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27. Jahrgmg.
den 8. August 1900.
Jutta, Mittwoch,
M 180.
Sir Tchlrr des Khrmms
Staates, sondern der ganzen Menschheit oder zum Wenigsten der ganzen civilisirten Menschheit ist. Vielleicht ist dann auch die Zeit mcht mehr :etn, wo die Friedensbestrebungen, denen auch gegenwärtig wieder eine interparlamentarische Konferenz in der Weltausstellungsstadt gewidmet war, einen besseren Erfolg versprechen, als es heute eider noch der Fall ist.
Die wenigen Monate des Krieges halten ge- Mgt, um aus dem Jüngling einen ernsten Mann zu machen. Dazu kam, daß er im Herzen eine tiefe Wunde trug, die auch die ihn umstürmenden Wetter des Krieges nicht zu heilen vermochten. Die Wunden, w lche die feindlichen Waffen ihm in dem ersten Gefecht geschlagen, heilten rasch; sie waren nicht tief gegangen und nicht gefährlich, schon nach wenigen Wochen that er wieder Dienst, nachdem er zur Belohnung für sein tapferes Verhalten zum Fähnrich befördert war. Aber die Wunde seines Herzens wollte nicht hesten und vernarben! Das Mißtrauen hatte sich in seinem Herzen eingenistet und nagte und fraß immer weiter, wie ein eiterndes Geschwür, das Mißtrauen gegen Gesine, der er aus dem Wege ging, wo er nur konnte, während er sie heimlich dennoch beobachtete und mit heißen, sehnsüchtigen Blicken verfolgte.
Gesine bemerkte seine Blicke wohl, aber sie -war zu stolz, um eine nochmalige Annäherung zu versuchen, nachdem er sie sogar auf seinem Krankenlager trotzig zurückgewiesen hatte. Sie schien den Jugendfreund zu übersehen, wenn er sich einmal dem Marketender näberte, und scherzte und lachte nur desto lustiger mit den Offizieren und den anderen Gästen. Dadurch erweiterte fich die Kluft nur noch mehr und schließlich gingen die beiden jungen Menschen, deren Herzen sich in bitterem Schmerz und Sehnsucht verzehrten, an-
Roman von O. Elster.
------- (Nachdruck verboten.)
6 Weltpatriotismus.
Dieses Wort ist kürzlich von einem deutschen Professor in einem süddeutschen nationalliberalen Blatte zur Bezeichnung des gemeinsamen Em- Pfindeus und Zusammengehörigkeits-Gefühls ge- braucht worden, welches die Kulturvölker gegenüber den Greueln im fernen Osten beseelt oder doch beseelen sollte. Der nationalliberale Ursprung des Wortes wird uns wohl vor dem Geschick bewahren, in der deutschen „nationalen" Preffe wegen mangelnden deutschen Nationalbewußtseins an den Schandpfahl gestellt zu werden, wenn wir dasselbe Wort in gleichem Sinne unserseits annehmen, um davon einige zeitgemäße Betrachtungen zu knüpfen.
Vor allem scheint uns bemerkenswerth dte keineswegs nur äußerliche Verwandtschast des Wortes „Weltpatriotismus" mit dem uns allmählich ganz geläufig gewordenen Ausdrucke „Weltpolitik". In der That stehen beide Worte in deutlich! erkennbaren Wechselbeziehungen mit einander. Die Weltpolitik, welche aus dem engeren Kreise der nationalen Grenzpsähle hinübergreift in überseeische Gebiete, um hier die wirthschaftlichen und politischen Jntereflen des Heimathlandes zu wahren und zu fördern, bringt uns nothwendigerweise in Berührung mit den gleichen Bestrebungen anderer Völker. Diese Berührung braucht nicht durchweg eine seind- selige, wie sie dem Konkurrenzkämpfe ertspringt, zu sein. Es zeigen sich dabei vielmehr auch gleiche oder verwandte Interessen, die das natürliche Bestreben zeigen, sich miteinander zu vereinigen und dadurch vermehrte Dortheile zu erringen. Die Macht dieser übelseeischen Jntereffen- Verwandtschaft ist keineswegs zu unterschätzen. Sehen wir doch sogar, wie dte ältesten und scheinbar unerschütterlichsten politischen Konstellationen in Europa, die auf veralten national- politischen Grundlage aufgebaut sind, an Bedeutung und Festigkeit verlieren dadurch, daß 'sich im Bereiche der Weltpolitik die Jn- teressen Gemeinschaften und Jnteressen-Gegensätze ganz anders gruppiren; und die Entwickelung Les modernen Verkehrs bringt es mit sich, daß überall, wo die neue Weltpolitik und die alte 'Nationalpolitik in Widerstreit gerathen, die letztere schließlich den Kürzeren ziehen wird. Das Verhältniß Frankreichs und Deutschlands ist in dieser Beziehung besonders lehrreich. Jmmermehr ist man sich in beiden Ländern bewußt geworden, daß wir in kolonialer und handelspolitischer Beziehung gleiche Interessen und einen — gemeinsamen Feind haben; feit Faschoda ist in Frankreich nicht mehr viel von Straßburg die Rede.
Aber selbst England, das in Frankreich nunmehr die Rolle des „Erbfeindes" hat übernehmen mflffen, hat mit Frankreich und mi allen anderen Kulturstaaten trotz aller Rivalitäten doch noch wichtige Berührungspunkte, die in der gemeinsamen abendländischen Zivilisation wurzeln, welche für die kolonisatorische, handelspolitische, wie auch für die geistige und religiöse Kulturarbeit die gleichen Vorbedingungen für Alle, mögen sie nach Erfüllung derselben auch weit auseinandergehen in ihren Interessen, noth-
1865 wurde Liebknecht auS Preußen auSgewiesen; er leitete dann in Leipzig die 1866 von den preußischen Behörden unterdrückte Mitteldeutsche Zeitung', wurde nach dem Friedensschluß in Berlin wegen Bannbruchs verhaftet und zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. 1868 übernahm Liebknecht die Leitung deS demokratischen ,VolksblaUes' in Leipzig. Er wurde zusammen mit Bebel 1872 zu zwei Jahren Festung wegen Hochverraths verurtheilt, 1881 aus Grund des Sozialistengesetzes aus Leipzig auSgewiesen und 1895 wegen Majestätsbeleidigung zu 4 Monaten Gefängniß verurlheilt. | Schon 1867 wurde Liebknecht in den Norddeutschen Reichstag im 19. sächsischen Wahlkreis Stollberg gewählt und ge- hörte dann mit Ausnahme des ersten Reichstages allen Reichstagen an, von 1874 bis 1881 für Stollberg-Schneeberg, 1881 bis 1887 für Dieburg Offenbach und feit 1888 für den sechsten Berliner Reichstagswadlkreis. 1879 wurde er auch in den sächsischen Landtag gewählt und 1892 wurde fein sächsisches Landtagsmandat in Folge seiner Ueberstedelunq nach Berlin für erloschen erklärt. In der Redaktion des .Vorwärts' find unter seiner Oberleitung mancherlei Mißhelligkeiten vorgekommen, die auch auf Parteitagen zu Auseinandersetzungen geführt haben. Seine starre doktrinäre Haltung, die ihn auch in der Frage der Betheiligung der Sozialdemokratie an den Landtags wählen in scharfen Gegensatz zu Bebel brachte, fand nicht immer die Zustimmung der Mehrheit der Partei, die in ihm eine bedeutende Kraft und Stütze verliert.
* Metz, 7. August. Ein Ordensmann von den Weißen Vätern in Algier — so berichtet der ,Lorrain' —, der aus dem lothringischen Dorfe Langenberg gebürtige, in Frankreich naturalisirte Pater Bientz, kam am letzten Samstag Abend aus dem Innern Frankreichs in Deutsch-Avricourt an, um feine Eltern zu besuchen. Trotzdem ihm seitens der Kreisdirektion eine Mündige Aufenthalts- frist in Elsaß-Lothringen gewährt worden war, soll er von einem Polizeikommissar empfangen und durch einen Gendarm in das Gefängniß abgeführt worden sein, woselbst er bis zum nächsten Morgen um 4 Uhr zurückbehalten wurde, um sodann ins Cantonalgefängniß nach Lorqum verbracht zu werden. Erst um 6 Uhr Abends sei Bientz auf telegraphische Anweisung des Kaisers freigelassen worden. Der Fall bedarf amtlicher Aufklärung.
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wendig fordert. Darum handelt es fich jetzt in 1 China. Die Hindernisse, die dort dem Handel 1 wie den Missionen bereitet werden, versperrten edem Kulturvolle ohne Unterschied bett Weg, und darum herrscht ihnen gegenüber in allen Kulturstaaten das gleiche Empfinden: „Fort mit »en Schranken! Freie Bahn für die Pioniere unserer Zivilisation!" Kommt dann noch hinzu >ie gemeinsame Empörung über die Grausamkeiten der Chinesen und das gemeinschastliche Bestreben, die Frevel zu sühnen, so haben wir Momente genug, welche es rechtfertigen, von einem Weltpatriotismus zu sprechen.
Es fehlt auch sonst nicht an Anlässen, die den Ausdruck eines gleichen Empfindens in der ganzen gesitteten Welt wecken. Der Königs- mord in Monza hat den Abscheu der ganzen Welt erregt und allen Staaten wieder zum Bewußtsein gebracht, daß sie alle einen gemeinsamen Feind besitzen in der Unkultur, mag diese nun in den Greuelthaten chinesischer Boxer oder in den Schandthaten europäischer Anarchisten, die sich übrigens selbst mit Recht als international bezeichnen, zum Ausdruck kommen. Auch hier zeigt sich eben wieder, nne’bie internationalen Strebungen in unserer Zeit gegenüber den nationalen so ungeheuer an Wichtigkeit gewonnen haben. Man spricht von der „Rothen Internationalen" und von der „goldenen", wir Katholiken sind in der Redeweise oer Herren Antiklerikalen bekanntlich die „schwarze Internationale", aber was ist heute nicht olles „international"? Alle Richtungen und Strömungen, die in dem einen Volke mit einander ringen, kämpfen, theilweise sogar unter denselben Namen, den gleichen Kampf auch in anderen Völkern. Telegraph, Schifffahrt, Eise» bahn und Preffe vermitteln alle Phasen dieser Kämpfe auch den anderen Völkern und verwifchen mehr und mehr die nationalen Grenzen. Kurz, wir stehen am Ende der Aera de^s Nationalismus, die neue Zeit steht unter dem Zeichen des Internationalismus, ihr „Feld ist die Welt", die ganze Wclt wird immer mehr das eigentliche Vaterland für die Bestrebungen der Menschen.
Damit aber wird keineswegs auch dem nationalen Gedanken im besten Sinne des Wortes das Grablied gesungen. Jede Nation sucht in dem großen Weltwettstreit einen ehrenvollen Platz einzunehmen, und jeder ihrer Bürger empfindet dies mit, nimmt theil am Streben der ganzen Nation und ist stolz aus ihre ehrenvolle N itwirkung im Völkerkonzert. Ebensowenig wie die Gründung des deutschen Reiches das gerechtfertigte besondere Stammesgefühl der einzelnen deutschen Stämme unterdrückt hat, ebensowenig wird der „Weltpatriotismus" die echte Vaterlandsliebe zum Aussterben zwingen. Wohl mag sich das Eine oder Andere, was früher als Aeußerung des Patriotismus galt, heute aber mehr wie eine Betonung eines Gegensatzes, der lieber verschwinden sollte, empfunden wird, wie z. B. unsere Sedanfeier, die angesichts des gemeinsamen Kampfes von Deutschen und Franzosen in Ostasien, zumal in so ernsten Zeitläuften, besonders unangebracht erscheint, verflüchtigen oder andere Gestalt annehmen: aber der Patriotismus als solcher wird dabei nicht schlechter fahren, wenn sich jeder gesittete Mensch bewußt bleibt, daß er nicht nur Glied eines einzelnen scheinend gleichgiltig nebeneinander her und wanden den Kopf ab, wenn sie sich begegneten.
Hans Heinrich brummte und schalt. Ihm paßte es durchaus nicht, daß Karl sich gar nicht mehr in seinem Zelt sehen ließ und daß Gesine so verächtlich lachte, wenn er von Karl sprach. Aber endlich gewöhnte sich auch der Alte an den Zustand der Dinge, die er mcht ändern konnte, zumal durch die nach und nach eintreffenden Verstärkungen der -Truppen sein Geschäft einen großen Aufschwung nahm und er sowohl rote Gesine alle Hände vtll zu thun hatten, um die zahlreichen Gäste zu bedienen. Lord Wellington, der Oberbefehlshaber, rüstete sich jetzt auch zum Einmarsch in Spanien, da er sich stark genug fühlte, um die Armee des Marschalls Maffena anzugreifen.
Der Vormarsch begann und unter heftigen Kämpfen wurde Marschall Maffena zurückgeworfen, so daß dem englischen Heere der Weg nach Madrid offen stand. Aber Karl sollte an diesem Siegeszug nach der spanischen Hauptstadt nicht theil- nehmen. Die Scharfschützerkompagnie seines Regiments wurde einer fliegenden Kolonne zugetheilt, welche in die Schluchten und Thäler eindrang. Hier stieß sie mit den Guerrilla-Chefs Don Julian Sanchez und Manso zusammen und setzte mit ihnen gemeinsam die Operationen fort.
„Hast Du noch einen Schluck Wein in Deiner Flasche, Christian Mumme?" fragte Karl nach einer Weile.
„Freilich — echtdn Alikante, Karl — das muß man dem Lande hier laffen, famosen Wein gibt's. Da, trink nur, Karl . .
„Nein, Christian, 's ist Dein letzter Schluck!" „Dummes Zeug — hast mit mir auch schon
Deutsches R^ch.
Berlin, den 7. August.
ft Wo« btt WUdnug eines Kolovial- heeres ist in der letzten Zeit so viel die Rede geroefen, daß man meinen sollte: wenn nichts dergleichen geplant wäre, hätte man dem Gerücht doch wohl schon amtlich oder halbamtlich entgegentreten können. Dafür versichert das offiziöse Telegraphenbureau, daß alle Gerüchte von der Bildung dner besonderen Polizeitruppe für China oder Kiautschou auf leerer Erfindung beruhten. Man darf fich nicht wundern, wenn daraus um so mehr auf die Absicht, eine Kolonialtruppe zu bilden, geschloffen wird.
* Zur Ersparung der DoklertzöHrmgev, die vom 1. Juli ab nach der Zolltarifnovelle zum Flottengesetz in Kraft getreten sind, ist die Einfuhr der mit Zollerhöhungen bedachten Artikel ganz erheblich gesteigert worden. Im Monat Juni 1900 stieg gegen den Juni 1899 die Einfuhr von Bier in Fäffern von 61,373 auf 95,939, also um 34,566 dz, für Liköre von 298 auf 1668, also um 1370 dz oder das Fünffache, für Branntwein in Fässern von 2843 auf 34,126, also um 31,283 dz oder daS Zwölffachd für Branntwein in Flaschen von 130 auf 847, also um 717 dz oder das Fünffache, und für Schaumweine von 1895 auf 10,812, also um 8827 dz oder das Vierfache. Von den irn Juni eingeführten 95 939 dz Bier in Fäffern stammten allein 94,674 dz aus Oesterreich-Ungarn, 1206 dz auS Großbritannien. Im ersten halben Jahre 1900 stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 1899 die Einfuhr von Bier in Fäffern von 338,127 auf 411,319 dz, für Liköre von 1136 auf 2832 dz, für Brannt- wein in Fäffern von 21,872 auf 72,417 dz. Der Bedarf ist also noch für 1901 und darüber hinaus gedeckt worben, ebenso wie für ausländische Schaumweine noch zu den alten Zollsätzen bis in das Jahr 1901 hinein durch gesteigerte Einfuhr gesorgt ist. Die Einfuhr an Schaumweinen betrug nämlich im ersten halben Jahre 1900 38,031 dz gegen nur 14,243 dz im selben Zeitraum des Vorjahres.
* Der sozialdemokratische Reichstagsabgeord. nele Wilhelm Lievkvecht ist im Alter von 74 Jahren in der Nacht zum Dienstag in Char- lottenburg plötzlich in Folge eines Herzschlages gestorben. Liebknecht war in Gießen geboren. Schon als 22jähriger Student betheiligte sich Liebknecht am badischen Aufstande. Er mußte diese Theilnahme durch eine ^jährige Gesäng- nißftrafe büßen, flüchtete bann in die Schweiz und wandte sich dann nach England, von «0 et 1862 zurückkehrte, um vorübergehend in die Redaktion der biSmärckischen ,Nordd. Allg. Ztg.' einzutreten, wo er die äußere Politik bearbeitete, oft Deinen letzten Schluck getheilt . . . Und hier gibt'« ja neue Fourage. — Alle Wetter — sieh' einmal da, Karl!"
Dieser Ausruf des ehrlichen Burschen galt der Erscheinung Manuela's welche soeben durch ein? Seitenthür eingetreten war.
Karl sprang empor und blickte erstaunt auf die prächtige, phantastische Gestalt des schönen Weibes.
„Sennora . . ." stotterte er verlegen. Manuela trat näher.
„Sie sind ein deutscher Offizier, Sennor?" fragte Manuela, indem es finster in ihrem Auge aufflammte.
„Ja, Sennora", entgegnete Karl, so gut er konnte, in spanischer Sprache, „ein deutscher Soldat, der für Spaniens Freiheit ficht."
Manuela lachte auf.
„Seit wann kämpfen die Deutschen für die Freiheit unter den Fahnen Napoleon Bona- parte's?" fragte sie spöttisch. „Aber einerlei — Sie sind verwundet, ich weise Sie nicht fort.“
„Sie irren, Sennora", unterbrach sie Karl. „Ich fechte nicht unter den Fahnen Bonaparte's. Ich kämpfe unter britischen Fahnen . . ."
„Ah, Sie sind britischer Offizier? Aber Sie trag'n nicht die Uniform der Briten?!“
„Ich trage das Ehrenkleid eines deutschen Fürsten, Sennora. Unter britischer Fahne kämpfen wir für unsere — für Ihre Freiheit, Sennora. Und einst wird auch die Stunde schlagen, wo alle deutsche Fürsten, wo das ganze deutsche Volk fich erhebt und gleich wie in Spanien, die Flamme der Freiheit in Deutschland emporloht!"
Anslavk
* Krüssel, 7. August. Das Königreich Belgien hatte am 31. Dezember 1899 6 744532 Einwohner, 73800 mehr als 1898 Brüssel hatte mit den Vororten eine Bevölkerung von 573000 und Antwerpen von 282018 Bewohnern. Die kleinste Gemeinde in Belgien ist Toetenaye, welche nur 27 Einwohner zählt.
* Zürich, 7. August. Heute begann der internationale Kongreß der Elektrotechniker mit 120 Teilnehmern, darunter Hervorraaende Namen, van t'Hoff ans Charlotten» bürg, Hittorf aus Münster, Böttinger aus Elberfeld, Nernst aus Göttingen, v. Miller aus
In Karls blauen Augen glühte die Begeisterung; der Anblick des schönen Weibes, das so hoheitsvoll, so erhaben vor ihm stand, erweckte in seinem Herzen ein Gefühl, das er bislang kaum gekannt. Und als Manuela ihm die Hand reichte und ihre dunklen Augen sich in die seinigen fentten, da schlugen die Flammen der Begeisterung, der Leidenschaft über ihn zusammen und es war ihm, als stehe die Göttin der Freiheit vor ihm, ihn zum Kampfe weisend, ihm Sieg und Glück verheißend. Er beugte sich über ihre Hand und preßte einen heißen Kuß darauf.
Ein Lächeln, ein weiches, träumerisches Lächeln huschte über ihr schönes Gesicht und sie erwiderte den Druck seiner Hand, daß ein süßer Schauer seinen Körper durchrann.
15. Kapitel.
„Bei allen Heiligen, Herr, verbergt Euch! Die Franzosen stehen vor dem Kloster 1"
Mit diesen Worten stürzte der alte Pedro herein.
„Unmöglich, Vater! Die Franzosen?" fragte Manuela leicht erschreckt, indem sie ihre Hand au» der Karls löste. „Du mußt Dich getäuscht haben."
„Nein, nein, ich habe mich nicht getauscht. Der Offizier der Patrouille verhandelt mit dem Bruder Pförtner. Sie verlangen Einlaß, um das Kloster zu durchsuchen."
„Ah, dann ist Gefahr im Verzüge! Was beginnen wir nun? Wie stark ist die Patrouille, Vater?"
„Vielleicht zehn Mann . . ."
„So laß sie ein. . ." entgegnete Manuela rasch und ein drohender Blitz zuckte in ihren schwarzen Augen auf.
mit Zlnkerhaktungs-Aeikage „Mustrirle Somttags-ZeUungl' |
1 Fuldaer