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JK 165.

JuLNa, Samstag, den 21. Juli 1900.

27. Jahrgang.

Politische Ruhe in Frankreich.

Die Deputirtenkammer hat Ferien, Herr Waldeck-Rouffeau und seine Mitminister haben Schonzeit. Sechs Monate hat die letzte parla­mentarische Tagung gedauert, von Anfang Januar bis jetzt; und mehr als einmal war es zweifelhaft, ob das Ministerium des Herrn Waldeck-Rousseau diese Tagung überleben würde. Aber man wollte keine Störung während der Weltausstellung haben. Das Ge­schäftliche überwog das Politische diesmal und so blieben denn die grundsätzlichen Gegner aller Ministerien von der Farbe des gegenwärtigen Kabinets mit ihrer Opposition gegen dieses letztere allein. Es fehlte der Zuwachs aus dem Lager der Sozialdemokratie, die im Gegentheil gar nicht böse darüber ist, daß die anderen Minister den schneidigen General Marquis Gallifet durch den General Andrs ersetzten; und im Allgemeinen muß man sagen, daß Herr Waldeck-Rousseau eine nicht ungeschickte Taktik verfolgt hat. Taktisch war es auch klug von ihm, den „Genossen" Millerand als Handels­minister anzustellen; denn ein großer Theil der sozialdemokratischen Stimmen ist ihm dadurch sicher geworden, während dieselben sonst bei vielen ähnlichen Veranlassungen gegen die Re­gierung abgegeben würden.

Dennoch war nicht alles so ganz sicher. Die Nationalisten, die durch die letzten Gemeinde­wahlen die Mehrheit im Pariser Gemeinderathe gewonnen haben, arbeiteten unermüdlich an dem Sturze des Ministeriums; und es war mehr als ein Scherzwort, das der bekannte Journalist Cor- nelt) am Tage nach dem Schluffe der Kammer­sitzungen schrieb: „Und nun eine gute Nachricht: die Kammern sind auseinandergegangen. Gau- ■deamus igitur!"

Bedeutende Arbeit hat das französische Parla­ment nicht geleistet. Wenigstens ist die Zahl der erledizten Gesetzentwürfe eine sehr kleine. Das ist man bei unseren westlichen Nachbarn aber schon gewöhnt und fällt deswegen nicht weiter auf; man hat in der Deputirtenkammer eben so viel zu thun mit den Verschwörungen zum Sturze der Mini­sterien und mit der Abwehr derselben. Da bleibt nicht viel Zeit übrig zur thätigen Arbeit. Dies­mal ist kaum etwas Nennenswerthes geschaffen worden außer dem Budget für 1900 und den großen Vorlagen über Vermehrung der Flotte, Ausbau von Kriegshäfen, Befestigung der Küsten und Schaffung eines besonderen Kolonialsheeres. Unerledigt ist namentlich geblieben die Amnestie- Vorlage. Sie steht, wie bekannt, im Zusammen­hangs mit dem Dreyfus-Prozeffe. Die Amnestie sollte alle diejenigen Gesetzesübertretungen um­fassen, die mit der „Affäre" etwas zu thun haben; sie sollte den Schluß bilden der ganzen Be- schwichtigungS-Taktik der gegenwärtigen Regierung in der unseligen DreyfuS-Sache. Der Senat hat die Vorlage angenommen; aber in der Deputirten- ckammer ist sie stecken geblieben. Die Kommission,

Hk Tchter des Khrmuns.

Roman von O. Elster.

13 ------ (Nachdruck verboten.)

„Zurück! Zurück!" riefen die Offiziere, „Sam­meln — Sammeln — hinter das Dorf! . . ."

Ein Klirren — ein Leuchten — ein Blitzen — rin glänzender Streifen brauste blitzschnell über Has Feld. Es waren feindliche Kürassiere, welche, ihrer geworfenen Infanterie zu Hilfe kommend, 'sich auf die ermatteten schwarzen Husaren stürzten. Diese flutheten in wilder Unordnung zurück, sie vermochten dem Ansturm des frischen Kürassier- regiments nicht Stand zu halten und hätten em­pfindliche Verluste erleiden müssen, wenn ihnen die auf der Höhe haltende Artillerie nicht zur Seite gestanden hätte. Auf's Neue donnerten die Geschütze und warfen krachend die Karttäschen in die anstürmenden Kürassiere. Der glänzende Streisen schwankte, zerriß und wurde nieder­geschmettert wie ein reifes Kornfeld durch nieder- :prasselnden Hagel.

Sie machten Kehrt und verschwanden hinter einer Bodenerhebung.

Da brachen hinter den Mauern und Hecken, aus dem Walde und den Gebüschen die schwarzen Jäger des Herzogs hervor. In langen dunklen Streifen eilten sie über da- Feld, keinen Schuß feuerten sie ab, das Bajonett aufgepflanzt, mit dumpfrasselnden Trommeln und gellenden Hörnern, so stürmten sie auf den Feind ein, ihm die letzten Positionen entreißend. Allen voran ritt auf schwarzem Pferd eine hohe kriegerische Gestalt, in einfachem schwarzen Schnürenrock, auf dem

der sie zur Vorberathung überwiesen wurde, be­stand in ihrer Mehrheit aus Nationalisten, und diese verschleppten die Erledigung der Vorlage da­durch, daß sie verlangten, in diese Amnestie sollten auch einbegriffen werden die von dem Senate als Staatsgerichtshof verurtheilten Däroulede und Genossen. Wäre die Vorlage mit dieser Verände­rung noch in der Deputirtenkammer zur Berathung gelangt, dann würde es ohne Zweifel Sturm ge­geben haben. Darum eben: gaudeamus igitur, daß der Sturm noch abgelenkt werden konnte!

Der Verlauf der genannten Vorlagen, die eine Verbesserung der Landesvertheidigung herbeiführen, war kennzeichnend: das Parlament ist weit über die Forderungen der Regierung hinausgegangen und hat dieser für die gedachten Zwecke weit mehr gegeben, als sie verlangt hatte. Das ist mit einer erdrückenden Mehrheit be­schlossen worden, und zu dieser Mehrheit hat die Mehrzahl der Sozialdemokraten gehört — ein außerordentlich scharfer Unterschied diesseits und jenseits der Vogesen. Bei uns thuen die Sozial­demokraten das Denkbare, um unser Land in den Augen des Auslandes herabzusetzen und zu schwächen; in Frankreich arbeiten sie gemeinschaft­lich mit dem Bürgerthum an der Stärkung des Landes!

Nicht zu vergessen sind die beiden Vorlagen der Regierung, die gegen die Kirche sich rich­teten : der Gesetzentwurf gegen die „Prioatschulen", womit man die Schulen unter der Leitung kirch­licher Ordensleute meint; und der andere Ge­setzentwurf gegen die religiösen Kongregationen, womit man eine Waffe in die Hand bekommen wollte, um diejenigen Kongregationen zu besei­tigen, die man auS irgend einem Grunde ver­gewaltigen und beseitigen will. Auch diese Vor­lagen find unerledigt geblieben.

Die politischen Kämpfe sind ausgeschoben durch die Vertagung des französischen Palaments, aber sicherlich nicht aufgehoben. Rach kurzer Ruhe werden die Nationalisten den Kampf gegen das Ministerium, den sie zur Zeit nicht in der Deputirtenkammer fortsetzrn können, an allen möglichen anderen Orten und bei allen erdenk­lichen Gelegenheiten westerführen: in den Ge- meinderäthen, in Versammlungen und in der Presse. Und wenn dann das französische Par­lament nach beendeter Weltausstellung seine Sitzungen wieder aufnehmen wird, wird auch dieser Kampf aufs Neue beginnen.

Deutsche» Keich»

Berlin, den 20. Juli.

+ N«l<re Arveiterversicheruugsgesetze finden überall im Auslande die verdiente An- erkennung, auch bei der Sozialdemokratie anderer Länder. Das beweist eine Ansprache, die in diesen Tagen der französische sozial­demokratische Abgeordnete Jaurös bei einer Mufikaufführung gehalten hat, die im Trokadero- Saale in Paris zu Gunsten des Hilfsfonds für Angestellte im Handelsgewerbe veranstaltet wurde. „In Frankreich — so sprach Herr JamsS — steht ihr heute im Erkrankungs- und im Un­glücksfalle als Invaliden der Arbeit hilflos da.

Saupt sine kleine schwarze Feldmütze, in der and den Säbel haltend, mit dem er dann und wann die Richtung andeutete.

„Der Herzog!" jubelten die Husaren. „Hurrah! Unser Herzog soll leben! Bival hoch!"

Und die Säbel fuhren wieder klirrend aus den Scheiden und blitzten von neuem in der Sonne. Adjutanten flogen auf den Kommandeur der Husaren zu. Dieser erhob den Säbel. Die Trompeten schmetterten Signale und wiederum rasselten die Schwadronen über daS Schlacht­feld, jetzt zur Verfolgung des geschlagenen Feindes, der in langen Kolonnen eilig abzog und in dem gegenüberliegenden Gehölz verschwand.

Der Abenv senkte sich auf das blutgetränkte Schlachtfeld nieder. Die Truppen des Herzogs biwakirten am Saume des Waldes, den Karl mit den Husaren durchritten. Der Weitermarsch sollte erst am frühen Morgen des anderen Tages angetteten werden, da die Truppen von dem Gefecht zu ermüdet waren und die Ver­wundeten vorher auf Wagen fortgeschafft werden sollten. —

Die Biwakfeuer lohten empor. Die schwarzen Gestatten der Krieger ruhten um die flackernden Feuer, mancher von ihnen mit bem Arm in blutiger Binde oder ein blutiges Tuch um die Stirn geschlungen. Die leicht Verwundeten blieben fast alle bei der Truppe, sie wollten ihren Herzog nicht verlassen in der Stunde der höchsten Gefahr.

Und eS waren Stunden, Tage, Wochen der höchsten Gefahr für den Herzog und sein kleines, kaum zwettausend Mann zählendes Korps. Oesterreich lag abermals zerschmettert am Boden

Das muß anders werden. Das muß werden wie in Deutschland. Dort hat man für alle diese Fälle durch Unfall- und Versicherungs­gesetze für euer« Stand und für alle Invaliden der Arbeit und der wirthschaftlich Schwächeren gesorgt . . ." Wenn es im Deutschen Reiche aber nach den „Genossen" des Herrn Jaurös gegangen wäre, würden wir bis zum heutigen Tage alle diese Gesetze noch nicht haben, denn früher haben die Sozialdemokraten im Reichstag ohne Ausnahme dagegen gestimmt.

* Im Reichstagswahlkreise IttnteknAof- geismar-Wolfhage«, dessen Mandat durch den freiwilligen Verzicht des Abgeordneten Viel­haben erledigt ist, haben Vertrauensmänner der konservativen Partei beschlossen, einen eigenen Kandidaten in der Person des Gutsbesitzers Lippoldes in Weibeck aufzustellen. Herr Lippoldes ist Vertrauensmann des Bundes der Landwirthe im Kreise Rinteln. Die Direktion deS Bundes hat aber auch die Bundesmttglieder aufgefordert, für den von den Antisemiten auf­gestellten Kandidaten zu stimmen und sich nicht für die Ernennung eines konservativen Kandidaten zu interesstren. Die Bundesmitglieder im Wahl­kreise Rintkln-Hofgeismar-Wolfhagen find aber, wie es scheint, nicht Willens, sich dieser Auffor­derung zu fügen. Sie wollen einen Vertreter, der im Wahlkreise wohnt.

h. Die Hausindustrie und die Mißstände in derselben beschäftigen schon lange als eines der vielen sozialpolitischen Schmerzenskinder die öffentliche Aufmerksamkeit bei uns. Erst wieder die Jahresberichte der sächsischen Gewerbe-In­spektoren sür das Jahr 1899 beschäftigen sich mit der Zunahme der Uebelstände, die in der Haus­industrie je länger desto mehr hervortreten. Die Ausdehnung der Arbeiterschutzbestimmungen auf die Hausindustrie ist ja auch längst beabsichtigt; aber bislang ist es leider noch immer bei der Absicht geblieben. Deswegen ist es recht erfreulich, nun­mehr von einem Berliner Offiziosus zu hören: es dürfe angenommen werden, daß die Vorbe­reitungen zu der Ausdehnung der Arbeiterschutz­bestimmungen auf die Hausindustrie bald zu einem Abschlüsse gelang'n werden. Man kann nur wünschen, daß dieses „bald" in recht naher Zu­kunft liege.

X Die Khinese« sind ein zähes Volk, das sich so leicht nicht abschütteln läßt. Bekanntlich darf die chinesische Gesandtschaft in Berlin keine chiffrirten Telegramme, und keine Telegramme in verabredeter Sprache und überhaupt keine Tele­gramme mehr absenden, ohne daß das Auswärtige Amt davon Kenntniß erhält. Dazu ist nun noch eine offiziöse Erläuterung erschienen, die so wenig schmeichelhaft für die Chinesen wie möglich ist: „jede Mittheilung verrätherischer Natur muß von vornherein unmöglich gemacht werden" — so schreibt ein Offiziosus. Jeder andere Ge­sandte würde unter solchen Umständen sofort seine Pässe verlangt haben und abge­reist sein; aber die chinesische Gesandtschaft in Berlin hat die gegen sie gerichteten Verfügungen mit Stillschweigen hingenommen und ist geblieben! Endlich soll nun auch den deutschen Firmen, die Waffen liefern, ein Wink von der Regierung gegeben werden, daß sie fortan weder Waffen noch

und mußte mit dem siegreichen Imperator Frieden schließen. Die Erhebung deS tapferen Majors von Schill in Preußen, der Aufstand deS Oberstleutnants von Dürnberg in Hessen waren gescheitert — Deutschland schien rettungs­los der Fremdherrschaft deS Korsen verfallen. Nur einer stand noch im Felde, der sich dem kor­sischen Welteroberer nicht beugte: der Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oel«, dessen Vater als preußischer Feldmarschall bei Jena ge­fallen, dessen Land Napoleon geraubt und den er mit unversöhnlichem Haß verfolgte. In den Frie­den mit Oesterreich war der Herzog nicht mit eingeschloffen, Napoleon wollte ihn ganz vernichten und ließ ihn und seine Soldaten als Rebellen er­klären. Wenn der Herzog in französische Gefangen­schaft gerieth, Napoleon hätte ihn erschießen lassen, wie so manchen braven Burschen seines Korps oder des braven Schill'schen Regiments.

Allein gegen eine Welt stand der Herzog mit feinem kleine« Korps inmitten Deutschlands und nur der Marsch nach der Küste der Nordsee ver­mochte ihn zu retten, wo englische Schiffe ihn er­warteten, um ihn und seine Tapferen nach dem freien England überzuführen. Aber bis zur Nordsee war ein weiter Weg und feindliche Heer­haufen verlegten dem Herzog den Marsch, der mit den Waffen in der Hand sich Bahn brechen mußte.

Und dennoch verzagte er nicht! Dennoch ver­zagten die braven Krieger nicht und als die Nacht niedersank und am dunklen Himmel tausend und abertausend Sterne flimmerten, da Huben die Hornisten an, das Lieblingslied des Herzogs zu blasen und die Soldaten stimmten ein und aus tausend rauhen Kehlen erklang ein frommer Gesang.

Munition an China liefern sollen ; und die Admirale der Mächte werden in den ostasiatischen Gewässern einen Ueberwachungsdienst einrichten, um die Einfuhr von Waffen und Munition nach China nach Möglichkeit zu verhindern. Auch dar­über find die diplomatischen Vertreter der Mächte ehedem fortgesetzt getäuscht worden: feit Jahren, so ist es jetzt bekannt worden, haben die Chi­nesen, d. h. der chinesische Staat, Waffen beimlich eingeführt, ohne daß andere eine Ahnung davon hatten; und die europäischen, da­runter leibet natürlich auch deutsche Handels­firmen und Firmen haben durch ihre Lieferungen dazu beigetragen, Chinas heimliche Rüstungen möglich zu machen. Fortgesetzt mehren sich die Anzeichen dafür, daß es sich um einen förm­lichen Krieg in großem Style handeln wird, nicht nur um militärisches Einschreiten auf der Linie Taku-Tientfin-Peking, sondern höchst wahr­scheinlich auf sehr weit ausgedehnten chinesischen Gebieten. Wenn alle die Verstärkungen in China eingetroffen sein werden, die jetzt abgesandt find ober noch vorbereitet werben, könnten etwa 115000 Mann Truppen ber verbündeten Mächte in China zusammenkommen. Dieses Truppen­aufgebot dürfte aber kaum ausreichen, um einen förmlichen Krieg auf weit ausgedehnten Gebieten gegen China zu führen. Damit ge­winnt auch die bereits gestern verzeichnete An­nahme an Wahrscheinlichkeit, daß der ersten China-Brigade eine zweite werde folgen müssen.

Ausland.

• Aaris, 20. Juli. Präsident Lo übet wurde gestern Abend 10 Uhr bei seiner Abreise von Cherbourg von einer ungeheuren Menschen­menge mit lebhaftem Beifall begrüßt. — Der Präsident hat einen Brief an den Marineminister gerichtet, in welchem er über die glänzenden Leistungen der Marine sein Lob und seine Be­wunderung ausspricht.

* Madrid, 20. Juli. Spanien hat von Marokko eine Gebietsabtretung erlangt. Wie die offiziöse ,Agencia Fabre' aus Madrid meldet, hat der außerordentliche spanische Gesandte in Marokko die Abtretung von Gebietstheileu bei Santa Cruz und eines Landstreifens der neutralen Zone bei Melilla erwirkt.

* Buenos Ayres, 20. Juli. In Argenti­nien betragen nach dem dem Kongresse vorgeleg- ten Budget für 1901 die Einnahmen 13,1, die Ausgaben 13 Millionen Pfund Sterling. Der Finanzminister erklärte, die Regierung sei ent­schlossen, keine Steuererhöhungen vorzunehmen und keine neuen Anleihe - Beträge aufzunehmen.

Der Krieg in Südafrika.

Feldmarschall Roberts meldet aus Pre­toria vom 19. Juli: Lord Methuen besetzte heute Reckpoort, fast ohne Widerstand zu finden. Ha­milton und Mahon setzten den Marsch durch das Land, nördlich der Delagoabahn fort. Hunter ist damit beschäftigt, die Stellung der Frei- staatler zwischen Bethlehem und Ficksburg zu ethmtigen. '

Tief ergriffen stand Karl Ahrendt da und blickte auf die Kriegerschaar, die mit solchem Gott- vertrauen in den Kampf ging. Da legte sich eine Hand auf seine Schulter und als Karl auf­blickte, sah er Kapitän von Helmholtz jetzt in voller Uniform vor sich stehen.

„Ich habe gehört, wie wacker Sie fich benom­men haben, Karl Ahrendt," sagte der Kapitän mit freundlichem Lächeln. „Ich habe mit dem Herzog über Sie gesprochen, kommen Sie, Seine Durchlaucht wollen Sie sehen."

„fiert Kapitän... in diesem Anzuge?"

„Morgen erhalten Sie Uniform. Kommen Sie nur."

Karl folgte dem Offizier.

An einem geschützten Platze lagerten nm ein großes Feuer mehrere Offiziere. Andere standen in leisem Gespräche umher. Ueber dem Feuer hing ein großer Kessel, in dem heißet Glühwein dampfte. Mehrere Diener fflOten die Becher der Offiziere, welche dem Gettänk eifrig zusprachen. Fast alle Offiziere rauchten auS kurzen Pfeifen, wie der Herzog selbst, den Karl Ahrendt sofort wiedererkannte.

Der Fürst saß mtt dem Rücken gegen einen Baumstamm gelehnt auf einem Bund Stroh und blickte ernst in die Flammen deS FeuerS. AIS Kapitän von Helmholtz näher trat, erhob er sich.

„Sie bringen den Rekruten, Herr Kapitän?" fragte er und ein mildes Lächeln huschte über fein ernstes, bärtiges Gesicht.

„Zu Befehl, Durchlaucht. Hier ist Karl Ahrendt, der brave Bursche auS den Wesetmarscheu."

DeS Herzogs Ange ruhte forschend auf dem Antlitze KarlS, in dessen Wangen eine heiße Glvth