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M 102.

Jutöa, Freitag, den 4. Mai 1900.

27. Jahrgang.

+ I«r A-grüßnng des

4

Aus dem Reichstage.

** 185. Sitzung vom 3. Mai 1900.

Hobelmann verzehrte sich fast in grüblerischem Sinnen. Seine Arbeitskraft, die auch bei bes­serem Willen im Dorfe kein fruchtbares Feld gefunden hätte, erschlaffte allmählich, und da eS ihm am religiösen Halt in der Seele gebrach, suchte er jetzt mehr als früher die Schenke auf, wo er die kleine Summe, welche ihm Dornfrieds I letztes Haus eingetragen hatte, in schlechtem Biere wegschwimmen lreß. Ec war also aus dem besten Wege, zu verkommen und unterzugehen.

So saß er auch an einem trüben, schwer- | müthigen Herbstnachmittage wieder hinter dem l Glase, mit den Augen in den Tisch bohrend, und । das Haar hing ihm über die gefurchte Stirn.

Einige verdorbene Zechbrüder saßen bei ihm. Sie konnten ihn besser leiden, als früher, weil er endlich wie sie zu werden versprach.

| _ Einer las aus der Zeitung vor nnd machte j fade Spässe dazu. Aber Hobelmanns Lippen hatten kein Lächeln mehr, höchstens zuweilen ein wildes höhnisches Auflachen.

Plötzlich sprach der Vorleser auf, als schnelle ihn eine Explosion empor, und stierte eine Weile auf eine Stelle in der Zeitung. Dann brüllte er mit voller Stimme;

„Herrgott, es geschehen immer noch Zeichen und Wunder! Da steht es schwarz auf weiß, daß Nr. 7 den zwesten Haupttreffer in der Dom­baulotterie gewonnen hat. Hobelmann, Glücks­narr! Du hast die Nummer, wir haben sie bei dir gesehen! Wach auf! Schrei Juchhei! Fünf­zehntausend Thaler, es ist rein zum Berrückl- werden!"

Alle sprangen auf und warfen Stühle und Bänke im Eifer um. Wortlos starrten sie den Glücklichen an, der wie gerstesabwesend dasaß.

fernen Einzug in die deutsche Reichshauptstadt. Der ihm hier bereitete Empfang wird zeigen, daß die Verehrung für Se. Kaiser!, und König!. Majestät die gleiche geblieben ist wie bei seiner letzten Anwesenheit in Berlin vor elf Jahren. Die persönlichen und politischen Be­ziehungen zwischen beiden Herrschern und ihren Reichen sind auch heute von den Gefühlen ver­trauensvoller Freundschaft und dem- selben Bestreben getragen, im Dreibunde unter der werthvollen Mitwirkung des ritter­lichen Königs von Italien den europäischen

Auch eine zweite Streitfrage wird damit ent­schieden : das Kammergericht nimmt in Ueberein- stimmung mit dem Reichsgericht an, daß das Gesetz vom 29. Juli 1885 neben dem Reichs- slrafgesetzbuch giltig sei. Dagegen wird geltend gemacht, daß nach dem Einführungsgesetze zum Strafgesetzbuche dasjenige Landesstrafrecht außer Kraft getreten oder unverbindlich ist, welches eine im Reichsstrafgesetzbuch behandelte Materie be­rührt, wie dies bei der Lotterie und den Glücks­spielen der Fall ist.

Eine Erhöhung der Lotteriefleuer steht nahe bevor. Es ergibt sich dann das Bedenken, cb trotzdem auch noch der Absatz von Loosen hin­reichend groß bleiben wird. Deshalb ist der Erlaß eines Reichsgesetzes des Inhalts zu erwarten, daß landesgesetzliche Bestimmungen, welche das Spielen in den Staatslotterien deutscher Bundesstaaten verbieten oder einschränken, unzulässig sind. Bi» zum Erlaß eine« solchen besonderen Reichsgesetze« bleibt es dabei, daß das Spielen in auswärtigen Lotterien verboten und strafbar ist.

------- (Nachdruck verboten.)

3. Scherben.

Der Kobel'mann.

Mn Bild aus dem Volksleben von August Rutscher.

O Die Flottenvorlage in der Budgetkommission des Reichstages.

Deutsches Keich.

Berlin, den 3. Mai.

In Hobelmanns Schläfen aber hämmerte das Blut und seine Hände zitterten, während die Augen aus den Höhlen traten.

Sie rüttelten chn auf und hielten ihm das Blatt hin, aber es dauerte lange, ehe er den Sachverhalt ganz begriff. Er bohrte die Augen in die nun so merkwürdige Zahl und wurde todtenbleich. Endlich begriff er und sagte mit bebender Stimme: „Es ist so, die Nummer hab ich und — mir wird ganz Übel!" — Er machte die Augen zu und war einer Ohnmacht nahe.

| Aber feine Jugendkraft siegte.

All fein unerreichbares Glück konnte er jetzt I kaufen. Das stand einzig vor ihm.

I „Nur aufgetragen, daß sich der Tisch biegt!" rief er in übermäßiger Anstrengung und ging, wie vom Winde getrieben, hin und her.

Gleich einem Blitze schlug die Wunderbot- schast in dem Dorfe ein.

Die schwarze Bilse saß anfangs wie ver­steinert daheim, dann aber zuckte urplötzlich ein Ruck durch ihren dünnen Leib und sie rief aus­taumelnd :

„Nummer sieben? Das ist meine Nummer, Dornsried hat sie gekauft und der Hobelmann hat sie gestohlen - das ist die Wahrheit!"

Die todtbleiche Ilse, die noch zu keinem klaren Gedanken gekommen war, wollte ihr die Hand auf den Mund legen, aber die rasende Alte warf sie zur Seite, stürzte auf die Gaffe und schrie es allen zu, die es hören wollten, der Hobelmann sei ein Dieb und wolle ihr das unmenschlich viele Geld stehlen.

DaS zündete wieder nach allen Seiten und alle glaubten lhr gerne, denn wenn jemand das viele Geld einheimsen durfte, so gönnte man es

Iß das Nrrdot des 5-irlei» ia mnirtigti Iittaiti imrch 118 KSrgrrliche SkfMuch «lfßkhsbkll?

Bon Regierungsrath a. D. Dr.jur.6. Frhr. v. d. Goltz. (Nachdruck verboten.)

In der heutrgen Sitzung wird die zweite Lesung deS Gewerbe-UnfallversicherungS-Ge- setzes fortgesetzt.

Paragraph 5a handelt von den Leistungen der Ber- ficherung gegenüber den Versicherten bei vorüber- Li^"^."^rwerbsunfähigkeit: eSsoll in solchen Fällen bte Bollrente gewährt werden

®^ßen einen Antrag des IreiHerr« v. Stumm, man solle bestimmen, daß die Bollrente nur gewährt werden dürfe, nicht müsse, sprechen die Abgg. Dr. Gvferaett «Centrum), Dr. Kehr (natlib.) und Aoestcke (wlldlib.). Der Antrag wird abgelehnt, ebenso wie eine ganze Reihe von Abänderungsanträgen der Sozialdemokraten, die Abg. WoksieuLuhr begründet. Der Paragraph wird in der Fassung des Kommisstonsantrages angenommen.

Paragraph 5bregelt die Berechnung der Rent- nach Maßgabe des Jahresarbeitsverdienstes.

Wiederum treten die Sozialdemokraten mit einem vollkommen aussichtslosen Abänderungsantrage auf den

In bet Budgetkommisfion deS Reichstages sind heute (Donnerstag) die von den Abgg. Müller-Fulda und Bassermann bean­tragten Gesetzentwürfe zur Deckung der Kosten der Flottenvermehrung berathen worden.

Der Abg. Frese von der fress. Berg, wandte sich gegen die beantragte Stempelsteuer bei den Kauf- und Ansckaffungsgeschäften von Aktien und ausländischen Papieren; dieselbe soll nach dem Anträge von 2/io auf 6/io vom Tausend erhöht werden. Redner meint, ein so erhöhter Satz werde die kleineren und mittleren Bankgeschäfte gefährden. DieAbgg. Müller-Fulda, Graf Arnim (freikons.) und Gras Stolberg (kons.) entgegneten, daß sie solche Befürchtungen für i grundlos halten; denn dieselben Befürchtungen ! sind laut geworden gegen die frühere Erhöhung der Börsensteuer und haben sich durchaus als hinfällig erwiesen. Auch ein Vertreter der verbündeten Regierungen gelangte zu demselben Schluffe, nachdem er die Ergebnisse eingehender Berechnungen Über die bisherigen Wirkungen der Börsensteuer dargelegt hatte: die Börse könne die beantragten Erhöhungen sehr wohl tragen.

Auf weitere Einwendungen des Abg. Eugen Richter antworteteAbg. Müller-Fulda, der von ihm beantragte Gesetzentwurf werde nicht die Anlagewerthe, sondern nur das tägliche Spiel an der Börse treffen.

Bei der Einzelberathung wurde der erste Artikel des Müller'scken Entwurfes (Abgabe für Aktien, Kuxe, Renten und Schuldver­schreibungen) ohne Debatte angenommen.

Bei dem zwetten Artikel, der die Frage der Besteuerung von Kompensationspapieren! behandelt, wurde beschloffen, zur genaueren Vor- berathung eine Unterkommission einzusetzen, be­stehend aus den Abgg. Graf Stolberg, Graf Arnim, Müller-Fulda, Dr. Paasche und Frese.

Im Laufe der Debatte änderte Abg. Müller-Fulda seinen Antrag dahin ab: der Ausgadenstempel für inländische Aktien soll von 1 auf 2 v. H. erhöht werden, für ausländische Aktien von l1/« auf 21/« v. H. Der Stempel sür Kuxe soll durchweg 15 Mark betragen.

Dieser veränderte Antrag wurde ange­nommen.

Angenommen wurden auch Artikel 3 bis 5 deS Antrages Müller mit dem Bestruerungs-1 larife. Sodann wurde die Berathung der Ver­doppelung der Lotteriestener begonnen, «der nicht zu Ende geführt. Dabei kündigte Abg. Gröber (Ctr.) einen ausführlichen An- L trag an auf höhere Besteuerung belli Totalisators bei Pferberennen. ।

Die Berathung wirb am Freitag fortgesetzt. I

Der schwarze Flor, bet sich in ben letzten Wochen über unseres Helden Leben und Schick- fal gewoben, breitete seine Falten immer weiter ans und wurde sogleich so dicht, daß selbst die letzten Schimmer der Hoffnung verblichen.

Wohl stand Ilse in eiserner Treue zu ihm er fühlte es; aber sehen und sprechen durfte und konnte er sie nicht, denn die „schwarze Me", wie bet Volkswitz die Mutter benannt hatte, wachte scharf über ihre Tochter.

Auch in ihrem Hause kroch das Gespenst der «arge aus den Winkeln, denn nach Dornfrieds •tobe hatte es sich herausgestellt, daß der Ver- norbene für einen entfernten, windschief stehenden Mer Bürge geworden für eine große Summe, so gut als verloren gelten konnte.

Seine früher geführten Handelsgeschäfte gingen m dre Brüche, und die alte Frau fühlte es recht 8«t, wie der Wohlstand wankte und sich Stücke um Stücke davon zerbröckelten.

Aber um keinen Preis hätte sie es ein« Wanden, denn sie war aus hartem U« und starr blieb sie bei ihren Ent- Wüffen, die sich in Betreff ihrer Tochter noch -uehr verknöcherten.

Gerade, weil es abwärts ging mit ihrem Alvesen, mußte ein reicher «Schwiegersohn r^ber auswärts Helse«, und sie hatte ja der Se« ^tber viele im Vorrath.

Ans dem Landtage.

AS Avgeardnetenya««. — 66. Sitzung vom 3. Mai.

Bei der zweiten Lesung des Antrages des Abg. Weihe (kons.) auf Aanahme einer Novelle »um Rentengütergesetze, wonach dasselbe auch auf die Errichtung kleiner Wirthschaften und Arbeiterwohnungen anwendbar gemacht werden soll, erklärte im Namm der Regierung

h 5#« Ikeifchllefcha« Hefehe und zu bei Verständigung übet bie Fleischeinfuhr schreibt bie oberoffiziöse ,Nordb. Allgem. Ztg/: „Wit können . . . nur wünschen, baß baS Gesetz auf bet vorgeschlagenen neuen Grundlage zu Stande kommt". Diese Aeußerung scheint eine Bestätigung dafür zu fein, daß bie Reichsregie- rung mit dem Kompromiß schon im voraus ein- oerstanden ist. Im Gegensätze hierzu wirb be­richtet, daß bas Kompromiß in bet konservativen Reichstagsfraktion heftig angegriffen worben sei unb in dieser nicht bie Mehrheit gefunben habe.

■ x.« & v i. • Seuchertgesetz ist am heutigen

- Mr des Kaisers vo« Donnerstag von bet dazu erngesetzten Kommission

Geflerreich bringt bet amtliche .Reichsanzeiger' des Reichstages in seinen vier ersten Paragraphen eme Kundgebung m der es u. a. heißt: „..Als unverändert nach der Regierungsvorlage ange- f?on ben fürstlichen Gästen) hält Se. Maj. nommen worden. Diese vier Paragraphen regeln der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn | die Anzeigepflicht. 8

Geheimerath Schröder, die Regierung habe noch keine Gelegenheit gehabt, sich über die Vorlage schlüssig zu machm. Die Regierung bezweifele aber dre Nützlich­keit des Antrages.

Abg. Prof. Sitze (Centr.) empfiehlt den Antrag des kons. Abg. von Riepenhausen auf Ueberweisung an eine Kommission zur Annahme und spricht den dringmdm Wunsch auS, daß die StaarSrrgierung ihre Meinung über dir Borlage Ludern möge.

Die Vorlage geht an eine besondere Kom­mission.

Der § 763 des B. G.-B. bestimmt: „Ein Lotterievertrag oder em Ausspielvertrag ist ver­bindlich, wenn die Lotterie oder die Ausspielung staatlich genehmigt ist". Hieraus wird von namhaften Rechtslehrern gefolgert, daß das Verbot I ? in auswärtigen Lotterien durch da« . VV11 olulltll ucu turupui|ajKr

I hhI Friedensinteressen in bet Pflege guter Be-

L»8fRntt?’Ata”?Cr-beS Ziehungen zu allen anberen Mächten zu bienen.

I könne nicht zugleich in einem Therl des Reiches In aufrichtiger Ehrerbietung für bie eble Sü J o“ rechtswidrig sein; da das Persönlichkeit des hohen Gastes rufen wir Sr.

-n- Landesrechte vorgeht, so müße Maj. dem Kaiser und König Franz Joseph ein

das Lotterieverbot der Einzelstaaten aufgehoben herzliches Willkommen zu!"

Der Strafsenat des Vreukiscken Kammer- ? Sammlkiche Merkmer Schule« bleiben vollkommen aussichtslosen Abänderungsantrage auf den ,77/ „. . HreutzNchen Kammer- an &!efetn Freitag als am Tage der Ankunft ?1®n- Gegen diesen Antrag sprechen die Abgg. Iisch-

gerichts hat vor Kurzem in entgegengesetztem ^Eers von Oesierreilfi aefchlnffen auf sie, §«<2 (freif. Volksp.) und Profeffor Aitze (Centrum), Sinne entschieden unb angenommen, daß das be-1 fonber. mnnr^‘w“Lbs -denso Geheimrath Ha-par, worauf der Antrag eben­treffende Preußische Gesetz vom 29. Juli 1885 ^^"ordnung des Kaisers. Der Reichs- falls abgelehnt und der Paragraph nach dem Vorschläge noch in Kraft sei Die Anaeklaaten batten 9nnse entgegen der ursprünglichen Absicht, der Kommission angenommen wird.

o »«genagten hatten Loose seine Plenarsitzung nicht ausfallen. Auch die -I - Paragraph 5° gibt der Berufsgenofienschaft die der Mecklenburgischen Landeslotterie gewerbsmäßig i Budaeikommission taat ™ I defugmß, das Heilverfahren auch nach Ablauf von 13

vertrieben und waren deshalb zu Geldstrafen ver- ^elrommmion wgt. Wochen der Krankenkaffe zu übedaffen.

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lid?e Verbindlichkeit des Lotterievertrages; die Nortb-ii^I!«^Äld-nb!!r^E^»>>-». Abg Kikv« (natlib.) spricht gegen den Antrag, strafrechtliche Auffaffuna und Bebandluna I, und Waldenburg stattfinden. Im Jahre ebenso Geheimrath Gaspar, worauf der Paragraph desselben seitens der LandeSaefeKe mird ^898 wurdenmWesthavelland bei der Haupt- nach Ablehnung des Antrages in der Kommissionsfaffung oeMven seitens der l.andesgesetze wird dadurch roat.t 9623 foiialbenwtratifcbe unb nur 7275 kon- angenommen wird.

mcht berührt. Das Spielen tn auswärtigen sxrvatioe Stimmen abaeaeben Der konservative <. ®bmf° wird mit den Paragraphen 5d bis 5f ver- ßottenen ist an fi# nkfctä Unerlaubte« ; baS ©traf» L ’EJJL „“SPSS** “el$e bie Festsetzung und Verrechnung der verbot ist als eine bloße SinanmaStedel « ’ö'« e< siegte erst bei der Stich-1 während der Karenzzeit ,u zahlenden Krankengelder

niifiufrtfien ö 5 ö wähl Mit Hilfe freisinniger Stimmen. Aehnlich behandeln. Gegen die vorliegenden mehrfachen fozial-

,8--' 11 - ' war es in Einbeck-Northeim; dort siegte auch demokratischen Abänderungsanträge sprechen die Abgg.

erst bei der Stichwahl Hofbesitzer Harriehausen MSÄ nut

über den Sozialdemokraten. Im schlesischen Wahl- Die Werier^rath'ung findet Freitag 2 Uhr statt, kreise Waldenburg hatte der Sozialdemokrat Sachse von Anfang an einen größeren Vorsprung vor dem freikonservativen Wahlbewerber Amts- gerichtsrath Krause, mit dem er in die Stich­wahl kam unb ben er bann auch besiegte. Die Sozialdemokratie ist also an allen drei Neuwahlen sehr stark betheUigt unb wird sicherlich sehr große Anstrengungen machen, um womöglich noch ein weiteres Mandat dazu zu gewinnen und die Nieder­lage bei der Nachwahl im Wahlkreise Aschersleben auszugleichen.

ES folgen die bei der Etatsberathung zurückgestellten AnträgeSchmßtzß« Warburg (Centr) und Krieger-KöniaS- berg (freis. Volks p ) auf Anrechnung diätarischer Be­schäftigung bot den Eisenbahnbau-BetriebSinspettoren und Maschir entzispettoren, sowie Errichtung von Bau- inspettorstellen bei der allgemeinen Bauverwaltung.

Die Budgetkommisfion beantragt Ablehnung der Anträge.

Es entwickelt sich eine ausführliche Debatte über die Anträge, in deren Berlauf für dieselben sprechen die Abgg. Macca (natt), Dr. Arendt (freikons ), Iettfch (kons.) — dagegen Minister vo« Ghieke« und Unter» | staatssekretär Lehnert.

doch zehnmal liebet der reichen Bilse als dem atmen Schlucker Hobelmann. So ist da- Volk.

Ohne nur zu suchen, hatte die Alte einige Zeugen um sich, die das LooS bei Dornsried ge­sehen haben wollten.

Mit einer Raschheit und Umsicht, bie man bei ihrer Aufgeregtheit nicht hätte vermuthen sollen, instruirte die Bilse bie Zeugen unb sofort I wurde ein Eilbote zu dem Agenten im nahen Städtchen gesandt, welcher das Loos verkauf hatte. Dann ging's zum Schultheißen, der mit Feuereifer bie Sache angriff unb begierig bie Ge­legenheit lenutzte, bem „Übergescheidten Duck­mäuser" eins anzuhängen.

Der also Bedrohte saß indeß ohne böse Ahnung in der Schenke bei den Kameraden und fang so­eben da» „Hobellied", als eine Wolke von Menschen in’8 Zimmer drängte.

Die Zechbrüder hielten die Hereinströmenden anfänglich für Gratulanten und schoben ihnen die Gläser zum Bescheidthun entgegen. Aber gleich darauf sahen sie trotz ihrer verglasten Auge» ein, daß die schwarze Menschenwolke ein Gewitter barg, denn wie ein Blitz schoß die schwarze Bilse ans ihr hervor und auf den Hobelmann los.

„Du hast da» Loos gestohlen, Du Schlucker!" platzte sie nun los. „Heraus damit, oder man wird Dir sagen, was es heißt, Wittwen unb Waisen um ihr Gut zu bringen."

Sie faßte den wirklich wie vom Blitze Ge­troffenen am Arme und schien nicht übel Lust zu haben, ein wenig mit ihm zu taufen. Aber der Mann des Gesetzes, der Schultheis, hat mit ge­runzelter Stirne auf sie zu, schob sie mit mög­lichster Würde auf die Seite unb sagte mit der