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mit Unterhattungs-Anlage „SITiiHrirfe Smmlags-Zeiümg:' ”ä"ä"“

178. JuLöa, Montag, den 6. August 1900. 27. JahrgMg.

D Der Schah von Persien und England.

Das Attentat auf den Schah von Persien ist ein Beweis, daß es den Anarchisten nur um Demonstrationen gegen die Monarchie im Allge­meinen zu thun ist, nicht um die Beseitigung dieses oder jenes ihnen besonders gefährlichen oder verhaßten Herrschers, denn der Schah von Persien hat den europäischen Anarchisten gewiß noch nichts zu leide gethan. Das englische Weltblatt, die .Times', stellt sich darum besorgt, als wenn der Schah nun eine sehr schlechte Meinung von der abendländischen Civilisation bekommen haben müffe. Als wenn der Orient in dieser Beziehung etwas vor dem Abendlande voraus hätte! Ist doch auch gegen den Vater Musafier Eddins, Nasr Eddin. die Mordwaffe erhoben worden. Thatsächlich ist es dem eng. lischen Blatte auch nur darum zu thun, mit dieser angenommenen Besorgniß eine den Eng­ländern sehr unangenehme Thatsache zu ver­

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schleiern: der Schah geht nicht nach Eng­land! Er hat dies mit dem Trauerfall be­gründet, der die englische Königsfamilie mit dem Tode des Herzogs Alfred von Koburg betroffen. Das ist ein zu durchsichtiger Vorwand, als daß man sich in England nicht bemühen sollte, einen etwas wohlklingenderen Grund für das Fern­bleiben des Schahinschah von den Küsten Alt­englands zu finden. Deshalb sagen die .Times', der schlechte Eindruck, den der Schah von der abendländischen Kultur empfangen, habe ihn bewogen, auf die Reise nach England zu ver­zichten.

Das ist nun gewiß eine merkwürdige Logik, insofern gerade England für diesen „schlech­ten Eindruck" büßen soll. Wäre das Attentat wirklich im Stande, dem persischen Herrscher den Aufenthalt im Abendlande zu verleiden, so hätte er sich doch in erster Linie veranlaßt sehen müssen, den gefährlichen Boden von Paris zu verlaffen, demnächst aber auf allen weiteren Aufenthalt in

Hit Tuchler des Khrmuns.

Roman von O. Elster.

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„Vorwärts, Leute, nur ein kühner Vorstoß kann uns retten!" rief Karl den ©einigen zu. „Pflanzt das Bajonett auf — vorwärts — marsch — marsch!"

Karl stürmte Allen voran und warf sich in -en dichtesten Haufen der Feinde. Die schwarzen Schützen folgten ihm. Ein wüthendes Ringen, Mann gegen Mann, Bajonett gegen Bajonett entstand, Schüffe krachten — ein Soldat hatte Feuer in das Haus geworfen — praffelnd schlugen die Flammen empor — das Jammergeschrei der Familie des Steuerwächters erschallte — sie floh dem Wasser zu.

Karl blutete aus mehreren Wunden. Nur noch mit einigen Kameraden verteidigte er sich gegen die Uebermacht — da ertönten Hörner und Trommelwirbel:

„Hurrah!" rief er schon mit schwacher Stimme. „Unsere Kameraden kommen uns zu Hilfe! Hurrah Ihnen entgegen."

Und mit dem Aufgebot der letzten Kräfte warfen sie sich abermals auf den Feind.

Das Gefecht hatte für die Engländer eine günstige Wendung genommen. General Coll hatte aus dem Gros Verstärkungen herangeführt, die rechtzeitig in dos Gefecht eingriffen. Er gab sofort den Befehl, Ribaldeira und die Brücke wieder zu besetzen und unter Trommelschlag und freudigem Hurrah drangen die Braunschweiger wieder vor.

Europa zu verzichten. Oder ist die abendlän­dische Civilisation nur in Paris und London zu . ?aufe, nicht aber in Berlin, wo der Schah eben- alls seinen Besuch angekündigt hat? Von einem Verzicht auf diesen Besuch hat man aber seither ebenso wenig vernommen, wie von einer Abkürzung >es Aufenthaltes in Frankreich. Auch deutet in rem Verhalten des Schah's nichts darauf hin, raß er das Attentat besonders tragisch genommen lütte. Im Gegenteil wird berichtet, daß er einen vollen Humor bewahrt und sich durch das Attentat in der Abwickelung seines Pariser Pro­gramm? nicht im mindesten habe stören lassen; auch soll er das Attentat für die That eines Wahnsinnigen erklärt haben.

Der wahre Grund für die Aufgabe der Fahrt nach England ist denn auch ein ganz anderer: rer Schah weicht damit den englischen Staatsmännern aus. Er hat seine europäische Reise ohnehin mehr als Vergnügungsreise auf­gefaßt und verspürt keine Lust, sich in Europa or twährend von den Drahtziehereien der r u s s i s ch- englischen Konkurrenz hin- und herzerren zu assen. Bekanntlich ringen England und Rußland a schon seit Jahrzehnten um die Vorherr- chaft in Persien. England wäre allerdings wohl schon zufrieden, wenn ihm nur der S ü d e n Persiens und damit die uneingeschränkte Be­herrschung des Persischen Golses zufiele aber Rußland kann sich darauf nicht einloffen, es erstrebt selbst den Zugang zum Persischen Golf, um damit auch auf und an den Indi­schen Ozean Bedeutung zu gewinnen. Nun weiß Jeder, daß bei diesem Wettbewerbe Eng. land seit einigen Jahren entschieden den Kürzeren gezogen hat. Rußland hat dem Schah eine persische Kosakendivision ausgebildet, hat Kunst­straßen von seinen Besitzungen aus bis nach Teheran gebaut, es hat alle Eisenbahnkonzessionen in der Tasche und obendrein auch finanziell ein gewichtiges Wort in Persien zu sprechen, indem es unter gewissen Bedingungen die Garantie für eine Anleihe übernahm, die zur Tilgung aller früheren, also namentlich auch der in Eng­land kontrahirten Schulden Persiens dient. Dieser Stellung Rußlands entsprach cs den auch nur, daß der Schah von allen europäischen Haupt­städten zuerst die russische besuchte. Wahr­scheinlich wird man es in Petersburg auch nicht ungern sehen — der Schah wird dort wohl einen Wink erhalten haben —, daß der per­sische Herrscher nicht nach London geht, denn in letzter Zeit ist man in Rußland wieder einigermaßen besorgt, daß England doch noch Einfluß in Per­sien gewinnen könne; der Grund hierfür liegt in der in Persien vielfach herrschenden Mißstimmung, gegen Rußland, das sich alle Eisenbahn-Konzes- sionen geben ließ, aber bisher aus Geldmangel keine einzige Eisenbahn-Linie in An­griff genommen hat. Andererseits bleibt ge­wiß auch der Schah persönlich mit Vergnügen dem Themsestrande fern, wo man doch nur vor­hätte, ihn für englische Projekte „breitzuschlagen", die er Rußland wegen doch nicht hätte begün­stigen dürfen.

Somit ist der Verzicht des Schah's auf die Reise nach England ein neuer Beweis für den Rückgang des englischen Ansehens

Im Laufschritt eilte die Kompagnie des Haupt­manns von Helmholtz über die Brücke und stürzte sich mit gefälltem Bajonett auf den Gegner, der den neuen Ansturm nicht aushielt, sondern lang­sam zurückwich. Jetzt donnerten auch dis britischen Kanonen und entsandten ihre Kartätschen auf die weichenden Feinde, deren Rückzug in wilde Fluch ausartete. Die Kürassiere versuchten noch einmal vorzubrechen, aber das Schnellfeuer der Scharf­schützen wies sie zurück; sie preschten auf ihre eigene Infanterie zurück, noch mehr Unordnung unter sie verbreitend.

Das Steuerhaus wurde von der Kompagnie Helmholtz besetzt. Karl meldete sich bei dem Hauptmann; seine Knie wankte», vor seinen Augen wogte und wallte eine Nebelschicht, feine Lippen vermochten die Worte nicht mehr hervorzubringen — das Gewehr wollte feiner Hand entfallen, er selbst sank zu Boden, die Sinne schwanden ihm.

„Bringt ihn in das Lager zurück", besah Hauptmann von Helmholtz, indem er sich über den Bewußtlosen beugte. „Er hat feine Pflich bis zum Aeuß ersten gethan, das soll ihm nicht vergeffen fein!“

Zwei Soldaten hoben den Verwundeten au ihre Gewehre und schwankenden Schrittes,trugen sie ihn zurück. Erst unter den Händen des Arztes erwachte Karl zum Bewußtsein.

Als er die Augen auf schlug, blickte er in das blaffe, besorgte Antlitz Gestnens, die sich über ihn beugte.

„Karl — lieber — Karl —", flüsterte sie. „Wie geht es Dir?"

Er bewegte die Lippen, ein heißes Gesüh quoll in ihm empor, aber er fand keine Worte

in Asien und eine Bestätigung der Thatsache, raß Rußlands Wille jetzt maßgebend tst — an den Grenzen Indiens!

Deutsches Weich«

Berlin, den 4. August.

* Der Kaiser hat, wie schon am Samstag telegraphisch gemeldet, kurz vor seiner Abreise nach Coburg in Bremerhafen im großen Saale )er Lloydhalle eine Anzahl Arbeiter des Nord­deutschen Lloyd und der Hamburg-Amerika Linie versammelt und persönlich die Verteilung von Ehrenzeichen an je 15 Arbeiter der genannten Rhedereien in Anwesenheit der Herren seiner Um- gebung und der Direktoren der beiden Gesellschaf- en vorgenommen. Hierbei hielt der Kaiser fol­gende Ansprache:

Ihr seid hier versammelt worden, um Meinen kaiser­lichen Dank zu empfangen für die Hingabe und Aufopferung, mit der Ihr an der Fertigstel­lung der Dampfer für Meine Offiziere und Sol­daten gearbeitet habt. Dank Euren rastlosen Be­mühungen ist die prompte pünktliche Absendung der Transporte möglich geworden, dadurch habt Ihr es ein­mal ermöglicht, daß unsere Truppen möglichst schnell auf den Kampfplatz kommen, zum andern habt Ihr unsere Leistungsfäbigkett auf diesem bisher von uns noch nicht betretenen Gebiete vor der ganzen Welt ins beste Licht gesetzt, und dadurch nach beiden Richtungen hin unserem Baterlande unschätzbare Dienste erwiesen. Die Auszeichnungen, die Ich Euch dafür verleihe, sollen Meine Anerkennung sein, aber auch zugleich ein Ausdruck Meiner Zufriedenheit, daß Ihr nicht dem schlechten Bei- piele der durch vaterlandslose Agitation verführten Arbeiter Hamburgs gefolgt seid, sondern den Patriotis­mus des deutschen Arbeiters fleckenlos gewahrt und wacker mitgearbeitet habt für die Schlagfertigkeit unserer braven Armee. Ehrlos der, welcher im Moment der Gefahr sein Vaterland im Stich läßt! Erhaltet Euch den guten deutschen Geist, den Ihr bewiesen, dann wird der Dank des deutschen Volkes und Meine Anerkennung Euch nie fehlen.

Verschiedene Blätter weisen darauf hin, daß der Kaiser über die Verhältniffe der Hamburger Werften von den zuständigen Stellen unrichtig informirt worden sei. Bei dem vom Kaiser tritifirtcn Verhalten der Arbeiter habe es sich um die Aussperrung Tausender Arbeiter durch die Arbeitgeber wegen des Ausstandes einiger hundert Nieter, der längst vor den Truppentransporten ausgebrochen gewesen sei, gehandelt. Freisinnige Blätter betonen, der Kaiser würde nicht von „vaterlandslosen Gesellen" gesprochen haben, wenn er gewußt hätte, daß der Ausstand schon Anfang Juni begonnen hat und daß die Arbeitgeber es gewesen sind, die daraufhin 3000 Arbeiter aus- gesperrt haben. Die Schuld an einer Erschwerung der Ausrüstung unserer Transportschiffe trifft jeden­falls also die Arbeiter nicht allein.

* Der Aräftdevi des Akeichslages Graf Balle st rem hat aus Anlaß der Ermordung des Königs Humbert anden hiesigen italienisch en Botschafter eine Beileidskundgebung gerichtet. Der Botschafter hat geantwortet:

„Euer Exzellenz beehre ich mich für Ihre Ueber- mittelung schmerzlicher Sympathie meinen Dank auszu­sprechen. Es wird mir Pflicht sein, Se. Majestät den König von dem Antheil, welchen die deutsche National­vertretung an dem ungeheuren Unglück der italienischen Familie nimmt, in Kenntniß zu setzen." Graf Lanza.

und hastig wandte er sich ab. In seiner Erinne­rung tauchten die Vorgänge des heutigen Mor­gens wieder auf, das spöttisch lächelnde Gesicht des englischen Offiziers erschien ihm neben dem Antlitz Gestnens und schmerzhaft preßte es fein Herz zusammen.

„Geh' — laß mich —", flüsterte er mi zuckender Lippe. Und Gesine entfernte sich mit gesenktem Haupt, im Herzen den bitteren Schmerz, im Auge die heiße, brennende Thrän«.

14. Kapitel.

Auf schroffer, felsiger Höbe in dem wildesten, ungangbarsten Theile des Gebirges ragte das uralte Benediktinerkloster des heiligen Franziskus empor, umschattet von einigen gewaltigen, hun­dertjährigen Eichen und Platanen.

Nur einige alternde Mönche hausten noch in den halbzersullenen Hallen und hielten ihre An­dachtsübungen in der prächtigen Kapelle, welche einst die Hand berühmter Maler mit Bildern aus der heiligen Geschichte Christi und der Jungfrau Maria geschmückt. Still war es in dem eigent­lichen Klostergebäude geworden, in dem der saf neunzigjährige Abt Franziskus und die wenigen Mönche wohnten. Desto lebhafter ging es in dem großen, ehemals zum Kloster gehörigen, nun allerdings zerfallenen Palaste zu, der früher of

als Residenz des Bischofes gedient hatte, sowie in dem Hof des Klosters, der mit den wilden Gestalten der b's an die Zähne bewaffneten Guerrilleros angefüllt war. Denn das Kloster San Francisco war zum Hauptquartier der auf­ständischen Spanier geworden; von hier aus be­unruhigten und umschwärmten sie die französische

+ Die katholischen Missionen dürfen sich auf neue Angriffe größten Kalibers gefaßt machen. Der Herausgeber der protestantischen Barmer Missionsblattes, Pastor Kriele, hatte der ,Köln. Zeitung' einen Protest gegen die „Entstellung der Wahrheit" in Sachen „Missionen und Chinawirren" zugesandt. Dieser Protest muß schon tolle Dinge geleistet haben, worin elbst das genannte nationalliberale Blatt ich gedrungen fühlte, seine Aufnahme zu verweigern, weil er „ohne Noth eine höchst unerquickliche Polemik zwischen evangelischen und acholischen Missionen Hervorrufen würde". Das Blatt schrieb Herrn Rtiele bann weiter: „Darüber, daß sich im allgemeinen in exotischen rändern die katholischen Missionare »esser bewähren, als die evangelischen, errscht unter Sachverständigen doch nur eine Stimme. Auch unsere Mit­arbeiter, die die Sache von Ort und Stelle ftubirt haben, unb benen man Voreingenommenheit fürbie katholische Kirche nicht nachsagen kann, stimmen bem allgemeinen Urtheil bnrchaus zu." Darüber aufgebracht, lönbigen bie wotestantischen Hetzblätter jetzt eine Schrift bes Professors Warn eck in Halle — „Die chinesische Mission im Gerichte bet deutschen Zsitungspreffe" — an, welche eine „vernichtenbe" Widerlegung bet „Legende" von der Ueberlegenheit der !atholischen Mission über bie protestantische bringen oll. Die Schrift, soll wie ein Barmer Sprach­rohr bes „Evangelischen Bunbes" versichert, eine „gründliche Abrechnung" mit Bischof Anzer bringen. Wir glauben, daß bie Aussicht auf die Warneck'sche . Abrechnung" die geringste der Sorgen des Bischofs Anzer sein wird. Die katholischen Missionen werden, unbeirrt durch die „vernichtenden" Keuler» (ober sagen wir bester Dreschflegeln) Schläge beS Hallenser Profestors unb Bundesritters, ihren Weg weiter­gehen, der wie ihnen, nach bem Zeugniß ber liberalen ,Köln. Ztg.' alle Sachverständigen unb auch beren eigenen, ber katholischen Kirche keines­wegs holden Mitarbeiter bezeugen, der richtige und bei Weitem erfolgreichige ist.

* Das deutsch amerikanische Kandels- Avkommeu, welches am 10. Juli b. I. vorn Staatssekretär der Vereinigten Staaten von Norb- Arnerika unb bem kaiserlich deutschen Botschafter in Washington unterzeichnet wurde, wirb heute vorn .Reichsanzeiger' publizirt. Der Text des­selben enthält, wie bie ,Norbb. Allg. Ztg.' hervor- hebt, gegenüber ber vor Kurzem gebrachten osst- ziösen Melbung über ben Inhalt des Abkommens nichts wesentlich Neues. Währenb bie Union, bie Frankreich und Italien eingeräumten Zollver­günstigungen jetzt auch uns zugesteht, haben wir der Einfuhr aus den Vereinigten Staaten den Fortgenuß unseres Konoentionaltarifs für bie Dauer bes Abkommens belassen. Wenn daneben noch ber amerikanischen Regierung eine Zusage hinsichtlich ber Untersuchung von getrocknetem unb geböatem Obst gemacht worden ist, so ist schon vor Abschluß des Abkommens in Erwägung ge­zogen worden, von einer Untersuchung des ge­trockneten Obstes und ber getrockneten Obstab­fälle abzusehen, unb es erschien barum unbe- Armee, überfielen bie Transporte, schossen bie Patrouillen aus bem Hinterhalte nieber, zerspreng­ten kleinere Abteilungen, kurz, führten ben mör­derischen, heimtück schen, kleinen Bandenkrieg ber Aufständischen, den man seitdem mit bem Namen Guerrillokrieg bezeichnet.

An bem hohen Fenster eines Prachtgemaches, besten eigenthümlicher Glanz freilich arg verblaßt war, staub Manuela unb blickte finsteren Auges auf ben Hof herab, in bem sich bie Guerrilleros zu einem neuen Kriegszuge sammelten. Neben bem Kamin, in bem ein leichtes Feuer brannte, saß bie alte Josepha, bie Mutter Mannela's, in Decken gehüllt, bas Haupt gegen bie hohe Lehne be« Sessels gelegt, bie Augen mübe und matt ge­schloffen. Auf bem faltenreichen Antlitz ber alten Frau lagerte eine tiefe Bläste. Man merkte es der Haltung bes Körpers, ben schlaffen Zügen bes Gesichtes an, baß Alter unb Krankheit bie Kräfte erschöpft, baß bie Stunbe ber Auflösung nicht mehr fern war.

Manuela bagegen stanb ba in voller Kraft und Schönheit ber Jugenb. In wenigen Monaten war aus bem einfachen Landmädchen eine Heldin ge­worden, deren Worte unb Thaten bie Gnerilleros zu ben kühnsten Thaten anfeuerten. Ihre Kleidung war reich unb phantastisch; ein kurzer, schwarzer, mit gotbenen Stickereien verzierter Rock, ber ben feinen unb boch kräftigen Fuß frei ließ, ein eng- anschließenbes, rothes Miether mit golbgesticktem Jäckchen batüber, bas ihre kraftvolle Büste prächtig hervorhob, ein schwarzer Bolerohut, in besten silberner Agraffe eine Reiherfeber nickte, eine rothe, golbburchwlrkte Schürze, aus ber Dolch unb Pistole hervorsah, so war ter Anzug ber Gnerrilla-