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M 181.Jutda, Donnerstag, den 9. August 1900. 27. Jahrgang.

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I in China — so schreibt die ,Kreuz-Ztg/ — ist daS Ergebniß der seit geraumer Zeit zwischen den beteiligten Mächten betriebenen Ver­handlungen über die Frage des Oberkommandos. Wie sehr an der Zett es war, hierüber zu einer Entscheidung zu gelangen, ergaben die letzten Meldungen über die wechselnden Anschauungen innerhalb der verschiedenen Truppenführer deutlich genug. Denn es ist ja immerhin erklärlich, wenn auch freilich der Förderung gemeinsamen Zieles direkt zuwiderlaufend, daß auf die Entschließungen der Generäle in erster Linie wohl die eigenen Interessen, d. h. diejenigen der ihnen unter­stehenden Mannschaft bestimmend wirkten. Bei einer weiteren Fortdauer solcher Verhältniffe mußte die gemeinsame Aktion überhaupt gefährdet erscheinen. Schon die sich widersprechenden Meldungen, die heute den Engländern, morgen den Stoffen und den Franzosen die Schuld an dem verzögerten Vormarsch beimeffen, möchten den Schluß gestatten, daß der einzelne Befehls­haber bestrebt ist, die Verantwortung für etwaige Eventualitäten von sich auf den anderen zu übertragen. Ein solcher für die Dauer natürlich unhaltbarer Zustand ist durch die Ernennung eines gemeinsamen Oberbefehlshabers beseitigt. Daß einer unserer bedeutendsten Heerführer, der nicht nur im Kriege in hervorragenden militärischen Stellungen erfolgreich thätig war, sondern auch in der Lösung schwerwiegender politischer und diplomatischer Aufgaben wiederholt sich bewährt hat, zu diesem ebenso schwierigen wie verant­wortungsvollen Posten ernannt wurde, ist ein unzweideutiger Beweis für die eminente Wichtig­keit, die von maßgebenden Stellen der Weiter­entwickelung in China beigelegt wird; zum anderen aber umschließt diese Wendung eine große Fülle von Vertrauen der betheiligten Mächte in die selbstlosen, in erster Linie auf die Förderung der gemeinsamen Jntereffen gerichteten Bestrebungen der deutschen Regierung und bereit Vertreter.

Das,Berl. Tagebl/ erinnert daran, daß jetzt zum ersten Male in der modernen Geschichte die Kulturwelt die Oberleitung eines ge­meinsamen Feldzuges in die Hände eines deutschen Führers legt und bemerkt hierzu: „Es ist das sicher eine Ehre für den ® en er al« Feldmarschall v. Waldersee und für die Nation, der er angehört. Aber auch darüber kann man nicht zweifelhaft sein, daß ebenfalls der Einsatz ein außerordentlich hoher ist, unter dem Graf Waldersee den Oberbefehl übernimmt. Den in einer langen, rühm- und ehrenreichen Laufbahn gewonnenen Ruf setzt er unter Verhältnissen auf das Spiel, wie sie wohl schwieriger nicht gedacht werden können. Auf einem ihm gänzlich fremden Kriegsschauplätze, unter Lebensbedingungen, die ihm natürlich unbekannt sind, hat er mit einer bunt zusammengesetzten Truppe zu operiren, der eS an innerem und äußerem Zusammenhang fehlt, die als Armee eigentlich erst zu organifiren ist. Graf Waldersee darf hoffen, daß das soldatische Gefühl der Waffengemeinschaft sich stark genug erweisen wird, um jede gegenseitige Eifersucht und Rechthaberei zu ersticken. Verseht man sich aber in die Situation, die Graf Waldersee jetzt zu meistern berufen ist, so wird man sich sagen müssen, daß es zunächst nur das dem preußischen Offizier

»artigen Amtes nicht für wünschenswerth erachtet worden ist.

Ein flüchtiges Roth färbte ihre Wangen bei diesen Worten. Sie öffnete rasch die Seitenlhür und Karl und Christian Mumme folgten dem selt­samen Mädchen. Ein prunkoolles Gemach empfing Re, durch welches fie hindurchschritten, um in ein kleineres Schlafzimmer zu treten, welches ebenso prächtig ausgestatiet war, wie jenes.

„Hier bleiben fie vorläufig", sagte Manuela lächelnd. „Diese kleine Tapetenthür führt auf eine geheime Treppe — ist Gefahr im Verzüge, dann öffnen Sie die Thür, steigen die Treppe hinab und befinden sich in dem Klostergarten, der an den Wald stößt. Allerdings ist dann noch eine hohe Mauer zu überklettern — aber hier ist eine Strick­leiter und eine Blendlaterne . . ."

Sie öffnete einen kleinen Wandschrank, dem sie die Gegenstände entnahm.

„Für eine Erquickung werde ich sorgen — und nun leben Sie wohl und seien Sie unbe­sorgt — ich sorge für Sie ..."

Wieder reichte sie ihm die Hand und wieder traf ihn ein aufflammender Blick ihrer Augen, der sein Herz in süße Verwirrung versetzte.

Sie stellte den Armleuchter auf den Tisch und entfernte sich. Geräuschlos schloß sich die Thür hinter ihr und jetzt erst bemerkte Karl, daß sie sich in, einem fensterlosen Raum befanden, und daß die beiden Ausgänge so genau in die Wand paßten, daß nichts von ihnen zu sehen wsr. Mit Mühe /and Karl unter den schnörkelhaften Verzierungen I

Roman von O. Elster.

------- (Nachdruck verboten.)

fiC Gras Waldersee,

Höervefehtshaöer iw GHiwa.

Wie die ,Fuld. Ztg/ schon gestern auf Grund einer Depesche melden konnte, ist Generalfeld­marschall Graf Waldersee zum Oberbefehls­haber der verbündeten Truppen inOst- afien ernannt worden. Der .Hannoversche Courier' gibt die Nachricht in folgender Form: Der Kaiser fragte am Montag Abend beim Grasen Waldersee aus Wilhelmshöhe telegraphisch an, ob er, um den weiteren Differenzen zwischen den verbündeten Mächten in China wegen des Ober­befehls ein Ende zu machen, geneigt sei, nach China zu gehen, um dort den Oberbefehl Über die Truppen aller Mächte zu übernehmen und ob der Kaiser ihn für diesen Posten den Mächten in Vorschlag bringen könne. Graf Waldersee hat zugestimmt und reift heute (Mittwoch) Mittag 12 Uhr 40 Minuten nach Wilhelmshöhe zur Meldung beim Kaiser und Entgegennahme weiterer Instruktionen ab.

Graf Waldersee, der im 69. Lebensjahre steht, gilt als einer unserer bedeutendsten Heerführer. Schon früh dem Generalstab zugethellt, spielte er in den Feldzügen 1866 und 1870/71 eine wichtige Rolle. Nach Moltkes Abschied wurde Graf SBalberfee zum Chef des Generalstabs ernannt. Die Thatsache, daß die Wahl auf einen General von der Bedeutung des Grafen Waldersee ge­fallen ist, beweist, wie ernst die Sage in China in den maßgebenden Kreisen aufgefaßt wird. Der Feldmarschall, der als Generalinspekteur der dritten Armeeinspektion seinen Amtssitz in Han­nover hat, ist bereits in Wilhelmshöhe eilige« troffen. Hier wird jedenfalls auch der Zeitpunkt seiner Abreise festgestellt werden, für die schon die nochwendigen persönlichen Vorbereitungen ge­troffen sind. Man glaubt, daß die Abreise spätestens in 14 Tagen erfolgen werde.

Es wird versichert, daß Deutschland in erster Reihe den Gedanken vertreten hat, einem fran­zösischen General den Oberbefehl zu Über­tragen. Diese chevalereske und vornehme Un­befangenheit Deutschlands wird eS den Franzosen erleichtern, zusammen mit ihren früheren Gegnern unter einem deutschen Feldherrn zu fechten, der ruhmvoll an jenem Kriege theilgenommen hat. Man wird auch nicht fehl gehen in der Annahme, daß die Wahl des deutschen Generals bei der Eifersucht der Mächte nicht leicht geworden ist, und daß sich schließlich herauSstellte, daß die Eifersucht gegenüber Deutschland noch die ge- ring sie war. Es liegt das zu sehr in den Jn­tereffen der Politik, als daß man ihnen aus dieser Haltung einen Vorwurf machen konnte. In letzter Linie aber hat man indessen wohl all- fettig den Mann gesucht, deffen Schultern stark genug waren, eine solche Last zu tragen. Man bedurfte eines Mannes von hohem Ansehen, von hervorragender Begabung, eines kriegserfahrenen Generals in der höchsten Stellung der militärischen Hierarchie. Und daß es wohl wenige Männer in den europäischen Heeren gibt, die nach diesen Richtungen mit dem Grafen Waldersee wetteifern können, ist unzweifelhaft.

Die Ernennung des Grafen v. Waldersee zum Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen

A«sla«d.

* Saris« g. Aug. Wegen der Vorgänge an )er marokkanischen Grenze wird eine Ver- iärtung der französischen Truppen vor- >ereitet. Dem .Petit Journal' wird aus Oran gemeldet, daß Vorbereitungen zur Absendung einer Kolonne von 2000 Mann nach dem Süden ge­troffen werden.

* Nom, 8. Aug. Der König und die Königin trafen heute Vormittag 10 Uhr hier

verpflegen, hochwürdiger Herr", sagte er zu dem Abt. „Ich soll die Herren Soldaten in den schwarzen Saal führen und ihnen dort Speise und Trank geben."

„Wer ist Eure Herrin?" fragte der Offizier barsch.

„Donna Manuela de Marana, Herr", ent­gegnete Pedro. „Sie wohnt dort in dem alten Palast, Herr, da ihr Schloß ein Raub der Flammen geworden ist."

Schon öfter hatte Pedro durch dieses Märchen feindliche Patrouillen getäuscht. Niemand vermuthete hinter dieser Donna Manuela de Marana, die der Einquartirung stets in schwarzer Wittwentracht entgegentrat, die Schwester des gefürchteten Guerrillachefs Manso und die Gefährtin von Don Julian Sanchez. Manuela spielte ihre vornehme Rolle ausgezeichnet und auch Pedro wußte sich in die Rolle eines alten, treuen Dieners trefflich hineinzufinden. Durch solche Täuschung war es Manuela schon öfter gelungen, werthvolle Nach­richten über bie Bewegungen des Feindes zu er­halten, die bann die Grundlage für die Kriegs­züge ihres Bruders und Don Julians boten.

„Ich nehme die Einladung Donna Manuela's mit Dank an", sagte der französische Offizier höf­lich, „und bitte, mich zu den Damen zu führen."

„Wollen Sie mir mit Ihren Soldaten folgen, Herr?"

Der Offizier setzte einen Posten am Hosthor aus, bann folgte er Pedro nach dem alten Palast, in deffen Erdgeschoß sich der sogenannte schwarze Saal befand, ein dunkelgetäfelter Raum mit einem gewaltigen Kamin aus schwarzem Marmor und schwarzem Fußboden. Seltsam geformte Kron­

innewohnende Gefühl unbedingter Pflichterfüllung sein kann, waS ihn bewog, der Aufforderung des Kaisers zu folgen und in schon vorgerücktem Lebensalter auf den verantwortungsvollen Posten zu trete«.

Andere Blätter glauben noch Zweifel in die Richtigkeit der Meldung setzen zu dürfen. Die -Freis. Ztg.' sagt:

„Von einer „Ernennung" zum Oberbe­fehlshaber kann nur die Rede sein nach Erlangung der Zustimmung aller Mächte. Ob aber diese Zustimmung schon vorhanden, ist fraglich. Bisher ist offiziös in deutschen Blättern der Standpunkt vertreten worden, daß die lieber» nähme des Kommandos eine schwere Bürde für die Macht bedeutet, der der Oberstkomman- dirende in China angehört. Mit Recht haben die Offiziösen bisher hervorgehoben, daß Deutsch­land angesichts der vom Staatssekretär Grafen Bülow dargelegten Ziele der deutschen Politik in China nach dieser Bürde keine Sehnsucht trage und nur auf den einstimmigen Wunsch aller Mächte sich dazu verstehen würde, einen deutschen General zum Oberstkommandirenden zu ernennen. Wenn also die Nachrichten über die Empfehlung des Grafen Waldersee zum Oberst­kommandirenden richtig sind, so ist der von der deutschen R-gierung bisher vertretene Standpunkt plötzlich aufgegeben worden."

Auch die ,Post' hält daran fest, daß, wenn Graf Waldersee „in der Thal" den Oberbefehl übernimmt, die Verhandlungen zwischen den Großmächten zu dem erfreulichen Ende gediehen fein müßten, daß alle Staaten ohne Aus­nahme sich mit der Uebtriragung des Oberst- kommandos an Deutschland einverstanden erklären, denn dem Wunsch „nur einer Majorität" Folge zu leisten, dürfte man wohl in Berlin Bedenken getragen haben. Die .Deutsche TageSztg.' ver­tritt ebenso wie alle Welt die Ansicht, daß für die Operationen gegen Peking nichts dringender nöthig ist, als ein einheitlicher Oberbefehl, fügt aber hinzu: „Was nützt diese Einsicht, an der es ja gewiß bei keiner der verbündeten Regie­rungen fehlt, wenn die Mächte nicht nur in ihren Endzielen, sondern schon in dem jetzigen Stadium der Entwickelung politisch soweit auseinander« zehen, daß die Gegensätze kaum mehr zu verhüllen inb und vor allen Dingen eine Macht — Eng« and — sich aus der Verbindung bereits so gut wie ausgelöst hat!"

Graf Waldersee hatte bereits bei Beginn der chinesischen Wirren feine Person für ein Kom­mando im fernen Osten dem Kaiser zur Ver- flgung gestellt; er war indessen abschlägig »eschieben worden, da die Zahl der damals in China vorhandenen deutschen Truppen zu gering war, um an ihre Spitze einen so hohen Offizier testen zu können. Diese Rücksicht waltet nicht nehr ob angesichts der großen deutschen Truppen­endungen nach China. Von verschiedenen Seiten perben an die Nachricht von der Ernennung des Ni äsen Waldersee Kombinationen geknüpft über )ie Ausbietung weiterer Truppen für China. Durch die Uebertragung des Oberbefehls an den Grafen Waldersee würde Deutschland in einem Maße in China engagirt werden, wie es bis vor Kurzem auch von der Leitung des AuS-

achteckiger Tisch mit Elfenbeinschnitzereien ausge­legt, sowie eine gewaltige, kofferähnliche Truhe bildeten die Einrichtung des seltsamen Gemaches, deffen Wände von dunklen Täfelungen bedeckt | waren

»Das Zimmer sieht aus, wie die Zelle eines vornehmen Gefangenen", sagte Karl.

„Ja, da ließe es sich schon aushalten", meinte Christian Mumme lachend. „Und weißt Du, Karl, daß Du auf das Herz der schönen Spanierin einen mächtigen Eindruck gemacht zu haben scheinst?"

„Ach, Unsinn, Christian", entgegnete Karl und erröthete jedoch leicht.

„Na", fuhr Christian Mumme schlau lächelnd fort, „mir kann es ja nur recht sein . . . denn wo das Herz mitspricht, da gibt'- stets eine gute Verpflegung.

Karl lachte, doch dann gebot er Christian Mumme zu schweigen. Ein dumpfes Geräusch drang zu ihnen, dann ein leises Klirren, wie wenn Gewehrkolben auf das Pflaster des Hofes nieder- gesetzt würden.

„Die Franzosen scheinen in das Kloster einge­rückt zu fein", flüsterte Karl Christian Mumme zu.

So war es in der That. Auf dem Hofe des Klosters stand die kleine Abtheilung französischer Jäger und der sie führende Offizier verhandelte mit dem Abt um Nachtquartier und Beköstigung, als Pedro herantrat.

„Meine Herrin erbietet sich, die Soldaten zu

leuchter hingen von der schwarzen Decke nieder, über dem Kamin befand sich ein Kreuz, zu deffen Füßen ein grinsender Todtenschädel lag.

Der Saal machte einen unheimlichen Eindruck.

Die Soldaten aber kümmerten sich wenig darum; sie lagerten sich um den Kamin, in dem sie ein Feuer entzündeten und lachten dem alten Pedro übermüthig entgegen, als dieser mit einigen Kannen alten Weines erschien.

Der Offizier hatte eine kurze Unterredung mit Manuela, die ihm mit der vollen Grandezza einer vornehmen Dame entgegentrat; dann inspizirte er nochmals den Posten an dem Thore und legte sich in einem Prunkgemach zur Ruhe, das ihm der alte Pedro überwiesen hatte.

Tiefe Stille lagerte über dem Kloster.

Manuela trat in das Zimmer, in dem Karl und Christian Mumme erwartungsvoll der kommen­den Dinge harrten. Sie brachte Erfrischungen aller Art, Wein und Speise, süße Südfrüchte und frisches Brod. Mit zufriedenem Lächeln sah sie zu, wie Karl und Christian mit gutem Appetit das Dargebotene verzehrten. Dann ließ sie sich von Karl erzählen, wie er den französischen Ver­folgern entgangen war.

Christian Mumme, der kein Wort spanisch ver­stand, entschlief nach kurzer Zeit fest und tief in dem bequemen Sessel, den er sich in einen Winkel des Gemaches gerückt hatte.

„Sie werden ebenfalls ermüdet sein, mein Herr", sprach Manuela lächelnd zu Karl. „Ich will Sie verlaffen . . ."

Doch Karl verspürte keine Müdigkeit. Die dunklen Augen Manuela's, die wie Granatblüthen glühenden Lippen, die sanftgerötheten Wangen des

Derrtsche» Meich.

Berlin, bett 8. August.

* lieber bie Kittverrtfwng des Neichstages ist, wie ber Berliner Vertreter der.Frankfurter Zeitung' schreibt, noch nichts beschlossen. „Man nimmt nur an, baß, wenn keine Zwischenfälle eintreten, sie in diesem Jahre früher als sonst, wahrscheinlich Ende Oktober erfolgen soll. Der Bundesrath tritt früher, schon in der zweiten Hälfte des September zusammen."

* Die Nnreugesaubtschaft, bestehend aus bett Herren Fischer, Walmarans uttb Wessels, ist unter Leitung des Gesandten Dr. Leyds am Mittwoch früh aus Brüssel in Berlin einge« troffen und im Palast-Hotel abgestiegen. Die Delegirten werden einige Tage in Berlin zu­bringen und dann aller Wahrscheinlichkett sich nach Petersburg begeben.

h, Die sämmtlichen Bezirkskommanbos haben bekanntlich einen Aufruf an die Reservisten des Jahrganges 1893 bis 1898 erlassen, sich für Khiua zu melden. Wie in militärischen Kreisen erzählt wird, haben sich schon in den ersten Tagen mehr als 120000 Mann gemeldet.

* Die Ausgabe ber Kokouialvriefmarken ist jetzt enbgiltig auf ben 1. Oktober festgesetzt. Zu biesem Tage sollen wenigstens die Werthe bis zu 80 Pfg. an die Postämter in den deutschen Schutzgebieten und die deutschen Postanstalten im AuSlande ausgegeben werden. Mit Ausnahme ber Briefmarken unb Karten zu 2 Pfennig ge­langen die Werthzeichen wie im Auslände zur Ausgabe. Die Marken tragen alle das Bild eines in voller Fahrt begriffenen Dampfers auf Hellem Hintergründe. Sämmtliche Serie« für die Schutzgebiete sind in der Markwährung her­gestellt, nur bie Marken für Deutsch-Ostafrika haben bie Rupienwährung. Die Ausgabe der Briefmarken für die Kolonien in ben Werthen von 1 Mark an erfolgt erst später; ihre Her­stellung erfordert mehr Zeit unb Mühe. Wie bie entsprechende« inländischen Marken, werden fie in Kupferdruck, zum Theil in Doppelkupfer- >ruck, hergestellt.

* Parmfladt, 8. Aug. Die ,Darmst. Ztg/ meldet bie Penstonirung des seitherigen Finanz­ministers Küchler. Dieselbe erfolgt mit Rück­sicht auf seine geschwächte Gesundheit in dank­barer Anerkennung ber treuen ausgezeichneten Ver- »ienfte. Der bisherige Oberbürgermeister von Gießen, Gnauth, wird zum Präsidenten des Finanzministeriums ernannt.

ar j i k <r*« ber Wand die kleine Klinke der Thüre wieder.

ÖDIöut Dm iunriwinfi. In dem Gemache selbst stand ein breites, präch-

7 ' tiges Himmelbett, deffen seidene Vorhänge freilich

Spuren des Alters aufwiesen. Ein alter, mächtiger Kaminseffel, mehrere hochlehnige Stühle und ein