FuwaerMZeitung
M 123.
Jul^öa, Mittwoch, den 30. Mai 1900.
27. Jahrgang.
Die Eisenbuhn-Büreaudiätare
Jtfir den Kreis Inkda-Laud stellen sich die Ergebnisse der Bewilligung von Atters-, s»»attde«- «. Ara«- ® Ke«-Ziente« in der Zeit vom I. Januar 1891 bis Ende März 1900 wie folgt:
L a.
c B
Posten
X
s
S
X
$
ss
14 095
40
70
53
177
10
80
12
114
3
25
4
64,7
51
80
63
40
1
248
147
24
18 456
87
1
5
13
94
11 104
-LekLkikrn- nutz Avzeigeutheii
157j 52
Zusammen:
17
420
4
30
261
34
145
20
116
32 551
80
1
17 512
g^Braut-Seidenstoffe
Do«' der Kandes-Derfichernngsankatt Aesse«-Hlaffa«, deren Bezirk die Regierungsbezirke Kass l und Wiesbaden, sowie das Fürstenthum Waldeck umfaßt, sind seit dem 1. Januar 1891 üverhanpt bewMgr:
7 666
1 021 687 X 80 H
Gesammt - Jahresbetrage
von
in unerreichter Auswahl, als auch das Neueste in
Hl UIKUWVW uuw/ vu» Hl
i weißen, schwarzen und farbigen Seidenstoffen jeder | Art. Nur erstklassige Fabrikate zu billigsten Engros-
Gesammt - Jahresbetrage
Preisen Meter- und robenweise an Private Porto- und
von
zusammen
11 801
die älteren Jahrgänge der Mithin bleiben Ende März entsprechende Stellenoerm.hrung zu be- anstatt Kesten-Daffa«
977 526 X, 70 H
Nach Abgang durch Tod re. bleiben noch zu zahlen
ti s
Davon sind erledigt durch
Bon den Rentenempfängern sind bezw. waren beschäftigt
Altersrenten . , . .
Invalidenrenten. .
Krankenrenten . . .
© g
® g
Gesammt- Jahresbetrag der bewilligten Renten
»8? S
Altersrenten im Gesammt - Jahresbetrage von Invalidenrenten „ „ „ „
Krankenrenten „ „ „ „
Renten mit einem Gesammt-Jahresbetrage von Der von dem Reiche zu leistende Zuschuß beträgt
| „Gutenberg" aus Stuttgart mitwirken wird. Am 25., 26. und 27. Juni konzertirt hier die einige 60 Künstler starke amerikanische Militärkapelle in Uniform, die als offiziöse Kapelle der amerikanischen Abtheilung auf der Weltausstellung in Paris engagirt ist, unter der Leitung ihres Dirigenten, Herrn John Philip Sousa, dem Komponisten von über dreihundert Märschen, darunter die hier so beliebt gewordene Washington-Post. Am 30. Juni, 1. und 2. Juli findet hier das 60jährige Jubiläum des Liedervereins Sachsenhausen statt. Zu all diesen vorgenannten Festlichkeiten steht bei ckwaigrr ungünstiger Witterung die große Ausstellungshalle zur Verfügung, und gerade bei der letzteren Festlichkeit, wo die Frankfurter Sängeroereinigung sowie die zahlreichen auswärtigen Vereine mit- wnken, wird die Halle besonders zu Statten kommen. Am 8. Juli hält die Frankfurter Turn gemein de ein großes Volksfest und am 15. Juli der Krieger- und Militäroerein ein großes Wohlthätigkeitsfest auf dem Platze ab. Am 24. Juli findet die Eröffnung der bereits oben erwähnten Internationalen Jubiläumsausstellung statt, zu welcher bereits über 300 Aussteller angemeldet sind. Bemerken wollen wir hierbei, daß für die Besichtigung dieser Ausstellung teilt besonderes Eintrittsgeld erhoben wird, sondern jedem Besucher des Ausstellungsplatzes steht dieselbe frei.
Wegen weiteren Festlichkeiten auf dem Ausstellungsplatze schweben noch Verhandlungen. Somit dürfte wohl diese Saison die lebhafteste von allen früheren werden. Hinzufügen wollen wir ferner noch, daß sich der Ausstellungsplatz rurch seine Bepflanzung, die bereits im fünften Jahre steht, zu einem herrlichen Park heraus- gebildet hat. Speziell hervorzuheben ist die Rosensammlung, die in den ersten Junitagen ihre herrlichen Blüthen entfalten wird, und wohl die reichhaltigste Sammlung in ganz Deutschland genannt werden darf. Sobald die erste Rosenblüthe ihrem Ende zuneigt, tritt die Nelke, wovon eine große Kollektion des Herrn Witz el-Obernrod ausgepflanzt ist, in ihr Recht. Während und nach der Nelkenblüthe wird der Sommerflor seine Blüthen entwickeln und )en ganzen Sommer über anhalten. Ganz besonders ist hier die Dahlie heroorzuheben, von welcher eine nahezu 200 Sorten fassende Sammlung von Herrn A. Schwiglewski- Carow (Berlin) ausgepflanzt ist. Dahlienfreunden ist hier Gelegenheit gegeben, sich den Wuchs, Bau und die Blühbarkeit der einzelnen Sorten auszuwählen. Auch soll schöne Cannasortiment nicht unerwähnt bleiben, das wohl unstreitig die schönste Sammlung darstellt, die wir in Frankfurt a. M. besitzen. Außer dem ist dieses Jahr ganz besondere Vorkehrung getroffen, den Ausstellungsplatz in einen reich geschmückten Blumengarten zu verwandeln; es dürfte wohl kaum noch eine Florblume existiren, die nicht hier ihre Verwendung gefunden hat; sie alle auszuzählen, würde den verfügbaren Raum weit überschreiten.
Altersrenten im Invalidenrenten „ Krankenrenten „ Renten mit einem
0»aM»«rtlt»: gu« M« Mdaktion 3of.B«g* fä» Inserat« 3. Parzelle, in L-lda.
Vermischtes.
(*) Akeirre Dachrichten. Berlin. Für die Ausschmückungs-Arbeiten zum Empfange des Kaisers von Oesterreich hatten die städtischen Behörden 50000 M. bewilligt. Natürlich ist diese Summe weil überschritten worden. Die Gesammtkosten der I reinen Ausschmückungsarbeiten betragen etwa 95000
Der letzte Diätar, Eivilanwärter, aus der zur Zeit Künftigsten Anwartschaft vom 1.April 1893, kann auch nach dieser Verfügung erst in 3 Jahren etats- wäßig werden, hätte also eine Gesamwtwartezeit von
Jahren.
Meine Herren, bei anderen RessortS ist das doch anders. Bei der Post z. B. werden jetzt zum 1. Juni sammtliche Anwärter angestellt, die zum 1. April 1897 °as Examen bestanden, also eine Anwartschaft von nur n Jahren haben, und bei den Regierungen werden •*? Diätare doch auch spätestens nach fünfjähriger Wartezeit Regierungssekletäre.
B Meine Herren, ich stimme mit dem geehrten Herrn ^orredner darüber überein: die einzige A.öglichkeit, den »tsenbahndiätaren aus ihrer Noihlage zu helfen, wäre a»ermehrung der Stellen, wäre meines Erachtens zunächst djx Fortsetzung der vom Herrn Minister im "aitgen Jahre aus Billigkeitsrückstchten angeordneten Kregel, für bte "
*"atare eine <
△ Frankfurter Ausstellungsplatz an der Forststraße.
Soweit sich bis heute übersehen läßt, übertreffen in diesem Jahre die Veranstaltungen auf dem Ausstellungsplatze alle vorhergegangenen. Am ersten Pfingstfeiertage wird die Ausstellung mit Doppelkonzert eröffnet. Die Einrichtung ist derart getroffen, daß, wenn es die Witterung einigermaßen zuläßt, viermal in der Woche Doppelkonzerte stattfinden, und zwar sind hierzu Sonntag, Dienstag, Donnerstag und Samstag vorgesehen. An den übrigen Tagen werden einfache Konzerte durch die auf dem Platze befindlichen, alle 14 Tage wechselnden Spezialitäten- Kapellen ausgeführt. Bei den Doppelkonzerten werden Militär-Kapellen Mitwirken. Wie in den früheren Jahren werden auch jetzt wieder , Feuerwerke, Luftballon-Auffahrten rc. veranstaltet.
Von besonderen Festlichkeiten finden, soweit bis heute feststeht, folgende statt: Am 10. Juni wird die Frankfurter Beamten-Vereinigung den Reigen der Festlichkeiten eröffnen. Für die Vereine ist es dieses Jahr ganz besonders günstig, da die große Ausstellungshalle für alle Festlichkeiten bis zum 2. Juli zur Verfügung steht, indem von da ab die Einrichtung der Internationalen Jubiläums-Ausstellung des Vereins zur Pflege der Photographie und verwandte Künste beginnt. Am 15., 16. und 18. Juni konzertirt eine italienische Militär - Kapelle unter der Leitung des Dirigenten Mavstro Profeffore Cav. N cola Tataseiore auf dem Platze. Daselbst hält ernt 17.Juni der Verein „Radsport" sein Stiftungsfest, verbunden mit der Vereinsdauer- fahrl des Gaues IX, ab. Das Ziel dieser Dauerfahrt ist der Ausstellungsplatz; es werden hier etwa 1000 Fahrer erwartet, die schon zum Theil in den ersten Vormittagsstunden eintreffen werden. Einen Glanzpunkt dieses Festes wird das am Nachmittag in der Ausstellungshalle stattfindende Kunst- und Reigenfahren bilden. Am Samstag den 23. und Sonntag den 24 Juni vollzieht sich hier die Gutenbergfeier, zu Ehren des 500. Geburtstages des Erfinders der Buchdruckerkunst, wobei der Gesangverein
frrfdjeint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl.
§»,«g,prei» ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auS- »ärtS 1M. 50 Pf.
Inserate: Die ein spalt. Garmond zeile ober derer Raum 15 Pf., Re Kamen die Petit zeile 25 Pf.; be Wiederholungen wird entsprechend Rabatt gewährt
85 S 8?
zollfrei. Tausende von Anerkennungsschreiben Von welchen Farben wünschen Sie Muster? Doppelte» Briefporto nach der Schweiz.
Seidenstoff-Fabrik-Union
Äiolf Griefe & Cie., Zürich «mv,
Kgl Hoflieferanten.
mit IlnkrHaltmtgs-Meilage „Mustrirte Sonntags-Zeitung? veterrzaffe N». 2 Cbaemonie).
j 1900 aus Mittek« der Landes-Ferstcheruugs- arrftett Kesfen-Hlaffau an Renten zu zahlen jährlich........
Literarische».
Haeckelismus und Darwinismus. Eine Antwort auf Haeckels „Welträthsel" vonDr. Anton Miche- litsch, Professor der Philosophie und Apologetik an der Universität Graz. 8°. (140 S.) Preis 1.70Mk.
Die materialistischen Anschauungen, die Haeckel in seinem neuesten Werk durch „gemeinverständliche philosophische Form" zu popularisiren versucht, forderten nach zwei Seiten den Widerspruch heraus. Haeckel führt seinen Lesern nicht nur das angeblich solid fua- damentirte Gebäude des Darwinismus auf naturwissenschaftlichem Gebiete vor, er betritt auch philosophisches und theologisches Gebiet und umgibt seine Ausführungen über Gott, Christenthum, Geist, Unsterblichkeit usw. mit dem Glanze der Wissenschaftlichkeit. Die Stützen der Descendenz-Theorie sind in den letzten Jahren von den berufensten Seiten auf ihre Tragfähigkeit untersucht und von einer unbarmherzigen Kritik als ungenügend blosgelegt worden. Professor Michelitsch konnte sich in dieser Hinsicht darauf beschränken, die wirklichen Resultate der exakten Forschung zusammenzufassen und sie Punkt für Punkt den Haeckel- schen Ausführungen gegenüberzustellen. Hingegen betrachtete er als seine Hauptaufgabe, den tendenziösen philosophischen Schlüssen, welche Haeckel aus den Thatsachen zieht, nachzugehen und sie eingehend zu widerlegen. Die Gründlichkeit des Jenenser Professors erscheint hier oft in einem sonderbaren Lichte. Die vorliegende Schrift von Professor Michelitsch ist für jeden Gebildeten von Interesse; kaum Jemand dürfte fie ohne Befriedigung und Gewinn aus der Hand geben.
Mark. Hiervon entfallen auf Zimmerarbeiten 58000 M., auf Malerarbeiten 6000 M., auf Dekorationsarbeiten einschließlich der bronzirten Laubgewinde etwa 13000 80t, während die gärtnerischen Arbeiten 9500 M. betrugen. — Sprottau Die dicht am Nachbarbahn- bof Buchwald gelegene Lachpappenfabrik der Firma Zeim und Barge wurde durch Feuer zerstört. Das sehr gefährdete Güterabferti^ungsgebäude der Station ist erhalten geblieben — Straßburg. Der Orts- einnehmer Stauff in Wilwisheim legte auf dem Sterbebette das Geständniß ab, drei Morde und verschiedene Brandstiftungen verübt zu haben. — Roth- westen (Kassel). Bei einer Feuersbrunst ist ein 5jähriger Knabe, der mit anderen in einem Holzschuppen gespielt hatte, verbrannt; man hatte ein Feuerchen mittelft Streichhölzern angemacht, dadurch gerieih der Schuppen in Brand und der Junge kam in den Flammen um, weil seine Anwesenheit in dem brennenden Gebäude nicht sofort bekannt geworden war. — Hamborn. Seit einigen Tagen ist ein Bauunternehmer nach ll n t e r s ch l a g rr n g von 40000M.verschwunden. — Hagen. Eine große Mühle ist hier abgebrannt; die neuen Maschinen und große Mehl- und Roggenvor- räthe wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden ist groß, jedoch durch Versicherung gedeckt. —M.-Gl ad- bach. In der Gladbacher Zeugdruckerei brannte ein großer Lagerschuppen, der 2000 Stück Gewebe enthielt, nieder. Auf der Brandstätte wurden wegen Verdachts der Brandstiftung ein Firmenlheilhaber und der Fabriknachtwächter verhaftet. — Mannheim. Ein Soldat des Grenadier-Regiments, der bei der ersten Kompagnie diente, hatstchinderKaserne erschossen. — München. In der Station Starnberg sind zwei Personenzüge zusammengestoßen. Ein Wagen entgleiste; Maschinen und Wagen find beschädigt. Die Passagiere blieben unverletzt. — Neunkirchen (Bez. Trier). Zwei Schulknaben versuchten fich hier aufzuhängen. Schon baumelten sie an den Stricken und wären ohne Zweifel in wenigen Augenblicken erstickt gewesin, wenn nicht zu rechter Zeit eine erwachsene Person dazu gekommen und sie aus der Schlinge befreit hätte. — Nienburg. Der große Wald brand, der in dem großen Bruch bei Rodewald zwei Tage hindurch wüthete, ist durch einen starken Gewitterregen gelöscht worden. Die Brandstätte ist mehr als 1000 Morgen groß und bietet durch die überall herumliegeaden Thierleicheu einen gräßlichen Anblick. — Kaiserslautern. In Kirchheim an der Eck wurde eine Malzfabrik durch Feuer zerstört. Der Brand entstand durch Ueberhitzung eines Dampfrohres und vernichtete für etwa 150000 Mark Malzvorräthe. Der Gesammtschaden beträgt 250000 Mark. — Brest. Die Fischerschaluppe „Dien avec nous“ ging auf offener See mit ihrer aus 10 Köpfen bestehenden Mannschaft unter. — Southampton. In den hiesigen Docks stürzte ein im Bau begriffenes Kühlhaus ein. Fünfzig Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Mehrere wurden tobt aufgefunden, viele werden noch vermißt. — Pest. Die Ortschaft Tornyos-Nemeti im Komitat Abanj-Torna steht in Flammen. Infolge desWüthenseines Orkans ist die Lokalistrung des Feuers unmöglich.
* Aufrichtigkeit««. Mann: „Ich will nur aufrichtig sein, ich habe Dich nur Deines Geldes wegen geheirathet I" — Frau: „Und ich, offen gestanden, Dich nur Deiner Dummheit wegen I"
* Dreiheit, die ich meine. Chef: „Schon wieder ein Angebot von dem Herrn von Kodderinski l Was thun wir nur damit? Schreiben Sie ihm: Wir danken ein für alle Mal; das sagen wir ihm frank und frei. Aber wollen's ihm sagen unfrankirt!"
* Hirte« Appetit. „Wie machen Sie blos die hübschen Zeichnungen an Ihrer Butter, Frau Nachbarin ?* — „Na, mit meinem Kamm."
1 555 294 „ 80
7 399 „ 20
I wirken. Ja, wäre die erwähnte wohlwollende Verfügung des Herrn Ministers vom 27. v. M. wenigstens einen Monat früher erschienen, dann wären von den 204 neu- geschaffenen Stellen, die jetzt sämmtlich mit Be triebs- sekretären besetzt sind, doch circa 70 den Büreau- diätaren zugefallen, und es waren bann bie ältesten von bem Jahre 1893 zur Anstellung gelangt.
Sollte bet Herr Minister es nicht wenigstens ermöglichen können, baß diese 70 Stellen, die durch verspäteten Erlaß der Verfügung den Büreaudiätaren ! entgangen sind, noch nachträglich bewilligt werden? Dann würde der Jahrgang vom 1. April 1893 doch einigermaßen seinen Vorgängern gleichgestellt sein! Denn die Anwärter vom 1. April 1892, die zum 1. April 1889 in den Eisenbahndienst eingetreten sind, wurden am 1. April lb98 und die Anwärter vom 1. Oktober 1892 am 1. April 1899 etatsmäßig, also nach einer Wartezeit von 9 respektive 9*/i Jahren. Ich frage aber: Mit welcher Wartezeit würde der Jahrgang 1. April 1893, welcher drei Jahre früher, also am 1. April 1890 eingetreten ist, der also bereits 10 Jahre wartet, angestellt werden, wenn eine solche Maßregel nicht getroffen, wenn eine Vermehrung der Stellen — auch nur in so beschränktem Maße und Umfange — nicht ermöglicht würde? Sollte der Herr Minister die dazu erforderlichen 70 mal 400 oder, den Wohnungsgelbzuschuß zugerechn.t, 70 mal 500 Mk., in Summa also 35000 Mk, nicht wenigstens noch erschwingen können? Das ginge boch, glaube ich, sogar ohne einen Nachtragsetat. — Meine Herren, ich empfehle Ihnen zum mindesten die Annahme des Antrages Broemel. (Bravo! im Centrum und links.)
die über eine stiefmütterliche Behandlung seitens der Verwaltungsbehörde zu klagen haben und sich auf dem Petitionswege an den Landtag gewendet hatten, haben wenigstens den kleinen Trost, daß in der Sitzung vom 22. Mai der Antrag Broemel, die Regierung möge darauf bedacht sein, „die zum Eisenbahnsekretär geprüften Büreau- diätare ebenso wie die diätarischen Anwärter für mittlere Beamlenstellen I. Kl. der anderen Staatsverwaltungszweige nach einer der Billigkeit entsprechenden Diätarienzeit in eine Eisenbahnsekretärstelle überzuführen", vom Abgeordnetenhause trotz der ablehnenden Haltung verschiedener RegierungSkommiffare angenommen worden ist.
Auch unser Abgeordneter, Geh. Reg.-Rath Dr. Goebel, nahm sich der gedrückten Beamtenklaffe kräftig an. Seine Ausführungen lauten nach dem stenographischen Berichte (S. 4698 ff) wie folgt:
Meine Herren, wer die vorliegenden Petitionen und namentlich die Nachtragsausführungen sich auch nur flüchtig angesehen hat, muß zu der Ueberzeugung gelangt fein, daß die Lage der diätarischen Anwärter für bie Eisenbahnsekretär- stellen eine höchst traurige, ja nahezu verzweifelte ist, einmal durch den Mitbewerb der großen Zahl bereits etatsmäßig angestellter Betriebssekretare — unb auch noch andere, z. B. Güterexpedienten werden gelegentlich eingeschoben — und zum anderen wegen der geringen Zahl der alljährlich neu zu besetzenden stellen. Cs sind deren nicht, wie behauptet wird, 120, sondern, wie ein Herr «»«ebner schon ausgeführt hat, circa 60 pro Jahr; denn thatsächlich sind, was nicht bestritten ist, im Jahre 1898 59 und im folgenden Jahre nur 58 Stellen neu geschaffen worden. Dadurch schiebt sich namentlich jetzt, wo die Betriebssekretäre eben« Klls alS Anwärter für Eisenbahnsekretäre in Betracht atmen, die Zeit für die Büreaudiätare so ungemein weit hinaus, daß sie eine Diätarienzeit vor sich sehen, wenn keine «enderung geschaffen wird, nicht vor 9 oder 10 Jahren, wie vorhin bemerkt tzvorden ist, sondern, wie zahlenmäßig nachgewiesen wird, für die dem Dienstalter nach späteren sogar bis 20, ja bis zu 30 Jahren unb darüber. |
Meine Herren, bei keiner anderen Beamtenklasse tat ganzen Staalsverwaltungsgebiete bestehen derartige Mißstände,Mrß einer so lange auf etatsmäßige Anstellung zu warten hat. Die Verhältnisse der Baumeister, meine Herren, über die wir vor einiger Zeit hier verhandelt haben, die auch klagen über eine Diätarienzeit von 10, 11 Jahren, sind im Vergleich zu diesen Beamten noch sehr günstig zu nennen. Daß da Mißbehagen und Unzufriedenheit, ja Trostlosigkeit in diesen Beamtenklafsen vorhanden ist, erscheint begreiflich, zumal die Verheißungen, die der Herr Finanz- Minister im Jahre 1893 diesen Beamten gemacht hat, wie Sie in der Petition Verend auf Sette 2 lefen können, durchaus nicht erfüllt worden stnd.
Das Sonderbarste aber bei der Sache ist noch dieses, was auch schon hervorgehoben und meines Erachtens nicht widerlegt worden ist, daß einer, der bas Eisenbahnsekretärexamen besteht, gewissermaßen dafür bestraft wird gegenüber dem, der durchfällt. Ja, letzterer kann zwar nicht Eifenbahnsekretär werden, aber er wird sehr bald etatsmäßig angestellt, und, meine Herren, was das heißt, etatsmäßig angestellt sein oder 10, 20 Jahre auf etatsmäßige Anstellung, warten muff en, das brauche ich Ihnen nicht auszusühreu, ich brauche blos die Worte: Wohnungsgeldzuschuß Pensionsberechtigung, Reliktenversorgung zu nennen. So sind denn auch, um eine Thatsache an- Sten, eine Anzahl Büreaubiätäre, bie das Glück
t, in dem Examen zum Eisendahnsekretär durchzufallen, in den Direktionsbezirken Erfurt unb Frankfurt noch jüngst wiederum nach kaum nennenSwerther Wartezeit als Büreauasfistenten elatsmäßig ar- gestellt worden und beziehen als solche ein höheres Gehalt als der älteste Büreaudiätar, der vor 5 bis 7 Jahren daS fragliche Examen bestanden hat.
Der vorhin erwähnte Erlaß des Herrn Ministers vom 27. April d. I, welcher scheinbar für die Büreaudiätare günstig lautet, wonach jeweils die drittel Stelle mit einem Büreaudiätar zu besetzen ist, bessert in Wahrheit nur wenig. Es sind, rote schon gesagt, durchschnittlich 60 Stellen jährlich zu besetzen; also würden 20 auf die Diätare unb, ba die Civil- unb die Militäranwärter sich darin theilen, je zehn aus die Militäranwärter kommen.
Ein mir näher stehender Beamter, der schon neun Jahre im Dienst ist, würde hiernach immer noch weitere neun Jahre za warten haben; er hätte im ganzen, da noch sieben Militärdienfljahre dazu kommen, 2 X 9+7 i. e. 25 Jahre biS zur definitiven Anstellung . in warten! (Zuruf rechts.) Der Name steht eventuell jNr Verfügung und die Sache läßt fich ganz genau fest- .
Hiervon sind nach Berückfichttgung der durch 2ob_ re. erfolgten Abgänge Ende noch zu zahlen: 4 0 8
7 750 43
12 020
50
19 736
= 2 584 381
X 30
'$1
Mär, 1900
— 549 511
X 50
— 1 Oll 748
„ 49
— 6 316
„ 80
ff
1 56/ 576
X 70
590 050
H