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verantwsrtlich: An, die Redaktion 3ot. 25a«*, t« Jnftrate 3. Parzelle, in Anita.
mit Ztnterhattungs-Weilage „Issustrirte Sonntags-Zeilungi'
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Jl» 119
JuLöcr, Freitag, den 25. Mai 1900.
27. Jahrgang.
15
(Nachdruck verboten.)
Ans dem Reichstage.
•<*> 201. Sitzung vom 23. Mai 1900, 11 Uhr.
h Die Kaualvorkage läßt gewissen Leuten keine Ruhe. Im preußischen Abgeordnetenhause haben die freisinnigen Abgeordneten Brömel- Stettin und Langerhans-Berlin eine Interpellation eingebracht darüber, warum denn die Regierung den in der Thronrede angekündigten Gesetzentwurf über die Herstellung eines Großschifffahrtsweges zwischen Berlin und Stettin noch immer nicht eingebracht hat? Es ist klar, daß bei der Besprechung dieser Interpellation viel mehr über die große Kanalvorlage geredet werden wird, als über den eigentlichen Gegenstand der Interpellation; und in diesem Sinne kann ja die Beantwortung dieser Frage ganz interessant werden. Die Interpellation und ihre Hintermänner beabsichtigen wohl auch diese Wirkung, denn sie müssen doch wissen, was in allen Zeitungen gestanden hat, daß nämlich sowohl innerhalb der Berliner Stadtverwaltung, als auch in der städtischen Verwaltung von Charlottenburg und auch in Stettin noch Vorverhandlungen über die Bürgschaften stattfinden, die die genannten Städte für die Ausbringung der Zinsen übernehmen sollen.
+ Die Mekeneerrvg der Waarenhäuser hat am heutigen Mittwoch wiederum das preußische Abgeordnetenhaus beschäftigt, diesmal in dritter Lesung. Bei der zweiten Lesung hatte Herr von Miquel gesagt, er könne noch nichts sagen, wie sich die Regierung zu dem Beschlüsse des Abgeordnetenhauses stellen werde, die Steuer für die Waarenhäuser schon von einem Jahresumsätze von 300,000 Mk. an beginnen zu lasten, statt 500,000 Mk. wie es in dem ursprünglichen Regierungsentwurse hieß. Inzwischen hat sich auch das die preußische Regierung überlegt; und „u n a n n e h m b a r" lautete auch hier die Losung. Wem die preußische Regierung damit die größte Freude macht, das kann sie aus der Schlußabstimmung über das Gesetz ersehen: das Gesetz wurde mit der Grenzbestimmung von 300,000 Mark mit allen Stimmen gegen diejenigen der Freisinnigen angenommen. Also zieht Herr von Miquel und mit ihm die preußische Regierung in wirthschaftlichen Dingen an einem Strange mit den Freisinnigen, der rückständigsten aller politischen Parteien in den hochwichtigen Fragen der sozialen und wirthschaftlichen Politik — fürwahr ein Armuthszeugniß, wie es Herr von Miquel sich selbst nicht deutlicher aus-
derselbe Herr Minister in der Mittwochsitzung des preußischen Abgeordnetenhauses gegeben bei der dritten Lesung des Gesetzentwurfes über die Fürsorge-Erziehung Minderjähriger. Dazu hatte das Centrum einen Antrag eingebracht, es möge dafür gesorgt werden, daß die in Erziehungsanstalten untergebrachten Minderjährigen Unterricht und Gottesdienst in ihrer Konfession erhalten. Das ist doch das Wenigste, was wir für die staatliche Fürsorge für unsere Minderjährigen in staatlichen Anstalten verlangen können. Aber auch diese an sich eigentlich selbstverständliche Forderung bezeichnete Herr Minister von Rheinbaben als „unannehmbar", worauf der entsprechende Antrag des Centrums abgelehnt wurde. Was würden wohl Protestanten sagen, wenn ihnen ebenso geschähe? Und das nennt man in Preußen „regieren nach paritätischen Grundsätzen"!
bereit. Mein Wagen nimmt Dich mit. Ziehe aber Deinen Sonntagsstaat an, Du sollst mich zu einem Feste begleiten."
„Ich werde pünktlich sein. Königliche Hoheit!" „Vergiß es nicht!"
„Gott bewahre! Was Königliche Hoheit be- ehlen, behalt ich, wie's liebe Vaterunser."
„Gut, Sepp!"
Er versank wieder in Gedanken. Hier machte er ein Paar glücklich; wie viele Noth gab es noch im Lande zu stillen. Er war der Thronerbe; dermaleinst wollte er seinen Unterthanen em rechter Vater sein. Sein Oheim, der erlauchte ritterliche König, etwas romantisch zwar angehaucht, aber edel bis auf den Kern des Herzens, ging einsam dahin, von Schloß zu Schloß, unverstanden, ungeliebt von einem treuen Weibe. Welches Loos stand ihm bevor?
Deutsches Reich.
Berlin, den 24. Mai.
• Abg. Ar. Lieber hat sich während und nach seiner Krankheit der allgemeinsten Theilnahme zu erfreuen gehabt. Als ein neuer Beweis dafür möge eine liebenswürdige Aufmerksamkeit gelten, die der Aufsichtsrath desNorddeutschenLloyd in Bremen Herrn Dr. Lieber erwiesen hat. Aus dem altberühmten Bremer Rathskeller hat der genannte Aussichtsrath Herrn Dr. Lieber eine Sendung von 25 Flaschen alten Rheinwein zugehen lasten mit dem Wunsche baldiger und vollkommener Wiederherstellung.
h Der Reichstag wird vor Pfingsten noch bis zum Dienstag oder Mittwoch nächster Woche beisammen bleiben und in den Tagen bis dorthin die Unfallversicherungs-Gesetze in dritter Lesung erledigen. Alsdann wird eine kurze Pause gemacht und am 6. Juni wieder mit den Plenarsitzungen begonnen werden. Dann wird zunächst die Flotten Vorlage und wahrscheinlich auch noch das Reichsseuchen-Gesetz erledigt werden. Daß dieses letztere geschehe, ist auch durchaus zu wünschen. Man hofft in parlamentarischen Kreisen, daß spätestens Mitte Juni die Session geschlossen werden kann. — Das Abgeord- netenhaus hat bereits heute feine P fingst- serien angetreten, die bis zum 7, Juni dauern sollen.
X „Maßvolles Werhalte« gegen die Jesuiten," die sich gegenwärtig in Deutschland aufhalten, sollte nach einer Zeitungsmeldung der preußische Minister des Innern, Freiherr von Rheinbaben, in einem vertraulichen Rundschreiben den ihm untergeordneten Polizeibehörden und ähnlichen Organen empfohlen haben. Die Meldung klang ganz wahrscheinlich nach dem unsinnigen Vorgehen gegen Pater Andelfinger in Bochum; ja man sollte meinen, daß eine solche Anweisung an die Behörden an sich etwas sein müßte, das sich ganz von selbst versteht. Wer das aber meinte bisher, hat sich augenscheinlich wieder einmal recht sehr geint. In einem Berliner Blatte, das mitunter M halbamtlichen Notizen benutzt wird, findet sich in auffälliger Druckweise folgende Kund- Hebung:
VIII.
Am Morgen des 14. Juli sah man abermals die Equipage des Prinzen Adalbert durch Schwengau fahren. Auch dieses Mal hielt sie vor dem kleinen Tagelöhnerhäuschen; aber heule war Sepp auch daheim.
Das war eine Freude, als er seinen Prinzen ■wieher begrüßen konnte, und der Prinz schien nicht weniger aufgeräumt. Er holte sich den Sepp als Führer auf der Alm und bot ihn hernach so bei- läufig, ihm doch einmal die Loni zu zeigen. Der Bursche hatte anfänglich Bedenken, wieder auf die Alm zu gehen, aber Prinz Dalbert hatte «ine so liebenswürdige Art, die Bedenken weg- ruscherzen, daß er endlich einwilligte. Man schickte also dos Gespann des Prinzen in bin „Adler", Mett Wirth sich auf diese hohe Ehre nicht wenig eir bildete, und stieg die hohe Alm h.nauf.
Die Bergtour würzte der Prinz, mit allerlei witzigen, unterhaltenden Reden, fo daß Sepp verwundert zuhörte. Wie hatte sich der damalige junge Leutnant gegen heute verändert! Und er selbst? Er war nur ein armer Führer. Zum Herbste mußte er jedenfalls fort und einen Dienst annehmen; es ging nicht anders.
So kamen sie.oben an. Der Prinz musterte wlt Kennerblicken das prachtvolle Rindvieh des Zauern und belobte es. „Aber," setzte er hinzu, hbe« Besitzers Schädel ist noch härter als einer Mer Rindviehschädel!"
„Ja, so geschehe es!" seufzte sie und schlich hinaus.
Die Sonnenstrahlen küßten den jungen kräftigen Burschen zur rechten Zeit wach. AIS er den Kranz, die Pfeife und das Zettelchen sah» da sagte er innig und gerührt:
„Mein gutes, gutes Mütterle!"
Darauf faltete er die Hände und betete. Plötzlich erinnerte er sich des Auftrags vom Prinzen. Hurtig warf er sich in die Kleider, begrüßte sein Mütterchen, nahm die Morgensuppe ein und wartete dann auf den prinzlichen Wagen. Pünktlich fuhr die Kalesche auch oor.
Der MofenHof.
Eine Erzählung aus den Bergen von Carl Cassau.
„Shellock würde das wieder mit seinem blockhead bezeichnet haben," dachte Sepp.
Loni war in der Hütte. Da saß sie auf der Bank uniTruhte sich aus nach gethanec Arbeit. Da§ prachtvolle, lichtblonde Haar, welches in zwei dicken Zöpfen über das bunte Mieder fiel,' die schönen blauen Augen, das länglich ovale, edelgeformte Gesicht, die feine Nase, alles das konnte wohl einen jungen Burschen verliebt machen. Der Prinz sah es und lächelte.
Er ließ sich von Sepp die Loni und die Sennerin Vroni vorstellen, besah die Wirthschaft, versuchte Milch, Käse und Butter und äußerte chließlich gegen Sepp den Wunsch nach einem Sträußchen Almenrausch und Edelweiß.
„Königliche Hoheit," entgegnete Sepp, „diese Pflanzen wachsen höher hinauf."
„Schön Sepp, bringe es nur; ich warte. Leider bin ich das Bergsteigen nicht so gewohnt wie Du; ich will unterdeß etwas ruhen."
Sepp nahm also heimlich Abschied von Loni, kaum aber war er, fort, so rief der Prinz:
„Fräulein Straffer!"
Loni lachte hell auf:
„Sagen's doch kurzweg Loni, Königliche Hoheit!"
„Das schickt sich nicht."
„O doch, sagen's nur so."
„Gut, ich thu's. — Also, morgen ist Sepps Geburtstag?"
„Ich weiß es, Königliche Hoheit; er feiert hn mit dem Vater zusammen; es wird ein irauriger Geburtstag werden."
„Willst Du helfen, ihn zu einem freundlichen zu gestalten?"
„Die von uns jüngst . . . übernommene Notiz, wonach der Minister des Innern in -einem vertraulichen Rundschreiben ... ein maßvolles Verhalten gegen die . . . Jesuiten empfohlen habe, wird uns von bestunterrichteter Seite als von Anfang bis zu Ende erfunden bezeichnet. Es ist weder ein derartiges Rundschreiben, noch sonst irgendwelche Anordnung ergangen."
Nun weiß man es also wieder einmal und der -gereizte Ton, in dem der Osfiziosus sich äußert, hört sich noch dazu so an, als habe es der Herr Minister geradezu als eine Art von Beleidigung empfunden, daß man ihm zumuthete, verständiges Verhalten gegen die Jesuiten empfohlen zu haben. Das ist das sogenannte „Wohlwollen", das die preußische Regierung für die katholische Kirche und für die katholischen Einrichtungen immer zu haben versichert. Einen andern Beweis desselben «igenthümlichen „Wohlwollens" hat übrioens
I ordnung, durch den die Mitgabe von Heimarbeit an Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter der Konfektionsindustrie nach der Beschäftigung in der Fabrik während des Tages verboten wird. — Zwei Anträge auf Wiederherstellung des Paragraphen werden abgelehnt, alsdann der Paragraph selbst.
._ ^?°ch M Meinung eines Theiles der Mitglieder ist die Abstimmung in mißverständlicher Weise vorge- nommen worden. Frhr. Seyk zu Kerrusyeim bittet deswegen um Wiederholung der Abstimmung, was Präsident Graf Aalkestrem als unzulässig bezeichnet nach der Geschäftsordnung.
Abg. Dr. v. Ir«g« (kons.) bemerkt, er habe in Vertretung des Präsidenten die Fragen richtig bei der Abstimmung gestellt und festgestellt, daß beide Anträge und der Paragraph abgelehnt seien.
Abg Singer (sozd.) beantragt, diesen Punkt hinter den nächsten Punkt der Tagesordnung zurückzustellen. Die Abg Dr. Kitz« (Ctr.) und Dr. v. Ireg« (kons.) befürworten diesen Vorschlag, der sodann die Billigung des Hauses findet.
In der Generaldiskussion über die Novelle zum beschwert sich der freikonservattve
Abg. Dr. Arendt über die fortgesetzt bestehende Gefahr der Silberverkäufe. Er will aber für dieses Gesetz stimmen, wenn die von den Abgg. Herold, v. Kardorff und Dr. v. Levetzow beantragte Resolution über die internationale Regelung der Währungsfrage angenommen werde.
Abg. Dr. Hertel (kons.) gibt zu, daß der Vorlage durch die in der zweiten Lesung vorgenommenen Veränderungen „die gefährlichsten Giftzähne ausgebrochen worden feien". Aber deswegen wollen sie doch feine politischen Freunde in ihrer Mehrzahl nicht annehmen. Nur ein Th eil derselben will dafür stimmen, wenn beantragte Resolution angenommen wird.
Die Abgg MSe-Patershausen (B. d. Ldw.) und Dr. Sah« (B. d. L.) sprechen gegen die Vorlage, worauf die Generaldiskussion geschloffen wird.
Bei der Einzelberathung werden alle vier Artikel unverändert nach den Beschlüffen der zweiten Lesung angenommen, ebenso die folgenden, von den Abg. Herold-Fulda (Ctr.), v. Kardorff (frei»
v. Levetzow (kons.) beantragte Re so»
„Ja, Hoheit, und wie gern!" Sepp aber dachte voll Wehmuth daran, daß
,V! .' J>l?nn ’et ""gen früh etwas vor morgen schon fein 28. Geburtstag fei; schon
9 Uhr in Deinem väterlichen Hause. Wenn von über ein Vierteljahrhundert gelebt und nichts
dem Dornbauer und feinem Heirathsantrage die geschafft, das war schlimm! Wenn Loni nur Rede ist, so sage nur immer ja, denn der Dorn-1 sein würde; aber das hatte lange Weile; der
bauer ift — Sepp!" Alte würde feinen Sinn wohl nie ändern.
„Ha;! rief sie bestürzt. Endlich war man in Schwengau. Der Prinz
„Ich habe ihm zum Dank für seine Helden- trank im „Adler" ein Glas Bier und bezahlte that das Gut in aller Stille gekauft, und das | königlich, dann rollte die Kalesche davon. Gesinde wartet des neuen Herrn. Morgen früh Die Nacht brach endlich auch nach diesem werden wir ihn damit überraschen." Tage an und deckte alles mit ihrem Schleier zu.
Sie verabredeten noch vieles, bis Sepp mit I Freude und Leid, Arrnuth und Reichthum, Recht dem erlangten Almenrausch und Edelweiß zurück- unb Unrecht, Lohn und Strafe.
kam. Dann stieg der Prinz mit seinem Führer j * * *
wieder hinab von der Alm. Unterwegs begann er: Mutter Ropp stand vor dem Lager ihres „Höre, Sepp, morgen halte Dich um 8 Uhr ’7$n??en.Fnb ®Wgen. Helle Thränen liefen — — 9 • 4 — - - - 1 tljr über die ehrlichen, runzeligen Wangen, als
sie den Kranz leise auf das Bett legte, die schöne stlberbeschlagene Pfeife nebst Tabak auf den Tisch und dabei ein gedrucktes Sprüchelchen:
„Hoffe auf den Herrn, er wird's wohl machen!"
In erster und zweiter Berathung wird ohne Debatte der zweite Nachtragsetat bewilligt, der zwei «ach K«gka«d verlangt. 8 8 etneS neuen Savek- I A«S dSM Landtage. <Mchd,7L"'L'^W SÄÄS » - 74. Situn, -°m 23. 4».,.
ohne weiteres anzunehmen. — Abg. Atchter (freis. U Uhr.
AEp.) widnspricht dem Anträge, Abg. Dr. fachem Das Gesetz über die Waarenhan-st-ner steht zur hart f ? ' Hraf Nallestrem dritten Berathung. In der Generaldebatte erklärt
hält es für richtiger, daß die dritte Lesung nicht Minister v. Miquel, er wolle die Stellung der Kt^rf8„hlrTmen roerbe' unb diesem Vorschläge Regierung zu den Beschlüffen der zweiten Lesung sofort 1 b®nhnnnre,lmi.Th» ■» » .. klar legen, um die Diskussion nicht unnütz zu verlängern.
Ma^rag"ta1 für di« Nach dieser Erklärung des Ministers ist die veränderte Schntzgeviet« nach kurzer Debatte bewilligt. Steuergrenze von 300000 Mark Jahresumsatz
k , Os folgt die namentliche Gesammtabstimmung über an für die Regierung unannehmbar. Diese Erweiterung h»a®te,8Äb3 b" Annahme des Gesetzentwurfes würde viele Geschäfte treffen, die b 8 « 0e0?P Stimmen gar nicht den Charakter der Waarenhäuser tragen. Dem
® b b,t ”ot längerer Zeit abgebrochene veränderten Paragraph 5 mit der Herabsetzung der Um- k M ^rathung der Novell« z«r Hew«rv-ord«««g satzsteuer bis auf die Hälfte der gesetzlichen Steuerbeträge, ortgesetzt. Von dieser ist noch zu erledigen der in wenn diese 20 v. H. des Reingewinnes übersteigen, will der zweiten Berathung abgelehnte § 137 a der Gewerbe- die Regierung beisttmmen.
stellen kann. Vermuthlich aber arbeitet er selbst im Geheimen darauf hin, das ganze Gesetz zu Falle zu bringen; dann würde sich das höchst eigenthümliche Verhalten der Regierung leicht erklären lassen.
* Dorvikdung der Thierärzte. In der Petttionskommission des Reichstages kam die Petition des deutschen Veterinärraths zur Verhandlung, welcher beantragt, daß als Vorbedingung für die Zulassung zum thierärztlichen Studium nicht mehr, wie seit 1878, die Primanerreife, sondern das Abiturientenexamen gefordert werde. Es wird in der Petition ausführlich hingewiesen auf die gewaltige Ausdehnung der Thierarzneikunde und die gesteigerten Anforderungen an die Thierärzte, sowie auf die Veränderung der Unterrichtsgegenstände auf den Thierarzneischulen. Der Nachtheil der jetzigen Anforderungen bestehe darin, daß sich Personen ohne besondere Neigung für die Thierarzneikunde derselben widmeten, nur weil sie sich unfähig erwiesen, das Abiturientenexamen abzulegen. In der Kommission wurden auch die Bedenken zurückgewiesen, daß sich Abiturienten nicht in genügender Zahl der Thierarzneikunde zuwenden und die Thierärzte mit Abiturientemxamen höhere Honorarforderungen stellen würden. Auch war man der Ansicht, daß es schädlich sein würde, zweierlei Thierärzte zu bilden, d. h. eine höhere Klaffe mit Maturitas für die beamteten Stellen und eine niedere Klaffe für die Praxis. Einstimmig beschloß die Kommission, die Petition wegen Einführung des Gymnasialreife- zeugniffes als Vorbedingung des thierärztlichen Studiums zur Berücksichtigung zu über- ton“f ) 5nb $r weisen. Der Regierungskommifsar nahm Bezug! lution: auf die Erklärung des Staatssekretärs Grafen Der Reichstag wolle beschließen, zu erklären: durch Posadowsky im Plenum vom 13. Januar. Da- Annahme des Gesetzentwurfes betr. Aenderungen im
nach sind die Erwägungen über diese Frage bei SS ^absichtigt der Reichstag keinerlei d-r nod) nid)l °bg.sch,off.k uib ist ÄKJXS&TÄ&Ä: zunächst eine gutachtliche Aeußerung des kaiser- zuführen.
lichen Gesundheitsamts eingeholt worden. _ S” der Gesammtabstimmung wird das ganze
* Stokp i. Vomm.23 Mai (Restern Abend §^letz mit großer Mehrheit angenommen. • nx m1’ r 'n,' Gestern Avenv Dagegen stimmten die Antisemiten, je ein Theil der
wiederholten sich die Ruhestörungen, Polizei Konservativen und Freikonservattven.
und Kavallerie-Patrouillen säuberten die Straßen, Nach dem inzwischen festgestellten Protokoll theilt wobei von der Waffe Gebrauch gemacht werden Präsident Graf Aallestrem mit, daß bei der Abstim- P-„°n-n „erlest wurd-n. |
Der Paragraph bleibt also gestrichen. Die Novelle im ganzen wird mit großer Mehrheit angenommen.
Nächste Sitzung: Freitag 11 Uhr. ZweiterNach- tragselat. Dritte Berathung der UnfallverficherungS-