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für Inserat« 2. Parzelle» in Snlda. mit Anterhallungs-Meikage „Zlkuflrirte Sonntags-Zeitungs *"*

M 138. JuLöcr, Dienstag, den 19. Juni 1900. 27. Jahrgang.

[] Der Landtag

ist heute Nachmittag kurz nach 5 Uhr in einer ge­meinschaftlichen Sitzung beider Häuser, die unter dem Vorsitze des Präsidenten des Herrenhauses, Fürsten zu Wied, im Sitzungssaale des Abgeord­netenhauses stattfand, durch den Ministerpräsidenten Fürsten zu Hohenlohe im Namen des Königs feierlich geschlossen worden. Die Versammelten trennten sich mit dem üblichen Hoch auf den Kaiser und König.

Vorher hielten Abgeordnetenhaus und Herren­haus noch Sitzungen ab. Das Abgeordneten­haus, das um 11 Uhr zusammentrat, war im Gegensatz zur letzten beschlußunfähigen Sitzung aut besucht. Bei der namentlichen Abstimmung über die in § 5 des Waarenhaussteuerge- setzes vorgesehenen schärferen Heranziehung der Konfumvereine, die wiederholt werden mußte, da sich am Samstag hierbei die Beschlußunfähigkeit herausstellte, ergab sich die Anwesenheit von 288 Mitgliedern, 71 über die beschlußfähige Zahl. Bei einer Stimmenthaltung stimmten 218 für, 69 gegen die Bestimmung, deren Streichung frei­sinnigerseits beantragt worden war. Der Rest des Gesetzes wurde ohne erhebliche Debatte ange­nommen. Der freisinnige Abg. Dr. Barth leistete sich den Witz, vorzuschlagen, daß das Gesetz erst nach Inangriffnahme der unteren Oder-Regulirung in Kraft treten möge. — Das schlesische Hoch­wassergesetz hat im Herrenhause einen Zusatz erhalten, nach welchem mit dem Ausbau der schlesischen Gebirgsflüsse erst begonnen werden soll, bis eine ausreichende Vorfluth in der Oder selbst gesichert ist. Das Abgeordnetenhaus stimmte heute dieser Bestimmung, wenn auch in anderer Fassung, zu, und beschäftigte sich dann noch mit Petitionen. Gegen Va4 Uhr gab der Präsident die übliche Geschäftsübersicht über die abgelaufene Session und schloß die Sitzung mit dem üblichen Hoch auf den Kaiser und König.

Um 3 Uhr trat auch das Herrenhaus noch zu einer Sitzung zusammen, um zu den ^>den vom Abgeordnetenhaus herübergekommenen Gesetzen (Waarenhaussteuer- und schlesisches Hochwassergesetz) Stellung zu nehmen. Anfangs machten die Oberbürgermeister Obstruktion, indem sie sich weigerten, in die Berathung des Maaren- Haussteuergesetzes einzutreten, da die Fristen nicht emgehalten worden seien. Tie Sitzung wurde zufolge deffen auf eine halbe Stunde unterbrochen. Rach Wiederaufnahme derselben wurden beide Gesetze nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses angenommen. Das Herrenhaus hat also beim Waarenhaussteuergesetz ?ul, ..ie "on ihm in's Gesetz gebrachte Steuer- ftelheir der Waarenbäuser der Offiziers- und Beamtenvereine, welches Privilegium das Ab­geordnetenhaus wieder beseitigt hatte, verzichtet.

lleber allen parlamentarischen ist nun Ruhe. Es hat diesmal sowohl im Reichstage wie im Landtage eine lange und anstrengende Session gegeben, sodaß Reichs-

-andbotsn und den Parlamentsbericht- erftattern die Erholung zu gönnen ist. Im Ab- ^^unktenhaus wird nun sofort an den Umbau oes Sitzungssaales gegangen werden. Der Umbau, ^^^de^chlechten^kustik nothwendig ge-

Am Kulmtßurme.

17

Roman von O. Elster.

" (Nachdruck verboten.)

„Wie? Meine Cousine?"

"3u Befehl, Herr Hauptmann."

„Das wäre ja wunderbar, wenn die beiden Mädchen Freundschaft schließen würden!"

Am Nachmittage des folgenden Tages ging Konrad felbst nach dem Gartenhause. Er traf £UT ber s^randa. Ihr Antlitz war ernst, oHr EU3enr örtert Spuren von Thräuen. Sie erblatzte, als Konrad eintrat.

moiiriS Ihnen gethan, daß Sie nicht mehr tn das Atelier kommen?"

tnann"U ^en mir nichts gethan, Herr Haupt- Tite'l^^" Sie mich doch nicht mit dem Hohn." * m‘r aus Ihrem Munde wie * «®v?w„b®ie t,lm f,"9te r,e' antwo^"^5.Sie. mich, wie Sie wollen! Aber in mpinpm in? rmtr' weshalb wollen Sie nicht mehr

Gelier arbeiten?"

morgen mein» äU thun. Ich werde aber

denke in • 2ltbeit wieder aufnehmen. Ich ge-

Nnd^"^En Stunden das Bild zu vollenden." „und dann?"

zu en^i»bl?^li,ner Kunsthändler, an den Sie mich er mein ble.hatten, schrieb mir, daß stellen mA anberen Sachen von mir aus- st uen wolle. Ich werde ihm die Bilder schicken.

worben ist, soll sechs Monate dauern. Vor dieser Zeit ist an eine Wiederaufnahme der Thätigkert des Abgeordnetenhauses nicht zu denken, und damit erledigt sich auch das Gerücht von einer Herbstsession zur Erledigung der Kanal­vorlage. Dagegen verlautet, daß der Reichstag, der sich in der nächsten Session mit der Vor­bereitung 6er wichtigen Handelsverträge und des neuen Zolltarifs zu befaffen haben wird, diesmal zeitig einberufen werden soll.

Deutsches Deich.

Berlin, den 18. Juni.

+ Die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung' schreibt in offiziösem Sperr­druck: Die Nachricht, daß die Londoner Agentur Laffan eine Meldung aus Tientsin über die Krmordrmg des deutschen chesaudteu t« Peking verbreite, traf am Samstag hier ein. Unmittelbar darauf wurde der kaiserliche Ge­schäftsträger in Petersburg zu umgehenden Drahtbericht, ob und welche Nachrichten die dortige Regierung aus Peking habe, aufgefordert und auch der kaiserliche Konsul in Tschifu an­gewiesen, auf jede mögliche Weise Nachrichten einzuziehen und hierher zu drahten. Ebenso er­hielt der Chef des Kreuzergeschwaders noch am Samstag telegraphische Weisung, zu depeschiren, was er über die Lage in Peking in Erfahrung bringen konnte. Sowohl aus Petersburg, als auch aus Tschifu wurde gestern zurückgemeldet, daß keinerlei Bestätigung der Laffan'schen Meldung vorliege. Auch in London ist amt­lich nichts bekannt. Als dann heute früh die Drahtnachricht aus Tschifu eintraf : Ein ja­panisches Torpedoboot meldet: „Die Botschaften in Peking genommen!", wurden sofort die kaiserlichen Botschaften in London, Petersburg, Tokio und Shanghai telegraphisch angewiesen, schnellstens Erkundigungen einzuziehen. Aus einer heute eingetroffenen Meldung des Konsulats in Hongkong, welches schon gestern zur Erzielung von Ermittelungen beauftragt war, geht hervor, daß dort keine ähnlichen Nachrichten vorliegen. Die Antwort der oben genannten kaiserlichen Vertreter steht noch aus und wird sofort nach Eintreffen bekannt gegeben werden,

h Der KundesratH wird nur noch einige Sitzungen abhalten und dann gleich den Parla­menten ebenfalls in die Ferien gehen. Im Reichs­amt des Innern wird an dem Entwurf der Ausführungsbestimmungen zum Fleischbeschau­gesetz gearbeitet. Die Fertigstellung desselben wird lange Zeit in Anspruch nehmen, sodaß ber Bundesrath erst bei seinem Wiederzusammentritt in» Herbst dazu Stellung nehmen kann. Voraus­sichtlich wird dann auch der Bundesrath erst Be­schluß fassen über die Vorschläge der Kommission der Arbeiterstatistik betreffend die Regelung ber

Vielleicht findet sich für das eine oder andere ein Käufer."

„Gut. Und dann?"

Mia sah ihn fragend an.

„Haben Sie mir nicht selbst gerathen, diesen Weg einzuschlagen?"

„Ja doch! Aber es handelt sich jetzt nicht um das Geschäft, sondern um uns."

„Ich verstehe Sie nicht."

„Sie verstehen mich sehr wohl, ich sehe es an Ihren niedergegangenen Augen. Ich wiederhole also nochmals meine Frage: was habe ich Ihnen gethan, daß Sie nicht mehr bei mir malen wollen ?"

„Nun denn, wenn Sie eine offene Antwort haben wollen — da ist sie. — Ich kann nicht mehr in Ihrem Atelier malen — weil man in der Stadl darüber spricht."

„Unsinn!"

„Mag fein. Aber man spricht darüber. Noch gestern Morgen hat es mir Fräulein Grottler be­stätigt."

„Fräulein Grottler ist eine alberne Gans." Mia blickte ihn erstaunt an.

„Sie, Herr Hauptmann, sprechen so von Fräulein Grottler?"

„Na, es mag ja unrecht sein. Aber ich habe mich nun genug über diese Grottlers geärgert. Ich werde ihnen mein Haus verbieten."

Mia lachte.

„Sie sind köstlich! Sie wollen Fräulein Grott­ler Ihr Haus verbieten? Das wird sich Fräulein Olga wohl kaum gefallen lassen", setzte sie spottend hinzu.

Er ging aufgeregt auf ber Veranda auf und ab.

Arbeitsruhe im Gastwirth- und Schankgewerbe. Die Mehrzahl der preußischen Minister wird schon im Juli den Sommer-Urlaub antreten. Der Reichskanzler Fürst Hohenlohe ge­denkt sich nach Bad. Ragaz in ber Schweiz zu begeben.

* Der ,Kamörrrger Korrespondent' er­klärt Herrn v. Miquel wegen seiner Agrar­pläne den Krieg. Das genannte nationalliberal­freikonservative Blatt, bas zeitweilig von bem Abg. Frhrn. v. Zeblitz mit offiziösen Artikeln bedient wurde, daneben als Organ des Senats gilt, bemerkt zu der neuerlichen Erklärung Miquels, man werde im nächsten Jahre ganz andere Proben von agrarischer Gesetzgebung er­leben : „Man weiß es ja in den Kreisen der An­hänger einer freiheitlichen Wirthschaftspolitik schon lange, daß Herr v. Miquel „der Feind" ist. Nun hat er es selbst ausdrücklich erklärt, und der Kampf um die Handelsverträge und was damit zusammenhängt, wirb damit zu einem Kampfe gegen Herrn v. Miquel. Diese Klärung ber Situation kann dem Kampfe selbst nur förderlich sein."

+ Drei gute Aekaunte werden sich dem­nächst, wie schon kurz gemeldet, von uns verab­schieden: das goldene Fünfmarkstück und das Zwanzigpfennigstück aus Silber und aus Nickel — verabschieden auf Nimmerwiedersehen.' Das goldene Fünfmarkstück ist eigentlich schon von der Bildfläche verschwunden. Man sieht es im Verkehr längst nicht mehr, denn jedermann suchte, wenn er ein solches Stück bekam, es möglichst bald wieder los zu werden; und außerdem wurde es viel von Goldschmieden verarbeitet, weil das kleine dünne Goldstück sich besonders gut dazu eignete. Das Goldstückchen ist somit schon in die Bankkaffen zurückgewandert; aber vom zukünftigen 1. Oktober aber hat es seine Daseinsberechtigung überhaupt verloren, denn von diesem Tage an soll es nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Die Zwanzigpfenniger sollen so bald noch nicht sterben. Aber der vielbesprochene Silber- zwanziger ist eigentlich auch schon ein Geld­stück mit Ausschluß der Oeffentlichkeit geworden. Seine letzten Triumphe feierte er in der Zeit der Bettelarmbänder, und abergläubische Leute in Norddeutschland hielten ihn in hohen Ehren. Sonst legte man Schuppen vom Sylvesterkarpfen in das Geldtäschchen, damit dieses im neuen Jahre immer gefüllt bleibe; hernach aber behandelte man vielfach den Silberzwanziger in diesem Sinne. Ein solcher in der Sylvesternacht geschenkt, sollte vieles Geldglück bringen für das kommende Jahr. Auch damit wird es also bald vorbei sein, zum Bedauern solcher abergläubischen Leute. Aber niemand sieht dem Nickelzwanziger bei seinem Scheiden mit Trauer nach; der ungeschlachte Ge­selle erhält nur ein fröhliches „Glückliche Reise" auf die „Schmelzpfanne" züm letzten Abschiede!

X Die Ergebnisse der Statistik der Kranken- verficherrmg für 1898 liegen im 2. Vierteljahrs­hefte der Statistik des deutschen Reichs, Jahr­gang 1900, jetzt vor. Der Kreis ber Versicherten ist durch gesetzliche Bestimmungen nicht erweitert, weshalb die Zahl ber Versicherten, ähnlich wie in ben beiben vorangegangenen Jahren int Ver­gleich zum Vorjahr nur um rund 400.000 ge-

„Jch weiß nicht mehr, was ich spreche", brummte er. „Ich weiß nicht mehr, wo mir ber Kopf steht. Ich bin ganz konfus. Und Sie, Fräulein Mia, jtnb an all dem schuld."

„Ich?!"

„Ja, Sie! Denn Sie haben mich zu einem anderen Menschen gemacht. Ich kann Ihre Ge­sellschaft nicht mehr entbehren —"

„Ei, ei, Herr Hauptmann, wenn das Fräu­lein Olga hörte."

„Lassen Sie mich endlich mit Fräulein Olga in Ruhe. Sie sollten doch wiffen, daß ich mir nicht so viel (er schnippte mit den Fingern) aus den Grottlers mache! Ich paffe nicht für diese „honetten" Leute — ich hasse sie und vor allem diese Klatschbase Olga —"

„Als die junge Dame das letzte Mal bei Ihnen war, merkte man nichts von diesem Haß."

„Ah," rief er lachend, „das ist gut! Sie sind eifersüchtig! O das ist mir sehr lieb — sehr lieb, versichere ich Ihnen. Dann müssen Sie mir aber auch glauben, daß ich Fräulein Olga vollkommen durchschaut habe und mich hüten werde, in ihre Netze zu gehen, die sie mit großem Geschick aufzustellen weiß. Ich amüsirte mich über die Bemühungen meiner lheuren Cousine, mir zu gefallen; spottete sie doch ihrer selbst und wußte es nicht. Nein, nein, Fräu­lein Mia, Sie brauchen nicht eifersüchtig zu fein —"

„Aber ich bin ja nicht eifersüchtig; welches Recht hätte ich dazu?"

„Sie sollen aber ein Recht dazu haben! Ja, sehen Sie mich nur einmal mit Ihren großen blauen Kinderaugen so verwundert an! Sie

wachsen ist. Der durchschnittliche Mitglieder­bestand betrug 8.770,057, davon waren versichert in der Gemeinde-Krankenversicherung 1.409,730, in den Ortskrankenkassen 4.078,958, den Betriebs- Krankenkassen 2.280,651, den Jnnungskranken- kaffen 159,154 und den Hilfskaffen 823,464.— Die Gesammtzahl ber Erkrankungsfälle (mit Krankengeldbezug) belief sich auf 3.002,593 mit 53.201,173 Krankheitstagen, für welche 128.057,330 Mk. auf Krankgelber entfallen. Ob schon im Jahre 1898 auf ein Mitglied nur 0,34 Erkrankungsfälle mit 6,08 Krankheitstagen (1897: 0,36 mit 6,18) kamen, finb bie Krankheits­kosten weiter gewachsen; sie betrugen auf 1 Mit- glieb 1898: 14,60 Mk , 1897: 14,45, 1896: 13,81 Mk. — Das Vermögen Enbe 1898: 147.775,854 Mk. Übersteigt bereits bie Jahres­ausgabe von 142 891,422 Mk.; jeboch ist bet Stand nicht für alle Kaffenarten gleich günstig. Es betrug:

die Gesammtausgabe das Vermögen Mark Mark

bei der Gemeinde-Kranken­

versicherung .....

den Ortskrankenkassen . . Betriebs-(Fabrik)-Krankenk. Baukrankenkassen. . . . Jnnungs kran ken lassen . . EingeschriebenenHilfskassen Landesrechtlichen „

12 667 716 961 167

65 982 718 61380 428

46 318 341 64 619171

433 665 297 737

2 376 745 2 417 892

14 053 628 15 918 727

1 058 609 2 180 732

* Danzig, 18. Juni. Der hiesige katholische kaufmännische Verein hat in seiner letzten Sitzung ben Antrag, bem vom 24. bis 26. August b. I. in Freiburg i. B. tagenben Kongreß bes Wer- banbes katholischer kaufmännischer Vereinigungen Danzig als nächstjährigen Versammlungsort in Vorschlag zu bringen, e instimmig an­genommen.

Ausland.

h Maris, 18. Juni. Der Statthalter von Elsaß-Lothringen Fürst zu Hohenlohe- Langenburg weilt seit einigen Tagen in Paris. Seine Anwesenheit soll damit zusammenhängen, im Einvernehmen mit dem deutschen Botschafter und den französischen Militärbehörden einen Modus zu finden, nach welchem unter Berücksichtigung der bestehenden Paß-Verhältnifle französische Offiziere, welche aus Elsaß-Lothringen stammen, die Er- laubniß erhalten können, ihre Verwandten in diesen beiden Provinzen zu besuchen.

O London, 18. Juni. Die Regierung wird heute im Unterhause über die Revolte der Aschantis interpellirt werden. Die Inter­pellanten werden der Regierung vorwerfen, daß sie keine Truppen nach dem Aufstandsgebiet ent­sandt habe, obgleich sie seit Monaten den Ernst der Lage kannte. — Aus Preaxsu an der Gold­küste wird gemeldet, daß 200 Träger mit Munition und Lebensmitteln dort eingetroffen sind. 500b Aschantis stehen in Jormenr bereit, um sich dem Vordringen der Kolonne zu-widersetzen.

® Andapest, 18. Juni. Gelegentlich eines Demonstrations-Umzuges mehrerer tausend soziali­stischer Arbeiter, welche unter Schmährufen auf die Regierung und das Parlament zu Gunsten des allgemeinen und geheimen Wahlrechts demonstrirten, kam es zwischen den Sozialdemokraten und ihren

sollen ein Recht zu ber Eifersucht haben, denn, daß Sie es nur wissen, ich will Ihr Freund sein — Ihr Bruder — ach dummes Zeug, das ich schwätze! — Mia, meine theure liebe Mia, sehen Sie denn nicht, daß mich die Siebe zu Ihnen fast um den Verstand bringt?"

Mia war blaß geworden, wie frisch gefallener Schnee. Sie trat einige Schritte zurück und streckte wie abwehrend die Hände aus.

Konrad wollte Mias Hande ergreifen, doch sie wich noch weiter zurück und sprach mit bebender Stimme:

„Wenn Sie wirklich mein Freund sein wollen, so sprechen Sie niemals wieder solche Worte."

„Aber weshalb nicht. Sie seltsames Mäd­chen? Einmal mußte es doch gesagt werden."

„Ich wünschte. Sie hätten es niemals gesagt. Denn jetzt kann ich nicht wieder in Ihr Atelier kommen."

„Das begreife ein Anderer! Ist es denn etwas so Ungeheuerliches, daß ich Sie lieb habe?"

„Ich bitte, Herr Hauptmann —"

Ihre Stimme klang hart und fest. Ihr sonst so sanftes Auge nahm einen finstern Ausdruck an. Konrad erschrak.

„Ich habe Sie verletzt," sprach er. „Ver­zeihen Sie mir. Sie wiffen ja, das Herz schwebt mir stets auf den Lippen und was ich denke, das muß ich auch sagen. Und seit jenem ersten Morgen, da ich Sie gesehen habe, ist es mir mit jedem Tage klarer geworden, daß ich Sie lieb habe, daß ich ohne Sie nicht leben mag — ach, Verzeihung! Sehen Sie, da fange ich wieder an, Ur.ftnn zu schwatzen. Ich will es nicht wieder ihun, Fräu­lein Mia, wahrhaftig nicht! Aber Sie dürfen