Die HorergeseUschaft in China
Die Wirren in China.
e am 8. Juli die I fischen Regn Truppen Tungfuh- So sehr k Ak»* ovfnt ATpirh ' Mpsdnnaen
Centralstelle in M. • Gladbach, die gerne Rath ■ ertheilen wird). Die Ernte ist so groß und der Arbeiter find viel zu wenig. Du bist herzlich willkommen." Was für den menschlichen Leib die Blutadern und Nerve» find, so heißt es dann u. A., daS bedeuten für unfern Volksverein die Vertrauensmänner. Der Vorstand des Volks« Vereins, auch der beste Geschäftsführer eines Bezirkes oder einer größeren Stadt erreichen nichts, wenn sie in den einzelnen Straßen nicht eifrige und tüchtige Vertrauensmänner zur Seite haben. Diese treten mit den einzelnen Mitgliedern in persönliche Berührung, kommen in die einzelnen Häuser und Wohnungen, können den Lauen aufrütteln und zum Emtritt in den Volks oerem bewegen, die gewonnenen Mitglieder dem Vereme treu erhalten, die Broschüren und Flugblätter paffend verbreiten, agitatorisch für die Ziele des Vereins wirken. Sie erhalten Einblick in die persönlichen und Familienverhältniffe des einzelnen katholischen Mannes, genießen bei diesem Vertrauen und gewinnen dadurch Einfluß auf ihn. Sie können den Geschäftsführer, den Orts- geistlichen aufmerksam machen auf soziale Schäden, die zu beseitigen sind (Verbreitung schlechter Zeitungen und Schriften, Agitation der Sozialdemokratie 2C.), ebenso Hinweisen auf uothwendige und nützliche soziale Einrichtungen und die paffendsten Mittel und Wege, sie in's Werk zu setzen. Die Vertrauensmänner im Volksverein bilden so ein lebendiges Netz über eine Gemeinde, einen Bezirk, das ganze katholische Land. Kein Wunder, duß der Bestand und die erfolgreiche Thätigkeit des Vereins am Ende ganz in ihrer Hand liegt. Sind so überall gut instruirte, tüchtig geschulte und eifrige Vertrauensmänner an der Arbeit, dann ist der Hauptzweck des Volksoereins erreicht, nämlich die Organisation (einheitliche, wohlgegliederte Zusammenfaffung) des katholischen deutschen Volkes und eine rastlose Agitation zur Förderung der Sozialresorm zum besten aller Stände durch stetige soziale Aufklärung und praktisch-soziale Kleinarbeit auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung und genoffenschaftlichen Selbsthilfe der einzelnen Stände unseres Volkes.
4- Hmte feiert der preußische General- Feld mar sch all Leonhard Graf v.Nkuuren- Itzak das Fest seines 90. Geburtstages. Gra Blumenthal ist am 30. Juli 1810 in Schwedt a. d. O. geboren und hat seine Bildung im Kadettenkorps erhalten. 1827 wurde er Offizier, besuchte dann 1830—1833 die Kriegs-Akademie und war 1837—1845 Adjutant des Kobl-nzer Garde-Landwehr-Bataillons. Seine Beförderung zum Premierleutnant erfolgte 1844; am 1. Januar 1849 avancirte er zum Hauptmann. Als solcher machte er den dänischen Feldzug im Stabe des Generals v. Boni» mit und wurde im Mai 1849 zum Chef des Generalstabes der schleswig- holsteinischm Armee ernannt. 1853 zum Major befördert, wurde er 1858 als Oberstleutnant zum persönlichen Adjutanten des Prinzen Friedrich Karl, im Dezember 1863 aber zum Chef des Geveralstabes des kombinirten mobilen Armeekorps in Schleswig-Holstein ernannt. Im Juni 1864 zum Generalmajor befördert, übernahm er nach der Wiederherstellung des Friedens das Kommando erst der 7., dann der 30. Jnfanteriebrigade, und wurde 1866 unter dem Oberbefehl des Kronprinzen Chef des Generalstabes der zweiten Armee. Im Oktober desselben Jahres avancirte er zum Generalleutnant und erhielt das Kommando der 14. Division. Den deutsch französischen Krieg machte er wieder als Generalstabschef des Kronprinzen als Oberbefehlshaber der dritten Armee mit. Nach Beendigung des Krieges wurde er durch eine Dotation von 450000 Mark ausgezeichnet. Im März 1872 erhielt er das Kommando des 4. Armeekorps, wurde 1883 in den Grafenstand erhoben und am 15. März 1888 vom Kaiser Friedrich III. zum Generalfeldmarschall und zum Generalinspekleur der 4, 1892 zu dem der 3. Armeeinspkktion ernannt. Am 28. März 1898 erhielt Graf v. Blumenthal den erbetenen Abschied.
Die in Peking eingeschlossenen Gesandten waren am 22. Juli noch am Leben und in der Lage, sich zu verthei- digen. So melden die nachstehenden, deute aus Tientsin undTschifu eingelaufenenDepeschen der dortigen deutschen Konsuln.
Der kaiserliche Konsul tn Tschtfu meldet telegraphisch vom 27. Juli: Nach einer Drahtmeldung des Gouverneurs von Schantung an mick, ist meine Depesche an unsere Gesandtschaft in Peking am 22. Juli befördert worden. Ferner telegrophirt der Gouverneur an das diesige Konsularkorps, daß nach einem kaiserlichen Edikt vom 24. Juli mit Ausnahme des deutschen Vertreters alle Gesandten unversehrt, auch mit Lebensmitteln versehen werden. Eme dritte Depesche des Gouverneurs an das Konsular- korps meldet die Weiterbesörderung eines Tele- gramms der Admirale vor Taku an die Gesandtschaften in Peking. In diesem Telegramm werden die Gesandtschaften gebeten, diverse Nae^ richten mit fliegendem Kourier zu senden. Nach chinesischen Meldungen wurde am 8. Jul» die englische Gesandtschaft von ^““7“ siangs angegriffen, der Angriff aber erfolgrerch
Truppen. ,
Der kaiserliche Konsul in Tientsln tele- graphirt unter dem 28. Juli: Unter dem 21. Jul» schreibt der erste Sekretär bei dec Gesandtschaft in Peking Herr von Below: Dank für Nachricht vom 19. ds. Mts. Cordes befindet sich befriedigend, die übrigen Mitglieder der Gesandtschaft find wohlauf. Das Detachement hat 10 Todte und 14 Verwundete. Die Häuser der Gesandtschaft find durch Geschützfeuer stark beschädigt, werden aber von uns gehalten. Se»t dem 16. ist der Angriff der chinesischen Truppen auf uns eingestellt Mit Berlin ist keine Verbindung. ES ist dringend nöthig, daß die Entsatztruppen schleunigst vorrücken. Gutem Vernehmen nach ist die Leiche deS Frhr. v. Ketteler von der chinesischen Regierung geborgen.
O. V-7- man auch wünschen mag, daß diese Meldungen sich als richtig erweisen, so ist doch
rächen.
© London, 30. Juli. Li-Hung-Tschang hat, wie verlautet, seines hohen Alters wegen sein Abschiedsgesuch eingereicht und beabsichtigt, China zu oerlaffen, was als Zeichen dafür betrachtet wird, daß die Gesandten in Peking nicht mehr am Leben sind.
London, 30. Juli. Einer Meldung aus Tschrfu zufolge werden nach Ankunft der zweiten japanischen Division, die jetzt eingeschifft werde, die verbündeten Streitkräfte in Taku und Tientsin nahezu 70,000 Mann zählen. Dre Briten und die Japaner würden in 14 Tagen den Vorstoß beginnen, ohne die Ankunft der deutschen Verstärkungen abzuwarten.
* Vetersönrg, 28. Juli. Aus Port Arthur meldet das Organ des russischen Departements für Handel und Manufaktur vom 25. Juli: „Der Vize-Admiral Alexejew hatte mehrere Male eine Berathung mit den Oberbefehlshabern der verbündeten Truppen über die Verwaltung der Stadt Tientsin, die jetzt völlig geregelt »st. Die beschädigten Forts und Kasernen von Tientsin werden schnell wiederhergestellt. Die chinesischen Truppen stehen in drei Lagern, um den Vormarsch der verbündeten Truppen gegen Pekmg zu verhindern. Die Frage der weiteren Opera- tionen gegen Peking wird in dieser Woche entschieden werden. Der General Lenewitsch »st in Port Arthur angekommen, sein Detachement wird in der Mandschurei operiren.« — Der russische Oberst Flug telegrophirt aus Tientsin nach St. Petersburg, in dem Gefecht, welches am 13. Juli bei Tientsin stattgefunden habe, seien sechs Offiziere, darunter ein Oberstleutnant, und 22 Soldaten getödtet, 126 Soldaten schwer verwundet worden.
• Shanghai, 30. Juli. Wie das Reutersche Bureau berichtet, sind drei weitere Kriegsschiffe hier angekommen. Es befinden sich jetzt 2500 Mann Truppen in den Woosung-Forts und 3000 im Arsenal; stündlich kommen mehr Truppen an. Als Vorsichtsmaßregel fft be« schloffen werden, die dortige französische Nieder- laffung in Vertheidigungszustand zu bringen. Auf Ersuchen der französischen Behörden hat der Kommandant des niederländischen Kreuzers Holland" die Leitung der Arbeiten übernommen. — In Hu-tschou, in der Nähe von Hang- tschou, find neun englische Missionare -rmor- bet worden.
Lokales.
Fulda, 31. Juli.
□ Wie wir hören, ist daS Herrn Bier- brauereibefitzer I. Schultheis gehörige Wirth-
Der Krieg in Südafrika.
Vom südafrikanischen Kriegsschauplätze be- richtet eine Depesche des Feldmarschalls Lord Roberts vom 28, Juli, daß, wie der General Buller mitthellte, der Posten an der Station Vlaklaagte in der Nacht vom 26. zum 27. Juli zweimal angegriffen, der Feind aber zmück- getrieben worden sei, ohne Schaden angerichtet zu haben. Ferner antwortet Lord Roberts auf die Anfrage des Kriegsamts in London, ob der Zug mit Walliser Füsilieren, der kürzlich von den Buren erobert worden, derselbe sei, über dessen Eroberung seitens der Buren schon früher eine Meldung eingelaufen sei, in dem sich aber angeblich Hochländer befunden hätten. Lord Roberts theilt mit, daß nur ein Zug, und zwar in der Nacht vom 21. zum 22. Juli, zwischen Kroonstad und dem Vaal erobert worden sei. Er habe Vorräthe mit sich geführt und sei von 2 Offizieren und 100 Mann Walliser Füsiliere begleitet gewesen.
Dem „Reuter'scken Bureau" wird aus Brugspruit vom 28. ds. Mts. gemeldet, daß General Pole Carew mit der Garde-Brigade dort angekommen sei und der General French Middelburg besetzt habe.
Nach einem weiteren Telegramm des genannten Bureaus aus Kapstadt soll sich der Burengeneral Prinsloo mit 5000 Mann bei Fourisburgbedingungslos ergeben haben.
Ausland.
* Wien, 30. Juli. Der General der Kavallerie Emerich Prinz von Thurn und Taxis ist am Samstag in Gleichenberg gestorben. Prinz Emerich, der aus der böhmischen Linie des Hauses Thurn und Taxis stammt, war am 12. April 1820 zu Prag geboren; er genoß den Ruf eines der hervorragendsten österrelchischen Reiteroffiziere.
G Saris, 30. Juli. Große Aufregung herrschte über ein auf den Schah von Persien
ein sehr verdächtiger Umstand dabei, daß der ominiöse Name deS Gouverneur« von Schantung auch für diese Depesche die letzte Quelle ist, dar macht ihren Inhalt nicht im Geringsten wahr- scheinlicher! Warum, so fragt so ziemlich die ganze Preffe, keine direkte Nachncht von den Ge- sandten? Warum alles durch dritte Hand, den verdächtigen Yuan-schi-kai? Das ,Berl. Tagebl/ hat heute eine Depesche aus London erhalten, wonach die letzten Nachrichten keinen Zweifel darüber taffen, daß alle Fremden in Pekmg massakrirt wurden, ausgenommen wenige Ge- sandtschastsmitglieder, die als Geifeln gefangen gehalten werden, um den Vormarsch aus Pekmg zu verhindern. „ . __
Neue Meldungen über die Vorgänge in Oft« asten sind auch heute nicht eingetroffen. Dieser Nachrichtenmangel dürfte noch anhalten, bis unsere Truppen an Ort und Stelle sind. Die chinesische Regierung hat auf die Beantwortung ihrer Verbalnote bis heute noch kein Lebenszeichen von sich gegeben und da auch Lu Hung-Tschangs Meldungen, nach der die fremden Gesandten in Peking gestern in Tientsin ein« treffen sollten, sich nicht bestätigt hat, so ist die Hoffnung, daß die Europäer in Peking noch am Leben sind, wieder auf das äußerste Minimum herabgesunken. — lieber die Ernennung eines Oberbefehlshabers über die verbündeten Truppen haben in der letzten Zeit mehrfach Verhandlungen stattgefunden, doch ist diese Frage, wie wir zuverlässig erfahren, immer noch nicht gelöst. Wie von zuverlässiger Sette mitgetheilt wird, ist der für Ende Juli oder Anfang August angekündigte Vormarsch der fremden Truppen in Tientsin auf Peking durch Beschluß der Admirale aus militärischen und klimatischen Gründen zunächst hin aus - geschoben worden. Von den zahlreichen Einzelmeldungen, die sich, wie gewöhnlich, direkt widersprechen, verzeichnen wir solgendr:
* Losdott, 30. Juli. In einem Artikel über die chinesischen Wirren betont der.Odserver' die Nothwendigkeit, rasch einen wirkungsvollen Schlag zu führen, sobald hinläng« liche Streitkräfte in Tientsin angekommen und eine Verständigung darüber erzielt sei, wer deren Führer sein solle. „Wir würden", sagt der Observer', „einem deutschen Oberbefehlshaber den Vorzug geben. Der einzige Monarch ober Staatsmann, ber int richtigen Ton gesprochen, ist ber deutsche Kaiser, da Deutsch- land es ernster zu meinen scheint, als andere Nationen, ist es nicht unschicklich, daß der Generalissimus von ihm ernannt werde. Wenn ein englischer Befehlshaber dem kontinentalen Europa nicht annehmbar sei, wäre eS weit besser, bie deutsche Führung anzunehmen, die der Mehrheit nicht so widerstrebend sein würde, wie die unserige, als unter den Chinesen den Eindruck Ww zel saffen zu lassen, daß die Eifersucht der Westmächte stärker sei als ihr Entschluß, die Ausschreitungen gegen die Civilisation zu
Bekanntlich hat bie chinesische Kriegsbewegung ihren Anfang mit bem Aufstand der Boxer genommen, mit denen das chinesische Militär »etzt völlig gemeinsame Sache gegen bie Fremden macht. Die Boxer sinb eine ber unzähligen geheimen Gesellschaften, die in China eine JÄrt Neben- und Kontrollregierung im Staate führen. Geheimnißvolle Bräuche, Satzungen voll schöner, religiöser, philosophischer und menschenfreundlicher Worte, gegenseitige Unterstützung, schwere Strafen int Falle bes Verraths, geschickte Ausnutzung des Aberglaubens unb den Reiz, den auf den Chinesen die Gcheimbündelei überhaupt ausübt, sichern ihnen, wie auf einem anderen Gebiete auch den kaufmännischen Gilden, Landsmannschaften und gemeinnützigen Vereinen eine große Gewalt über ihre Mitglieder und eine nicht zu unterschätzende politische Macht. Ihre politischen Bestrebungen richten sich meist auf Erhaltung des Bestehenden, Ueberliefetten und aus die
beabsichtigtes Attentat. Ein Polizei-Ageat, welcher Zeuge de« Vorganges war, eezählte, als. ber Schah aus dem persischen Pavillon heraustrat, versuchten zwei Personen an ihn heranzukommen. Der Agent machte mehrere Kollegen auf die Betreffenden aufmerksam, von denen einer mit einem Dolch bewaffnet war. Als fie fich bemerkt sahen, flüchteten fie, einer wurde aber von den Polizei-Agenten eingeholt unb verhaftet. Er heißt ArSman und gehört ber persischen Theater- Gesellschaft an, welche in der Ausstellung Vorstellungen gibt.
deS Grafe« Bülow und begab sich am Nachmittag mit seiner Gemahlin und dem Grafen Bülow nach der Düne. Am Sonntag hielt her Kaiser auf Helgoland Gottes- dienst ab und nahm AbeudS das Souper auf der Düne rin. Am Monty« Bormittag fuhr der Kaiser zur Verabschiedung von den deutschen Truppen von Helgoland nach der Wesermündung. — Der Kaiser und dre Kau srrin werden am nächsten Sonntag m Begleitung der «rimen August Wilhelm und Oskar von Bremerhaven in Bielefeld eintreffen, um der feierlichen Enthüllung dts Denkmals für den Großen Kurfürst en auf dem Sparenberge beizuwohnen. Nach der offiziellen Feter auf dem Berge nimmt daS Kaiserliche Paar in der Behausung deS Geh. Rath Dr. Hmzpeter das Frühstück ein, woraus unmittelbar die Rückkehr nach Bremerhaven erfolgt. Nachdem inzwischen die kaiserliche Familie auf Schloß W ilh e l m s h ö h e Sommeraufenthalt genommen hat, wird der Kaiser am 10. August ut Homburg v. d. H. etntreffen, um der Tags darauf stattfindenden Grundsteinlegung zumReichs-LlmeSmuseum auf der Saalburg beizuwohnen. In der Frühe deS 13. August trifft der Kaiser auf Bahnhof Loburg em und begiebt sich sofort nach dem Truppenübungsplatz Altengrabow, um dort die Uebungen zu lenen. Die Rückreise von Altengrabow erfolgt bereits am 14. August Abends über Loburg. Die Karserrn hat ihre Ostfeereife definitiv aufgegebe», dagegen treffen Mitte August die ältesten kaiserlichen Prinzen rn Kiel ein, um an Bord der Kreuzer pacht „Iduna emrge Ausflüge zu unternehmen. — Der Senat von Bremen hat, wie die ,Weserzeitung' berichtet, dem Karser und der Kaiserin die Bitte unterbreiten lassen, aus Anlaß ihrer Anwesenheit in Bremerhaven die Stadt Bremen zu besuchen. Das hohe Paar hat hierauf erwidern lassen, daß es zu seinem Bedauern wegen anderweitiger Verpflichtung es sich versa gen müsse, der Einladung Folge ru aeben.
* Darmstadt, 30. Juli. Ter hessische Finanz. Minister Ku echter hat kcankheitshalber sein Abschiedsgesuch eingereicht.
V Werkin, 30. Juli. Der Kaiser hörte am Samstag Vormittag auf Helgoland den Vortrag seine Kinder aber standen am Eingang der Höhle, eine Gelegenheit erspähend, um erfolgreiche Schöffe abgeben zu können.
Wiederum krachte eine Salve der Soldaten und Manuela zuckte zusammen. Ein Geschoß hatte ihre Schulter gestreift und blutige Tropfen rannen von der Wunde nieder.
Vorsichtig, jede Deckung benutzend, näherten sich die Soldaten der Felsenhöhle, zu der nur ein schmaler Fußpfad hinaufführte.
Manso und sein Vater schossen noch einige Male. Doch vermochten sie nicht mehr zu treffen, die Soldaten hielten sich zu gut gedeckt. Dabei pfiffen und prasselten die Geschosse immer dichter und aus größerer Nähe an die Felsen; mehrere Kugeln schlugen bereits innerhalb der Höhle ein. Die Spanier waren verloren, noch wenige Minuten und die Soldaten mußten den Eingang der Höhle erreicht haben.
„Es gilt den letzten Kampf", knirschte Manso zwischen den Zähnen und zog sein langes, breites, dolchartiges Messer.
Da ertönten plötzlich wilde Rufe in dem nahen Walde, Schüsse krachten im Rücken der Franzosen und sausend pfiffen die Kugeln über ihre Köpfe. Die Franzosen stutzten. Da brach aus dem Walde eine Schaar wilder, phantastisch aufgeputzter Burschen. In den Händen schwangen sie die rauchenden, langen, arabischen Büchsen und die breiten Dolchmeffer, mit wildem Hussah stürzten sie sich auf die Franzosen. (F. f.)
Sorge, daß die Lehren ber Weisen nicht durch fremden Einfluß entstellt und in den Hintergrund gedrängt werden. Insbesondere befolgt die Jhoutschuan (chinesischer Name für Boxer) patriotische Zwecke, sie will nichts wissen von der Reformbewegung, ber der Kaiser Kuangsü unter Leitung Kangyuweis den Weg zu ebnen gedachte; sie steht vielmehr ber abendländischen Kultur ausgesprochen feindlich gegenüber und will ber Manbschudynastie und ber Regierung eine Stühe sein. DaS Mutterhaus ber Jhoutschuan, ber Herb ber ganzen Bewegung ist Schantung, der deutsche Jntereffenbezirk; auch hier ist sie von Peking aus dadurch genährt worden, baß hohe Beamte, vor allem ber berüchtigte frühere Gouverneur Lipingheng, bie unter bem Druck ber deutschen Regierung ihres Amtes enthoben werden mußten, weil sie die Boxer insgeheim unb öffentlich begünstigt hatten, auf höhere Posten beförbert wurden.
sabgeschlagen. Tungfuhsiang wird auch von den Truppen des Prinzen Ching bekämpft. Gegenwärtiger Zufluchtsort der Europäer ist die dicht bet dem Kaiserpalast gelegene Peitang- Kathedrale. Der Palast wird ebenfalls von den Empörern belagert. Die verwüstete Altstadt von Peking ist, eng umzingelt. Das große Mn- schließungsheer besteht auS Boxern und chlmsijchen