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mit ILnterHakkmgs-Neikage „Zssuffrirte Sonntags-Zeitungs
M 95. Jutöa, Donnerstag, den 26. April 1900. 27. Jahrgang.
G Die Flottenvorlage in der Budgetkommijsion des Reichstages.
Am heutigen Mittwach hat die Budgetkom- Mission des Reichstages die vor den Osterferien abgebrochene Berathung der Flottenvorlage fortgesetzt. Der Berichterstatter der Kommission, der Centrumsabg. Müller-Fulda, richtet folgende neue Fragen an die Regierung:
1) Wodurch erklärt sich die Nothrvendigkeit einer doppelten Schlachtflotte? Könnte die Absicht der Verbündeten Regierungen nicht auch dadurch erreicht werden, daß die bestehende Schlachtflotte unter Beibehaltung der jetzigen Zahl von Aufklärungskreuzern und eines Flottenflaggschiffes zunächst eine Vermehrung um acht Linienschiffe erfährt und später die acht Küstenpanzer durch weitere acht Linienschiffe ersetzt werden?
2) Ist die Geschwaderstärke von acht Linienschiffen unbedingt erforderlich, oder könnte auch die bei der französischen Marine übliche Stärke von sechs Linienschiffen für das Geschwader, eventuell wenigstens für die Reserveschlachtflotte genügen?
3) Welche Gründe werden für die gesetzliche Festlegung der Materialreserve geltend gemacht? Weshalb kann solche nicht der jährlichen Festsetzung durch den Etat vorbehalten bleiben?
Heute wurde die Debatte fortgesetzt bei dem dritten Hauptabschnitte des Diskuisionsplanes, nämlich dem Abschnitte über die gesetzliche Festlegung der Vermehrung. Die Centrumsabgg. Müller-Fulda und Gröber halten ein Nebeneinanderbestehen des alten und des neuen Flottengesetzes für unmöglich und ersuchen die Regierung um eine Vorlage, die beide Gesetze mit einander vereint. Staatssekretär Tirpitz hält diese Bedenken für unbegründet, hat aber grundsätzlich auch nichts gegen eine Zusammenfassung beider Gesetze einzuwenden. Eine Debatte darüber kam nicht in Fluß. Man ging darum alsbald zu dem letzten Hauptabschnitte über:
Durchführung der Vermehrung. Es handelt sich dabei um die bereits bekannten Fragen 13 und 14, die von der Landwirthschaft handeln und den Maßregeln, um diese vor Be- nachtheiligung durch die neue Flottenvorlage zu schützen. Namentlich die Erhöhung der Schutzzölle sür landwirthschaftliche Erzeugniffe ist dabei ins Auge gefaßt und die Festlegung einer höchstens zulässigen MannschastSstärke für Heer und Kriegsflotte zusammen.
Centrumsabgeordneter Müller-Fulda erläuterte den Sinn dieser Fragen näher, und der konservative Abg. Graf Klinckow ström theilte aus seinen allerneuesten Erfahrungen mit, daß nach seiner Kenntniß die Stimmung der Landbevölkerung wenig flottensreundlrch ist. Dieser Redner ist überzeugt davon, daß die durch die Vergrößerung der Flotte bedingte Politik die Landwirthschaft zurücksetze. Aehnlich äußerte sich der nationalliberale Abg. Graf Oriola, indem
Die Burengesandtschaft im Haag bat bisher bekanntlich jede Auskunft an die Presse zurückgewiesen, Nunmehr hat ein Mitarbeiter der .Deutschen Wochenzeitung' in den Niederlanden eine interessante Unterredung mit Herrn Wessels, einem Mitgliede des Kriegsraths des Oranjefreiftaats, gehabt. Wir theilen daraus einige wesentliche Punkte mit. Auf die Frage, ob nach dem Durchbruche Roberts' und dem Falle von Ladysmith die Stimmung der Buren wirklich so verzweifelt gewesen sei, wie
er gleichzeitig als Ausgleich für die Opfer, die die Landwirthschaft der Flotte bringt, Berücksichtigung ihrer Jntereffen auf dem Gebiete der Handelspolitik verlangt; und ungefähr in demselben Sinne sprach der freikonservative Abg. Graf Arnim. Fast alle Redner sind der Meinung, daß durch die Ausführung des neuen Flottevgesetzes der Arbeitermangel auf dem Lande noch verschärft werden würde.
Bei der Erörterung der Frage der angemessenen Erhöhung der landwirthschaftlichen Schutzzölle betonte Abg. Müller-Fulda, daß die Landwirthschaft bei den bevorstehenden Handelsverträgen durch Zölle entschädigt werden müsse; die Stimmung im Lande werde sich freundlicher für die Vorlage gestalten, wenn die Regierung sich zur Sache äußern wolle. Staatssekretär Freiherr von Thielmann erwiderte, ein Beschluß der Regierung liege noch nicht vor. Er könne darum nur für seine Person erklären, daß die Verbündeten Regierungen nicht die Absicht haben, die Landwirthschaft zu schädigen; er glaube versichern zu können, daß die Absicht bestehe, der Landwirthschaft, die gelitten hat, auf die Beine zu helfen. Auf eine Bemerkung des natlib. Abg. Dr. Paasche, der Schotzsekretär möge sich „klipp und klar" ausdrücken, fügt Freiherr von Thielmann hinzu: er habe perfönlich die feste Ueberzeugung, daß die Verbündeten Regierungen suchen werden, bei den neuen Tarifen die Landwirthschaft besser »u stellen, als das jetzt der Fall ist. Abg. Gröber (Centrum) ersucht um eine offizielle Erklärung des Bundes- rathes in diesem Sinne, ebenso äußern sich die Abgg. Graf Stolberg (kons) und Graf Arnim (freikons.).
Aus der übrigen Debatte sind noch zwei Aeußerungen der Centrums - Abgeordneten Prinz Arenberg und Gröber hervorzuheben. Prinz Are »berg warnte davor, etwa den Reichstag mit der Flotten-Parole aufzulösen. Wenn aufgelöst werden sollte, dann würde es sofort ganz andere Wahl-Parolen geben. Man habe der Regierung doch wirklich Zeit genug zum Antworten gelassen. Abg. Gröber betonte zum Schluffe noch einmal ganz besonders, daß eine Bewilligung der Flotten-Vorlage ohne gleichzeitige Festlegung der Kostendeckung ganz unmöglich ist. Sollten etwa überschüssige Steuereinnahmen entstehen, so will das C en t r u m dahin wirken, daß diese Steuer - Uederschüffe zu Gunsten der Arbeiter verwendet würden.
Damit ist nun die General-Debatte beendet. An diesem Donnerstag setz* die Kommission die Berathung mit der Einzel-Debatte fort.
sie in Telegrammen usw. dorgestellt wurde, erwiderte der Gefragte: „Durchaus nicht. Bekanntlich wurde nur ein Theil von Cronjes Truppen gefangen genommen, die übrigen waren aus dem Verbände gerissen und mußten sich erst wieder zu Kommandos vereinigen. Dadurch entstand anfänglich Wirrwarr, aber kurz danach klappte die Sache wieder; dies wird Roberts in seiner augenblicklichen Lage wohl nicht ableugnen können."
Auch von Ungehorsam und Eifersucht der verschiedenen Burengenerale und Kommandanten könne gar keine Rede sein. Die Uebermacht sei zu groß und der Angriff zu plötzlich gewesen. Ein besonderes Lob spendete Weffels den Deutschen im Burenheere. Verschiedene von ihnen kämpfen in Trupps von 30 bis 40 Mann unter ihren Leutnants, die sie selbst wählen; andere sind Kommandos zugetheilt; sie halten sich vorzüglich. Mit einem Seufzer meinte Wessels: „Schade, daß wir nicht mehr haben!" Nach dem Kriege würde für die vielen Fremden, die gegenwärtig auf Seite der Buren kämpfen, seitens der Regierungen nach Kräften ebenso gesorgt, wie sür die eigenen Leute, die mitgekämpft haben. Der Mitarbeiter des genannten Blattes fragte ferner, ob Johannesburg im äußersten Falle in die Luft gesprengt werden würde. Weffels entgegnete: „Man kann nicht voraussagen, zu welchen verzweifelten Schritten wir getrieben werden können."
Eine Perfidie englischerseits nannte Wessels die Behauptung, die Buren hätten Dum- Dumkugelnverwendet: „AlleDum-Dumkugeln, welche die Engländer bei den gefangenen Buren finden, rühren von Lee Metfort - Gewehren her, welche die Buren erbeutet haben. Das englische Gewehr hat ein ganz anderes Kaliber, als Mauser und Henri Martini; Dum-Dumkugeln paffen also in letztere gar nicht. Warum zeigen die Engländer denn niemals der Welt eine Dum- Dumkugel, die in ein Mauser- oder Martini-Gewehr paßt?" Eine große Geldnoth unter den Buren werde nach dem Kriege keinesfalls eintreten. „Dem einzelnen Bur kostet der Krieg keinen Pfennig, da Alles oon Regierungswegen bezahlt wird; im Gegentbeil, er verdient durch Lieferungen noch Geld. Natürlich gibt es auch arme Buren, wie überall. Diese haben schwer zu leiden und bedürfen nach dem Kriege der Unterstützung. Da in den Republiken kein Handel nach dem Auslande getrieben wird, bleibt das Geld bei dem einzelnen Bur sitzen; Metern sind durch den Krieg ganz neue Gesichtspunkte eröffnet worden, seine Kauflust wird erhöht werden, und nun ist es Sache der europäischen Handelsleute, so früh wie möglich am Platze zu sein. Deutscher Handel und deutsche Industrie finden ein lohnendes Feld, da England unter allen Umständen seinen Absatz verlieren wird. Selbst wenn England siegen und seine Kaufleute das Land überströmen sollten, wird kein Bur von ihnen etwas kaufen, sondern lieber einem deutschen, holländischen oder französischen Händler einen Schilling mehr für die Waare bezahlen. Aus dem Handel in den füdafrikanischen Republiken wird der Engländer sonst niemals Nutzen ziehen."
Deutsche» Deich.
Berlin, den 25. Apnl.
x Der Kaiser, so folgern französische Blätter aus der Anwesenheit des Reichskanzler» Fürsten Hohenlohe in Paris, wolle inkognito der Pariser Weltausstellung einen Besuch machen. Dadurch, daß dieses Gerücht stets von neuem aufgebracht wird, wird es nicht wahrer als im Anfänge; sicherlich hat der Kaiser niemals solche Absichten gehabt. Zur Reise des Fürsten Hohenlohe wird von Berlin aus die Meldung verbreitet, diese Reise sei absolut privat und ohne politische Bedeutung.
h Die Zroveike ;um Gemeittdewahk- gesetz wird voraussichtlich am nächsten Montag im preußischen Abgeordnetenhause zur Berathung gelangen. Ohne Zweifel wird diese Berathung mehrere Tage in Anspruch nehmen. Rach Erledigung dieses Gesetzentwurfes bleibt von wichtigen Sachen für den Landtag nur noch der Entwurf über die Besteuerung der Waarenhäuser übrig.
4- Die lex Keivtze soll „unter den Tisch fallen", es soll bereits beschlossene Sache sein, ihre Berathung im Reichstage in dieser Tagung gar nicht weiter fortzusetzen — so behaupten mehrere Blätter. Bei diesen Behauptungen ist der Wunsch der Vater des Gedankens; denn von bestimmten Entschließungen in diesem Sinne ist gar nicht die Rede. Nach der ganzen geschäftlichen Lage empfiehlt es sich aber natürlich, zu allererst die Flottenoorlage zu betreiben und im Plenum in zweiter Berathung zu erledigen. Von einem „Verzicht" des Cemrums auf die lex Heintze kann keine Rede sein!
4- Di- Attterpelkalio» wegen des Ikeisch- öeschangesetzes, die von der konferoatioen Partei im preußischen Abgeordnetenhause eingebracht worden war, sollte nach der ursprünglichen Absicht an diesem Donnerstag zur Berathung gelangen. An diesem Tage ist nun aber der Entwurf über die Zwangserziehung verwahrloster Kinder an die Reihe gekommen, und mehrfach wird daraus gefolgert, die Konservativen hätten kein Interesse mehr an ihrer Interpellation. Im Gegensätze dazu schreibt die .Deutsche Tageszeitung', die Zurückstellung der Interpellation habe nur darin seinen Grund, daß einige hervorragende konservative Abgeordnete, die sich sür die Sache interessiren, noch nicht in Berlin eingetroffen seien. Wenn eS so wäre, müßte man also erwarten, daß die Interpellation doch noch an die Reihe kommen werde. Vermuthlich mögen aber doch noch andere Gründe als die von der .Deutschen Tageszeitung' angegebenen für die Verschiebung der Interpellation maßgebend gewesen sein.
X Zar Li«der««g der A«ttgers«oth iu Indier» haben große Berliner Firmen des Handels und der Industrie in einer ersten Zusammenkunft die stattliche Summe von 400 000 Mk. gezeichnet. Auch daraus schlagen die englischen Blätter politisches Kapital für ihre Zwecke: der Berliner Berichterstatter des Londoner .Daily Telegraph' behauptet frischweg, Kaiser Wilhelm habe persönlich den Anstoß zu dieser Sammlung gegeben, um aufs neue der Welt zu zeigen, welche besondere
Das Glückskind.
Erzählung von Irene von Hellmuth. 39 —--Nachdruck verboten.
In dieser überaus traurigen Zeit bewies sich Doktor Pächtner als ein wahrer Freund in der Roth, und er sühnte so das Unrecht, das er einst begangen.
Eines Tages kam die Nachricht, daß man «em entflohenen Direktor Winter, auf deffen Er- flreifung eine hohe Belohnung ausgesetzt war, auf der Spur gewesen sei, und daß das Schiff, uiit dem er die Ueberfahit nach der neuen Well Zachen wollte, bei einem Zusammenstöße mit «Hem, was es enthielt, in die Tiefe gesunken
Nur einigen von der Mannschaft gelang sich zu retten, und durch diese wurde es unschwer und zweifellos festgestellt, daß Winter in «en Wellen ein nasses Grab gefunden hatte und io der strafenden irdischen Gerechtigkeit für immer "»zogen war. —
Lange saß Dr. Pächtner über dieser Zeitungs- «achricht und wußte nicht, ob er es wagen durfte, ”e feiner Patientin mitzutheilen.
< Doch nach reiflicher Ueberlegung kam er zu J** Emsichl, daß es wohl am gerathensten sei, «nn sie durch ihn so schonend als möglich von tt?. Vorgefallenen in Kenntniß gefitzt würde.
5 schien ihm besser, als wenn unvorbereitet ein «er Schlag die arme Dulderin treffen würde. »y. Necht schwer dünkte diesmal dem besorgten
«nne der Gang nach dem Winter'schem Hause, bi? sro*38 überlegte er nochmals genau, wie er
Aiorte wählen wollte. Er fühlte ein tiefes,
inniges Mitleid, doch niemals den Wunsch nach dem Besitze der ehemals Geliebten in seinem Herzen aufsteigen.
Als der junge Doktor vor der Thüre des Zimmers stand, hörte er drinnen lebhaftes Sprechen. Wer mochie das sein? Ein Bekannter nicht, — aber wer nur, — wer? Er öffnete leise. Röschen hielt schluchzend die Arme um den Hals eines graubärtigen Mannes geschlungen. Ihr Kopf lag auf dessen Schulter, aber keines bemerkte den Eingetretenen. Die Beiden waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt, und Pächtner blieb an der Thüre stehen, um nicht zu stören.
Schmeichelnd und liebkosend strich der Fremde über das seidenweiche Haar und suchte die Aufgeregte zu beruhigen.
„Gräme Dich nicht, mein Liebling. — Du mußt das Geschehene standhaft zu tragen suchen. Was Gott thut, ist immer wohlgethan! Glaube mir, es ist am besten, daß er todt ist, an ein Zusammenleben mit solch' einem Schuft war ja doch nicht mehr zu denken."
Dr. Pächtner erschrak. Die erschütternde Nachricht war also schon hereingedrungen in das stille Krankenzimmer. Man hatte jedenfalls ohne Schonung der armen Frau die Mittheilung davon gemacht, und er kam nun zu spät.
Während der junge Mann noch immer unbeweglich stand, fuhr der Sprecher dort fort, in den zärtlichsten Ausdrücken auf die Weinende einzusprechen.
„Ich weiche nicht mehr von hier, mein armes liebes Roselchen, bis Du stark genug bist, mich zu begleiten. ES muß zu Hause auch ein paar Wochen ohne mich gehen. Dann bleibst Du ganz
und für immer bei uns in Deinem geliebten Walde, und Du sollst sehen, wie schnell Deine Backen wieder roth werden. O, es ist schön bei uns, nicht, mein Herzblatt?"
Eine kleine Pause ertstand, der Alte dort kämpfte dem Anscheine nach mit einer tiefen Rührung.
Nun hob er wieder an: „Und wenn es dann wieder Sommer wird, wenn die Vögel wieder fingen, und die Blumen blühen, dann ist es nirgends so herrlich, als draußen in unserem Forste."
Röschen schluchzte heftiger. „Mein lieber, lieber Onkel, wie bist Du so gut gegen mich, und wie werde ich jemals im stände fein, all' Deine Liebe zu vergelten?"
Der alte Mann wischte sich die Augen und lachte dann schelmisch auf.
„Vergelten? — Als ob es da etwas zu vergelten gäbe! Wir, meine Alte und ich, wir sind doch die Empfangenden, nicht Du, die Du uns durch Deine Liebe stets so hoch beglückt hast. Ach, Kind, Du weist nicht, wie furchtbar schwer wir Dich vermißten, als Du von uns gegangen! Alles war tobt und leer um uns her. Du warst der Sonnenstrahl, der in unser einsames Leben fiel, und so wird es nun wieder werden, wenn Du zurück bist. Sollst sehen, wie Therese sich freut, sie kann es gar nicht erwarten, bis sie ihr „Töchterchen" wieder hat. Was denkst Du, — selbst unser alter Waldmann hing traurig den Kopf, als Du fort warst; er durchsuchte das ganze Haus und ließ das Beste, was man ihm vorsetzte, unberührt. Na. wird der sich freuen, wenn er Dich wieder sieht! Ein ganz neues
Leben wird das werden, und Du, — Du sprichst oon vergelten."
„Ach O-ikelchen, wenn ich Dich nicht hätte, was sollte aus mir werden, was sollte ich beginnen ohne Freund, ohne Liebe?"
Der Alte lächelte vor sich hin. „Siehst Du, so tst uns beiden geholfen, nun werde mir nur reht bald gesund, daß wir der häßlichen Stadt, in der Du so Trübes haft erleben müssen, so schnell als möglich den Rücken kehren können auf Nimmerwiedersehen."
Röschen hob den Kops, ihr Blick fiel auf den am Eingang stehenden Doktor Pächtner; sie nickte mit einem leisen Lächeln dem Freunde zu.
„Kommen Sie, Herr Doktor, daß ich Ihnen meinen lieben alten Förster-Onkel vor stelle, den besten Freund, den ich besitze."
Dr. Pächtner blickte in ein gutes Gesicht, das von unzähligen Falten durchzogen, doch sofort einen Mann von seltener Herzensgüte erkennen ließ.
Die Freude über das unverhoffte Wiedersehen hatte bei Röschen Wunder gewirkt. Schon nach vierzehn Tagen konnte Dr. Pächtner unbesorgt die Erlaubniß zur Abreise nach dem alten, lieben Forsthause ertheilen.
Nichts nahm die junge Frau mit sich als ihre Kleider, einige Wäsche und sonst unbedingt nöthige Kleinigkeiten.
Alles, was ihr von ihrem Besitz noch entbehrlich schien, ließ sie zurück. Sie wollte durch nicht» an die furchtbare Katastrophe erinnert werden. —
Gab das ein Wiedersehen!
(Fortsetzung folgt.)