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M125.
JuLöa, Freitag, beit 1. Juni 1900.
27. Jahrgang.
ist
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Aber Nie- keine
des Bunde SratheS, 6 Mitgliedern deS Reichstage- und dem Präsidenten der Oberrechnungs-Kammer. Vorsitzender ist der Staatssekretär Freiherr von Thielmann. Vom Reichstage gehören der Kommission an die Herren Gamp, Dr. Kro« patscheck, Letocha, Dr. Paasche, Dr. Pach« nicke und Schmidt- Elberfeld. Der Bestand des Reichs-Jnsaliden-Fonds betrug am Schluffe des Rechnungsjahres 1898 399,001,251 Mark. Für den Reichstagsbau find seit 1882 zusammen 30,477,305 Mark überwiesen worden, der Bestand des Reichstagsgebäude-Fonds betrug Ende 1898 619,577 Mark.
„Was ist er? Wie heißt er?" „Ruland heißt er, Herr Hauptmann, was er treibt, das weiß eigentlich so recht mand. Er will Maler sein, aber er malt
Bilder mehr; nur ein Bild hat er in seinem sogenannten Atelier stehen, ein furchtbares Bild: Daniel in der Löwengrube; die Löwen sind gräßlich und der Daniel macht ein Gesicht wie eine Katze, wenn es donnert — ach entschuldigen Sie, Herr Hauptmann, ich verstehe sa nichts von der Malerei. Herr Ruland soll ja, wie meine Selige sagte, ein großes Genie gewesen sein, aber im Vertrauen gesagt, sein Genie scheint in der Wein
selbe. Darauf erfolgt eine neue Anfrage der Ko- burger Handelskammer und alsdann die bewußte Antwort des Herrn Abg. Beckh, er müsse woh die erste Zuschrift der Handelskammer „mißverstanden" haben. Aber in seinem ersten Schreiben hatte Herr Beckh klar und deutlich davon gesprochen, daß er den „Standpunkt der Koburger Handelskammer, sowohl was die Vervollständigung der Flotte als auch den Schutz von Handel und Industrie betrifft, voll und ganz theile" — man sollte meinen, da könne ein Mißverständniß nicht möglich sein. In seinem zweiten Schreiben begründete nun Herr Beckh seinen ablehnenden Standpunkt damit, daß „die Kosten nicht durch Steuern und Zölle auf Lebensmittel . . . aufgebracht werden dürfen" und ferner, daß „das unbeschränkte Etatsrecht des Reichstages gewahr werden müsse". Alle diese Forderungen sind durcl die Vorschläge der Kommission erfüllt worden; nunmehr müßte also Herr Beckh doch für die Vorschläge stimmen, wenn er sich selbst treu bleiben wollte. Vermuthlich wird er das doch nicht thun. Aber der ganze Vorgang ist außerordentlich kennzeichnend für die Zustände innerhalb der freisinnigen Volkspartei und ihrer Wählerschaft. Man ersieht daraus klar und deutlich, daß bei einer Ablehnung der Flottenvorlage, an der die freisinnige Vollspartei mitwirken würde, diese letztere in die aller schwierigste Lage gegenüber ihren Wählern gerat he n und wahrscheinlich deren allergrößten Theil verlieren, d. h. fast gänzlich, von der parlamentarischen Bildfläche verschwinden würde!
x Der Dortmrmb-Kms Aauak erfüllt nicht die Hoffnungen, die man auf ihn gesetzt hat. Namentlich hat man fortgesetzt in der mittleren Ems die von dem Kanal als Theilstrecke benützt wird, gegen die unaufhörlich bestehende Gefahr der Versandung anzukämpfen; und da dies nur durch fortgesetzte Baggerungen geschehen kann, werden durch diese letzteren ohne Aufhören große Sandmassen in Bewegung gesetzt, die sich nun wieder an weiter unten gelegenen Stellen ansetzen und neue Hindernisse für die Schiffahrt bilden. Am besten wird die wenig erfreuliche Lage durch die Thatsache gekennzeichnet', daß seit der Betriebseröffnung des Kanals dieZahlderSchiffe, die beispielsweise in Papenburg anlegen, abgenommen hat!
h Der Hesetzeutwurf z«r Aerhütupg von Kochwassergefahren i« Schlesien ist nach dem nunmehr vorliegenden Kommissionsberichte in der Kommission mit 20 gegen 4 konservative Stimmen angenommen worden. Aus den Mittheilunge» eines Regierungsvertreters geht hervor, daß die Regierung die Regulirimg der Flüffe in Schlesien und Brandenburg gleichzeitig vornehmen wollte, daß aber die Provinz Brandenburg nicht auf eine Verständigung über die Vertheilung der Kosten eingehen wollte.
* Dem Reichstage ist der Bericht der Zieichsschnkden-Kommisfio« über die Verwaltung des Schulden wesens des Reiches, sowie über die Verwaltung des Reichs-Invaliden-Fonds und des Reichstagsgebäude-Fonds, über den Reichs- Kriegsschatz rc. zugegangen. Nach den Bestimmungen der Reichsschulden-Ordnung vom 19. März 1900 besteht die Kommission aus 6 Mitgliedern
flasche ertrunken zu sein."
„Der Mann trinkt?'
„Mehr als das, Herr Hauptmann —
— er ist ein Säufer."
I von englischer Seite die unwahre Nachricht verbreitet worden, die Stadt Johannesburg sollte mitsammt allen Bergwerken durch Dynamit in die Lust gesprengt werden. Nur an einer Stelle halten die Buren noch den Engländern Stand: in Natal. Dort liegt General Buller noch immer vor den Päffen und wagt keinen Angriff gegen die außerordentlich festen Stellungen der Buren. Aber Lord Roberts zieht nun auch von der andern Seite heran, und es wird hier darauf ankommen, ob die Buren nicht vorziehen werden, vor der Gefahr, von zwei Seiten her angegriffen und auf diese Weise eingeschlossen zu werden, noch zu rechter Zeit sich zurückzuziehen. Jedenfalls kann man doch leider die gegenwärtige Sachlage nicht anders als so beurtheilen, daß der eigentliche Feldzug schon jetzt zu Gunsten der Engländer entschieden und von den Buren verloren ist.
Und dennoch kann man noch nicht absehen, wie das Ende aller Dinge in diesem Kriege sein wird. Man darf nicht vergessen, daß größere Massen von Burentruppen nur ein einziges Mal eingeschlossen worden sind, nämlich am Paarde- berge. Also befindet sich noch immer fast die ganze bewaffnete Macht der Buren auf dem Kriegsfuße gegen die Engländer, sogar die Oranje-Buren halten sich frei hinter dem Rücken des Robert'schen Heeres, ohne daß General Rundle, den Roberts dort zurückgelassen hat, diese Buren aus der Gegend vertreiben könnte. Dieser Kleinkrieg wird also den Engländern noch sehr viel zu schaffen machen, auch wenn die großen Operationen beendet sein werden. Und auch das ist sicher, daß die neuen „Kolonieen" den Engländern auf lange Zeit hinaus sehr wenig Freude, aber lange Zeit hindurch sehr arge Schwierigkeiten machen werden.
land in die Stadt. Woher er kam, wußte Niemand. Eine» Tages sagte mir die Selige: Kathrine, morgen zieht der Maler Anton Ruland in das Gartenhaus; sorge dafür, daß es gereinigt wird; die Möbel können in den Zimmern stehen bleiben, Herr Ruland hat das Haus möblirt ge- miethet. — Und die netten Möbel blieben wirklich flehen und Herr Nuland setzte sich mit Mia, die damals etwa zehn Jahre alt war, in das niedlich eingerichtete Haus. Lieber Gott, viel eigene Sachen hatten sie auch nicht, mit denen sie das Haus hätten ausmöbliren können. Eine Staffelei, einige halbfertige Oelbilder, zwei Koffer mit Kleidern, das war alles. Seit jener Zeit leben sie da hinten im Gartenhause. Die Selige nahm sich der kleinen Mia sehr an, schickte sie in die Schule, unterrichtete sie selbst, kurz, behandelte sie, als ob sie ihre leibhaftige Tochter wäre. Auch für den alten Maler sorgte sie in jeder Weise — es muß ein Geheimniß hinter dieser Theilnahme für die Ru- lands stecken, Herr Hauptmann. Denn Herr Ruland verdiente diese Theilnahme sicherlich nicht. Ich glaube er hat, so lange er hier wohnt, noch keinen Pfennig Miethe bezahlt."
„Nun Kathrine", unterbrach Konrad die lebhaft und geschwätzig gewordene Alte, „wir wollen die Geheimnisse meiner Tante nicht zu erforschen suchen. Wir wissen beide, daß die Verstorbene nichts ohne Gründe that, so wird sie auch ihren Grund gehabt haben, Herrn Ruland zu unterstützen. Ich bin ja selbst Maler und werde gelegentlich den Kollegen von der Kunst begrüßen. Ich danke Ihnen für ihre Mittheilungen. Ich werde unten im Eulenneste noch ein Glas Wein trinken und dann zur Ruhe gehen. Ich brauche
„Ach, das ist ja traurig für bas Mädchen!"
„Gegen Fräulein Mia ist er von der größten Zärtlichkeit. Das arme Mädchen hat Niemand auf der Welt als den alten, halbverrückten Mann. Vor zehn Jahren etwa war es, da kam Herr Ru-
Im GukmHurme.
Roman von O. Elster.
------- (Nachdruck verboten.)
aiä Kathrine das Essen aufgetragen, wollte sie sich einem „Wünsche wohl zu speisen" entfernen, «onrad duldete es indessen nicht, sondern bestand vorauf, daß sie sich an die andere Seite des Tisches «ahm^ eine Thee und ein Butterbrödchen
„Erzählen Sie mir von der letzten Krankheit «I. Tante", sagte er. „Auch möchte ich über die haben "er $aufeS DOn Ihnen gern Auskunft «, alles, was mit dem Hause und dem e , °Es seligen Fräuleins zusammenhängt, werden
r Hauptmann ja von dem Justizrath Quensel .genaueste Auskunft erhalten. Er ist von der Ar»* n Zn deren Sachwalter und Testamentsvoll, '"ecker ernannt worden, wie sie mir selbst gesagt »ui ^On ben Bewohnern des Hauses ist nicht viel Li» n"' $err Hauptmann. Sie wissen ja, lauter Ze 8eute- 3m Erdgeschoß besteht noch die „Wein- hnnkr^um Eulennest" und die „Materialwaaren» SÄ19 zur Eule". Der Schuster und der Kein.eto roo&nen auch noch über uns, sonst lauter li-k- l te' Herr Hauptmann kennen ja die Vor- faft beS gnädigen Fräuleins für solche Leute, die iülr$u arm waren, um eine ordentliche Wohnung im dr - Biele haben jahrelang umsonst hier
i $urmc gewohnt. Andere haben auch I eine schöne Miethe gezahlt."
«inweiß, ich weiß. Vorhin begegnete mir langes Mädchen auf der Treppe, eine schlanke, |
«X „Orangefluß-Kolonie".
Wo liegt die Orangefluß-Kolonie? Bisher 'kannte sie Niemand. Sie besteht auch erst seit dem letzten Montag. An diesem Tage hat der britische Gouverneur Pietyman aufdemMarkt. platze von Bloemfontein, der bisherigen »Hauptstadt des Oranjefteistaates, die Botschaft des britischen Oberbefehlshabers Feldmarschalls ' Roberts verlesen, durch die der Oranjefrei st aat in den Besitz Großbritanniens übergeht und von nun an für die Engländer nur noch die englische Orangefluß-Kolonie ist. Damit zerstören die Engländer auch die letzten Hoffnungen derjenigen Menschen, die noch immer annahmen, auch das siegreiche England werde die Burenrepubliken nicht vollkommen in feine Botmäßigkeit nehmen,sondern ihnen wenigstens einen äußeren Schein von Selbständigkeit laffen. Davon kann fortan gar nicht mehr die Rede sein. Auch der englische Ministerpräsident, Lord -Salisbury, hat vor einigen Tagen die Gelegenheit eines in London abgehalteuen Banketts der konservativen Partei benützt, um mit solchen Hoffnungen vollends aufzuräume«; und wenn 'Lord Salisbury derlei spricht, dann bedeutet das besonders darum sehr viel, weil er nicht nur der Präsident des britischen Ministeriums, sondern innerhalb dieses letzteren auch derjenige Mann ist, der lange Zeit hindurch immer den Grundsatz der Mäßigung und der Friedens- Politik hochdehalten und vertheidigt hat gegen die Beutepolitrker von dem Schlage des Kolonialministers Chamberlain und seiner besonderen Ge« sinnuvgsgenoffen.
Leider aber hat auch Lord Salisbury bei dieser seiner Bankettrede in London sich nicht der politischen Heuchelei enthalten können — ein schlimmes Zeichen für die Grundlage, auf der die englische Sache steht! Nämlich auch Lord Salisbury arbeitete mit der verbrauchten Lüge, England sei „durch seine Gegner zu diesem Kriege gezwungen worden, und es sei in diesen Erieg gezogen, nicht um neues Land zu erobern, sondern um die Unterdrückung zu beseitigen, die gegen englische Staatsbürger geübt worden sei!" Nunmehr aber, und darauf kommt es jetzt haupt- isächlich an, würde es nach Lord Salisbuy .„lächerlich sein zu sagen, England hätte sich ver- pflichtet, kein neues Land in Besitz zu nehmen". England habe ungeheure Opfer gebracht und mrüffe nun dafür sorgen, daß diese Opfer nicht -zum zweiten Male gebracht zu werden brauchten; das heißt, die Burenrepubliken müßten öu engufchen Provinzen gemacht, es müßte ihnen die Möglichkeit genommen werden, jemals wieder «men solchen Krieg zu beginnen.
Was mit dem Oranje-Freistaate geschehen ist, wird voraussichtlich bald auch mit der Republik Transvaal geschehen. Feldmarschall Lord Roberts stand bereits am letzten Dienstag nur noch wenige Kilometer von der Bergwerkstadt Johannesburg entfernt und ist inzwischen schon 'n diese Stadt eingezogen. ES gereicht den Buren zum Ruhme, daß sie, wie eS allem Anschein nach der Fall ist, die Goldbergwerke und Diamantgruben vollkommen unbeschädigt ge- assen haben; vorher war ja, wie man weiß.
A«sla«d.
• Brüssel, 31. Mai. Der Sozialistenführer Bandervelde erklärte einem Journalisten, die Sozialisten seien entschlossen, zur Erlangung des allgemeinen gleichen Stimmrechts zur parlamentarischen Obstruktion zu greifen.
* Madrid,31. Mai. Der Ministerrath hat beschloffen, darauf zu bestehen, daß die Königinregentin der Deputation der Kaufleute und Industriellen Madrids, welche der Regentin Klagen über die gegenwärtige Regierung vorbringen will, die nachgesuchte Audienz verweigere und nöthigenfalls die KabinetS- frage zu stellen.
* Khristiama, 31. Mai. Zwischen den beiden Königreichen Schweden und Norwegen, die bekanntlich einen gemeinschaftlichen König, im übrigen aber getrennte Regierung und getrennte Verwaltung haben, bestehen fett vielen Jahren mancherlei Streitpunkte, die wiederholt zu Reibereien geführt haben. Neuerdings haben diese Streitigkeiten einen sehr ernsten Charakter angenommen. Der König ist krank und weilt im Auslande, zur Zeit in London, von wo er nach Paris gehen will. Der Kronprinz, der die Regentschaft führt, hat im schwedisch-norwegischen Staalsrathe dem vom norwegischen Storthing beschlossenen Gesetz, wonach die Konsulatssteuern von norwegischen Schiffen nicht den gemeinsamen schwedischen Konsulaten, sondern der norwegischen StaatSkaffe zufließen sollen, seine Sanktion verweigert. Das rabttale norwegische Ministerium Steen wollte hierauf seine Demission einreichen. In der Sitzung deS Storthings wurde jedoch folgender Vorschlag von der ganzen Präsidentschaft eingebracht: Das Storthing ersucht die Regierung, nicht zu demisfioniren und die Verweigerung der Sanktion nicht gegenzuzeichnen.' Die Regierung bleibt vielleicht gegen den Thron im Amte. Nach der norwegischen Verfassung wird ein Beschluß des Storchings auch ohne die Sanktion des Königs Gesetz, wenn drei aufeinanderfolgende neugewählte Storthings denselben Beschluß fassen. Es würde also wieder eine Periode neuer Fehden und innerer Wirren in Aussicht stehen, unter denen beide Reiche schwer leiden müssen. — In derselben Sitzung, in der ras Storthing den oben erwähnten schwerwiegenden Beschluß faßte, bewilligte es auch einstimmig eine Million Kronen für neue Schnellfeuer-Feld- zeschütze und mit 55 gegen 48 Stimmen eine »albe Million Kronen als erste Rate für die Be- estigung von Christiansand. Sollte dies wohl
Sie dann nicht mehr, Sie werden müde sein und timten sich zu Bett legen. Meinen Koffer werde ich selbst auspacken."
♦ » *
Der Eulen- oder Uhlenthurm hatte seinen Namen von der großen vergoldeten Eule erhalten, welche der erste Besitzer Konrad Gotthold Uhle als daS Wappenthier seiner Familie über die rroße, scheunenthorartige Hausthür gesetzt hatte, diese goldene Eule gab auch dem Materialwaaren- aden links der Thür den Namen, während man zweifelhaft sein konnte, ob die kleine Weinstube ,Zum Eulennest" ihren Namen von dem Wappen- hiere entlehnt hatte oder von der sehr seßhaften Gesellschaft älterer Herren, welche allabendlich oder vielmehr allnächtlich in der Weinstube ver
kehrten.
DaS Eulennest war eine jener alten, gemüth- ichen, winkeligen, düsteren, verräucherten Wein- tuben, die man heute nur noch selten antrifft. töchstens in ganz verborgenen Winkeln alter tädte hat sich solch eine Weinstube erhalten, während in den vornehmeren Straßen glänzende i ;afss und große Bierpaläste an die Stelle dieser emüthlichen, kleinen Kneipen getreten find. Auch >em Wirth zum Eulennest, Herrn Friedrich Wilhelm Nettemayer, war schon öfter der Vor- chlag gemacht worden, seine kleine Weinstube , u vergrößern und umzubauen, aber Herr Rette- nayrr war viel zu klug, als daß er auf diese Vorschläge der klugen Baumeister einaegangeu wäre, selbst wenn Fräulein Konradine ihre Einwilligung zu dem Umbau gegebeu hätte. DaS Eulennest wie eS wat, mtt den ausgetretenen rei Stufen, die zu der schmalen Thür hinauf-
Derrtfches Keich.
Berlin, den 31. Mai.
h Der Kokoniakrath wird wahrscheinlich für diesen Monat Juni einberufen werden. Es wird berichtet, daß man in Zukunft und auch schon diesmal die Forderungen zur Sprache bringen will, die für den nächsten Etat in Aussicht genommen sind. Bisher wurde immer erst der fertige Etatsvoranschlag vor den Kolonialrath gebracht. Dieses neue Verfahren ist sicherlich dem alten vorzuziehen.
+ Kiu wunderliches Wihverstäuduiß, wie er es nennt, ist dem freisinnigen Abgeordneten Beckh-Koburg zugestoßen. Die Koburger Handelskammer hatte den genannten Abgeordneten aufgefordert, für das Zustandekommen des Flottengesetzes besorgt zu sein, und Herr Beckh hatte diese Aufforderung in zustimmendem Sinne beantwortet, ganz entsprechend der Entschließung, die die Organisation der Nürnberger freisinnigen Volkspartei gefaßt hatte, der der genannte Herr Beckh sehr nahe steht. Nachher aber hatte der Allgewaltige in der freisinnigen Volkspartei, Herr Eugen Richter, bei seinen Mannen in Flottensachen den Sieg davon getragen, und demgemäß sprach dann auch Herr Beckh im Reichstage bei der ersten Lesung der Flottenvorlage gegen die- hübsche Erscheinung, rothblondes Haar ; gehört das Mädchen auch hier ins Haus?"
„Ach, das ist Fräulein Mia gewesen!"
„Fräulein Mia?"
»Ja, eigentlich heißt sie Emilie, aber ihr halbverrückter Vater nannte sie stets Mia, und die Selige nannte sie auch so, und da haben wir es uns auch angewöhnt."
„Ihr Vater wohnt im Hause?"
„Er wohnt nicht gerade im Hause, sondern in dem kleinen Gartenhäuschen am Wasser, das ja der Herr Hauptmann auch kennen."