ldaerMZettung
mit N«terhattungs-Mttkage „ITuftrirte Sonntags-Zeilmg
Jutöa, Mittwoch, den 27. Juni 1900.
M 145.
27. Jahrgang.
G Reines Bier.
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© Das Msichs-Mikttärgericht soll bekanntlich am künftigen 1. Oktober in Wirksamkeit treten. Nach einer Blättermeldung soll General von Hahnke, Chef des kaiserlichen Militär- kabinets, als Präsident des neuen Gerichtshofes in Aussicht genommen sein.
hat sein Ziel im Auge behalten und hat es erreicht, wenn auch erst im Tode. Sein scharfer Griffel hat oft die Feinde des Schönen, seines Ideals verspottet, seine bebende Hand hat aber auch oft versucht, durch eigene Schöpfungen seinem Ideal zum Siege zu verhelfen. Jetzt hat er den Sieg errungen, Mia, indem er der Welt ein Werk hinterlassen hat, von dem der Glanz der Schönheit siegreich ausstrahlen und die Schatten der Nacht verscheuchen wird. Das soll unser Trost sein, Mia, und das wird sein Andenken in der Welt lebendig erhalten für alle Zeit. Er hat Recht behalten! Er hat nicht vergebens gelebt!"
Unter Thränen lächelnd blickte Mia auf und reichte Konrad die Hand.
„Sie waren sein letzter, sein einziger Freund — haben Sie Dank, haben Sie tausendmal Dank!"
Verbot der Surrogate, so daß man wohl diesen Einwurf als unerheblich getrost ad acta legen kann.
Dann heißt es, die kleineren Brauereien, deren billigere Biere namentlich für die land- wirthschaftliche Bevölkerung bestimmt seien, könnten „nur durch die Verwendung von Surrogaten dem
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Rabatt
täglich, tote bei?
nehmen, soll am 29. ds. im Reichsgejundheits. amte eine Kommission von Sachoerstän» di gen zusammentreten, in der die Regierungen der verschiedenen Bundesstaaten durch besondere Abgesandte vertreten sein werden. Daß der Bundesrath nicht vor dem Herbst über das Gesetz Beschluß fassen wird, ist ebenfalls bereit- bekannt.
X -ftem- Reform der ^ersoueutarife. Das preußische Staatsministerium sollte sich nach der Meldung eines Berichterstatters in seiner letzten Sitzung angeblich mit der Aenderung der Personenfahrpreise auf der Eisenbahn beschäftigt haben. Diese Meldung klang unwahrscheinlich genug, und jetzt wird sie in einer Weise durch eine halbamtliche Notiz richtig gestellt, daß man die ganze Angelegenheit für lange Zeit als begraben ansehen kann. „Für Preußen — so schreibt der Halbamtliche — liegt irgend ein Anlaß zur Aufgabe seiner jetzigen Stellung, welche übrigens von der großen Mehrheit des preußischen Landtages gebilligt wird, nicht vor." Diese bisherige Stellung bedeutet bekanntlich so viel wie Ablehnung aller wesentlichen Verbilligungen der Personenfahrpreise, und in diesem Sinne hat die preußische Regierung unbedingt die starke Mehrheit des Landtages hinter sich. Aber ist denn auch der Plan aufgegeben, eine einheitlicheGestaltun^g der Personentarife im ganzen Reiche anzufireben? Diese Reform ist doch ohne Zweifel recht sehr nothwendig, und es würde sehr zu bedauern sein, wenn auch diese Vereinfachung der Tarife neuerdings als ein Ding angesehen werden sollte, deffen Verwirklichung unmöglich sei oder sich nicht lohne. Daß es mit einer solchen Einheitlichkeit selbst auch nur für Süddeutschland recht windig aussieht, hat zwar Minister v. Crailsheim neuer- dings im Finanzausschüsse der bayerischen Abgeordnetenkammer auseinandergelegt. Aber hier sollten die vorhandenen Schwierigkeiten auf keinen Fall vor erneuten Versuchen zurückschrecken, das erstrebte Ziel dennoch zu erreichen.
ti Die oSkigatorische Leichenschau verwirft der Bundesrath; so behauptet wenigstens die bayerisch-ministerielle ,Augsb. Abendztg.' Nach einer Meldung dieses Blattes soll die entsprechende Resolution des Reichstages, gleichzeitig mit dem Seuchenzesetze angenommen, kurzer Hand vom Bundesrathe abgelehnt worden sein.
* Unter der Rubrik „Dom chelreidetzaudec" schreibt die .Germania': In ganz Berlin befindet sich nach Mittheilung von durchaus authentischer Seite kein einziges größeres Geschäft für effektive Getreidelieferungen mehr in christlichen Händen. Die wenigen christlichen Ge- schäfte kleinerem Umfangs dieser Art sind von untergeordneter Bedeutung und vollständig von den Großhändlern abhängig. In Verbindung damit ist auch die Thatsache verständlich, daß in den vorgedruckten „Schlußnoten für Zeitgeschäfte in effektivem Getreide" der ständige Paffus enthalten ist: „Die beiden jüdischen" Neujahrstage und der Versöhnungstag gelten, wie überall, in liefern Vertrage bezüglich der Ablieferung von Getreide, als Feiertage."
+ Zur Bolkszähkimg. Seit 20 Jahren st im Reiche bei den Volkszählungen nicht mehr die Nationalität der Einwohner berück-
DrrrLschss Reich.
Berlin, den 26. Juni.
Nach der Beerdigung suchte Konrad die Tochter des Verstorbenen wieder auf. Er fand sie auf der Veranda vor dem letzten Werke des Vaters sitzend, die gefalteten Hände in den Schooß gelegt, die thränenfeuchten Augen auf das Bild gerichtet.
Konrad setzte sich zu ihr. Eine Weile herrschte Schweigen zwischen ihnen, aber Mia empfand die stumme Gegenwart Konrads doch als einen Trost, den sie nicht hätte vermissen mögen.
„Haben Sie schon über das Bild verfügt, I Fräulein Mia?" fragte er endlich.
Sie wandte den Blick zu ihm.
„Das Bild wird mich niemals verlassen", entgegnete sie sanft.
„Ich verstehe Ihre Pietät", fuhr er fort. „Indessen möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, daß wir dem Andenken des Verstorbenen
I noch etwas anderes schuldig sind, als die liebende Pietät eines empsindsamen Herzens."
„Ich verstehe Sie nicht."
„Wir sind ihm schuldig, dafür zu sorgen, daß ihm die Welt jetzt die Anerkennung zollt, die sie ihm während seines Lebens verweigert hat."
„Und wie sollen wir dafür sorgen?"
„Daß wir das Bild der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten. Nehmen Sie das Bild mit nach Berlin, denn ich setze wohl mit Recht voraus, daß Sie sobald als möglich nach Berlin zurückkehren, um mit Herrn Gehrmann die verabredete Nordlandsreise anzutreten. Herr Gehrmann wird das Bild Ihres Vaters gewiß gern in seinem Salon ausstellen und die Kritik zur Besichtigung einladen. Ich bin dann sicher, daß das Gemälde einen großen Erfolg feiern und der Name Ihres Vaters mit Anerkennung genannt wird."
„Sie haben recht," entgegnete Mia nach einer Weile, in der sie in sinnendem Schweigen das Bild betrachtet, „wir find es ihm schuldig. Ich werde das Bild Herrn Gehrmann demnächst zuschicken."
„Zuschicken? Nicht selbst Übergeben?"
„Ich möchte noch eine Zeit lang in der stillen Einsamkeit dieses Häuschens und in der Nähe des Grabes auf dem Sankt Veit-Friedhofe zubringen, wenn — Sie es erlauben."
Er fuhr auf.
„Was habe ich zu erlauben oder zu verbieten? Sie haben mir ja keinerlei Recht dazu gegeben. Bleiben Sie, fo lange es Ihnen ge- ällt, aber bedenken Sie die Nordlandsreise."
„Mir ist jetzt nicht ums Herz, eine Vergnügungsreise zu unternehmen."
„Eine Vergnügungsreise?! — Ja, halten Sie denn das für eine Vergnügungsreise, auf )er Sie Skizzen für ein buchhändlerisches Ge- chäftsunternehmen anfertigen sollen? Fräulein Mia, Sie haben mich öfters Ihren Freund genannt, gestatten Sie mir, Ihnen den guten Rath eines Freundes zu geben. Sie stehen jetzt allein n der Welt, auf eigenen Füßen, denn Sie wollten a von Ihren Freunden keine Hilfe annehmen. Sie haben sich die Kunst erwählt, um sich Ihren Lebensunterhalt zu gewinnen, nun wohlan, die Kunst muß heute noch nach Brod gehen, mehr >enn je, also lassen Sie sich nicht durch Ihr Ge- ühlsleben verleiten, einen Vorschlag zurückzu- weisen, der Ihnen reichen Gewinn bringen kann. Sie müssen praktisch werden, Fräulein Mia, »taktischer als Ihr unglücklicher Vater."
Mia senkte das Köpfchen. Ihre Wange« überfluthete eine rosige Gluth.
• Im Eulenthurme.
Roman von O. Elster.
24 ------ (Nachdruck verboten.)
Mia hoffte damals, daß nun alles anders werden müsse. Sie hatte sich getäuscht; nach einem kurzen Aufschwünge erlahmte die künstlerische Thätigkeit ihres Vaters wieder und er blieb, was er war: der witzige, satirische, seltsame, doch stets unterhaltende Genosse fröhlicher Zecher und der bizarre Karrikaturenzeichner, der die Erscheinungen der Welt und des Lebens nur in dem Hohlspiegel seiner auf Irrwege gerathenen Phantasie erblickte.
Und jetzt kniete sie am Todtenbette des Un
Was Bayern und Baden haben, Bayern übermächtigen Wettbewerbe der großen Brauereien schon lange und Baden seit einiger Zeit, und einigermaßen widerstehen". Das ist ein ganzer was Württemberg demnächst erhalten foH, 9tatentönig oon Verbreitungen. Erstens ist doch nämlich ein Verbot der Bierverfälschung der landwirthschastlichm Bevölkerung doch ebenso durch allerhand Surrogate, hat während der Ar reines Bier zu wünschen, wie dem übrigen letzten Jahre auch in dem Gebiete der n o r d-! Theile des Volkes; und es ist darum eine eigen- deutschen Brauereigemeinschaft ganz hervor- lhümliche Art des Wohlwollens für diese Be- ragend an Volksthümlichkeit gewonnen. Nicht völkerung, wenn man gerade ihr gepantschtes nur die Biertrinker schwärmen für reines und s8,er zudenkt. Zweitens braucht das Bier gar unverfälschtes Bier; eine Umfrage bei den nicht deswegen theurer zu sein, weil es rein ge» Brauereien im norddeutschen Brauereigebiete hat braut wird. Den Beweis dafür liefert Bayern, das Ergebniß gehabt, daß die überwiegende dessen reines Bier im Durchschnitte doch billiger Mehrzahl der eingelausenen Antworten für ein als das norddeutsche ist. Drittens soll man ein Verbot der Surrogate sich ausspricht. Gewerbe niemals dadurch fördern wollen, daß
Während der abgelaufenen Tagung des Reichs- uian es geradezu zu einer unreellen Art seines tages hatten nun auch die Abg. Dr. Paasche! Betriebes ermuntert. Viertens würde der ver- und Roesicke eine Resolution beantragt, in stärkte Gebrauch von Malz und Hopfen bei der der ausgesprochen wird, die Verbündeten Regie- Landwirthschaft den geringen Ausfall an Rar» rungen möchten dem Reichstage baldigst einen Toffeln im Verbrauche bei der Bierbereitung voll- Gesrtzentwurf vorlegen, durch den die Verwem kommen wieder ausgleichen.
düng von Surrogaten und der Zusatz von Süß- Ebenso hinfällig ist dann natürlich auch der stoffen und sogenannten Konfervirungsmitteln ^"ter erhobene Einwand, nach dem Erlasse eines bei der Bierbereitung in der norddeutschen Brau- Surrogatverbotes würde in Folge der Erhöhung steuergemeinschast verboten wird. Die zwölfte beS Bierpreises auch wieder der Branntwein- Kommission des Reichstages hat eingehend über lMuß zunehmen; denn das Bier soll ja gar nicht die Angelegenheit berathen und schließlich in ihrer durch das Verbot der Surrogate verlheurrt Mehrheit dem Anträge in seinem wesentlichen ro8t~n:r._, _ ,. ., „ .
Zwecke zugestimmt. Nach der Fassung der dean- _ Endlich Übersieht die Entschließung m der tragten Entschließung, so wie die Kommission sie I des Kommtsstonsbeschlusses auch gar nicht angenommen hat, werden die Verbündeten Regie- Interesse der kleineren Brauereien. Diese rungen um einen Gesetzentwurf ersucht, durch den Entschließung ersucht nämlich die Verbündeten ' für die Bereitung von Bier, das nicht nachweis- Regierungen um die Vorlage des gedachten Erlich für den Export bestimmt ist, andere Stoffe fetzentwurss „unter gleichzeitiger Herabsetzung der als Malz, Hopsen, Hefe und Wasser nicht ver- Steuer für die kleineren und mittleren und entwendet werden dürfen. Ausdrücklich wird aber sprechender Erhöhung für die größeren Brauereien" noch das Zugeständniß einer Uebergangszeit von — l" daß auch dieser letzte Vorwand der halb- drei Jahren vorgeschlagen, während welcher bei amtlichen Kundgebung, das erstrebte Surrogat- der Bereitung von obergärigen und sogenannten ”erb°t roetöc die kleineren Betriebe schädigen zu einfachen Bieren ein Zusatz oon Stärkezucker Gunsten der größeren, hinfällig wird.
Stärkesyrup und Zuckerkouleur gestattet sein soll Interesse des reellen Brauereige-
Jn Regierungskreisen scheint leider sehr 5°werbes und ebenso im Interesse der Leute, wenig Vrrständniß vorhanden zu fein für dieses das Bier trinken, ist die Einführung des volksthümliche Bestreben, die Bierbereitung von Surrogatverbotes in dem Gebiete der nord- der Pantscherei zu befreien. Eine Zeitungs-1 deutschen Brausteuergemeinschaftgleichmäßigwerth-1 Korrespondenz, die vorwiegend zu Kundgebungen ”?*?• ®5 darum recht sehr zu wünschen, daß des preußischen Finanzministeriums benutzt wird, diese Angelegenheit tn der nächsten Tagung des warnt vor „allzu weit getriebenem Purismus" Reichstages alsbald von neuem in nachdrückliche und zwar merkwürdigerweise in dem angeblichen Behandlung genommen werde Denn die Ver- Jnteresse des norddeutschen Kartoffel- drängung der gesundheitsschädlichen Blerm,scher« baues. Damit ist augenscheinlich der Verbrauch Bestandtheil der erforderlichen
der Brauereien an Stärke, Stärkemehl und ^ge ber Volksgesundheit.
Stärkezucker gemeint, der nach dem Verbote der' ' Surrogate wegfallen müßte. Leider ist es nun uicht bekannt, wie hoch dieser Verbrauch sich gegenwärtig beläuft; aber es ist gor nicht anzunehmen, daß derselbe so stark sei, daß sein Wegfall der norddeutschen Landwirthschaft im Ernste Schaden zusügen könnte. Eher wird zu vermuthen fein, daß der Herr Osfiziosus durch seine Notiz die norddeutsche Landwirthschaft scharf machen will gegen das ihm unangenehme
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X KrsaHrvaHke« znrn Aeichstage. Durch die Mandats-Niederlegung des antifemitifchen Abgeordneten Vielhaben ist der Reichstags-Wahlkreis Hofgeismar-Rinteln ohne Vertreter. Eine Versammlung von Vertrauensmännern der deutsch - sozialen Reform - Partei, die am letzten Montag in Hofgeismar tagte, stellte als ihren Wahlbewerber den praktischen Arzt und Fabrikbesitzer Rudolf Vogel aus Oberweiler bei Badenweiler auf. Außerdem wird der Wahlkreis Wanzleben (Proo. Sachsen) durch die Ernennung des nationalliberalen Abg. Dr. Heilig en- stad t zum Präsidenten der preußischen Ceutral- genossenschasts - Kaffe verwaist werden. Es if mit Sicherheit anzunehmen, daß Dr. Heiligenstadt wiederum dort kandidiren wird; und wahrscheinlich ist es, daß er auch wieder gewählt werden I wird. Bei der Hauptwahl im Jahre 1898 erhielt er 7151 Stimmen gegen 6409 sozialdemokratische, 2050 freisinnige und 70 Centrums- Stimmen ; bei der Stichwahl alsdann 8870 gegen 6974 sozialdemokratische Stimmen. Dr. Heiligenstadt gehört dem rechten Flügel der nationalliberalen Partei an, der im Allgemeinen eine gesunde und volksthümliche Wirthschafts-Politik betreibt.
© Die Zölle und Derörarrchssteneru im Reiche haben während der ersten zwei Monate dieses Jahres im Vergleiche zu derselben Zeit des Vorjahres eine Mehreinnahme von 5* 1 * * */» Millionen Mark ergeben. Auch die Verkehrsanstalten haben eine stärkere Einnahme gehabt.
+ Weivttche IaSrikirrfpektoren. Den süddeutschen Bundesstaaten kommt das Verdienst zu, zuerst weibliche Beamten in die Gewerbe- Inspektion eingefügt zu haben. In Bayern, Württemberg, Baden und Hessen gab es I solche weibliche Beamten bereits, als die preußische Regierung sich noch immer ablehnend gegen dieselbe verhielt. Erft in dem neuesten Staatshaushalte finden sich Bezüge auf zwei weibliche Beamten in Preußen, von denen die eine ihren Sitz in Berlin, die andere in M.-Gladbach hat. Nunmehr folgt auch das Königreich Sachsen dem guten Beispiele: vom 1. Juli sollen auch in Sachsen weibliche Vertrauenspersonen zu der Gewerbeaussicht hinzu- gezogen werden. Es fehlt in solchen Jndustrieen, die viele weibliche Arbeitskräfte beschäftigen, niemals an Beschwerden, die die Arbeiterinnen sehr ungern vor männliche Ohren bringen, und schon deswegen haben alle Freunde guter Sozialreformen von jeher der Einführung weiblicher Aufstchtsbeamten das Wort geredet. Diesmal wird in sächsischen Blättern noch außerdem betont, daß auch auf sittlichem Gebiete über Mißstände in vielen Fabriken geklagt werde; um so nothwendiger ist die Anstellung weiblicher Aufsichtsbeamten, . die schon längst für das ganze Reich hätte erfolgen sollen. "Namentlich auch bei der Bekämpfung von Mißständen in haus- industrieellen Betrieben würden gerade weibliche Beamten hervorragende Dienste leisten können, vermuthlich weit bessere als die männlichen Beamten.
h Irrm Ikeisch8escha«grsetz find, wie bekannt, noch die Ausführungsbestimmungen aus- zuarberten. Um diese Arbeit in Angriff zu
glücklichen und wenige Schritte vor ihr stand seine
letzte Schöpfung, ihr Bilbniß, inmitten der blühen-1 Groß war das Gefolge nicht, welches dem den Rosen, ein Beweis, daß er trotz allem ein tobten Künstler die letzte Ehre erwies. Nur die gottbegnadeter Künstler gewesen und geblieben Freunde aus dem Eulenneste und die Bewohner war bis zu seinem letzten Athemzuge, ein Beweis des alten Enlenthurmes begleiteten den rosenzugleich für seine innig, zarte, verschwiegene Liebe geschmückten Sarg. Auf dem Sankt-Veit-Fried- jür sein einziges Kind, für seine Sonne, für seine Hofe senkten sie den Sarg in die Gruft und der $"ia. Armenpfarrer von Sankt Veit, der auch dem Ver-
Das junge Mädchen meinte die heißesten storbrnen in den letzten Stunden beigestanden Thränen ihres Lebens. hatte, hielt die Grabrede. —
Konrad legte sacht und sanft die Hand auf In ber Stabt spottete man Über bas feier« ^renÄ^°alt Scheel. liche Gepränge bei bem Begräbniß. Die „ho-
„Er ist einen schönen Tob gestorben," sprach netten" Leute hatten sich bie letzten Jahre ganz er Itife und innig. Einen Tob auf bem gelbe von bem Künstler zurückgezogen, der burch seinen der Ehre, ein rechter Kämpfer für das Schöne, bitteren Spott manchen verletzt unb burch sein für bas Jbeale, für seine Kunst. Unb im Tode bizarres Wesen und seine unselige Leibenschaft hat er den Sieg errungen. Er hat sich nicht ver- den „honetten" Leuten manches Aergerniß bereitet loden lassen, von feinem Wege abzulenken. Er | hatte.
Fulda uns aus« ÄttSLM.övPf.