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M 186. JuLöa, Donnerstag, den 16. August 1900. 27. JahrgMg.

Fuldaer

< Schutz den Arbeitswilligen!

Zur Zeit, als das „Zuchthausgesetz" un­glückseligen Andenkens die Gemüther bewegte, konnte mit Recht darauf hingewiesen werden, daß das Verlangen, die Arbeitswilligen in Ruhe zu lassen, sehr oft nicht an die Adresse streikender Arbeiter, sondern an diejenige von Arbeitgebern und Arbeitgeberverbänden gerichtet werden müsse, welche gegen ihre Arbeiter von der Waffe der Aussperrung Gebrauch machen. Manche Arbeit­geber scheinen sich auch jetzt noch darauf verlegen zu wollen, der Regierung Material zu liefern für ein „Zuchthausgesetz" gegen — aussperrende Arbeitgeber.

Bemerkenswerth ist in dieser Beziehung eine Mittheilung der sozialdemokratischen Münchener Post^. In München streiken die Schreiner und Zimmerer. Ihr Anerbieten, das Gewerbegericht als Einigungsamt anzurufen, wurde von dem Arbeitgeberverband des Baugewerbes für München und Umgebung zurückgewiesen. Nun haben sich zahlreiche Gehilfen nach anderen Städten gewandt, um dort Arbeit zu finden. Die Münchener Streik­kasse wird dadurch natürlich entlastet, und dieser Umstand mag dem genannten Arbeitgeberverband besonders unangenehm sein, das gibt ihm aber noch kein Recht, an den Verband süddeutscher Möbelindustrieller in Stuttgart das Ansinnen zu stellen, die Schreinergehilfen aus München, die in Stuttgart Arbeit gefunden haben, sofort zu entlassen. Glaubt man sich aber doch zu einer solchen Forderung berechtigt, so soll man wenigstens auch den Arbeitern das Recht zugestehen, gegen „Streikbrecher" ihre Maßregeln zu treffen. Das Streikpostenstehen ist jedenfalls bedeutend harm­loser, als der Terrorismus, der sich in der ver­langten Aussperrung „arbeitswilliger" Gehilfen, die anderwärts, ihr Brod suchen, kundgibt.

Aehnlich liegt es bei der roch immer an­dauernden Aussperrung der Werftarbeiter — es sind ihrer jetzt rund 5000 — in Hamburg. Gestreikt haben hier Anfangs nur 5—6 Dutzend Nieter der Reiherstiegwerft. Als deren Be­schäftigung Anderen übertragen wurde, weigerten sich diese, die sogenannte Streikarbeit zu über­nehmen, und so stieg die Zahl der Ausständigen auf einige Hundert. Nun beschloß der Verband der Eisenindustriellen, ein Sechstel aller Werft­arbeiter zu e n t l a s s e n, um dadurch die Streikkasse der Arbeiter schneller zur Erschöpfung zu bringen. Nach acht Tagen wurde ein zweites Sechstel entlaffen. Die Entlassungen erfolgten auf allen Werften, um eine einzelne Kategorie von Arbei­tern einer einzigen Werft zur Unterwerfung zu zwingen. Und da will man den Arbeitern vorwerfen, sie hätten durch den Streik die Mobil­machung nach China gestört und die chinesischen Wirren, die übrigens zu Beginn des Streiks, am 4. Juni, noch gar nicht eine Mobilmachung Deutschlands erwarten ließen, benutzt, um für sich Lohnvortheile zu erpressen! Warum haben denn die Arbeitgeber von solchen patriotischen

Die Tochter des KhmMs.

Roman von O. Elster.

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Es war finstere Nacht — die erste Sturm­partie war mit Leitern und anderen Materialien versehen, langsam trat die Sturmkolonne an, an der Spitze die Generale Calville und Bowes und mehrere andere höhere Offiziere. Alles war still, kein Wort, kein Husten, kaum ein Fußtritt war zu hören, nur das entfernte Feuer an anderen Stellen rollte und einzelne Kartätschenschüsse rasselten herüber.

Auch in der Festung rührte sich nichts.

Als aber die beiden Avantgardenkompagnien sich der zu erstürmenden Bastion näherten, blitzte es in der Bresche auf und eine rollende Salve krachte ihnen entgegen. Man hatte den Sturm erwartet, deutlich konnte man beim Aufblitzen der Schüsse die Truppen tn dichten Reihen hinter der Brustwehr aufgestellt sehen. Ein Hurrah der Stürmenden antwortete der Salve und mit ge­fälltem Bajonett ging es vorwärts. Die Erde schien sich in einen Vulkan verwandelt zu haben; rechts und links, vorn und hinten öffnete sich die Erde, um Minen und Bomben auf die Stürmen­den zu werfen. Ein mörderisches Kanonen-, Mus­keten- und Büchsenfeuer! Ein dumpf forttönendes Hurrah! Marschblasen der Hornisten und unauf­hörliches Raffeln der Trommeln! Ein wirres Durcheinander! Die Ordnung der stürmenden Truppen war völlig gelöst, Jeder stürmte auf eigene Faust — Karl kämpfte Seite an Seite urit einigen britischen Grenadieren und dem

Erwägungen sich nicht davon abhalten lassen, einige Tausend Werftarbeiter auszusperren?

Wie „terroristisch" und unversöhnlich bei diesem Lohnkampfe gerade die Arbeitgeber vorgehen, be­weist auch der Umstand, daß sie die Organi­sation der Arbeiter nicht anerkennen, mit ihr nicht verhandeln wollen, während sie selbst immer geschloffen als Verband auftreten! Was den Arbeitgebern recht ist, scheint in ihren Augen den Arbeitern darum noch lange nicht billig zu sein. Bei solchen Anschauungen ist freilich nicht abzusehen, wie Lohnstreitigkeiten auf friedlichem Wege beendet werden könnten. Die gegenseitige Anerkennung der Gleichberechtigung ist die Voraussetzung für Ausgleichsoerhandlungen, wie überhaupt eine Forderung der Gerechtigkeit und der Vernunft. Der Terrorismus sozialpolitisch rückständiger Arbeitgeber kann nur dazu dienen, die arbeiterfreundlich gesinnten Politiker, insbesondere diejenigen des Centrums, in ihrem Widerstande gegen jede Beschränkung der Koalitionsfreiheit der Arbeiter zu bestärken und ihre Forderung der gesetzlichen Anerkennung der beruflichen Or­ganisationen immer aufs Neue wieder aufleben zu lassen, bis sie erfüllt ist.

Deutsches Deich.

Berlin, den 15. August.

* Der Ilücktrilt des Ieichskanzkers Iürst Aoherrkohe wird wieder einmal ange­kündigt. Wie nach einer aus offiziöser Quelle schöpfenden Korrespondenz, der wir die Verant­wortung für diese Meldung überlassen müssen, „bestimmt" verlautet, dringen die Verwandten des Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe in den­selben, sich von den Staatsgeschäften möglichst bald zurückzuziehen. Man glaubt in politischen Kreisen, daß der greise Staatsmann zur Zeit nicht mehr abgeneigt sei, dem Wunsche der ihm Nächststehenden zu willfahren.

h. Kifchof v. Inzer ist am Montag vom hl. Vater empfangen worden. Die ,Frf. Ztg/ meint, seine Audienz nach dem letzten Besuche des Prinzen Heinrich beim Papste sei wohl politisch nicht unbedeutsam. Bischof v. Anzer reiste Abends von Rom ab.

ti. Aleichstags-Äögeordueler Ar. Schäd- tet feiert am 22. August in Bamberg sein 25jäh» rigeS Priester-Jubiläum. In Centrums­kreisen bringt man dem hochgeschätzten Parlamen­tarier die herzlichsten Glückwünsche entgegen. Möge es ihm vergönnt sein, noch lange Jahre die Auf­gaben sowohl seines kirchlichen Amtes, wie auch seiner politischen Thätigkeit mit dem glücklichen Erfolge, der ihn bisher stets ausgezeichnet, zu er­füllen!

* „Welcher Aohu! * Derbei der Erstürmung der Takuforts am 17. Juni schwer verwundete Kapitän Lans des deutschen Kanonenbootes „Iltis" hat an seine Verwandten in der Heimath wenige Tage n ach dem Gefecht Briefe geschrieben, in welchen sich folgende charakteristische Stelle findet:

,17 Volltreffer an Granaten (12—24 Centimeter Kaliber) haben wir bekommen, von denen die bei weitem größere Zahl im Schiff krepirt ist und hier leider so

Kapitän der Kompagnie vom 60. Regiment. Ein Schuß streckte den Kapitän nieder, eine empor» prasselnde Fladdermiene warf Karl zu Boden, doch raffte er sich wieder empor und stürmte weiter durch Blut und Brand, durch Feuer und Dampf!

Doch der Sturm stockte. Gegen das Meer von Feuer, Bomben, Mmen, Kartätschen und den Hagel von kleinen Geschossen vermochte die Sturmkolonne nicht weiter vorzudringen. Sie sammelte sich wieder in dem Graben, wo sie einigermaßen Deckung gegen das furchtbare Feuer fand. Es war Mitternacht, noch tobte der Sturm an einer anderen Stelle. Das Crntrum der britischen Sturmkolonne griff das feste Schloß an. Sobald man aber von den Wällen die Heranstürmenden bemerkte, verbreitete plötzlich ein dort aufsteigendes Flammenmeer unter dem Donner der feuernden Ftankengeschütze, raffelnder Gewehrsalven und unter dem Gekrach springender Bomben, Granaten und Fladderminen, die glänzendste Tageshelle, nach der dann urplötzlich vorübergehend wieder die tiefste Dunkelheit eintrat.

Die Helle zeigte die dunklen Gestalten und die blinkenden Waffen der Vertheidiger auf den Wällen, sowie die zum Sturme hinanklimmenden Soldaten, denen der Tod in tausendfacher Gestalt entgegenrollte. Durch das betäubende Getöse drang von Zeit zu Zeit lautes und wildes Geschrei der Kämpfenden. Alle Mächte der Hölle schienen losgelaffen zu sein.

Der Befehl zum abermaligen Sturm ward gegeben. Nur zögernd trat die Sturmkolonne an. Viele Soldaten blieben unter dem Vor­

viele meiner braven Leute getödtet oder verwundet hat. Und welcher Hohn! Alle feindlichen Ge­schütze und Geschosse kommen auS unserer Heimath; es sind alles moderne Schnellladekanonen von Krupp."

Die Krupp'schen,Berl. Reuest. Rachr/ drucken die Briefe des Kapitäns Lans ab, unterdrücken aber ebenso wie der ,Berl. Lokalanz/ den obigen Stoßseufzer eines tapferen Offiziers über die Hinmordung deutscher Soldaten durch Geschütze aus deutschen Fabriken!

* Die Krgeörriffe des Ieichsharrshaktv für das Rechnungsjahr 1899 haben sich nach dem Final-Abschluß der Reichs-Hauptkaffe, abgesehen von den auf die außerordentlichen Deckungsmittel angewiesenen Ausgaben, im Vergleich zum Etat in runden Summen, wie folgt gestaltet: Im Ganzen sind an ordentlichen Einnahmen, soweit sie dem Reiche verbleiben, im Vergleiche mit dem Etat 76147463,46 Mark mehr aufgekommen, wovon 12953177,25 Mark zur Deckung des Mehrbedarfs bei den Ausgaben und 30 707 205 Mark nach der erwähnten Vorschrift des Gesetzes vom 24. März 1897 zu verwenden waren, sodaß als Ueb er schuß des Rechnungsjahres 1899 ein Betrag von 32 487081,21 Mark verbleibt.

-s- Symptome? In München ist bekannt­lich die Wahl des Lehrers Karschensteiner, der sich durch die protestantische Erziehung seiner Kinder selbst aus der katholischen Kirche aus­geschloffen hat, zum Vorstand einer katholischen Schule von der k. Regierung von Ober­bayern bestätigt worden. Ganz der gleiche Fall wird jetzt auch aus der Pfalz gemeldet: die Wab-l des exkommunizirten Lehrers Schunck von Jxheim auf eine katholische Schul­verweserstelle in Zweibrücken wurde, der ,Augsb. Postztg.' zufolge von der k. Regierung der Psalz bestätigt, obwohl sämmtliche kirch­lichen Instanzen bis hinauf zum bischöflichen Ordinariat, sowie die katholischen Familienväter gegen die Wahl protestirt hatten. Sicherlich werden in München und Speyer die Ordinariate die Angelegenheit j tzt nicht fallen lassen. Das Ministerium selbst wird sich vor die Frage gestellt sehen, ob es auf liberalen Gewissens­zwang sein Siegel aufdrücken will oder nicht. Weht wirklich Konfliktsluft in Bayern? Wir wollen es einstweilen noch nicht glauben. Wollte man wirklich einen kleinen Kulturkampf wagen, man würde das bayerische katholische Volk und seine parlamentarischen Vertreter ge­rüstet finden.

* Ein dritter katholischer Wilitär- geikkicher für Khina ist berufen worden. Außer dem Garnisonpfarrer Sander von Brieg hat der katholische Divisionspfarrer Mause von Coblenz laut der ,Cobl. Ztg/ am Freitag eine telegraphische Einberufung nach China erhalten. Herr Mause hat Anfangs der 80er Jahre in Würzburg studirt und gehörte dort der kathollschen Studentenverbindung „Markomannia" an. — Der Militärverwaltung, welche auf die Anregung der Preffe so bereitwillig eingegangen ist, kann man für die Entsendung weiterer seelsorglicher Kräfte nur aufrichtig dankbar fein.

* Auf deutschen Eisenbahnen — aus­schließlich der bayerischen — sind im Monat Juni 12 Kntgkeisttuge« auf freier Bahn (davon 5

wände liegen, daß sie verwundet seien. Wer konnte es in der Finsterniß feststellen?

Plötzlich leuchtete es auf dem Walle gerade vor der Sturmkolonne auf. Wildes, betäubendes Geschrei ertönte. Dunkle, phantastische Gestalten klommen den Wall empor und erschienen auf der Bresche, und jetzt — flammte es wieder auf wie ein Meer von Feuer, und mitten auf der Bresche, umtost von den rochen Flammen, stand die Gestalt eines Weibes, den Säbel über dem Haupte schwingend, von dem das lange, schwarze Haar in dichten Strähnen niederfloß.

„Manuela!" flüsterte Karl mit bebenden Lippen und fester umkrampften feine Hände das Gewehr. Eine wilde Begeisterung überkam ihn; er stürmte mit lautem Rus vorwärts und riß dadurch die umstehenden Soldaten mit sich. Andere folgten — man erreichte die Bresche — Manuela fasten in dem Flammenmeer unterge­taucht zu fein — in den nächsten Straßen tobte schon der Kamps — man hörte wildes Jauchzen, weiter stürmie Karl mit den Anderen — man erkletterte den Wall — man erstieg die Bresche man warf sich auf die Vertheidiger — ein furcht­bares Ringen Mann gegen Mann — Säbel gegen Säbel — Bajonett gegen Bajonett — langsam wichen die Vertheidiger zurück.

Auch von anderer Seite waren die Stür­menden in die Stadt gedrungen — ein hart­näckiger Straßenkampf folgte, nach und nach zogen sich die Vertheidiger nach dem großen Platze im Innern der Stadt zurück — die Par­lamentär-Flagge wurde gezogen ... die Stadt war im Besitze der Engländer, als der Morgen graute.

bei Personenzügen), 38 Entgleisungen in Stationen (davon 14 bei Personenzügen), 1 Zusammenstoß auf freier Bahn (zwischen Rangirzügen), 17 Zu­sammenstöße in Stationen (davon 2 bei Personen­zügen) vorgekommen. Dabei wurde 1 Bahnbe- diensteter getödtet und 13 Reisende, 22 Bahn­bedienstete sowie 2 fremde Personen verletzt.

* Die Zlenregekrnrg der Deamteuver- häktrrisse der ^ost- und Gelegraphenver- waktung, wie sie in dem Erlaß des Staats­sekretärs vom 1. Januar d. I. vorgesehen ist, bringt Veränderungen in den Sekretärstellen mit sich, über die in der ,D. Verkehrsztg/ Fol­gendes berichtet wird:

Nachdem die Ober-Postdirektionen festgestellt haben, wo und wie viele Sekretärstellen im technischen Dienste nothwendig find, ist mit der Einrichtung der neuen Sekretärstellen begonnen worden. In erster Linie kommen für die neu geschaffene Sekretärstellung die vorhandene« Post- und Telegraphensekretäre in Betracht, weiter können hierfür auch Postpraktikanten und solche Assistenten be­stimmt werden, die die Sekretärprüfung bestanden haben. Versetzungen etatsmäßig angestellter Beamten werden aus Anlaß der Neuordnung im Allgemeinen nicht vor­genommen. Die Neuregelung bedingt eine anderweitige Bertheilung der Sekretärstellen. Diese läßt sich natür­lich erst nach und nach durchführen, zunächst ist durch die Neuordnung in dem Bestände der den Oberpost­direktionen zugewiesenen etatsmäßigen Sekretärstellen nichts geändert. Soweit Postpraktikanten oder Assistenten mit der Wahrnehmung von Sekretärgeschäften beauf­tragt werden, ist deren Diensteinkommen, bis Sekretär­stellen zur Verfügung stehen, in der bisherigen Weise in Hilfsarbeiter- oder Assistentenstellen zu verrechnen. Zur Einrichtung neuer Sekretärstellen ist die Genehmigung des Reichs-Postamts erforderlich.

* Münster (Hannover), 15. Aug. Der Kaiser traf heute früh 71/» Uhr von Alten- grabow hier ein und begab sich zu Wagen nach dem Truppenübungsplatz. Auf dem für das Publikum gesperrten Truppen - UebungS- und Schießplatz fand von früh 8 Uhr an in Gegen­wart des Kaisers eine größere militärische Uebung statt. An derselben waren die Jnfan- terieregimenter Nr. 73 und 74, Pioniere, Luft­schiffer mit Fesselballon, einige Eskadron? Ka­vallerie, Garde-Fußartillerie und die Haubitzen­batterie des 26. Artillerieregiments beseitigt. Nach längerer Gefechtsübung, bei der blind ge. schossen wurde, begann die scharfe Beschießung der eigens zu diesem Zwecke errichteten Festungs­werke durch die Artillerie. Den Schluß machte ein Sturm der Truppen auf die zerschossenen Werke.

AirsLaud.

* Amsterdam, 14. August. Ein katholi­sche r so'zialer Kongreß für die Nieder­lande soll, wie schon kurz gemeldet, am 2. und 3. September auf Anregung des niederländischen römisch-katholischen Volksbundes hier abgehalten werden. Der Eröffnung des sozialen Kongreffes soll am Sonntag, 2. September ein feierliches Pontifikalamt in der Magdalenenkirche auf der Spaarndammerstraße voraufgehen. Nachmittags 1 Uhr wird der Kongreß durch den Bischof von Haarlem Mrg. Bettemanne im großen Saale des Paleis voor Volksolijt eröffnet werden. In den anderen Räumen dieses Jndustriepalastes werden dann von 3 Uhr ab die verschiedenen Sektionen des sozialen Kongreffes ihre Sitzungen

Die Schaar, unter der sich Karl befand, hatte einen besonders hartnäck'gen Kampf zu bestehen. Als letztes Bollwerk suchten sich die Vertheidiger eine große Kathedrale aus, auch aus ihr mußten sie mit dem Bajonett vertrieben werden; die Kirche hallte wider von dem Getöse des Kampfes, den Gewehrschüssen, dem Hurrah der Stür­menden, dem Stöhnen der Verwundeten.

Eine Schaar spanischer Guerrillakrieger hatte sich angeschlossen. Karl erkannte den wilden Manso, dessen breites Messer sich erbarmungslos in die Brust jedes Franzosen senkte, wenn dieser auch bereits die Waffen fortgeworfen hatte und um Pardon bat.

Man drang in die Kirche ein. Karl war einer der ersten — da sah er vor dem Altäre wieder die Gestalt Manuelas stehen! In den hocherhobenen Händen hielt sie ein Kreuz und feuerte mit fanatischen Worten die Spanier an, die Franzosen niederzumachen, welche sich in den Hintergrund der Kirche zusammendrängten und die Waffen niedergelegt hatten.

Wie glutgierige Panther sprangen die Spanier auf die Wehrlosen ein, um sie zu er­würgen. Karl wollte es verhindern. Ec stellte sich mit gefälltem Bajonett vor die Wehrlosen und donnerte den Spaniern ein Halt! entgegen.

„Fort da!" tief Manso. „Die Hallunken müffen alle sterben!"

„Ich dulde es nicht," entgegnete Karl mit bebender Stimme. Die Gefangenen befinden sich unter meinem Schutz!"

Ein höhnisches Lachen war die Antwort.

„Tödtet sie! Vertilgt sie von der Erde, die uns die Freiheit raubten — tödtet sie! Tödtet