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Erscheint tö glich, m. Ausnahme der Sonn- und «Seiet» tage. Vierteljahr!.
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27. Jahrgang.
Jutta, Mttwoch, d-n 1. August 1900.
JK 174.
Höchst Mannend
ist die politische Lage geworden durch den Aufstand in
KHincr.
Das Lesebedürfniß ist gewaltig gestiegen. Wer sich darum durch ein gut geleitetes, politisches, täglich erscheinendes Centrumsblatt über die wichtigsten Ererg- nisse auf dem Weltschauplatze auf dem Laufenden halten will, der bestelle für die Monate August uud September die
,Jukdaer Zeitung'.
Bestellungen werden von allen Postanstalten, Landbriefträgern, den Zeitungsträgern und von unserer Expedition (Harmonie) zum Preise von nur
I einer Mark
entgegengenommen.
Deutsches Keich«
Berlin, den 31. Juli.
X Hebet den Eindruck, den die Krmor- d««g des Königs von Ktakierr auf Kaiser Wilhelm gemacht hat, äußerte der Staatssekretär Graf Bülow sich einem Berichterstatter gegenüber, daß der Kaiser mit der größten Be- trübniß und mit dem tiefsten Schmerze von dem furchtbaren Tode des Königs Humbert, seines treuen Freundes und Verbündeten Kenntniß genommen habe. Der Kaiser zweifle indeflen nicht daran, daß die innige Freundschaft, die ihn mit dem verstorbenen Könige verbunden, auch zwischen deffen Nachfolger, dem König Viktor Emanuel und ihm fortbestehen werde. Der Kaiser hat seinem Schmerz über den Verlust seines königlichen Freundes unmittelbar nach dem Eintreffen der Trauerkunde in längeren Kondolenz-Telegrammen an König Viktor Emanuel und Königin Margherita Ausdruck gegeben. Von Beiden find sehr herzliche Antworten eingegangen. Auf Befehl des Kaisers ist an Bord des Schiffes „Hohen- zollern" und ihrer Begleitschiffe die italienische Flagge haibstock gehißt worden. — Der preußische Hof legt heute für den König von Italien die Trauer auf drei Wochen an. — Ein Berliner Blatt läßt sich aus Rom melden, Kaiser Wilhelm habe der Königin Wittwe seine Absicht kundgegeben, an der Leichenfeier theilznnehmen.
h. Zu dem Hinscheiden des Aerzogs Alfred »em Sachse« KoSnrg HotHa schreibt die offiziöse »Nordd. Allg. Ztg/: Durch seinen Tod werden neben dem großbritannischen Königshause die kaiserliche Familie und verbündete deutsche Fürstenhäuser in Trauer versetzt. Der Verlust, den Regierung und Bevölkerung der ihres Fürsten beraubten Lande von Sachsen-Koburg-Gotha erleiden, begegnet auch in anderen deutschen Bundesstaaten aufrichtiger Theilnahme. — Nach dem vor einem Jahre im Koburger Landtage angenommenen Thronfolgegesetze wird während der Zeit der Unmündigkeit des Herzogs von Albany der Erb- Nie Tochter der Khrmomr.
Roman von O. Elster.
22 ------ (Nachdruck verboten.)
„Was geht dort vor?" fragte Pedro erstaunt.
Aber Manso jubelte auf. „Es sind unsere Landsleute — Guerilla-Krieger, Vater! Ich kenne den Anführer Don Julian Sanchez! Nun drauf und dran, Vater!"
Er sprang aus der Höhle und stieß einen französischen Soldaten in den Abgrund, der eben die kleine Plattform vor der Höhle erklommen hatte. Dann schoß er sein Gewehr auf die langsam sich zurückziehenden Franzosen ab und jauchzte laut auf. Auch der alte Pedro folgte ihm und betheiligte sich an dem Kampfe, der nur kurze Zeit dauerte und mit der Flucht der Franzosen endigte.
„Das war Hilfe zur rechten Zeit, Sennor!" Mit diesen Worten trat Manso auf den Führer des Trupps zu.
Don Julian Sanchez lächelte stolz, indem er sein blinkendes Messer in den breiten Gürtel steckte.
„Wir haben den sranzöfifchen Hunden schon seit einigen Tagen aufgelauert", sprach er bann und in seinen schwarzen, stechenden Augen blitzte es heimtückisch auf. „Jetzt war die Gelegenheit günstig — und kein Mann soll uns entrinnen! Hört, wie meine Burschen das flüchtige Wild jagen?" lachte er auf.
Im Walde tönten Schüsse und lautes Ge-
prinz Ernst von Hohenlohe-Langenburg, ein Schwiegersohn des verstorbenen Herzogs die Regierungs-Verwesung des Herzogthurns Sachsen-Koburg-Gotha übernehmen.
n Iürst Kohenlotze will Reichskanzler bleiben, solange es der Kaiser von ihm verlangt. Das ist der Sinn einer Aeußerung, die er in Pommersfelden bei feinem Schwiegersohn, dem Grafen von Schönborn - Wiesentheid, seinen Enkelinnen gegenüber gethan haben soll, die ihn baten, sich von der schweren Last der Regierungsgeschäfte zurückzuziehen. Er soll darauf, wie auch schon im vorigen Jahre, mit einem entschiedenen Nein, solange es nicht des Kaisers Wille sei, geantwortet haben.
* Der Minister des Kunern hat mit Rücksicht auf die Zunahme schwerer Verbrechen gegen Eigenthum und Leben und die Schwierigkeiten, welchen die Feststellung der Täterschaft bei derartigen Verbrechen immer mehr begegnet, die Regierungspräsidenten ermächtigt, künftig in solchen Fällen selbst ändig für die Ermittelung des Verbrechens Belohnungen bis zum Betrage von 3000 Mark auszufetzen.
* Kovnrg, 31. Juli. Wie schon telegraphisch gemeldet, ist Herzog Alfred von Sachsen-Koburg-Gotha gestern Abend 10 Uhr auf Schloß Rosenau gestorben. Herzog Alfred fühlte sich seit etwa drei Monaten nicht wohl; im Mai suchte er mit günstigem Erfolge Heilung von einem rheumatischen Leiden. Im Juni zeigten sich jedoch Symptome eines Hals- Ieiben8, welches allmählich einen bedrohlichen Charakter ar.nahm. Am 22. Juni stellten bei einer Konsultation in Wien die namhaftesten Spezialärztr die Entstehung von Krebsge- schwären an der Zungenwurzel fest. Der Kranke nahm nunmehr auf den Wunsch der Herzogin und der übrigen Familienglieder, die von der Natur des Leidens verständigt wurden, in Schloß Rosenau Aufenthalt. Hier ist der Herzog, der seinen Zustand nicht kannte und Genesung erhoffte, in Folge einer Herzlähmung unerwartet schnell verschieden.
9 NrenrerHaver», 31. Juli. Der Auslauf der Dampfer „Aachen" und „Straßburg" hat heute Nachmittags stattgefunden. Trotz der stürmischen See wohnte der Kaiser dem Auslauf bei. An Bord der „Hohenzollern" befand sich das kaiserliche Paar, die Prinzen und Graf Bülow. Der Dampfer „Aachen" führt etwa 500 Mann mit sich, nämlich eine Sanitäts- Kompagnie, eine Feldbäckerei-Kolonne und eine halbe reitende Feldhaubitzen-Munitions-Kolonne. Der Dampfer „Straßburg" hat 150 Mann an Bord, nämlich das erste Bataillon des ost- asiatischen Infanterie-Regiments Nr. 2. — Die Fahnenweihe, welche für den 2. August in Aussicht genommen war, ist einstweilen vertagt worden.
Ausland.
* Aee«, 31. Juli. Der Schweizerische BundeSrath hat beschlossen, das am 25. Oktober vorigen Jahres erlassene Verbot der Einfuhr von Klauenvieh aus Deutschland aufzuheben. Die Einfuhr von Rindvieh,
schrei. Die Franzosen waren auf einen Hinterhalt gestoßen und wurden bis auf den letzten Manu niedergemetzelt.
Plötzlich schallte es vom Hause her: „Hilfe, Hilfe, sie stirbt . . ."
„Meine Mutter rief!" sagte Manso hastig und eilte nach dem noch immer brennenden Hause, deffen Dach bereits niedergesunken war. Pedro und Don Julian folgten.
Auf dem Rasen des kleinen Gärtchens lag, aus einer Wunde in der Schulter stark blutend, Manuela. Todtenbläffe bedeckte ihr schönes Antlitz, die Augen waren sest geschloffen und die langen Wimpern warfen tiefe Schatten auf die bleichen Wangen. Ihre Mutter, der alte Pedro und Manso waren um die Besinnungslose beschäftigt.
Don Julian war überrascht von der eigenartigen Schönheit des Mädchens.
„Hier in der Feldflasche ist noch etwas flog- nac“, sagte er. „Wir wollen ihr damit die Schläfe waschen und ihr einige Tropfen einflößen. Die Wunde scheint mir nicht gefährlich zu fein."
Er beugte sich über die Bewußtlose und wusch ihre Stirn mit dem starken Getränk.
Jetzt zuckten ihre langen Wimpern und ein tiefer Seufzer hob ihre Brust. Rasch flößte ihr Manso einige Tropfen des belebenden Trankes ein — ein Beben ging durch ihren Körper, dann öffnete sie langsam die großen schwarzen Augen.
„Wo bin ich, was ist mit mir vorgegangen?"
„Beruhigt Euch, Sennorita, Ihr seid in Sicherheit."
Schafen und Ziegen wird vom nächsten Montag an wieder gestattet.
* Saris, 31. Juli. Die Nachricht, daß auf den Schah von Persien ein Attentat verübt worden sei, ist dahin richtig zu stellen, daß Vormittags, als der Schah die Ausstellung besuchte, das Gefolge des Schahs in der Nähe ein schlecht gekleidetes Individuum bemerkte, welches, wie alle Perser, einen Dolch im Gürtel trug. Das Individuum wurde verhaftet und nach dem Polizei-Bureau geführt.
h Brüssel, 31. Juli. Die englische Po st Verwaltung hat die Einführung der drahtlosen Telegraphie auf den Postdampfern zwischen Dover, Ostende und Calais, deren Einführung kürzlich seitens Belgiens beschlossen worden war, verboten. Das Verbot ist hier unverständlich.
® Ilom, 31. Juli. Das Todtenbett, auf dem die Leiche des ermordeten Königs im Schlosse zu Monza vorläufig gebettet ist, wurde von der Königin-Witwe eigenhändig mit prächtigem Blumenschmuck versehen. Niemand darf den Palast in Monza betreten. Bewaffnete Ka- rabinteri haben alle Zugänge besetzt. Es wird erzählt, die Königin habe am Sonntag versucht, ihren Gemahl davon abzuhalten, das Turnerfest zu besuchen. Der König habe aber erklärt: Ich gehe, um die braven Turner zu sehen, es macht mir Vergnügen. Die Leiche wird vom Leibarzte des Königs in Turin einbalsarnirt. — Das Benehmen des Mörders ist fortgesetzt cynisch. Ec erklärte in einem gestrigen Verhör, daß er revolutionärer Anarchist und bereit sei, bei Gelegenheit wiederum zur That zu schreiten. Gestern wurde eine Frauensperson namens Cesioa Remella, mit welcher Bresst in Mailand verkehrte und deren Adresse er in der Tasche hatte, verhaftet. — Heute sind fast alle Blätter mit Trauerrand erschienen. Alle sind darin einig, den besten und volksthümlichsten König verloren zu haben. — Die sämmtlichen Minister haben ihr Entlaffungs- gesuch in die Hände des Ministerpräsidenten gelegt, der die Entschließung des neuen Königs erwartet. —Gestern Abend veranstalteten Studenten, begleitet von patriotischen Vereinen mit florum- wundenen Fahnen vor dem sozialistischen Blatte .Avanti' große Demonstrationen. Auf her Piazza Colonna wurden ganze Stöße des Blattes verbrannt. Im Quirinal haben sich bereits Tausende von Personen aller Stände in bas dort ausliegende Condolenzbuch eingezeichnet.
* Ilom, 31. Juli. Wie verlautet, soll der hl. Vater die Veröffentlichung einer Encyclika beabsichtigen, worin die Stellung des Vatikans gegenüber den Vorgängen in China klargestellt wird. Der Papst wird darin nachweisen, daß er schon seit geraumer Zeit nichts unterlassen hatte, die Regierungen auf die drohende Gefahr aufmerksam zu machen.
* Madrid, 31. Juli. In der spanischen Stadt Algeciras erschossen Zollwächter zwei Tabakschnmggler und verwundeten schwer einen dritten. Die Bevölkerung empörte sich; die Zollbeamten mußten sich in einem Wirthshause ver- barrikadiren und schossen auf das Volk, wobei ein Mann verwundet wurde. Sämmtliche Fenster-
Manuela sprang empor. Ihre Augen blitzten, sie sah die getödteten Feinde, sie hörte das Prasseln und Krachen des Feuers, das ihreHei- math verzehrte, und aufschluchzend verhüllte sie ihr Antlitz.
„Sennorita", sprach Don Julian, der Guerillaführer erst, „Ihr seid gerächt. .
Da flammte es in ihren Augen auf. Wie zum Schwur erhob sie die Hand. „Ich selbst werde das Rachewerk vollenden", sprach sie mit bebender Stimme, „und nicht eher ruhen und rasten, bis der letzte Feind von dem heiligen Boden des Vaterlandes vertrieben ist — bis der letzte Feind getöbtet ist. Diese Stunde hat mir die Augen geöffnet — Manso — Don Julian reicht mir die Hände — schwöret mir den heiligen Schwur der Rache!"
„Wir schwören!" kam es über die Lippen der Männer.
Mit aufwärts zum Himmel gerichtetem Blick stand das dämonisch-schöne Mädchen da. In der Ferne verhallten die Schüffe — das Feuer des Hauses prasselte hoch auf, und krachend stürzte das Gebälk zusammen und die Mauern der friedlichen Heimath ihrer Jugend sanken nieder in Schutt und Staub.
12. Kapitel.
~Dichter" Nebel "ruhtHüf"den'"Schluchten und Thälern der Gebirgskette, welche die Vorposten bet Briten besetzt hatten. Oben auf ben Anhöhen standen die Posten, das Gewehr int Arm, und spähten aufmerksamen Auges hinab in die Ebene, wo aus der Ferne die Wachtfeuer der Massenoschen Armee gleich glühenden Augen ge»
scheiben des Gebäudes der Tabakmonopsl-Gesell- schaft wurden mit Steinen eingeschlagen.
Der Krieg m Südafrika.
Vom Kriegsschauplätze in Südafrika melden telegraphisch englische Blätter aus Pretoria, der Versuch von Roberts, die Strntkräfte Bothas zu umgehen, sei mißlungen, wahrscheinlich, weil die erwartete Mitwirkung anderer Truppentheile ausblieb; Roberts fei nach Pretoria zurückgekehrt und die Vorwättsbewegungen seien vorläufig eingestellt. Delarey belagere Rastenburg, wo Baden-Powell eingeschloffen ist. Das Entsatzkorps unter Oberst Hickmann mußte sich zurückziehen, weil es nicht stark genug war.
Dem Reuter'scheu Bureau wirb aus Zeerust vom 29. Juli gemeldet: Es geht bas Gerücht, daß die Buren gegen Zeerust vorrücken. Alle Regierungsvm räche wurden nach dem Lager geschafft, welches sorgfältig hergerichtet worden ist. Die Konvois nach dem Elands-Fluß sind eingestellt worden. Späher des Feindes wurden im Distrikt bemerkt. Ein eingeborener Späher berichtet, daß 400 Buren in Steenbokfontein lagern. Demselben Bureau wird aus Fouries- berg vom 30. Juli gemeldet: Die Buren, die sich Hunter ergaben, bestanden unter Anderen aus dem 550 Mann starken Kommando von Ficksburg und dem 450 Mann starken Kommando von Ladybrand; mit diesen fielen 1500 Pferde, 2 Kanonen und 50 Wagen in die Hände der Briten. Viele Buren sind über Nauw- poorts Nek gegangen, um sich Macdonald zu ergeben, andere kommen noch fortwährend an. Die Kommandos von Harrismith und Vrede bewegen sich noch ungehindert umher.
Die Wirren in China.
Die Hoffnung, daß ein großer Theil der Europäer in Peking noch am Leben ist, wird durch die neuesten Nachrichten erheblich gestärkt, insbesondere durch eine Depesche des englischen Gesandten Macdonald, die allerdings auch den Verlust von 62 Personen in den bisherigen Kämpfen angibt. Das Londoner Bureau Laffan hat ein Telegramm au8 Tientsin erhalten, das folgende vom 21. Juli batirte Depesche aus Peking wiedergibt:
„Erste Nachrichten von außerhalb kamen 18. Juli. Mißlingen der Entsatzcxpedition machte Belagerung weit gefährlicher. Am 19. Juni brach Iamen Beziehungen ab, am 20. Juni erklärte China Krieg. Deursche Gesandte Baron Ketteler und Francis James, ein englischer Professor, wurden ermordet. 400 Nichtkombattanten nahmen in englischer Gesandtschaft Zuflucht. Ich hörte, daß Bekehrten nördliche Kathedrale besetzt halten. Tausend Flüchtlinge nahmen Zuflucht im Palast des Prinzen Lu gegenüber der britischen Gesandtschaft. Waffenstillstand begann 17. Juli nach 26tägi>»r heftiger Beschießung. Eine Nacht dauerte die Beschießung ununterbrochen 6 Stunden an. Vier Versuche wurden gemacht, englische Gesandtschaft in Brand zu setzen. Zwei der Versuche hatten das Resultat, daß Hanlin-Kollege zerstört wurde. Feigheit der Chinesen machte erfolgreiche Erstürmung unmöglich. Gesammtzahl der wattiger Ungeheuer herüberleuchteten. Drunten im Thal lohten bie Biwakfeuer des Gros der Vorposten unb hier machten es sich bie britischen Krieger unb bie deutschen ßegionSfolbaten bei ben Marketendern bequem. Weiter rückwärts erstreckten sich die Zeltlager der Armee, in denen bereits nächtliche Ruhe herrschte.
In den breitästigen Eichen, Kastanien und Sykomoren rauschte der Nachtwind und über dem dichten Nebelmeer der Thäler erglänzte der Sternenhimmel in südlicher Pracht. Zuweilen erschollen die Rufe der Posten und Ronden von den Feldwachen herüber; auch ein Schuß fiel ab und zu in der Ferne und verhallte in den Schluchten des Gebirges — sonst lautlose Stille ringsum, da es den Truppen wegen der Nähe des Feindes verboten war, zu fingen ober sonst irgend welchen Lärm zu machen. Selbst allzulaute Gespräche waren untersagt und so unterhielten sich die Soldaten flüsternd am Biwakfeuer ober legten ben Kopf auf den Tornister und schlummerten und träumten von der Heimath in den schottischen Bergen, in den englischen Wiesen und Feldern und an dem Strande berauschenden Weserstromes.
Unter einer breitästigen Eiche stand ein mit einer weißen Plane Überzogener Marketenderwagen. Zwei kleine, sehnige Pferdchen grasten unweit desselben in dem Walde, ein struppiger großer Hund lag unter dem Wagen und beobachtete mit wachsamen Augen die umherstehenden und liegenden Soldaten. Ein alter Mann mit einem steifen Bein unb einer blauen Soldatenmütze auf den grauen Haaren saß auf einem Whiskyfaß, lehnte sich an den Wagen unb