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JuLöa, Montag, den.30. Avril 1900.
27. Jahrgang.
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| 3ur General - Versammlung des katholischen Lehrerverbandes.
Es wäre ein Wunder gewesen, wenn die in ger Osterwoche hier in Fulda stattgehabte Generalversammlung des katholischen LehrerverbandeS von gegnerischer Seite unangefochten geblieben wäre. Es gibt ja der Leute und Kreise gar verschiedene, denen der katholische Lehreroerband wie überhaupt jeder katholische Lehrerverein ein Dorn im Auge ist, einfach schon deshalb, weil ihnen jede konfessionelle Vereinigungtzein Greuel ist. Kommt nun noch dazu, daß solche Vereinigungen blühen und gedeihen, wie das trotz der ihm von den verschiedensten Seiten bereiteten Schwierigkeiten hei dem katholischen Lehrerverbande der Fall ist, so erregt das doppelt den Zorn der Gegner.
Besonders gehässig gegen den katholischen Lehrerverband seit dessen Bestehen haben sich die Herren vom „Alloemeinen deutschen Lehrerverein" gestellt. Sie thaten zwar immer arg von oben herunter, als ob der katholische Lehrerverband für sie gar nicht da sei. Dazu aber wollte schlecht paffen die fortgesetzte Anfeindung, deren der Verband von ihrer Seite sich erfreut. Was man vorgibt, kaum zu beachten, bekämpft man doch nicht unaufhörlich. In Wirklichkeit also müffen die Herren den katholischen Lehrerverband doch nicht für so unbedeutend halten, wie sie sich anstellen; im Gegentheil: sie fürchten, und vielleicht nicht ohne Grund, daß der Verband dem „Allgemeinen Lehrerverein" von Jahr zu Jahr gefährlicher werde, sowohl hinsichtlich des Mitgliederbestandes wie bezüglich der genugsam bekannten Bestrebungen des Vereins, die im Wesentlichen in der vollständigen Los- rrennung der Schule von der Kirche und der Einführung der konfessionellen Schule rendigen.
Unter diesen Umstünden kann es nicht auf- fallen, daß aus Kreisen des allgemeinen deutschen Lrhrervereins heraus auch an der diesjährigen Generalversammlung des katholischen Lehrerverbandes herum gemäkelt wird. DaS geschieht v. A. auch in einer an die freisinnig ungläubige .Bossische Zeitung' (Nr. 192) gerichteten Zuschrift, die an der Generalversammlung ebenso kleinliche wie gehässige ftdtif übt. Zunächst wird dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß die Regierungnicht mehr wie früher dem katholischen Lehrerverbande abgeneigt und mißtrauisch -gegenüberstehe, sondern — es ist unerhört! — jetzt auch dem Verbände mehr oder weniger Gerechtigkeit widerfahren lasse. Und man habe nicht gehört, daß der Widerspruch des „allgemeinen deutschen Lehrervereins" gegen „diese regierungsseitig getriebene Propaganda (!!) für die konfessionelle Trennung der preußischen Lehrer irgend eine Wirkung hätte".
In diesen Sätzen spricht sich der ganze ge- waltthätige Charakter, wie er im allgemeinen Lehrerverein ausgeprägt ist, aus: keine andere Vereinigung, außer dem konfessionslosen Lehrerverein, hat Berechtigung, und deshalb ist es auch Wicht der Regierung, zur Unterdrückung aller dem allgemeinen deutschen Lehrerverein nicht genehmen Korporationen hilfreiche Hand zu bieten und lediglich ihm ihre Gunst zuzuwenden.
Ganz unglücklich ist der Einsender der Zuschrift darüber, daß bei der Fuldaer Versammlung ein Vertreter der Kasseler Regierung beiwohnte „und sich mit den Bestrebungen der katholischen Lehrervereine völligeinverstanden erklärte". Hieraus sieht er großes Unheil entstehen: den schließlichen Verfall des „allgemeinen deutschen Lehrervereins", die „konfessionelle Zersetzung des Lehrerstandes". Man kann nur wünschen, daß diese Befürchtung ganz und voll sich erfüllen möge. Unter der „konfessionellen Zersetzung" ist natürlich das offene Bekenntniß der Lehrer zu ihrer Religion und die Bestätigung der letzteren zu verstehen. * Für den Briefschreiber ist es ausgemachte Sache, daß der katholische Lehrerverband „die Beherrschung des Volkes in der Hand der Geistlichkeit erstrebt und die Schule „zu dem Machen will, was sie im Mittelalter war, zu einem Anhängsel der Kirche". Ueber solche, von unsäglicher Geiste sarmuth zeugend eSchlag- wörter, die allenfalls noch auf die erleuchteten Köpfe im allgemeinen Lehrerverein Eindruck machen, verliert man kein Wort mehr, denn sie sind wirk- kich zu dumm, wie das ganze Geschreibsel des Verfassers des Briefes, der auch empört ist darüber, daß der Regierungsvertreter den guten Eindruck rüh mte, den es mache, daß der katholische Lehrerverband die Lehrerschaft nicht zersplittern, sondern sie einigen wolle auf dem einen Grunde: Jesus Christus.
Das ist natürlich greuelhaft für die leitenden Geister des allgemeinen Lehrervereins, ihr Widerspruch dagegen aber auch höchst bezeichnend für ihre unchristlichen Bestrebungen und — fü r die Rothwendigkeit des katholischen Lehrer- verbandes.
»k> Zum Stande der Flottenvorlage.
Nun müffen auch diejenigen Zeitungen, die bisher auf das Centrum einzuhauen beliebten, weil dieses keine positive Arbeit bei der Behandlung der Flottenvorlage leiste, ihr Unrecht einräumen und dem Centrum die Anerkennung zollen, daß es mit greifbaren Vorschlägen allen anderen Parteien voraufgeeilt ist. Und zur Kennzeichnung der gegenwärtigen Sachlage genügt die Feststellung der Thatsache, daß die Parteien der Rechten und die National- liberalen in der Freitagsfitzung der Budgetkommission des Reichstages mit dem Centrum für die ersten fünf Paragraphen des von diesem neu beantragten Flottengesrtzes gestimmt haben; und ferner, daß Admiral Tirpitz, der Staatssekretär des Reichsmarineamts, sich nicht unmittelbar ablehnend gegen die Anträge des Cevtrums ausgesprochen hat. Es könnte also sein, daß die verbündeten Regierungen mit sich reden laffen und in die Ersetzung der Regierungsvorlage durch den neu ausgearbeiteten Gesetzentwurf des Cen- trums einwiüigen.
Wodurch unterscheiden sich die beiden Gesetzentwürfe von einander?
Der Flottengesetzentwurf des Centrums enthält vor allen Dingen eine ganz erhebliche Einschränkung des Flottenbauplanes. Es sind aus dem Regierungsentwmfe nicht weniger als 5 große und 5 kleine Kreuzer für den Dienst im Auslands und 1 großer und 2 kleine Kreuzer der Reserve für diesen Dienst gestrichen worden. Nun sind aber diese Auslandsschiffe von der Reichsregierung selbst erst für das Jahr 1906 gefordert worden. Deswegen braucht die Regierung also heute, im Jahre 1900, noch keinen Konflikt mit dem Reichstag vom Zaune zu brechen, weil dieser zunächst etwas ablehnt, das von der Regierung für die nächsten sechs Jahre gar nicht verlangt wird; sie braucht es nicht zu thun, und nach der Erklärung des Staatssekretärs Tirpitz sollte man meinen, daß sie es auch nicht thun möchte. Aber — zwischen Lipp' und Kelchesrand schwebt der finstern Mächte Hand! Ueberraschungen gehören bei uns in politischen Dingen nicht zu den Seltenheiten, und es bleibt immerhin abzuwarten, ob dir Ansichten der Reichsregierung bis zum Ende der gegenwärtigen Flottendinge sich nicht unversehens ändern werden.
Die finanzielle Wirkung des Centruinsplanes würde sehr bedeutend sein. Die Ausführung desselben würde nämlich im Vergleiche zu den Forderungen der Regierungsvorlage eine jährliche Flottenersparniß von rund 25 Millionen Mark bedeuten, und diese Ersparniß würde für die in Aussicht genommene ganze Bauperiode von siebzehn Jahren nicht weniger als 17 mal 25 oder rund 425 Millionen Mark ausmachen — sicherlich eine äußerst beachtenswerthr Summe!
Die eifrigsten Flottenschwärmer stellt die nationalliberale Partei. Es ist darum sehr bemerkenswerth, daß auch mehrer« der führenden nationalliberalen Zeitungen die CentrumSanträge für ganz geeignet ansehrn zu dem Zwecke, zu einer Verständigung zwischen Rrickrsregierung-und Volksvertretung zu führen. „Eine Einigung innerhalb der Grundzüge der Abstimmung (vom Freitag) über den eisten Paragraphen würde nach unserer Auffassung eine keineswegs un- beftiedigende Lösung darstellen —", so läßt sich beispielswiise die Berliner.National - Ztg.' vernehmen.
Aber die Hauptsache fehlt noch: die Verständigung üker die Kostendeckung. So lange diese fehlt, schwebt auch noch die ganze Flottenvorlage in der Lust. Ohne geeignete Kostendeckung keine Flottenverstärkung: von dieser Richtschnur wird das Centrum nicht um eines Haares Breite abweichen. und damit ist auch die Richtschnur gegeben für alle weiteren Verhandlungen.
Deutsche» Keich.
Berlin, den 28. Apnl.
* I«r MaderSoruer AifchofswaHl. Ueber die feilens des Domkapitels zu Paderborn der Staatsregierung eingereichte Bischofsliste batte bisher in der Oeffentlichkeit nichts Zuverlässiges verlautet. Nunmehr berichtet der ,Westf. Merkur', die Regierung hätte, wie es heißt, von den durch das Domkapitel eingereichten fünf Namen zwei gestrichen, und zwar die Namen »on terren, welche dem Domkapitel nicht angehören. tehen geblieben wären die Namen der Herren
Weihbischof Domdechant Dr. G o ck e l, Dompropst Prälat Dr. Schneider und Bisthumsverweser Prälat Wigger. Vermuthlich sind die Namen der Herren Pröpste Bergmann in Minden und Brieden in Magdeburg gestrichen. Die Wahl soll am 10. Mai stattfinden.
* Die AeeresverstärKnag um 7000 Mann kommt im Jahre 1903. In Aeußerungen über die künftige Steigerung der Reichsausgaben, welche von den betheiligten Verwaltungen gutachtlich für die Budgetkommission aus Anlaß der Flottennovelle zusammengestellt worden stnd, schreibt das Kriegsministerium: „Die Gestaltung des Militärwesens ist von so vielen wechselnden Einflüssen, z. B. unseren Beziehungen zu den anderen Großmächten, den Heeresorganisationen der Nachbarstaaten, den Fortschritten der Technik abhängig, daß jeder auch nur einigermaßen zuverlässige Maßstab für die Zukunft fehlt. Nur darauf sei hinzuweisen, daß die durch das Gesetz vom 25. März 1899 bewilligten Mannschaften voraussichtlich durch die in den Jahren 1901 und 1902 aufzustellenden Formationen aufgebracht werden. Im Jahre 1903 würde demnach die Anforderung der 7000 Köpfe, deren Bewilligung der Reichstag durch die Resolution IV. vom 16. März 1899 in Aussicht gestellt hat, beginnen müssen."
* Die chefchäftsdispofitione« im Ikeichs tags sind für die nächsten Tage dahin getroffen worden, daß am Mittwoch, den 2. Mai die zweite Lesung der Novelle zum UnfallverficherungS- gesetz auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Die dritte Lesung deS Fleischbeschaugesetzes steht noch in weitem gelbe, da die Kompromißverhandlungen mit den verbündeten Regierungen erst zum Abschlüsse geführt werden müffen. Bis zu diesem Zeitpunkte wird im Abgeordnetenhause auch von der Besprechung der konservativen Interpellation betreffend die Fleischbeschau abgesehen werden.
* Dem Reichstage ist eine Petition um Einbringung eines Kefegesetzes zugegangen, in der eine strenge Scheidung zwischen Getreidepreßhefe, Bierhefe und Melassehefe und das Verbot der Vermischungen verschiedener Hefearten mit einander oder mit Surrogaten gefordert wird.
x Alever die Karrakvorlage berichtet die allerneueste Meldung, sie solle dem preußischen Landtage erst in nächster Tagung zugehen. Auch diese Meldung sei hier der Vollständigkeit wegen verzeichnet. Da an eine Erledigung der Vorlage in diesem Frühjahr gar nicht zu denken ist, ist es ziemlich belanglos, ob dieselbe vor Pfingsten eingebracht und der Landtag vertagt, oder ob der Landtag geschlossen und die Kanalvorlage bis zur nächsten Tagung verschoben wird. Eile thut bekanntlich bei dieser Vorlage ganz und gar nicht noth.
+ Jas Kompromiß über das Fleischs beschaugesetz soll bereits erzielt sein, so wird von einer Seite versichert, die gleichzeüig behauptet, daß sie aus sicherer Quelle schöpfe. Die Verständigung soll nach dieser Meldung «zwischen dem Staatssekretär Graf Posadowsky und den Vertretern der Mehrheitsparteien" erzielt sein. Das kann richtig oder aber auch nicht richtig sein. Jedenfalls darf man nach der geschäftlichen Lage der Dinge annehmen, daß im Laufe dieser Woche das Fleischbeschaugesetz in dritter Lesung noch nicht zur Berathung im Reichstage gelangt. Die .Deutsche Tagesztg/ bestreitet übrigens vorläufig ganz entschieden, daß „die konservative Partei des Reichstages einen Auftrag zu irgend welchen Kompromißoerhandlungen ettheilt habe"; daS aber würde noch immer nicht das Andere auSschließen, daß konservative Parteiführer einstweilen auf eigene Hand mit der Regierung verhandeln. — Eine bemerkenSwerthe Resolution zu der Fleischbeschaufrage hat der Westfälische Bauernverein angenommen. In dieser Resolution wird zwar das Bedauern darüber ausgesprochen, daß die Reichsregierung die Beschlüffe der zweiten Lesung nicht annehmen will. Im übrigen aber sagt die Resolution, daß die Bestimmungen des Gesetzes außer dem Einfuhrverbote für Pökelfleisch und dem gänzlichen Fleischeinfuhrverbote von 1903 ab „dem jetzigen Zustande gegenüber immerhin nicht unerhebliche Verbefferungen enthalten", weswegen der Vorstand und Ausschuß des Westfälischen Bauernvereins die „bestimmte Erwartung" ausspricht, daß „der Bundesrath und der Reichstag sich über den Wortlaut des Gesetzes verständigen werden, damit dasselbe noch in dieser Tagung zur Verabschiedung gelangt".
• Der Gesetzentwurf üöer die Maare« ha«sste«er wird in der Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses an diesem Montag zur zweiten Lesung gelangen. Zu bedauern ist die Haltung der Regierung zu den Beschlüsfen der ersten Lesung: die Regierung bezeichnet diese Beschlüffe als unannehmbar, und nunmehr liegen neue Abänderungs-Anträge der Nationalliberalen vor. Hier handelt es sich für Preußen um einen
allerersten Versuch. Auf jeden Fall ist also zu empfehlen, daß die Mehrheits - Parteien wieder einmal nach dem alten leidigen Grundsätze verfahren : nehmen, was man bekommen kann. Hier bedeutet ein Wenig immer noch ein Etwas.
h. Die Wahr des Ireiherr« vo« Stumm soll nach dem Beschlüsse der Wahlprüfungskommission des Reichstages beanstandet werden. Der Bericht über diese Angelegenheit füllt ein Buch von nicht weniger als 92 Seiten in Großquart. Einen sehr großen Raum nehmen darin ein die Proteste des Abg. Dasbach und des Pfarrers Weiler; und auf diese Proteste sind wiederum sehr umfangreiche Erwiderungen eingegangen. Ueber eine ganze Reihe von Protestpunkten soll noch Beweis erhoben werden.
Ausland.
G Kaag, 28. April. Die Konferenz des niederländischen Ministers des Acußeren de Beaufort mit den Mitgliedern der Burengesandtschaft hatte, wie in diplomattschen Kreisen versichert wird, ausschließlich den Zweck, die Burenmission von der Aussichtslosigkeit ihrer Bemühungen, eine der europäischen Mächte zu einer direkten Intervention zu veranlassen, zu überzeugen. Minister Beaufort hat auf dringenden Wunsch der Burenmission sich an die Kabinette von Deutschland, Oesterreich, Frankreich und Rußland gewandt und von allen Seiten unter erneutem Hinweis auf die voraufgegangene Neutralitätserklärung dieser Mächte die Auskunft erhalten, daß ein Eingreifen in die südafrikanischen Vorgänge ein Ding der Unmöglichkeit sei. Nach der augenblicklichen Kriegslage sei es vielmehr angebracht, daß die föderirten Staaten den Engländern zu einem Friedensschluffe die Hand bieten, der ihnen, wenn auch nicht ihre Unabhängigkeit, so doch ein rasches Ende des auf die Dauer doch unnützen Blutvergießens sichere. Es ist wahrscheinlich, daß die Burengesandtschaft auf diese entmuthigeu- den Mittheilungen hin in die Heimath zurückkehren wird.
* Amsterdam, 28. April. Gestern sind die Schriftsetzer einiger Buchdruckereien in den Ausstand getreten, weil die Prinzipale sich weigerten, die in dem Reglement vom verflossenen Dezember festgesetzte Lohnerhöhung zu bewilligen. Die Buchdruckereibesitzer haben be- schloffen, sich gegenseitig zu unterstützen. Einige Zestungen konnten nicht erscheinen, andere nur theilweise. Die betreffenden Druckereien werden von der Polizei bewacht, welche die arbeitenden Schriftsetzer beschützt. Heute haben nun s ä m m t - liche Druckereibesitzer und Leiter der Blätter die Sperre über ihre Arbeiter beschlossen. In Folge deffen wird bis Montag kein Blatt erscheinen, wo eine neue Versammlung der Arbeitgeber stattfinden wird.
* Maris, 28. April. Der Generalausschuß der sozialistischen Partei hat beschlossen, im Hinblick auf die bevorstehenden Gemeinderathswahlen keinerlei Kundgebungen am 1. Mai zu veranstalten. — Bor dem Zuchtpolizeigericht fand ein Ehrenbeleidigungsprozeß statt, welchen die Klosterschwestern des Affumptionisten- Ordens gegen die.Aurore' angestrengt hatten, weil sie von dem Blatte eines unziemlichen Lebenswandels beschuldigt worden waren. Die ,Aurore' wurde zu einer Geldbuße von 2000 Francs und zur Leistung eines Schadenersatzes von 12000 Francs verurtheilt.
* Lands«, 28. April. Eine Botschaft der Königin von England an das irische Volk ist gestern publizirt worden. Die Königin sagt, sie sei von dem ihr bereiteten Empfange tief gerührt. Sie nehme eine herzliche Erinnerung an ihren Aufenthalt mit sich und bitte Gott, daß Eintracht unter dem Volke herrschen möge. DaS Volk von Irland möge glücklich sein und gedeihen. — Für die Armen in Dublin spendete die Königin 1000 Pfund Sterling. — Den Mayors (Bürgermeistern) von Dublin und Belfast ist die Baronetswürde, denen von Cork und Londonderry die Ritterwürde verliehen worden.
* Madrid, 28. April. Ein hiesiges Handels- Haus hat ein Telegramm aus Cuba erhallen, in welchem mitgetheilt wird, daß sich der ehemalige cubanische General Rabi an die Spitze einer aufständischen B e wegung gestellt habe, welche sich gegen die Amerikaner richte und deren Loosungswort laute: Es lebe die Unabhängig, leit Cubas. Die Bewegung soll, so heißt es, dvrch die bedeutenden Städte der Provinz Santiago unterstützt werden. Ein weiteres Telegramm meldet, General Moximo Gomez schicke sich an, nach St. Domingo in See zu gehen.
* Melersvurg, 28. April. In einem Leitartikel über die Neutralität des Kaisers Wilhelm bemerkt die ,Nowoje Wremja', die Handlungsweise des Kaisers aus politischem Gebiete werde sich stets mit der internationale«