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M 142.
Jul^öa, Samstag, den 23. Juni 1900.
27. Jahrgang
verautworllich: jtui die lUbatttox 3ot-25«**, K» Inserate 2. Parzelle» in Anlda.
mit Zlnterßatümgs-Meitage „Zllustrirte Sonntags-Zeitungs
Dentsches Keich.
Berlin, den 22. Juni.
x Die deutsche« Gr«ppe«se«du«ge««aä Ktziua. Beinahe wie in einer Vorahnung kommender Ereigniffe ist in der Budgetkommisston des Reichstages am Ende der verflossenen Tagung des Reichstages sehr ausführlich verhandelt worden über die Sendung von deutschen Truppen nach dem Auslande, namentlich nach China. Die Hauptursache dieser Verhandlungen lag augenscheinlich in gewiffen vertraulichen Mittheilungen politischer Art, die der Staatssekretär @ra : Bülow im Beginne der Berathung der Flottenvorlage gemacht hatte; diese Mittheilungen haben allem Anscheine nach einen sehr starken Hinweis enthalten auf die Verwickelungen, die in China drohten. Die Mehrheit einigte sich nach sehr ausführlichen Debatten über eine Entschließung, die besagr, es möchten für den Dienst im Auslande nach Möglichkeit nur solche Mannschaften verwendet werden, die sich freiwillig zu diesem Dienste melden. Der militärische Vertreter der Verbündeten Regierungen erklärte, der Soldat müsse ohne weiteres dahin gehen, wohin er geschickt werde, überall hin, „zu Wasser und zu Lande". Erfreulicher Weise handelt die Heeresverwaltung jetzt doch in dem Sinne jener Entschließung der Budgetkommisston des Reichstages: es liegen Meldungen aus vielen Städten vor, wonach auf kaiserlichen Befehl bei den Infanterie und Artillerieregimentern angefragt wurde, wer bereit sei, sich freiwillig nach China zu melden. Die Anfrage hatte den Erfolg, daß die Anmeldungen sehr zahlreich ergingen. Man ersteht gleichzeitig daraus, daß außer den beiden Seebataillonen in kriegsmäßiger Stärke noch erheblich mehr Truppen nach China gesandt werden sollen; und daraus wiederum kann man den wettern Schluß ziehen, daß man die Lage in China als ganz außerordentlich ernst ansieht. Die gemietheten Dampfer, die die erste Truppensendung nach China bringen sollen, werden vermuthlick am 3. Juli in See gehen.
G A-stchskanzier Iürst Koherrkohe reist morgen (Samstag) von Berlin nach dem Bade Ragatz ab, und zwar zu längerem Aufenthalte. Ueber die Dauer dieses Aufenthaltes ist nichts Genaueres bekannt.
_ n Der Mettgisns - Ilnierricht a« de« Hößere« Sch«ke« ist eines der besprochenen Themata in einer jüngst in Elsenach abgehaltenen „Konferenz der deutschen evangelischen Kirchen- Regierungen" gewesen. Diese Konferenz hat eine Entschließung angenommen, in der es als eine Aufgabe der Kirche bezeichnet wird, die Beaufsichtigung des Religions-Unterrichtes auszuüben, bei der Auswahl der Religions- lehrer und der Lehrbücher gehört zu werden und regelmäßige Kenntniß von dem Stande des Religions-Unterrichtes zu haben. Diese Gesichtspunkte sind ohne Zweifel richtig aufgestellt, erregen aber den Zorn der freigeiNigen' prote-
Im Kukenthurme.
Roman von O. Elster.
21 ------- (Nachdruck verboten.)
Als Konrad eintrat, disputirte man ziemlich lebhaft.
„Da ist ja Herr Uhle!" rief der Justizrath, Konrad die Hand entgegenstreckend. „Er kennt die Bilder unseres Rembrandt in dem Gartenhause ganz genau und kann ein Urtheil über das Talent Rulands abgeben."
„Um was handelt es sich, meine Herren?"
„Um Rulands Talent. Diese Herren da behaupten, daß der kleine Maler nur zum Karri- katurzeichnen Talent besäße. Ich behaupte, daß Ruland ein echtes Malergenie ist, das nur in dieser verdammt materiellen Welt verdorben worden ist. Du lieber Himmel", setzte der Justizrath mit «new komischen Seufzer und wahrhaft entsetzlichem Augenver drehen hinzu, „jeden von uns hat die Welt verdorben. In jedem von uns steckt eigent- luh etwas anderes, als was wir äußerlich scheinen."
Konrad drückte dem Justizrath die Hand.
„Sie scheinen Ihre Meinung über Ruland geändert zu haben, Herr Notar."
.. »Ja, das habe ich! Seit Sie mir die Bilder Ulner Tochter gezeigt haben, deren Lehrer unser ^emer unglücklicher Freund gewesen, seit jener «runde bin ich bekehrt. Bei Gott," rief er, „dem Manne muß geholfen werden. Er darf hier nicht tu dem düsteren Eulenneste verkommen! Gebt ihm Licht und Luft, dann wird er wieder ein Mensch und ein Künstler!"
stantischen Blätter. Hoffentlich wird dieser Zorn zum Fingerzeig für die leitenden Staatsmänner, damit diese die Eisenacher Entschließungen ml ihren richtigen Grundsätzen sich zum Vorbilde ihrer Politik nehmen.
+ Die deutsche KolornakaVtHeikrmg mr ihren Aufgaben, ihrer Stellung unter dem Auswärtigen Amte und mit ihrer Organisation bildet neuerdings fortgesetzt den Gegenstand von Auseinandersetzungen in der Preffe. Aufs neue wird das Thema ausführlich behandelt in einer Darlegung der „Deutschen Kolonialzeitung," die hauptsächlich Widerspruch gegen die Forderunc erhebt, das Kolonialamt müsse von dem Auswärtigen Amte abgetrennt und als ein selbstständiges Reichsamt ausgebaut werden. Man sieht in der That nicht ein, warum die Kolonial- abtheilung nicht auch als Stück des großen Auswärtigen Amtes ihren Aufgaben gerecht werden kann; im Gegentheil wird man nur der „Deutschen Kolonialzeitung" beistimmen können, wenn diese sagt, daß ein Zusammenhang zwischen der Oberleitung der gesummten äußeren Politi! und derjenigen der Kolonialangelegenheiten geboten sei. Auch das ist richtig, daß die persönliche Stellung des Kolonialdirektors eine in jeder Hinsicht klare und in ihren Beziehungen zu anderen leitenden Personen zweifellose sein muß; das ist eine Hauptbedingung für die geeignete Führung jeglichen Amtes, nicht nur der Leitung der Kolonial - AbtheUung. Aber vor allen Dingen muß man der andern Forderung des genannten Kolonialblattes zustimmen, daß d i e Kolonialabtheilung aus Arbeitskräften zusammengesetzt werden muß, die die Ko- tonieen aus eigner Anschauung kennen und sich dort in dem einen oder andern Thätig- keitszweige bewährt haben. Gerade hierin ist bisher sehr gefehlt worden; und der bisherige Herr Kolonialdirektor von Buch!a selbst krankte an diesem Fehler. Zur ersprießlichen Thätigkeit im Kolonialdienste ist es nicht Haupterforderniß, die Laufbahn als Regierungsaffessor angefangen zu haben. Die Hauptsachen sind Erfahrung und praktische Kenntnisse in Kolonialdingen; und achtet man bei der Auswahl der zu berufenden Männer mehr auf diese Gefichtspunkte, dann wird man sicherlich bald zu einer geeigneten Verbefferung der Thätigkeit der deutschen Kolonialabtheilun; gelangen.
h. Ausländische Arbeiter. Das preußische Slaatsministerrum hat beschloffen, die Frist zu erweitern, innerhalb deren ausländische Arbeiter die Ostgrenze des Landes überschreiten und namentlich in der Landwirthschaft Verwendung finden dürfen. Dieser Beschluß, der an sich dankenswerth ist, entspricht den Erwägungen und Berathungen, die lange Zeit hindurch angestellt wurden. Aber eine irgendwie durchgreifende Maßregel zur Abstellung der Lrutenoth auf dem Lande ist er bekanntlich nicht.
Arrslarrd.
* 22. Juni. Der Senat hat mit
211 gegen 41 Stimmen einen Antrag angenommen, nach welchem Preßoergehen gegen das Staatsoberhaupt, gegen Parlamentarier und gewiffe hohe Beamte nicht mehr nur vor dem
„Ich fürchte, es ist zu spät," warf Konrad ein. —
„Es ist nie zu spät, so lange der Mensch lebt! Ist doch der Ruland schon jetzt ein ganz anderer Mensch geworden. Er kommt noch in das Eulen- rest und trinkt noch sein gehöriges Quantum, aber jabt Ihr nicht bemerkt, wie schweigsam er ge- vorden ist und wie seine Augen glänzen und wie eine Lippen in wehmüthiger Lust lächeln? Ich age Euch, mit dem Manne geht etwas vor! Entweder er ist in sein letztes Stadium getreten oder
er hat den Weg aus dem Sumpfe gefunden."
Selbst die fröhliche Seite des Angesichts des Justizrathes zeigte bei diesen Worten einen traurigen, nachdenklichen Ausdruck.
„Wollen Sie es mit mir gemeinsam versuchen, Rnland zu retten?" fragte Konrad.
„Ha, das will ich!" tief der Justizrath. „Schon um des lieben tapferen Mävchens wrllen, >er reizenden, kleinen Mia."
„Ich denke, Sie kennen Fräulein Ruland gcft nicht?"
„O ja. ich habe sie ab und zu bei Ihrer ver- torbenen Tante gesehen. Aber damals habe ich re allerdings noch nicht gekannt; erst in den letzten Wochen habe ich sie richtig kennen gelernt."
„Erzählen Sie, HerrJustizrarh. — Dahinter leckt ein Geheimniß!"
„Ja, meine Herren, das allerdings. Aber das Geheimniß ist nicht für Ihre Ohren. Kommen Sie, Konrad Uhle, laffen Sie uns in jener 1 icke Platz nehmen, dann erzähle ich Ihnen das Geheimniß meiner Bekanntschaft mit Fräulein Mia."
„Ich darf es also erfahren?"
Schwurgericht, sondern auch vor dem Zucht- polizeiaericht verfolgt werden können.
* Iiom, 22. Juni. Der König empfing beute den Rittmeister Spielberg vom westfälischen Dragoner-Regiment Nr. 7, der den Weg von seiner Garnison Saarbrücken nach Rom in 13 Tagen zu Pferde zurückgelegt hat. Rittmeister Spielberg wurde vom König mit einer Einladung zum Frühstück beehrt.
* Madrid, 22. Juni. Der Minister des Innern erklärte in einer Unterredung, daß nach den bei den hauptsächlichsten Steuerverweigern vorgenommenen Beschlagnahmungen die Steuererhebung ihren Fortgang nehme. — Im ganzen Lande herrscht Ruhe.
X WaMagto«, 22. Juni. Nunmehr stehen nach alter Weise nur noch zwei Kandidaten bei der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten von Nordamerika einander gegenüber: der gegenwärtige Präsident, Herr Mac Kinley, als Bewerber der Republikaner, und Herr Bryan als Kandidat der Demokraten. Die Kandidatur des Admirals Dewry ist vollständig ins Waffer gefallen. Ein boshaftes Sprüchlein meint, es werde niemals so viel gelogen, wie nach einer Jagd und vor einer Wahl. Für diese Präsidentenwahl trifft es vollkommen zu. Wenigstens die republikanische Partei leistet sich in ihrem Wadlprogramm, nach dem amerikanischen Brauche „Platform" genannt, geradezu ungeheuerliche Verdrehungen und Schwindeleien. Das Allerstärkste darin ist die unverfrorene Behauptung, daß die Republikaner die größte Sympathie für die Buren in Südafrika hegen sollen. Gerade die republikanische Partei ist es, die die angelsächsische Vetterschaft mit England pflegt, und gerade die herrschende republikanische Regierung und ihr Anhang haben den Buren jede Hoffnung auf amerikanische Unterstützung gegen die Engländer genommen. Aber im Volke der Ve einigten Staaten ist die Sympathie für die Buren groß, und so erhoffen die Republikaner gute Wahlerfolge für sich, wenn sie mit dieser Spiegelfechterei ihren Wahlfeldzug einleiten. In dieselbe Rubrik gebärt die Behauptung, die Vereinigten Staaten hätten „die beste der Samoa- Jnseln erhalten". Die Amerikaner wollen ein so außerordentlich pfiffiges und aufgeklärtes Volk sein und laffen fick durch solche Mätzchen an der Nase herumführen?
Der Krieg in Südafrika.
Tie Engländer beginnen schon sich in Südafrika als die Herren auszuspielen und gehen schon mit Ausweisungen derjenigen Personen um, die sich weigern, englische Dienste zu leisten. Dies besagt folgende Depesche aus Amsterdam, 22. Juni: Die Niederländisch-Südafrikanische Eisenbahn- Gesellschast theilt mit, daß 1400 ihrer Beamten mit ihren Familien von der englischen Regierung ausgewiesen worden sind. Wer sich weigert für die englischen Militärtransporte zu arbeiten, soll laut Proklamation nach Europa geschickt werden.
Die von den Engländern schon lange erstrebte Verbindung der Truppen Lord Roberts und derjenigen des Generals Buller dürfte nun
„Gewiß, Sie müssen es sogar erfahren. Morgen wäre ich doch zu Ihnen gekommen, um mit Ihnen über dasselbe zu sprechen."
„Da bin ich neugierig."
Sie nahmen in einer entfernten Ecke des Eulen- nestes Platz. Der Justizrath zog eine Brieftasche hervor und reichte Konrad fünf Hundertmarkscheine.
„Was soll ich damit?"
„Es ist die Miethe für das Gartenhaus, die Ihnen Ruland seit anderthalb Jahren schuldet."
„Wie kommen Sie dazu?"
„Das ist eben mein Geheimniß! — Einige Tage nach Ihrer Rückkehr ließ sich Fräulein Mia bei mir melden. Ich war überrascht, als sie mir unter Thränen versicherte, sie habe nicht gewußt, daß dieMieide für das Gartenhaus feit fo langer Zeit nicht entrichtet fei. Wenn sie es gewußt stätte, würde sie früher für Deckung gesorgt haben. Ich ahnte damals sofort, daß das tapfere brave Mädchen seinem säubern Herrn Papa die Miethe lünktlich gegeben, daß dieser aber das Geld in dem Eulenneste verjubelt hatte. Ich sagte es ihr auf den Kopf zu und erröthend gestand sie es mir ein. Sie wollte aber die Miethsschuld, so- >ald es ihr möglich sei, abtragen. Sie übergab mir 100 Mark, mehr hatte sie nicht, sie ver- prach aber, nach und nach mehr zu bringen und beauftragte mich. Ihnen das Geld zu übergeben, wenn die Schuld vollständig abgetragen wäre. - deute Morgen schickt mir das brave Mädchen aus Berlin die letzte Rate, und da ist das Geld."
Konrad war tief bewegt.
„Ich kann das Geld nicht annehmen, Herr Justizrath."
bald bewerkstelligt fein, nachdem General Jan Hamilton, welcher bekanntlich den rechten Flügel der Truppen Lord Roberts führte auf dem Marsche nach Heidelberg sich befindet, um sich mit den Truppen Bullers zu vereinigen.
Die wichtigeren Meldungen seien nachstehend wiedergegeben:
+ Merkt«, 22. Juni. Der .Vossischen Zeitung" geht aus London ein Telegramm zu, welches besagt, daß bei Pretoria eine zweitägige Schlacht stattgefunden hat. Nachdem die fünftägige Waffenruhe abgelausen war, machte die Armee Roberts am Montag einen allgemeinen Vorstoß, um General Botha, der sich mit 8000 Buren auf einem Höhenzuge befand, anzugreifen. Die Schlacht dauerte bis Mittwoch. Die Buren leisteten verzweifelten Widerstand, aber die englischen Truppen drangen unaufhaltsam vor. Stellung um Stellung wurde genommen. Die Buren wurden mit erheblichen Verlusten geschlagen. — Am Mittwoch fand auch bei Dronkhorst - Sprnit ein Gefecht statt. Auch bei Donkerbrook wurde gekämpft, wobei die Buren von starken englischen Streitkräften aus ihren verschanzten Stellungen vertrieben wurden. Eine Anzahl Führer wurden gefangen genommen. Die englischen Verluste werden auf 120 Todte und Verwundete angegeben. Die Buren zogen sich in der Richtung auf Middelburg zurück. (Sollte sich diese Nachricht bestätigen, so hätten die Buren wieder eine sehr empfindliche Niederlage erlitten. Vorläufig klingt die Nachricht noch sehr unwahrscheinlich, da sie anscheinend von Lord Roberts selbst nicht herrührt. D. Red.)
* London, 22. Juni. Eine Depesche des Feldmarschalls Lord Roberts aus Pretoria vom heutigen Tage besagt, daß General Jan Hamiltons Kolonne gestern Springs erreicht hab und sich auf dem Marsche nach Heidelberg befinde, um dort mit General Buller- Truppen Fühlung zu gewinnen, welche gestern Paardekop erreicht hatten. Morgen werde die Kolonne in Standerton sein, um die Verbindungen zwischen Pretoria und Natal zu eröffnen und eine vereinte Aktion der Transvaal- und Oranjeburen zu verhindern. Baden-Po- well meldet aus Rustendurg, er habe bei seiner Rückreise aus Pretoria die Buren in friedlicher Stimmung gefunden. Während seiner Abwesenheit sind der Kommandant Steijn und zwei Feldkornets gefangen genommen worden. Bei dem Verwalter des Rustenburger Distrikts seien an 200 Gewehre abgeliefert.
* Kammonia, 19. Juni. Eine ziemlich starke Burentruppe besetzte während der Nacht einen einzeln stehenden Berg, um von dort aus Patrouillen der Ueomanry abzuschneiden. Die Buren wurden aber von Rundles Artillerie überrascht, die sie so wirksam beschoß, daß sie sich zurückziehen mußten.
* Kapstadt, 22. Juni. Seit der Besetzung Pretorias und Johannesburgs übernahmen die militärischen Behörden die Verwaltung, wie sie unter der transoalischen Regierung in Kraft war, namentlich wurde die Minenpolizei beibehalten. Alle Minenarbeiten sind eingestellt außer der Pumparbeit. Der Transitverkehr mit geprägtem unb ungeprägtem Golde ist verboten.
„Weshalb denn nicht. Es ist Ihr Geld, die Miethe für Ihr Haus! — Und bann, Konrad Uhle, Sie rnüffen bas Geld nehmen schon um ber Mia willen. Ober wollen Sie bas stolze, tapfereMädchen beleidigen, dernüthigen, erniedrigen? — Das wäre im höchsten Grabe unrecht von Ihnen, Hauptmann Konrad Uhle, unb ich werbe es unter keinen Umständen dulden. In Geschäften kenne ich keine Rücksicht, wiffen Sie, und ch stehe hrer als Bevollmächtigter von Fräulein Mia — ja, das thue ich!"
Konrad nahm das Geld, knitterte es zu- ammen und steckte eS in die Brusttasche seines Rockes.
„Natürlich," knurrte er ingrimmig, „sie will nichts von mir annehmen. Ich bin ihr ja gleich- ;lltig — verhaßt! Sie erlaubt ja nicht einmal, >aß ich ihre Bilder laufe. Ah, Justizrath, wissen Sie, daß ich Ruland kündigen werbe, wenn die Frist von einem Jahre, bie mir bas Testament auferlegt, verstrichen ist?"
„Das werben Sie hübsch bleiben laffen. — Es ist ja nicht einmal Ihr Ernst," setzte er mit gerabezn fürchterlichem Grinsen seines faltenreichen Gesichtes hinzu.
„So? roiffen Sie bas fo genau?!"
„Ich weiß es ganz genau," entgegnete der Justizrath mit schlauem Augenzwinkern. „Ich weiß es ganz genau, und ich glaube, Fräulein : tonrabme sieht mit wohlgefälligem Lächeln auf ihren Großneffen herab. Nur immer zu, Hauptmann unb Schlachtenmaler! Schauen Sie nicht rechts noch links! Gehen Sie grabewrgS auf Ihr Ziel los unb denken Sie immerfort an