Einzelbild herunterladen
 

FuldaerMZeituna

erfäehtt täglich, «.Lu»«ahwe der Hon«« und Kri er­lag«. Liertchährl.

»hneBringrrloh» «ab Bestellgeld in Snlba und eufr vörrSlM.bvPf,

MabilkdM spalt. SarmoeS« zrilr oder bona Raum 15 Pf, KN Kamen die PeM teile 25 Pf.; tf Wiederholung«« wirb entsprechend. Rabatt gewShrL

f*» 3*ter«U 3. »«rgelUe ta »iuZ”** mit Nnterhacümgs-Meiülge „ITuflrirte SonnLags-Aeidmgk«

M 92

JuLöa, Montag, den 23. April 1900.

27. Jahrgang

Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen Wilhelm Regierung vorgenommen worden sein, erfolgen. Aus diesem Anlaffe hat der Kaiser an- neuesten Nummer der .Deutschen Kolon

I barer Bruch der Neutralität ist, daß es unmöglich ist, ihn zu widerlegen. Auch dann liegt nach Pros. v. Bar ein Neutralitätsbruch vor, wenn das Abkommen über die Oeffnung von Beira zwischen England und Portugal schon vor Be­ginn des Krieges geschloffen worden sein sollte. Denn das Abkommen war dann ein heimliches. Der Vertrag hätte aber ein öffentlicher sein müssen, wenn jetzt der Vorwurf des Bruches der Neutralitätsgruudsätze hinfällig sein sollte.

Gewalt geht vor Recht — diese Signatur des ganzen Krieges macht sich stets von neuem in ollem geltend, das mit dem Kriege zusammen­hängt; so sehr, daß zum Beispiel sogar der portugiesischen Telegraphenverwaltung untersagt wurde, Freundschaftskundgebungen portugiesischer Republikaner dem Transvaalgesandten Dr. Leyds in Brüssel zuzustellen. Gegenüber dieser von | London aus auf die von England abhängigen Regierungen geübten Schreckensherrschaft schwindet die Hoffnung zusehends, daß ein gutes Wort der Vurengesandtschaft vielleicht in London selbst noch e'ne gute Statt finden könnte, wie einige england­freundliche deutsche Blätter anzunehmen vorgeben. Nur Schriftstücke von ganz gewaltiger Beweis­kraft und mit ganz neuen Gesichtspunkten zur weiterhin ungünstigen Beurtheilung des britischen Gewaltstreiches im Besitze der Burengesandtschaft vielleicht in London selbst noch eine gute Statt finden könnte, wie einige englandfreundliche deutsche Blätter anzunehmen vorgeben. Nur Schriftstücke von ganz gewaltiger Beweiskraft und mit ganz neuen Gesichtspunkten zur weiterhin ungünstigen Beurtheilung des britischen Gewaltstreiches im Besitze der Burengesandtsckaft könnten dieser viel­leicht bisher unerwartete Erfolge bei europäischen Regierungen sichern. Ob sie einen solchen Talis­man besitzt, entzieht sich natürlich vorläufig voll­

geordnet, daß sämmtliche zur Zeit in der Heimath befindlichen Kriegsschiffe der deutschen Marine über die Toppen zu flaggen und Mittags 12 Uhr einen Salut von je 21 Schuß abzugeben haben. C" '

finden. An diesem Tage, dem Geburtstage des deutschen Thronfolgers, wird bekanntlich auch die

+ Mit der Sarrtß-Mest Afrika Konrparry, so versichert halbamtlich die ,Nordd. Allgemeine Zeitung' in ihrer Samstag-Nummer gegenüber den Mittheilungen des Dr. Paffarge in der .Deutschen Kolonial-Zeitung', hat die Regierung nicht über die Verleihung von Bergwerks-Kon­zessionen verhandelt, Auf alle Fälle werde bei der Ertheilung, von Bergwergsrechten in Süd­westafrika sorgfältig darauf Bedacht genommen werden, daß die deutsch-nationalen Jntereffen nach jeder Richtung hin gewahrt würden. Das ist nun ohne Zweifel sehr nothwendig und ist bisher durchaus nicht in allen Fällen geschehen. Schlagendes Beispiel dafür sind die Plantagen- Gesellschasten in Kamerun.

diese Angelegenheit einberufen werden soll. Ob die laufende Session mit königlicher Genehmigung um mehrere Monate vertagt wird, steht noch nicht fest.

* Ein großer Marittesaknt zu Ehren des Kronprinzen wird am 6. Mai d. I. statt-

* Zur Feier des 25jährigen Bestehens des Mettpostvereius am 2. Juli werden sich Staatssekretär v. Podbielski, Direktor im Reichs- postamt Krätke und Geh. Oberpostrath Neumann nach Bern begeben. Alle europäischen Staaten werden bei der Feier vertreten sein, von außer­europäischen Staaten haben bis jetzt die Bereinigten Staaten von Amerika, u. A. Britisch-Jndien die Theilnahme zugesagt.

h. Die .National!. Korresp.' schreibt: Mit Bestimmtheit tritt das Gerücht auf, daß das Abgeordnetenhaus sich vor Pfingsten nicht mehr

Morgens an flaggen.

* Die Gelehrten des Reichs-Marine­

amtes handhaben noch immer fleißig den Rechen­stift, um allerhand „Seeinteressen" festzustellen, mit denen dann Stimmung für die Der- meHr««g der Marine gemacht werden soll. Wer je einmal ein Pfund Kaffee gekauft hat, der ist danach ein „Seeintereffent" und er soll natür­lich auch für die Flottenvermehrung eintreten. Neuerdings ist Rheinland und Westfalen an der Reihe. Es ist für diese Distrikte „festgestellt", daß in 1000 am Seehandel unmittelbar interesfirten Geschäften über eine halbe Million Personen Be­schäftigung und mit den Angehörigen über 2 Millio­nen Personen ihren Unterhalt finden. Die überseeische Aus- und Einfuhr dieser Geschäfte belaufe sich auf 700 Millionen Mark. Etwa die Hälfte dieser Zahlen entfalle auf den Regierungsbezirk Düssel­dorf. Was Ern- und Ausfuhr betrifft, so kennt man ihren Umfang aus minder unkritischen Quellen. Wie es um die Begeisterung gewisser Jndustriebezirke für die Flotte steht, das kann man u. A. aus den Opfern für den Nottenoerein erkennen. Saarbrücken z. B.. das doch über einige „Seeinteressen" verfügt, hat zum Flotten- verein ganze 376,75 Mk. Jahresbeitrag gezeich­net, St. Johann 223 Mk. rc. Und dabei hat )er Genosse von Saarabien doch die schönsten Aussichten für die Flottenlieferungen! Das erinnert, o schreibt die .Franks. Ztg.', schon etwas an die helle Begeisterung der Deutschen im Auslande, rie auch nicht genug Schiffe bekommen können, die aber kein Steuerbote erreichen kann!

+ Kigenthümkiche Schievuuge« t» Süd­west Afrika sollen unter der Mitwirkung der

Deutsches Deich.

Berlin, den 21. April.

daß ich endlich, endlich befreit bin von der fürchter­lichen, drückenden Schuldenlast. Wie hast Du es nur angestellt, um Alles so heimlich fertig zu bringen, welche Mühe mag es Dir gekostet haben, meine Gläubiger auszukundschaften! Du zart­fühlende, große Seele wolltest mir selbst das Be­schämende meiner Lage ersparen, indem Du meine Angelegenheit in solch' rücksichtsvoller Weise ord­netest. Ich habe keine Schulden mehr, dies hebt mich himmelhoch und gibt Lebenskraft und Muth zurück. Mein Dank ist unermeßlich und läßt sich nicht in Worte fassen. Lärchen, mein geliebtes Weib, ist überglücklich. Sie segnet Dich, mein Schwesterlein, wie ich es thue. Die Stellung, welche ich habe, ernährt uns reichlich, so daß ich, wenn auch erst nach vielen Jahren, hoffen darf, einen Theil meiner Schuld an Dich abtragen zu können. — Dir Welt ist jetzt wieder um zwei Glückliche reicher. Dein Waldemar."

Was war das? Wieder und wieder las Rosi die glückathmenden Zeilen des geliebten Bruders, und konnte doch nicht faffen, daß sie die Wahr­heit enthielten. Wer in aller Welt konnte der Retter fein?

Ahnungslos stieg ein Gedanke in ihr auf, und doch — wie war es möglich — aber es gab fast keine andere Möglichkeit, er mußte es sein — Malljar — gewiß, nur er konnte so handeln, der erhabene, edle Mann mit dem großen, edlen Herzen.

Lange, lange saß die junge Frau, die Hände gefallet; ein Gebet rang sich aus ihrer tiefsten! Brust, ein Gebet für das Glück dessen, den sie geliebt mit der ganzen Kraft ihrer Seele. Sie konnte wieder inbrünstig beten, und damit kehrte wieder Ruhe in ihre schwer geprüfte Seele ein. I

, ... . In der

neuesten Nummer der ,Deutschen Kolonialzeitung' behauptet dies wenigstens unter Berufung auf übereinstimmende Zeitungsberichte der bekannte Kolonialfchriftsteller Dr. Pas sarge. In der „ „ deutschen Kolonie Südwestafrika spielt eine her« Ebenso werden an diesem Tage die vorragende Rolle die englische South West« Dienstgebäude^ und Festungswerke von 8 Uhr Africa Company (Südwestafrika-Kompagnie), und man behauptet von ihr, st« arbeite vor­nehmlich in dem Sinne und im Interesse der von Cecil Rhodes geleiteten Unternehmungen. Die Direktoren der Gesellschaft find zwar Deutsche. Aber die Aktien find meist in eng­lischem Besitze, und zwar, wie es scheint, Haupt« sächlich im Besitze der De Beers Company, einer Gesellschaft, die eben auch unter dem Ein­flüsse von C eil Rhodes steht und sich bemüht, den Diamantenmarkt der Welt zu beherrschen. Auf dem Gebiete der South West Aftica Com­pany soll „Blaugrund" gefunden worden fein, Diamantenland; aber De Beers Company kaufte, um keinen Konkurrenten in Diamanten zu be­kommen, weitere Aktien der South West Africa Company auf und schloß mit dieser einen Ver­trag ab, wonach die etwa vorhandenen Diamant­minen nicht abgebaut werden dürfen. Der Ab­schluß eines solchen Vertrages, so behauptet Dr. Paffarge weiter, soll von der deutschen Behörde lebhaft unterstützt worden sein. Sollte es sich so verhalten, dann müßte man Dr. Paffarge darin recht geben, daß dies ein „Verrath sei an den nationalen und kolonialen Jntereffen des deutschen Volkes". Ausklärung durch berufene Regierungsorgane ist dringend nothwendig.

* Eine treue Nauzerpkstte mit weit größerer Widerstandskraft als die Krupp'fche Panzerplatte oll nach der „New-Aorker Science" der Sohn xdisons geschaffen haben. Die Panzerung eines Kriegsschiffes könne bei gleicher Stärke fast um 50 Proz. hinsichtlich der Dicke und des Gewichts verringert werden. Auch sollen die Herstel- ungskosten wesentlich geringer sein, als bei dem J irupp'schen Verfahren. — Wenn sich dies be­tätigt, würde eine Ueberstürzung im Bau von neuen Panzerschiffen erst recht unangebracht sein. Im Jahre 1889 begann man zu gleicher Zeit 4 I mit" der Aanalfrage befassen, sondern im neue Linienschiffe zu bauen. Inzwischen wurden Herbst zu einer besonderen Sitzung über >ie Panzerplatten wesentlich verbessert. Nur ein ........

Theil der Linienschiffe konnte die verbesserten Panzerplatten erhalten.

Das Kllückskind.

Erzählung von Irene von Hellmuth.

36 ------ Nachdruck verboten.

Röschen sank nach diesem zornigen Ausbruche wie vernichtet in ihren Stuhl zurück; das arme Weib war nicht fähig, einen klaren Gedanken zu fassen, nur eines begriff es, das Schreckliche, Fürchterliche: Daß das ganze, große, unermeßliche Opfer umsonst gebracht war!

Nun mußte Waldemar doch verloren sein, wer sollte ihn retten?

Von ihrem Gatten konnte sie doch unmöglich verlangen, daß er, nachdem er auf das Kapital verzichtet, auch noch des Bruders Schulden be­zahle, — er würde sie höchst wahrscheinlich ver­spotten und verlachen, wollte sie ihm mit einem solchen Ansinnen kommen, ihm, den sie so tief gekränkt mit ihrem unwürdigen Verdachte.

Aber auch Winter fühlte, daß er in feiner Heftigkeit zu weit gegangen war. Er bereute von ganzem Herzen, daß er sich hatte forneißen taffen Uno bat sogar der geliebten Frau das Vergehen ab.

Doch diese hörte nicht. In ihrem Kopfe summte und brummte es bunt durcheinander. Die bren- Uenden Augen schmerzten so heftig, sie fühlte sich wie zerschlagen am ganzen Körper und zog sich ttühzeitig auf ihr Zimmer zurück.

Da lag die arme junge Frau in dem mit ! ausgestatteten Gemache auf ihrem Ruhe-! ette die ganze Nacht mit fieberhaft erregten Ner- ! en und sann und sann und konnte doch keinen I Ausweg finden.

Der fahle Schein des anbrechenden Morgens \

stahl sich durch die seidenen Gardinen unö huschte über die kostbaren Teppiche, über die geschnitzten zierlichen Möbeln, über die Blumen, die in Schalen und Vasen überall umherstanden und das ganze Zimmer mit zartem Dust erfüllten, und blieb zu- | letzt an dem schönen geisterbleichen Gesichte der I jungen Frau hasten, das so unbeweglich schien, als wäre das Leben aus diesen ebenmäßigen Zügen bereits entflohen.

Winter kam und klopfte an die verschlossene Thür, erhielt aber keine Antwort. Mißmuthig ent­fernte er sich in der Meinung, seine Frau schlafe noch. Der Kammerjungfer, die der Gebieterin das Frühstück bringen wollte, erging es nicht besser.

So wurde es Mittag, da litt es den besorg­ten Gatten nicht länger allein. Nachdem er wiederholt in den zärtlichsten Ausdrücken gebeten hatte, Röschen möge doch öffnen, wurde ihm die Auskunft zu Theil, sie wünsche für sich zu bleiben.

Erst als die Zofe kam und meldete, daß sie einen Brief an die gnädige Frau abzugeben habe, wurde gi öffnet. Die junge Frau nahm erblassend das Couvert urb las die Aufschrift: „Frau Direktor Winter, Wohlgeboren."

„Gott, mein Gott, von Waldemar," bebte es von ihren Lippen.

Sie wagte kaum, das Schreiben, welches in ihrer Hand zitterte, zu öffnen. Doch wie selige Verklärung flog es schon nach den ersten Zeilen über das blaffe Gesicht, die Augen leuchteten hell wie in glücklichen Zeiten.

Da stand wirklich und wahrhaftig: „Mein liebes, einziges Schwesterlein! Dank, tauseyd Dank — das ist Alles, was ich immerfort rufen möchte; ich kann es kaum faffen, das große Glück,

* Das Ileichsgericht, hat wieder einmal in Preßsachen eine bewundernswerthe Ent­scheidung gefallt. Das Magdeburger Landge­richt hat bekanntlich vor einiger Zeit einem „un­bescholtenen" sozialdemokratischen Redakteur die Strafen seines Vorgängers als strafverschärfend angerechnet. Das Reichsgericht hat das Urtheil bestätigt. Der Strafzumessungsgrund liege wesent-

Bild um Bild zog an ihrem geistigen Auge vorüber, die Erinnerung an jene glücklichste Zeit ihres Lebens.

Deutlich hörte sie wieder die tiefe, klangvolle Stimme Malljar's, wie sie oft an ihr Ohr ge­drungen war, wenn sie auf der alten Bank saß, neben ihm. Es war im Frühling, nun war es Herbst — eine kurze Spanne Zeit und doch, wie viel an Glück und Leid hatte diese enthalten. Doch sie war jetzt die Frau eines Andern und durfte solchen Gedanken nicht mehr nachhängen.

O, könnte ihr Herz noch einmal den süßen Frieden empfinden, der es dort durchzogen hatte, aber das war vorbei, vorbei für immer!

Und Tage kamen und Tage gingen.

Röschen, die elegante Frau Direktor Winter, die vielbeneidete, überall bewunderte Gattin des reichen Mannes, der ein kolossales Vermögen be­sitzen mußte, um all' den Luxus bezahlen zu kön­nen, mit dcm er fein Weib umgab — sie fühlte sich trotz alledem so elend, wurde immer blasser und hinfälliger, daß der besorgte Gatte endlich einen geschickten Arzt zu Rathe zog. Der zuckte die Achseln, sprach von Luftveränderung, einem Aufenthalte in Nizza oder sonstwo — allein die junge Frau wollte davon nichts wissen. Sie hielt es für ihre Pflicht, an der Seite ihres Mannes, wenn sie ihn auch weder achten noch lieben konnte, auszuharren. Im Uebrigen gab sie Alles der weisen Vorsehung Gottes anheim. Sollte der Allmächtige sie jetzt schon aus diesem Leben ab­berufen wollen, so war es ihr ganz recht, dann würde all' die Herzensqual und Sehnsucht ein Ende haben; mochte der Tod doch kommen, ihr kam er gewiß nicht zu früh- ' (F. f.)

Die Burenaesandtschaft. Kundige sofort sähe, daß die ganze Schlußfolgerung « r tu. as ,, ' ' . „ der römischen Offiziösen auf der italienischen

Am letzten Donnerstag hat in ihrer Residenz Unterwürfigkeit unter englische Wünsche beruht im Haag die jugendliche Königin von Hol- Die Buren sollen ohne weiteres unter die Bo - land die Gesandtschaft der südafrikanischen Mäßigkeit Englands gezwungen werden, das it Buren empfangen, und nachher haben die Herren der wahre Inhalt der Zuschrift; aber man dar auch «ne Audienz bet der Königin-Mutter gehabt, sich der Hoffnung hingeben, daß solche Machen Rach den vorliegenden Berichten aus dem Haag schäften bei der europäischen Diplomatie rech find die Burengesandten sehr fteundlich empfangen wenig Eindruck Hervorrufen.

worden und sehr befriedigt von der Ausnahme, Eigenthümlich ist, daß auch deutsche die ihnen von den beiden Königinnen zu Theil Blätter die Behauptung aufstellen, die Oeffnung geworden ist. . des Hafens von Beira durch die Portugiesen

'P.’11 „bte Gesandtschaft m Europa? sei kein Bruch der Neutralität. Nament- — das ist die allgemeine Frage. Sie will ver- lich in nationalliberalen und freiftnnigen Zei- suchen, doch noch eine Macht ober mehrere Mächte tungen, dis von jeher von Engländersucht enge« dazu zu bewegen, vermittelnd einzugreifen in dem kränkelt sind, findet man diese Anschauung ver- Knege zwischen England und den beiden Buren- treten. Sie mögen sich eines Besseren belehren "ad zwar in dem Sinne, daß die lassen durch einen hervorragenden politischenGe- Selbstandigkeit der Republiken gewahrt bleibe; sinnungsgenoffen, Dr. Leo v. Bar, Professor das ist die Antwott, die man als Muthmaßung des Völkerrechtes an der Universität Göttingen, überall auf diese Frage gibt. Leider aber sind Dieser legt in der freisinnigen Wochenschrift die Aussichten auf em Gelingen recht schwach. .Nation' so klar und überzeugend dar, daß die „ ble Meldung, die vor einiger Preisgabe von Beira eben doch ein ganz offen«

Zett die Presse durchlief, daß bisher noch oon 1 *-— keiner Regierung eine Vermittelung versucht worden fei, nicht richtig. Die Regierung der Nieder­kunde hat vielmehr, wie nachträglich bekannt ge­worden ist, einen solchen Versuch schon vor längerer Zeit gemacht, aber von London her eine Ab­lehnung erfahren; und danach hat keine andere Regierung mehr Lust zu gleichem Beginnen ver­spürt. Wenn Großbritannien starrsinnig allen Vermittelungsbemühungen sich verschließt, dann ist auf dem Wege der freundschaftlichen Verhand­lungen eben leider nichts zu machen; und Eng­land zur Nachgiebigkeit zu zwingen ist niemand ohne eigene Gefahr im Stande. Denn das un­gerechte und beutegierige England hat in manchen Regierungen auch Gesinnungsgenossen. Daß dazu die Regierung des kleinen Portugal! gehört, weiß man ja sehr genau aus dem Bruche der Neutralität, den sich die portu­giesische Regierung zu Gunsten der Engländer zu Schulden kommen ließ, indem sie diesen ihren ostafrikanischen Hafen Beira zum Durchzuge für Truppen öffnete. Es gibt leider aber auch Re­gierungen größerer Staatswesen, die in ihren Gesinnungen sich nicht anders verhalten. Dazu gehört augenscheinlich auch die italienische Regierung; wenigstens läßt sich nicht anders eine römische Zuschrift der allerwelts offiziösen Wiener.Politischen Korrespondenz' deuten. Diese Zuschrift behauptet, die Diplomatie könne nichts Befferes thun, als der Burengesandtschaft von vorn herein die Aussichtslosigkeit aller ihrer Be­mühungen zur Herbeiführung eines Eingreifens im Sinne einer friedlichen Vermittelung darzu- thun. Man sollte nach der Ansicht dieses römischen Offiziösen alles aufbieten, um den Burengesandten die lieber jeugung von der Aus­sichtslosigkeit ihrer Lage beizubringen; dann werde urjilji, tiugieyi naiurruy uori ber Krieg am ehesten aufhören, das heißt, dann kommen der öffentlichen Beurtheilung. würden die Buren ohne Weiteres sich in ihr Schicksal ergeben.

Dieser hinterlistige Rath wird in das Gewand heuchlerischer Friedensliebe gekleidet: es wird ge­sagt, nur so könne man dem Blutvergießen in Südafrika ein Ende machen — als ob nicht jeder