BHSrim täglich, «.NuSuahmed« Gorm« uad Stitt* 6m«- LierteljShrl. pr»i»
Ohne Bringerloh« rmd Bestellgeld tn Kuldo und «ufr- ^rtSlM.bOPf.
EmwvEtch: gu Hv ÄAtittee 3«f.S«sia.
S» 3.per»«lU» ta Hk
Mit Nvterhallmigs-Beiülge „Issustrirte Sonntags-Zeitungs
JK 114.
Irr^öa, Freitag, den 18. Mai 1900,
27. JahrgMg-
10
(Nachdruck verdaten.)
echte Zehner, in die
*
um Mitternacht an«
fügung des Betrages in den Nennwerth der Aktien, um den inländische Aktien über den Nennwerth ausgegeben werden (Agio bei der Emission).
Bei der Abstimmung wurde dieser Antrag angenommen. Ebenso wurde der eine Antrag des Abg. Müller-Fulda angenommen, die neuen Antheilscheine der Reichsbank zur Stempelsteuer heranzuziehen.
Nach diesen beiden Abstimmungen wurde die Fortsetzung der Berathung auf Freitag vertagt.
fünf blanke Goldfüchslein, Schürze.
*
Die Grünröcke kehrten
verrichteter Sache vom Küchel heim; sie hatten Niemanden gefunden und trösteten fich mit dem nächsten Male. Als sie tiefer in den Wald kamen, sahen sie plötzlich ein Feuer und, um dasselbe gelagert, die ganze Zlgeunerbande, welche wir schon vom Maifeste her kennen. Die Alte >eS Stammes saß auf einem wackeligen Lehnstuhle, den sie irgendwo ergattert hatten, und hielt Gericht über ihre Leute:
„Nistro, Du blanker Junge, stehe auf!"
Alsbald erhob sich ein bildschöner Jüngling, weißer von Farbe ats die Uebrigen, mir schönem Hiar und blitzenden Augen.
„Du hast gelupft (geüohlen) und Dich tapsen (f aff en) lasten; zur Steas' schläfst vierzehn Nächte außerhalb des Lagerkreises".
Er ging beschämt ab.
„Lsiska!"
Der HtosenHof.
Eine Erzählung aus den Bergen von Carl C ass au
Der Andere brummte unverständliche Reden in den Bart. Plötzlich pfiff ihnen etwas um die Ohren, auch hörte man sofort den Knall.
„Daß Dich —" — brummte der Bauer, „ste sind uns nach; spring, Sepp, spring!"
Starken Laufes kamen sie so bis zum Wildsprung.
„Weißt was, Bauer?" meinte Sepp nun, »hier leg' ich mich nieder und erwarte sie. Hast Nichts verloren?"
„Rein! Hier der Stutzen —, da die Lasch' und das Horn; alles da, daß mich nichts verräth."
Darauf schlug Sepp vor:
»Jetzt lass' ich Dich an meinem Seil zum Fall hlnunter, da stellst Dich unter den Bach, wo Dich "einer sieht und Keiner sucht."
„Hab wohl mehr als zehnmal dort gesesim. Stunden lang!"
„Dann mach schnell!"
Sepp wickelte stein Seil los und schlang es Mn einen Felsengrab; der Bauer faßte es und ueß sich hinab.
, Dann rollte Sepp den Strick wieder zusammen, pupste ihn um und legte sich gemüthlich dicht am "^bge nieder, den Bergstecken neben fich.
„Wenn sie nur keine Hunde bei sich haben", murmelte er, „sonst ift er noch verloren!" ( hatte noch keine fünf Minuten gewartet, eJd)On eiu ^rünrock, den Stutzen im
Anschlag, herber; es war Pfilzcr
tretern des Reiches und der Bundesstaaten, sowie der Wetterkunde selbst auch Landwirthe aus verschiedenen Theilen des Reiches theilnehmen. Die Einladungen sollen nach halbamtlicher Mlttheilung in diesen Tagen erlaffen werden. Hamburg ist als Ort der Berathung gewählt worden, weil er der Sitz der Seewarte ist.
* Der fünfte deutsche Ktzaritastag findet in Berlin vom 3. bis 5. Juli ds. Js. statt. Das reichhaltige Programm, das mit seinen Einzelheiten in der nächsten Nummer der Zettschrift .Charitas' veröffentlicht wird, enthält viele wichtige und anregende Fragen. Die Fortschritte der Krankenpflege, wie die Taubstummenversorgung, die Mäßigkeitsbewegung im deutschen Osten, wie die Wirksamkeit und Organisation der Charitas in Berlin und Schlesien, der Schutz der schul- entlaßenen Jugend wie die Frauenfrage werden von tüchttgen Rednern behandelt und zum Theil in allgemeiner Diskussion gründlicher erörtert werden. Dem letztgenannten Gebiete, der Frauen- srage, ist entsprechend seiner Wichtigkeit ein voller Nachmittag gewidmet. Durch ein günstiges Zusammentreffen der Umstände finden in diesem Jahre in vier Hauptstädten Europas allgemeine katholische CharitaSversammlungen statt. Vor dem Berliner tagt der erste österreichische Charitastag in Wien und der Pariser Weltkongreß mit reichhaltigem charitativem Programm. Außerdem soll im Herbst zu Rom eine Tagung der italienischen katholischen Wohlthätigkeitswerke veranstaltet werden. Anmeldungen für den Berliner Charitastag nimmt schon jetzt entgegen: Herr Kaplan Maliske in Berlin N 37.
0 Die Flottenvorlaae in der Budgetkommission des Reichstages.
XL
Es handelt sich in der heutigen Sitzung um die Fortsetzung der Berathung über die Novelle zum Reichsstempelgesetz, nachdem am gestrigen Mtttwoch das eigentliche Flottengesetz in zweiter Lesung angenommen worden war.
In erster Lesung hat die Kommission den Akttenstempel von 1 auf 2 v. H. erhöht. Der Abg. Müller-Fulda (Centr.) stellte heute noch folgende Anträge: 1) der. Stempel für Renten- und Schuldverschreibungen ausländischer Staaten nicht zu erhöhen — 2) auch die neuen Antheilscheine der Reichsbank zur Stempelsteuer heranzuziehen.
Ein großer Theil der Debatte drehte sich um eine Eingabe der „Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft", eine Körperschaft, die sich schon längst den Ruf einer der rücksichtslosesten Vertteterinnen des manchesterlichen Großkapitalismus erworben hat. Dies« Eingabe stellt die Behauptung auf, daß die geplante Erhöhung der Börsen-Umsatzsteuer den gehofften Erfolg nicht haben und einen Mehrertrag nicht liefern werde. Unbarmherzig ging Abg. Müller-Fulda mit dieser Eingabe ins Gericht und bewies unwiderleglich, daß dieselbe von vollkommen unrichtigen Voraussetzungen ausgeht.
Der natl. Abg. Dr. Paasche beantragte, in den Antrag Müller-Fulda, der fich mit den Renten und Schuldverschreibungen ausländischer Staaten beschäftigt, noch die Worte aufzunehmen: „von ausländischen Staaten garantirteu Renten und Schuldverschreibungen."
Auch heute bildeten nur die Herren Eugen Richter und Bebel die Opposition. Die Abgg. Graf Arnim (freikons.), Graf Stolberg (kons.), von Kardorff (freikons.), Dr. Paasche (natl.), Frese (freis. Vg.) brachten auch heute keine grundsätzlichen Bedenken gegen die erhöhte Börsenumsatzsteuer vor, empfahlen dieselbe vielmehr zum Theil noch ganz ausdrücklich. Eine sonderbare, gar nicht sozialdemokratische Rolle spielte Herr Bebel, der sich mit großer Lebhaftigkeit auf die Seite der Börseninteresirn stellte, obwohl er doch als richtiger Sozialdemokrat das Großkapital eigentlich bekämpfen müßte.
Mit großem Beifall wurde von der Mehrheit der Kommission, auch von dem freisinnigen Abg. Frese, eine Ausführung des Centrumsabg. Müller- Fulda ausgenommen, in der dieser die Hoffnung aussprach, daß es möglich werden möchte, im nächsten Jahre das ganze Börsengesetz einer Durchsicht zu unterziehen; und die in demselben enthaltenen unnöthigen Beschränkungen aufzuheben, die nur das Geld vertheuern.
Der freikons. Abg. von Kardorff hat seinen gestern eingebrachten umfangreichen Antrag auf staffelweise Besteuerung der Ausgabe von Aktien nach ihrem Kurswerthe zurückgezogen und dafür den einfachern Antrag eingebracht auf Ein-
V Merkt«, 17. Mai. Der Kaiser wird seinen Aufenthalt in Wiesbaden bis zum 24. verlängern. — Heute Nachmittag empfing der Reichskanzler eine Deputation der Vertreter der Berliner Börse, die die am Samstag in der Versammlung der Börse gefaßte Resolution, sowie das vom Stadtrath Kämpf vorgetragene Referat überreichte. In längerer Unterhaltung ließ sich der Reichskanzler sehr ausführlich über die Verhältnisse und den Geschäftsgang der Berliner Börse informiren. — Der Gesammtvorstand des Reichstages gab gestern Abend in den Räumen des Hauptrestaurantsim Reichstage zu Ehren des Präsidenten Grafen Ballestrem ein Festesten, zu welchem auch die Abg. Wirkl. Geh. Rath Dr. v. Levetzow, der Alterspräsident Dr. LingenS und der Direttor beim Reichstage, Geh. RegierunaSrach Knack, geladen waren. — Der Sitzungssaal deS Abgeordnetenhauses soll umgebaut werden. SDie Baukt-mmisfion deS Abgeordnetenhauses hat am Mittwoch vor der Plenarsitzung akustische Proben deS Sitzungssaales vorgenommen. Die Meinung ging im allgemeinen dahin, daß ein Umbau des Sitzungssaales fich als nothwendig erweise, jedoch neigte man den vom Geh. Baurath Schultze gemachten Vorschlägen zu und ersuchte die Staatsregierung, in diesem Sinne den Umbau des Plenarsitzungssaales auSführen zu lassen. Die dafür aufzuwendenden Kosten werden auf etwa 200000 Mark geschätzt. — Der Kultusminister hat abermals das Gesuch des Stadtverordneten-KollegiumS von Saarbrücken um Genehmigung einer Töchterschule der Borromäerinnen abgelehnt.
O Ao««, 17. Mai. Katholikenversammlung. Der kath. Gesellen verein Hierselbst, welcher dieses Jahr sein 50jähriges Stiftungsfest feiert, hat diese Feier in die Tage der Katholikenversammlung gelegt und wird sie mit einem offiziellen Festakte in der Festhalle am Sonntag den 2. September um 11 Uhr eröffnen. Ebendaselbst wird am Abende desselben Tages die Begrüßung der Theilnehmer an der Katholikenversammlung statt- Blatt, daß er lautlos zusammenbricht und will ihn kunstgerecht ausweiden; da schreit's: „Hast!" Ich nehm den Stutzen und fort lauf ich inS Gebüsch. Die Kugeln pfeifen um mich her, ich aber nit faul, geb auch Feuer, weil ich den andern Lauf noch halt. Das andere weißt schon."
Sie waren beim Tagelöhnerhäuschen: „Laß mich absteig'a, Bauer; b'hüt Gott!" „B'hüt Gott und halt reinen Mund!" „Hab' kein Sorg!"
®as Wägelchen fuhr davon, Sepp aber legte einige Minuten später seinem Mütterlein
X Die Korse» Zlmsatzllener. Vertreter derjenigen Preffe, die stets bereit ist, mit zu „schreien", wenn die armen Börsen-Millionäre das „Schreien" für angezeigt hatten, hatten mit dem Anscheine großer Bestimmtheit die Meldung verbreitet, der Herr Schatzsekretär Frhr. v. Thiel- mann habe zu Mitgliedernder Frankfurter Börse die Aeußerung gethan, er halte die Erhöhung der Börsen-Umsatzsteuer im Interesse der Reichsfinanzen nicht für erforderlich; er glaube vielmehr, mit dem gegenwärtigen Umsatzstempel von 7io vom Tausend auskommen zu können. Mit großem Behagen hatte die,Franks. Zeitung' diese Meldung in die Welt gesetzt, und mit ebenso großem Behagen hatten sie alle die geistesverwandten Blätter nachgedruckt, obwohl ihnen ein wenig ruhige Ueberlegung nach allen den voraufgegangenen Verhandlungen und Aeuße- rungen des Herrn Schatzsekretärs in der Budgetkommission des Reichstages hätte von selbst die Ueberzeugung beibringen müßen, daß die Meldung unmöglich richtig sein konnte. Der Herr Schatzsekretär hatte ja in der Kommission im Gegenteil gesagt, er glaube nicht, daß die Börse unter der Erhöhung der Umsatzsteuer Schaden erleiden würde. Nunmehr hat Schatzsekretär Freiherr von Thielmann selbst mit dieser Unwahrheit aufgeräumt: im Beginne der heutigen (Donnerstags-) Sitzung der Budgetkommisfion des Reichstages hat er die ganze Meldung für „gänzlich aus der Luft gegriffen" erklärt. Die Mehrheit des Reichstages würde sich ja auch gar nicht durch eine solche Erklärung eines Staatssekretärs, wie die angebliche, in ihrem Urtheile haben be- einfluffen lassen.
• Immer neue „Kompensationen": Die nordwestliche Gruppe des Vereins der Eisen- und Stahlindustriellen hat, wie früher schon berichtet, den Antrag gestellt, auch den Moselkanal in die große preußische Kanalvorlage einzubeziehen. Der Wirthschaftliche Verein für Rheinland und Westfalen hat nunmehr beschlossen, diesen Antrag beim Verkehrsminister von Thielen zu unterstützen. Was dem Einen recht ist, ist dem Anderen billig. Also auch der Wunsch, die Mosel- kanalisirung in die Kanalvorlage hineinzubringen, muß als gerecht gelten.
h Zum Ikeischveschangesetz schreibt die ,Germania': Der Kompromißantrag dürfte wahrscheinlich die Mehrheit des Reichstages finden, zumal die Regierung, wie verlautet, erklären sollte, daß sie über den Kompromißantrag nicht hinaus gehen werde. Im Centrum sei man geneigt, dem Kompromißantrage zuzustimmen.
+ Ein welterlekegrapyischer Dienst für die Landwirthschaft ist ein längst gehegter Wunsch weiter Kreise. In diesem Sinne sind neuerdings auch die beiden, das ganze Reich um« fassenden landwirthschaftlichen Körperschaften, der Deutsche LandwirthschaftSrath und die Deutsche Landwirthschafts - Gesellschaft, mit Anträgen an die Reichsverwaltung herangetreten. Nunmehr soll auf Betreiben des Staatssekretärs des Innern, Grafen PosadowSky, zurBerathung über die Einführung eines wetlertelegraphischen Dienstes für die deutsche Landwirthschast binnen Kurzem eine Konferenz nach Hamburg einberufen werden. An dieser Konferenz sollen außer Ver-
Nach einer Sekunde stand Sepp allein. Er lauschte; Alle waren fort. Er ließ also wie verabredet den Strick hinunter und holte den Bauern hinauf.
„Für dieses Mal bist Du gerettet; zwei find zum Küchel, die Uebrigen — siehe da!" Er zeigte zum See hinab.
„Wie soll ich Dirs danken?"
„Dadurch, daß Das Wildern läßt! — Wohin willst Du nun?"
„Ich steig den Hang hinab und umgeh's Küchel; dicht an der Straße hab ich mein Gefährt. Komm mit!"
„Um Dir beizustehen, Bauer, wenns Noth thut."
Sie Heiterten hinab und waren nach einer halben Stunde beim Wagen. Die Rappen wieherten, als sie ihren Herrn erkannten. Die beiden Männer hatten das Gespann bald auf der Straße, saßen auf und fuhren davon.
Es war ein ernstes Gespräch, das sie da sodann führten:
„Laß nun fein, Bauer," meinte Sepp, „'s geht doch halt mal zu bösen Häusern."
„Ja, Sepp, ich muß's versuchen, zu laßen; sie paßen mir za sehr auf die Finger; aber daran ist Niemand schuld als bet Schuft, der Pfilzer; er hielt um die Loni an, und ich zeigt ihm die Thür.«
„So versprich auf Drin Wort, daß Da's laßen willsi!"
„Ich versprech'-. Aber was mich ärgert, das ist der schöne SechSzehnender, den ich ihnen lassen mußt. Grad blaS ich ihm mit dem neuen Stutzen — den alten kannten ste am Knall — Eins ansS
Deutsches Deich.
Berlin, den 17. Mai.
+ Ruhig und sanft gestaltete fich am Mittwoch der Schluß der Sitzung des Ileichslages. Die von manchen erwarteten Schlußeffekte in der Vorahnung der Ereigniffe vom heutigen Donnerstag, bei der fortgesetzten dritten Berathung der lex Heinze, blieben aus. Und so begann die Sitzung heute, ohne daß die eine Seite etwas Genaueres wußte von der Tattik der anderen. Aber die Ueberraschungen blieben auch heute aus: daß die Obstruktion nicht inzwischen schlafen gegangen fein würde, dachten sich die Freunde der lex Heinze im voraus; und daß diese Freunde heute in sehr stattlicher Anzahl im Reichstage versammelt sein würden, wußten die Herren von der Obstruktion auch. Aber der Obstruktion von heute fehlte alle Lebhaftigkeit. Die Redner der Sozialdemokraten, die Herren Genossen Heine, Bebel und Stadthagen, machten ganz ernsthafte Gesichter zu ihren Reden, mit denen sie ihre Anträge, Unteranträge und Nebenanträge begleiteten, so daß ein ganz unbefangener Zuhörer wirklich glauben konnte, es handele fich nicht um eine abgekartete Komödie, sondern um eine ganz ernste und hochwichtige parlamentarische Verhandlung; Herr Stadthagen sogar, der neunzig Minuten lang — nichts geredet, also Worte und Sätze ohne Inhalt ge- sprachen hatte, fand noch einen pathetischen Schluß für seine Dauerrede, bis ihn selbst der Humor packte und er zu dem reichbesetzten Hause sagte: er freue sich, daß niemand ihm widerspreche; er dürfe daraus wohl schließen, daß alle seiner Ansicht seien . . .! Von den anderen Parteien des HauseS redete niemand, weil das zwecklos fein würde. Zum Schluffe kam dann Herr Singer wieder mit seinen An- trägen auf namentliche Abstimmungen: namentliche Abstimmung über beantragten Debatten- schloß, namentliche Abstimmungen über alle Anträge und Nebenanträge — die ganze Litzung verlief also am heutigen Donnerstag ohne jeglichen greifbaren Erfolg. Aber die Herren von der Obstruktion haben gesehen, daß die Freunde der lex Heinze bei jeder Abstimmung vollzählig am Platze sind, und das ist an sich doch sehr viel werth. DaS klare Bewußtsein, schließlich doch unterliegen zu müffen, könnte am Ende beruhigend wirken und ein schnelleres Ende herbeisühren. Mit dem Verlause der Sitzung steigerte sich sogar die Mehrheit, so daß die letzte der fünf namentlichen Abstimmungen die starke Mehrheit von 237 gegen 48 Stimmen ergab. Am Freitag wird die Berathung fortgesetzt.
„Ho, da haben wir ihn!" „Was?" meinte Sepp gedehnt. „Teufel, das iS nit der Rechte!" »'S ist ja der Sepp!" schrie der Zweite, der eben herbeikam.
„Was wollt Ihr von mir?" fragte Sepp etwas gereizt.
„Wo kommst Du her?"
„Geht's Euch etwas an?"
„Nein!"
„So fragt höflich, wenn Ihrs roiffen wollt!" Damit machte er sich bereit, als wollte er weiter.
Aber schon umringten ihn über ein halb Dutzend Grünröcke: „Hast Du hier keinen Wilderer g'sth'n?"
„Wie sieht er aus?" fragte Sepp naiv.
Einige lachten, Pfilzer aber meinte:
„Wenn wir das wüßten. Aber vielleicht wie der Rosenbauer aus Schwengan!"
„Aha!" meinte Sepp darauf wichtig. „Ich omm nämlich vom Küchel, wohin ich heute Nach- mtttag einen königlichen Prinzen geführt. Als ich nun eben hier durch will, höre ich Jemand aufen. 'S war ein großer Mann. Kaum hat er mich aber erblickt, hui, ist er den Hang hinunter; )a unten am See hab ich ihn deutlich im Monden- chein gesehen."
„Jsts auch gewiß?"
„Meint Ihr, wenns der Rosenbauer wär, ich würd ihn schonen?"
„Das ist wahr," meinte Pfilzer weise; 's ist richtig! Vorwärts! Zwei zum Küchel hinab, daß er die Landstraß' nit gewinnt, wir Anderen zum See hinab!"