27. Jahrgang
Iutöa, Dimstag, den 10. Juli 1900.
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daheim
„Ja, Deines Vaters Hof zu Liebe. „Nein, Gefine, Dir zu Liebe." »Pah -* „Gefine . .
nichtet! Und nach den vorliegenden Berichten waren das alle Waffen bester und neuester Art. Solche Vorbereitungen können nicht einrge Haufen schlecht organifirter Aufrührer treffen. Dazu gehört Staatshilfe, dazu gehören Staatsmittel, und ohne Zweifel wurde das alles im geheimen vorbereitet, während zu gleicher Zeit die chinefifche Regierung die Verträge unterzelchnete, >urch die an europäische Staaten Häfen und Hafengebiete für 99 Jahre in Pacht gegeben wurden. Leider auch find es namentlich deutsche Jndu- lrielle gewesen, von denen die Chinesen ihre Waffen und ihre Munition bezogen, vor allen Dingen die Firma Krupp in Esten; von der- elben Firma stammen die Geschütze, mit denen sie Chinesen von den Forts in Taku herab unversehens mitten in der Nacht dos mörderische Feuer gegen die europäischen Schiffe eröffneten. Der einzige Mann unter den in China lebenden Europäern, der die Lage richtig erkannte, ist Bischof von Anzer gewesen. Er hat auch seiner Pflicht gemäß die europäischen Regierungen gewarnt. Aber man hat nicht auf ihn gehört, oder hat vielleicht auch nicht auf ihn hören w ollen; und nun wird wieder einmal der Brunnen erst zugeschüttet, nachdem das Kind hineingefallen ist.
Fehler der Saumseligkeit und der Unachtsamkeit find also auf jeden Fall begangen worden und jetzt handelt doppelt, wer schnell handelt. Aber daraus folgt noch lange nicht, daß man den vorher begangenen Fehlern der Läsfigkeit, um sie gut zu machen, neue Fehler der Heber« stürzung folgen lassen müßte, indem man die Japaner ohne Prüfung ihrer Ansprüche als WillenSoollstrecker der Mächte gegen China los« läßt. Die Ruffen können mit ebenso vielen Mannschaften ebenso schnell in Peking sein. Warum also läßt man denn Rußland nicht marschiren und gestattet Rußland, zum Lohne dafür die Mandschurei sich einzuverleiben? Aber ehe die Engländer ihre Einwilligung dazu geben, würden sie inzwischen mit kältestem Blute nicht tausend, sondern zehntausend Europäer in China massakriren kaffen!
warf der Alte trocken dazwischen. „Hier in der alten Kajüte iS es en büschen eng dazu!"
Der Raum machte in der That den Eindruck einer Kajüte, so war er mit allerhand Schiffs- theilen, Tauen, Rudern, Schiffsmodellen, Fischer- uetzen vollgepropst. Als Prachtstück hing an der rauchgeschwärzten Decke das von Haus Heinrich Allerkamp selbst angefertigte Modell der Fregatte Agamemnon herab, bis in die kleinste Einzelheit genau auSgeführt.
„Der Vater hat recht, Gesine," fuhr Karl Ahrendt fort, wir wollen uns nicht zanken. Aber ich wollt' Dir etwas Wichtige« mittheilen . . . deshalb kam ich her."
„Was kannst Du mir mitzutheilen haben, Karl? Immer die alle Geschichte . . ."
Ein trüber Zug machte sich auf dem Antti i "GefinenS bemerkbar. Karl wollte ihre Hand er« greifen, doch sie wehrte ihn ab. „Ach, laß mich" —sagte sie und verließ die Hütte.
„Wollt Ihr Euch wieder en büschen zanken, Kinder, dann ist draußen en hübscher Platz dazu,"
Sonn-rmd Feier- tage. Vierteljahr!.
-„«gapreii OhneBringerlohu und Bestellgeld in flrulbe und auS- värtSlM.boPf.
Air Echter der Khmmxs.
Roman von O. Elster. ------- (Nachdruck verboten.)
„Soll das auf mich gehen, Gesine?"
„Wie Du willst, Karl."
„Gefine, Du weißt, weshalb ich
Hleibe. . ."
langen. — Die,greif. Ztg.' bemerkt dazu: Die Anordnung, Kriegsschiffe für China weiter zu bauen, ist wohl nur so zu verstehen, daß ote Schiffe später bei der Festsetzung der seitens Chinas zu leistenden Entschädigung für Deutschland in Anrechnung kommen. Eine Lieferung von Armeematerial für China in den nächsten Jahrzehnten müßte unseres Erachtens völlig ausgeschlossen sein. .
* Zur Keichstags-Krsatzwahk i# ZU«, «ekn Kofgeismar schrieb die .Kreuzztg.' dieser Tage, die Vertrauensmänner des Bundes der Landwirthe hätten ihres WiffenS in der Kan« didatenfrage noch keine Stellung genommen. Dazu bemerkt daS Organ des Bundes der Land« wirthe, die .Deutsche Tageszeitung', daß die konservative Partei einen eigenen Kandidaten aufstellen wolle und daß dafür ein bekannter Land- wirth in Aussicht genommen fei.
* Die am 1. Dezember d. I. stattfindende Nokkszäyknng wird in ähnlicher Weife rote die Zählungen früherer Jahre vor fich gehen. Die aus Anlaß derselben ergangenen Bestimmungen beziehen fich fast ausschließlich auf die Thättgkeit der ausführenden Beamten und der Zähler. Es wird erwartet, daß auch für-die VolkHählung am 1. Dezember d I. sich Personen in genügen- der Anzahl finden werden, welche das Amt als Ehrenamt zu übernehmen bereit sind. In den Regierungsbezirken, deren Bevölkerung stark mit fremdsprachigen Elementen durchsetzt ist, muß besonderes Gewicht auf die Gewinnung unbedingt zuverlässiger Zähler gelegt werden, um irrigen Ergebniffen bei den Ermittelungen vorzubeugen. Den Landräthen ist besonders zur Pflicht zu machen, sich einer genauen Durchsicht der Zählungsergebniffe zu unterziehen und erforderlichenfalls zu diesem Zwecke örtliche Nachprüfungen za veranläffen. Die einzelnen Gemeinden und SutSbezirke haben innerhalb ihrer Bezirke die Volkszählung selbst auSzuführen; sie find verpflichtet, die durch die Annahme von Zählern etwa entstehenden Kosten zu über- nehmen. Remunerationen an Zähler, welche zur unentgeltlichen Uebernahme dieses Ehrenamts nicht bereit find, können weder auS der ReichSkaffe, noch auS der LandeSkaffe beansprucht werden.
* Im Monate Juni wurden, wie der.Reichs- anz/ bekannt gibt, in den deutschen Münzstätten SeprSgt für 8,587,620 Mark Doppelkronen, ir 907,730 Mark Kronen, für 201,235 Mark Fünfmarkstücke, für 2.425.386 Mark Zweimark- stücke; ferner für 763,645.40 Mark Zehnpfennig« und für 127,252.64 Mark Einpfennigstücke.
•fc England, Deutschland, China.
Die große Freundlichkeit, die in der englischen Preffe für uns Deutsche laut zu werden begann, fing an unheimlich zu werden. Die deutschen Gemüther durchzuckte dabei immer wieder der Argwohn, ganz im Stillen hätten zwischen Berlin und London Abmachungen der Regierungen stattgefunden, die uns Deutschen allzu große Verbindlichkeiten gegen die Engländer auferlegen könnten; und deshalb wirkt es beinahe wie eine Erlösung, daß die englischen Blätter wieder nach ihrer alten Gewohnheit kräftig auf Deutschland zu schimpfen anfangen. Die Tonart, in der das geschieht, ist außerordentlich kräftig. Eine Londoner Leitung, von der man weiß, daß sie enge Fühlung mit dem Herrn Kolonialminister Chamberlain hat, scheut sich nicht, die britische Regierung vor der „skandalösen Politik zu warnen, die in Berlin und Petersburg gemacht werde". Diese eine Probe britischer Grobheit mag genügen zur Kennzeichnung des Aergers, den die Herren in London darüber empfinden, daß Deutschland sich von England nicht als Sündenbock mißbrauchen ließ für die britische Begehrlichkeit und ihre Be- sriedigung in Ostasien. Sehr naiv ruft ein anderes Londoner Blatt aus: Die Japaner hätten ja „nichts weiter verlangt, als daß ihnen in China freie Hand, gelassen werde; unter dieser Bedingung würden sie sofort marschirt sein!"
Diese „freie Hand" würden die Japaner ohne Frage ganz außerordentlich mißbraucht Haben in ihrem eignen Sonderinteresse und in dem Interesse ihrer britischen Gönner; und diese würden fich am Ende recht hübsch ins Fäustchen gelacht haben darüber, daß es ihnen wieder einmal so herrlich geglückt sei, im Trüben Vortheile für sich zu erfischen, ohne sich selbst dabei im mindesten anzustrengen. Den englischen Gerbern find aber die Felle diesmal weggeschwommen, und nun regnet e« Vorwürfe gröbster Art auf Deutschland hernieder, nur deswegen, weil dieses sich geweigert hat, als Vorspann von den Engländern fich gebrauchen zu lassen zu dem hinterlistigen Zwecke, Zwiespalt zwischen den Mächten in China zu erzeugen. Wie kommt England zu dem Verlangen, daß andere Mächte in ostasiatischen Dingen fich ihm unterordnen, ohne auch nur eine Ahnung davon zu haben, was Japan wohl als Lohn für feine Dienstleistungen in China beanspruchen ckönnte? Gerade die Briten würden die allerletzten fein, einer anderen Macht fich ohne jegliche Noth- roendigkeit so vertrauensselig in die Arme zu werfen, wie sie es von Deutschland verlangten.
Das ist leider nicht zu leugnen, daß die diplomatischen Vertreter der europäischen Mächte in China von den hinterlistigen Chinesen über den Ernst der Lage und über die Vorbereitungen, die -in China zu der Bewegung gegen die „fremden Teufel" getroffen wurden, sich vollkommen haben -täuschen lassen. Wie umfangreich diese Vorbereitungen waren, geht aus der Beschaffenheit der geheimen Kriegsarsenale der Chinesen vor, die in der Umgegend von Tientsin aufgefunden und sofort hinterher natürlich auch vernichtet worden -sind. Allein in diesen Sammlungen von Kriegsmaterial bei Tientsin wurden Waffen und Munition int Werthe von etwa 40 Millionen Mark ver-
wird. Mirman zog hierauf seine Juterpellalion zurück und brachte einen Antrag ein, nach welchem der Terminhandel in Kammzug untersagt werden soll.
* Som, 9. Juli. Der König empfing heute die Präsidien des Senates und der Deputir- tenkammer. sowie eiueAborduungbeiderHäuser, welche die Antwort - Adressen auf die Thronrede überreichte. Der König drückte seine lebhafte Befriedigung aus, daß die Verhandlungen der Kammer wieder ihren ungestörten Gang nehmen und fügte hinzu, daß die ruhige A^- Übung der öffentlichen Freiheiten und namentltch der parlamentarischen Thätigkeit die wahre Kraft der Einrichtungen des Landes gewesen fet und stets sein werde. Der König betonte sodann, daß ein Land, welches so zahlreiche natürltche Htlfs- kräfte, so reiche Ueberlieferungen und eine solche Geschichte habe wie Italien. Anspruch nicht nur auf materielles Wohlergehen, sondern auch auf Größe besitze. Schließlich erklärte der König, daß er mit großer Hoffnung und voll Vertrauen in die Zukunft blicke. — Die Mittheilung der Aus- sührungen der Königs wurde int Senat und tn der Kammer mit Zustimmung entgegengenommen.
kX Wien, 9. Juli In der Preffe ist während der letzteu Zeit mehrfach die Rede gewesen von einer Verschmelzung der Chrtstltch-Sozta- len und der katholischen Volkspartei zu einem Parteiverbande. Man wollte sogar schon wiffen, wie die neue Partei heißen sollte, näm- lich österreichische Partei, und namentltch das .Linzer Volksblatt'. das auf dem Boden der katholischen Volkspartei steht, hat fich Mühe ge- geben, alle, die es etwa? angeht, von der Bor- trefflichkeit einer solchen Verschmelzung zu über- zeugen. Man kann ja auch nicht leugnen, daß sie auf den ersten Blick etwas Bestechendes hat. Aber bisher ist. wie der ,Korr. f. d. CeutrumS- preffe' von berufenster Seite witgethetlt wird, von Unterhandlungen über eine solche Parteiverschmelzung nicht dte Rede gewesen; und aller Wahrscheinltchkett nach wtrd es auch zu solchen Unterhandlungen ntcht kommen, obwohl ja, wie betännt und aus den Ausführungen bet .Singer Volksblattes' hervor- geht, ein Theil der katholischen Volkspartei sehr von dem Gedanken der Verschmelzung eingenommen ist. In der katholischen Bolkspartet selbst begegnet der Gedanke Widersprüchen, und bet den Chrtst- lich-Sozialen dürste man am wemgstm genetgl sein, an der Verwirklichung dieses Gedankens mstzuarbeiten. Es wird also bei dem Gedanken bleiben, ohne daß er zur That umgesetzt werden wird.
* Ankarek, 9. Juli. Der Sanitätsrath hat das ganze Vilajet Trapezunt mit sämmtlichen Häfen des Schwarzen Meeres und das gejammte Vilajet Aidin mit den Mittelmeerhäfen, einschließlich Smyrnas, al« von der Pest ergriffen erklärt. Schiffe, Reisende und Maaren Unterliegen in Sulina einer zehntägigen Quarantäne. Verboten ist die Einfuhr von gebrauchten Effekten und Stoffen, sowie rohen Häuten, Thierprodukten, Wolle, Baumwolle, Obst, Vegetabilien und Konserven. Der übrige Theil der Küste der astatischen Türkei wurde als pestverdächtig erklärt. Die Provenienzen aus diesem Theile der Türkei werden
Ausland.
♦ Zfaris, 9. Juli. In der Deputirtenkam- nur richtete heute der Abg. Mirman eine Interpellation an die Regierung über die Mißbräuche, welche bei dem Verkaufe von Wolle in Roubaix zu Tage treten. Dron verlangt die Unterdrückung des Terminhandels in Kammzug wegen der von der Spekulation getriebenen Mißbräuche. Der Handelsminister Millerand erklärte die Unterdrückung des Terminhandels für unmöglich, doch könne das Parlament ein Gesetz beschließen, durch welches derselbe geregelt
Eine tiefe Röthe färbte GefinenS Wangen. Sie reichte Karl die Hand und sagte mit warmem, aufleuchtendem Blick: „Ich danke Dir, Karl — aber eS hilft alles nichts."
„Doch, Gesine — doch! Habe nur Vertrauen — es wird alles gut werden."
Er zog sie mit sanfter Gewalt an fich und sie lehnte den blonden Kopf an seine Schulter. „Ach, Karl, ich glaubs nicht," flüsterte fie. „Du bist viel zu gut und schwach, als daß Du dem Befehle Deines Vaters widerstehen könntest — Karl, und ich bin zu stolz, als daß ich Unfrieden in Eure Familie bringen will. Stolz gegen Stolz, Karl — ist Dein Vater zu stolz, die Tochter deS Fährmanns als seine Schwiegertochter zu empfangen, so bin ich zu stolz, um mich auf« zudrängen. Geh, lieber Karl — wir müssen Abschied nehmen — schwer fällt mir's — das kannst Du glauben." „
Ihre Augen füllten fich mit Thränen. Er küßte fie zärtlich, ober fie schob ihn sanft von fich fort und richtete fich straff empor, 's wird Abend, Karl — und da kommen auch schon die Leute vom Felde heim, die übergesetzt werden wollen, Geh. Karl — daß fie uns nicht zu- sammen sehen."
Der junge Bauer hielt GefinenS Hand fest. „Gesine, Du hast mich soeben schwach genannt hier schwöre ich Dir, daß ich keine andere hei- rathe, alS Dich, daß ich keine andere lieben werde, als Dich ..."
„Karl, mein lieber Karl — und ich schwöre Dir, daß ich nur Dich, nur Dich lieben werde."
Noch einmal schmiegte sie sich in seine Arme, bann riß sie sich loS und lief die kleine Anhöhe
Deutsches Keich.
Berlin, den 9. Juli.
fl Der Kaiser wird nicht zu den englischen Segelregatten nach Cowes reisen. Kurz und kühl hat dies die halbamtliche ,Nordd. Allgem. Ztg.' verzeichnet — die rechte Antwort auf die englischen Grobheiten wegen des deutschen Verhaltens in der chinesischen Angelegenheit!
O Der Knndesrath hat seine Ferien unterbrochen. Nach einer Mittheilung der oberoffiziösen ,Nordd. Allg. Ztg.' ist eine Sitzung des Bundes- rathS-Ausschuffes für auswärtige Angelegenheiten auf Mittwoch, den 11. Juli anberaumt. Natürlich gilt das der China-Frage.
• Der Kan chinesischer Kriegsschiffe auf deutschen Werften soll, den Berk..Neuesten Nachrichten' zufolge, nach einem Befehl des Kaisers trotz der Kriegslage nicht eingestellt, sondern weiter fortgeführt werden. Bereits fertig gestellte Schiffe sollen indeß bis zur vollständigen Beendigung der kriegerischen Verwickelung zwischen Deutschland und China nicht zur Ablieferung ge-
„Gesine iS' mal wieder in guter Laune, Karl. Ja ja, die Weiber! Fang Du mal erst mit den Weibsleuteu an, denn hat's geschnappt. Admiral Nelson hatte da unten in Sizilien auch so 'ne gute Freundin sitzen, um derentwillen er allerhand Thorheiten trieb. Soll ich Dir mal die Geschichte von der Lady Hamilton verzählen, Karl?"
„Rein, Vater, Allerkamp, die kenn' ich nun schon in- und auswendig, so oft habt Ihr fie mir erzählt."
„I, 'ne gute Geschichte kann man nich ost genug hören. Karl. Man lernt immer dabei... na, aber wenn Du willst . . ."
Karl hörte die Worte des alten Steuermanns schon nicht mehr. Er war Gesinen gefolgt und stand jetzt.vor der Thür im Schatten der beiden großen Ulmen und schaute fich nach dem Mädchen um. Dort in dem kleinen Fährboot saß fie und flickte ein Netz.
Rasch trat er auf sie zu. „Gefine . . ."
Ein wenig erschreckend wandte sie sich nach ihm um. „WaS willst Du noch, Karl?" fragte sie, und ein trübes Lächeln kräuselte ihre Lippen.
„Weshalb bist Du so unfreundlich zu mir, Gefine?"
„Ich bin nicht unfreundlich — aber, Karl, wir haben doch einmal von einander Abschied genommen . . ."
„Nein. Gefine — ich kann's nicht — ich kann meinem Vater nicht gehorchen. Ich werde niemals aufhören, Dich lieb zu haben, und noch heute sage ich's meinem Vater, daß ich keine andere als Bäuerin auf AhrendtShof einführen werde als Dich, Gesine . . ."
hinan, auf der die Hütte ihres VaterS P<Xn*ßebe wohl, Karl!" rief sie und winkte ihm zu.
„Auf Wiederfehen, Gesine — ich halte mein Work."
Gefine verschwand in dem Hause und Karl ging langsam nach der Stelle, wo er seinen Kahn befestigt hatte, löste daS Tau. sprang in den Nachen und trieb ihn mit einigen raschen Ruder- Wägen biS in die Mitte deS Stromes. Hter ließ er die Ruder sinken und den Kahn mit dem Strome treiben. ti „ , . ..
Der Abend senkte fich auf die flache Harde- laudschaft nieder. Ein feiner, rosiger Nebel- fcMeier verhüllte die Ferne und ließ alle Gegen- stände, die Bäume und Büsche, dte einzelnen Gehöfte nnd Häuser, die Dörfer und Kirchthürme ftt einem sanften verklärten Licht flimmern und leuchten. Ruhe und Frieden lagerten über der Erde. AuS der Ferne erklangen dre Ab^nd- glocken; Bienen summten und surrten über dem röthlich blühenden Haidekraut; auf einer flachen Anhöhe stand regungslos die lange, dürre Geflcttt eines Schäfers auf seinen langen Stab gestützt und sah träumenden Auges in den mederfinkenden, verschleierten Sonnenball hinein. Wte «n dunkler Schatten, über da« menschliche Maß hinaus- reichend, hob sich der Umriß ferner Gestalt gegen den erleuchteten Himmel ab. Ihm zu güßen lagerte die Heerde der kleinen, braunen Hard- schnuckert im Gras und Kraut, und alS eifriger Wächter umkreiste der struppige Hund ruhelos die ihm anvertraute Heerde. Landleute zogen auf den kaum sichtbaren Wegen der Heimath zu.
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mit Zlnterhaltrmgs-Meikage „Zlürsirirte Sonntags-Ierümg"