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JK 149.

JuLöa, Dienstag, den 3. Juli 1900.

27. Jahrgang.

*4* Frhr. von Ketteler ermordet.

die Rede ist. Namentlich am

der Entwickelung des modernen PostverkehrS ge-

■

Viel wichtiger aber als die Feststellung des Tages ist die Beantwortung der Frage, w e r die That begangen hat, wer fie angestiftet hat, und welche Beweggründe dafür ausschlaggebend gewesen sind. Vor allem wird es wichtig sein, festzustellen, ob und wie weit die chinesische Regierung an der Mordthat betheiligt ist. „ Erst nachdem dieser Punkt endgiltig auf­geklärt ist, wird die deutsche Regierung ihre Maßnahmen treffen können. Da die Nachricht von dem Tode des Freiherrn v. Ketteler erst so spät nach Europa gelangt ist, so wird wohl anzunehmen fein, daß die chinesische Regierung Ursache hat, die schändliche Mordthat geheim- zuhalten und daher von der Mitschuld nicht freizusprechen sein wird. Auch ist bisher nichts davon bekannt geworden, daß die chinesische Regierung irgendwie einen Versuch unternommen hat, die Mordthat zu entschuldigen oder zu rechtfertigen. Darin sind zweifellos Zeichen von übler Vorbedeutung zu erblicken. Es scheint sogar, daß die chinesischen Be­hörden durch Verbreitung falscher Nachrichten sich nach Kräften bemüht haben, die Mächte über die wahre Lage in Peking zu täuschen.

Die Verletzung eines Gesandten gilt überall in der Welt als ein schweres Ver­brechen. Selbst eine Kriegserklärung läßt ! nach anerkanntem Völkerrecht die Gesandten un­antastbar und sichert ihnen durch Zustellung der Päffe sicheres Geleit bis über die Grenzen des Staates hinaus. Auch Revolutionspar­teien, selbst wilde Völkerschaften, achten die Un­verletzbarkeit der Parlamentäre und Unterhändler. Wir befinden uns mit China nicht im Kriegszu­stände. Der chinesische Gesandte hat noch vor wenigen Tagen in Berlin versichert, China denke nicht an eine Kriegserklärung, denn es betrachte die Europäer nur als Hilfstruppen zur Nieder­werfung des Aufstandes der Boxer. Bis auf Weiteres vermögen wir auch nicht anzunehmen, daß die chinesische Regierung, wenn in Peking i überhaupt noch von einer Regierung die Rede sein I kann, die Ermordung Kettelers angestiftet hat. Es 1

denkt Tante Konradine Deiner aufopfernden Pflege in tiefster Dankbarkeit. Sie nennt Dich niemals anders als „mein liebes Töchterchen".

„Im Leben nannte sie mich selten so."

„Ja, sie besaß eine herbe, strenge Natur, die sich kaum zu zärtlichen Aeußerungen herbei­laffen konnte. Aber ihre Thaten, ihr stilles Wirken zeugen von ihrem weichen, mitleidigen Herzen. Sie hat viele Schmerzen, viele Ent­täuschungen in ihrem Leben erlitten, deshalb die strenge Außenseite. Desto höher muß ihr

Daß der deutsche Generalpostmeister Stephan sehr große Verdienste gehabt hat um das Zu­standekommen dieser höchst nothwendigen Ver­kehrserleichterung, ist bekannt genug und darf niemals unerwähnt bleiben, wenn von der Sache

von 32 Staaten abgeschloffen, und erst mit ihnen traten die Verkehrserleichterungen wirklich ein, die drei Jahre vorher in Bern verabredet worden

denktage des Weltpostvereins muß man in dank­barer Erinnerung des Mannes gedenken, der in so geistvoller und so hervorragender Weise an

waren. Mit dem Jahre 1878 trüt das einheit­liche Weltporto für Briefe mit 20 Pfennigen oder aber 20 Centimes für alle dem Weltpost-

Im Zeitalter des Verkehrs.

Genau 25 Jahre besteht jetzt der Welt­postverein. Denn am 1. Juli 1875 trat der „allgemeine Postverein" inS Leben, gleichzeitig mit ihm das internationale Postbureau in Bern. Der Name „Weltpostverein" ist drei Jahre jünger. Er wurde erst im Jahre 1878 von der zweiten Versammlung des Vereins angenommen, die in jenem Jahre in Paris stattfand. Der Weltpostvereins-Vertrag wurde am 1. Juni 1878

Die,National-Zeitung' schreibt: Durch die Ermordung des deutschen Gesandten gestaltet sich die internationale Lage für Deutschland Awieriger als sie es vor der Bestätigung des verein angeschlossenen Länder ein, nachdem vor- ! Gerüchtes war. Für Deutschland kommt insofern her im Bereiche derselben Länder nicht weniger ein besonderer Druck in die Angelegenheit, als als 65 verschiedene Portosätze für frankirte und es, wenn bte endgültige Abrechnung erfolgen--- " " * ----- - -

wird, besondere Forderungen als Genug- thuung für die Ermordung des Ge­sandten wird zu erheben haben. In der Hauptfrage, der gemeinsamen Ueberwindung der chinesischen Schwierigkeiten bleibt die Stellung der Mächte und die Stellung des deutschen Reiches unverändert. Der Staatssekretär Graf Bülow hatte sich gestern vor der Bestätigung der Ermordung Kettelers nach Wilhelmshaven begeben, um dem Kaiser Vortrag zu halten. Er hatte vorher, am Sonnabend Nachmittag die

28 Portosätze für unfrankirte Briefe bestanden hatten.

Botschafter der an den chinesischen Schwierig, leiten betheiligten Mächte empfangen und dabei war die vollständige Einigkeit derselben von Neuem festgestellt worden. — Dem.Börsen- kourier' zufolge ist damit zu rechnen, daß wesentliche Verstärkungen der deutschen Streitkräfte für Ostasien sowohl der Schiffs, wie der Landtruppen beoorstehen. Vielleicht wird auch eine außerordentliche Session des Reichstages einberufen werden. Nach Ansicht hiesiger amtlicher Stellen ist schwerlich vorauszusetzen, daß Freiherr von Ketteler das einzige Opfer der Revolutionäre geworden ist, daß vielmehr auch das Schicksal derübrige» Diplomaten zweifelhaft ist.

Der ermordete Gesandte, Freiherr Clemens August v. Ketteler, preußischer Kammerherr und Leutnant der Landwehr, war am 22. November 1853 als Sohn des Freiherrn August v. Ketteler, Majors des 1. Garde - Ulanen - Regiments, zu Potsdam geboren. Die Familie gehört dem westfälischen Uradel an, Freiherr Clemens v. Ketteler war ein Neffe des verstorbene« Bischofs v. Ketteler von Mainz und ein Vetter des Majoratsherrn Freiherrn von Ketteler jir Harkotten und Schwarzenraben auf Burg Eringer­feld, des größten Grundbesitzers der Provinz Westfalen. Frhr. Clemens v. Ketteler, früher Legationsrath in Washington und kaiserlicher Gesandter in Mexiko, vermählte sich am 24. Februar 1897 zu Detroit in Nordamerika mit der 1871 geborenen Miß Maud Cass Ledyard. Freiherr v. Ketteler gehörte der Gesandtschaft in Peking schon früher als Dolmetsch an. Zum deutschen Gesandten wurde er am 12. Juli 1899 ernannt nach dem Rücktritt des erkrankten Frhrn. v. Heyking.

I heißt allerdings, von chinesischen Soldaten sei die- ' selbe ausgegangen. Wenn sich dies bewahrheitet, ; so würde daraus mindestens folgen, daß die chine­sische Regierung sogar in Peking selbst Angesichts der Behörden die Autorität über die eigenen Truppen verloren hat. Diese Annahme wird be­stätigt durch die einander überstürzenden und wider­sprechenden Nachrichten über die Flucht des Kaisers und der Kaiserin-Wittwe und über die Gefangen­nahme dieser beiden durch den Prinzen Tuan, den Vater des Thronfolgers. In Peking scheint völlige Anarchie zu herrschen.

Der deutsche Gesandte ist ermordet worden, als er sich zu dem Tsung-li-Iamen begab, also bei der unmittelbaren Ausübung seiner gesandt- schastlichen Thätigkeit auf dem Wege zu dieser hohen chinesischen Behörde. Wie diese denkbar gröbste Verletzung des Völkerrechtes zu sühnen ist, darüber wird sich erst entscheiden laffen, wenn die näheren Umstände der Frevelthat be­kannt geworden sind und über die Behandlung und das Schicksal der Gesandten der übrigen Mächte zuverlässige Nachrichten vorliegen. Wir zweifeln nicht daran, daß alle anderen, Mächte das Verbrechen an dem deutschen Ge-1 sandten so ansehen werden, als wenn es die eigene Gesandtschaft betroffen hätte, zumal auch Japan Genugthuung zu fordern hat für die Er­mordung des Kanzlers der japanischen Gesandt­schaft in Peking.

Mit Recht sagt die ,Nordd. Allg. Ztg/ in einer die Auffaffungen der amtlichen Kreise in Berlin widerspiegelnden offiziösen Auslassung: „Eine erschütternde Nachricht, die aus der Haupt­stadt des Reiches der Mitte kommt, und ganz | Deutschland wird die Kunde von dem Schicksal des kaiserlichen Gesandten mit dem Gefühl größter Theilnahme und Trauer, aber auch tiefer Em­pörung aufnehmen." In einem Nachruf für den ! ermordeten deutschen Gesandten hebt die ,Nordd. | Allg. Ztg.« die versöhnliche Unerschrockenheit des Frhrn. v. Ketteler hervor, sowie das Hintansetzen seiner Person, wenn es galt, ein als gut er- kanntes Ziel zu erreichen. „Diese selbstlose Aufopferungsfähigkeit dürfte nach den vorliegenden spärlichen Nachrichten die unmittelbare Ursache seines tragischen Geschickes gewesen sein. Er • hat sich augenscheinlich nicht gescheut, sich dem ! tobenden Pöbel auszusetzen, als er sich noch am ! 18. Juni nach dem Tsungli. Damen begab, um i seiner Pflicht gemäß dort Vorstellungen zu \ erheben." ;

Ueber die näheren Umstände der Ermordung des Gesandten schwebt noch immer ein geheimniß- volles Dunkel. Zunächst ist der Tag, an dem die scheußliche That begangen wurde, noch nicht festgestellt. Nach dem Telegramm des deutschen Konsuls in Tschifu, sowie nach der „Renter"- Meldung aus Tschifu erfolgte die Ermordung des Gesandten am 18. Juni, also gestern vor 14 Tagen. Die erste unter aller Reserve auf Grund einer „Laffan"-Meldung verbreitete Nachricht über die Ermordung des deutschen Gesandten wurde aber in Berlin schon am Samstag den 16. Juni ver­öffentlicht, also zwei Tage vor dem von dem deutschen Konsul als Tag des Mordes angegebenen Termin. Die Nachricht des deutschen Konsuls in Tientsin, welche er von RobertHart erhalten hat, enthält kein Datum. Die einzige Zeitangabe ist „Sonntag Nachmittag 4 Uhr." Der englische Konsul in Tsch'ifu meldet, daß der deutsche Ge­sandte am 13. Juni, und zwar von chinesischen Soldaten, ermordet wurde. Nach einer angeblich amtlichen Meldung des Konfularkorps in Shanghai vom Sonntag wurde Freiherr v. Ketteler am! 16. Juni ermordet, also am Samstag vor 14 I £agen, an dem Tage, an welchem die Londoner Abendblätter die Nachricht zuerst brachten.

Herzens angerechnet werden. Jetzt verstehe ich ihr Wesen vollkommen! Jetzt verstehe ich, wes­halb sie gegen meinen Plan, Künstler zu werden, auftrat und Deinen Vater verpflichtete, von seinem hohen idealen Fluge abzulaffen und sich der täglichen, fast handwerksmäßigen Arbeit zu widmen. Sie glaubte noch an die helfende und rettende Wirkung der Arbeft."

Jetzt ließ sich aber der Sturm nicht mehr beschwichtigen. Die Grottlers erhoben sich mit großem Geräusch und verließen stolzerhobenen Hauptes das Zimmer, Konrad stürzte auf den ^ustizrath zu. Mia sank aufschluchzend in einen Seffel. Kathrine schlug die Hände über den Kopf zusammen und rückte sich die Haube schiefer denn je, und die anderen umdrängten den Notar, um einen Blick in das seltsame Testament zu werfen.

„Ich muß noch die Legate verlesen, meine i Herrschaften!" rief der Justizrath. „Es ist eine Bestätigung der Legate, welche bereits im ersten Testamente ausgesetzt waren! Hören Sie doch nur!"

Aber niemand wollte mehr hören. Eine Auf- regung hatte alle ergriffen, welche eine weitere Verlesung des Testamentes unmöglich machte. So übergab denn der Justizrath das Testament | dem Haupterben, diesem die Sorge überlastend die Legate den einzelnen Glücklichen mitzutheilen'

*

Am Abend saßen Konrad und Mia Hand in Hand auf dem Sopha in dem Wohnzimmer der Tante und blickten ernst und schweigend zu dem Bildniffe der Verstorbenen auf. Des Räthsels Lösung war gegeben, das Geheimniß enthüllt, aber Konrad sowohl wie Mia, beide wußten nicht, ob sie diese Enthüllung mit frohem Herzen oder mit trauriger Seele begrüßen sollten. In dem Testamente war noch ein zweites, versiegeltes, sehr umfangreiches Schriftstück eingeschlosten ge-1

Im Kulenthurme.

Roman von O. Elster.

88 ------ (Nachdruck verboten.)

In den Mienen der Grottlers machte sich ein spöttisches Lächeln bemerkbar, und des Kom> «rerzienrathes Antlitz zeigte eine fahle, gelbliche Bläffe, während seine Hände nervös zuckten."

Der Justizrath las weiter:

„Paragraph zwei. Im Fall Konrad Uhle «re,ne Großnichte Mia Ruland nicht zu seiner Frau wählen sollte, bleibt er im Besitz des Hauses, des sogenannten Eulenthurmes, als alleini- ger Träger des alten Familiennamens. Fräu­lein Mia Ruland erhält in diesem Falle zweimal- hunderttausend Mark, meine Nichte, Frau Kom- «rerzienrath Grottler, fünfzigtausend Mark, Fräu­lein Olga Grottler ebenfalls fünfzigtausend Mark. Die Legate, welche ich für die nachfolgenden Per­sonen ausgesetzt habe, werden im Verhältniß auf diese Theile des Erbes vertheilt. Im Falle der Vermählung Konrad Uhles mit Mia Ruland hat Konrad llhle selbstverständlich die Legate auszu- zahlen. Sollte sich zehn Jahre nach meinem Tode Konrad Uhle noch nicht vermählt haben -ist dieses Testament zu eröffnen, wie schon im ersten Testament bestimmt, und dann treten die Bestimmungen des Paragraph zwei in Kraft. Testamentsvollstrecker und Verwalter des Ver­mögens ist der Justizrath Quensel, im Falle seines Todes dessen Kompagnon der Rechtsanwalt Breit- -haupt."

D^ schon gestern von uns in kurzen Depeschen -gemeldete Nachricht, daß der d e u t s ch e G e s a n d t e am chinesischen Hofe, Freiherr von Ket- teler, ermordet worden ist, wird von ver- schledenen Setten b-stätigi, so daß man kaum noch an ihrer Richtigkeit zweifeln kann. Das auswärtige Amt in Berlin hat gestern Mittag aot ld)e Telegramm des deutschen Korn Jn« .Wfu verbreitet: „Zlnser ?Cftwö em UL 6- ermordet." Zeltern Nachmittag veröffentlichte das Auswärtige Amt durch das »Wölfische Bureau' folgendes weitere Telegramm des deutschen Konsuls Dr. Eiswaldt tn Tientsin von Freitag:

. ,,^urch einen chinesischen Boten ist so-j eben folgende schriftliche mit „Robert Hart" unterzeichnete Nachricht aus Peking eingetroffen: «ÄÄ- RXXÄ 'ähmsih!°rme »roirb '".den Gesandtschaften belagert mittaq 4 Uh"" ^ maroe,felt ®’lt Euch. Sonntag Nach-

. ''Em angeblich von einem M i s s i o n a r aus Pelina ’»b!fteütfer m,F?te ™ri$tet soeben, daß Gesandter ile'i m T VAe zum TsunglWamen ermordet

r« ber ®-Ä""b schusten fei verbrannt, die Gchutzwachen litten an Mumtionsmangel." aus ^schi^."k*'^ Bureau" meldet vom Sonntag

Der deutsche Gesandte, Freiherr v. Ketteler wurde ,'P? ]®. 6uni tn dem Augenblick, als er sich nach dem Lsunglr-Iamen begab, ermordet, ein Dolmetscher wurde verwundet, konnte jedoch in eine Gesandtschaft flüchten. Ärt.’ 3Um roaren nut »och drei Gesandtschaften nicht

Nach dem ^Daily Expreß' empfing das Kon- sularkorps rn Shanghai am Sonntag folgend- angeblich amtliche Mittheilung über die Ermordung des deutschen Gesandten: Ketteler ritt die Legations- straße hinunter, als er von chinesischen Truppen und Boxern angegriffen vom Pferde herabgezerrt und getödtet wurde. Darauf zerhackten die Soldaten mit Säbeln die Leiche. Die deutsche Gesandtschaft und sechs andere Ge-! sandtschaften wurden den Flammen überliefert Das eingeborene Hausgesinde der Gesandten wurde niedergemetzelt und die Leichen in die Flammen geworfen.

steckte.

„Ich bitte um Entschuldigung, Herr Haupt­mann," flüsterte fie mit geheimnißvoller Stimme, „eS ist ein Herr da, welcher Sie zu sprechen wünscht."

„Jetzt noch? Um 9 Uhr Abends?«

»Er ist in wichtiger Angelegenheit hier — eS ist — es ist der Kommerzienrath.«

„Wie? Onkel Grottler? — Natürlich ist er willkommen."

(Schluß folgt.)

wesen, welches nach den Bestimmungen der Ver- aber auch die Liebe und die Milde ihres storbenen Konrad öffnen sollte. Das Schriftstück I* ' ' ' ~

enthielt ein Tagebuch der Tante. Auf den ver- ' gilbten Blättern, die theilweise über 50 Jahre alt waren, standen die Freuden und Schmerzen, die Hoffnungen und Enttäuschungen der jetzt zur letzten Ruhe Eingegangenen verzeichnet und Kon­rad und Mia erhielten einen tiefen, sie zu Thränen rührenden Einblick in das Leben der Todten, um

die es im Leben immer einsamer und einsamer I „Der Arbeit, dem werkthätigen Mitleid war geworden war, bis durch Mia, ihre Großnichte, ihr ganzes Leben gewidmet."

ein freundlicher Sonnenstrahl in ihr einsames Nach einer Weile nachdenklichen Schweigens Dasein fiel. fuhr Mia fort: „Dieser Reichthum der Tante

»O, sagte Mia mit Thranen im Auge, „ich erscheint mir wie daS Nibelungengold. Es bringt bln sehr undankbar gewesen. Nie habe ich geahnt, niemand Glück, der es besttzt.«

welch' warmes, liebevolles Herz unter der starren, „Närrchen," entgegnete Konrad lächelnd, „hat ernsten, oft rauhen Außenseite der guten Tante er uns nicht das Glück gebracht?«

Konradine schlug. Nie habe ich geahnt, wie fie „Gewiß nicht! denn wir waren glücklich auch wich gesiebt und welche Wohlthaten fie mit ohne Gold. Und wer weiß, was die Zukunft und meinem armen Vater erzeigt hat.« bringt.«

„Du thust Dir selbst unrecht, Mia," ent- Konrad wollte lachend sein Frauchen in die gegnete Konrad. . Auf^ den letzten Blättern ge-1 Arme schließen, als die Thür leise geöffnet wurde und Katharine ihre Haubenbänder in das Zimmer