' Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Vierteljahr!.
Kerugsprris ohne Brmgcrlohn und Bestellgeld tn Fulda und auswärts 1 M.50 Pf.
'M
fiuseral«! Die ein»] palt. Garmond-? geile oder deren Raum IS Pfg.,Reklamen die Petitzeile 25 Pfg.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
Verantwortlich: Für die Redaktion Iel. Sau«, für Inserate I. Parzelle» tu Fulda.
mit Zlnteryattungs -Beilage „Issustrirte Sormtags-Mung:'
•<u8 «s» Verla« de» Fuldaer »cllendrutteret : peter-sa»« «». 1 (Lanueute).
M 173.
Juwa, Dienstag, den 31. Juli 1900.
27. Jahrgang.
das
Italien ist nun einmal krank, schwer krank, krank nicht zum wenigsten dank jenen Leuten, die stets darauf bedacht waren, nur ja den Spat zwischen dem „geeinigten" Italien und seinen angeblichen schlimmsten Feinden, Papst und Kirche, möglichst weit offen zu halten. Der Sumpfboden muß gereinigt werden, auf dem der
In ante, und 19 Jahre spater (am 22. April 1897) versuchte ein Schmiede - Arbeiter, Peter Acciarito mit Namen, zum zweiten Male den König mit einem Dolchstoße aus dem W?ge zu | schaffen, als derselbe mit seinem General-Adjutanten in Rom zum Rennplätze Campanella fuhr. Zweimal der todtbringenden Mordwaffe glücklich entronnen, ist der König nun dem dritten Attentate zum Opfer gefallen.
Dic Kunde von dein fluchwürdigen Verbrechen wird in der ganzen gesitteten Welt mit Abscheu und Entsetzen vernommen. Die Thatsache, daß auch Carnot, der Präsident der französischen Republik, und die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich ebenfalls italienischen Mordbuben zum Opfer gefallen sind, denen sich als dritter nun der Mörder des eigenen Königs zugesellt, regt naturgemäß zu Betrachtungen darüber an, weshalb gerade auf italienischen Boden die Königsmörder gedeihen. Der Grundfehler, so schreibt die .Köln. Volksztg.' mit Recht, muß doch in Italien selbst stecken. Und in der That, die mangelhafte religiös - sittliche Zucht in dem Lande der Sehnsucht so vieler romantischer Seelen ist gerade noch Gegenstand der Klage in dem Berichte gewesen, welchen Kardinal Rampolla an den Papst gerichtet hat, um den so zahlreich nach dem Auslande wandernden, in sich oft so wenig religiös-sittlich gefestigten italienischen Arbeitern eine regelrechte Seelsorge zu sichern. Die Frage, wie diesen Leuten ihre Religion zu erhalten sei, ist überaus ernst.
Mit geheimen Anarchisten - Konferenzen, wie Italien deon eine herbeigesührt hat, mit Zwangsgesetzen gegen revolutionäre Tendenzen faßt man die Wurzel des UebeV nicht an, mit schönen Versprechungen der Regierung richtet man nichts dagegen aus, und wenn man für viele hundert Millionen Klostergüter einsteckt, angeblich zur Hebung des Volkswohles, thatsächlich aber ohne Rücksicht auf dasselbe oder im Gegensätze zu demselben, dann fördert man das Grundübel, das man be- settigen sollte.
„Was willst Du beginnen, Manso?"
„Mit eigener Hand den Feuerbrand in
Haus schleudern . . ."
„Manso — Manso !"
Aber dieser hörte nicht mehr, er war in dem Hause verschwunden, riß ein brennendes Scheit aus dem Hridfeuer und schleuderte es in das Heu und Stroh, welches auf dem offenen Boden des Hauses lag. Prasielnd schlugen nach wenigen Minuten die Flammen empor.
Da ertönte ein Hornsignal vom Walde her, gleich darauf fiel ein Schuß und mehrere franzö- ische Soldaien eilten auf die einsame Mühle zu. , „Da find sie schon — die schnellfüßigen Schurken!" rief Manso, „aber fie sollen mich nicht lebend fangen!"
Er raffte das Gewehr eines der erschlagenen Franzosen auf. „Vater!" rief er dem Alten zu,
0 Die Ermordung des Königs von Italien.
Wie wir schon gestern den Lesern der,Fuld. Ztg/ auf Grund einer Depesche mittheilen konnten, ist König Humbert von Italien am Sonntag Abend in Monza auf offener Straße erschossen worden. In dem etwa 15,000Ein- wohner zählenden Städtchen Monza wurde am Sonntag ein großes Turnerfest gefeiert und der König, der in Monza seine Sommerresidenz hat, hatte sich Abends einer Einladung des Festkomitees folgend auf den Turnplatz begeben und war dort von den Behörden und dem Publikum mit Begeisterung empfangen worden. Als König Humbert nach der Preisvertheilung um 101/« Uhr den Turnplatz in einem verschloffenen Wagen verließ, wurden plötzlich vier Revoloerschüsse auf ihn abgegeben. Das Individuum, welches die Schüffe abgegeben hatte, wurde verhaftet und konnte nur mit Mühe der grenzenlosen Wuth des Volkes entzogen werden. Der König war won drei Kugeln, und zwar von einer am Herzen getroffen worden und langte in hoffnungslosem Zustande im Palais an. Der Mörder erklärte, er heiße Gaetano Bressi, geboren am 10. November 1869 in
„Jenseits des Gebirges lagert ein Streifkorps )er Engländer. Zu ihnen führe ich Euch auf Schleichwegen durch den Wald. Aber rasch müssen wir handeln! Packt das Nothwendigste zusammen. Mein Maulthier steht im Walde. Ich hole es jerbei . . ."
»Und unsere theuere Heimath sollen wir ver- aflen? * sagte die Mutter wehmüthig mit Thränen in den Augen.
„Es geht nicht anders, Mutter. Mache rasch."
„Sie werden das Haus in Brand stecken, wenn ie uns nicht finden."
„Ja — das werden sie ! Aber sie sollen nichts mehr zu rauben und zu plündern vorfinden."
Der junge, leidenschaftliche Mann streckte drohend die Faust empor und wollte in das Haus eilen.
Hochaufathmend, glühend von der Aufregung des Kampfes steht Manso da, seine Schwester wirft sich ihm weinend an die Brust und auch die beiden Alten erholen sich nach und nach von der ausgestandenen Angst und dem Schrecken.
„Wenn ich den letzten der Schurken doch auch erschlagen hätte," sagte Manso, sich straff emporrichtend. „Jetzt wird er uns die ganze Kompagnie auf den Hals hetzen, welche jenseits des Waldes lagert."
„Hätte ich einen Dolch gehabt, ich hätte mich selbst beschützt," sprach Manuela, mit finsterem Blicke die blutigen Leichen der Erschlagenen betrachtend.
„Was sollen wir aber jetzt beginnen ?" jammerte die Alte. „Die Soldaten werden zurückkommen."
„Du hast recht, Alte", entgegnete Pedro. „Wir müssen fliehen. Aber wohin? — Ich weiß jetzt keinen sicheren Platz in ganz Spanien."
„Ich wüßte schon einen", entgegnete Manso finster. „Und dorthin werde ich Euch führen."
„Du meinst die Rebellen?"
„Nennt die tapferen, spanischen Brüder nicht Rebellen, Vater!", fuhr Manso heftig auf. „Sie kämpfen für Spaniens Recht und Freiheit."
»Ja, ja — Du hast recht — aber wie kommen wir zu ihnen? Die ganze Gegend ist voller Soldaten."
daß nicht ohne Mitschuld der Dynastie von Savoyen im Königreich Italien Kräfte entfesselt worden sind, die im direkten Gegensatz zu allen konservativen und christlichen Grundsätzen unversöhnlichen Kampf gegen Religion und Kirchs auf ihre Fahne geschrieben haben. Ist es da zu verwundern, wenn auf solch' einem Boden Giftpflanzen emporfchießen, die allen jenen Verderben dringen müssen, welche sich in ihrem Dunstkreise bewegen? Möchte der an dem Haupte der Dynastie Savoyen verübte Königsmord, so unsäglich bkklagenswerth er auch ist, wenigstens das Gute haben, daß die leitenden Kreise in Italien endlich es einsehen: nur auf dem Boden streng christlicher Weltanschauung sind Verbrechen, wie das Attentat auf König Humbert, zu vermeiden; gesunde, religiöse Erziehung zu fördern und zu unterstützen, ist nicht nur Pflicht eines christlich sein wollenden Staates, sondern auch ein noch wendiges Gebot der Selbsterhaltung.
Der,Reichsanzeiger' widmet dem ermordeten Könige folgenden Nachruf: Seine Majestät der König von Italien ist das Opfer eines fluchwürdigen Verbrechens geworden. Ueberall im Deutschen Reich erweckt dieser neue, grauenvolle Ausbruch anarchistischer Mordsucht mit dem tiefsten Abscheu gegen den Thäter die innigste Theilnahme für die Herrscherfamilie und die Bevölkerung des verbündeten Königreichs Italien. Das jähe Hin- scheiden des edlen Monarchen trifft auch unser Vaterland als ein großer schmerzlicher Verlust. Seine Majestät der Kaiser und König beweint in dem hohen Entschlafenen einen treuen, unvergeßlichen Freund, und mit der italienischen Nation trauert an der Bahre ihres geliebten ritterlichen Königs, voll herzlicher Sympathien für seinen erlauchten Sohn und Nachfolger, das gesammte deutsche Volk. — Der .Reichsbote' schreibt: Furchtbar sind die Zeichen der Zeit und der revolutionäre Sozialismus, der unter Verachtung des vierten Gebotes Wind gesäet hat, erntet mehr und mehr Sturm. Möchte es endlich ein Sturm werden, der diese Gegner der gottgesetzten Obrigkeit, die mit heimtückischer Verschwörung und feigen Verbrechen wüthen, endlich einmal mit starker Kraft aus den monarchischen Staaten fortgefegt und diesen blutdürstigen Revolutionären zeigt, daß die Geduld wie daS Unrecht ein Ende finden muß." — „Die Nachricht von der Ermordung des Königs von Italien, so lesen wir in der »Post', hat in hiesigen politischen Kreisen Entsetzen und Empörung Über diesen neuesten Akt anarchistischer Blutgier hervorgerufen. Man verhehlt sich nicht, daß nach den bisherigen Mordanschlägen der Caserio, Luccheni und Bressi jeden Augenblick ein neues Attentat ihrer Genossen erwartet werden kann, dem im Interesse des allgemeinen Wohls und der Sicher- heit aller Völker bei Zeiten vorgebeugt werden muß." — Die,Nordd. Allg. Zeitung'sagt: Durch sein enges Freundschafts-Verhältnis zu Kaiser Friedrich, durch viele gerade das deutsche Gemüth ansprechenden Züge seiner ebenso liebenswürdigen wie hoheitsoollen Persönlichkeit hat sich König Humbert in den Herzen deS deutschen Volkes einen Platz gesichert, wie kaum je ein ausländischer Fürst. Wir klagen um ihn, als sei einer der Besten aus Deutschlands eigenen Fürsten-
'Prato (in Toscana) und sei Seidenweber. Er sagte weiter, er sei Anarchist und komme von Amerika, wo er sich in Paterson aufgehalten habe. Er habe keine Mitschuldigen und habe das Verbrechen aus Haß gegen die 'monarchistischen Einrichtungen begangen. Gr sei am 27. Juli von Mailand, wo er sich seit einigen Tagen befunden habe, in Monza angekommen. — Nach einer andern Meldung traf der erste Schuß den König, während er im Wagen aufrecht neben dem General Ponzlo-Vaglia stand, in die Brust, dicht ;untet dem zum Gruße erhobenen rechten Arm. Der zweite Schuß traf das Herz und der dritte durchbohrte die linke Schulter. Der König erhob heftig, wie zum Schutze, den rechten Arm und sank dann sofort lautlos in die Kissen des Wagens zurück. Die scheu gewordenen Pferde verließen in röschem Tempo den Schauplatz des furchtbaren Attentats. Die Gendarmen tonnten sich nur schwer des Mörders bemächtigen, da die erzürnte Volksmenge denselben zu lynchen drohte. Bei einem sofort in Monza angestellten ____T,__.......o....... ....... vlMl
Verhöre erklärte Gaetano Bressi, daß er erst vor Menschheit gefährliche Giftpflanzen, wie diese 'Einem Monate aus Amerika zurückgekehrt sei. italienischen Mörder, erwachsen: politische Phrasen Sein Verhalten ist ruhig und gleichgiltig. „Laßt und polizeilicher Zwang helfen da nicht.
mrch tn Ruhe, laßt mich schlafen", erklärte er. In ähnlicher Weise drückt sich die.Germania' <Er tft fett zwei Tagen in Monza. Sein Bruder ans: Ein Schrei der Entrüstung erhebt sich heute ist Offizier im 10. Infanterieregiment. Der mit Recht in der ganzen gebildeten Welt gegen Revolver, von kleinem Kaliber, war mit drei dieses schaurige Verbrechen. Wenn wir als Ka- weiteren Schüssen geladen. Da Niemand wissen tholikeu auch die Politik der savoyschen Dynastie, konnte, wo der königliche Wagen halten und wo die an der Sp tze der Revolution Über tausend- der König aussteigen würde, vermuthen die Mai- jährige Rechte Hinwegschritt und außer anderen länder Blätter eine Verschwörung, deren Territorien auch das Rom der Päpste mit Un- Mitglteder an verschiedenen Punkten in der Menge recht in Besitz nahm, stets auf Schärfste be- postirt gewesen sei. kämpft und verurtheilt haben, so soll uns das
Schon ftüher war zweimal ein Mordanschlag nicht hindern, unserem tiefsten Abscheu vor solchen gegen König Humbert verübt worden. Gleich Greueln Ausdruck zu geben, wie sie 1878 und im ersten Jahre nach seiner Thronbesteigung, am 1897 an König Humbert versucht wurden und m ‘ November 1878, bildete König Humbert in gestern leider zur vollen That gediehen sind. Das Neapel die Zielscheibe des Attentäters Passa- aber darf ebenfalls nicht unausgesprochen bleiben.
Deutsches Deich.
Berlin, den 30. Juli.
Ein MkLnugsfeld für katholische Männer. Mancher katholische Mann sagt wohl: „Auch ich möchte etwas für die Förderung unterer katholischen Sache im öffentlichen Leben thun, und nicht bloS hören und sehen, wie unsere Führer so uneigennützig und opferwillig dafür ein- stehen. Aber ich bin ein einfacher Privatmann, für mich ist kein Platz im öffentlichen Leben. Sehr zutreffend erwiderten auf dieses Bedenken kürzlich fie .Stimmen aus dem Volksverein für das katholische Deutschland', und die Antwort verdient wohl häufig in die Erinnerung gebracht zu wer- >en: „Nein, lieber Freund! Im Volksverein tft ein Platz für Dich zu segensreichem Wirken; melde Dich als Vertrauensmann deS Volksvereins beim Geschäftsführer eines Bezirkes oder bei der
„Ihr könnt doch auch noch eine Büchse abfeuern — nehmt ein Gewehr!"
Die Leidenschaft des Sohnes steckte den Alten an. Er hob ein Gewehr auf und schwang es über dem Haupte.
„Bei dem heiligen Petrus, meinem Schutzpatron, die sollen mich kennen lernen! In meiner Jugend war ich der beste Schütze im Dorfe! Hussah, da kommt solch' eine Rothhose mir gerade recht."
Der Schuß des Alten krachte und mit lautem Aufschrei stürzte der der Abtheilung voraufeilende Offizier zusammen.
„Hierher — in die alte Felsenhöhle oberhalb icr Mühle!" rief Manso und zeigte nach dem unter Dornen und Gebüsch versteckten Eingang der Höhle. Wie eine Ziege kletterte er den Felsen hinauf und ,og die Mutter und Schwester nach sich. Als letzter ölgte der Alte, die rauchende Büchse in der Hand und beladen mit den Patronen der erschlagenen Soldaten.
„Gib mir auch ein Gewehr, Manso", sprach Manuela blitzenden Auges. Der wilde Muth der panischen Gebirgsbewohner war in ihr erwacht und rasch ergriff sie die Waffe, die Manso ihr reichte.
Die Franzosen hatten sich von ihrer lieber- raschung erholt. Sie eilten auf die Mühle zu, die etzt bereits in hellen Flammen stand. Da krachten snen drei Schüsse aus der höher liegenden Höhle entgegen, drei Soldaten stürzten nieder.
„Gebt ihnen eine Salve", kommandirte der Offizier und prasselnd schlugen die Geschosse an die Felsen. Die Alte sank auf die Knie und betete mit zitternden Lippen ein Vaterunser; Pedro und
Häusern dahingegangen. Unsere innigste Theilnahme gilt der schwergeprüften königlichen Frau, die an der Seite des Verewigten den Thron Italiens geziert hat und aus bewegtem Herzen bringen wir heiße Segenswünsche dem erlauchten Prinzen, der unter so erschütternden Umständen zur Krone berufen wird.
In ähnlicher Weise beklagen die deutschen Blätter aller Parteien das scheußliche Verbrechen auf das lebhafteste. Aus dem Aus lande liegen uns folgende Berichte vor.
Rom, 30. Juli. Die Nachricht von dem Attentat auf den König wurde erst früh hier bekannt. Da in Mailand und Sizilien der Ausbruch der Revolution befürchtet wird, beschloß der Ministerrath bei den geringsten Unruhen den Belagerungszustand über einzelne Distrikte, eventuell über ganz Italien zu verhängen. Der Mörder gestand feine That ohne eine Spur von Reue ein. Hier in Rom herrscht tiefste Trauer: Die Börse und die Geschäfte sind geschloffen. Die Stadt ist vollständig schwarz beflaggt und aus allen Landes- theilen treffen Tausende von Condolenz-Depeschen ein. Von allen ausländischen Fürsten und Regierungen sind Beileidstelegramme eingelaufen. Heute Nachmittag findet ein Kronrath statt. Der neue König Viktor Emanuel III., der sich auf einer Orientreise befindet, kann erst in 3 Tagen eintreffen und wird am Donnerstag den Eid auf die Verfassung leisten. Bis dahin führt das Ministerium die Regentschaft.
W i e n, 30. Juli. Die gesammte österreichische Presse spricht ihre Entrüstung Über die Ermordung des Königs Humbert von Italien aus und widmet ihm außerordentlich sympathische Nachrufe. Kaiser Franz Joseph sandte der Königin Marghuerita eine in den wärmsten Worten abgefaßte Beileidsdepesche. Ein Mitglied des Kaiserhauses wird dem Begräbniß beiwohnen, ebenso eine Deputation des Regiments Nr. 128, dessen Inhaber König Humbert war.
Paris, 30. Juli Präsident Loubet wird heute im Hinblick auf die Ermordung deS Königs Humbert den Journalisten-Kongreß nicht eröffnen. Auch das Diner zu Ehren des Schahs von Persien wurde abgesagt. Der Präsident hat an Viktor Emanuel eine Beileidsdepesche gesandt.
Ht« ÄnAtUw schmettert den ehrlosen Räuber mit einem gewal-
JUlt EWkr -es rUyMMllS. tigen Schlage nieder. Noch ehe sich die Maro-
Roman o. $m... ih--r.ll-b.r-a, »uns lieg, auch
der zwette erschlagen auf der Erde, der dritte 21 , , ------ (Nachdruck verboten.) I füllt ebenfalls, erschreckt läßt der vierte feine Waffe
»Ich bin ein armer Mann, Sennor ..." sinken und flieht davon.
„Pah, das kennen wir! Wo hast Du Deine 'Dublonen versteckt?"
„Ich besitze nichts . . ."
„Hallunke!" Ein Soldat versetzte ihm einen Schlag mit dem Gewehrkolben, daß der Alte zu Boden stürzte.
Aufschreiend eilten die beiden Frauen herbei. „Hallo," lachten die Soldaten, „da haben wir ja schöne Beute! — Bindet die alte Hexe — die junge soll uns ins Haus führen und dort wollen wir ein Wörtchen mit ihr sprechen. — Komm her, mein süßer Schatz!"
Der Unteroffizier ergriff Manuela und wollte fte in das Haus schleppen. Sie sträubte fich heftig, ihr Hilferuf schallte weit in den Wald hinaus — der Geier oben am wolkenlosen Himmel stieß einen gellenden Pfiff aus und stürzte wie ein Pfeil nieder in eine Waldschlucht, fich bald darauf mit seiner Beute in den Krallen wieder erhebend und dem heimathlichen Felsenhorste zueilend.
„Hilfe! Hilfe — Manso!" gellte der Ruf des Mädchens, das sich in den Armen des Räubers wand.
Da tönt ein Schrei aus dem nahen Walde. Ein triftiger, dunkeläugiger Bursche von einigen zwanzig Jahren in der Tracht der spanischen Landleute springt mit einem mächtigen Satze über ben Zaun, der das Gehöft einschließt, ergreift eine Eifenstange, welche auf dem Hose liegt und |