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außerordentlich günstig für die Nationalisten ausgefallen. In der Provinz haben fast überall die Republikaner die Mehrheit behalte». In Frankreich gibt aber mehr als in irgend einem andern Lande die Hauptstadt de» Ton an; des­wegen bedeuten auch in Frankreich gerade die Wahlen in der Hauptstadt mehr als in jedem andern Lande.

* Masßiagts«, 14. Mai. Bei der Fort­setzung der Berathung der Flottenvor­lage im Senat wies Spooner die von Lodge aufgestellte Behauptung zurück, daß Deutsch­land Eingriffe in die Monroedoctrin beabsich­tige. Spooner fügte hinzu, daß es nie eine Zeit gegeben habe, in welcher die Beziehungen zwischen den Bereinigten Staaten und Deutschland freund­licher gewesen wären, als gegenwärtig. Haie erklärte, er glaube nicht, daß irgend eine Noth- wendigkeit zur Vermehrung der Flotte dadurch gegeben sei, daß man für die unmittelbar besor- stehende oder spätere Zukunft Feindseligkeiten mit Deutschland befürchte. Dieses große Land sei mit den Vereinigten Staaten durch unlösbare Bande in Gestalt von 10 Millionen Menschen deutscher Abstammung verknüpft, welche heute zu den besten Bürgern der Vereinigten Staaten gehörten.

Der Krieg in Südafrika.

Ein weiteres Vorrücken der Engländer wird heute nicht gemeldet. Es scheint also, daß Lord Roberts sich einige Zeit in Kroonst ad aufhalten will, um seinen Truppen Ruhe zu gönnen und Vor- räthe sür den weiterenVormarsch zu sammeln. Kroon- stad ist eine kleine, 4500 Fuß über dem Meeres­spiegel liegende, gesunde Stadt mit ein paar tausend Einwohnern, die Ackerbau und Viehzucht treiben. Von Kroonstad bis zum Vaal, der Grenze von Transvaal, sind 140 km und von dort bis Johannesburg 60 und nach Pretoria 112 km. Das find, verglichen mir den Entfernungen, welche die Engländer bereits zurückgelegt haben, keine langen Strecken mehr, und wenn die Transoaaler sich nicht viel wider­standsfähiger als die Oranje - Buren zeigen, werden die ferneren Schwierigkeiten des Lord Roberts mehr in der Beförderung seiner Truppen als in der Bekämpfung des Gegners liegen. Die Streitkräfte der Buren sind im Verhältniß zu denjenigen der Engländer so winzig, daß weitere Kämpfe wohl nicht zu erwarten sind und auch für die Buren völlig aussichtslos sein würden. Selbst im Osten des Oranje-FreistaateS, wo noch eine größere Anzahl Buren operirt, scheinen ihnen die Engländer an Zahl weit über­legen zu sein, obgleich sich dort nur zwei Divisionen befinden.

i Die Zahl der von Kroonstad nordwärts geflüchteten Buren wird auf 6000 bis 8000 an­gegeben, die Zahl der von ihnen mitgenommenen Kanonen aus zehn bis zwanzig geschätzt. Die Buren waren auf einen Widerstand vorbereitet. Viele Schanzgräben waren gezogen, aber sie ver­ließen dieselben, ohne davon Gebrauch zu machen. Steijn soll alles versucht haben, um die Buren zurückzuhalten und noch am Bahnhofe von Kroon­stad Ansprachen an sie gehalten haben. Er ge- rieth in solche Erregung, daß er die Fliehenden mit Faustschlägen und Steinwürfen zurückzuhalten suchte. Der Landdrost schickte einen Vertreter an Roberts und dieser befahl dem Landdrost, persönlich zu kommen und Kroonstad zu über- peben. Hierauf fand ein festlicher Einzug der Truppen statt. Unter den Klängen der National­hymne zog Roberts in Kroonstad ein, wo auf dem Marktplatze die britische Flagge gehißt wurde. Den Buren ist eS indeß gelungen, ihre Ge­schütze und ihre Munition, sowie den größten Therl ihrer LebenSmittelvorrärhe in Sicherheit zu bringen.

Als Telegramme verzeichnen wir:

* Kroo»S«d, 12. Mai. Präsident Steij« begab sich nach Heilbron, nicht nach Lindley und erklärte Heilbron, nicht Lindley zur neuen Hauptstadt, lieber 400 BurgherS lieferten bie Waffen aus. In Kroonstad und Umgegend verlautet, die TranSvaaler konzenlriren sich am Baalflusse.

* 12. Mai. Präsident Krüger

beabsichtigt, sich nach Lydenburg zu begeben, sobald Steijn, der am 11. dS. Mts. mit Gene­ral Borha Kroonstad »erließ, bei ihm ein» getroffen ist.

Mal! Hab zwar eine Bestellung, aber's Mütterle kann mich zmückrufen, wenn sie kommen! — Hier, Mutter, hast Du den Stutzen, er ist ge­laden. Weißt ja Bescheid damit, schieß'n ab, wenn ich kommen soll."

„Adje, Loni!"

„Adje, Mutter!«

Sie gingen.

»Ich soll nämlich heut," fuhr Sepp im Gehen fort, „einen Prinzen führen, denk Mr, der in ausländischen Diensten General ist. Er ist jetzt auf Hoch-Schwengau, wo er halt herrlich beim König speist. Dann will die Gesellschaft nach Füffen und habet eine Bergtour machen, wobei ich den Führer abgeben soll.«

„Also ein Prinz? Da wirst Du wohl ordent­lich stolz, Sepp?«

„Ach, red' nit so, Loni. Als Soldat hab' ich vor Belfort einen Kameraden gehabt, einen Herrn Offizier, der war auch ein Prinz, dem königlichen Hause ganz nahe verwandt, der hat oft meine Hand gefaßt und gesagt:

„Kamerad Ropp, bleib' fest an meiner Seil' und sag' mir Bescheid, wenn ich einen Fehler mache, denn ich kenne den Dienst noch zu wenig."

* Storrehiikfarm, 14. Mai. Nach einem viertägigen Marsche in östlicher Richtung bis zum Fuße der Helpmakaar-Höhen, die die Front und den linken Flügel der feindlichen Stellung bilden, griff die zweite Brigade am Sonntag den Feind auf der linken Flanke an. Dundonalds Kavallerie bedrängte die Buren im Centrum, während Methuens berittene Infanterie auf dem äußersten rechten Flügel gegen Pomerey vorging, der Feind wartete jedoch den Angriff nicht ab.

* ^ielermaritzvurg, 14. Mai, Mittags. General Buller meldet amtlich, es sei ihm ge­lungen, die Biggarsbergpässe zu be­setzen. Die Besetzung von Dundee wird heute erwartet.

Aus Kirche und Schule.

O 15. Mai. Für die Seelenruhe

der bei dem Unglücke a'uf dem Rheine bei Bingen Ertrunkenen wird von Seiten des hiesigen Priesterseminars am Donnerstag, als am 30. Tage nach dem Unglückssalle, Vor­mittags 7l/t Uhr im Dome ein feierliches Req uiem abgehalten.

O Irrkda, 15. Mai. In der pädagogischen Zeitschrift ,Erziehung und Unterricht' schildert ein Westfale den mächtigen Eindruck gelegent­lich der Fuldaer Lehreroersammlung in der Bonifatiusgruft vom Hochw. Herrn Bischof gehaltenen Andacht. Nach dem Hochamte — fo schreibt derselbe — bewegte sich ein feierlicher Zug, voran der Hochw. Herr Bischof Adalbert Endert, zur Krypta-Kapelle, in welcher unter dem Altäre die Gebeine des heil. Bonifatius ruhen. Es war der hehre Augenblick gekommen, in welchem die Vertreter der Lehrer­schaft von ganz Deutschland und von Stadt und Land Fulda in der Wendezeit zweier Jahrhun­derte am Grabe des großen deutschen Apostels den Dank für die Wohlthaten des verfloflenen Jahrhunderts zum Himmel sandten, um zugleich denselben um Schutz und Hilfe zur künftigen, verantwortungsvollen Erziehungsarbeit anzuflehen. Welche Stätte wäre geeigneter gewesen, die Herzen der Lehrer des deutschen Volkes weihe­voll zu stimmen! Das herrliche Relief-Altarbild aus Marmor zeigte den ergreifenden Augenblick des Martyrertodes des großen Heiligen, während das Marmor-Relief des Altar-Äntipendiums den Moment der einstigen glorreichen Auferstehung versinnbildet. Ein Engel hebt den schweren Deckel des Grabes, und der zur Glorie Er­wachende erhebt sich von seinem Jahrtausende langen Schlummer. Der hl. Bonifatius hat nämlich bei seinem ersten Besuche in Fulda zu seinem Schüler Sturmius gesagt: „Hier will ich begraben fein, hier will ich der Auferstehung harren." Der Hoch«. Herr Bischof stimmte feier­lich das Veni Creator an, betete darauf die Litanei vom hl. Bonifatius htnb empfahl alle, welche hier an dieser hl. Stätte knieten, zur Be­wahrung im Glauben und zur Treue im Berufe dem Schutze des hl. Bonifatius. Dieser Augen­blick wird jedem Theilnehmer unvergeßlich sein, und in der andachtsvollen Stimmung, welche die Augen feuchtete, wird neben dem Gebete für die eigenen Anliegen auch noch mancher GebetSseufzer für diejenigen Amtsbrüder zum Himmel gestiegen fein, in deren Namen man dort kniete. Ein selt­sam schönes Bonifatiuslied — eS war uns West­falen unbekannt, und wir dürfen es wohl rück- sichtlich des EnthufiaSmus, mit welcher es von Klerus, Lehrern und Volk gesungen wurde, daS Fuldaer Nationallied nennen — schloß die ergreifende Feier.

* 14. Mai. Der Hochwürdigste

Herr Bischof von Passau erlitt gestern in Folge eines durch plötzliche Schwäche hervor- gerufenen Falles zur Erde eine nicht unbedeutende Wunde am Hinterkopfe, welche zwar ungefährlich ist, den hohen Kranken jedoch auf längere Zeit zur Ausübung kirchlicher Funktionen unfähig machen wird. Die angesetzte Firmungsreise ist deshalb bereits abgesagt.

-th- Weapsk, 14. Mai. 250 deutsche Pilger sind heute Abend 7 Ubr in Neapel glücklich angekommen. Morgen findet die Be­sichtigung der Stadt und ihrer Sehenswürdig­keiten statt. Am Mittwoch geht's nach Sorrent und Capri.

„Nun guck' einer an! Und daS hast Du nie erzählt?"

„'S ist aber doch wahr. In der Schlacht gegen Bourbaki und die französische Armee, die sich nach Baden und Württemberg 'neinschmug­geln wollte, haben die Feinde den Jüngling ver­wundet. Da dauerte mich das junge Blut; ich hab' ihn in den Arm genommen und mitgeschlkppt bis in die Schanze. Die Franzosen sind mir hinterher gewesen, aber ich hab' ihn doch gerettet. Nachher hab' ich den Schuß in die Schulter ge­kriegt, wurde in'S Lazareth geschafft und hab' meinen Ojfizier nie wieder gesehen, auch nichts von ihm gehört."

„Das war undankbar, Sepp."

„Wer weiß, ob er nit tobt ist?"

Sie waren bis an den Almpfad gekommen, als ein Schuß fiel.

„Nun rufen sie mich doch! Leb wohl, Loni; tch besuch Dich da oben, wenn ich frei hab. Mir jat der Nosenbauer nix zu sagen! B'hüt Gott!"

„B'hüt Gott, mein Sepp."

Sie nahmen Abschied und er schaute ihr noch nad., bis sie um den Vorsprung verschwunden war, dann kehrte er schnell zurück. (F. f.)

Stadtverordneten - Versammlung.

& Fulda, 15. Mai.

Der regelmäßigen Sitzung der Stadtveroro- neten - Versammlung wohnten gestern Abend 24 Stadtverordnete bei; als Vertreter des Magistrates war Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni an­wesend. Auf der Tagesordnung standen 13 Punkte.

Beginn der Sitzung 1I»8 Uhr.

Der Vorsitzende Herr Stadtverordneten-Vor- steher Halb leib theilte mit, daß der Stadt ein Darlehen angeboten worden sei, worüber heute Abend noch eine Antwort erfolgen müsse, weshalb dieser Gegenstand, der nicht mehr auf die Tages­ordnung gesetzt werden konnte, zuerst verhandelt werden müsse. Es handelt sich um ein Darlehen von 200,000 Mark, die von der Firma Haas en- gier & Co. in Halle angeboten sind zu 4"/«Zin­sen, l°/e jährliche Tilgung, auf 5 Jahre unkündbar und 1 °/0 Abschlußprovision. Mit Rücksicht auf diese Bedingungen, die bei der heutigen Lage des Geld­marktes sehr günstig find, wurde das Angebot einstimmig angenommen und dieses der Firma sofort telegraphisch mitgetheilt.

Darauf trat man in die Berathung der Tagesordnung ein.

1. Angebot eines Darlehens an die Stadt. Von der schon genannten Firma in Halle ist ferner der Stadt ein Darlehen von 100000 Mk. angeboten zu 4°/0 Zinsen, 1 °/0 jährliche Tilgung und 3/* °/o Abschlußprovision. Auch dieses Angebot wurde einstimmig genehmigt, nachdem der Referent mitgetheilt, daß die im März d. I. bewilligte Anleihe von 1 Million Mark und ebenso die später bewilligte Anleihe von 6—700000 Mk. nicht zu Stande ge­kommen seien.

2. Einladung zur 14. Hauptver­sammlung des Vereins katholischer Lehrerinnen. Der genannte Verein, der 4500 Mitglieder zählt, hält zu Pfingsten d. Js. hier in Fulda seine 14. Hauptversammlung ab und hat zur Betheiligung an derselben die Mit­glieder der Stadtverordnetenversammlung ein« geladen. Die Einladung wurde zur Kenntniß genommen.

3. Festsetzung der jährlichen Ver­brauchssteuer von Obstwein zweier hiesigen Firmen. Die Firma A. Berta Sohn hat in den letzten drei Jahren durchschnitt­lich 4936 Siter Obstwein verbraucht, was einem Steuersätze von 74,04 Mk. entspricht. Die Firma Gebr. Seum hat in denselben drei Jahren durch­schnittlich 462 Liter Obstwein verbraucht, was einen Steuersatz von 6,93 Mk. aus macht. Die Veranlagung zu diesen Durchschnittssteuersätzen für die 3 nächsten Jahre wurde für die beiden Firmen ohne Debatte genehmigt.

4. Bericht über die Ein- und Aus­gänge der städtischen Sparkasse. Der übliche Bericht über den Monat April wurde zur Kenntniß genommen.

5. Mitgliederoerzeichniß des Djar- lehnskassen ver eins Petersberg und Vorlegung der Bilanz. Das Verzeichniß wurde zur Kenntniß genommen und bot zu keinen Bemerkungen Anlaß.

6. Antrag auf Gewährung eines Entgeltes als Anerkennung für die von der hiesigen Regimentskapelle ge­leisteten Promenaden-Konzer te. Der Stadto. Knittel beantragte für die Kapelle eine einmalige Gratifikation von 500 Mark. Der Antrag, welcher dem Magistrate noch nicht vorgelegen hat, wurde von der Versamm­lung angenommen.

7. Löschungsurkunde. Lin Kapital der städtischen Sparkasse von 2000 Mk. ist zur Rück­zahlung gekündigt worden. Die Ausstellung der Löschungsurkunde wurde genehmigt.

8. Ordnung betr. die Erhebung eines Zuschlages zur Reichsbrausteuer und einer Biersteuer in Fulda. In der Sitzung vom 9. April b. I. war diese Ordnung einer Kommission zur Vorberathung überwiesen worden. Diese Kommission beantragt nun, den § 1 der Ordnung dahin abzuändern, daß der Zuschlag zur Reichsbrausteuer in der bisherigen Höhe (1,25 Mk. von 50 kg Malzschrot) erhoben werden soll. Die Versammlung nahm diesen Antrag einstimmig an. Da damit eine wesent­liche Aenderuna der Ordnung beschlossen ist, zog der Herr Oberbürgermeister im Namen des Magistrats die Ordnung zurück, um eine neue Ordnung vorzulegen, die den Wünschen der Stadtoerordneten-Versammlung entspricht.

9. Nachbewilligung von 3090,19 Mk. alsFehlbetragin der Realschulrechnung. Nach den bestehenden Abmachungen hat die Stadt die Fehlbeträge in der Rechnung der Realschule zu decken und demgemäß wurde die Vorlage ohne Debatte genehmigt.

10. Üebernahme eines am Sorten« brunnen gelegenen dem hl. Geist- Hospitale gehörigen Landes in städtisches Eigenthum undFestsetzung der hierfür zu leistenden Entschädigung. Um den Gartenbrunnen vor Verunreinigmigen zu schützen, beantragt der Magistrat, daß eine Parzelle von 174 qm, die die Stadt bisher in Pacht hatte, in städtisches Eigenthum übernommen werde und dafür eine Entschädigung von 100 Mk. aus der Stadtkaffe in die Kaffe des hl. Geisthospitals übergeführt werde. Die Versammlung genehmigte den Antrag einstimmig ohne Debatte.

11. Ordnung zur Ausführung des Ge­setzes, die Anstellung und Versorgung der Kommunalbeamten betreffend, und Vorschrift zur Ausführung des § 6 dieser Gesetzes. Auf Antrag deS Referenten

wurde dieser Gegenstand von der TageSordnun abgtsetzt.

12. Zeichnung für den bewilligte» Skrubber in der Gasfabrik. Bei der Be. willigung der Kosten für den Skrubber bei Ge­legenheit der Etatsberathung war die nachträg. liche Vorlegung der Zeichnung gewünscht worden. Diese Zeichnung lag nun vor und wurde zur Einsicht genommen.

13. Herstellung eines Ein- und Aus. fuhrweges für den Saalbau und Um änderung der Schloßgarten-Mauer.Dieser Gegenstand lag schon in der Sitzung vom 15. Mär d. I. zur Berathung vor; es wurde damals di Vorlegung eines genauen Kostenanschlags gewünscht Diesen Wunsch hat der Magistrat nunmehr er­füllt. Der Referent beantragte, die Angelegenheit der in der damaligen Sitzung gewählten Kommission zur Vorberathung zu überweisen. Die Versamm­lung beschloß demgemäß.

Schluß der Sitzung 3/«9 Uhr.

Aus dem Aachdargekiet.

O KämmerzeK, 14. Mai. Gestern konnte die ,Fuld. Ztg.' von der Einweihung einer schöne« Muttergottesstatue an der Milseburg melden. Etn Gegenstück hierzu ist eine überaus hübsch* Josephsstatue, die vor acht Tagen hier »- Kämmerzell eingeweiht wurde. Der Stifter, 6err

Lokales.

Fulda, 15. Mai. I

□ Gestern und heute ist auf den hiesigen Maupkätze« wenig, zum Theil gar nicht gearbeitet worden; ein Theil der Bauarbeiter hat bekanntlich nach regelrechter Kündigung die Arbeit eingestellt und die anderen haben nad) Rücksprache mit den Arbeitgebern, um Z Mistig feiten mit den Feiernden zu vermeiden, auf 2 bis 3 Tage die Arbeit ausgesetzt. Wie das Zahlen verhältniß der Streikenden zu den Weiter- arbeitenden liegt, konnten wir nicht feststellen. Bei Herrn Baumeister W eg en er liegt die Sache folgendermaßen: Derselbe beschäftigte hier in Fulda292 Mann (einschließlich 48 Erdarbeitern); davon haben am 28. April 94 Manu gekündigt, die Kündigung wurde von 25 Mann wieder zurückgezogen und demgemäß gingen am 11. Mai 69 Mann ab. Von dem verbleibenden Arbeiter- beftenbe (175 Maurer und 48 Erdarbeiters arbeiten heute 63 Maurer und 46 Erdarbeiter) die übrigen werden morgen die Arbeit wieder ausnehmen. — Herr Baumeister Ernst Kramer beschäftigte im Ganzen hier 203 Mann, davon hatten 85 gekündigt, 19 zogen die Kündigung zurück; es bleiben also beschäftigt 137 Mann, von denen etwa 30 heute noch die Arbeit ruhen laffen. — Herr Val. Hillenbrand beschäftigte im Baugewerbe 130 Mann einschließlich der Handlanger, Lehrlinge und Erdarbeiter, davon hatten 35 Maurer gekündigt; 15 haben ohne Kündigung die Arbeit „au8 Furcht" vorläufig eingestellt. ES arbeiten heute infolgedessen außer den Erdarbeitern und einigen Handlangern gar keine Leute. (Die angegebene Furcht vor den Streikenden halten wir für unbegründet, da wir- nicht annehmen, daß die Streikenden sich zu Bus-i schreitungen hinreißen lassen werden. D. 9teb.)

(*) Das „Irnnkfnrler Molksstkatt be. müht sich weiter, die „Fuldaer Zeitung" bei den hiesigen Arbeitern herabzuwürdigen. Auf das lange Geschreibsel näher einzugehen und all die falschen und schiefen Darstellungen richtig zu stellen, lohnt sich nicht der Mühe, zumal das Frankfurter Blatt selber zu fühlen scheint, daß es von den hiesigen Verhältnissen keine blasse Ahnung hat. Nachdem es nämlich gar weidlich über die Redaktion der .Fuldaer Zeitung' ge­schimpft hat, erklärt eS nab: Wer schimpft, hatN Unrecht! Wir haben dem nichts hinzuzufügen IN

Das Trompeterkorps deS Feld-W artillerie-RegimentS Nr. 47 wird ine dieser Sommersaison sechs JUottwenieti'sfioit-e zerle veranstalten, und zwar im SchloßgartenM im Garten der „Harmonie" und auf „Bellevue"M Diese Konzerte sollen sämmtlich an Wochentagen! stattfinden. Die Listen zum Einzeichnen sind» bereits in Umlauf gesetzt. Bei den anertanntÄ hervorragenden Leistungen der Kapelle darf man» auf eine recht zahlreiche Betheiligung am Abonne-W ment rechnen. Falls die Witterung sich günstig I gestaltet, soll das erste Konzert schon im Laufe» der nächsten Woche stattfinden.

f Das Wohvh««» Kronhefstraße Rr. 89» ist durch Kauf in den Besitz des Schreiners a. B.W Adam Faulstich übergegangen. Der KaufpreisV soll 12 000 Mark betragen.

* Die alljährliche Femhraltzs-Konferenz,» die sich diesmal auf die Landräthe der Reg.-Bez.I Kaffe! beschränkt, wird in diesem Jahre in Esch-W wege, und zwar am 13. und 14. Juni statt-W finden. Für den Vormittag des ersten Tages istW eine geschäftliche Zusammenkunft im Kreistags-W saale, für den Nachmittag eine Fahrt nach SoodenW in Aussicht genommen ; der folgende Tag soll durch ■ eine Wagenparthie nach dem Meißner ausgesülllW werden. Zum geschäftlichen Theile der Zusammen-W kunst haben Referate bereits zugesagt die Herren ■ Landrath von Beumbach - Gelnhausen (Klein-W bahnwesen), Landrath vonSchwertzell - Ziegen- ■ Hain (Maßregeln zur Hebung der Rindviehzucht) I und Landesrath Schröder (Wichtige Fragen auf | dem Gebiete der land- und forstwirtbschastlichef I Unfallversicherung); außerdem wird Herr San? I rath von Kendell- Eschwege über die im dortigW Kreise zur Einführung gelangte Unterhaltung d6 I Landwege refeuren.