefes Erbarmen strahlte aus ihren sanften, blauen Augen.
(Fortsetzung folgt). I
^Hier wird o Mensch praefignrirt, Wie Christus zum Tod hingesührt, Bon wegen unser Missethat, Wie schmählich Er gelitten hat, Gegeißlet und mit Dorn gekrönt, Damit beim Vatter uns hat versöhnt. Ob hierdurch möcht ein steinern Hertz Erweckt werden zur Reu und Schmertz".
Es folgt «in Herold, der sagt:
„Hör zu mein Volck und schweige still, Das ist des Pflegers Ernst und Will, Es wird Jesus von Nazareth, Der Juden-König von der stett Geführet auf die Schedelstadt, Bon wegen vieler Uebelthat.
Hinter ihm kommt der Landpfleger Pilatus in heidnischer Kleidung auf einem Pferde, einen Speer in der Rechten, woran eine Fahne befestigt ist mit der Aufschrift: „Senatus Populusque Ro- manus“. Ein Schildträger geht voraus, zwei Reissige und sechs Gewaffnete folgen. Pilatus spricht :
„Entsetzen macht der Römer Pracht, In aller Welt groß ist ihr Macht,
Lokales«
Fulda, 16. August.
□ Die Mariavische Kärger- «ad Avttg- gefeKen-Sodakilät feierte gestern ihr Tttular- feft in der üblichen feierlichen Weise. Gegen 500 Mitglieder beteiligten sich Morgens an der General - Kommunion und nachher an der festlichen Prozession zur Stadtpfarrkirche. Nachmittags wurden 21 Aspiranten in die Sodalität ausgenommen.
t Laut Nachricht im Anzeigentheiie dieses Blattes wird morgen, Freitag den 17. d. M„ früh 71/* Uhr in der hiesigen Domkirche da» Jahrgedächtnißamt für den verstorbenen hochwürdigen Herrn Domkapitular und Professor Kervraur» Kreituvg abgehalten werden.
O Gestern feierten die beiden Scbwestern Wigbert und Walburga im hiesigen Mutterhaufe ihr »Vjähriges Hrdevs Jubikättm. Am Morgen wuroe zu dem Zwecke tm Mutterhaufe ein feierliches Hochamt gehalten, in dem die beiden