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Iu0öa, Samstag, den 21. April 1900.

27. Jahrgang.

neuer

zwei i an-

। hat und ihre tiefe Gemüthsbewegung nicht verbergen konnte. Das sind die Folgen der Gewaltpolitik des herrschenden England gegen das unterjochte und aus­gebeutete Irland, derselben Politik, die sich in Indien nur um diejenigen kümmert, die die allerreichste Aus­beute abwerfen. Wo diese reiche Ausbeute fehlt, da denkt England nicht an den Ausbau der Verkehrswege und die Folge davon ist die, daß, wie jetzt auch, solche vernachlässigte Ländergebiete bei jeder Gelegenheit von I schweren Schicksalen und Hungersnoth betroffen wer­den. Man bemüht sich auch gar nicht erst, genauer den Ursachen solcher Nothlagen nachzuforschen; und so hat auch das britische Unterhaus kurz vor dem Feste einen Antrag abgelehnt, der Erhebungen über die gräßliche Hungersnoth in Indien angestellt wissen wollte. Soziale Pflichten erkennt diese Berufspolitik nicht an. Da erscheint es auch gar nicht verwunder­lich, daß Unruhen in den heimgesuchten indischen Be- zirken ausbrechen, so diesmal in dem Eingebornen bezirke Khan pur. Lagerhäuser und Mühlen wurden beraubt und zerstört, und nun erhält das von der Noth zur Verzweiflung getriebene arme Volk Blei­kugeln statt Brod und Reis. Das ist die häßliche Kehrseite des äußerlichen Glanzes der britischen Weltmacht! ' 1

Das herrliche Frühlingswetter begünstigte das große Volksfest, welches zu Gunsten wohl- thätiger Zwecke auf dem Monte Pircio abge­halten wurde. Die schönen Parkanlagen dieser von den Römern und den Fremden so bevor­zugten Promenaden, unter den riesigen Palmen und exotischen Gewächsen waren in eine Art Jahr­markt, mit Verkaufsbuden, Lotteriekiosken und Blumenläden verwandelt, in denen die Angehörigen der römischen Gesellschaft die Honneurs machten, und zwar mit einer Geschäftsgewandtheit, um welche sie mancher Ladeninhaber und wirklicher Kaufmann beneiden könnte. Jnfolgedeffen gingen denn auch die Geschäfte brillant und der wohl- thätige Zweck wurde vollständig erreicht. Auch die Königin Margherita kam in Begleitung ihres Gefolges und besuchte die einzelnen Ver­kaufsbuden, überall lebhaft begrüßt und von einer großen Menge Neugieriger, namentlich Engländerinnen, umgeben und gefolgt. Die Königin machte überall namhafte Einkäufe und setzte in jedem der Lotteriezelte je 100 Lire, wo- ür sie denn auch eine künstlerisch ausgesührte Vase und einen — Gürtel im Werthe von 50 Centesimi gewann, worüber Ihre Majestät und

erwählten Öberhirten von Sutri und Nepi, findet am weißen Sonntag in der Jfidorkirche durch den Kardinal Satolli unter Assistenz des Geheimen Almosenieri, Titularerzbischof Costantini, des Vor­gängers Döbbing's auf seinem Bischofssitz, und des Bischofs Ghezzi von CivitL Castellano, eines Franziskaners statt.

I bereitungen zum Ostermahl. In allen Häusern bereitet man festlich geputzte Tische, auf denen unter Blumenschmuck die Ostereier und die eigens hergestellten Backwerke, die traditionellen „pizze*

I prangen. Am Nachmittage kommt dann der Priester in Begleitung der den Weihwafferbehälter tragenden Chorknaben, um gleichzeitig mit dm Wohnungen die österlichen Speisen zu segnen.

Die früher so großartigen Zeremonien des Ostersonntags haben natürlich seit dem Jahre 1870 mit dem Einzuge der Italiener auf­gehört. Der Papst läßt sich nicht mehr öffentlich sehen. Um die hier anwesenden Fremden einiger« | maßen zu entschädigen, ertheilte Leo XIII, einigen tausend Personen, unter welchen sich auch die Stuttgarter Pilger und diejenigen aus Tunis be­fanden, in der sogenannten Aula der Selig­sprechungen den Apostolischen Segen. Der Papst sah — wie immer — wohl und munter aus und erwiderte die begeisterten Zurufe der Anwesen­den mit einer besonderen Lebhaftigkeit. Am Nach­mittage war wiedernm ganz Rom auf den Beinen. Die elektrischen Straßenbahnen und sonstigen Verkehrsmittel waren überfüllt, denn die Meisten wollten hinaus ins Freie, vor die Thore der Stadt, heraus aus den engen Häusern und Gaffen, in die grünschillernde Campagna oder weiter in die Albanaberge. —

Die feierliche Bischofskonsekration un­seres deutschen k. Bernhard Döbbing, des neu«

altars durch den Erzpriester der Basilika, Kar­dinal Rampolla, das Domkapitel und das vatikanische Seminar statt.

Römische Briese.

xxv.

□ Rom, 16. April 1900.

Am Charfreitage konzentrirte sich das Hauptinteresse der Römer und Fremden auf die Kirche Santa Croce, wo die große Reliquie des Kreuzes aufbewahrt wird, welche die Mutter Kaiser Konstantins, die heilige Helena nach Rom brachte und eigens für die genannte Kirche in der unmittelbaren Nähe des Laterans erbaute. Hier fand am Nachmittage die feierliche Prozession statt, an welcher sich auch die König in Margarethe von Italien mit ihrer Mutter, der verwittweten Herzogin von Genua, beteiligte. In der Pro­zession selbst wurde Has Kreuz vom erblichen päpstlichen Thronasfistenten Fürsten Colonna, dem Bruder des römischen Bürgermeisters getragen, welcher der alten Sitte gemäß von mehreren Malteserrittern begleitet war. Später wurde den Versammelten der feierliche Segen mit der Reliquie gegeben. Tie heilige Treppe vom Hause des Pilatus, welche ebenfalls von der Kaiserin Helena nach Rom gebracht wurde, war am Charfreitage überaus zahlreich besucht. Die frommen Wanderungen der Römer wurden in bester Weise durch das herrlichste Frühlingswetter begünstigt, welches nach monatelangem Regen —

Wochen-Rundschau.

(Nachdruck verboten.)

X Fulda, 21. April.

Hauptsächlich sind es die bevorstehende! Stabe zu berühren. Auch viele Fremde, beson- ^/"begegnung in Berlin und die neu ders Engländer, sah man diesen Akt der Poni- Ä? k”1™ Handelsverträge Deutsch- tenz mitmachen, um — eine Erinnerung an Rom ne von den genannten Zeitungen zum mehr mit nach Hause zu nehmen. Nach Ein-

‘ arPem“5v roetbetL Als bruch der Dunkelheit wurden die Reliquien des

r^es Besuches des österreichischen Kaisers hl. Kreuzes, des Schweißtuchs der heiligen Ve- q Berlin befürchtet die .Trib una' weitere ronika und der hl. Lanze vom Balkon des linken Zuruckorangung Italiens tm Dreibünde in eine Hauptpfeilers hinter der Konfession gezeigt. Es

S"9 Ä "T* weiteres ist dies ein Privilegium der vatikanischen Dom- Umsichgreifen des österreichischen Einflusses auf Herren, welche einzig und allein diese Reliquien dem adnatlschen Meere. Oesterreich soll die berühren dürfen. Sodann fand unter großer Besetzung von Albanien zugestanden werden und Feierlichkeit die „Waschung" des päpstlichen Hoch- bo;£!t, würde feine Herrschaft auf der Adria altars durch den Erzpriester der Basilika, Rar» entschieden sein. Frankreich setze sich vor Sizilien in Biserta fest; wo bliebe dann Italien und das vom Dreibunde verbürgte Gleichgewicht zu Gunsten Italiens im Mittelmeere? Italien, so klagt die,Tribuna', werde nach und nach von seinen eigenen Freunden erstickt.

Die Begleitung dazu Übernimmt der,Cor- rier e della Sera' mit der Behauptung, die neue deutsche Handelspolitik ebenso wie die han­delspolitischen Bestrebungen in der Schweiz und i . Oesterreich seien unmittelbar gegen Italien ge­richtet. Namentlich die Ausfuhr italienischer Weine werde davon getroffen werden, die Einfuhr von Südfrüchten, Blumen und Gemüsen nach Deutsch­land; es werde — so jammert das genannte B. vi — den Gegnern des Dreibundes leicht gemacht, zu beweisen, daß das Bündniß für Italien poli- tisch und wirth;chaftlich unfruchtbar sei und es nur zu außerordentlichen Rüstungen gegen­über Frankreich nöthige. „Gott bewahre Italien," so klagt gleichzeitig die,Tribuna', „vor seinen eigenen Freunden, wenn diese so sind, daß sie em Leben bedrohen und es wirthschaftlich und I daher auch politisch kraftlos machen wollen."

Daß die Furcht vor den möglichen Folgen

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ieinaheebenso unsinnig. Die italienischen Früchte und Gemüse kommen nach Deutschland in einer Jahreszeit, in der es im deutschen Reiche an beiden ehlt. Diese Einfuhr wird darum auch dann unverändert bleiben, wenn die bisher vollkommen zollfreien Einfuhr-Artikel mit einem mäßigen Schutzzölle belegt werden sollten. Olivenöl braucht Deutschland ebenso nothwendig von Ita­lien, und der Einfuhr italienischen Weines würde eine kleine Zollerböhung auch nicht im mindesten schaden. Das sind die hauptsächlichen italienischen Ausfuhr - Gegenstände, und es ist unbegreiflich, wie man in Italien darauf verfallen kann, in Verbindung damit auf den albernen Gedanken zu verfallen, Deutschland habe mit seiner Zollpolitik den „Ruin Italiens" im Auge.

Wären es andere italienische Blätter, die sich in solchen Betrachtungen ergehen, so würden diese gar nicht der Beachtung werth sein. Aber der Charakter der genannten Zeitungen nöthigt uns eine solche Beachtung auf. Fängt man in Italien an, dreibundmüde zu werden? Nun, den größten Nutzen unter allen drei Vundesmächten hat vom Dreibunde ganz unzweifelhaft Italien, auf deffen unerschütterten Fortbestand man nicht einmal allzu feste Hoffnungen setzen darf. Daß ein solcher unsicherer Kantonist im Bunde mit Ländern wie Oesterreich-Ungarn und Deutschland unbedingt nur die letzte Rolle unter den drei Staaten spielen kann, ist gar zu selbstverständlich, als daß das noch besonders gesagt werden müßte. Man sollte also in Italien bescheiden und zu­frieden fein mit dem, was Italien im Dreibunde wirklich zukommt. Sonst könnte vielleicht der Tag nicht mehr fern fein, an dem das savoyische Königreich es bitter bereuen würde, in so über« müthigrr Weise die beiden führenden Dreibund­mächte herausgefordert zu haben.

schuldige verhaftet worden. Gegen alle vier Burschen ist die Anklage wegen versuchten Mordes erhoben worden. Diese Anklage soll im Anfänge des Monats Ium vor dem Schwurgerichte in Brüssel zur Verhand­lung gelangen.

Die Weltausstellung in Paris ist eröffnet. Natürlich haben Präsident Loubet und der Handels- minisier Millerand in ihren Eröffnungsreden nicht gespart mit Lobeserhebungen des eignen Landes; das gehört nun einmal zum Pariser Ton. Und schließlich scheint ja die ganze Veranstaltung dieser Ausstellung das gespendete Lob auch wirklich und ehrlich zu ver­dienen. Aber die Ausstellung ist eröffnet worden lange vor ihrer Vollendung; es werden mindestens noch vier Wochen vergehen, bis man wird sagen können, sie sei wirklich fertig. Aber die deutschen Ab- therlungen machen eine rühmliche Ausnahme davon: diese haben schon am Eröffnungstage vollendet dage- standem und überhaupt nimmt Deutschland in dieser Ausstellung einen sehr hervorragenden, wenn nicht den allerersten Platz ein. Außerdem ist es ein sehr feiner und liebenswürdiger Zug des deutschen Kaisers, daß er aus den königlichen Schlössern, namentlich aus Sanssouci bet Potsdam, dem Sommersitze des Alten Fritz, eine Sammlung von Bildern französischer Künst- ler nach Paris gesandt, die nun in dem „Deutschen Hause" der Ausstellung ihren Platz gefunden hat

Das französische Parlament hat sich bis zum 22. Mai vertagt, nachdem es am Freitag vor Ostern das Budget im Ganzen mit 457 gegen 32 Stimmen angenommen hat.

Uebereineneue Unduldsamkeit der preußi­schen Staatsregierunggegeneine katholische Ordensnrederlassung wird aus Düren im Rheinlande berichtet: Die Ministerien des Kultus und des Innern haben die Erlaubniß für eine Nieder­lassung von Ursulinerinnen in der genannten Stadt verweigert, obwohl sämmtliche Geistlichen des Dekanats Düren die Ertheilung dieser Erlaubniß in emer Eingabe befürwortet hatten und auch aus der Durener Einwohnerschaft zwei Petitionen in diesem unterbreitet worden waren. Nunmehr soll eine Bittschrift um Bewilligung der Niederlassung unmittel­bar an den Kaiser gerichtet werden.

des Kaiser/ Franz ^ofepf^nac/Seriinloen mriften I n ^einsame Felseninsel St. Helena im atlantischen besprochenen Angelegenheiten. Ganz überwiegend be- m4eon der Aufenthaltsort des gefangenen

grüßt man diese Reise als ein neues Zeichen für bie ®.uren9eneral3 C r o n i e geroorben. Die Insel steht in Herzlichkeit ber Beziehungen zwischen Wien unb wlIte T 9UXe"f / °0!t bem erften Napoleon her.

Berlin; nur bie Blätter ber Tschechen unb leiber auch wr" bJ ^nsel selbst ist zwar weniger auszusetzen, bleienigen ber Polen machen allerhanb mißmuthi^ F6 r bte ^aiJb(un? - bie die Engländer dem ge- Bemerkuugen darüber. Bon den Tschechen hat schwer- ersten Napoleon angedeihen ließen, war ge-

lich Jemand etwas anderes erwartet. Aber daß auch lnetIk ,'5l?r - ^Ä^Cronie s nicht nur, sondern auch

die Polen bei dieser Gelegenheit in dieselbe Tonart Interesse des Rufes der Engländer selbst ist nur

verfallen, gereicht ihnen nicht zur Ehre und ist auch wünschen, daß sie dem gefangenen Burengeneral

unmöglich klug von ihnen gehandelt. besser begegnen als dem gestürzten Korsenkaiser.

Im Landtage von Niederösterreich hat „^»/'^swlgen Tagen ist in Europa eine autzer- man noch unmittelbar vor dem Feste über eine ab- "rbentliche Gesandtschaft der Buren ange- sonderliche Sache verhandelt, nämlich über die Möa- ,ort,lme.n n' Mm land von dem europäischen Ber- lichkeit des jüdischen Ritualmordes ob Juden treteJ ber Dr. Leyds, empfangen

Fristen zu dem Zwecke morden, ihr Blut für jüdisch- üt zunächst nach Holland

rituelle Zwecke zu mißbrauchen. Es war von den ,®er^' unb Ce h^ißt, daß ste von dort nach Deutsch- Landtagsmitgliedern Dr. Ofner unb Genossen eine {*nVOvmetn tocr?£ C^.1l9en1^cinlid’ will dieGesandt- Jnterpellation eingebracht worben, in ber bie Regie- bte freunbftbaplube Vermittelung einer Groß- rung zum Einschreiten gegen bie Verbreitung ber ^a$Lnad^enL aC[e. schriftlichen Versuche Blutbeschulbigung gegen bte Juden aufqesorden wird ‘n,btej,em Sinne vergeblich gewejen find. Die Deutschen Natürlich hat ber Statthalwr von Niederösterreich ohne Zwelfe ber Burengesandtschaft den aller-

C>raf Kielmannsegg, dieses Ansinnen als unnöthig ab- * °?r doch sehr fraglich,

gelehnt; denn böswillige Verleumdungen sind selbstver I < eJ wirklwh eintreten wird. So lange stündlich schon nach den bestehenden Gesetzen strafbar ?"9land keine solche Einmischung wünscht, kann sie und im übrigen kann man gegen unberechtigte Be- oufg^brungen werden. Noch immer laufen Ge- schuldignngen dieser Art nur durch die Aufklärung der r“^fe ""«Rußland wolle dennoch vermittelnd ein­öffentlichen Meinung wirken. Steifen. Aber noch immer sind diese Gerüchte von

Eine neue Enttäuschung ist dem Fürsten Fer? Hrwrsburg aus als unbegründet bezeichnet worden, dinandvon Bulgarien geworden. Geheimrath neuerdings der Wind am Zarenhofe umgeschlagen

a^J3e/er8bur3' des Fürsten dringenden lieaen nick^vor “6 en’ sichtbare Gründe da- Wunsch nach Bulgarien gekommen, hat auf Befragen I T 9 nicht vor. __________

eruart, daß man in Rußland zwar gern helfen würde,

en verfahrenen russischen Finanzkarreu wieder flott SfränntttrtiMt

r» machen; aber vorläufig könne er noch gar nicht «IwNUNgeN

»'Ä?' mtexbaä 3U bewerkstelligen sein möchte. Und m Italien.

auch bie Nachricht von ber bevorsteheuben Verlobuna

Fürsten mit einer russischen Großfürstin entpupp? r®e.,,t. e‘n*9er .gefallen sich gewisse l'ch nachträglich als eine Ente. Aber es könnte ganz Ualienische Z-ttungen dann, allerhand Gegen­wohl sein, baß ber Koburger mit seiner Bewerbung lätze zwischenDeutschland und Italien uch einen Korb in Petersburg geholt hat. Die bul- herauSzvfinden, zwischen ber Politik und den

£aat3j$ulb,en betragen nicht weniger als politischen Jntereffen dieLstits und jenseits der eine Sebeure^Summ?? kleine unb arme Lanb Alpen, zwischen den wirthschastlichkn Interessen

Gesetzentwurf zugegangen unb, wie man sich ohne weiteres nichts drucken, das im Gegensätze zu diesen

9^^em Beifalle aufgenommen worben. Anschauungen stehen könnte. Dazu gehören die . Außer bem jugenblichen Attentäter Sipibo, ber !-Tribuna' und der ,Corriere della Sera' i forJ/rlbaJnr-°le ^süffel auf ben englischen Thron-1 Blätter, die man bis jetzt immer als offiziös 1 ‘9et schoß, sind noch drei andere Personenals Mit- ' gesehen hat.

Die Charwoche mit ihren kirchlichen! Cere- monien ist in hergebrachter Weise verlausen. Die Fastenprediger hatten einen größeren Zulauf, als in früheren Jahren und Rom that überhaupt sein Bestes, um feinen Rus als erste Stadt und Centrum der katholischen Christenheit zu wahren. Am grünen Donnerstag wurden die heiligen Gcäber in den Basiliken und die übrigen Kirchen von einer ungeheuren Menschenmenge besucht. Das allgemeine Jntereffe aber, namentlich auch der zahlreichen Fremden, erregten die Zeremonien in Sankt Peter, wo von 4'/» Uhr ab das be- rühmte „Miserere" von Allegri gesungen wurde. Gegen 6 Uhr erschien in feierlicher Prozession der Kardinal Serafino Vannutelli in seiner Eigenschaft als Großpönitenziar, und auf hohem Throne sitzend, die Häupter der vielen Tausende, I welche vor ihm vorüberdefilirten mit feinem langen

mit Mnteröaltungs-Meikage „Iflustrirte Sonntags-Ieitung!' v,mk »nd Verlag bet Fuldaer AetiendruckerrS

Die Osterglocken sind verklungen. Die Welt hat wieder ihr Werktagsgewanb angezogen, und bald wer­den sich die Thore der Parlamente wieder öffnen zu neuer Sitzung und neuer Arbeit. Dem Reichstage ist über Ostern ein weiterer Gesetzentwurf zugegangen, nämlich der Entwurf über die Reichsunterstützung für Postdampferverbindungen mit Ostafrika; aber dieser Entwurf wird den Mitgliedern des Reichstages schwerlich viele Arbeiten verursachen. Im Interesse der Arbeiten des deutschen Parlamentes "t aber nur L' wünschen, daß dasselbe nicht gar zu sehr mit neuen Entwürfen überschüttet werde. Je länger die Sitzungen in den Sommer hinein dauern, desto schwerer wird es und muß es werden, die beschlußfähige Anzahl der Abgeordneten bei einander zu halten. Desto leichter Wird es böswilligen Elementen gelingen, durch Ob­struktion ber geregelten parlamentarischen Arbeit Schwierigkeiten entgegenzusetzen, unb unmöglich kann dazu beitragen, bas Ansehen unb bie Würde des Reichstages in bem nothwenbigen Maße zu erhalten unb zu fördern. Die Verbündeten Regierunaensollten -<rs:a «,«'• • .

darum Maß halten in der Ausarbeitung von Ge- &<£n\9t"r .®lltoria von England setzeutwürfen, was kann es auch nützen, wenn Ge- A" 3tl?1?b- Aber wenig von

setzesvorlagen ausgearbeitet und im Reichstage einae- be"s to^-r!?e b^t macht ihr Freude. Sie hat bracht werden, ohne daß sie nachher zur Verabschi-- ben ,rt9e^ Dörfern so viele bleiche, ausgehungerte bung gelangen? " 3amtnergeftatten, m Lumpen gehüllt, sehen müssen,

Innerhalb ber konservativen Parteikreise bestebt . ste mehr als einmal ihren Gleichmuth verloren ein ausgesprochener Meinungsunterschieb über bie Be- 6at unb ,6re here ®enwtr>Äfi<>mpmtnrt -----

banblung des Fleischbeschau-Gesetzes. Der Bund der Laudwirthe will nichts wissen von Nach­giebigkeit; er will festhalten an den Beschlüssen der zweiten Lesung mit dem Einfuhrverbote für auslän­disches Fleisch. Aber nach einer Erklärung des kon­servativen Abz. G r a f K l i n ck o w st r ö m hat der Vor- ftanb ber koiqervativen Partei, ber sogenannte Elfer- beinahe einstimmig für bie Anbahnung einer Verständigung mit ben Verbündeten Regierungen sich ausgesprochen. 3 1