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Jutda, Freitag, den 27. April 1900.

M 96.

G Die Flottenvorlage in der Budgetkommission des Reichstages, ir.

Am heutigen Donnerstag hat die Budget- Aommisston des Reichstages die Spezial- berathung der Flottenvorlage begonnen.

Der erste Paragraph lautet bekanntlich:

1. Der im Gesetze betr. die deutsche Flotte <nom 10. April 1898 festgesetzte Schiffs- .bestand wird vermehrt um

a) verwendungsbereit: 1 Flottenflaggschiff, 2 Geschwader zu je acht Linienschiffen, 2 große und 8 kleine Kreuzer als Aufklärungs­schiffe der heimischen Schlachtflotte — außer­dem 5 große und 5 kleine Kreuzer für den Auslandsdienst.

b) als Materialreserve: 2 Linienschiffe, 1 großer und 2 kleine Kreuzer für den Aus» landsdienst — vermindert um zwei Dioistonen zu je vier Küstenpanzerschiffen.

2. Auf diese Vermehrung kommen die acht Mstknpanzerschiffe bis zu ihrem Ersätze als Linienschiffe in Anrechnung.

Hierzu liegen die gestern angeführten drei neuen Fraa-n des Berichterstatters, des Cen- trumsabg. Müller-Fulda, vor über dieNoth- wendigkeit der doppelten Schlachtflotte, die Geschwaderstärke und die Materialreservr. Staats­sekretär Tirp itz gab zur Einleitung der Debatte eingehende Mittheilungen über die Stärke der 'Kriegsflotten anderer Länder im Verhältnisse zur deutschen Flotte. Diese Mittheilungen wurden als streng vertraulich bezeichnet. Im übrigen versicherte der Staatssekretär, daß die verbündeten Regierungen in ihren Forderungen auf das äußerst geringe Maß sich beschränkt hätten. Auf einen vom Centrumsabg. Groeber geäußerten Wunsch, eingehende Darlegungen zu erhalten über die Rothwenvigkeit von zwei Geschwadern, wies Staatssekretär Tirpitz be­sonders darauf hin, daß unsere Flotte auch in der Nordsee dem Feinde gegenüber die Herrschaft behaupten können müffe. Abg. Graf Stol­berg (kons.) ist davon überzeugt, daß wir zwei Flotten brauchen zur Vertheidigung der Nord- und der Ostsee, und Abg. Müller-Fulda Wr.) betonte, daß die französische und die russische Flotte zusammen der deutschen Kriegs­flotte weit überlegen seien. Auch die französische Regierung mit ihrem sozialdemokratischen Handels­minister verlange eine weitere Verstärkung der Flotte, obwohl in Frankreich doch schon eine starke Flotte vorhanden ist. Deutschland könne nicht mit gebundenen Händen zusehen, wenn andere Staaten sich rüsten. In solchen nationalen Fragen dürfe man sich nicht von Parteiinteressen leiten tifjen und sich nicht grundsätzlich auf den Standpunkt der Intenssenpolitrk stellen.

Noch diesen Ausführungen des Berichterstatters der Budgetkommission entspann sich eine lange Debatte, in der der Abg. Bebel die Worte des Abg. Müller-Fulda so auslegte, als sei letzterer schon jetzt zur vollen Annahme der Vorlage ent- schloffen, worauf Abg. Müller erwiderte, daß

Das KMckskind.

Erzählung von Irene von Hellmuth.

40 ------ Nachdruck verboten.

Welche Fluth von Erinnerungen stürmte auf löschen ein! Waldmann gebärdete sich wie toll, hatte wirklich Mühe, daß er in seiner unge« Freude die zarte Gestalt nicht über den Haufen warf. Jmnier und immer wieder sprang ** an ihr empor, durch lautes Bellen verrathend, er empfand.

_ Tante Therese schluchzte am Halse des geliebten Kindes, das so bleich und angegriffen aussah, zum Erbarmen.

Röschen bezog wieder ihr altes Stübchen, in » flch nichts verändert hatte. Die Ruhe und Freden ringsumher thaten ihr unendlich wohl all den Kämpfen der letzten Monate.

sm. XIV.

Eder ist es Frühling geworden, die Bäume t frisches Grün, aller athmet auf, nach ^8er, banger Winternacht.

brit « rn' i*aS Auferstehungsfest feiert die Mensch- ' Auferstehung feiert die Natur. Röschen ist den m Kirche zurückgekommen und wandert durch

Wald. Wie ists so feierlich, so herrlich hier!" Au", muß sich alles, alles wenden!

tun H früh, siegreich steigt die Sonne empor fe^.^Eenlosen, herrlich blauen Himmel; vom $ n Dörfchen ertönte Glockengeläute, und Röschen

** so seltsam zu Muthe, so leicht und frei

die Nothwendigkeit der Flottenvermehrung in dem geforderten vollen Umfange noch nicht nachge­wiesen sei.

Jntereffante Auseinandersetzungen entwickelten sich nicht minder bei der dritten Frage nach den Gründen für die gesetzliche Festlegung der Materialreserve. Abg. Müller-Fulda bezeichnete die geforderte Materialreseroe als zu weit gehend, ur-d Abg. Gröber fügte hinzu, man könnte doch wie die Franzosen ältere Schiffe als Reserven benützen. Namentlich aber hält Abg. Müller-Fulda eine Verstärkung der Auslandfiotte nicht für nöthig; erstens darum nicht, weil der wirthschaftliche Absatz im Aus­lande nicht von den Kriegsschiffen, sondern von der Tüchtigkeit unserer Fabrikanten und Kaufleute abhängt, und zweitens darum nicht, weil Redner beispielsweise von bet Ausbeutung Chinas wenig Nutzen sich verspricht.

Der Centrumsabg. Prinz Arenberg hält die Bedeutung der Auslandsschiffe für sehr groß, und Staatssekretär Tirpitz führt als Grund für die geforderten AuSlandssch'ffe dir zahlreichen Gesuche von Deutschen im Auslände um Zusendung von Schiffen an.

Abg. Müller-Fulda erwiderte, man möge doch Auslandsschiffe bauen; aber dann sollten auch die Deutschen im Auslande, um deren Willen sie gebaut werden, zu den Kosten bei­tragen. Bis jetzt zahlen sie aber gar nichts. — Und in einer spätern Ausführung führte derselbe Redner aus: Es ist ein Unrecht, vom deutschen Bauern die Bezahlung der Kosten zu verlangen, die Kriegsschiffe zu Gunsten wohlhabender Deutschen im Auslande verursachen.

Gegen die Besteuerung der Deutschen im Auslande zu Gunsten des Baues von Auslands­schiffen sprachen die Abgg. Frese (freis. Berg.), Di. Hasse (natl.) und von Kardorff (frei- kons.). Letzterer fügte hinzu, er würde es aufs tufste bedauern, wenn auch nur ein einziger Posten dec Regierungsvorlage abgelchnt würde.

Freitag Vormittag wird die Berathung fortgesetzt, vielleicht auch schon eine vorläusige Abstimmung über den ersten Paragraphen vor­genommen werden.

Deutsches Deich.

Berlin, den 26. Apnl.

• Zur Derer der Hrsßjäyrigkett des deutsche» Lrrovpriuze« werden sich in Berlin auch der italienische Kronprinz und als Vertreter des Zarenhofes Großfürst Kon­stantin Konstantinowitsch einfinden. Es werden somit alle hervorragenden Herrscherfamilien durch Mitglieder bei der Feier vertreten sein.

h Das ZLefiadsn des Avg. Dr. Lieder hat während der letzten schönen Frühjahrszeit außerordentlich erfreuliche Fortschritte gemacht. Es besteht gegründete Hoffnung darauf, daß der verehrte Centrumsführer bei Fortdauer der guten Witterung demnächst wieder nach Berlin kommen kann, um sich an den parlamentarischen Arbeiten zu bethetligen.

+ Ii-rarrzieKe SchönsärSerei. Pünktlich mit der Wiederaufnahme der Berathung der Flottenoorlags in der Budgetkommission des Reichstages "stellen sich auch di- verführerischen Schilderungen der Berliner Offiziösen von der angeblich glänzenden Finanzlage des Reiches ein.

fühlt sie sich in Gottes herrlicher Natur. „Christ ist erstanden, Christ ist erstanden!" — scheint es zu flüstern in dem Morgenwind, dcr kosend durch die hellgrünen Blätter streicht.

Röschen hat den Hut abgenommen, und läßt die wonnige reine Luft um ihre Stirne streichen.

Langsam wandert sie weiter, den oft gegangenen Weg nach dem alten Lieblingsplätzchen.

Plötzlich stockt ihr Fuß, sie wischt sich die Augen, als sähe sie nicht recht.

Hoch droben vom Thurme des Seeschlößchens flattert lustig die Fahne im Morgenwind.

Was bedeutet das?

Ihr Herzschlag stockt einen Moment, um dann rasend zu pochen in solch' ungestümer Weise, daß Rosi die Hand auf die Brust preßt, als könnte sie so das Klopfen mindern, das immer stärker wird. Kraftlos sinkt sie auf die Bank nieder und schließt die Augen. Sie hört von drüben die Wellen leise plätschern, sie hört, wie Jemand näher und näher kommt, und dennoch lehnt ihr Kopf noch immer am Stamm der hinter der Bank stehenden Buche, — ihre Augen öffneten sich nicht. —

Da fühlte sie plötzlich ihre Hände umklammert, vor ihr liegt ein Mann auf den Knieen, ein liebes Antlitz birgt sich in ihrem Schooß, und eine Stimme sagte zärtlich ihren Namen: „Röschen." —

Ist es ein Traum, ist es herrliche, beglückende Wirklichkeit — fast weiß sie es nicht! —

Ach, daß sie immer so träumen könnte, sie fürchtet, daß das Traumbild in nichts zerrinnen möchte, und wagt nicht sich zu rühren.

„Das Jstergebniß des Reichshaushaltes (für das Jahr 1899) dürfte sich um mehr als 60 Mill. Mark günstiger stellen, als der Etat vorgesehen hatte —" so schreibt ein Osfiziosus und fährt dann fort: „DaS ist um so bemerkenswerther, als namentlich auf dem Gebiete der Marinever- waltung sehr beträchtliche Ausgaben über den Etat geleistet werden mußten und der Getreide­zoll weit hinter dem Anschläge und dem Ertrage des Vorjahres zürückgeblieben ist . . . Der lieber- schuß des ReichshauShaltsetat von mehr als 60 Millionen Mark wird sich voraussichtlich zu un­gefähr gleichen Theilen auf die zur Reichskaffe fließenden Einnahmen und die UeberweisungS- steuern vertheilen. . . Auch das Finanzjahr 1899 liefert den Beweis, daß die Annahme der Reichs- finanzoerwaltung völlig zutrifft, es werde der Haupttheil der Mehrkosten der Flottenverstärkung sich aus den jetzigen Einnahmequellen des Reiches infolge ihrer stetig günstigen Entwickelung decken lassen." Die Ausdauer ist erstaunlich, mit der die Offiziösen immer und immer wieder das alte angebliche Beweismittel vorbringen, daß aus dem gegenwärtig guten Stande der Reichseinnahmen mit Sicherheit zu schließen sein soll auf ewige Fortsetzung dieses verhältnißmäßig erfreulichen Zustandes. Alle Kenner der wirthschaftlichen Lage und Entwickelung sind übereinstimmend der Ansicht, daß recht bald auf die wirthschaftliche Hochfluth die entsprechende Ebbe eintreten werde; und damit muß dann auch Ebbe kommen in den Einnahmen des Reiches. Wenn heute etwas ist, so ist das doch nicht gleichzeitig ein Beweis dafür, daß eS nun auch immer so bleiben müffe. Und außerdem befinden sich, wie Jedermann weiß, die Schuldenlasten des Reiches in einem so un­heimlichen Wachsthum, daß im Vergleiche damit auch die gegenwärtig guten Einnahmen des Reiches leider recht wenig zu bedeuten haben. Die ganze offiziöse Schönfärberei ist also nicht nur überflüssig, sondern augenscheinlich daraus berechnet, die öffentliche Meinung über den wahren Stand der Dinge hinwegzutäuschen; und das ist auf keinen Fall ein lobenswerthes Beginnen.

• Die Ikotteuvorkage sollte nach der Versicherung offiziöser und flottenschwärmerischer Organe vor und während der parlamentarischen Ofierpause so gut wie geborgen sein. In der ,Fuld. Ztg.' ist von Anfang an vor solchen über­eilten Schlüffen gewarnt worden. Jetzt müffen auch diejenigen Zeitungen, die sonst am leiden­schaftlichsten für die Flottenvergrößerungen agitrren, das Eingeständniß machen, daß sie sich über die Lage der Dinge getäuscht haben. Das Berliner Krupp-Organ, die,Berl. Reuest Nacht.', finden, daß die Berathung in der Budget- kommisfion des Reichstages am Mittwoch „im ganzen keinen erfreulichen Eindruck macht"; und auch das Parteiorgan der flottenfreundlichsten aller Parteien, nämlich die .Nationalliberale Korrespondenz", ist gar nicht von dieser Mitt- wochsberathung befriedigt, nicht einmal mit der Haltung der Regierungsoertreter. Schatzsekretär Freiherr von Thielmann verweigerte, wie berichtet, bestimmte und genaue Erklärun­gen über die Kostendeckung, sodaß Redner mehrerer Parteien bindende Aeußerungen des Bundesrathes verlangt haben über diese wichtigste aller Fragen und nun wünscht auch das national­liberale Partei Organ im Gegensätze zu der un­bestimmten Haltung des ReichSschatzsekretärs „ein

Ein Zittern erfaßt sie, als die Stimme, die ihr immer, auch in den bangsten Stunden in den Ohren geklungen, wieder anhebt mit bebender und doch so bestrickenden Klang: „Röschen, kannst Du mir verzeihen, daß ich Dich mit einem entwürdigen­den Verdacht kränken konnte, daß ich ohne zu prüfen, auf den bloßen Schein hin Dich in meinem Herzen verurtheilte, während nicht der leiseste Flecken, nicht der Schein einer Schuld Dich treffen durste?"

Röschen nickt blcs. Sie kann nicht sprechen.

Doch ihm scheint das Lächeln, das auf dem schönen Gesichte liegt, zu genügen. Wie elektrisirt springt er empor, und schlingt mit einem Jubel­schrei seine Arme um die bebende, schlanke Gestalt.

Dann setzten sie sich auf die kleine Bank, und Dr. Gerhard Malljar erzählte der erstaunt Auf­horchenden, wie ihn damals im Walde, als jener Freche es gewagt, seine holde Blume zu küssen, Verzweiflung erfaßte über ihren scheinbaren Ver- rath, wie er geflohen von der Stätte, wo er zum elendesten aller Menschen geworden, fort — wie ein gehetztes Wild —, zum zweiten Male hinaus in die weite, ihm so öde erscheinende Welt.

Daß er wiedergekehrt, das war das Werk des guten treusorgenden Försters. Der hatte nicht ge­rastet, noch geruht, täglich hatte er bei Lebrecht nackgefragt, ob keine Kunde von dem Fernen ein­gelaufen sei.

Und als endlich nach langem vergeblichem Warten die erste Nachricht im Seeschlößchen an­langte, als der brave Mann erst einmal wußte'

27. Jahrgang.

klares, bestimmtes und die gesammte Autoritä^ der Rrichsgewalt in die Waagschale werfendes Eingreifen", denn die Reserve und Gelassenheit, die als Gesammteindruck der Haltung der Regie­rung bei dem Abschlüsse der Generaldebatte am Mittwoch zurückblieb, habe „nirgendwo einen befriedigenden Eindruck zurückgelassen". Soweit die .Nationallib. Korrespondenz'. That« fache ist jedenfalls, daß im allgemeinen, nament­lich auch bei den Konservativen und National- liberalen, die Stimmung in Flottensachen während der Osterferien sich sehr stark ab­gekühlt hat.

® Kirre Interpellation über das ZSein- gesetz ist von dem natl. Abg. Deinhardt tm Reichstage eingebracht und sofort für diesen Freitag auf die Tagesordnung gesetzt worden. In der Interpellation wird nach dem Zeitpunkte ge­fragt, an dem die angekündigte Novelle zum Wein­gesetze im Reichstage erscheinen soll.

X Kevek m»d ..Heaoffe" MiK-rand. Dem Obergenossen Bebel ist heute (Donnerstags in der Budgetkommisfion des Reichstages etwas sehr Unangenehmes zugestoßen: man hat ihm den „Genossen" Millerand, den französischen Handels­minister an die Rockschöße gehängt und ihm vor­gehalten, daß ja auch „Genosse" Millerand in Frankreich als Mitglied der französischen Regie­rung für die Verstärkung der französischen Flotte eintritt, obwohl die französische Kriegsflotte be­reits recht kräftig entwickelt ist. Herrn Bebelist dieser Hinweis auf unleugbare Thatsachen augen­scheinlich sehr unangenehm gewesen, und er hat versucht, den „Genossen" auf dem französischen Ministersessel von seinen Rockschößen wieder ab« zuschütteln. Ec meinte, die deutschen Sozial­demokraten seien gegen den Eintritt Millerand'S in das französische Ministerium gewesen und ebenso „ein großer Theil der französischen Ge­nossen". Diese letztere Bestimmung war sehr vorsichtig von Herrn Bebel gefaßt; unter „einem großen Theil" kann man alles mögliche verstehen. Thatsache ist doch aber, daß der französische sozialdemokratische Parteikongreß im vorigen Jahre nach längeren Debatten einen Beschluß ge­faßt hat, der dem Eintritte Millerand's in dar französische Ministerium günstig war. Damit bat die Parteiversammlung der französischen Sozialdemokratie den Eintritt des „Genossen" Millerand in daS Kabinet Waldeck-Rousseau aus­drücklich gebilligt; das kann doch auch Herr Bebel nicht leugnen. Und es ist ein wenig imponiren- des Verlegenheitsspiel mit Worten und unbe­stimmbaren Begriffen, wenn Herr Bebel jetzt sagt, „ein großer Theil" der französischen Sozial­demokraten sei dagegen gewesen, daß Herr Mille­rand Minister wurde.

• Der foziakdem-Sratisttze Avg. AueS hat nun endlich nach unsäglich langen Verhand­lungen sein Mandat niedergelegt. Er ver­trat im Reichstage den zweiten elsaß-lothringischen Wahlkreis.

x Die Dorkage AVer die neue See- manvsordnnng ist von der für die Vorberathung derselben einges tzten Kommission des Reichstage« in Angriff genommen worden, obwohl man sich in der Kommission nicht verhehlen kann, daß die Möglichkeit so gut wie ausgeschlossen ist, die Vor­lage noch im Laufe dieser Tagung zur Erledigung zu bringen. Gestern und heute ist man in der Kommission bis zu 8 4 der Vorlage gelangt.

wohin der Flüchtige sich gewandt, da wanderte ein langer, eng beschriebener Brief ihm nach in da« ferne Land. Wie löste sich da der Schmerz von dem gequälten Herzen, als es erkannte, daß die Erwählte nicht falsch, nicht treulos war, sondern daß sie immer nur ih^ geliebt hatte, wie aus dem Brief deutlich genug hervorging.

Zwar mußte er die Geliebte dennoch als für ihn verloren betrachten, da er kein Recht an sie hatte; aber dessen ungeachtet beschloß er sogleich, die Rückreise anzutreten.

Und da traf ihn dann die Nachricht von dem jähen Tode jenes frechen Uebelthäters, den Gottes Strafgericht ereilte, ehe die irdische Gerechtigkeit ihn für seine Verbrechen strafen konnte.

Dies alles berichtete Dr- Malljar in fliegender Hast-

Röschen hatte von den Unternehmungen de« Onkels nicht die leiseste Ahnung gehabt. Jeden­falls wollte er ihr nicht vergebliche Hoffnungen machen. Im Forsthause hatte man übrigens noch keine Ahnung von der Rückkehr Malljar's, die erst in der vergangenen Nacht erfolgt war.

„Und nun", — so schloß der überglückliche Mann seinen langen Bericht, „nun kann un» nichts mehr trennen, keine Macht der Erde soll uns das schwer errungene Glück rauben —, ball» sind wir ganz und für immer vereint." —

Röschen schüttelte in furchtbarer Verzweiflung den schönen Kopf.

(Schluß folgt.)