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M 135.

Iu0öa, Freitag, den 15. Juni 1900.

27. Jahrgang.

Man muß bedenken, was es heißt, wenn bei

(F- f.)

„Ja, arbeiten wir."

der Schlußberathung über einen Gesetzentwurf von der Art der Flottenvorlage der Hauptredner ! der Konservativen gegen Hurrastimmung sich i verwahrt und bemerkt, daß seine Freunde mit : sehr gemischten Gefühlen dem Gesetzentwürfe zu­stimmen; und wenn schließlich sogar zwei Mit­glieder der konservativen Partei diese Vorlage unmittelbar a b l e h n e n — derselben konservativen Partei, die sonst alle Militär- und Marine­forderungen mit dreifachem Hurra annimmt, ehe sie dieselben überhaupt kennt! Das „läßt tief blicken" ; und die verbündeten Regierungen haben sich vor allen Dingen beim Centrum zu bedanken dafür, daß das Ende so war, wie es gewesen ist.

Werden sich die verbündeten Regierungen erkenntlich zeigen für die vermittelnde Politik ber Partel die im Reichstage den Ausschlag gibt? Wir fürchten, nein. Und das Centrum rechnet auch nicht darauf, von den Re- glerungen geliebkost und verhätschelt zu werden. Das Centrum ist aus Grundlagen ausgebaut, die von oben her, bei weitem fester und dauerhafter find, als die Strahlen der I Gnadensonne, und in diesem guten Bewußtsein wird es seinen Weg weiter wandeln, unbeirrt durch die Angriffe von links und von rechts, einzig und allein geleitet von den höheren Ge­sichtspunkten, die ihm gegeben und durch die ewig unveränderlichen Grundsätze, Lehren und Anschauungen eines starken Christenthums und durch die Bedürfnisse und die Wohlfahrtspflege des deutschen Volkes und Vaterlandes!

,,.®° J0?* e$ bisher und so möge es immer blewen bei der deutschen Centrumspartei!

• M-r- in Ltonitz sollte am Diens­tag Abend m einer Versammlung besprochen werden, die nach der „Tonhalle" in Berlin von dem antisemitischen Berliner Wahlverein einbe­rufen worden war. Dr. Bach!er, Chefredakteur der antisemitischen,Staatsbürger-Zeitung', wollte

Mü«che«, 13. Juni. Heute Vormittag wurde in Gegenwart des Prinzregenten bei Schloß Berg am Starnberger See die Votivkapelle

Wie half Mia bei der Einrichtung des Ateliers nut freudigem Eifer, und Konrad war ihr dank­bar, daß ihr feiner weiblicher Geschmack seinen zu­weilen etwas barocken Schönheitssinn unterstützte und verbesserte. Heute waren zum ersten Male dre Staffeleien beider aufgestellt. Auf derjenigen Mias befand sich das Aquarell der alten Sankt Veits-Kapelle, auf der Konrads nur eine große,

noch leere Leinwand.

Mia malte eifrig. Konrad saß vor seiner

über das Thema reden: „Blutmord in Könitz." letzter Stunde ist diese Versammlung vom Berliner Polizeipräsidium untersagt worden. Ob das das richtige Mittel ist zur Beruhigung ist doch sehr zu bezweifeln. Die Entdeckung der Thäter wäre das einzig dauernd wirsame Beruhigungsmittel.

ft Da» Streikpokeustehe« in LüSeck Isoll nach rote vor verboten bleiben. Halb- amtlich wird nämlich darüber geschrieben: „Der Lübecker Senat wird trotz der Reichstaas- v-rhandlung mit Ruhe den Entscheidungen der zustandtgen Gerichte über die Rechtsbeständigkeit I strner Verordnung entgegensehen können, und der Jtelchskanzler wird noch weniger aus diesen ReichstagSoerhandlungen Anlaß nehmen können, den Standpunkt aufzugeben, daß von Reichs wegen kein Anlaß zum Einschreiten vorliegt."

Offiziosus damit die Anschauungen des Reichskanzlers richtig kennzeichnet, so thut £ chmdamit wahrhaftig keinen Gefallen. Hoffentlich werden die Entscheidungen der zu­ständigen Gerichte den Lübecker Senat eines Bessern belehren.

weißt jetzt, daß ich Deiner Neigung keine Hinder­nisse m den Weg legen werde."

Olga umarmte den „lieben, guten Papa" und küßte ihn zärtlich. Ihr war wirklich ernsthaft zu Smn, Konrad Uhle hatte es ihrem phantastischen, eigenwilligen, launischen Herzen angethan.

* . *

Konrad legte die letzte Hand an das Atelier. Die großen Böden in dem Eulenthurme hatten ihm den Raum für ein prächtiges Künstlerheim geliefert. Die Wände hatte er durch Bretter und Teppiche verkleidet, die kahle Decke durch sinn­reiche Ausschmückung von Teppichen, alten Waffen und allerhand Gegenständen, die er auf seinen Weltfahrten gesammelt hatte, verborgen, die Strebe­pfeiler, welche das Dach trugen, ebenfalls mit Waffen und künstlerischen Utensilien umgeben, ein großes Oberlichtfenster und ein breites Fenster an der Nordseite anbringen lassen, allerhand alte und moderne Möoel aufgestellt, seinen Bildern, Skizze» und Zeichnungen angemessene Plätze angewiesen, sodaß der kahle, wüste Bodenraum in ein wirklich künstlerisch arrangirtes Atelier verwandelt worden war.

+ Das Herrenhaus hat, wie aus unseren Parlamentsb-richten ersichtlich, dem Gesetzentwürfe über die Aekerreruug der MaarevHänser ettte sehr eingehende Berathung gewidmet, die sich über zwei Tage erstreckte, Dienstag und Mitt- woch. Mit Bedauern muß festgestellt werden, daß verschiedene (Redner des Herrenhauses so außerordentlich rückständige Anschauungen über die ganze Sache zu Tage förderten, daß man sich nur wundern muß, wie derlei überhaupt noch möglich tst m unseren Tagen. Von den Adeligen des Herrenhauses zeichnete sich durch solche be- bäuerliche Ansichten vor allen anderen Graf WM .aus; und leider muß auch

sestgestellt werden, daßsämmtliche Oberbürger­nte tster, die das Wort ergriffen, als Gegner der Vorlage sich bekannten. Dennoch ist, wie nicht anders zu erwarten war, nach einer sehr elndrm glichen Ermahnungsrede des Ministers von Miquel die Vorlage vom Herrenhause an- genommen worden. Aber es sind an den Be­schlüssen des Abgeordnetenhauses zwei Verände­rungen vorgenommen worden, so daß sich das Abgeordnetenhaus am nächsten Freitag noch ein- mal mtt der Sache beschäftigen muß. Erstens ist der Beginn der Steuer für den Jahres­umsatz von 400,000 Mk. festgesetzt worden. Die Regierungsvorlage will mit 500,000, das Ab­geordnetenhaus nach seinen Beschlüssen mit 300,000 Mk. beginnen! Dieser Beschluß des Herrenhauses ist also ein Vermittelungsoorschlaa, ber voraussichtlich auch die Zustimmung des Ab­geordnetenhauses finden wird. Schlimmer sieht es mit dem anderen Beschluffe des Herrenhauses aus, wonach sogenannte „gemeinnützige" Unter­nehmen, d. h. also Offizier» und Beamtenvereine und ihre Waarenhäuser usw., von der Steuer befreit bleiben sollen. Es ist schwerlich an­zunehmen, daß das Abgeordnetenhaus diese un- gerechte Bevorzugung einzelner Unternehmungen gutheißen wird. Hoffentlich gibt dann in dieser Frage noch das Herrenhaus nach, damit nun auch endlich in Preußen mit der Besteue­rung der Waarenhäuser ein Anfang gemacht werden kann. ”

Abgeordnetenhaus schon in diesem Herbste unmög­lich zusammentreten kann. Die Kanalvorlage ist danach also nicht vor dem Januar des nächsten Jahres zu erwarten, an dem Zeitpunkte, an dem der Landtag gewöhnlich eröffnet zu werden pfleqt.

ft 55.000 Petitionen sind, in runder Zahl gerechnet, dem Reichstage im Verlaufe seiner letzten langen Tagung zugegangen. Von diesen sind mehrere tausend dem Reichskanzler zur Er­wägung oder Berücksichtigung überwiesen worden. Das gibt am besten eine Vorstellung von dem Umfange der riesenhaften Entwickelung der Ge­schäfte des Reichstages. Die Zahl der während der Tagung erledigten Gesetzentwürfe beträgt 51, bte Zahl der Plenarsitzungen 210, der Kommlssionssitzungen 492 und der Abtheilungs- sitzungen 410. * 9

511 iit JKMtin 3«f.Zease tu Jximt« 3. j,

: Staffelei und schaute dem jungen Mädchen mit lächelndem Wohlgefallen zu.

Mia schien den Blick seiner Augen zu fühlen. Sie wandte sich etwas ab und fragte: „Wollen Sie denn noch nicht anfangen? Ich bin begierig. Sie arbeiten zu sehen."

„Wenn ich Sie anblicke, Fräulein Mia," entgegnete er, „möchte ich einen anderen Vor­wurf zu meinem Gemälde nehmen."

„Ich finde aber den Vorwurf sehr hübsch."

»Ja, Ja," lachte Konrad, „Cowboys auf der Fährte eines Pferdediebes," das ist etwas für bett verwöhnten Geschmack der Großstädter. Aber trotzdem gefällt mir der Vorwurf nicht mehr. Ich bedauere, kein Porträtmaler zu

Mia erröthete.

„Weshalb?" fragte fie letfe, indem sie sich tiefer auf ihre Arbeit beugte.

„Ah, Sie kleiner Schelm!" rief Konrad, „Sie wissen es recht gut. — Um Sie malen zu können."

„O, Herr Hauptmann! Wie kommen Sie auf den Gedanken? Da würde etwas Schönes herauskommen!"

„Das glaube ich auch!" lachte er, denn um Ihr Antlitz wiederzugeben, dazu bedarf es einer „Meisterhand"".

„Wenn Sie nicht aufhören mit solchein Un« inn, löse ich unseren Kontrakt."

„Rein, nein! Bleiben Sie ruhig sitzen! Ich sage ja kein Wort mehr."

„Run gut, so lassen Sie uns vernünftig riechen und — arbeiten wir."

»Das thue ich auch nicht, Mama. Mir ist sehr ernst dabei ums Herz", versicherte Olga, indem sie die kleine weiße Hand auf die Brust legte.

„Nun", meinte der Kommerzienrath, „Du

Deutschrs Keich.

Berlin, den 14. Juni.

© Der Reichstag.

auf die letzten sieben Monate Reichstag erweckt eigenartige Empfindungen, denn m manchem Sinne war der Verlauf dieser steit im deutschen Parlamente eigenthümlich genügt ,, a”9 war für die Regierung nicht

Ä^"^ulich ; denn die Eröffnung dieses Sitzungs- abschntttes bestand in der Berathung und gleich- zetttgen Vernichtung des sogenannten Zucht­hausgesetzes, von dem man in unserer rasch- levigen Zeit kaum noch einen ganz deutlichen Ein- bruck haben würde, wenn nicht noch am vorletzten Berathungstage bei der Besprechung der sozial­demokratischen Interpellation über das Verbot des Streikpostenstehens im Lübeckischen die Rede davon gewesen wäre — in einer Weise, die deutlich von Neuem bewies, daß eine sehr starke Mehrheit des Reichstages auf keinen Fall an der Koalitions- frecheit der Arbeiter rütteln lassen will. Nachher aber hatte die Reichsregierung und namentlich der Reichskanzler wiederholt scharfe Angriffe von der rechten Seite des Reichstages her auszuhalten, so daß manche Leute lebhafter Gemüthsart sich schon mtt der Frage zu beschäftigen begannen: geht er — geht er nicht? Kurz und gut, das erste Drittel dieses Tagungsabschnittes des Reichstages war für die Reichsregierung keine Zeit der Rosen. Kampfstimmung lag über dem Reichstage, und nicht wenige Zeitungen erwogen alle die Möglich­ketten, die eintreten könnten, wenn der Reichstag aufgelöst und zu allgemeinen Neuwahlen ge­schritten würde. 9 ;

„Das ist alles sehr gut und schön, aber wißt denn, was die selige Tante für Ansichten über die Ehe besaß? Sie selbst war doch nicht verhetrathet gewesen."

„Ihre Ansichten," entgegnete Grottler, „waren e?X. streng. Nicht standesgemäße Heirathen ver- abffcheute sie, wie fie mir selbst oft gesagt. „Gleich und gleich, mein lieber Neffe," sprach ste, das gibt den besten Klang. Niemand soll JLir« ™man? °ber auch zu tief steigen wollen. Charaktergleichheit ist das Haupt- erforderntß einer guten Ehe neben einem treuen liebevollen Herzen. Die Familie soll fest zu- sammenhalten, Familienbande sollen die festesten der Welt fein." Das waren so ihre Worte, wenn die Rede ans die Ehe kam. Würde

™u”t?usteigen," dann würde d^s | Erbthetl für ihn fortfallen, davon bin ich über- y. Er kann aber auch eine Wahl nach dem Wunsche der seligen Tante treffen, deshalb —" Er räusperte sich und trat an das Fenster, ohne seine Rede zu vollenden, die Olga lachend beendete: „Deshalb ist es für alle Fälle gut wenn ich, Olga Grottler, den Vetter heirathe' Nun, Papa, ich verspreche Dir, mein bestes zu thun, um den etwas ungelenken Bären einzu­fangen, denn, daß ich es Euch nur gestebe Vetter Konrad gefällt mir besser, als alle die 'jungen Herrchen unserer Gesellschaft." B

I^Äinb, Kind, nimm die Angelegenheit nicht

-s- Oro^Herzog petet vor, Äkdenönra ist am Mittwoch Mittag in seiner Eommerrefidenz Rastede gestorben. Großherzog Peter wurde am 8. Juli 1827 geboren als der Sohn des Groß­herzogs August und folgte diesem am 27. gebruar 1853 auf dem Throne. Vermählt war Groß­herzog Peter mit Elisabeth, Prinzesstn von Sachsen- Altenburg, die bereits am 2. Februar 1896 in das Jenseits abberufen wurde. Nunmehr ist Großherzog der Sohn des Verstorbenen, Groß- herzog Friedrich August, geboren am 16. November 1852. Der neue Großherzog war in erster Ehe mtt einer Tochter des Prinzen Friedrich Karl ver- heirathet, die am 28. August 1895 auf Schloß aboIfSed bet Fulda gestorben ist; eine zweite I Ehe hat er mit der Herzogin Elisabeth von Mecklen­burg. Schwerin geschlossen. Aus der ersten Ehe entstammt nur eine Tochter, aus der zweiten ein »och nicht dreijähriger Prinz.

X Ki«e Kervstlagrmg des preußische»» A0geord«e1evhO«ses wurde von verschiedenen Seiten als wahrscheinlich bezeichnet, um in ihr die ~ 1t-<vöortö9e. A"Mff zu nehmen und, wenn JU erledigen. Die Voraussetzung ist aber sicherlich nicht zutreffend. Die am Mittwoch vom Abgeordnetenhause angenommene Vorlage über den Umbau des Sitzungssaales sieht eine Sau^ett von sechs Monaten vor, so daß das

Roman von O. Elster.

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(Nachdruck verboten.)

^int das nicht so ganz sicher zu sein, lieber Mann , warf Frau Grottler ein. menÄ't. ""'"Schatz", entgegnete der Kom- merjienrQit). „Ich habe noch vor einigen Tagen d!r \ Aust'^h Quetisel gesprochen, der ja der Vertraute der Tante war. Quenjel ist zwar mir°in"d^« ^nsch und fein Sarkasmus ist S ’ pi„or Seele zuwider, aber er theilte mir SX nach dem Testament doch in ^-"N»k?erstandlicher Weise mit, daß es sich um rin ffh&’Ä"0 Conrads handle. Schi eße er ftorbÄbn^ Elches den Absichten der ver! baaren S^ -r-chl entspräche, würde er des vaaren Erbtheiles verlustig gehen. Ich kann Falle wir «""«sicht annehmen, daß in diesem ba mir iL? ®-be" feI*8en Tante werden, SfJnTV?? emzlgen Blutsverwandten find. Die sel'S- Tante hielt viel auf die Familie." Würde sprach Frau Grottler in stolzer

besten be?lQ9sm»Uie U2Ie gehört auch zu den B uder nn„ Landes, und wenn sich nicht ein ^ruoer von mir thörichter Weise in die Äen°wfn ^triebe des Jahres 1848 ein.

Erde uns der Adelstitel sicherlich verliehen worden sein." ™

«ch^sKommerzienrath lächelte diskret in sein SSrJ?«? »nc,n* ®c hatte diese Geschichte Sri Uh'« entgangenen Adels-

tüel schon ost gehört. Olga aber erwiderte:

Die Menschen mit ruhigerem Blute haben von "V3^ daran geglaubt, daß die Ver­bündeten Regierungen wegen der Flottenvor­lage das gefährliche Experiment der Neuwahlen wagen würden, ganz abgesehen davon, daß Staats- sekretar Qhraf Posadcwsky einmal ausdrücklich sagte, die Neuwahlen würden ja doch keine wesent- wrffla„nbn\3rfa?n^nfe6un9 des Reichstages be- Und sie haben recht behalten. Die außer­ordentlich vorsichtige und maßvolle Politik des pursten Hohenlohe ist diesmal den Verbündeten Regierungen zu statten gekommen; der Reichstaqs- dlmmel klarte sich allmählich auf, und nach dem heftigen, aber kurzen Gewitter der Obstruktion wegen der lox Heinze herrschte am Ende der Tagung £l So»"enschein War es doch sogar einer aus d^ Mitte der Konservativen, die anfänglich dem Fürsten Hohenlohe Fehde ansagten, der sich /""lichen Anhänge seiner politischen Keunbe alle erdenkliche Mühe gab, gegen die Mehrheit seiner Partei und für die Regierung ^^.Epromiß tm F l e i s ch b e s ch a u g e s e tz e zu

& 2tn*9e" "Nb es auch wirklich zu Stanbe brachte. Das war ein Erfolg der den' obro»s.^ch^anzlers, wie ihn biefer' unter mfinfä^ i>ten?en Umstanden sich kaum besser wünschen konnte. Und daß es mit der Flotten- Ä“8e d°E ®nbe "ahm, das nun wirklich gleich- s/ V't dem Schluffe der Tagung gekommen Stimm»« 6 1er « Allgemeinen herrschenden fie 7ehr SrnA""V," Regierung als ein für 7 s°hr glücklicher Ausgang betrachtet werden dafür^kann. W ™ Allgemeinen^recht wenig

L. »* 14. Ium. Der Kaiser hat dem

Staatssekretär Tirpitz den erblichen »delstitel ver- ! liehen. — Der Bundesrath hat bereits am Mitt- woch dem muen Flottengefetze seine Zustimmung sUheilt Wie man hieraus ersteht, kann der hohe Bundesrath auch recht flott arbeiten. — Der Kaiser Zssd' rote bte Post erfährt, Mitte August d. I. der Stadt Mainz einen Besuch abstatten und auf dem Kosten Sande daselbst eine Besichtigung der dortigen Garnison vornehmen. - Das Staatsministerium trat gestern Nachmittag 3 Uhr unter dem Vorsitze des Fürsten Hohenlohe in seinem Dienstgebäude zu einer Sitzung zusammen. — Zur Verstärkung der Kame­runer Schutztruppe soll bereits Anfang Juli ein Kommando von Offizieren und Unteroffizieren von Hamburg ausfahren. Die gesetzlich beschloffene Ver-

VI, M.UA, clxUlCn Vtv »elle Sb Pf.; U Wiederholunge« wirdentsprechetK. Rabatt gevShÄ

Hamburg ausfahren. Die gesetzlich beschloffene Ver- starkung um 1050 Mann soll in einem halben Jahre ausgefuhrt werden, damit die Tschadsee-Expedition im Hinterlande bei Beginn des nächsten Jahres eingeleitet werden kann. - In der französischen Presse tauchen di- bereits früher als falsch zurückgewiefenen Gerüchte "tederauf, denen zu Folge der Besuch eines deutschen Geschwaders in Brest für die nächste Zett zu erwarten steht. Dazu bemerkt die ,Post': So­weit wtr unterrichtet sind, ist weder früher noch jetzt von der Fahrt eines deutschen Geschwaders nach Brest d,e Rede gewesen und nach den zur Zeit bekannten Be­stimmungen der Echiffsbewegungen der deutschen Marine ist auch nicht abzusehen, welche deutschen Kriegsschiffe den genannten französischen Kriegshafen anlaufen sollten. — DaS neue Dienstgebäude für das Civil- kablnet des Kaisers ist soweit fertig gestellt, daß bereits die neuen Bureauutenfilien aufgestellt werden. Der Umzug des Civilkabinets von der Leipzigerstraße 76 nach der Wilhelmstraße 64 soll am 1. Juli erfolgen.

* Kamöurg, 13. Juni. Der Kaiser hat an bie Direktion ber „Hamburg-Amerika-Linie" auf beten telegraphischen Glückwunsch zur An­nahme ber Flottenoorlage folgende Antwort ge­richtet:

™ .34 danke Ihnen für Ihr Telegramm. Ich that Mein Bestes und bin dankbar und hocherfreut, zum Ziele gelangt zu sein. Der treuen und unermüd- ttchen Hilfe aller Meiner Mitarbeiter lasse Ich dabei in Dankbarkeit olle Anerkennung widerfahren. Nun aber weiter, daß unsere Flotte auch bald wirklich Achtung gebietend auf dem Meere erscheinen kann, als

Kraftzuwachs in Meiner Hand, der Welt den Frieden zu bewahren! Wilhelm I. R.

K»;sg»pr»i« shm Bringerlohn rstd Bestellgeld in Fulda und enil» sLrtslM.bOPf.

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