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mit Mterhattungs-Meikage „MMrirte Somttags-Zeiümg!' peteroeaff« Sfft (Larmoute».

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Milan und Alexander.

„Als Vater bedauere ich den Schritt, den Du gethan. Als Kommandant der aktiven Armee trete ich zurück" — so lautet das Telegramm, das Held Mrlan von Karlsbad aus an seinen Sohn, den jungen König Alexander von Serbien richtete, als er die Nachricht von der Verlobung seines Sohnes mit Frau Draga Ma sch in erhielt. Held Milan soll gänzlich be­stürzt gewesen sein, als er von der Verlobung seines Sohnes Kenntniß erhielt; hoffentlich be­kommt ihm nun nach dem ausgestandenen Schreck der Karlsbader Sprudel nich! schlicht. Herr Milan hat einigen Grund, sich zu ärgern. Es handelt sich bei der Sache nicht nur darum, daß König Alexander ohne und gegen seinen Willen sich verlobt hat; die Hauptsache für ihn besteht darin, daß diese Verlobung einen Sieg der einst­mals schönen Natalie bedeutet, der geschiedenen Gattin Milans, und alle Siege Nataliens find für Herrn Milan schon seit langen Jahren die denkbar schrecklichsten Ereignisse.

Die Königin Natalie hat augenscheinlich eine sehr kluge Taktik in aller Stille befolgt: sie stellte sich an, als kxistire sie eigentlich gar nicht mehr. Niemand hörte etwas von ihr, und auf diese Weise mag sie allgemach das sonst sehr wachsame Mißtrauen ihres früheren Ehe­herrn eingefchläfert haben. Dieser leidet, wie allbekannt, ab und zu an verdorbenem Magen. Der Sekt schmeckt ihm zritwelse gar zu gut, so daß der Magen hin und wieder dringend einer nachdrücklichen Ausspülung in Karlsbad bedarf; und als nun zu gleichem Zwicke Herr Milan auch diesmal wieder nach der altberübmten Heil­quelle obgefobren war, schoß Frau Natalie aus ihrem Verstecke hervor und benützte den Augen­blick in wirksamster Weise. Herr Milan war noch gar nicht lange von Belgrad fort, da traf ihn auch schon wie ein Donnerkeil die Nachricht von dec Verlobung seines Sohnes mit Frau Draga Mui^in, der früheren Hofdame der Königin Natalie.

Die Verlobung an sich läßt Europa natürlich sehr kalt. Man interessirt sich nur deswegen für sie, weil sie eben erstens einen Sieg der Mutier des jungen Königs und damit gleichzeitig eine Zurückdrängung MilanS bedeutet; und zweitens aus dem andern Grunde/ weil der Schritt des serbischen Königs auch politische Verwickelungen verursacht hot. Das Ministerium hörte viel mehr auf den Vater, als auf den Sohn, und ebenso hielten es viele der oberen Beamten. Sogar der Leibarzt des jungen Königs hat es für seine Pflicht gehalten, diesem den Dienst aufzukündigen, und es wird gar nicht so leicht sein, ein neues Mini­sterium zusammevzusetzen, das einige Zeit im Amte aushält. Beliebt ,st Herr Milan in Serbien natür­lich bei keinem Menschen; im Volke ist er ge­haßt. Dennoch hatte er es verstanden, sich nach und nach wieder großen Einfluß zu verschaffen; denn er ist ein schlauer Kopf, und man muß ihm die eine Gerechtigkeit widerfahren lasten, daß er sich im Allgemeinen als ganz guten Berather seines unerfahrenen und geistig möglichst wenig hervor­ragenden Sohnes gezeigt -rat. Nunmehr, nachdem er wieder einmal durch die Einflüsse seiner früheren

Hit Schier des Khrmnus.

Roman von O. Elster.

16 ------- (Nachdruck verboten.)

„Vater," flüsterte Gesine mit bebender Stimme, „erkennt Ihr den Offizier, der im Bug des Bootes steht?"

„Wenn mich meine alten Augen nicht täuschen, so sollt' ich den Mann schon gesehen haben . . . wahrhaftig!"

„Vater, es ist Kapitän von Helmholtz . . ." „Mädchen, Du hast recht!"

Ungestüm drängte der alte Mann sich vor, bis er dicht vor dem Posten stand.

„Halt! Zurück!" rief dieser.

„Laßt mich durch, Mann, ich muß den Offi­zier der Schwarzen da sprechen . . ."

„Geht nicht an! Zurück da . . ."

Währenddem hatten die Soldaten das Boot verlassen und standen nun, auf ihre Büchsen ge­lehnt, auf dem Landungssteg, indeß Kapitän von Helmholtz mit einigen englischen Offizieren sprach.

Welch' ein Unterschied zwischen den schwarzen Kriegern des Herzogs von Braunschweig und den rothröckigen britischen Soldaten! Man sah den Schwarzen die Strapazen, Gefahren und Mühseligkeiten des Feldzuges nur zu deutlich an. Haar und Bart verwildert, die Wangen fast schwarz gebrannt von der Sonne, verwittert durch Wind und Regen, in den tief in den Höhlen liegenden Augen loderte Gluth, um die Lippen ein stolzes trotziges Sätteln! Die Uni­form zerstäubt, zerrissen, oftmals nothdürftig ge­flickt; die Schuhe zerfetzt, einige der Soldaten

Juröcr, Mittwoch, den 25. Juli 1900. 27. Jahrgang.

Gattin abgethan ist, wird er voraussichtlich von Neuem allerhand Jntriguen aus spinnen, und diese Jntriguen fürchten augenscheinlich viele Leute, die sonst geeignet sein könnten, unter dem jungen König Alexander Ministerien zu verwalten.

Frau Draga Maschin ist erheblich älter als der König. Die Angaben darüber schwanken. Aber der Alter sunterschiev beträgt mindestens zehn Jahre. Der König zählt 25, seine Braut hat sicherlich das 35. Lebensjahr bereits überschritten. Unter solchen Umständen klingt es auffalleno, daß Alexander von einer „romantischen Herzensneigung" sich habe leiten lassen bei dem Abschlüsse der Ver­lobung. Aber es hat für die Oeffentlichkeit kein Interesse, ob es sich so verhält oder nicht. Wichtiger ist die ganze Lage des Hauses Obrenowitsch, deren gegenwärtig letzter Sprößling der junge König ist. Es besteht mehr als eine Anwartschaft auf die Nachfolge in Serbien. Namentlich der Alte von den Schwarzen Bergen, Fürst Nikita von Monte­negro, verspürt großen Appetit auf Serbien, um daraus zusammen ein „Groß-Serbien" zu machen; und ohne Zweifel würde dieser „einzige Freund Rußlands", wie der Zar den Fürsten einmal ge­nannt hat, von Petersburg aus wirksamste Unter­stützung erhalten.

Die Ehe mit Draga Maschin wird jedenfalls in Serbien als „legitim" angesehen. Frau Maschin entstammt einem der ältesten serbischen Geschlechter, und auch die Gattin Milan's war aus den Töchtern des Landes hervorgegangen. Wenn aus der Verbindung Kinder entsprießen, ist der Fortbestand des Hauses Obrenowitsch also einstweilen gesichert. Wenn die Ehe ohne Kinder bleibt, dann erlischt das Haus mit seinem letzten Sprossen, dem regierenden König Alexander; und dann wird das Land Serbien in absehbarer Zeit ein Gegenstand des Streites werden zwischen ver­schiedenen Anwärtern. Deswegen spielt die ganze Angelegenheit keine nur nebensächliche Rolle in der allgemeinen Politik.

Deutsches Keich.

Berlin, den 24. Juli.

* Die neue Mikttärstrafgerichtsordrm«-, welche erst mit dem 1. Oktober d. I. in Kraft treten wird, hat der Kaiser durch einen Erlaß, gegeben Drontheim, den 15. Juli, „vorbehaltlich der nachträglichen Zustimmung des Bundesraths", für das ostasiatische Expeditionskorps mit dem Tage des Verlassens der einheimischen Gewässer in Kraft gesetzt.

-f- Kirre weitere Ersatzwahl für de« Aeichrtag und für den preußischen Landtag muß im Wahlkreise Randow-Greifenhagen in Pommern flattfinden. Herr von Man­teuffel, Landrath des Kreises Randow, vertrat diesen seinen heimischen Wahlkreis im preußischen Abgeordnetenhause von 1870 bis 1873 und dann ohne Unterbrechung von 1885 an. In den Reichstag wurde Herr von Manteuffel im Jahre 1898 zum ersten Mal gewählt. Das Mandat, das nunmehr durch den unerwartet erfolgten Tod seines Inhabers erledigt ist, erfuhr schon im Jahre 1898 starke Anfechtung. Damals er­hielt Herr von Manteuffel 15,020 konservative Stimmen. Dagegen standen 10,522 sozialvemo­

waren sogar ohne Schatzwert und gingen in bloßen Füßen. Das war der Krieg — hier auf dem durch das Meer geschützten Eilande war der Frieden — die Soldaten wohlgenährt, in blanken, blitzenden Uniformen und hellleuchtenden Waffen —- aber der Staub, der Schmutz, welcher die schwarzen Krieger bedeckte, die Risse, welche ihre Uniformen zeigten, die hageren Wangen, die lauernden, hungrigen Blicke, die trotzigen Lippen — es waren Ehrenzeichen, die sie sich im Kampfe um des Vaterlandes Freiheit und Ehre er­worben halten. Niemand wagte dieser Zeichen eines heißen Kampfes zu spotten. Jeder blickte mit scheuer Ehrfurcht auf sie, jeder ehrte in ihnen die deutschen Männer, welche Gut und Blut, Leben und Ehre für ihr Vaterland einge­setzt hatten.

Gesine erbebte, als sie die schwarzen, kriege­rischen Gestalten erblickte. Wenn Karl sich unter ihnen befände?! Ein stolzes Gefühl quoll in ihrem Herzen empor. Auch er trug dieses schwarze Ehrenkleid! Auch er trug die Ehren­zeichen dieses Freiheitskampfes! Auch ihm galten die Hochrufe der begeisterten Menge! Und er liebte sie! Sie war es gewesen, die ihn in diesen heiligen Kampf gesandt! Ihr Wort hatte die Flamme in seinem Herzen entzündet, die ihn zum Kämpfen für das Vaterland geweiht!

Jetzt schulterten die Soldaten ihre Büchsen und setzten sich, Kapitän von Helmholtz mit den englischen Offizieren an der Spitze, in Marsch.

„Kapitän von Helmholtz!" rief da Hans Heinrich mit dröhnender Stimme, daß sich der Osfizier erstaunt umblickte. Dann flog ein Lächeln über sein schönes, kriegerisches Gesicht,

kratische und 1241 freisinnige Stimmen. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich gerade in diesem Wahlkreise, der sonst immer unbestrittene Domäne der Konservativen war, bei der Ersatz­wahl das Verhältniß der Stimmen gestalten wird. Der verstorbene Herr von Manteuffel war Landrath des Randomer Kreises seit 1873 und erfreute sich sehr großer Beliebtheit in allen Volkskreisen. Ec war also für die Konservativen ein sehr günstiger Wahlbewerber.

* Die chesarumlllärke nuferer Marine betrug nach soeben ergangenen Mittheilungen des Reichsmarineamts am 1. April d. 1.1461 Offi­ziere, Marineärzte und Marinezahlmeister, 425 Seeoffizier-Aspiranten und 26,446 Deckoffiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, Schiffsjungen, im ganzen allo 28,329 Köpfe. — Das Seeoffi­zierkorps setzt sich wie folgt zusammen: 2 Ad­mirale, 6 V zradmirale, 12 Kontreadmirale, 860 Seeoffizier?, 44 Offiziere der Marineinfanterie, 141 Marivenigenieure, 153 Marineärzte, 59 Feuerwerks- und Zeugoffiziere, 43 Torpedooffi­ziere und Torpedoingenieure, 112 Marinezahl­meister und 29 pensionirte Offiziere. — Zu den Seeoffizier-Aspiranten gehören 270 Fähnrichs zur See und 155 Seekadetten. — Das Mannschafts­personal besteht aus 1141 Deckoffizieren, 5068 Unteroffizieren, 18,543 Gefreiten und Gemeinen, 7 Stabshautboisten, 288 Hautboisten, 231 Krankenwärtern, 153 Zahlmeisteraspiranten und Applikanten, 12 Büchsenmachern und 1000 Schiffsjungen-llnterosfizieren und Schiffsjungen. — Die Anzahl der Kriegsschiffe der Kaiser­lichen Marine betrug am 1. April des Jahres 1897 mit einem Deplacement von 318,385 Tonnen und Maschinen von 470,070 indicirten Pferdestärken. Der Gattung nach werden gezählt: 12 Linienschiffe, 8 Küstenpanzerschiffe, 13 Panzer- Kanonenboote, 10 große Kreuzer, 25 kleine Kreuzer, 5 Kanonenboote, 16 Schulschiffe und 8 Spezialfchiffe.

Ayskarrd.

* Saris, 24. Juli. Mit einem neuen fran­zösischen Jnfanteriegewehr find im Juni und Juli im Lager von ChalonS Schießübungen vorgenommen worden, an denen sich eine ganz un­gewöhnlich große Anzahl höherer Offiziere, nämlich 20 Generäle, 68 Obersten, Oberstleutnants und Jäger-Bataillons-Kommandeure, sowie 40 Infan­terie - Bataillons - Kommandeure betheiligten. Da General Gallifet am 20. Februar in der Depu- tirtenkammer die Erklärung abgegeben hat, „daß ein neues Gewehr in sechs Monaten für die Armee verausgabt werde und daß dasselbe Alles über­treffe, was bis jetzt auf diesem Gebiete existire", so liegt die Annahme nahe, daß bei den Hebungen in ChalonS abschließende Versuche mit dieser Waffe vor einer Kommission höherer Offiziere stattge­funden haben.

* London, 24. Juli. Wie das Reuter'iche Bureau erfährt, werden die für den Krieg in Südafrika und die chinesische Expedition erforder­lichen Zuschlagskredite zum Heeresbudget ll1/» Millionen Pfund (230 Millionen Mark) betragen. — Im englischen Oberhause wurde gestern die zweite Lesung der Bill betreffend das

als er den alten Fährmann vor dem Posten stehen sah, wie er den verwitterten Südwester über den Kopf schwang. Rasch trat er auf ihn zu.

„So erkennt Ihr mich wieder, Hans Heinrich Allerkamp? fragte er und streckte dem Alten die Hand entgegen.

„Würde sie unter Tausenden wiedererkennen, Kapitän," entgegnete Hans Heinrich, kräftig in die Hand einschlagend. „Willkommen auf Hel­goland, Kapitän! Und hier steht noch Jemand, welcher Sie begrüßen möchte . . ."

„Fräulein Gesine . . .?"

„Herr Kapitän . . ."

Krampfhaft umklammerte Gesine die Rechte des Offiziers, der mit der linken Hand ihr lieb­reich über den blonden Scheitel strich.

„Behreno Prigge hat mir schon von Ihnen und Ihrem Vater erzählt," fuhr der Kapitän freundlich fort, „und wenn ich eine freie Stunde habe, dann ton me ich zu Ihnen und erzähle Ihnen von unsren Erlebnissen und von Ihrem Freunde Karl Ahrendt. . ."

„So lebt er?!"

„Gewiß, mein liebes Kind. Er lebt und ist gesund. Ec ist ein wackerer Soldat geworden und ohne ihn hätte ich den Weg aus der Haide nicht gesunden und ich wäre nicht hierher ge­kommen. Aber für jetzt muß ich auf kurze Zeit Abschied nehmen. Ich muß zum Kommandanten. In einer Stunde bin ich bei Ihnen, Gesine, und Hans Heinrich und erzähle Ihne» alles. Auf Wiedersehen . . .

Ec nickte ihr freundlich zu und reichte dem Alten nochmals die Hand. Dann marschirte er

Verbot der Ausfuhr von Waffen ange­nommen. Durch die Bill wird die Königin er­mächtigt, die Ausfuhr von Waffen und Munition zu verbieten, wenn immer das Verbot für ange­bracht gehalten wird, um zu verhindern, daß biefe Waffen und Munition gegen britische Truppen oder mit ihnen kämpfende Truppen verwendet werden. Gleichzeitig nahm das Unterhaus die zweite Lesung der Flottenreserve-Vorlage an.

* New-Jork, 24. Juli. Eine Depesche des ,Nrw-Uürk Herald' aus Panama besagt: 1500 Aufständische sind letzten Freitag in Corozal bei Panama angekommen. Die Truppen der Regierung rückten am Sonnabend vor, zogen sich aber nach einem mehrstündigem Gefecht zurück. Am Sonnabend wurden die Feindseligkeiten mit einem Artilleriegefecht wieder aufgenommen. Der Befehlshaber der Negierungs­truppen flüchtete sich mit dem Chef seines Stabes auf das britische Kriegsschiff „Leander". Der stellvertretende Gouverneur von Panama hat jetzt die Leitung der Operationen der Regierungs­truppen übernommen.

Der Krieg in Südafrika.

Auch heute liegen wieder verschiedene Mel­dungen vom Kriegsschauplätze vor, die den Eng­ländern keineswegs günstig find. So meldet das Reutersche Bureau vom Sonntag aus Beth­lehem: „Eine Erkundungsabtheilung mit einer Batterie Artillerie stieß gestern 10 Meilen westlich von Bethlehem auf eine starke Stellung des Feindes; es folgte ein Gefecht. Die britische Streitmacht war nicht stark genug, die Buren von dem von ihnen besetzten Hügel zu vertreiben, sie besetzte ein Kopje, wurde aber bei Einbruch der Dunkelheit zum Rückzüge gezwungen; sie verlor beim Rückzug einen Offizier und neun Mann. Zur Zeit sind kleinere Gefechte auf den Hügeln in der Nähe der Stadt im Gange."

General Broadwood meldet über Honing- fpruit und Kroonstad, er habe das Kommando unter General Dewet feit dem 16. Juli verfolgt und er fei am 19. Juli in ein heftiges Ge­fecht bei Palmiefontein verwickelt worden. Der Eintritt der Duickelheit habe die Verfolgung des Feindes verhindert. Der Verlust der britischen Truppen betrage 5 Tobte unb 16 Verwundete. Der Feind habe sich Nachts schnell nach Paarde- kraal zurückgezogen. Man glaubt, das betreffenbe Kommanbo bestehe aus 2000 Mann unb 4 Kanonen unb stehe unter dem Befehl Steyns unb ber beiben Drwets.

,Daily Telegraph' meldet aus Lourenco Mar­ques von heute: Die Frau des Präsiden­ten Krüger hat mit verschiedenen Burghers- Familiev aus freien Stücken Pretoria verlassen. —,Daily Expreß' meldet vom 23. Juli aus Machadodorp: 600 Frauen und Kinder aus Pretoria sind in Berberton eingetroffen, unter denen auch die Frau des Präsidenten Krüger und die Frauen der Generäle Botha und Mayer sich befinden. 250 Kriegsgefangene sind heute hier eingetroffen.

Dasselbe Blatt meldet aus Machadodorp: In den letzten drei Tagen fand ein schweres Ge­fecht statt. 400 britische Soldaten sind in den mit seinen Soldaten durch die jubelnde, Hurrah rufende Menge nach der Kommandantur, in der er mit den englischen Offizieren verschwand, während sich die schwarzen Soldaten vor dem Hause lagerten.

Männer und Frauen kamen herbei, um sie mit Speise und Trank zu erquicken. Die britischen Soldaten und Matrosen stießen mit ihnen an, tranken mit ihnen und ließen sich die Abenteuer des Krieges erzählen. Und wie ein wirkliches Abenteuer klang dir Erzählung dieses Kriegs­zuges der kleinen Schaar von Böhmens Grenze durch das von Feinden besetzte Norddeulschland bis an das Gestade der Nordsee, bis auf die rochen Felsen Helgolands. Mit Staunen und Bewunderung hörten die britischen Soldaten die Erzählung des bärtigen Korporals an, dessen Unter Arm in einer blutbefleckten Binde ruhte.

„Noch von Halberstadt her," sagte er lachend, indem er auf den verletzten Arm wies. „Da hättet Ihr dabei fein müssen, Kameraden," fuhr er aufleuchtenden Auges fort. „Dreitausend Westfalen hatten Halberstadt besetzt, die Thore verbarrikadirt und die Festungswerke acmirt. Aber unser Herzog befahl und wir stürmten die Festungswerke, schlugen die Thore ein, rissen die Barrikaden auseinander und trieben die West­falen vor uns ber. Den ganzen Tag währte der Kampf — bis in die Nacht hinein — schließlich ergaben sich die Westfalen — noch zweitausend Mann stark! Das war ein Sieg, Kameraden, wie so leicht kein zweiter erfochten wird! — Der Weg nach Braunschweig lag frei vor uns! Nach drei Tagen rückten wir in Braunschweig ein, wo der Herzog von seiner