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mit Nnterhaltungs-Meilage „Muflrirte Sonntags-Zeitungs
131.
JuLöa, Samstag, den 9. Juni 1900.
27. Jahrgang.
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Woche«-Rrmdschan.
(Nachdruck verboten^
X Fulda, 9. Juni.
In Frieden und Eintracht ist das herrliche Pfingstfest überall vorübergegangen, und gleichzeitig auch in politischer Stille, ausgenommen allein Italien, das mit vielen häßlichen neuen Einrichtungen auch die bekommen hat, allgemeine Parlamentswahlen an Sonntagen oder Festtagen vorzunehmen. Diese Neuwahlen haben diesmal sogar am Pfingstsonntage stattgefunden!
Bei uns in Deutschland folgte auf die politische Hochfluth vor dem Feste vollkommene politische Ebbe, so daß die Zeitungen Tage lang nichts weiter waren als „bedrucktes Papier"; und auch die zweite Beratung der Flottenvorlage im Reichstage hat nicht die Bewegung gebracht, wie man sie früher bei ähnlichen Anlässen erlebte. Man wußte eben, von manchen Einzelheiten abgesehen, schon im voraus, daß die Beschlüsse der Kommission angenommen wurden.
Rasch wird sich nun der Schluß dieser langen Tagung des Reichstages abwickeln, und die Mitglieder des deutschen Parlamentes werden nach wenigen weiteren Berathungstagen mit dem Gefühle der Befriedigung in ihre Helmath zu ihrem Berufe zurück- keyren können; hat es doch einen Reichstag von diesem Fleiße und von dieser Ausdauer bisher kaum gegeben! Auch der preußische Landtag wird nach wenigen Berathungstagen geschlossen werden können, ohne vorher noch mit der Kanalvorlage befaßt zu werden. Die neuerdings verbreiteten Behauptungen, daß dies dennoch geschehen werde, sind von allen Seiten mit begründetem Mißtrauen ausgenommen worden, denn von jeher war anzunehmen, daß die Kanalvorlage nicht vor der vollkommenen Erledigung der Flottenvorlage kommen werde. Der Streit darüber aber, ob die neue Kanalvorlage fettig in den Aktenschreinen der Regierung ruht oder nicht, kann die Oeffentlichkeit kalt lassen.
Recht interessant gestaltete sich die Hauptversammlung der deutschen Kolonialgesellschaft, die in Koblenz tagte. Auch dort kamen die schon mehrfach erörterten Konzessionen zur Sprache, die die Reichsregierung an Gesellschaften verliehen hat, so in Südwestafrika zur Bewirthschaftung von Land und von Bergwerken und in Kamerun zur Bebauung von Land. In beiden Schutzgebieten hat sich ausländisches Kapital der Gesellschaften und ihrer Gerechtssame bemächtigt, und nanientlich im deutschen Südwestafrika wirthschaftet die „Southwestaftika-Company" (Südwestafrika-Gesellschaft) ganz und gar im Interesse ihrer englischen Mitglieder und theilweise unmittelbar zum Schaden einer gedeihlichen wirthschaftlichen Entwickelung des Schutzgebietes im allgemeinen. Diese Konzessionen sind sowohl im Parlamente als auch in der Presse schon mehrfach getadelt worden, und mit vollem Rechte hat die Kolonialgesellschast eine Entschließung einstimmig angenommen, in der der Reichskanzler darum ersucht wird, nur solche Gesellschaften zukünftig zuzulassen, in deren Verwaltung der deutsche Einfluß gesichert ist und auch gesichert bleibt.
Die preußische Regierung hat wiederum einen recht sonderbaren Beweis gegeben von dem angeblichen „Wohlwollen", das sie für die katholische Kirche und ihre Einrichtungen zu hegen vorgibt. In dem Dorfe Nordkirchen in dem Regierungsbezirke Münster in Westfalen wurde von Jesuiten eine Volksmission abgehalten, die einen außerordentlich erhebenden Verlauf nahm. Aber auf polizeilichen Befehl mußte unversehens die Mission abgebrochen werden, uno die Ordenspriester mußten das Dorf verlassen. Nun ist der Staat wieder einmal gerettet und die — Sozialdemokraten lachen sich ins Fäustchen!
Einer der ältesten und verdientesten Centrumsveteranen, der Abg. Dr. L i n g e n s in Aachen ist leider von einem Schlaganfalle heimgesucht worden. Der Anfall war nur ein leichter, und das Befinden des Patienten war nach demselben verhältnißmäßig gut. Dennoch ist Herr Dr. Lingens mit den Sterbesakramenten versehen worden.
Daß bei den Neuwahlen zum Gemeinderathe in Wien der alte sogenannte Liberalismus aufs Haupt geschlagen worden ist, wurde schon in der letzten Wochenschau zum Thci! berichtet. Jetzt sind diese Wahlen, die in vier verschiedenen Wahlkörpern vorgenommen werden, beendet. Das Endergebniß ist äußerst überraschend: der neue Gemeinderath besteht aus 131 Antiliberalen, d. h. also Antisemiten und Christlich-Sozialen, und nur 21 Liberalen und zwei Sozialdemokraten. Die Liberalen und Sozialdemokraten sind also hinweggefegt von dem Anstürme der neuen Zeit. Der rückständige, namentlich in Wien geradezu scheußlich verrottete Liberalismus röchelt in seinen letzten 'Zügen. Hoffentlich gehört er bald nur noch zu den unangenehmen Erinnerungen aus einer früheren, überwundenen Zeit!
Am 6. Juni haben nun auch wieder die Sitzungen des österreichischen Abgeordnetenhauses begonnen. Vor den Pfingstferieu erwiesen sich alle Bemühungen, es zu geordneten Berathungen zu bringen, als vergeblich ; die Tschechen mit ihrer Obstruktion beherrschen die Situation. Jetzt, nach der Pfingstpause, wollten die Herren mit ihrer Obstruktion fortfahren; ob sie es können oder nicht, kommt hauptsächlich auf die Haltung an, die die Polen und die katholische Volkspartei dazu einnehmen. Diese letztere hat niemals einen Zweifel darüber bestehen lassen, daß sie das Verhalten der Tschechen mißbilligt; aber
im Polenklub gibt es unsichere Elemente, die vermuth- lich ein energisches Einschreiten gegen die Tschechen nicht mitmachen würden. Am Donnerstag sollte eine Berathung der Obmänner aller arbeitswilligen Parteien stattfinden, was gegen die Obstruktion zu machen sei. Auf keinen Fall wird es leicht sein, geeignete Mittel dagegen zu finden.
Nach der häßlichen neuen Sitte, Neuwahlen an Sonn- und Festtagen vorzunehmen, haben die Wahlen zur italienischen Deputirtenkammer am Pfingstsonntage stattgefunden. Das Endergebniß steht noch nicht vollkommen fest, weil ziemlich viele Stichwahlen stattfinden müssen. Aber das ist sicher, daß die Redensarten der Regierungsblätter in Rom Unsinn sind, als bedeute der Ausfall der Wahlen eine Kräftigung der Regierung. Es steht nämlich schon jetzt fest, daß die Opposition mindestens um 15 Sitze stärker in die neue Kammer einzieht und in dieser etwa über 90 Mitglieder verfügen wird. Woher da eine Stärkung der Regierungsmehrheit kommen soll ist unfaßbar. Wahrscheinlich wird es in der neuen Kammer noch bunter zugehen als in der alten.
Recht unliebsame Auftritte haben sich am 26. Mai an geweihter Stätte in der Peterskirche in Rom ereignet. Erst verspätet ist bestimmte Kunde davon an die Oeffentlichkeit gedrungen; aber es würde unrichtig gehandelt sein, mit Gewalt etwas vertuschen zu wollen, das sich wirklich nicht mehr vertuschen läßt. Und die deutschen Pilger haben sich allem Anscheine nach dieser unliebsamen Ereignisse nicht zu schämen. Die Thatsochen bestehen also darin, daß deutsche Pilger deutsche Lieder sangen und deswegen von ftanzösischen Pilgern beleidigt wurden; es sollen sogar Thätlich- keiten vorgekommen sein. Der Vatikan und die preußische Gesandtschaft beim Vatikan haben sofort eine nachdrückliche Untersuchung eingeleitet, die hoffentlich dazu beitragen wird, daß ähnliche unliebsame Vorkommnisse für die Folgezeit vermieden werden.
Die spanischen Steuerverweigerer haben sehr geringe Aussicht auf einen Erfolg ihrer Bewegung. Man kann es tadeln, daß Spanien nicht den neuen Verhältnissen in höherem Grade Rechnung trägt und seine Ausgaben für Heer und Marine mehr einschränkt. Aber was einmal ordnungsmäßig beschlossen und verordnet ist, das muß auch befolgt werden, und die revolutionäre Art und Weise, in der diese Steuerbewegung von ihren Machern betrieben wird, ist vollends zu verwerfen. Thatsache ist, daß die meisten Steuerverweigerer nachträglich ihrer Pflicht nachgekommen find, und daß nur wenig Gelegenheit übrig bleiben wird zu gewaltsamen Steuereintreibungen. Die Königin hat oen Empfang einer Abordnung des sog. Nationalverbandes abgelehnt. Dieser Verband schürte hauptsächlich die Steuerbewegung. Das Ministerium des Herrn Silvela aber sitzt fest im Sattel.
Mit großer Mehrheit hat der französische Senat am Samstag vor Pfingsten die Amnestie- Vorlage angenommen, wonach alle Klagen, die mit der Dreyfus-Sache zusammenhängen, niedergeschlagen werden sollen. In der Deputirtenkammer erlangte das Ministerium einen Sieg: auf ihr Betreiben wurde mit 313 gegen 171 Stimmen beschlossen, die Besprechung einer Interpellation über den Rücktritt
des Kriegsministers Marquis Gallifet auf einen Monat zurückzustellen.
Die belgischen Senatswahlen haben ebenso mit einem Siege der Katholiken geendet, wie die Wahlen zur zweiten Kammer. In Zukunft wird demzufolge der Senat aus 58 Katholiken und 44 Liberalen und Sozialdemokraten bestehen.
Die erste Kammerder Niederlande hat mit29 gegen 20 Stimmen die Unfallversicherung der Arbeiter abgelehnt — trauriges Zeichen des Unverständnisses für den Pulsschlag der Zeit!
Johannesburg und die Transvaal-Hauptstadt Pretoria von den Engländern besetzt — das sind die neuesten Ereignisse im Burenkriege. Feldmarschall Lord Roberts ist am Pfingstdienstage in Pretoria eingezogen, ohne daß dieses von den Buren ernstlich vertheidigt worden wäre. Das war wohl auch das Beste, was sie thun konnten. Jetzt bleiben ihnen nur noch 10,000 kampfbereite Streiter — ein winziges Häuflein gegen die britische Uebermacht!
Römische Briese.
XXXI.
□ SRom, 4. Juni 1900.
Der gestrige Tag hat, auf kurze Zeit wenigstens, der allgemeinen Unruhe und der Zeitvergeudung, welche mit den politischen Wahlen verbunden waren, ein Ende gemacht. Nach den bis heute gemeldeten Resultaten hat General Pelloux einen ziemlichen Sieg errungen. Getreu seinem in seiner letzten Rede gegebenen Versprechen wird die Regierung nunmehr genöthigt sein, mit größerer Energie und Schärfe gegen die sich jedenfalls wiederholende Obstruktion vorzugehen. Man braucht kein Anhänger des gegenwärtigen Ministeriums zu fein, um sich zu sagen, daß dieser gestrige Sieg der Ordnungsparteien einen bedeutenden Schritt auf dem Wege einer politischen Befferung der völlig zerfahrenen Ver- hältniffe bedeutet. Es zeugt gewiß von einer ge- wissen Rückkehr zur parlamentarischen Vernunft, daß das flache Land — also quasi instinkt- mäßig — die ministeriellen Kandidaten gewählt hat. Denn gerade dieser Theil der Bevölkerung, d. h. das wirthschaftlich-konservative Element par exceilence, hat gegen die sogenannte „Aeußerste Linke" Front gemacht undchch somit müde gezeigt, den leeren Versprechungen der Opposition Glauben zu schenken. Aller Voraussicht nach wird das nunmehr moralisch gekräftigte Ministerium sich nach einem Kammerpräsidenten umsehen müssen, welcher nicht nur die Fähigkeit, sondern auch den guten Willen haben wird, die Majorität vor den — nach der Annahme des neuen Reglements — unstatthaft gewordenen Obstruktionsstückchen der sozialistischen Minorität zu schützen. Dabei wird es wahrscheinlich schon
- Do« der Pariser Weltausstellung.
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Eines der interessantesten Ausstellungsobjekte in Paris bildet der riesige Himmelsglobus, der außerhalb des eigentl. Ausstellungsterrains, unweit des Eiffelthürmes, Aufstellung gefunden hat. Wir führen ihn unseren Lesern beistehend int Bilde vor. Er hat die Gestalt einer riesenhaften Kugel, und gibt in Form eines Panoramas eine umfassende Darstellung des Sternenhimmels. In dem etwa 50 Meter Durchmesser haltenden inneren Hohlraum der Kugel befindet sich eine zweite kleinere von 12 Meter Durchmesser, die Erde darstellend, von welcher aus die Besuchenden in bequemster Weise sich über Lage und Bewegung der Himmelskörper Belehrung verschaffen können. Populäre Vorträge und Demonstrationen erhöhen die Anschaulichkeit des Gebotenen. Die auf der Außenseite der Him- melskugel aufgemalten hervorragenden Gestirne und die die einzelnen Sterngruppen umfassenden allegorischen Figuren vermehren die Anziehungskraft des Riesenglobus für die Schaulustigen. Der Globus ruht auf einer Terrasse, welche sich 60 Meter über der Straßenhöhs befindet. Breite und bequeme Treppen sowie elektrische Aufzüge führen zu der Terrasse,
deren Eckpfeiler mythologische und astronomische Figuren von ebenfalls riesenhafter Größe bilden. Von der Terrasse, die mit der ersten Plattform
des Eiffelthürmes in gleicher Höhe liegt, genießt man einen herrlichen Ausblick. Der Bau des Globus hat 2 620 000 FrcS. gekostet.
in den ersten Sitzungen zu stürmischen Scrnen kommen. Wenn die Opposition — etwa nach dem Muster der Wiener Gemeinderathsminorität — es nicht vorziehen sollte, geschloffen und protestmäßig den Saal zu verlaffen, so dürfte wohl bald der Saal von Montecitorio von militärischen Tritten widerhallen und die Hauswache zu anderen Dingen berufen fein, als vor dem Palaste die Ehrenposten zu beziehen. — Uebrigens scheinen die Wahlen im gejammten Königreich einen für hiesige Begriffe selten ruhigen Verlauf genommen zu haben. Was im Besonderen die römischen Wahlen betraf, so kamen nur ganz geringfügige Zwischenfälle vor. Ein heftiger Regen kühlte auch etwaige Hitzköpfe in wohlthuendster Weife ab.
Papst Leo XIII., welcher sich fortdauernd des allerbesten Wohlseins erfreut, stieg in der oerfloffenen Woche wiederholt in die Peterskirche hinab, um den hier anwesenden Pilgern, denen sich immer eine Unmaffe Fremder anschließt, seinen Segen zu ertheilen. Die gestrige Seligsprechung der Kapuzinerin Maria Magdalena Martinengo verlief genau nach dem gleichen Ceremoniell derjenigen vom Sonntage vorPfingsten. Am Nachmittage erfchien der Papst in der Peterskirche, um der neuen Beata feine Verehrung zu erweisen. Er wurde enthusiastisch begrüßt.
Das heilige Jahr hat natürlich von Anfang an eineReihe ganz eigenthümlicherS pekulationen erzeugt, welche man nach der Bezeichnung „Jubiläumsindustrie" zusammenfaffenkann. Geradezu unzählig sind die Gegenstände, welche in Rom dem Pilger und dem Fremden überhaupt als Ricordi angepriesen werden. Fast größer aber noch ist die Zahl derjenigen Gegenstände, welche man auf eine recht gewaltsame Weise in den Dienst der Erinnerung an's heilige Jahr gestellt hat. So strotzen einzelne Auslagen und Schaufenster voller Cigarrentaschen, Damenarbeits- kästchen, Serviettenringen, Aschbechern, so selbst 3trappen mit Süßigkeiten, auf welchen eine Inschrift —in der Regel mit dem Bildniß Leo XIII.— mit Bezug aufs Jubiläum angebracht ist. Da gibt es Taschentücher mit dem aufgedruckten Porträt des Papstes. Man sieht eine Reklame dabei liegen, welche uns kund thut, daß das Taschentuch „von Seiner Heiligkeit anerkannt und gesegnet fei"! Für manchen ist es da nun wirklich recht schwierig, den Weizen von der spekulatorischen Spreu zu unterscheiden. Aehnlich ergeht es dem Fremden mit den zahlreichen „lebenden Photographien" und den ver- fchiedenenMutoskopen,welchenebenBurenkampfern, Balleteusen und manchmal recht zweideutigen humoristischen Szenen, auch den Papst im Vatikan gehend oder in Unterhaltung mit seinen Familiären begriffen, zeigen. Da fragt sich mancher fromme Pilger mit Recht: Wie konnten denen Überhaupt die Photographien des heiligen Vaters unter diese Schaustellungengerathen und wer gab denn die Erlaubniß dazu?
Die größte Zahl der zur Kanonisation hier anwesenden Bischöfe sind wieder fort und auch die ausländischen Pilger verlaffen uns in Hellen Haufen.
Literarisches.
Kirchenzeitung für das kathol. Deutschland. HerauS- gegeben von der „Deutschen Literaturgesellschaft" in München. Druck und Verlag von Rudolf Abt in München. Abonnementspreis vierteljährlich Mk. 2, mit Postzusendung Mk. 2.40.
Am 7. April ist unter obigem Titel ein neues Wochenblatt erschienen, das eine bisherige Lücke in der katholischen Journalistik ausfüllen wird. Es fehlte bisher an einem für die Laienwelt und den Klerus paffenden Wochenblatte, das in Kürze einen Ueberblick bietet über die katholischen Bewegungen auf dem Gebiete des kirchlichen Lebens, der Politik, Sozialpolitik und der neueren Literatur. Andere Länder und andere Konfesfionen find unS deutschen Katholiken hierin weit voran. Oesterreich besitzt die gediegene ,Salzburger Kirchenzeitung'. Frankreich und Belgien nennen mehrere ähnlichem Zwecke dienende Blätter ihr eigen; die Rührigkeit der Protestanten und vieler amerikanischer Sekten auf diesem Gebiete ist genügend bekannt. Der .Anzeiger für die katholische Geistlichkeit Deutschlands', das.Korrespondenz- undOffertenblalt für die gesammte katholische Geistlichkeit Deutschlands' und ähnliche Blätter haben mehr geschäftliche Zwecke und sind ausschließlich für den Klerus berechnet. Die katholischen Sonntagsblätter, z.B. das .Stuttgarter und Münchener Sonntagsblatt', das.Leoblatt', der Christliche Pilger' dienen mehr guter Unterhaltung in christlichen Familien und streifen die Politik nur in ihren Hauptzugen ganz kurz. Die Bedürfnißfrage nach einer katholischen Kirchen- zeitung dürfte deshalb ruhig bejaht werden. Soweit die bisher erschienenen vier Nummern ein Urtheil gestatten, befriedigt das neue Unternehmen das vorhandene Bedürfniß vollauf. Die .Kirchenzeitung' verdient deshalb allgemeine Unterstützung durch zahlreiche Abonnements aus dem Klerus- und Laienstande. Nur mit vereinten Kräften schaffen wir uns das int öffentlichen Leben geziemende Ansehen.