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* A-rsfetd, 21. April. An den Folgen einer Blutvergiftung ist im hiesigen Landkrankenhause der 33jährige Landwirth Georg Gerlach aus Wehrda gestorben. Derselbe hatte bei dem Streuen von Chilisalpeter eine kleine Wunde an der rechten Hand nicht beachtet; es trat Blutvergiftung ein und leider ist es der ärztlichen Kunst nicht gelungen, ihn am Leben zu erhalten. Eine junge Wittwe und zwei Kinder be. weinen den Tod ihres Ernährers.
* Aastet, 20. April. Mit Hinterlassung einer ungeheuren Schuldenlast ist der hiesige Bauspekulant Romulo Echtermeyer flüchtig geworden. Wie verlautet, ist gegen ihn das Verfahren wegen Meineids und anderer schwerer Delikte eingeleitet worden. — Nachdem Herr LandeSrath Dr. Knorz das Amt als Kaffenanwalt der Ruhegehalts- und der Alterszulagen- Kaffe für die Lehrpersonen an den öffentlichen Volksschulen des Regierungsbezirks Kaffel vom 1. April d. I. ab niedergelegt hat, ist zu seinem Nachfolger der Landesrath Zuschlag Hierselbst gewählt, was jetzt im Amtsblatts zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
* 21. April. Ueber die Kata
strophe auf dem Rheine tauchen in vielen auswärtigen Zeitungen die widersinnigsten Gerüchte und irrigen Angaben auf: Einige wollen wiffen, daß eng umschlungen sich haltende Todte geländet worden seien. In anderen Zeitungsberichten werden Namen von Personen genannt, die in dem ver- hängnißvollen Kahne sich befunden haben sollen, welche überhaupt nicht existiren. Bis heute Nachmittag ist nicht eine einzige Nachricht eingelaufen, daß auch nur einer der Verunglückten geländet worden sei. Da die Polizeiverwaltung Bingen an sämmtliche Orte rheinabwärts rechts- und linksrheinisch Ausschreiben Zergehen ließ mit der Weisung, bei Ländung einer Leiche sofort telegraphische Nachricht hierher zu geben, bis jetzt aber noch nicht eine eingelaufen ist, so ist sicher anzunehmen, daß auch noch keines von den armen Opfern aufgefunden worden ist.
* Weimar, 21. April. Der Kaiser kam heute Mittag kurz vor 1 Uhr hier an und wurde auf dem Bahnhofe vom Großherzog von Sachsen- Weimar empfangen. Die Begrüßung zwischen dem Kaiser und dem Großherzog war sehr herzlich. Um 1 Uhr 5 Min. fuhr der Kaiser in Begleitung des Großherzogs nach Eisenach. Dort traf er Nachmittags 2V2 Uhr mit dem Großherzog von Sachsen-Weimar ein. Zum Empfange waren auf deni Bahnhofe der Erbgroßherzog mit seinem Bruder, dem Prinzen Bernard Heinrich, erschienen. Nach kurzer Begrüßung begaben sich der Kaiser und der Großherzog unter lebhaften Ovationen des Publikums nach der Wartburg.
Ititjk ilichkichtn nü itltgtiiw.
(Origi»ald«pesch«l der ,Fuldaer Zeitung.)
Land»«, 23. April. Aus Ladysmith wird von gestern berichtet, die Buren legen seit einiger Zeit eine außerordentliche Thätigkeit an den Tag. Heute wurde eine unserer Kavallerie-Patrouillen in ein Gefecht mit dem Feinde in der Gegend von Lombardkopje verwickelt.
Loudo«, 23. April. Aus Jamersberg wird gemeldet: lieber 2000 Geschosse sind von den Buren in die englischen Stellungen geschleudert worden. Unsere Offiziere und Mannschaften halten standhaft auf ihren Posten in den Laufgräben aus. Seit Donnerstag fällt ein heftiger Regen und erschwert unsere Lage. Gestern bemerkten wir in der Ferne eine große Anzahl feindlicher Kommandos vorüberziehen, welche sich auf dem Wege nach Rovxoille befanden, um sich den Trupoen Brabants in den Weg zu stellen.
Loudov, 23. April. Die heutigen Morgenblätter veröffentlichen nur wenige Telegramme vom Kriegsschauplätze, sie beschäftigen sich aber desto mehr mit der politischen Seite des Krieges und stellen fest, daß die Buren sehr standhaft sind, um den englischen gegen sie operirenden Truppen das Vorgehen zu erschweren. ,Daily Telegraph' berichtet, daß das Vordringen der englischen Truppen nur sehr langsam von statten gehe. ,Daily Mail' stellt fest, daß die Buren alle ihre Stellungen halten. Dasselbe Blatt stellt fest, daß die öffentliche Meinung sehr erregt sei in Folge der amtlichen Veröffentlichung des Protestes seitens des Transvaal-Staatssekretärs Reitz, in welchem dieser Einspruch dagegen erhebt, daß die englischen Truppen das portugiesische Gebiet von Mozambique durchziehen.
Loudov, 23. April. In einer Unterredung, welche Charles Wbite im Schlosse zu Windsor mit dem Prinzen Christian von Schleswig Hol- tein hatte, bemerkte derselbe dem General, der Krieg werde wohl noch ein Jahr dauern. Dieser erwiderte, seiner Ansicht nach werde Lord Roberts in den ersten Tagen des August mit den Buren abrechnen, da dieselben vollständig erschöpft und ohne jegliche Vorräthe seien.
Genua, 23. April. Der Vize-Direktor der Banqua Italia in 'Genua, Porsiani, ist nach Unterschlagung von 100,000 Lire geflüchtet.
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Bekanntmachung.
Alle Diejenigen, welche noch Hinderungen irgend welcher Art aus dem Rech ungsjahre 1. April 1899 bis bi. Wläti 1900 an
Stadt und deren Anstalten geltend zu machen, ihre Rech- nungen darüber aber noch nicht nngereicht haben, werden mit Rücksicht auf den bevorstehenden Schluß des Rechnungsjahres hier- vurch aufgefordert, diese Rech- uungen bei den betreffenden städtischen Dienststellen alsbald einzureichen.
Wer dies versäumt, hat die varaus entstehenden Nachtheile $u tragen.
Fulda, den 18. April 1900.
Der Magistrat.
Antoni.
Aus dem Nachbargebiet.
? Adakfselk, 22. April, Der Hofmarschall Frhr. o. Strahl hat in den letzten Tagen vier Auerhähne geschossen.
X Schlitz, 22. April. Der Kaiser wird am Dienstag hier emtreffen. Zum Empfange Sr. Majestät ist unser Ort auf das Schönste geschmückt, insbesondere hat unser Bahnhof, auf dem der Kaiser jetzt zum ersten Male aussteigt, reichen Flaggenschmuck angelegt.
t KieSer (Kreis Gelnhausen), 21. April. Das schreckliche Schiffsunglück bei Bingen am 17. April hat auch in unsere Gemeinde tiefe Trauer gebracht. Unter den so jäh ums Leben Gekommenen befindet sich auch der hochwürdige Herr Kaplan Theodor Weber, der am 27. April 1876 hier geboren wurde. Unter großen Opfern von Seiten seiner dem Arbeiterstande angehörenden Eltern konnte er bei reichen Geistesgaben und regem Fleiße in Frankfurt a. M. die Gymnasialstudien vollenden, um im Priesterseminare zu Fulda Theologie zu studiren. Am 22. September letzten Jahres erhielt er in Limburg die hl. Priesterweihe und am 24. September feierte er hier in unserer Pfarrkirche unter begeisterter Therlnahme der Gemeinde sein erstes hl. Meßopfer, um am 1. Oktober die Kaplanei in Oestrich anzutreten. So freudig damals das Herz aller, besonders das seiner Angehörigen schlug, so tiefe Wehmuth lastet jetzt auf ihnen. Möge der Gedanke, daß es der Wille Gottes war, der Gedanke, daß die über- lebenden Freunde und Bekannten, besonders die Priester, welche mit ihm studirten, für den Verstorbenen und die schwer heimgesuchten Ange- hörrgen beten, Trost und Linderung spenden!
und endigt in der Krümmung mit der plastischen Darstellung der Krönung Mariä und wirkungsvollen Emaille-Ornameutur. Herr Rauscher hat auch im vorigen Jahre für den Hochwürdigsten Herrn Bischof von Limburg einen Stab verfertigt, der dem Limburger Domschatze überwiesen worden ist; der jetzige Stab ist als Reise- stab bestimmt.
* Wichtig für Arbeiter, welche Ie«ge«> geöühre« zu beanspruchen haben. Unmittelbar nach dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches ist von einzelnen Gerichten erklärt worden, daß den als Zeugen vorgeladenen Arbeitern Zeugengebühren nicht mehr ausbezahlt würden, weil der Acbeitgeber ihnen auf Grund des § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs einen Lohnabzug wegen Zeitoersäumniß in Folge Erscheinens an der Gerichtsstelle nicht machen dürfe. Gegen diese Auslegung und Aenderung des Gesetzes, das zu einer Entlastung der Strafkaffe auf Kosten der Arbeitgeber, in manchen Fällen auch der Arbeitnehmer führt, ist zahlreicher Wider- spruch erhoben worden. Jetzt hat das Landgericht Düsseldorf entschieden, daß auf Grund dieser Bestimmung die Zeugengebühr nicht verweigert werden dürfe, weil die Verpflichtung zur Entrichtung solcher Gebühren von der sich nur auf die Verhältnisse der Arbeiter zu den Arbeitgebern beziehenden Vorschrift des § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs gänzlich unabhängig und eine Aenderung insoweit nicht eingetreten sei. Diese Entscheidung entspricht dem Gesetze.
□ Dem Vernehmen nach bietet sich im Bezirke der Kaiserlichen Ober-Postdirektion zu Kaffel z. Zt. Gelegenheit zur Annahme junger Leute als oder Hekegrapheugehikfe«, für deren weitere Laufbahn nach der neuen Personal-Reform sich gute Aussichten eröffnen. — Im Allgemeinen gelten für die Annahme folgende Bedingungen: Der Bewerber muß mindestens das Reifezeugniß für die U n t e r s e k u n d a einer neuriftufigen oder das Reifezeugniß für die erste Klaffe einer sechsstufigen öffentlichen höheren Lehranstalt besitzen. Die Bewerber müssen bei ihrer Einstellung in den Dienst das 17. Lebensjahr vollendet und dürfen, wenn sie als Post- gehilfe eintreten, das 20., wenn sie als Telegraphen gehilfe eintreten, das 18. Lebensjahr nicht überschritten haben. — Gesuche um Annahme sind an die Kaiser!. Ober-Poftdirektion in Kassel zu richten, bei der auch Näheres über die Anforderungen zu erfahren ist.
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on'xP Nachrichten. Goslar am Harz. Eine 39iahnge Frau benutzte, wie gewöhnlich, beim Feueranmachen Petroleum. Da? Petroleum erplodirte und tm Augenblicke stand die Frau in Flammen. Die Brandwunden, welche die Verunglückte erlitten hat, sind derart, daß man an dem Aufkommen der unvrr- sichtlgen Frau zweifelt. - Montjoie. Das neue Amtsgerichtsgebäude ist theilweise ein gestürzt- zwei Arbeiter wurden schwer verwundet. - Hamm. Eine hohe Strafe verhängte das hiesige Schöffengericht m einer Beleidigungsklage gegen einen Fabrrkdirektor. Derselbe war vor Kurzem im D=3t-ae gefahren und hatte in einem Nichtraucher Abtherl sich eine Cigarre angezündet. Bald kam der Zugführer und untersagte ihm das mit dem Bemerken, man bade ibn bei ihm denunzirt, er müsse das Rauchen dran geben In seiner wohl entschuldbaren Erregtheit that er den bekannten lAussvruch: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant" Der sich hierdurch getroffen fühlende Mitpassagier strengte Klage an und eizrelte dann auch die Berurtheilung des Fabr k- dlrektors zu 1500 Mark Geldstrafe. - Emden. Beim Sortiren von Pflastersteinen, sogenannte „Flinten«, fanden Arbeiter unter letzterem einen werthvollen Ach°t, der vielleicht schon Jahrhunderte lang als Pflasterstein gedient haben mag. Der Stein (Halbedel- stem) wiegt etwa 4 Pfund und soll einen Werth von 500 Mk. besitzen. Nach seiner Polirung traten die herrlichen, bunten, gleichmäßig geformten Adern in der Mitte des Steines deutlich an den Tag. Der Achat wurde dem Museum zum Gesche- k gemacht. — Mün- ZI"- Der Kammersänger Vogel'ist in Folge eines Schlaganfalles gestorben.-Wien. Der ehemalige Direktor der Wiener Hofoper, W. I a h n, ist gestorben. — Paris
— Da bislang die Leiche nicht gefunden wurde, so ist über Ort und Zeit der Beerdigung noc । nichts bestimmt. R. I. P.
Marktberichte.
+ Jutta, 23. April. Am Samstag waren auf dem Schweinemarkte 280 Stück Ferkel zum Verkaufe aufgetrieben. Die Preise der Ferkel stellten auf 10 bis 18 Mk. pro Stück. Der Handel war gut.____________
Der Postdampfer „Nederland« der „Red Star Linie«, in Antwerpen, ist laut Telegramm am 19. April wohlbehalten in Philadelphia angekommen.
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Wilh. Stöhn, Friedrichs. 3.
& -v:. ä
24. April.
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Alphons Milne Edward-, Direktor des Museums, Mitglied de- Institut Fran^ais ist gestorben. — Petersburg. Der Vizepräsident der Akademie der Wiffen- fchaften, Geheimerath Metzkow, ist gestorben. — Lüttich Ein höchst seltener Unfall stieß am vergangenen Ostermontag einem Schnellzuge bei Chondfontaine zu Während der Fahrt (!) nämlich platzte an der Lokomotive dieses Zuges der Reffet. Der Zug hielt sofort. Dem Lokomotivführer und Heizer war das Glück hold; da sie sich im Augenblicke der Explosion auf dem Tender befanden, erlitten sie nur leichte Verletzungen. (Vielleicht handelt es sich doch nur um das Platzen eines Rohres; Lokomotivkeffel pflegen höchst selten zu explodiren wegen ihrer Festigkeit und sozusagen niemals' während der Fahrt.) — Beritn. Die Frechheit der Spitzbuben steigt hier von Tag zu Tag. In der verflossenen Woche räumten einige von dieser „sauberen Zunft« die besten Zimmer einer Wohnung aus und fuhren in einem Möbelwagen davon, während die Familie in einem Hinterzimmer beim Mittagessen saß. Alle Nachforschungen nach dem Verbleib der verschwundenen Möbel sind bis jetzt resultatlos geblieben. Muß dir Familie aber auch einen starken „Mittagsdusel« gehabt haben, daß sie von dem Ausräumen der Möbel nichts hörte. — Eine gefährliche Landung hatte ein Ballon der Berliner Luftschifferabtheilung zu bestehen, der bei Neugatow, unweit Stützkow an der Oder, ni, verging. Die Insassen der Gondel, ein Hauptmann und zwei Leutnants, hatten sich wahrscheinlich in de» Geländeverhältnissen getäuscht, nenn der Ballon gerieth plötzlich in das Wasser, wodurch die Offiziere in Lebensgefahr kamen. Die Gondel war bereits zur Hälfte mit Wasser gefüllt, als mehrere Wallarbeiter herbeieilten und die gefährdeten Luftschiffer in Sicherheit brachten. — Bellegarde (Departement Ain'. Ein Ausflügler Namens Tarara, der mit Bekannten den unter dem Namen „Perle du Rhone« bekannten Schlund besichtigte, wurde schwindelig und suchte sich an einem vorbeilaufenden elektrischen Leitungsdraht zu halten, hierbei erlitt er eine derartige Erschütterung, daß er in den wenigstens 30 Meter tiefen Schlund hinabstürzte. Der Körper ist an den Kalkfelsen zerschellt. — London. Ein schweres Unglück hat sich am letzten Donnerstag bei Padstow an der englischen Küste ereignet. Ein Fischerboot strandete, und ein zu seiner Rettung hinzugekommenes Rettungsboot schlug infolge des hestig'n Windes um. Außer 3 Personen, die von derBesatzungdesgestrandetenFischer- dootes ertranken, kamen noch 8 Mann von dem Rettungsboot in den Wellen um. Das Boot wurde, als es sich muthig einen Weg durch die wüthende See zudemver- unglückten Fischerkahn bahnte, von einer gewaltigen Welle erfaßt, die es vollständig umstülpte; von den 11 Mann der Besatzung konnten nur 3 Mann gerettet werden. Die Letzteren hatten einen furchtbaren Kampf mit dem Wasser zu bestehen; das Boot war eine Seemeile vom Ufer entfernt, als das Unglück sich ereignete. Einer der Geretteten hatte eine volle Stunde mit den Wogen zu ringen, bis er einen Felsen erreichte, und dort mußte er noch eine weitere Stunde warten, bis Hilfe kam. Tie Küste von Cornwall ist überaus gefährlich; die schlimmste Stelle derselben ist vielleicht die, wo die Felsen den Eingang zum Hafen von Padstow halb ver- perren. Manches Unglück ift hier schon geschehen, und sie Schiffer, die diesen Küstenstrich kennen, hören mit Schrecken Doom Bar und Hell Bay, die Namen der beiden gefährlichsten dieser Felsen neuner..
* Jlever Derkiner Dienstdote« schreibt eine Hausrau der ,Boss. Ztg.': Ich hatte eine Köchin angenommen. Das Mädchen erwies sich als außerordentlich tüchtig, ich hatte nichts an ihren Leistungen auszusetzen gehabt, behandelte sie mit der größten Freundlichkeit, gewährte ihr außer dem vierzehntägigen Sonntag einen freien Abend in jeder Woche mit Hausschlüssel — kurz, ich träumte unter den obwaltenden Umständen schon von einer langen, glücklichen Zeit ungestörten häuslichen s friedens. „Doch mit des Geschickes Mächten---.«
! lm Ostersonntag erklärte mir die Köchin, daß sie zum 1. wieder gehen wollte, es sei doch nichts für sie. Auf meine erstaunte Frage nach dem Warum? erhieltich die Antwort: Man habe bei mir „gar nichts nebenbei«. Sie sei gewohnt, beim Schlächter, Kaufmann usw. Prozente zu erhalten; es sei dies für sie eine selbstver- tändliche Einnahmeauelle, mit der sie rechne. Diese lütten ihr meine Lieferanten verweigert, weil sie an mich die Maaren nicht entsprechend höher verkaufen könnten. Meinen Vorschlag, ihr Gehalt (300 Mark) um 36 Mk. jährlich zu erhöhen, wenn sie aus diese Nebeneinnahmen veriichten und das Geld lieber in der Form ehrlich vereinbarter Lohnerhöhung annehmen wolle, w es sie zurück Das fei kein genügender Ersatz für ste! Ich weiß eigentlich nicht, wer am meisten für solche Zustände verantwortlich zu machen ist: Der Lieferant, der sich nicht scheut, den Kunden theurer als nothwendig zu bebienen, der Köchin von diesem höheren Nutzen Provision zu geben und sie so zum unvorlheilhasten Kauf zu verlocken; das Mädchen, das dies hinter dem Rücken und auf Kosten der Herrschaft erworbene Geld einsteckt oder — die Hausfrau, die zu bequem ist, sich eingehend um ihren Haushalt und Bedarf zu kümmern."
'.?« gutem Einvernehmen. Sie: „Was meinst Du, lieber Oskar, soll ich mit ein meergrünes Kleid und ein rehfarbenes Zacket, ober lieber ein rehfarbenes »leid und ein meergrünes Zacket machen lassen? Beide Farben zusammen klsiden mich, wie Du weißt, besonders gut.« — Er: „Ja, ja, ich weiß! Aber sag mal, Minna, und wie denkst Du denn darüber, ob ich meinen schwarzen Anzug und meinen grauen Hut aufsetze, ober lieber meinen grauen Anzug und den schwarzen Hut trage, wenn ich morgen früh meinen Konkurs anmelde»"
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werde ich in der „Viktoria« hierselbft öffentlich gegen Baarzahlung versteigern:
323 Meter meist leinene geklöppelte Spitzen in verschiedenen Sreiten, 1 große Partie feine puppendöpfe, Seife, Rüschen, 1 Tafel-Aufsatz, 1 Krenz mit Glasglocke u. a. m.
Fulda, am 23. April 1900.
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Barometerstand 8 Uhr Morgens: 750 mm.
Witter ungs-Uebersicht der Deutschen Seewarte:
Während im äußersten Nordosten sich eine Depression befindet, behauptet über dem übrigen Europa hoher Druck die Herrschaft. Dos Wetter ist im größten Theile Europas wolkenlos oder wenigstens heiter und allenthalben wärmer als gestern.
Sluizritsi für 24. April: Heiteres, unter Tags ziemlich mildes Wetter.
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