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JuLöa, Samstag, den 4. August 1900.

27. Jahrgang.

Deutsches Keich,

Berlin, den 3. August.

* Zur der A«sßeS««g für die KrfaH» transporte nach Ktzitts werden Unteroffiziere und Mannschaften durch eine Bekanntmachung in Kenntniß gesetzt, die soeben von den königlichen ’ Bezirkskommandos erlassen ist. Es heißt darin: „Nach einer Allerhöchsten Bestimmung soll die Zahl der zu einer etwaigen Verwendung in China bereiten, tropendienstfühigen Unteroffiziere und Mannschaften des Beurlaubtenstandes festgestellt werden. Diejenigen Unteroffiziere und Mann­schaften des Beurlaubtenstandes aller Waffen der Reserve (JahreSklassen 1893 bis einschließlich 1898), sowie diejenigen Unteroffiziere uud Mann­schaften der Kavallerie, Feldartillerie, Fuß­artillerie, Pioniere und Eisenbahntruppen der Landwehr I. und II. Aufgebots (Jahresklaffen 1883 bis einschließlich 1892), welche zu einer Verwendung in China bereit sind, haben sich so­fort unter Ueberreichung ihrer Militärpässe zu melden."

* Ein ständiger Ausschuß, der aus den Ver­tretern sämmtlicher sächsischer Handels- und Gewerbekammern zur Erörterung von Maß­regeln, welche von den Behörden zur Kevrmg der KoHkermoth getroffen werden können, ge­wählt worden ist, beschloß einstimmig, an die Staatsregierung folgende Anträge zu richten: 1. Unverzüglich den Rohstofftarif für Kohlen von sächsischen Elbumschlageplätzen nach dem sächsischen .Binnenlands einzuführen, 2. dahin zu wirken, daß der Rohstofftarif für Kohlen von den deutschen Seehäfen nach dem deutschen Binnenlande einge- führt werde, 3. sich dafür zu verwenden, daß die soeben erst vom preußischen Ministerium der öffent­lichen Arbeiten ertheilte Genehmigung zur Aus­dehnung des Ausnahmetarifs nach den deutschen Seehäfen auf Braunkohlen-Brikets baldigst rück­gängig gemacht werde. Die Abhilfe durch gemein- samen Bezug oder durch Ankauf von Gruben und Kohlenfeldern u. s. w. ist nach Ansicht der Handels­und Gewerbekammern lediglich den freien Ver­einigungen der Kohlenverbraucher zu überlassen. Den wichtigen Verhandlungen wohnten verschiedene Regierungsvertreter bei.

* Die Tuberkulose wird mit Recht als die verderblichste aller Volkskrank- herten bezeichnet. Dies geht daraus hervor, daß nach der amtlichen, von den Bundesre­gierungen erhobenen Statistik über die Todes­ursachen jährlich über 1OOOOO Menschen im Deutschen Reiche daran sterben, und daß insbe­sondere von den im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 60 Jahren sterbenden Personen jeder Dritte der Tuberkulose erliegt. Andererseits gilt sie aber auch als die am leichtesten heilbare aller mit ihr in Vergleich zu stellenden Volkskrank­heiten. Zum Beweise hiersür wird, abgesehen non den Erfolgen der Lungenheilstätten, auf die Thatsache hingewiesen, daß nach den Sektions­befunden der Anatomen reichlich 25 Prozent

Dir Tochter des Mmnns.

Roman von O. Elster.

25 ----— (Nachdruck verboten.)

Gesine ward bleich und trat einen Schritt zurück. „Du glaubst, daß ich . . ."

„Ich weiß, daß Du den Mister Howard gerne siehst — die ganze Armee weiß es —und nun lebe wohl . . ."

Rasch schritt er davon, ohne sih nach ihr umzusehen, die mit todtblaffen Wangen und schlaff herabhängenden A-men dastand. Dach Plötzlich blitzte es in ihren Augen auf. Straff richtete sie sich empor und ihre nmßen Zähne gruben sich tief in die rothen Lippen, daß einige Blutstropfen hervordrangen. „Also das — das ist's?" flüsterte sie mit bebenden L'ppen. „So denkst Du über mich, Karl? Ach, das werde rch Dir nie vergeffen ... aus ist es zwischen uns — ganz aus — o, daß ich ein Mann wäre!"

Ihre Hände ballten sich zur Faust. Drohend leuchtete es in ihren Augen auf. Da rief ihr Vater, daß sie den Herren das Frühstück ser- viren sollte, und langsam schritt sie zu dem Marketenderzelt zurück.

Doch heute sollten die Herren um ihr Früh­stück kommen, denn kaum führten sie die Taffe zum Munde, als in der Vorpostenkett« rasch hintereinander mehrere Schöffe fielen, ein Reiter in voller Karriere durch das Biwak sprengte und gleich darauf der Trompeter der Hauptwache das Alarmsignal blies, das die anderen Trom­peter, die Hornisten und Trommler aufnahmen, |

aller Leichen solcher Personen, welche an anderen Todesursachen gestorben sind, Spuren über­standener Tuberkulose aufweisen. Mit Recht wird daher auf die Nothwendigkeit hingewiesen, daß die Kenntniß von der Art der Verbreitung und von den hierauf beruhenden Schutzmaßregeln den weitesten Kreisen zugängig gemacht wird. Das Kaiserliche Gesundheitsamt hat auf Grund dieser Erwägungen soeben ein „Tuber­kulose-Merkblatt" herausgegeben, welches die wichtigsten Thatsachen und Rathschläge für jedermann nach den oben bezeichneten Richtungen hin enthält. Das Merkblatt ist in Format und Ausstattung dem in den Jahren 1892 und 1893 vertriebenen Cholera-Flugblatt nachgebildet und im Verlage von Julius Springer, Berlin N, Monbijouplatz 3, erschienen; es kann im Buch­handel zum Preise von 5 Pfg. für 1 Exemplar, von 3 Mark für 100 Exemplare, von 25 Mk. für 1000 Exemplare bezogen werden.

* Ueber das Schicksal der deulsche« Aost- ämler in Khma während der jetzigen Wirren wird (in der D. Verkehrszeitung) berichtet, daß nach einer telegraphischen Mittheilung des deut­schen Postamtes in Shanghai vom 25. Juli der Dienstbetrieb daselbst bisher ungestört war. Dagegen war in Tientsin der Postbetrieb vom 17. bis 25. Juli aufgehoben; jetzt ist er auf Briessendungen beschränkt. Wiederholt haben Gra­naten das Posthaus beschädigt. Der Vorsteher des Amtes, Oberassistent Kuchenbeißer, der den Ruf eines besonders umsichtigen und vorsichtigen Be­amten bei seinen Vorgesetzten genießt, ist aber un­verletzt gebiieben. Zu seiner Unterstützung hat das Postamt in Shanghai den Obecpostassistenien Pape nach Tientsin entsandt. Um auch bei der deutschen Pi stanstalt in Tschifu, die von einem Konsulats­beamten verwaltet wird, den jetzigen erhöhten An­forderungen zu genügen, ist Postassistent Schulte von Tsingtau dahin entsendet worden. Der deutsche Postdampferverkehr der Jebsen - Linie zwischen Shanghai, Tsingtau, Tschifu und Tientsin hat nennenswerthe Unterbrechungen nicht erfahren. Die Dampfer fahren jedoch einstweilen nicht mehr ganz bis Tientsin, sondern nur bis Taku.

h. Koburg, 3. Aug. Zu den Begräb niß- Fei erlich ketten für den verstorbenen Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha sind heute Mittag u. a. der Prinz von Wales, der Herzog von Park und der Kronprinz von Griechenland in Koburg eingetroffen. Zum Empfang waren am Bahnhofe der junge Herzog Karl Eduard mit dem Erbprinzen Hohenlohe und dem Großherzog von Heffen an­wesend. Kurz nach der Ankunft ging Herzog Karl Eduard mit dem Prinzen von Wales und dessen Sohn, dem Erbprinzen Hohenlohe und dem Groß­herzog von Heffen nach der Kirche, um am Sarge des verstorbenen Herzogs eine stille Andacht zu verrichten. Hierauf fuhr der Herzog zum Empfang des rumänischen Kronprinzen-Paares aus den Bahnhof. Dasselbe traf Mittags mit seinen drei Kindern in Koburg ein. Die Herrschaften fuhren ins Schloß Rosenau und zur verwitweten Herzogin.

Ausland,

* Arüffel, 3. Aug. In der Antwort auf die Note der englischen Regierung betreffend den daß es laut gellend durch das ganze Laaer schallte.

„Verdammt!" rief Adjutant Howard, sprang empor, daß der kleine Tisch mitsammt dem Thee- geschirr klirrend umstürzte, und eilte zu Oberst Packenham.

„Masseno greift unsere Vorposten an," rief der Oberst seinem Adjutanten entgegen. „Das Braunschweigische Regiment soll die Brücke von Ribaldeira besitzen und unsere linke Flanke schützen. Das vierte Bataillon der Legion soll die Vorposten verstärken, die Portugiesen und Schotten rücken in die Resiroestellung . . . rasch rasch V*

Die Adjutanten stoben davon und in wenigen Minuten zogen die Bataillone ab.

Ribaldeira, ein kleines Städtchen am Tranka- flaß, wurde in aller Eile von dem Braun­schweigischen Regiment besetzt. Die Scharf­schützenkompagnie des Hauptmanns von Helm­holtz lag rechts und links der Brücke über die Tranka in dem Gebüsch des Ufers. Deutlich vermochte man die näher und näher kommenden Schützenschwärme der Franzosen zu beobachten, hinter denen sich stark geschlossene Trupps ent­wickelten.

„Augenscheinlich wollen die Franzosen unsere linke Flanke überflügeln," sagte Oberst Korfes, der Kommandeur des Braunschweigischen Re­giments, zum Hauptmann von Hrlmholz. „Lassen Sie ein scharfes Feuer auf die Schützenlinien unterhalten. Ich sende eine Kompagnie in jenes Gehölz in unserer linken Flanke, dann nehmen wir die Franzosen unter Kreuzfeuer."

Hauptmann von Helmholz senkte den Degen

Ausgang des Prozeffes gegen Sipido erklärte die belgische Regierung, daß sie als strenge Hüterin der Gesetze diese nicht habe verletzen können, so gerne sie auch mit aller Schärfe gegen Sipido vorgegangen wäre. Das belgische Gesetz bestimmt nämlich, daß einem jungen Menschen, über welchen der Regierung das Verfügungsrecht durch gerichtliches Urtheil zugesprochen ist, und welcher einen gesetzlichen Wohnsitz in Belgien hat, eine Frist von drei Tagen zur Einlegung der Nichtigkeitsbeschwerde zu Gebote steht. Da Sipido bei seinen Eltern wohnte, so hatte er, wie es in der Antwort weiter heißt, einen gesetz­lichen Wohnsitz und konnte daher erst nach Ab­lauf von drei Tagen verhaftet werden. Diese Frist Hot er benützt, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Regierung drückt ihr Bedauern über diesen Zwischenfall aus, für den sie aber nicht verantwortlich gemacht werden könne.

* Aarts, 3. August. Der Urheber des Attentats auf den Schah von Persien heißt Frar.tzois Salcon und ist in Montbaur (Dep. Aveyron) geboren. Im Jahre 1894 wurde er wegen anarchistischer Umtriebe zu drei Monaten Gefängniß, int Jahre 1899 wegen Todtschlagsversuchs zu acht Monaten Gefängniß verurtheilt. Nach den Zeugenaussagen glaubt man annehmen zu dürfen, daß er Mitschuldige halte, welche bei der That zugegen waren. Auch soll man versucht haben, ihn nach seiner Ver­haftung zu befreien. Der Vertreter der Staats- anwaltschaft soll einem Journalisten gegenüber die Ueberzeugung ausgedrückt haben, daß man einer Verschwörung gegen die Souveräne gegen« überstehe. Der gestrige Mordanschlag stehe mit dim Verbrechen in Monza im Zusammenhänge. — In der Umgebung des Schahs hält man den Mordanschlag für die That eines Irr­sinnigen. Der Reifeplan des Schahs erleidet keine Abänderung. Der Schah telegrephnte die Nachricht von dem gegen ihn gerichteten Anschlag selbst nach Teheran.

* Aom, 3 August. Gestern Abend wurde in Neapel ein Unbekannter verhaftet; derselbe er­klärte, er sei Seidenarbeiter, in Benevento ge­boren; er habe viele Jahre in Amerika gear­beitet, sei von dort zurückgekehrt und habe sich über Paris nach der Lombardei begeben. Man beschlagnahmte bei ihm ein Notizbuch mit Abrissen von Ausländern; die Polizei hält ihn sür einen Anarchisten. Die Anarchisten Lanner und Quintavalla, sowie die Geliebte Bcesst's, Emma Quazza, wurden von der Polizei nach Monza gebracht. — Bresst sucht in seinem Ver­höre sich nach dem Beispiele von Vorgängern als Mann hinzustellen, d.r auf eigene Faust gehandelt. Auch fährt er fort, feine cynische Ruhe zu bewahren. Nichtsdestoweniger scheint er enttäufcht zu sein. Es scheint sicher, daß die Genossen geplant hatten, ihm die Flucht zu ermöglichen und daß er darauf baute. So er­klärt sich auch der Umstand, daß er nicht alle Papiere vernichtete. Diese halfen die Spur der Komplizen entdecken, denn man fand englische und amerikanische Namen, auch von Frauen, mit einer Nummer dahinter, auch die Worte „Insel Elba, Porto Longone". Letzteres genügt, um in Porto Longone Quintavalla, den Freund Bressis, und gab die nöthigen Befehle. Die ersten Schüsse krachten und schlugen klatschend in die Reihen der französischen Tirailleure, die einen Augenblick stutzten, dann sich niederwarfen und das Feuer der Scharfschützen erwiderten.

Karl lag mit mehreren Schützen unmittelbar neben der Brücke und beteiligte sich eifrig an dem Feuergefecht. In seinem Herzen wühlte und nagte es schmerzhaft. Er glaubte sich von Gestnen hintergegangen; ein bitterer Zorn er­faßte ihn, der ihn den Tod erwünscht erscheinen ließ. Deshalb sprang er auch aus der Deckung hervor, stand frei und aufrecht da und schoß in dieser Stellung auf den Gegner.

„Korporal Ahrendt, geht in die Deckung!" rief ihm sein Offizier, Leutnant von Hirseveld, zu.

Aber Kail hörte nicht, er blieb aufrecht stehen, obgleich die feindlichen Geschosse rechts und links neben ihm einschlugen.

„Leutnant von Hirseveld, senden Sie einen Unteroffiziersposten über die Brücke, der des Steuerwächters Haus jenseits der Brücke besetzt!" rief Hauptmann Helmholtz dem Offizier zu.

„Zu Befehl, Herr Hauptmann — Korporal Ahrendt, besetzen Sie mit Ihrer Korporalschaft das Haus jenseits der Brücke!"

„Zu Befehl! — Auf, Leute!" rief Karl seiner Mannschaft zu, und sprang selbst auf die Brücke, über welche die feindlichen Geschosse pfeifend dahinsausten.

„Wenn mich doch eine Kugel träfe 1" seufzte Karl leife. Aber die Kugeln verschonten ihn, wenn sie auch zwei Schutzen an seiner Seite nieder­schmetterten.

Im Laufschritt ging es jetzt über die Brücke. Die Franzosen merkten die Absicht des Gegners

zu finden und zu verhaften, einen vulgäre» Menschen mit einem Verbrechertypus, der auch tätowtrt ist. Quintavalla, der viele kompro- mittirenbe Papiere halt«, wurde nach Monza in Konfrontation mit Besfi gebracht. Quintavalle sucht zu leugnen, gibt aber zu, mit Brelsi, der auch in Rio de Janeiro war, zusammengereist zu fein.

• Monza, 3. Aug. Gestern Abend fand hier unter dem Vorsitze Saraccos ein Ministerrath statt, über dessen Verhandlungen strengstes Still­schweigen beobachtet wird. Während und nach dem­selben muß es im königlichen Schloß sehr leb­haft zugegangen sein. Es scheinen bereits viele Differenzen zwischen der Königin-Wittwe und der Staatsleitung zu bestehen. Königin Margherita verlangt absolut die Beisetzung der Leiche in den Savoyischen Königsgräbern in Turin und wollte aus Rücksicht für die Bevölkerung und aus Pietät für den tobten König eine Todten- Feier im Dome zu Manzo veranstalten. Aus Gründen der Staats-Raison und weil man in Rom mit pompösen Feiern das Volk befriedigen will, lehnte die Minister-Konferenz den Wunsch der Königin-Wittwe ab. Ueberdies habe die Königin-Wittwebestimmt erklärt,nicht mehr nach Rom zurückzukehren. Sie erklärte, fern von der Staats-Raison weilen zu wollen und habe sich ein Schloß in Turin als Wittwensitz gewählt.

• Waikaud, 3. Aug. In Santa Ma­riella wurde heute auf den Fürsten Baltha­sar Odeskalchi ein Attentat verübt. Dec Fürst soll schwer verwundet sein.

* Koudo«, 3. August. Im Unterhause er­klärte der erste Lord des Schatzes, Balfour, die britische Regierung habe bet belgischen Regierung mitgetheilt, daß sie in dem Er« gebniß des Prozesses gegen Sipido einen schweren, unseligen Mißgriff der Justiz erblicke (Beifall) und daß sie mit Bedauern und Ueberraschung erfahren habe, daß die bel­gische Regierung keinerlei Maßnahmen getroffen hab-, Sipido festzuhalten, solange noch keine Entscheidung darüber getroffen war, was mit Rücksicht auf den Wahrspruch des Gerichtshofes zu erfolgen habe. Die belgische Regierung habe hierauf bisher n'djt geantwortet.

* Madrid, 3. Aug. Die Regierung hat an­läßlich des Attentates von Monza wieder ver­schärfte Maßnahmen zur Ueberwachung des Anarchismus angeordnet. In Folge dessen ist jede Preßnachricht über anarchistische Anschläge untersagt. Dato, der Minister des Innern, sagte, die Barcelonaer Poliz-i wisse nichts Ge­naues über Steffi. In Madrid und Barcelona wird der Kriegszustand aufrecht erhalten. Aus Madrid verlautet, Silo ela wolle die Initiative ergreifen zur Abhaltung einer internationalen Kon­ferenz zur Abwehr gegen den Anarchismus. Dato erklärt dies für verfrüht, doch werde Spanien allen­falls sich hierin den übrigen Mächten anschließen.

Der Krieg iu Südafrika.

Vom Kriegsschauplätze in Südafrika wird dem „Reuter'schen Bureau" über Kapstadt gemeldet: Bei Potschefstrom hat das Liebeberg- Kommando die Engländer unter Smith-Dorrten

und richteten ein rasendes Schnellfeuer auf die Brücke, das mehrere der tapferen Schwarzen ver­wundete.

Jetzt war das Steuerhäuschen erreicht. Die Schützen athmeten auf, man war in Deckung gegen das Schnellfeuer des Feindes. Rasch richtete man sich zur Vertheidigung ein und erwiderte das Feuer.

Aber die Franzosen entwickelten immer mehr Kräfte. Jetzt donnerte auch das schwere Geschütz und mehrere Granaten schmetterten in das Städt­chen hinter der Brücke. An dem von einer Kom­pagnie besetzten Gehölz entspann sich ein heftiges Gefecht. Mit großer Uebermacht griffen die Fran­zosen an und trieben nach zäher Gegenwehr die Braunschweiger aus dem Walde. Die linke Flanke wurde dadurch entblößt und als die Kompagnie sich nach Ribaldeira ziehen wollte, wurde sie von einem sranzösischen Kürassirregiment attackirt. Rasch wurde Karree sormirt und die anstürmenden Kürassire empfing ein wohlgczieltes Schnellfeuer. Auch die am Flußrand liegenden Kompagnien richteten ihr Feuer gegen die Kürassire, die ab« schwenkend und hinter dem Walde verschwanden.

Die Attacke der Reiter hatte aber doch das Feuer der Braunschweiger eine Zeitlang von den französischen Schützenschwärmen abgelenkt, die diese günstige Gelegenheit benutzten und von Neuem gegen die Brücke anstürmten.

In diesem Augenblick preschte der Adjutant Howard heran. „Das Braunschweigische Regiment soll sich hinter die Stadt zurückziehen und dort Stellung nehmen!" rief er dem Oberst Korfes zu.

„Unmöglich, Herr Adjutant," entgegnete der erfahrene Ossizier. „Wir dürfen die Brücke nicht preisgeben!"