MD
Wegen der künftigen Regelung der- südafrikanischen Verhältnisse hat sich der englische Kolonialminiüer Chamberlain, wie er gestern im Unterhause mittheilte, mit Kanada und- den australischen Kolonien ins Benehmen gesetzt. Die britische Regierung und diese Länder seien sich völlig darüber einig, daß die südafrikanischen Gebiete annektirt und dort eine von Militärgewalt unterstützte Regierung eingesetzt werden müsse und daß als Definitivum für beide Kolonien die repräsentative Selbstregierung in Aussicht zu. nehmen sei.
Die Wirren in China.
Wie aus Berlin gemeldet wird, glaubt man dort in unterrichteten Kreisen nicht an die Meldung, daß die Gesandten sich unter chinesischer Eskorte aus dem Wege nach Tientsin befinden. Man neigt vielmehr der Ansicht zu, daß sich die Gesandten, allerdings unter beständiger Bedrohung durch die Chinesen, noch in ihrer Vertheidigungsstellung in Peking befinden. Man glaubt, daß sie noch am Leben sind, da man den heute eingetroffenen Brief von Belows, wonach der Gesundheitszustand der Gesandtschafts-Mitglieder verhältnißmäßig gut ist und die Verwundeten sich auf dem Wege der Besserung befinden, für authentisch hält. Der Brief ist durch die Hand des deutschen Konsuls gegangen, der die Handschrift von Belows genau kennt; daß aber die Chinesen bereits Handschriften so täuschend fälschen sollten, ist nicht avzunehmen. — Die Regierung der Bereinigten Staaten von Nordamerika hat eine Depesche von dem amerikanischen Gesandten in Peking, Conger erhalten, welche Tsinan Jamen, 7. August datirt ist und meldet, die chinesische Regierung bestehe auf den Abzug der Gesandten, was sicheren Tod bedeuten würde. Alles sei wohl, doch sei wenig Munition und Proviant vorhanden. Ferner bestätigt Conger, daß zwei Mitglieder des Tsungli- 9)amen enthauptet worden seien.
Korrdorr, 8. August. Im Unterhause theilte Brodrick heute Folgendes mit: Wir haben soeben zwei Telegramme erhalten, eins in Chiffern von Macdonald, datirt von Peking, 3. August, welches lautet: Ich habe heute Ihr durch den chinesischen G sandten befördertes Chiffre-Telegramm erhalten. Das Ge- - schützfeuer hat am 16. Juli aufgehört, aber das Gewehrfeuer wurde seitdem von den chinesischen, durch Regierungstruppen und Boxers gehaltenen Stellung in Zwischenräumen fortgesetzt. Wir erlitten dadurch geringe Verluste. Folgende Engländer sind getödtet: Warren, David, Oliphant, und Kapitän Strouts, verwundet 26 Engländer, darunter die Kapitäne Halliday und Wray und der ,Timeö'-Korrespondent Morisson. Alle Verwundeten sind mit einer Ausnahme wohlauf. Die übrigen Engländer in der Gesandtschaft befinden sich wohl, ebenso die ganze Besatzung. Der Gesammtoerlust be- rägt 60 Todte und 110 Verwundete. Wir ;aben unsere Befestigungen verstärkt und haben n der Gesandtschaft über 200 Frauen und> Kinder. Die chinesische Regierung verweigerte uns bisher die Erlaubniß, chiffrirt zu telegra- ihiren." Hieraus ergibt sich, bemerkt Brodrick, raß Macdonald wohlbehalten ist. V ir haben auch Information bezüglich des Vormarsches. Ein Telegramm unseres Kontreadmirals in China aus Tschifu vom 6. August meldet: „Die Verbündeten, etwa 12000 Mann stark, griffen heute früh energisch die chinesischen Stel- ungen bei Hsiku, etwa 2 Meilen von Tientsin an. Die Chinesen wurden vertrieben und zogen ich nordwärts zurück, verfolgt von den Ver- ründeten, die darauf Peitsang besetzten. Trans- rorle folgen den Truppen zu Wasser und zu Lande. Der Vormarsch auf Peking hat begonnen.
* London, 8. Aug. Der .Daily Mail' wird aus Tischifu vom 6. August gemeldet: Die erste Schlacht zwischen den Verbündeten und den chinesischen Horden, welche dem Vorrücken Widerstand leisten, fand gestern bei Peitsang tatt. Die Berichte über den Kampf sind noch ehr knapp abgefaßt, aber man ersteht daraus, >aß die Chinesen in großer Masse in starken Verschanzungen auf beiden Seiten des Peiho Stellungen eingenommen hatten. Der Angriff der Verbündeten erfolgte Sonntag Morgen. Die Chinesen wurden nach hefiigern Kampfe aus der ersten Verschanzungslinie vertrieben, danrr zogen sie sich über den Fluß zurück und sprengten die Brücke hinter sich. Die Japaner machten einen tapferen Versuch, den gewonnenen Vortdeil weiter zu verfolgen, indem sie den Fluß über- chritten, aber die Chinesen warteten den Angriff auf die zweite Verschanzungslinie nicht ab, andern zogen sich schnell den Fluß aufwärts zurück.. Die Japaner kamen bei der Überschreitung des Flusses unter ein heftiges Kreuzfeuer und verloren schwer. Die Engländer verloren 60 Mann Todte und Verwundete. Der Kamps dauerte sieben Stunden. Als der Bericht abging, waren die Verbündeten dabei, die im vollen Rückzüge befindlichen Chinesen zu verfolgen, aber die Ufer des Peiho waren an mehrerem, tunkten durchschnitten und das Land infolge» essen mehr oder weniger überschwemmt und ein Vorrücken der Verbündeten deshalb höchst schwierig.. Die Chinesen werden daher Zeit haben, sich neu zu formtreu und sich von den Folgen der Schlacht u erholen. — In Tientsin ist nur eine kleine Besatzung mit 14 Kanonen zurückgelassen und man hegt einige Besorgnis», weil 15.000 Chinesen mit Artillerie sich im Südosten, zwei Tagemärsche von Tientsin, befinden sollen. Rach einem Tele^
wohner Hawaiis ertheilt, der mindestens ein Jahr dort gewohnt hat, die englische oder die Kanaken- sprache in Wort und Schrift bemeistert, und seine Absicht kundgegeben hat, Bürger werden zu wollen. Schätzungsweise erhalten dadurch bei einer Ge- sammtbevölkerung von etwas mehr als 100 000 Einwohnern ungefähr 10 000 Eingeborene, 2300 Portugiesen und 3000 andere Europäer und Amerikaner das Stimmrecht, so daß die .Ranaten leicht die Legislatur kontrolliren können.
Der Krieg in Südafrika.
Die vorn Kriegsschauplätze in Süd- afrita jn der letzten Zeit eingelaufenen Meldungen lassen den Stand der Dinge nicht genau erkennen. So viel steht fest, daß die Buren und Engländer mit wechselndem Glück in der letzten Zeit gekämpft haben. Wir haben bereits mit« getheilt, daß sich Harrismith dem General Macdonald ergeben hat. Harrismith bildete bisher fast noch den einzigen Zufluchtsort der Buren im südlichen Oranjefreistaats, und über die Pässe bei diesem Orte sind die Burenabtheilungen, die dem letzten erfolgreichen Kesseltreiben der Engländer im südöstlichen Freistaate entgangen sind, der Vernichtung oder Gefangennahme aus- gewichen. Die Uebergabe von Harrismith deutet
also darauf hin, daß endlich nach monatelangem Ringen dem Widerstände der Buren auf dem südlichen Kriegsschauplätze des Oraujefreistaats ein Ende gemacht worden ist.
In Transvaal hält im Osten Pretorias Botha nach wie vor Roberts in Äthern. Neuerdings wird von dort gemeldet: Die britischen Truppen rücken langsam gegen Machadadorp vor. Eine Kolonne geht von Middelburg, eine andere vom Süden her vor. Die Buren leisten vom Süden her kommenden Truppen nur geringen Widerstand. Im westlichen Theil haben nach einer Privatnachricht die Buren Springs Station, ein wichtiges Kohlencentrum östlich von Johannesburg, genommen und viel Bahnmaterial erbeutet. Von englischer Seite ist darüber eine Meldung noch nicht eingegangen.
Im westlichen Transvaal haben mehrfache Kämpfe bei Rustenburg stattgefunden. Hier war Baden-Powell eingeschlossen, er ist jetzt durch Carringtons Truppen entsetzt worden, die befreite englische Garnison hat sich nach Zeerust, also nach Nordweften zurückgezogen. Die Buren bedrohen Vrijburg, das an der Grenze von Transvaal schon auf englischem Gebiete liegt. Danach können die Engländer auf diesem Theil des Kriegsschauplatzes große Erfolge nicht gerade erzielt Haden.
b- Das Pantheon in Rom, -s die HraSfialte König Knmverts.
ein, auf dem Bahnhofe von den Ministern, den Präsidenten des Senates und der Kammer, sowie zahlreichen Senatoren, Deputirten und Vertretern der Behörden empfangen. Die Herrschaften begaben sich alsbald nach demQuirinal. — Prinz Heinrich von Preußen ist heute Vormittak 10 Uhr 20 Min. hier eingetroffen und am Bahn- Hofe von dem Minister des Auswärtigen, Vis- conti Venosta, dem deutschen Botschafter Grafen v. Wedel und zahlreichen italienischen Offizieren empfangen worden. Den Ehrendienst auf dem Bahnhofe versah eine Kompagnie Infanterie, welche mit Fahne und Musik erschienen war. Beim Einfahren des Zuges wurde die deutsche Hymne gespielt. Prinz Heinrich begab sich in einem Hofwagen in das Grand Hotel, wo er als Gast des Königs Aufenthalt nimmt. — Die Zahl der Fremden, welche der morgigen Beisetzung der Leiche des Königs Humbert im Pantheon beiwohnen wollen, wächst von Stunde zu Stunde. — Aus Vorsicht wurden gestern und heute hier 30 Anarchisten verhaftet, theil- weise unter großen Schwierigkeiten, da sie sich in den Häusern verbarrikardirten. Ein Anarchist floh auf das Dach und drohte sich auf die Straße zu stürzen, so daß er erst nach einer regelrechten Belagerung durch die Feuerwehr gefangen werden konnte.
* Budapest, 8. Aug. Der frühere ungarische Ministerpräsident und Präsident des Magnatenhauses, Kconhüter Joseph Szlavy ist 82 Jahre alt gestorben.
* Konstanlknopek, 8. Aug. An verschiedenen Stellen der Stadt wurden gegen den Sultan und seine Rathgeber gerichtete Plakate angeheftet gesunden, worin auf die Attentate gegen den König von Italien und den Schah von Persien hingewiesen und demselben mit dem gleichen Schicksal gedroht wurde. In Folge dessen fanden wiederum zahlreiche Verhaf- tun gen von Offizieren und Beamten statt. Da int Palais die Sorge vor einem Attentat aufs höchste gestiegen ist, verweigert man sogar den Kawaffen der Botschafter den Eintritt und läßt alle Leute, die dort zu thun haben, von bewaffneten Dienern begleiten und gestattet den Fremden den Zutritt zum Selamlik nur auf persönliche Empfehlung des betreffenden Botschafters.
* London, 8. Aug. Der engliche Premierminister Lord Salisbury denkt einstweilen noch nicht an seinen Rücktritt. Man nahm bisher vielfach an, daß Lord Salisbury nach den Neuwahlen zum englischen Parlamente von der Leitung der konservativ unionistischen Partei zu- rücktreten werde und daß mit Rücksicht auf diesen Punkt die Auflösung des Parlamentes hinausgeschoben werden solle bis zu seinem natürlichen Ende. Jetzt erklärt die,Birmingham Post', daß Salisbury nach den nächsten Parlamentswahlen nicht zu rejtgniren gedenke. Wenn auch auf die Wahlen eine Rekonstruktion des Kabinets folgen werde, in dem sich wahrscheinlich ein neuer Schatzkanzler befinden werde, so sei doch jetzt nicht anzunehmen, daß die Königin einen neuen Premierminister zu wählen haben werde. — Diese Nachricht ist vor allem deshalb bedeutungsvoll, weil sie, wenn sie zutreffend ist, die baldige Auflösung des Parlamentes mehr in den Vordergrund rückt, als man bisher wohl annahm.
* Washington, 8. Aug. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat das Gesetz unterzeichnet, durch welches die Inselgruppe von Hawaii zu einem Territorium der Vereinigten Staaten wird, gleichberechtigt mit Arizona, New-Mexiko, Oklahoma und dem Indianer-Territorium. Es erhält eine vollständige Territorial-Regierung, einen vom Präsidenten zu ernennenden Gouverneur, einen Schatzsekretär, einen Schatzmeister und die nöthige Anzahl von Richtern, eine eigene, aus Senat und Haus bestehende Legislatur, Vertretung im Kongreß durch einen Delegaten u. s. w., Verfaflung der Vereinigten Staaten und deren Gesetze, auch der Zolltarif und die Arbeiter- und Einwanderungs- Gesetze werden auf das neue Territorium ausgedehnt. Das Stimmrecht wird jedem würdigen Be- schönen Mädchens ließen ihn seine körperliche Müdigkeit vergesien. Er bat Manuela, zu bleiben, er sei durchaus nicht müde und sei erfreut, die Schwester des berühmten Guerrillaführers kennen zu lernen. Er sprach feurig und leidenschaftlich und sein Auge ruhte mit flammendem Blick auf der schönen Gestalt Manuela's.
„So lassen Sie mich Ihre Stirnwunde verbinden", entgegnete diese. „Die blutet noch immer."
Sie löste das blutige Tuch, welches er um die Stirn geschlungen hatte, wusch die leichte Wunde mit frischem Wasser und legte einen neuen Verband kunstgerecht an.
Ein süßes Gefühl durchschauerte ihn bei dec Berührung ihrer warmen, weichen Hände; die leichten Schmerzen der Wunde waren vergessen, vergessen aber auch Die Sorgen feines Herzens, vergessen die Srtnmrung an die traute, einfache Heimalh, vergessen das fünfte Bild der Freundin und Geliebten feiner Jagend — alle Bilder und Eindrücke seines früheren Lebens versanken in dem Gluthenmeer ihrer dunklen Augen.
Er lehnte selbstvergeffend das Haupt an ihre Schulter und blickte sehnsüchtig verlangend zu ihr empor.
„Wie schön Sie sind, SeUnorita!" flüsterte er.
Eine leichte Gluth flammte in ihren Wangen auf. Es war ihm, als fühlte er einen leisen, zärtlichen Druck ihrer Hand, die sein Haupt sanft gegen ihre Brust drückte; er wollte den Arm um ste schlingen, doch rasch entzog sie sich ihm und nahm in einem Sessel Platz, der neben dem Kamin stand. (F. f.)
Die Leiche des ermordeten König Humbert st nach Rom übergeführt worden und soll heute m Pantheon, wo auch auch sein Vater, König Viktor Emanuel ruht, beigesetzt werden.
Unseren Lesern geben wir beistehend eine Abbildung des Pantheons, dieses gewaltigen Bauwerks von fast zweitausendjährigem Alter. Der Grundriß des Baues besteht in einer gewaltigen runden Cella mit ringsum auflastender Kuppel und einer rechteckigen vorgebauten Portikus, welcher, wenn ursprünglich beabsichtigt, wohl andere Verhältnisse und geringere Ausladung zugedacht waren. Die Front steht nach Norden, der Rücken stieß an Agrippas Thermen, von denen noch Ruinen erhalten sind. Die Area um den Tempel war rings mit Travertinfliesen belegt, man stieg über 5 Stufen zur Vorhalle, 33,5 Meter breit, 14 Meter tief; 16 Säulen von grauem und rotf)em ägyptischen Granit tragen das Dach der Vorhalle, 8 in der Front nebeneinander, die übrigen hintereinander, so daß die ganze Vorhalle in 3 Schiffe zerfällt. Die Schäfte der Säulen sind 12.36 Meter hoch und haben einen Umfang von 45 Meter. — Die Säulenbasen sind aus weißem Marmor, ebenso die theilweise entblätterten, doch die lebendige organische Gliederung von Kelch, Blatt und Blume noch deutlich offenbarenden korinthischen Kapitäle. Die 3 Schiffe der Vorhalle sind von 3 kaffettirten Tonnengewölben überspannt; den Hintergrund des mittleren Schiffes bildet die Tempelpforte, den Hintergrund der anderen Schiffe zwei kolossale Nischen. Im Giebelfeld der Portikus war, wie die Nieten löcher andeuten, ein großes Relief von vergoldeter Bronze ange» bracht; auf dem Fries lautet die wieder ersetzte Inschrift: „M. Agrippa L. F. Coe. tertium fecit“, d. h. Agrippa ließ es im 3. Jahre seines Konsulats (27 v. Chr.) errichten.
Die Rotunde, der eigentliche Tempel, ist ein mit sehr schönem Ziegelwerk bekleideter Guß- mßttelbau größten Maßstabes auf einem viereckigen Basament (68 Meter an den Seiten, 65 Meter vorn). Bis zum ersten Gesims war die Außenwand mit weißem Marmor bekleidet, dann folgte Stuckinkcustation. Die imposante, fast einförmige Masse der Rotunde wird außen durch drei 1 Meter hohe Ringgesimse gegliedert. Dann folgen ein 2 Meter hoher Tambour und sechs nach oben zunehmende Stufen, die der Kuppel als Streben dienen. — Die Kuppel zeigt außen nur die Hälfte ihrer inneren Höhe und endigt mit einem großen offenen Auge von 8,34 Meter Durchmesser.
Der Tempel ist somit eine originalrömische Hypäthral- (oben offene) Rotunde. Das Kuppeldach war mit vergoldeten Bronzeziegeln geschmückt,
aber 655 ließ der griechische Kaiser Konstanz II. dieselben nach Konstantinopel entführen (sie fielen unterwegs in die Hände der Sarazenen); unter Gregor III. (731—741) erhielt die Kuppel die jetzige Blribedeckung, nur am Auge blieb noch der alte Bronzering. Die Mitte der Kuppelhöhe sicht 42,7 Meter über dem Boden. — 1800 Jahre vermochten nicht, den Bau zu werfen. — Die Verbindung der rechteckigen Vorhalle mit der Kreislinie der Cella ist die alleinige Schattenseite des herrlichen Werks; die Vorhalle, an sich die schönste in Rcm, wird durch das massige Rund überwältigt und dieses steht mit den Linien jener in Disharmonie. In der Mitte der Hallentiefe öffnet sich ein breiter, mit Pilastern geschmückter Zugang, der diese Verbindung vermittelt, gegen das Portal.
Am Eingangsportal ist noch die antike, 6 Meter hohe Flügelthür erhalten; sie ist mit dickem Bronzeblech überzogen, sehr einfach, aber zierlich in viereckige Abheilungen gegliedert und mit Rosetten geschmückt.
Das Innere, obwohl es durch allmälige Ausplünderung und Wegführung feiner echten Materialien aus antiker Zeit (Marmor und vergoldetes Trz) schwer gelitten hat, überwältigt doch wie eine göttliche Erscheinung und würbe noch heute den Namen Pantheon unwillkürlich erfinden laffen, denn ihm kommt kein Tempel- Inneres auf Erden gleich.
Das Kuppelgewölbe (431/» Meter Durchmesser und Höhe) mit feinen perspektiv angelegten quadratischen Vertiefungen war mit eleganten bronze-oergoldeten Kassettonen befleibet; selbst in ihrer Nacktheit wirken diese Felder noch großartig (5 Vierecke je übereinander, 28 nebeneinander, jedes mit 3 inneren Vierecken; das letzte Gewölbedrittel ist leer). 18 Ziegelgurte, im unteren Theil durch jene fünf massiven Horizontalbänder verbunden, bilden das Gerippe des Gewölbes. Durch das eine offene Auge von 8,34 Meter Durchmesser ist der Tempel für das Himmelslicht erschlossen. Ein bedeutsamerer und schönerer Lichtzutritt kann nicht erdacht werden. „Die gleichmäßige Beleuchtung des ungeheueren Raumes, die regelmäßig wiederkehrenden Schatten aller symmetrischen Theile, wie ste nur ein einziges Oberlicht erzeugen kann, bringen in den Wunderbau die so hohe, wahrhaft majestätische Ruhe!"
Der reflaurirte Fußboden besteht aus großen runden und viereckigen Platten auf rechtwinkeligem Netz aus Porphyr, Granit, phryzischem und numidischem Marmor.
Tie Umwandlung des Pantheons in eine christliche Kirche fand schon am 13. Mai 609 unter Papst Bonifaz IV. aus Valeria statt.