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„Wüßt nit, was Ihr hier zu schaffen hättet."
„Unb doch ist's so. Ist's erlaubt, näher zu treten?"
«Wenns sein muß?"
„Es muß sein."
„So kommt herein."
Sie setzten sich.
„Rosenbauer", begann her Grüne, „was ich mit Euch zu besprechen hab', braucht keiner zu hören."
„Red nur, vor meinem Weibe habe ich keine Geheimniffe."
„'S ift, aber doch halt beffer."
Die Bäuerin stand auf und ging ins Haus.
„Nun, Herr Grünrock?"
„Ihr habt mich neulich wegen meines guten Rathes tüchtig angeschnauzt."
„Hm, hm."
„Ich weiß aber was, ich weiß: Ihr wildert doch."
Der Bauer lachte höhnisch.
„Ihr mögt's, ich willS nicht sehen."
„Sehr gnädig, und dafür verlangt Ihr?—"
„Die Hand Eurer Tochter Loni; meinen Schwiegervater werd' ich doch nit zur Anzeig' bringen."
Der Rosenbauer stand auf:
„Und Ihr, Grünrock, wagt, mir das auf meinem Grund und Boden zu sagen? Potz Tausend! Daß Euch das Donnerwetter —! Wollt Ihr naus aus meinem Hofe, oder soll ich Euch mit Hunden hetzen? — nauöl"
Der Grüne hatte sich auch erhoben:
»Ich geh, aber für die Schande sollt Ihr mir büßen, verlaßt Euch d'rauf. Krieg' ich Euch
gefaßt beim Pürschen, dann sei Euch Gott gnädig."
Er schritt zum Hofe hinaus.
Kaum hatte sich der Jäger entfernt, so erschien Frau Elisabeth. Sie war weiß wie Schnee.
„Martin ist's wahr, daß Du wilderst?"
Er brummte etwas in den Bart, dann ging v*r, ohne Rede und Antwort zu stehen, ins Haus.
§r«u Elisabeth folgte ihm niedergeschlagen, nach.
IV.
Der Rosenbauer war augenblicklich in schlechter Laune, trotz des prachtvollen Junimorgens, der über der schönen Gegend lachte. Er brummte fortwährend über dieses und das, so daß ihm Alle scheu auswichen. Jetzt bekam er Loni zu Gestcht.
„Loni!"
-Was willst Du, Vater?"
Wie sah das arme Mädel vergrämt aus; die Wangen waren welk und blaß, sein ganzes Aussehen krankhaft. Er sah sie voll Mitleid an.
„Loni, wenn Du den Peter Rößler, des Stadelbauers Sohn, nicht magst, so brauchst Du ihn nicht zu nehmen; zwingen will ich Dich nit!"
„Dank Dir, Vater; Du weißt, ich lieb halt nur Einen!"
„Den ich Dir nit geben kann, das mußt Du doch einsehen, Mädel! Die Erbin vom Rosenhof und ein Knecht, das paßt halt nit zusammen!"
Sie seufzte und ging.
„Loni!"
Sie kehrte gehorsam um.
„Du stehst den Sepp heimlich; ich will's nit! Denk daran!"
„Ich will's versuchen, Vater, ob ich'S aushalt', ihn nit mehr sehen zu können!"
Run ließ er sie gehen. Dabei brummte er in sich:
„Es ist ein gutes Mäd'l, das weiß Gott l Aber geben kann ich ihr doch den Sepp nit I Nein, nun erst recht nit! Die Ehr hat auch ihre Rechte!"
Er ging gedsttkettörkk Über lüti Hof in deck Stall. Kaum öffnete er aber die Thür, sö schoß eine dunkle zerlumpte Gestalt aus einer Ecke empor und fuhr auf das offene Fenster der gegenüberliegenden Wand zu. Zuspringen und bett Strolch packen, war für Martin Straffer da« Werk eines Augenblicks. Im Stalle standen sechs wohlgepflegte Pferde. Voll Zorn schüttelte er jetzt den Kerl, riß ihn auf den Hof an das Tageslicht und erkannte in ihm einen der Zigeuner, die sich seit dem Maischießen in der Gegend herumgetrieben hatten:
„Strolch, was hast hier zu schaffen? — Ge- steh'S, was hast mit den Gäulen gemacht?"
Der Zigeuner war eine kleine schmächtige Gestalt, die den Riesenkräften des breitschultrigen: Rosenbauers nicht zum zehnten Theile gewachsen war. Er wand sich unter den würgenden Griffen seines Gegners und sprudelte endlich die Worte heraus:
„Gigo ist ein ehrlicher Zigeuner, haben nix gestohlen, haben nix gemacht, wollen nur schlafen im Schatten!"
„Du Racker, da hättest sollen in den Walt» gehen!"
„Gigo will nicht kommen wieder in Hof, laG Gigo gehen zu Leuten, {einigen!"
mit NnterHakkungs-Aeitage „Ikluffrirte Ssrmkags-Aeümtg?
M no
Jutta, Montag, bett 14. Mai 1900.
27. Jahrgang.
tages vom Präsidenten Grafen von Ballestrem gekennzeichnet worden. Während der nächsten Tage hat das Haus noch mit der zweiten Lesung der Unfallverficherungsgesetze zu thun, die nach wie vor recht langsam vom Flecke kommt. Die Flottenvorlage steckt noch in der Kommission; es ist also keine Aussicht vorhanden, sie vor Pfingsten noch zu erledigen. Vor dem Feste sollen nach den Unfallversicherungsgesetzen erledigt werden das Fleischbeschaugesetz, die lex Heintze, die Gewerbenovelle, die Nachtragsetats. Dann sollen ganz kurze Pfingstferien gemacht und nach diesen soll die Flottenvorlage vorgenommen werden. Wie die Dinge einmal liegen, kann leider vor dem Feste ein Schluß der Tagung nicht mehr erzielt werden. Unter solchen Umständen müssen die Betheiligten damit zufrieden sein, daß wenigstens der von nationalliberaler Seite vorher betriebene und angeblich auch von der Regierung befürwortete Plan längerer Pfingstferien und einer Tagung bis in den Hochsommer hinein nicht zur Ausführung gelangt. Dem Präsidentin des Reichstages steht es nach der Geschäftsordnung frei, Besprechungen über den Arbeitsplan des Reichstages nach Belieben zu veranstalten. Die Angriffe, die der sozialdemokratische Abgeordnete Singer unter dem Beifall der Sozialdemokraten und der Freisinnigen in der heutigen (Sonnabend-) Sitzung des Reichstages gegen den Präsidenten Grafen Ballestrem deswegen richtete, weil dieser nicht auch Vertreter der Sozialdemokraten und der Freis. Volkspartei um ihre Meinung befragt habe, sind deswegen vollkommen unberechtigt. Graf Ballestrem hat auch die überwiegende Mehrheit des Reichstages und des Volkes auf seiner Seite für die Gründe, die er für fein Handeln gegen Herrn Singer ins Feld führte: diese Gründe liegen in der gewaltthätigen Obstruktion, durch die die Mannen der Herren Singer und Eugen Richter die Berathung der lex Heintze unmöglich machten. Wer so gegen alle hergebrachte Ordnung im Reichstage verstößt, muß sich dann auch gefallen laffen, daß er danach behandelt wird.
X Aas Kompromiß im Ak-ifchSefcha« Gesetze nach den Vorschlägen des konservativen Abg. Graf Klinckowström, das die Einfuhr von Pökelfleisch unter den bekannten Bedingungen gestatten will, hat nach einer Mittheilung bet .Deutschen Tagesztg.' in ber konservativen Reichstagsfraktion nicht bie Mehrheit gefunden. Das Kompromiß haben 18 konservative Reichstags- Mitglieder unterschrieben, ein anderer Antrag aber hat bereits 27 Unterschriften gefunden. Dieser Antrag stellt sich auf den Boden der Beschlüsse des Reichstages in zweiter Lesung, mit dem abmildernden Unterschiede, daß er nach dem 31. Dezember 1903 nicht mehr ein Verbot der gesummten Fleischeinfuhr, sondern für die Zeit nach diesem Termin eine gesetzliche Neuregelung etwaiger Ausnahmebestimmungen verlangt. Jedenfalls will die Mehrheit der konservativen Partei an dem Verbote der Einfuhr von Pökelfleisch festhalten. ES kommt nur darauf an, wie die anderen Parteien zu diesen beiden Vorschlägen sich stellen werden. Die verbündeten Regierungen sollen bereits fast alle für das Kompromiß des Grafen Klinckowström gewonnen sein.
* In der Novelle zum Gesetze über den Schutz des Alrheverrechtes an Erzeugnissen der Photographie, die gegenwärtig im Reichs- Justizamte ausgearbeitet wird, soll das Recht des Bestellers am eigenen Bilde festgestellt und die öffentliche Ausstellung eines Bildes ohne ausdrückliche Erlaubniß des Bestellers bei Strafe verboten werden. Bisher konnte eine Bestrafung nur erfolgen, wenn mit der Ausstellung eine offenkundige Absicht der Beleidrgung verbunden war.
* Nach der im Reichs-Versicherungsamte gefertigten Zusammenstellung betrug die Zahl der seit dem 1. Januar 1891 bis einschließlich 31. März 1900 von den 31 Versicherungsanstalten und den 9 vorhandenen Kaffeneinrichtungen bewilligten Invakideareate« 508121. Davon sind infolge Todes oder Auswanderung der Berechtigten, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit, Bezuges von Unfallrenten oder aus anderen Gründen weggefallen 164 780, sodaß am 1. April 1900 liefen 343 341 gegen 324 319 am 1. Januar 1900. Die Zahl der während desselben Zeitraumes bewilligten Altersrenten betrug 361614, davon find infolge Todes oder Auswanderung der Berechtigten oder aus anderen Gründen weggefallen 166 745, sodaß am 1. April 1900 liefen 194 869 gegen 195 133 am 1. Januar 1900. Invalidenrenten wurden seit dem 1. Januar 1900 bewilligt 1375, davon sind infolge Todes, Wiedererlangung der Erwerbsfähigkeit ober aus anderen Gründen weggefallen 117, sodaß am 1. April 1900 liefen 1258. Beitragserstattungen sind bis zum 31. März 1900 bewilligt a) an weibliche Versicherte, die in die Ehe getreten sind 465 333 gegen 428 444, b) an versicherte Personen, die durch einen Unfall dauernd erwerbsunfähig im Sinne des Jnvalidenversicherungsgesetzes geworden sind 84 gegen —, c) an die Hinterbliebenen von Versicherten 106 486 gegen 97 736, zusammen 751903 gegen 526180 bis zum 31. Dezember 1899.
h. Aer Totalisator bei den Rennbahnen bat angeblich einen Beschützer gefunden in der Gestalt des preußischen landwirthschaft- lichen Ministeriums. Vertreter desselben werden bei der zweiten Lesung der Flottenoorlage in der Budgetkowmission des Reichstages erwartet, um gegen die Heranziehung deS Totalisators zu der verdoppelten Lotteriesteuer zu sprechen. Es würde nichts Ungerechteres geben, als eine solche Begünstigung des Totalisators. Wo nicht einmal Lotterien zu mildthätigen Zwecken von dieser Abgabe frei bleiben sollen, kann, wenn alles gerecht zugeht, unmöglich der Totalisator befreit werden. Es ist nicht anzunehmen, daß daS genannte Ministerium Erfolge mit feinem Bemühen erzielen werde; eS würde vielmehr klüger thun, die unvermeidliche Niederlage sich zu sparen und feine Finger nicht zwischen diese Thür zu stecken.
* Ein Einkommen von mehr als 3000 Mark hatten nach der Statistik deS Jahres 1899 in Preußen 390 957 Een fiten (physische Personen), wovon 301.088 in den Städten, 89 869 auf dem platten Lande veranlagt sind. Seit 1892 ist die Zahl der Censiten mit mehr als 3000 Mk. Einkommen von l,060/0 der Bevölkerung bis 1899 auf l,19o/o gewachsen und auf dem platten Lande von 0,44 auf 0,47<>/0.
Deutsches Kelch.
Berlin, den 12. Mai.
-4- In gewitterschwüler Stimmung begann am Samstag bie Sitzung des Alsichstages. Der sozialdemokratische Abgeordnete Singer, der seit den Obstruktionstagen bei der lex Heintze der Sprecher der gefammten Sozialdemokraten unb Freisinnigen geworben ist, hatte Freitag am Schluffe der Sitzung den Vizepräsidenten Schrnibt nach bem Geschäftsplane des Reichstages gefragt unb es gerügt, daß nicht der Seniorenkonvent zusammenberufen worben sei, um über diesen Geschäftsplan zu berathen unb Beschluß zu fassen. Wie man sich in bet Wandelhalle erzählte, war er von Herrn Eugen Richter als Marschall hinter der Front dazu aufgeputscht worden. Herr Schmidt konnte nichts anderes als bie Wahrheit sagen, bie Jedermann kennt, daß nämlich bie Flottenvorlage noch in der Kommission steckt und zur weiteren Verhandlung im Plenum gar nicht reif ist. Präsident Graf Ballestrem gab aber heute Herrn Singer noch eine andere Antwort, eine sehr verdiente schneidige Antwort: Herr Singer hat kein Recht dazu, diese Frage zu stellen, denn ganz allein in den Befugnissen des Präsidenten steht es, den Senioren- konvent zu berufen oder nicht und diesem zur Berathung zu unterbreiten, was ihm beliebt. Daß nach der wüsten Obstruktion der Sozialdemokraten und Freisinnigen bei bet Berathung ber lex Heintze unb nach bem Mißbrauche, ben sie sich dabei mit bet parlamentarischen Geschäftsordnung erlaubt haben, jetzt nicht viel Lust dazu obwaltet, auf die Herren von ber Obstruktion allzu viel zarte Rücksicht zu nehmen, ist boch wohl nicht rounbetbar; unb sicherlich wäre es Henn Singer nach vollbrachter That lieber gewesen, wenn er Hch von bem schlauen Herrn Eugen Richter nicht zum Sturmbock gegen bas Präsidium hätte brauchen laffen. Die ihm widerfahrene Abfertigung faß, und recht kleinlaut klangen bann einige Entschuldigungen, bie Herr Singer wohl ober flbel vorbringen mußte, um sich wenigstens mit einigem Anstanbe „aus ber Affäre zu ziehen". — Die zweite Berathungber Unsallversiche- rung für bie Laub- unb Forstwirth- sch aft ist bis zum zehnten Paragraphen gebiehen; damit ist etwa ber neunte Theil des Gesetzes iburchberathen, allerbings einer ber wichtigsten Theile, ba in biefen ersten Paragraphen festgesetzt werben ber Umfang ber Versicherung und bie Berechnung ber Rente für bie verschiedenen Eaffen der Versicherten: Betriebsbeamten, Fach- tfirbeiter und andere Arbeiter und Personen in Nebenbetrieben und häuslichen Verrichtungen. Auch § 9 ist wichtig: dieser bestimmt, daß bie diente ober ein Theil betreiben in Naturalleistungen umgewandelt werden kann.
>< A-r Oeschäst-pka« des Reichstages Wr die letzte Zeit dieser Tagung ist bei Beginn der heutigen (Samstags-) Plenarsitzung des Reichs-
Aus dem Reichstage.
192. Sitzung vom 12. Mai 1900, 1 Uhr.
Bor Eintritt in die Tagesordnung kommt
Präsident Graf Kastestrem auf eine Anfrage zurück, Die Abg. Singer gestern am Schluffe der Sitzung an den Bi,epräsidente» Schmidt richtete: Der Präsident hat allein das Recht zu entscheiden, wenn er Konferenzen abhalten und was er darin zur Berathung bringen will. Dieses Recht muß auch dem Präsidenten für die Zukunft vorbehalten bleiben. Es hat nur eine freie Besprechung mehrerer Personen stattgesunden, zu der auch Herren hinzugezogen wurden, die ;nicht tm Centrum fitzen. Eine Umgehung des SeniorenkonveutS kann darin nicht gesehen werden. Ein Seniorenkonvent ist in der Geschäftsordnung nicht vorgesehen; derselbe beruht nur auf Gewohnheitsrecht, und es ist Sache deS Präsidenten, ihn zu Rathe zu ziehen. Wenn nun einzelne Parteien es sich zur Aufgabe gemacht haben, bestimmte parlamentarische Geschäfte durch das zu erschweren, was man im Leben Obstruktion nennt, dann ist eine segensreiche Mitwirkung von dem Seniorenkonvent nicht zu erwarten. Aber Herr Singer kann beruhigt sein: Beschlüsse find in jener Besprechung nicht gefaßt worden; ich habe nur den Herren aus- etnandergesetzt, wie ich mir die Abwickelung der Geschäfte denke. Hätte Herr Singer sich an mich gewendet, so würde ich ihm gerne dieselbe Auskunft ge- geben haben. Nach den Unfallvcrsicherungsgesetzen werden, da die Flottenvorlage fich noch in der Kommission befindet, die anderen noch nicht erledigten Gegenstände auf die Tagesordnung gestellt werden: Fleischbeschaugesetz, lex Heintze, Gewerbenovelle und die Nachtragsetats. Dann werden ganz kurze Pfingstferien gemacht, und gleich nach dem Feste wird der Reichstag zur Erledigung der Flottenvorlage zusammentreten. (Beifall rechts und im Centrum.)
Abg. Singer (sozd) dankt dem Präsidenten dafür» daß er dem Hause mitgetheilt hat, was er mit einzelnen Mitgliedern desselben verabredet habe.
Präsident Graf Aastestrem erwidert: Es ist nicht- verabredet worden. Ich bitte den Herrn Abgeordneten, mir das zu glauben, was ich sage, so lange ich auf diesem Platze fitze. (Lebhafter Beifall rechts und im Gentrum.)
Abg. Singer verwahrt sich dagegen, Zweifel in die Worte des Präsidenten gefetzt zu haben, drückt aber sein Bedauern darüber aus, daß der Präsident in diesem Falle von den bisherigen Gepflogenheiten abge* wichen sei und einzelne Parteien von der Besprechung ausgeschlossen habe.
Darauf tritt daS Haus in die Tagesordnung ein. Dieselbe besteht in der zweiten Lesung des Unfall« Bersicherungs-GefetzeS für Land- und Forst- wiri hschaft.
Ter erste Paragraph begrenzt den Umfang der Versicherung.
Der frcikons. Abg. Hamp beantragt eine Abänderung, durch die klargestellt werden soll, welche land- und foistwirthschaftltchen Nebenbetriebe unter die Ber- fickerungspflicht fallen sollen. Ausgenommen will der Redner insbesondere sehen 1) Bergwerke, Salinen, Aufbereitungsanstallen, Steinbrüche, Werften, Bauhöfe, Hüttenwerke, Fabriken von Explosivstoffen — 2) Betriebe, die nach näherer Bestimmung deS ReichsverficherungS. amtes wegen ihres erheblichen Umfange? oder wegen besonderer maschineller Einrichtungen oder wegen Verwendung zahlreicher gewerblicher Arbeiter unter daS Gewerbe-UnfallverficherungS-Vesetz fallen.
Der kons. Abg. Irhr. von Atchlhofe« beantragt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage.
Sein Parteigenosse Abg. von Waldow nutz Aeitzenstei« erkennt an, daß in den KommisfionSbe« schlüflen eine Berbefferung der Vorlage liegt; nur möchte er durch die Annahme deS Antrages Gamp größere Klarheit schaffen. DaS Wort „Steinbrüche" müsse aber darin gestrichen werden.
Geheimerath Dr. von HSoedtste empfiehlt den Antrag Gamp zur Annahme, wenn das Haus die Regierungsvorlage nicht wiederherstellen wolle.
Auf Antrag des Abg. von Waldow und Aeitzea» stet« (kons.) werden gleichzeitig zur Berathung gestellt die §§ 6a und 6aa, die von der Berechnung der Renten für Arbeit! r und Betriebsbeamten handeln.
Der WofenHof.
Eine Erzählung aus den Bergen von Carl Cass au 6 ------ (Nachdruck verboten.)
3* der nächsten Zeit lief der Stadelbauer W tm Hofe umher und faß flüsternd beim ytofenbauer im heimlichen Gespräche. Dann er« Wen er eines Tage- wieder mit einem großen Blumensträuße und im Sonntagsstaate und hielt ln. auer Form um Jungfer Lonis Hand an für 'E?"en Sohn Peter. Frau Elisabeth sagte gar «W8, Martin Straffer sagte ja, Loni aber setz'e »et Werbung ein so lautes und festes Nein ent* y« daß der Stadelbauer nach fünf Minuten “üt einem vor Wuth kirschrothen Gesichte wieder aus bem Hofe kam.
s^'H°chEhiges Geschöpf", schrie er, „Du ^ust wohl noch zahm werden! Paß nur auf!" ’wmit ging er zu den Seinigen.
Nachmittage des selbigen Tages saß Straffer unter der riesigen Hainbuche »no schmauchte aus dem Maserkopse mit Silber« $rau Elisabeth hatte auf der Bank nnml Tische mit einem Nähzeuge Platz ge- „Loni aber schaffte unter Thränen in und Stube. Da kam Jakob Pfilzer, bot P^läger, des Wegs daher auf den Stofen« bi» «U‘ 2).er dauer guckte weg auf die Quelle,
Zwange des Hofes links aus dem De?« hudelte und der Stolz des Gutes war.
a&er trotzdem direkt auf ben
„Grüß Gott, Rosenbauer!"