M 104.
Iuröa, Montag, den 7. Mai 1900.
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fD Mit rintr fulkritiniiy
Jetzt ist auch der Bericht der 21. Reichstags-
(Nachdruck verboten.)
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Auch hier ist, ebenso wie im Gewerbe-Unfallversicherungs-Gesetz, die Vorsorge getroffen, daß die Reuie bis zum vollen Betrage des Jahresarbeitsverdienstes erhöht werden kann, wenn der Verletzte derart hilflos geworden ist, daß er ohne fremde Wartung und Pflege nicht bestehen kann.
Endlich ist aus den hauptsächlichen Bestimmungen noch eine über die Unfallverhütung zu erwähnen : die Genossenschaften sind nicht nur befugt, sondern auf Verlangen des Reichsversicherungsamtes auch verpflichtet, den Mitgliedern Vorschriften zu machen über nothwendige Einrichtungen zur Verhütung von Unfällen, und zur Be- rathung und Beschlußfassung darüber sind Vertreter der Arbeiter mit vollem Stimmrechte und in gleicher Zahl wie die beteiligten Mitglieder des Genossenschaftsvorstandes hinzuzuziehen. Die Genossenschaften sollen nicht nur befugt, sondern verpflichtet sein, Sorge zu tragen für die Durchführung der erlassenen Vorschriften zur Unfallverhütung.
1. Garde-RegimentS zu Fuß. Die Kaiserin war m tiefe Trauer gekleidet. Der Kaiser und die Kaiserin trugen die Ordensbänder des Schwarzen Adlerordens. Nach dem Gottesdienste erfolgte drr Vereidigung des Kronprinzen auf die Fahne des 1. Garde- Regiments zu Fuß durch den General von Wessen. Der Kronprinz legte die linke Hand auf die Fahne und erhob die rechte Hand zum Eidschwur, indem er die ihm pom General von Messen vorgesprochenen Worte wiederholte. Nach dem Eidschwur trat der Kaiser an den Kronprinzen heran, umarmte denselben herzlich und küßte ihn dreimal auf die Wangen. Der Kaiser erschien sehr bewegt, ebenso auch die Kaiserin, welche ihr Taschentuch an die Wangen brachte. Nach der Feier fand im Weißen Saale Gratulationscour statt, wobei der Kronprinz neben dem Kaiser vor dem Throne stand und die Glückwünsche entgegennahm. Um l1/* Uhr verließ Kaiser Franz Joseph das Schloß, um in dis österreichisch-ungarische Botschaft zu fahren und daselbst das Frühstück einzunehmen.
an Panzerplatten. Aber auch sonst verstehen die Herren Flotteuschwärmer ihr Geschäft vortrefflich. Das genannte Blatt hatte eine Petition in Umlauf gesetzt um Beschleunigung des Flotten- baues, und nun benützt es die erhaltenen Unterschriften zum Abonnentenfang: Es wird durch besondere Schreiben denjenigen, die auf die ,Berl. N. Nachr/ abonniren wollen, das Versprechen gemacht, eine Mark von dem Abonnement an den Deutschen Flottenverein zu zahlen. Schade, daß man nicht erfährt, wie viele Leute ans diesen — Scherz hineinfallen!
* Wie die Ireihett der Wissenschaft vom Liberalismus praktisch verstanden wird, das zeigen wieder die gegenwärtigen Verhandlungen der Zweiten badischen Kammer. Abg. Lauck brachte zur Sprache, daß katholische Studenten der Philosophie an der Universität in Freiburg nicht in der Lage sind, ihre fachwissenschaftlichen Vorlesungen dort zu hören, wo sie sie nach Ordnung und Recht hören müßte», nämlich in der philosophischen Fakultät. Ein katholischer Laie wird als Philosophielehrer nicht
dem Inkrafttreten des Gesetzes ausdrücklich beschließen, ob diese Art der Beitragserhebung beizubehalten ist, und dieser Beschluß hat ebenfalls nur dann Giltigkeit, wenn er mit Zweidrittelmehrheit gefaßt wird.
feinere Möbel in der Amtsstadt, und da seins Arbeiten zur Zufriedenheit der Auftraggeber ausfielen, erfreute sich bald einer hübschen Kundschaft. Er mied das Wirthshaus, aber er fehlte nie beim sonntäglichen Gottesdienste. Warum gina es denn jetzt?
Bald konnte er sich eine neue gute Hobelbank anschaffen. Als die alte invalide Werkbank von. der Wand weggeriffeu ward, um der neuen Platz zu machen, da flatterte eine Papierschnitzel langsam auf den Boden.
Der junge Meister fühlte einen Ruck durch seinen ganzen Leib — ein Gedanke zuckte blitzschnell durch seine Seele — er bückte sich und hob das Zettelchen auf--und hielt das Glücks-
loos in der Hand! ---
„Bet' und arbeit', Gott gibt allzeit!"
Jetzt erinnerte er sich des goldenen Spruches feiner alten frommen Mutter, jetzt war er des unverhofften Glückes wahrhaft würdig.
Die Lösung des Räthsels bezüglich des Looses war sehr einfach. Die Mutter Hobelmanns hatte das Blättchen immer als Merkzeichen in ihrem „Himmelsschlüffel" benutzt, und wenn sie las, steckte sie es in die Ritze zwischen Wand uni) Hobelbank. Rach dem Tode der Mutter lag däs Buch offen auf der Hobelbank; die gedächtniß- schwache Frau hatte vergessen, es zuzumachen und vorher das Merkzeichen hineinzulegen, das dann in der Ritze weiter hinabrutschte und so ungesehen blieb.
Was sollen wir noch weiter erzählen?
In wenigen Wochen stand der Hobelmann mit
- x Dre AttszeichAimgett, die Kaiser Franz I Joseph in Berlin verliehen hat, sindzumTheil : sehr der Beachtung werth. An erster Stelle ist : die ganz besondere Auszeichnung zu würdigen, : die Kaiser Franz Joseph dem deutschen : Kaiser zugedacht hatte, indem er diesen zum österreichischen Feldmarschall ernannte. Das ist eine Auszeichnung, die in Oesterreich nur in den allerseltensten Fällen verliehen wird, und dort gewöhnlich nur an solche Generqle, die sich als Feldherren in irgend einem Feldzugs ganz besonders hervorgethan haben. Die letzten österreichi- scheu Generalfeldmarschälle waren Graf Radetzky und Erzherzog Albrecht, die beide den Morsch alls- stab aus den Schlachtfeldern von Oberitalien erwarben. Seit dem Tode des Erzherzogs Albrecht hat es keinen österreichischen Generalfeldmarschall gegeben, und gegenwärtig ist deswegen der deutsche Kaiser der einzige Mann dieses militärischen Ranges, den es gibt. Von den anderen Auszeichnungen sind diejenigen zu erwähnen, die an deutsche und preußische Staatsbeamten verliehen worden sind. Das Auswärtige Amt ist besonders bedacht worden: Staatssekretär Graf Bülow hat das Großkreuz des Stevhans- ordens, Unterstaatssekretär Frhr. von Richthofen hat das Groß kreuz des Ordms zur Eisernen Krone erhalten. Außerdem ist der preußische Minister des Innern, Frhr. von Rheinbaben, mit dem Großkreuz des Leopold- ordens bedacht worden. In den Herren vom Auswärtigen Amte sind diejenigen Staatsbeamten ausgezeichnet worden, die berufsmäßig die Geschäfte der auswärtigen Politik besorgen; in der Ordensverleihung an den Minister von Rhein- baben hat Kaiser Franz Joseph ohne Zweifel seine Befriedigung zum Ausdruck bringen wollen über den ebenso glänzenden wie herzlichen Empfang in Berlin. Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe hat die Brillanten zum Stephans- orden, Minister von Miquel das Großkreuz des Stephansordens erhalten. Umgekehrt ist der Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Oesterreich-Ungarns, Minister Graf Goluchowski, vom deutschen Kaiser durch die Verleihung der Brillanten zum Schwarzen Adlerorden ausgezeich- : net worden, die höchste Auszeichnung, die einem : fremden Staatsmanns zutheil werden kann. !
Wie bisher, so kann auch ferner durch Statut beflimmt werden, daß die Beiträge der Berufs- Genossen durch Zuschläge zu direkten Staats- vder Kommunalsteuern aufgebracht werden,
und verbarg nur mühesam seine Befriedigung hinter der fast steinern gewordenen Amtsmiene.
Hierauf ließ er den Schwergeprüften vorführen.
Dieser wunderte sich keineswegs über die ungewöhnliche Stunde des Verhörs und trat mit gesenktem Haupte in das Verhörzimmer, ohne Neugier und ohne Hoffnung.
Ein unterdrückter Aufschrei Ilsens riß ihn ans seinem Brüten; er rieb die trüben Augen und brauchte lange, ehe er die Sachlage begriff.
Stach aufgenommenem Protokoll verkündete ihm der Richter, er fei frei und feine Schuldlosigkeit erwiesen.
Das gab ein Aufsehen in dem kleinen Dorfe, größer als der angebliche „Kleiderdiebstahl".
Die schmalze Bilse hatte ihren ingrimmigen Aerger an der Freilassung Hobelmanns's; doch gewährte ihr die Schadenfreude einigen Ersatz dafür, daß ihre Beschuldigung zurückgewiesen worden. Das Loos blieb nämlich spurlos verschwunden — und der glückliche Gewinner hatte auch nichts davon. Das freute die schwarze Bilse unmenschlich. Ihre Tochter sollte der arme Schlucker nun erst recht nicht bekommen.
Hobelmann hatte aber im Gefängnisse Zeit genug gehabt, Umschau in seinem Innern zu halten, und auch über seine Zukunft nachzudenken.
Er sah ein, daß er ein anderer Mensch werden und ringen und streben müsse, statt zu grübeln und zu verzweifeln. Er beschloß denn auch, dies zu thun und das Uebrige Gott anheimzustellen.
Zunächst suchte und bekam er Bestellungen auf
Unfallversicherung für Land- und Forstwirthschast.
Der Koöeünann.
Tin Bild aus dem Volksleben von August Butsch er.
„Zieht euch an, eßt, trinkt, putzt eud), das rst em wahres Fest!" jubelte sie und stürmte in ihre Kammer, um sich selbst festtäglich anzukteiden.
Die beiden „Fechter" standen da wie im Traume und neben sich die Augen. Aber bald begriffen sie den Umschwung ihres Schicksals und begannen sich umzukleiden und nebenbei gewaltige Züge aus den Stewkrügen zu thun.
Als Ilse wieder kam, fand sie zwei behäbige Bauern, die ein so unwiderstehlich komisches Aussehen halten, daß das wie verwandelte Mädchen lachte.
Sie hatten sich auch schon Maserpfeifen von dem rauchigen Brette geholten und dampften fest wie die Kohlenmeiler.
„Jetzt nur wacker gegeffen und getrunken," sagte Ilse, „bann gleich nach der Stadt — der arme Hobelmann muß heute noch frei werden."
Als die schwarze Bilse nach Hause kam, fand sie nur einen Bündel Kleider, die sie augenblicklich als „Lumpen" bezeichnete,
„Das leichtsinnige Ding ist weggelaufen," kreischte sie vor dem leeren Kasten und lief schel- tend zum Dorfschulzen. Während die schwarze Bilse das ganze Dorf in Allarm setzte, strebte Ilse mit ihren etwas angeheiterten Trabanten dem Gerichtsgebäude in der Ämtsstadt zu und wurde, da sie ihr Anliegen als sehr dringend bezeichnete, sofort vorgelassen.
Der Richter, der sich für seinen seltsam gearteten und so intelligenten Untersuchnngsge- fangenen gleich vom Ansang an inlereffirt hatte, hörte ihren Auseinandersetzungen aufmerksam zu
Deutsches Deich.
Berlin, den 6. Mai.
27. Jahrgang.
-j-IkarrLrerch «ud Deutschkarrd lautet das Thema, das wieder einmal in einer Darlegung des Pariser ,Figaro' erläutert wird. Die Darlegung ist deswegen besonders beachtens- werth, weil sie ganz augenscheinlich unmittelbar vom französischen Ministerum des Auswärtigen beeinflußt ist. Der französische Botschafter in Berlin, Marquis de Noailles ist bekanntlich vom Präsidenten Loubet mit einer ganz besonderen Kundgebung zur Großjährigkeitserklärung des deutschen Kronprinzen betraut worden, und nun wird in dem genannten Pariser Blatte darauf hingewiesen, daß diele Kundgebung ein Zeichen fei für die guten wechselseitigen Be- zrehungen zwischen Deutschland und Frankreich und für die friedliche Entwickelung dieser Beziehungen. Herr von Valfrey, der bekannte diplomatische Mitarbeiter des ,Figaro', geht noch weiter: „Unter den gegenwärtigen Verhältnissen — so schreibt er — würde eintretenden Falles dem nichts entgegenstehen, daß an bestimmten Punkten, ganz besonders außerhalb Europas, Frankreich und Deutschland ihre politische Aktion vereinigen. Die furchtbare Flotte, mit der das Kaiserreich in einiger Zeit ausgestattet fein wird, erscheint als ein Punkt des Gleichgewichtes in der Seewelt . . . Die Stunde ist nicht mehr fern, wo diese Entwickelung sich klarer abheben wird". Die entgegenkommende Gesinnung kann man sich gern gefallen lassen. Im übrigen wird Üch Deutschland sehr hüten, den Franzosen Kolonialkastanien aus dem Feuer zu holen.
* Der Abg. Ar. LieSer hat sich nunmehr von seiner Krankheit so vollständig erholt, daß er in den nächsten Tagen, wahrscheinlich schon am Montag, wieder in Berlin eintreffen und sich an den parlamentarischen Arbeiten betheiligen wird. Nur wenn das Wetter wieder ungünstig werden sollte, würde er die Verwirklichung dieser seiner Absicht wohl hinausschieben müssen.
X Sonde,vare Ikotleuschrvärmer. Das Derbste und Ungeschickteste in geschäftiger Flotten- schwälmerei hat von allen deutschen Blättern vermutblich das Berliner Krupp-Organ geleistet, die .Berliner Neuesten Nachrichten'. Mau tun? sich denken, warum. Je größer die Flottenverstäi kung, desto bedeutender der Gewinn
• Die Feierlichkeiten bei der Kroßiäüriq- ssettserkkarrmg des Kronprinzen nahmen einen programmmäßigen Verlauf. Es liegt uns folgender Bericht vor: Während Kaiser Franz Joseph sich heute früh gegen 8 Uhr in Be- glertung des Königs von Sachsen nach der Hedwtgsktrche zur Meffe. begab, fuhr das ka'serl. Paar bereits um 71/, Uhr nach der Sieges- Ällee zur Enthüllung der neuen Denkmalsgruppe des Kaisers Siegismund. Gegen 8 Uhr fuhr das Kaiserpaar mit dem Kronprinzen unter den lebhaften Hochrufen des Publikums zum Schloß
10 Uhr begann die Auffahrt der Fürstlichkeiten, der Minister, Botschafter und hohen Militärs zu der auf 11 Uhr fe tgesetzten jeter und der sich anschließenden Gratulations- Cour tm königl. Schlosse. Auf der Straße ben Linden hatten Tausende von Menschen Ausstellung genommen, um di- Galawagen und ne glänzenden Uniformen zu bewundern. In der Schloßkapelle, in welcher feierlicher Gottesdienst abgehalten wurde, war um 11 Uljr eine iüustre Gesellschaft versammelt Das Kaiserpaar, Kaiser Franz Joseph, der König von Sachsen, der Kronprinz, sämmtliche Prinzen des königlichen Hauses, die Vertreter der fremden Souveräne und die Generalität waren anwesend. Der Kaiser trug die Uniform des
^Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl.
Ie;ug«prei« ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
(Schluß.)
„Barbarossa?" schrie Ilse auf — „und der «eine Kauz jedenfalls! Gott sei's gedankt!"
Sie sprang auf und eilte wie ein gejagtes Aeh hinaus. Fast wäre sie den verkommenen Fechtbrüdern um den Hals gefallen — diese standen rathlos da. Ader Ilse zog sie in die Stube und wie Sprühregen fielen die Fragen auf die Stromer nieder, die nur langsam begriffen, um was es sich handelte.
„Also so steht's?" sagte Barbarossa endlich gedehnt. Da ist zu helfen, holde Dame, und wir thun es gerne und können's mit gutem Gewissen!"
„Aber in unserem Auszüge — und mit so hungrigem Magen?" meinte bedenklich der kleine "auz, der an Alles dachte.
„Ah so — da soll auch geholfen werden!" £ef Ilse zwischen Lachen und Weinen. Sie lief hinaus und brachte wirr durcheinander alle rnög- uchen Kleidungsstücke von ihrem verstorbenen Vater: «kniehosen, Strümpfe, Schnallenschuhe, Hemden, ^usige Halsbinden, rothe Westen mit Silberknöpfen, Dreimaster und lange Röcke mit fliegenden Schößen, «ann eilte sie in den Keller und kam zurück mit 7^ost, Branntwein, Käse und Brod, alles in schlichen Gaben.
Inserate: Dir ei» spalt. Garmond- zrile ober beten Raum 15 Ps., Reklamen die Petit- jeile 25 Pf.; bei Wiedcrhoiungen wirb entsprechens. Rabatt gewährt.
wenn die Anwendung des gesetzlichen Beitragsmaßstabes nach Gefahrenklassen und Arbeitsbedarf unzweckmäßig erscheint. Eine solche Vorschrift kann aber in der Genossenschaftsversammlung nur mit Zweidrittelmehrheit beschlossen werden; und außerdem muß auch darüber im Statut Bestimmung getroffen werden, wie solche Mitglieder zu den Genossenschaftslasten heranzuziehen sind, die die zur Erhebung zu Grunde gelegte Steuer nicht zu
--- r.........------ entrichten haben. Außerdem muß die Genoffen-
romnnffron über bte Berathung des Unfall-1 schaftsversammlung innerhalb eines Jahres nach verficherungsgesetzes für Land- und Fvrstwirth- v * r— ' ~ "
fchaft erschienen. Aber auch hier muß sich eine kurze Zeitungsdarlegung darauf beschränken, das Allerwichtigste in knappen Zügen zu kennzeichnen.
Zunächst ist hervorzuheben, daß ve> sicherungs- pflichtig auch die Arbeiter und Betriebsbeamten in land- und sorstwirthfchaftlichen Nebenbetriebei! sein sollen, insbesondere in solchen, die als Motorbetriebe anzusehen sind, wo Dampfkraft oder wo Triebwerke zur Verwendung kommen, in denen elementare oder thierische Kraft angewendet wird, ohne daß diese Nebenbetriebe als Fabriken anzusehen sind. Die in Verbindung mit der Landwirhschaft betriebenen Fabriken gelten nicht als land-oder forstwirthsckaflliche N-ben- betrikbe im Sinne dieses Gesetzes, also z. B. Steinbrüche, Brauereien, oder Betriebe, in denen wit zehn und mehr regelmäßig beschäftigten Arbettern die Bearbeitung oder Verarbeitung von Gegenständen gewerbsmäßig betrieben wird.
Nach § 1 a in der Fassung der Kommissions- beschlüffe kann durch das Genossen sch afts- statut die Versicherung erstreckt werden auf hauswirthschastliche Verrichtungen und andere Dienste, zu denen die auf Grund dieses Gesetzes versichkrten Personen von dem Arbeitgeber oder von dessen Beauftragten heranqezogen werden.
Durch Statut kann die Verficherungsp flicht 'auch auf Betriebsunternehmer erstreckt werden, deren Jahresverdienst dreitausend Mark nicht übersteigt und dir regelmäßig nicht mehr als zwei Lohnarbeiter beschäftigen. In der Regie- Angsvorlage hieß es zweitausend Mark. Solche Betriebsunternehmer sind immer berechtigt, gegen die Folgen von Betriebsunfällen sich selbst zu versichern. Durch. Statut kann diese Berechtigung auch auf Unternehmer mit einem noch höheren Jahresverdienst ausgedehnt werden.
Die Umlegung der Beiträge soll erfolgen iiach der Höhe der mit dem Betriebe verbundenen Unfallgefahr (Gefahrenklasse), nach den Gehältern und Löhnen der versicherten Personen, sowie nach dem Maaße der für dis einzelnen Betriebe durchschnittlich erforderlichen sonstigen menschlichen Arbeit (Arbeitsbedarf). Wird die Versicherung auf hauswirthschastliche Verrichtungen und andere Dienste erstreckt, so kann sogleich durch das Statut bestimmt werden, daß diese Verrichtungen und Dienste bei der Abschätzung des Arbeitsbedarfs besonders zu berücksichtigen sind. Für Betriebe, in denen regelmäßig nicht mehr als fünf versicherte Personen voll beschäftigt werden, rann die Bestimmung ergeben, daß einheitliche Beiträge nach einem Maßstabe zu entrichten sind, der im Statut festgesetzt wird.
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