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FuwarrMIeitung

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JuLöa, Samstag, den 21. April 1900.

27. Jahrgang.

eines zwischen ihrem Mann und Böhler geführten Gespräches gewesen, infolgedessen ihr eine Ahnung aufstieg, daß die Mittel, die Winter in reichem Maße zur Verfügung zu stehen schienen, eben nicht seine eigenen waren.

In wie weit ihre Vermuthung zutraf, konnte Röschen freilich nicht über sehen, aber das Miß­trauen, das sie von da an in die Rechtlichkeit und Ehrlichkeit ihres Gatten setzen mußte, löschte auch noch die Achtung, die wenigstens bisher in ihrem Herzen gewohnt hatte, vollständig aus.

Als die junge Frau am Abend dieses Tages sich an ihren Vormund mit der Bitte um Aus­bezahlung ihres versprochenen Kapitals wandte, wurde ihr die lächelnde Antwort, daß es bereits geschehen sei, und zwar an Winter selbst.

Röschen war furchtbar erschrocken, denn an eine solche Wendung hatte sie niemals gedacht, aber gleichviel, das Geld mußte in ihre Hände kommen, um jeden Preis.

Sie suchte daher schleunigst ihren Gatten auf, den der Genuß schweren Weines in die heiterste Laune versetzt hatte, und bat ihn um einige Minuten Gehör.

Als sie ihm aber ihr Anliegen vortrug, und ihn fast demüthig bat, ihr das Geld, das doch ihr gehöre, zurückzugeben, da sie nach ihrem eigenen Ermessen bereits darüber verfügt habe, da schien er erst gar nicht zu wiffen, was sie eigentlich meinte, und dann — da sie in deut­lichen Worten das von dem Vormund ausbezahlte Kapital verlangte, — da lachte Winter aus vollem Halse, daß ihm die Thränen in die Augen traten, und Röschen ganz verzweifelt die Hände faltete, und nochmals bat: „Gib mir das Geld zurück.

diejenigen der Sozialdemokraten die Vorlage des Magistrates angenommen, 50,000 Mark zu be­willigen zur Ausschmückung der Stadt bei dem Besuche des Kaisers Franz Joseph von Oesterreich. Die freisinnigen Stadtverordneten haben also doch mit einer einzigen Ausnahme anders gehandelt, als ein Theil ihrer Preffe es ihnen empfahl: zwei Berliner freisinnige Zeitungen hatten die Ableh­nung der Forderung empfohlen. Ein nettes Stück politischer Heuchelei vollbrachte bei der Debatte der sozialdemokratische Stadtverordnete und Abg. Singer. Dieser gab vor, er hege Zweifel daran, ob eine deutsche Stadt mit deutschen Bürgern dem Regenten eines Landes Ovationen darbringen dürfe, in dem das Deutschthum seit Jahren geknechtet werde. . . . ! Die Berichte verzeichnen merk­würdigerweise an dieser Stelle nicht „schallendes Gelächter", sondern „lebhaften Lärm und Wider­spruch", obwohl Herr Singer nur ersteres ver­dient hätte. Herr Singer als Vertheidiger des angeblich in Oesterreich geknechteren Deutschthums nimmt sich gar zu komisch aus; die Deutschen in Oesterreich aber überläuft sicherlich ein gelindes Gruseln, wenn sie vernehmen, wer sich zu ihrem angeblichen Vertheidiger in Berlin aufwirft.

Die drerk««dfelNdrkche» K««d- geSnrrgev ilakienifcher Akätter werden von französischen Zeitungen waidlich dazu ausgenützt, gegen Deutschland zu schüren. Im Pariser .Figaro' ist es der frühere Diplomat Valfrey, mitunter auch unter dem Decknamen „Whist" schreibend, der sich folgende Behauptung leistet: Tie Abwesenheit des Königs von Italien bei der Großjährigkeitserkiärung des deutschen Kron­prinzen genüge, um „die untergeordnete Rolle darzuthun, die von der italienischen Regierung im Dreibunde aelpielt werde". Da ist nun jedes Wort (in Unsinn, um nicht zu sagen eine Lüge. Kaiser Franz Joseph kommt bekanntlich nicht nach Berlin auf eine besondere Einladung des deutschen Kaisers hin, sondern aus. eigenem freiem und freundschaftlichem Antriebe. Wenn der König von Italien denselben Trieb gefühlt hätte, dann hätte er ja auch nur seinen Besuch in Berlin anmelden zu brauchen. Kennzeichnend ist, daß des derselbe Valfrey ist, der vor weniger als Jahresfrist in demselben Pariser ,Figaro' die Welt in Erstauren setzte durch seine deutsch­freundlichen Artikel aus Anlaß des Besuches, den Kaiser Wilhelm dem französischen Kriegs­schiffe „Jphigörir" im norwegischen Hafen Bergen machte. Man ersieht daraus von Neuem, wie wenig auf solche einzelne Kundgebungen in der französischen Preffe zu geben ist, und wie wenig man sich auf den Franzosen überhaupt in politischen Dingen verlassen tarn.

X Die Vorlage «Ser das pre«Mche Gemeinde • Wahlrecht liegt jetzt gedruckt vor in der Fassung der Beschlüsse der Kommission des Abgeordnetenhauses. Der erste Paragraph ist in der Form der Regierungs-Vorlage ange­nommen worden, wonach die Bildung der drei Abtheilungen nach dem Maßstabe der direkten Steuern (Staats-, Gemeinde-, Kreis-, Bezirks­und Provinz-Steuern) in der Art vorgenommen werden soll, daß auf jede Abtheilung ein Drittel der Gesammtsumme der Steuerbeträge aller Wähler fällt. Aber es ist eine neue Bestimmung hinzu-

Äamc» die HeM- Mr 26 Pf.; Wiederholungen wird entsprechens, Rabatt gesM-ch

Die Nacht sank hernieder, eine finstere, sternen­lose Nacht, während der alte Förster in dem rieselnden Regen stand und dem davonsausenden Zuge nachstarrte, der ihm seinen Liebling für immer entführte. —

Wenn er es nun zu Hause gar nicht mehr auszuhalten vermochte vor Sehnsucht nach dem lieben Mädchen, mit dem er so oft in launiger Unterhaltung gesessen, und an welches den guten Alten jetzt alles und alles mahnte, dann stürmte er hinaus in den Wald, um den brennenden Schmerz zu betäuben. Ja, wenn er sie glücklich gewußt lätte an der Seite eines zärtlich geliebten Gatten, dann würde er sich leichter in die Trennung gefunden haben, aber gerade das wurmte ihn am meisten, daß sein Augapfil jedenfalls unglücklich wurde mit dieser Liebe zu einem Anderen im Herzen. Die Ruhe, die das Mädchen heuchelte, täuschte ihn nicht. O, wie oft wünschte er sich m dieser Zeit, reich zu sein, um dem geliebten Kinde das Opfer zu sparen, das es dem Bruder bringen zu müffen glaubte. Aber ihn hatte Fortuna nie mit Glücksgürern gesegnet. Er hatte sich auch nie solche gewünscht — bis jetzt. — Aber was half alles Wünschen, nun war es doch zu spät!

So oft der Förster auch den traurig herum­schleichenden Lebrecht fragen mochte, immer schüttelte er den Kopf, er fürchtete, daß nie mehr eine Nachricht von dem geliebten Herrn kommen würde.

In dieser Zeit führte der treue Diener seine Kathi als Hausfrau heim und die Försterin brauchte lange, bis sie sich an ihre neue Dienerin ge­wöhnte.

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Deutsches

Berlin, den 20. April.

S Zu der Arrfammimfiimft des Kaisers mit dem Vmuzerr vsrr Makes in Altona schreibt die ,Post': Man geht wohl in der An­nahme nicht fehl, daß die gestrige Begegnung des Kaisers mit dem Prinzen von Wales der persön­lichen Initiative des Kaisers entsprungen ist. Die Beweggründe für die Zusammenkunft sind zu natürlich und naheliegend, als daß man nöthig hätte, nach einer künstlichen Auslegung zu suchen. Der Kaiser hat eben den Wunsch gehabt, seinen hohen Verwandten nach dem mißlungenen Attentat zu umarmen und ihm seiner herzlichsten Glück­wünsche zur Errettung persönlich zu übermitteln. Wer die hohe Auffaffung des Kaisers von der Helligkeit der monarchischen Stellung kennt, der weiß auch, wie tief jeder gegen ein Staats-Ober- haupt oder einen Thronfolger gerichtete Anschlag

An manchem stillen Sonntag Nachmittag kam Kathi mit ihrem (Satten zu der ehemaligen Herrin, und dann saßen sie wohl bei einer Tasse Kaffee zusammen und plauderten von den fernen Lieben: die Försterin von ihrem Röschen, Lebrecht von seinem Herrn. Der alte Förster aber fuhr sich schweigend mit der Hand über die Augen. Die alte Wunde schmerzte immer noch.---

XII.

Seit einigen Wochen schon war Röschen die Zattin Georg Winters. Man pries laut und leise die gute Parthie, die das „Glückskind" ge­macht hatte, und konnte gar nicht begreifen, warum die junge Frau so blaß und still aus- ah. Man rechnete ihr das vielfach falsch an, hielt re für stolz, hochmüthig, — kurz für eine, die ich besser dürkte, als andere. Deshalb brachte man ihr in den Kreisen, wo das Wintersche Ehe­paar verkehrte, wenig Sympathie entgegen. Wie viele neidische Blicks wurden dem stattlichen Paare nachgesandt, wo es sich zeigte. — Man lebte auf großem Fuße, hielt Pferde und Wagen, eine Dienerschaft und derlei Luxus mehr, — Winter war eine der angesehensten und geehrtesten Persönlichkeiten der Stadt. Seine Frau kleidete ch auf den Wunsch ihres Mannes stets sehr elegant, nichts war ihm zu theuer, zu kostbar. Er hoffte dadurch den Weg zum Herzen der Gattin am ehesten zu finden.

Doch nicht einmal der Schein eines Lächelns tuschte um den bleichen Mund, der nie ein Wort )e3 Dankes für alle diese Aufmerksamkeiten fand. Röschens anfängliche Gleichgiltigkeit gegen den Gatten hatte sich in Haß verwandelt. Bald nach der Hochzeit war sie nämlich zufällig Zeugin

X Zur Deckungsfrage in der Flotten-Vorlage.

Während Reichsschatz - Sekretär Freiherr D. Thiel mann in den zu dieser Jahreszeit schöneren Gefilden Italiens weilt, ist man im Reichsschatzamte unter der Leitung eines Unbe­kannten an der Arbeit, die Steuervorschläge zu prüfen, die in der Budgetkommffsion des Reichs­tages gemacht worden find, nm eine geeignete Deckung der Kosten der neuen Flottenvorlage ausfindig zu machen.

Nach einer Mittheilung an einer Stelle, die mitunter zu halbamtlichen Kundgebungen benutzt wird, sollen diese Arbeiten im Reichsschatzamte nunmehr beendet sein. Das Ergebniß derselben soll nach derselben Mittheilung zunächst dem Bundesrathe vorgelegt werden, bevor es wieder an die Badgetkommisfion zurückgelangt, ein Ge­schäftsgang, gegen den niemand etwas einroenben wird, weil er eigentlich selbstverständlich ist. Aber ob die Vorschläge des Reichsschatzamtes auch schon die Lösung der hochwichtigen Frage der Kostendeckung in sich bergen, vorausgesetzt" daß jene Zeitungsmeldung richtig ist, ist nach der Art Dieser letzteren sehr zweifelhaft. Nach der erwähnten Mittheilung soll man im Reichsschatz­amts ernstlich nur die verdoppelte Lotterie­steuer und die erhöhte Börsen st euer ins Auge gefaßt haben. Eine Besteuerung der Conrwffamente und Schiffsfahrkarteu, eine Scc- charinsteucr und erhöhte Abgaben für ausländische Liköre, Champagner, Cigarren und Cigaretten sollen als zu unbedeutend fallen gelaffen werden, und von einer Reichserbschafts- und ReichLeiu- tommensteuer soll keine Rede fein.

„ Gegen die Lotteriesteuer und die Börfsnsteuer würde die Mehrheit der Budgetkommisfion und des Reichstages selbst schwerlich etwas einzuwen­den haben. Aber es ist nicht recht zu verstehen, wie man solche Abgaben wie die für ausländische Luxusgenüffe ohne weiteres als zu wenig lohnend auf die Seite schieben kann; es kommt doch nur darauf an, wie diese Abgaben bemeffen und ein­gerichtet werden. Außerdem wird behauptet, eine Steuer für Connoffamente uud Schiffsfahrkarten würde den Verkehr von den deutschen Linien av- lenken. Warum denn? Abg. Frese von der frei­sinnigen Vereinigung, der Vertreter der Hansa- stadt Bremen im Reichstage, der doch sicherlich über hie Bedeutung und voraussichtliche Wirkung einer solchen Steuer recht gut un heilen kann, Hal ausdrücklich in der Budgetkommission des Reichs­tages erklärt, es sei nichts dagegen einzuwenden. Er würde solche Bedenken wie die Besorgniß vor der Gefahr einer Ablenkung des Verkehrs von den deutschen Linien ohne Zweifel sofort und sehr nachdrücklich zum Ausdrucke gebracht Haber?, wenn sie eine Daseinsberechtigung hätten, r Däß die verbündeten Regierungen, namentlich die preußische Staatsregierung, gegen die Einführung einer Reichserbschafttsteuer sich unbedingt sträuben, ist bereits allgemein bekannt.

den Kaiser berührt und wie gern er bei solchen Anlässen das solidarische Jntereffe aller Dynastieen in der Betonung ihrer Einmüthigkeit in der Ab­wehr umstürzlerischer Attentate bethätigt. Die Absicht des Kaisers, mit diesem feierlichen Empfange, der ersten offiziellen Aufnahme, welche der britische Thronfolger auf dem Gebiete eines fremden Staates gefunden hat, eine Überraschung zu be­reiten, ist vollkommen gelungen. Der Prinz von Wales hat seiner Freude über dieses so erwünschte Wiedersehen vollen Ausdruck gegeben. Der britische Botschafter am Berliner Hofe war bei der Begegnung ebenfalls zugegen.

h. Minister vo« Wieke« soll amtsmüde sein, so versichert eine Berliner Notiz der,Magd. Zta.', er würde nach Ablauf der gegenwärtigen Tagung des preußischen Landtages bestimmt aus dem Staatsdienste ausscheidev. Dann heißt es weiter: „Mit ihm würde aber auch aus dem Staatsministerium die Persönlichkeit ausscheiden, die mit vollster Ueberzeugung und, so weit es an ihr lag, mit vollster Energie für die Verwirk­lichung des Kulturwerkes ersten Ranges zu aller Zeit eingetreten ist." Dieses „Kulturwerk ersten Ranges" soll natürlich die Kanaloorlage sein. Der Druck, Der durch solche Notizen aus­geübt werden soll, liegt klar zu Tage. Aber unter den obwaltenden Verhältnissen darf man berechtigte Zweifel daran hegen, daß dieser Druck die beabsichtigte Wirkung ausüben sollte. Und Herr von Thielen dürfte zu ersetzen sein.

X Meichstagsdiäte« oder «richt? Zu diesem Thema schreiben die,Berl. Neuest. Nachr.' entsprechend einer früheren Auslassung in diesem Blatte: „Noch unglücklicher (nämlich als ein anderer Vorschlag) ist der von konservativer Seite gemachte Vorschlag, nicht Tagegelder, sondern nach den individuellen Verhältnissen der einzelnen Abgeordneten zu berechnende 23er« säumnißgebühren nach Art der Zeugengebühren einzusühren .... Man würde bestimmte Kategorien aufstellen müssen, darunternamentlich auch eine solche derjenigen, welche durch die Ausübung ihres parlamentarischen Mandats in ihrem Berufe gar nichts versäume-?. Die Be­gründung jenes konservativen Vorschlages nennt als solche die Berufsparlamentarier. Wer aber ist Berufsparlamentarier? Ge­meinhin werden die der Presse angehörenden Abgeordneten als solche bezeichnet. Wer aber glaubt, daß ein Schriftsteller von Beruf. . . durch eine gewissenhafte Ausübung des Abgeord- netenmandates in seinen Geschäften nicht beetn« trächtigt werde, der ist sehr im Jrrthum. Wirk­lich echte Berufsparlamentarier sind nur die­jenigen, die einen anderen Beruf überhaupt nicht haben, also die Rentiers . . ." Diesen Aus­führungen kann man ohne weiteres beistimmen, nicht aber natürlich dem ganzen System des genannten Großindustrieblattes, die Zahlung von Entschädigungen an die Mitglieder des Reichstages überhaupt zu bekämpfen. Tiefer Gedanke wird endlich doch den Sieg davon tragen, und zwar ganz einfach deswegen, weil es ohne die Zahlung solcher Entschädigungen aus die Dauer ganz unmöglich weitergehen kann.

h Die ZLerkirrer Stadtverordnete« haben am Donnerstag Abend mit allen Stimmen gegen

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,hm Bringerloh« «nd 8e5eögeto in Kllkdi- -mb 81* LLrt4!M.60Pf.

Dcrs Mückskind.

Erzählung von Irene von Hellmuth.

35 ------ Nachdruck verboten.

Langsam fuhr das kleine Wägelchen, das der Förster lenkte, auf der holprigen Chauffee nach der Station dahin. Von den beiden Insassen sprach keines ein Wort. Nur hin und wieder ^klang ein Seufzer aus beklommener Brust. Sonst überall Schweigen! Die Natur rüstete sich zum Winterschlaf. Die Bäume standen schon fast kahl, verstummt war der muntere Gesang der Vögel. Dazu sprühte ein feiner Regen her­über und hüllte die ganze Gegend wie in einen -tebelschlkier ein. Von den Bergen, die sich zu velden Seiten des Weges thürrnten, konnte man «eine Spur sehen.

. Löschen saß fröstelnd und hüllte sich fester 'v das warme Tuch, das Frau Therese ihr für« lorglid; um die Schultern geschlagen.

Das Mädchen dachte Daran, wie «s zum Uenmal denselben Weg zurückgelegt an jenem . ^toterabenb. Was tag doch alles dazwischen!

Damals wohnte Verbitterung in ihrem Herzen— ^eute lächelte sie darüber.

tz,, Üblich kam der lang gefürchtete Moment Freund '^^iednehmens von dem alten lieben h,, Aer auch dieser ging vm über, wie alles in

* Welt vorübergeht.

saß Röschen in der Ecke des Eisenbahn- Unh^°n8, Augen von Thränen verdunkelt, — ju .?er Schnellzug führte sie der Stadt wieder b,e ihre Heimath war.

mit NnterHakkungs-Ankage „JUuffrirte Sonntass-Zeiümg?

Nun aber sollte man sich vor allen Dingen vor der Annahme hüten, daß mit einer geeigneten Erledigung der Deckungsfrage die ganze Flotten­vorlage so gut wie unter Dach und Fach gebracht sei. Davon kann vorläufig keine Rede sein. Namentlich die verlangte Verstärkung der Aus­land s l o 11 e wird vermuthlich nach wie vor auf

sehr lebhaften Widerspruch stoßen, und außerdem wird es wohl recht viele Leute im Reichstage gebe»?, die ganz genau wissen wollen, was nach der Bewilligung dieses neuesten Flotten­gesetzes etwa noch kommen könnte. Die Spuren der jüngsten Sreigniffe schrecken: wenn das auf sechs Jahre berechnete Flottengesetz von 1898 nur für den Zeitraum von noch nicht zwei Jahren ausreichen soll, wie kann man dann ohne besondere Bürgschaften verlangen, daß jedermann glauben solle, ein neuer, für sechszehn Jahre hin­aus entworfener Plan werde unverändert von der Reichsregierung festgehalten werden? Auf den Plan von 1898 schien die Regierung sich gebunden zu haben. Aber nun hat man gesehen, mit welcher Gelenkigkeit die Regierung Hinder­nisse solche^ Art überspringt, und ohne weiteres wird sich so leicht nicht wieder eine Mehrheit des Reichstages auf solche Leimruthen locken lassen. Und namentlich deswegen nicht, weil das aller- neuefie Flottengesetz in Formen gehalten ist, die es einer Resolution nicht ganz unähnlich machen, so als ob damit die Regierung von vorn herein anbeuten wollte, daß sie gesonnen sei, ohne wei­teres mit einem weitem allerneuesten Flotten plane auf der Bildfläche zu erscheinen, wenn der gegen­wärtig allerneneste Plan ihr nicht mehr gefallen sollte.

Das alles sind sehr zweifelhafte, sehr kritische Punkt?, dis von einer geeigneten Lösung der Deckungsfrage noch gar nicht berührt werden. Aber die Regierung hat sich diese Schwierigkeiten selbst geschaffen. Warum ist sie denn dem guten Rathe nicht gefolgt, das, was sie haben will an neuen Schiffen, auf alljahrlick neue Einzel- forderungen zu vert heilen? Die Regierung würde auf diese Weise einfacher und leichter zu ihrem Ziele gelangt fein, als mit Plänen auf sechszehn Jahrs hinaus, an deren genaue Einhaltung doch im Ernste kein Mensch mehr glaubt!