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mit IlnLerhattungs-Wellage „Assukrirte Sonntags-Zeitung? ‘'“■Ä’iTSJS"*"’
J2 107.
Jutda, Donnerstag, den 10. Mai 1900,
27. Jahrgang.
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• Danzig, 9. Mai. Hier hält man noch immer an der Hoffnung fest, daß der Zar dem im nächsten Monate auf der Schichauer Werst statifiadenden Stapellaufe des russischen Kreuzers Nowik beiwohnen rotrbe. Als voraussichtlicher Termin für diesen Besuch wird die Zeit vom 7. bis 10. Juni bezeichnet. Nach wie vor wird auf das bestimmteste angenommen, daß der Besuch unseres Kaisers auch zu dieser Zeit erfolgen werde. Wenn übrigens stüher mitgetheilt wurde, daß die Reise des russischen Kaisers über See angetreten werde, so dürfte dies doch nicht zu« treffen. Vielmehr dürfte die Reise kurz nach einem Besuche in Wien über Breslau erfolgen. Die Reisedispofitionen sind aber zur Zeit noch nicht genau festgestellt. An unterrichteten Stellen in Berlin wird allerdings versichert, daß weder von einem Zarenbesuche in Wien noch von einem solchen in Danzig bisher etwas Zuverlässiges be« kannt geworden sei.
kontrollirte die Leute. Er liebte Sepp über alles, lobte ihn vor allen Leuten und schenkte ihm zum heiligen Christfeste eine schöne Uhr mit goldener Kette und eine hübsche Pfeife. Dennoch hatte Sepp noch nicht den Muth gehabt, um Lonis Hand anzuhalten; daS Mädel warnte ihn selbst
st LandratH a. D. Dr. Kersten, gemäß« regelt als einer der konservativen Abgeordneten, die im preußischen Abgeordnetenhause 'gegen die Kanalvorlage gestimmt hatten, nachher zum Ober« bürgermeister von Thorn gewählt und bestätigt, ist nunmehr als solcher in daS Herrenhauberufen worden.
I Börsenherren mit ungeheurem Kostenaufwand« veranstalten; aber davon vernimmt man nichts, daß die Hochfinanz in Folge der Aenderung der Börsensteuer ihre Dienerschaft habe verringern oder ihre prächtigen Gespanne mit Gummirädern habe etwas einfacher gestalten müssen. Was vielleicht an Vermehrung von Abgaben auf die Herren der Börse selbst gefallen ist, das haben diese sehr bald auf ihre Kunden aus dem Publikum abzuwälzen verstanden, und somit ist thatsächlich das von den Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft als richtig bezeichnete Verhältniß entstanden, daß diese Steuer von den engeren Kreisen eines einzelnen Gewerbszweiges auf die Allgemeinheit der leistungsfähigen Leute abgewälzt worden ist, deren Vermögensverhält- niffe ihnen gestatten, allerhand Geschäfte und Spekulationen in inländischen und ausländischen Papieren zu machen. Von einer Schwächung und Muthlosigkeit der Börse in Folge der zuletzt eingeführten Reform der Börsenstcuer hat aber niemand während der ganzen letzten Jahre auch nur ein Sterbenswörtchen vernommen.
Wenn nun gar, wie geschehen ist, die großen Schnapshändler unter der Führung des freisinnigen Abgeordneten Max Schulz Widerspruch erheben gegen die kleine Zollerhöhung auf ausländische Branntweine und Liköre, so werden sie damit noch weniger Eindruck bei der Reichstagsmehrheit Hervorrufen als die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft mit ihren Schreckbildern von einer „kraft- und muthloS gemachten Börse".
Dennoch verdient die plötzlich hervorbrechende Gegenbewegung alle Beachtung. Unsere Reichsregierung hat schon mehrfach bewiesen, daß sie schwach ist gegen das „Schreien" aus diesen Kreisen. Hoffentlich gewinnt sie aus den ! weiteren Verhandlungen über die Frage der Kostendeckung im Reichstage schon in den allernächsten Tagen die bestimmte und unzweifelhafte Ueberzeugung, daß ein Rückweichen von diesem selbstsüchtigen „Schreien" des Börsenhandels und seiner Hintermänner nichts Anderes bedeuten würde als eine Gefährdung der Flottevverstärkung selbst. Das würde am besten geeignet fein, ihr die verlorene und erwünschte Festigkeit dagegen wiederzugeben.
Stimme Mehrheit, mit 12 gegen 11 Stimmen angenommen. Die Forderung für ? Samoa wurde ohne Debatte gutgeheißen, ebenso ohne wesentliche Diskussion der andere, nicht koloniale Theil der Nachtragsetats, darunter namentlich ein Betrag von 4,500,000 Mk. zur Veroollständiguna des deutschen Eisenbahnnetzes für Zwecke der Landesvertheidigung.
• Die OetreidezöKe sollten nach einer Blättermeldung in dem neuen Zolltarife festgesetzt werden auf 4 Mk. für den Doppelzentner Roggen und 6 Mk. für Weizen. Diese Meldung wird halbamtlich als falsch bezeichnet, nachdem vor« her von der agrarisch-konservativen .Deutschen Tageszeitung' ein solcher Zoll als unzulänglich bezeichnet worden war.
— 3) durch Einführung einer Verbrauchsabgabe auf inländischen Schaumwein und Saccharin. Ein etwaiger Fehlbetrag darf nicht durch Erhöhung oder Vermehrung der indirekten, den Massenverbrauch belastenden Reichsabgaben gedeckt werden." Abg. Müller-Fulda beantragt außerdem eine Resolution, in der der Reichskanzler um eine bestimmte Art der Vertheilung der Marine- Ausgaben auf den ordentlichen und außerordentlichen Etat ersucht werden soll.
+ Der Nachtrassetat znm Kokoniak- elat ist am heutigen Mittwoch von der Budget- kommission des Reichstages erledigt worden. Es werden nachträglich gefordert für Kamerun 865,300 Mk., für Samoa 252,000 Mk. Gou-
Die Deckung der Flottenvermehrungskosten.
Nach dem Stande der Dinge in der Budget- 'kommission des Reichstages sollte man annehmen, daß die Frage der Kostendeckung und damit eigentlich die ganze Flottenfrage gelöst sei; denn in allen wichtigen Punkten haben die Redner der Konservativen und der Freikonservativen, des 'Centrums und der Nationalliberalen und auch die Vertreter der verbündeten Regierungen einerlei Meinung. Dennoch ist Vorsicht geboten bei der Beurthcilung der Lage.
Die Mannen der Börse, der großkapitali- ^ischen „Kaufmannsschaft und zum Theil auch der Seeschifffahrt haben einen Ansturm unternommen
Der Wosenhof.
Eine Erzählung aus den Bergen von Carl Cassau.
3 ------ (Nachdruck verboten.)
»Du willst wohl trinken, Bauer?" fragte Sepp weich.
»Ja»"
Er reichte ihm Wasser mit Himbeersaft.
Hast Du viele Schmerzen?"
Jetzt kam der Kranke zu sich.
„'s geht halt wohl," entgegnete er, und ein Wilder Schein ging über das sonst wenig bewegliche Gesicht, „gut, daß Du da bist. Du mußt den Bauern spielen für vierzehn Tag; 's geht schon nicht anders."
„Will alles nach Deinem Willen schaffen, Bauer."
„Glaub's!"
Der Patient schlief wieder ein.
Sepp aber ging seinen Gedanken nach. Ja, «r wollte gern den Bauer nur spielen, spekulirte «r doch nicht auf Haus und Hof, Geld und Gut, das dem Toni bleiben mochte; er wollte nur den Müßten Schatz des Rosenhoses, die Loni; sie! Mrde sich schon mit ihm in die Verhältnisse schicken, wenn nur der Bauer einwilligte.
Ueber solche Gedanken kam denn auch die j Bäuerin und löste Sepp ab.
„Nimm's Frühmahl erst ein, Sepp," sagte Trau Elisabeth freundlich, „das Gesinde wartet schon auf den neuen Herrn."
„'s hat noch Zeit, Bäuerin, haltet den Arm Mrr recht kühl; Ihr müßt auch wohl wieder 'Etwas Arnika aufgießen. So!"
Dann wurde das letzte Heu auch eingebracht, wurde geackert und gesät, und als es anfing zu reifen, da kehrten auch die Rinder mit ihrem Glockengeläute zurück von der Alm, um den warmen Stall aufzusuchen.
Sepp hatte für Zwei gearbeitet, und der Bauer hatte es wohl gesehen; er ging schon wieder mit dem Arm in der Binde umher und
* Amtlicher Nachweisung zu Folge sind in den deutschen Mürrzktätteu während de- Monats April für 7 784100 Mk. Doppelkronen und zwar sämmtlich auf Privatrechnung, für 2243130 M. silberne Fünfmarkstücke, für 81004 Mark Zweimarkstücke, für 361063,70 M. Zehn« Pfennigstücke, für 321429,30 Mk. Fünfpfennigstücke und für 49813 M. Einpfennigstücke geprägt worden.
V NerN«, 9. Mai. Dem Wunsche, die Abzeichen emes preußischen General-Feldmaschalls anzulegen, hat | °er Kaiser bereits willfahrt und gleichzeitig I längsten Generaloberst der Kavallerie mit dem Ra:.,» emeS Gmeral-FeldmarfchallS, Trafen v. Walderfee, zum General-Feldmarfchall ernannt. — Der Kaiser hörte gestern nach der Ankunft im Schlöffe zu Urville die Vorträge des Chefs des Zivilkabinets v. LukanuS und des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Gesandten von Tschirschky. Heute Vormittag nahm der Kaiser den Vortrag des Chefs des Militär-Kabinets von Hahnke entgegen. — Der Kaiser hat gestern von Urville aus em Telegramm an den Vorstand deS Vereins Berliner Kaufleute und Industriellen gerichtet, worin er seinen Tank für die Glückwunsch-Adresse des Vereins am Tage der Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen ausspricht. — Zu den weiteren Jagddispositionen deS Kaisers wird gemeldet, daß der Monarch im letzt« Drittel dieses MonatS wie alljährlich auf Einladung des Fürst« zu Dohna ein« Jagdausflug nach Prökel- wrtz unternehmen wird. Den im Anschluß hieran geplanten Besuch seiner Besitzung Cadinen hat der Kaiser jedoch aufgebeben. Dahingegm verlautet mit Bestimmtheit, daß die Kaiserin mit den jüngeren kaiserlich« Prinzen und der Prinzessin Viktoria Luise im Laufe deS Monats Juni zu einem mehrwöchig« Sommerauf«t- halte in Cadin« eintreff« wird. — DerGroßherzog von Baden machte gestern Vormittag dem Staatssekretär Graf« Bülow einen längeren Besuch. — Der Präsident deS Reichstages Graf Ballestrem gibt am 21. Mai ein Diner, zu welchem die Minister, die Mitglieder des BundesrathS und eine Anzahl Parlamentarier geladen sind.
oerneur von Puttkamer aus Kamerun war selbst bei der Berathung anwesend, die in mancher Beziehung sich interessant gestaltete. Zunächst besprach und tadelte nochmals der freikonservative Abg. Graf Arnim die erthellten riesengroßen Landkonzessionen an Unternehmergesellschasten, die diese Konzessionen nur für Spekulationen ausnützen. Von allen Unternehmungen müsse der Kolonialrath unterrichtet und dann im richtigen Augenblicke befragt werden. Kolonialdirektor von Buchka mußte die Reformbedürftigkeit des Kolonialrathes anerkennen und legte int übrigen dar, warum die Vermehrung der Schutztruppe nothwendig sei. Eine Heranziehung der Landgesellschaften zu den Kosten der Schutztruppen soll nach den Angaben des Herrn Ko- lonialdirektors vor der Hand noch nicht möglich sein. Gouverneur von Puttkamer suchte zu bestreiten, daß die konzessionellen Gesellschaften nur Spekulationszwecke verfolgen und meinte, von der Stärke der Schutztruppe hänge sehr viel I ab. Die Eingeborenen brauchen nur eine starke Macht zu sehen, dann würden sie sofort Frieden halten; und wenn Friede sei, dann werde auch der Zufluß von Arbeitern wieder zunehmen. Von den nachfolgenden Rednern hob namentlich Abg. Müller-Fulda (Centr.) hervor, daß die Schwierigkeit der Arbeiterbeschaffung für Kamerun wohl stark mit der schlechten Verpflegung der Arbeiter zusammenhänge. Man müsse Arbeiter nicht mit Zwangsmitteln heranziehen, sondern die Eingeborenen zur Arbeit erziehen. Gouverneur von Puttkamer mußte zugeben, daß die Er- nährung der Arbeiter vielfach mangelhaft fei; es I fehle ihnen zu sehr die frische Kost, an die sie gewöhnt seien. Bei der Abstimmung wurde die Forderung für Kamerun nur mit einer
gegen die vorgeschlagenen Abgaben für Börsengeschäfte, für Schiffsfrachten und dergleichen mehr. : In den Kundgebungen, die darüber in Frankfurt, - Hamburg, Berlin und Königsberg veranstaltet morden sind, wird ganz deutlich der Grundsatz an die Spitze gestellt, daß die Veranstalter dieser Kundgebungen den Grundsatz nicht annehmen wollen, daß hauptsächlich diejenigen zu der Kostendeckung herangezogen werden sollen, denen btr Hauptvortheil aus der Verstärkung der Kriegsflotte zufällt. Mit diesen Worten wird das freilich nicht ausgedrückt. Aber der Sinn der an den Reichstag gerichteten Eingaben ist derselbe. „Die Lasten der Flottenverstärkung sollten gleichmäßig von allen leistungsfähigen Schultern getragen werden", — so drückt sich eine Darlegung der „Aeltesten der Berliner Kauf-1 Mannschaft" aus; und das bedeutet, in klares Deutsch übertragen, nichts Anderes als die Weigerung, nun auch ein kleines Opfer zu übernehmen für die Vergrößerung der Kriegsflotte, für die man vorher von patriotischer Begeisterung erfüllt zu fein vorgab.
„Exorbitant" nennt eine Erklärung des Vorstandes der Hamburger Fondsbörse die vorgeschlagene Umsatzsteuer für ausländische Werth- papiere. Die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft halten es für „ihre unerläßliche Pflicht, auf die Gefahren hinzuweisen, welche daraus entstehen müssen, daß die deutschen Börsen, durch die andauernden Maßregelungen kraft- und muthloS gemacht, eines Tages . . . nicht mehr im Stande sein könnten, ihre großen wirthschast- lichen Aufgaben zu erfüllen". Das klingt recht tragisch. Aber tragisch zu nehmen ist es nicht. Wir kennen diese Sprache bereits aus früheren Beispielen, aus der Zeit, in der die jetzt be- stehende Börsensteuer eingeführt wurde. Auch damals wehklagten die Herren der Börse, daß sie unfehlbar ruinirt werden müßten; und wenn man sich jetzt die Sache besieht, so bemerkt man nicht r^ne fröhliche Genugthuung, daß die Reform der Steuer der Börse ganz vortrefflich bekommen ist. Der Umfang der Geschäfte hat > sich ganz bedeutend vergrößert. Man hört und liest wohl von großartigen Festlichkeiten, die
„Hab nochmals Dank, Sepp, für alles, was Du gethan. Was hast Du die drei letzten Tag geschafft?" B
„Die zwei Breiten am Furlanger Weg hab ich lassen düngen und pflügen und mit Winter- I körn bestellen, die lange Matte hab ich hauen lassen und die Weinerut kann in drei bis vier Tag auch angehen. Es ist viel Gewächs am Stock, aber manches noch hart."
„Du hast Deins Sache gut gemacht, ich bin stolz auf Dich!"
„O Vater", fiel hier Loni ein, die am Bette faß und Sepp nur mit einem Blick begrüßt hatte, „Du hast Recht!"
Er sah sie verwundert, wie versteinert, an. Kam ihm eine Ahnung ? — Er sagte nichts, aber sein Gesicht blieb ernst und streng. Loni schwieg verlegen still; so ward der Vorfall vergessen.
Ein paar Tage daraus stand Sepp im Kuhstalls und schaute nach etwa nöthigen Reparaturen.
Alles war leer, denn das Vieh war noch auf | der Alm, nur eine kranke Blesse war im Stall, der Loni eben das Futter bringen wollte.
Die Liebenden nahmen die Gelegenheit wahr zum Austausch einiger Worte, da sie, der dringenden Arbeiten wegen, sonst sehr selten und nur für einige Augenblicke zusammenkamen.
„Sieh da!" rief plötzlich die Stimme der Bäuerin dazwischen. „Ich Habs alleweil gedacht, | aber auch nit ungern gesehen, Sepp, daß Du die Loni lieb hast; ich leg Euch nichts in den Weg; sieh nur zu, daß Du den Bauern herumbringst, i Sepp. Er hält auf Dich, aber fei vorsichtig."
Voll Entzücken fielLoni der Mutter um den Hals, Sepp aber drückte ihr die Hand. Sie lächelte:!
, Berlin, den 9. Mai.
X Die erste L-f««g de- Ikottevgesetzes wird vermuthlich an diesem Donnerstag in der Budgetkommission des Reichstages zum Abschlüsse gelangen. Im Anschlüsse an die bisherigen Verhandlungen hat Abg. Gröber (Centr.) neu beantragt, dem § 6 der Vorlage, der von der Beschaffung der Mittel handelt, folgende Fassung zu I geben: „Der infolge dieses Gesetzes sich ergebende Mehrbedarf an Reichseinnahmen wird aufgebracht: 1) durch Erhöhung der Reichsstempelabgaben auf Werthpapiere, Kaufgeschäfte und Lotterieloose, sowie durch Einführung einer Reichs-Stempelabgabe auf Kuxe, Schiffsfrachturkunden und Seefahrtskarten — 2) durch Erhöhung der Zollsätze auf Schaumweine, Liköre und andere Luxusgegenstände
„Du kennst's, Sepp."
„Ich habe Erfahrung leider genug darin; ein Jahr und drei Monate im Lazareth, ’s ist halt kein Spaß!" '
„Nein, Gott sei nur Dank, daß g'rad Du den Weg kamst! Bist Du noch geschwächt von der langen Krankheit?"
„Ein wenig, Bäuerin."
„Wie leicht hatten Dich dann aber die wilden Gäule mit fortreißen können und es hätte zwei Leichen gegeben!"
„Daran dacht ich nit, Bäuerin; ich meint, ich müßte so handeln und nit anders."
„Hab Dank, Sepp, tausend Dank, Du hast mir den Mann, meinen Kindern den Vater erhalten, Jeder hätt's nit gethan und auch nit I gekonnt."
Und sie blickte mit Stolz auf den stattlichen Burschen.
Er aber meinte:
„Danke Gott, Bäuerin, der mir Kraft gab, die Ross' zu halten. Aber 's Mus wird kalt!"
Er ging davon; sie sah ihm freundlich nach.
's ist schade! 'S wär' ein Mann für die Loni, wenn er nit ein Knecht wär'!"
* * *
Nach drei Tagen war der Bauer wieder völlig bei Sinnen; Sepp saß am Gesindetische und aß, a!S er gerufen wurde. Das Gesinde sah ihn gern, denn er war sanfter, als der Bauer : und dabei gerechter. Das gewann ihm alle Herzen, und Jeder redete nur Gutes von ihm. -
Der Bauer reichte Sepp die unversehrte rechte Hand: 11
Airs dem Reichstage.
189. Sitzung vom 9. Mai 1900, 1 Uhr.
Die afrikanische Postdampfervorlage wird ohne Debatte in dritter Lesung unverändert angenomm« und sodann die zweite Lesung des Gewerbe-Unfallversicherungs-Gesetzes fortgesetzt.
„Gesegne Euch Gott!" Damit ging sie davon.
Jndeß waren dir Tage um, die Weinernte wurde gehalten und luftig schallte das bekannte SchnaderhÜpfel:
„Wir Heims« dm Seg« Der Traub« nun ein. Bald wird allerwegen Der Wein fertig sein. Holdrioho, holdrioho, Holdrioduaduado!
Dann griff ich zum Glase Und schenk' tapfer ein, Bis jedwede Nase Mag kupferroth sein. Soldrioho, holdrioho, oldrioduaduaduado!
Und sollt' ich einst sterben. In ein Faß thut mich 'nein, Rein' Sarg kann ich erwerben, Das Geld bleibt für Wein. Holdrioho, holdrioho, Holdrioduaduaduaduado!"