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JS 87.
Jutöa, Dienstag, den 17. April 1900.
27. Jahrgang.
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hervorzurufen.
Seite, ist außer dem Fehler der mangelhaften Vorbereitung noch ein anderer gemacht worden, nämlich der, daß die deutsche Regierung im Gegen- satze zu anderen Legierungen verabsäumt hatte.
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minöer gut gerüstet war als der andere Theil, gefährlichen Weise mit dem Feuer zu spielen, nn Q*t—' w *--* Wer es dennoch thut, bringt sich in den unlieb-
11 samen Verdacht, daß er absichtlich die bestehenden
Hkber die bestehenden Handelsverträge sind mon sehr viele und zum Theil recht bewegliche Klagen laut geworden, und nicht etwa nur aus den Kreisen der Landwirthschaft heraus. Auch innerhalb der industriellen Kreise ist die Meinung weit verbreitet, daß mit den bestehenden Handelsverträgen nicht alles erreicht werde im Interesse der deutschen Produktion, das hätte erreicht werden können, wenn ehedem die Vorbereitungen dafür sorgfältiger getroffen worden wären. Der Zolltarif von 1879 war nicht nachgeprüft worden darauf, ob er noch brauchbar war für die damals neuen und jetzt noch bestehenden Handelsverträge; und von genaueren Erhebungen über die Ver- hältniffe der heimischen Produktion hatte man vollkommen abgesehen. Da konnte es nicht aus-, «... «„«.. aivpc..
bleiben, böfj Deutschland bei den gegenseitigen gruppen gemeinschaftlich eigen sind, und man Verhandlungen über die Handelsverträge vielfach sollte es auf jeden Fall unterlaffen, in dieser
punkte bot. Davon konnte sich natürlich Rofi nicht ausschließen, so unsäglich zuwider ihr auch diese unfreiwilligen Spaziergänge waren.
Noch einen Menschen gab es, der unter diesen Verhältniffen sehr zu leiden hatte — Dr. Mall- jar. Ob er auch Tag für Tag sehnsüchtig den Waldweg hinaufblickte, den er von seinem Fenster aus überschauen konnte, — umsonst l Vergebens hegte er die Hoffnung, daß die geliebte Gestalt dort unter den hohen Bäumen auftauchen würde, wenn auch nur für einige flüchtige Minuten.
Doch vorläufig hörte man nichts dergleichen. Da das Wetter fortgesetzt sehr schön war, wurden Ausflüge in die nächste Umgegend gemacht, die
keine schlechte Partie für Röschen wäre, da er in ihm einen Mann von feinen Umgangsformen und angenehmem Aeußern sowohl als auch in guter Stellung erkannt hatte, der wohl im stände wäre, dem Mädchen eine sichere, angenehme Zukunft zu bieten, so wußte der gute Förster doch zu genau, wie es mit seinem Liebling stand, daß das Herz desselben bereits gesprochen hatte. Es bangte ihm im Geheimen um das Glück des ge
Natürlich kann es bei der Verhandlung über solche Dinge nicht fehlen an lebhaften Auseinandersetzungen; denn wo es sich um materielle Interessen handelt, hat eben jeder Erwerbszwei^ seine besondere Interessen, die er so viel wie möglich zur Geltung zu bringen sucht. Und au: verschiedenen Gesichtspunkten stehen naturgemäß Industrie und Landwirthschaft. Aber es liegen auch keine Gründe für die Annahme vor, daß diese beiden Hauptfaktoren unseres Erwerbslebens bei den Verhandlungen über den neuen Zolltarif in erbitterte Kämpfe mit einander ge- rathen werden, und daß die Aussichten auf schließlich verständige Einigung zwischen beiden äußerst schwach seien. Mindestens heißt es Oel in's Feuer gießen, wenn man schon jetzt in düsteren Vorhersagen sich ergeht über die Kämpfe, die uns in diesem Sinne bevorstehen; es heißt das die Leidenschaften schüren, statt in verständiger Weise hauptsächlich die großen Gesichtspunkte hervorzuheben, die beiden großen Erwerbs
gen bereits besteht, dann müßte sie augenschein' lich ganz erhebliche Erträge abwerfen. Grundsätzlich kann dagegen sehr wenig eingewendet werden. Daß die Regierungen, namentlich die preußische, sich dagegen sträuben, ist bereits mehrfach berichtet worben. Das einzig rechtmäßige Bedenken ist das, daß unbewegliches Vermögen, wie z. B. Landbesitz, voraussichtlich viel härter von einer Erbschaftssteuer getroffen werden würde, als bewegliches Vermögen. Aber sicherlich würden sich Vorkehrungen treffen laffen, um solche ungerechte Härten zu vermeiden.
• Kirre HSstvarrmzäHkrmg soll bekanntlich in diesem Jahre im Deutschen Reiche vorqenom- men werden. Diese Zählung soll Aepfel, Birnen, Pflaumen (Zwetschen) und Kirschen umfassen, auch Zwergobst und Spalierobst. Aber es sollen nur Bäume an dauerndem Standorte gezählt werden, nicht solche, die zum Verpflanzen bestimmt find. Zur Mitwirkung bei der Zählung sollen Obstzüchter und andere sachverständige Personen herangezogen werden. In dicht bebauten Bezirken großer Städte soll von der Obstbaumzählung Abstand genommen werden.
* Eine Erhöhung der Tagegelder der nicht angestellten Aostkote« ist neuerdings erfolgt. Die Zulagen der Postboten betragen je nach ihrem Dienstalter monatlich 3 bis 9 Mark; die letzte Zulage wird nach Vollendung einer achtjährigen diätarischen Beschäftigung im Reichspostdienste bewilligt. Die etatsmäßige, mit der Gewährung von Wohnungsgeldzuschuß verbundene Anstellung der Postboten als Briefträger oder Postschaffner wird, wie früher, nach etwa neunjähriger Dienstzeit erfolgen. Diejenigen Postboten, welche wegen ihres vorgerückten Lebensalters nicht mehr etatsmäßig angestellt werden können, sollen auf Verfügung der Reichspostbehörde außer den gewöhnlichen noch eine besondere Zulage von 3 Mark monatlich erhalten.
Doch schwur er hoch und heilig, das Mädchen "ringen zu wollen um jeden Preis und nicht dasselbe nach der Stadt zurückzukehren.
Der Förster allein verhielt sich in diesen Tagen Zweigsamer als sonst. Der kluge Alte durch- m>aute vom ersten Augenblicke an die Absicht bet^n Freunde, doch sprach er zu niemandem aoon, beobachtete aber insgeheim das Thun und treiben seiner Gäste.
Wenn er sich auch sage« Mußte, daß Winter
rechten Moment schon das rechte Wort finden.
Von Tag zu Tag hoffte Rofi, daß die ungebetenen Gäste nun endlich wieder abreisen möchten; dann, wenn alles wieder im alten
Der stille Gelehrte fühlte erst jetzt, wie sehr es ihm zum Bedürfnisi geworden war, Rofi täglich zu sehen und m die geliebten Augen schauen zu können. Er nahm sich vor, bei der nächsten Gelegenheit die Entscheidung herbeizuführen.
Stundenlang durchwanderte er auch wieder den Wald, es trieb ihn hinaus, doch nirgends fand er Ruhe noch Rast.
Zusällig traf er einmal mit Röschen und deren Begleitern zusammen. Nur wenige Worte wurden gewechselt, doch seine Augen suchten mit innigem Blick diejenigen des jungen Mädchens. Sie hafteten an dem lieblich erglühenden Gesicht, an der ebenmäßigen, schlanken Gestalt, als wollten sie das herrliche Bild festhalten.
Winter bemerkte das wohl. Eine heftige Eifersucht loderte in dem leidenschaftlichen Manne empor. Er fühlte mit einem Male, daß ihm von dieser Sette Gefahr drohe, und beschloß zu handeln, ehe es zu spät war. Er theilte Böhler seine Beobachtungen und Entschlüffe mit, und der Freund versprach, ihn nach Möglichkeit unterstützen zu wollen.
Für den folgenden Tag wurde wiederum ein Ausflug geplant. Röschen weigerte sich jedoch mit großer Entschiedenheit, mitzugehen. Ob Tante Therese auch bat, ob Winter seine ganze Beredtsamkeit aufbot, das Mädchen blieb dabei, morgen zu Hause bleiben zu wollen. Heimlich mit den Zähnen knirschend, doch äußerlich liebenswürdig, versuchte auch Böhler, Rost umzustimmen, denn gerade morgen sollte, so war es ausgemacht, der große Sturm gewagt werden.
Geleise war, durfte sie auch daran denken, ihr Lieblingsplätzchen im Walde, das sie nun schon seit acht Tagen miffen mußte, wieder aufsuchen zu können.
h Der Kaiser von Rußland sollte angeblich Ende Mai ober Anfang Juni mit dem deutschen Kaiser in Danzig zusammentreffen bei Gelegenheit des Stapellaufes eines deutschen und eines russischen Kriegsschiffes. An unterrichteter Berliner Stelle ist davon nach einer übereinstimmenden Meldung mehrerer Blätter nichts bekannt. Man konnte sich das denken, denn über Reisen des Zaren gelangen niemals längere Zeit vor ihrer Ausführung genauere Nachrichten in die Orffentlichkeit.
S Il-ver die Aokdawpfschiffoeröiudung Mir Afrika ist dem Reichstage nunmehr der angekündigte Gesetzentwurf zugegangen. Danach sollen für diese Postdampfer Reichsunterstützungen bis zum Höchstbetrage von jährlich 1.350,000 Mk. gewährt werden. Der Gesetzentwurf enthält gleichzeitig genaue Bestimmungen über die Fahrgeschwindigkeit, die diese Dampfer haben müffen.
h Ileargymaafie« u«d Studium der Aeitkuude. Das preußische Staatsministerium sollte bekanntlich den Beschluß gefaßt haben, Abiturienten der Realgymnasien zum Studium der Heilkunde zuzulaffen. Von einem festen Beschlüsse konnte, wie in der,Fuld. Ztg/bereits heroorgehoben wurde, nicht die Rede sein; höchstens von einer grundsätzlichen Stellungnahme M dieser wichtigen Frage. Jetzt berichten noch außerdem die ,Berl. Reuest. Nachr.', daß es sich dabei gar nicht um die gegenwärtigen Realgymnasien handelt; es ist diese Zulassung nach dem genannten Blatte vielmehr nur in Aussicht genommen für die Zeit nach der Verbesserung des lateinischen Unterrichtes an den Realgymnasien bei gleichzeitigem Wegfall des griechischen Unterrichtes.
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Slawen die PrM teile 25 Pf.; W Wiederholungm wird entsprechen Rabatt gewShÄ
Run warf daS eigensinnige Mädchen den ganzen, schön ersonnenen Plan über den Haufen.
Ja wunderbarer Klarheit stieg die Sonne empor. Röschen gedachte, sich heute, wenn es nicht anders ging, aus dem Hause zu schleichen, um möglichst ungesehen die alte Stein bank zu erreichen, um sich eine kurze Stunde ungestört ihren süßen Träumereien hingeben zu können.
Bald nach dem Mittagessen entschlüpfte sie, durch den Garten gehend, dem Hause. Leichtfüßig eilte sie dahin über das welke Laub, das den Boden deckte. Noch nicht weit war sie gekommen, als plötzlich hinter ihr Schritte hörbar wurden, und sich umwendend gewahrte Röschen zu ihrem nicht geringen Schrecken, daß Winter ihr folgte. Schon von weitem klang seine Stimme in bittendem Ton: „Ach Fräulein Röschen, nehmen Sie mich doch mit, der Tag ist ja viel zu schön, als daß man ihn im Hause verbringen möchte. Ich bin ein großer Freund der Natur, bitte, bitte, warten Sie doch einen Augenblick."
Die Angeredete zögerte. Sollte sie umiehren ober weitergehen? Nach kurzem Besinnen entschloß sie sich zu dem letzteren, obwohl ihr die aufgedrungene Begleitung sehr lästig war. In ihrem Herzen stieg dir Hoffnung auf, daß vielleicht Dr. Malljar in der Nähe sei, und sich dann Gelegenheit bot, ein Wort, oder wenigstens einen Blick auszutauschen. In trotzigem Schweigen verharrend, setzte Röschen den Weg fort.
Winter überlegte, daß sich eine passendere Gelegenheit, von seiner Liebe zu sprechen, wohl nicht so schnell wieder bieten würde.
(Fortsetzung folgt.)
„Ach was, siehst Du denn nicht, daß die Alte bereits Feuer und Flamme für Dich ist. Du hast sie vollständig auf Deiner Seite, ich wette, sie ließe Dich überhaupt jetzt noch nicht fort." ...... .... «... «uo wluu vrx> „e=
In dieser Zeit ließ Winter aus der Stadt liebten Kindes, obwohl er sich eigentlich sagen verschiedene Stoffe zur Auswahl kommen und mußte, Röschen, seine stolze Blume, werde im geschenkte die überglückliche Försterin mit einem '' ""
geschmackvollen neuen Kleide. Wie gern hätte er auch Röschen ein Geschenk gemacht, doch er fürchtete, daß das stolze Mädchen nichts von ihm annehmen würde; so unterblieb es vorläufig noch.
Wenn er es einmal wagte, der Geliebte einen stehenden Blick zuzuwerfen, wandte sie entrüstet das Auge zu Boden und entfernte sich gleich Sanz. Winter stampfte oft zornig mit dem Fuße, wenn er mit Böhler allein war, weil dieser ihm
Geduld predigte, und die letztere I «uu;rugr m vir Hingegen» gemacht, oie
ständig a t man^te bem verliebten Manne voll- herrliche, reizvolle Spaziergänge und .Aussichts-
Deulschrs Reich.
Berlin, den 16. April.
© Vorarbeiten für die neuen Handelsverträge.
Vor einiger Zeit ist rnitgetheilt worden, daß nunmehr die Vernehmungen der Sachverständigen der einzelnen Gewerbszweige vor den verschiedenen Kommissionen des Wirthschaftlichen Ausschusses über das neue Zolltarifsschema im großen und ganzen zum Abschluffe gebracht worden sind. Nunmehr soll das erhaltene Material in den verschiedenen Reichsämtern zur weiteren Behandlung zusammen gestellt werden. Es wird dann eine Nachprüfung zu erfolgen haben durch die Gesammtheit des Wirthschaftlichen Ausschuffes, und nachher kann ein vorläufiger Entwurf für die Vertreter der verbündeten Regierungen im Bundesrathe ausgearb-ilel werden. Es ist also nicht unmöglich, daß innerhalb eines Jahres auch der Reichstag sich mit der Sache zu befassen haben wird.
Diese Vorbereitungen für die neuen Handelsverträge bilden ein gewaltiges Stück Arbeit. Zu- nächst handelt es sich freilich nur um das Schema eines neuen Zolltarife^. Aber es ist klar, daß ein sehr großer Theil dieser Vorar- beiten gleichzeitig dazu bestimmt ist, den Grund zu legen für die Äeurtheilung der zukünftigen Zollpolitik, also für den Aufbau des eigentlichen Zolltarifes, d. h. ber Zölle, die zum Schutze aller der Gegenstände der heimischen Erzeugung an den Grenzen des deutschen Reiches von den eingeführten Waaren erhoben werden sollen.
jfKfeMüexSfeRäCi: spalt. Sotwafe.
einen sogenannten Maximaltarif festzusetzen, sondern von vorn herein zur Herabsetzung der wichtigsten Zölle gegenüber den Vertragsstaaten sich verstand. Jetzt scheint man geneigt zu sein, einen Doppeltarif mit Maximal- und Minimalsätzen, also einen Tarif mit höchsten und niedrigsten Zollsätzen einzuführen. In einem halbamtlichen Organ wurde vor einigen Tagen angekündigt, daß die Reichsregierung dazu bereit sei, namentlich zu dem Zwecke, damit „alle Erwerbszweige sich bei den Handelsvertragsverhandlungen dem sicheren Gefühle hingeben können, daß ein gewisser Schutz ihnen auf alle Fälle gemahn bleiben muß, und daß unter dieser Grenze ihre Interessen nicht zur Erreichung von Zugeständnissen auf anderen Gebieten geopfert werden können." Der Minimaltarif würde dann angewandt werden gegenüber der Einfuhr aus denjenigen Staaten, die einen Handelsvertrag mit uns ab schließen; diesen also würden die niedigeren Zollsätze von uns zugestanden werden. Der Maximaltarif mit seinen höheren Zöllen würde in Kraft treten gegen die anderen Länder, mit denen wir uns nicht über einen Handelsvertrag würden einigen können. Auf diese Weise kann bei anderen Staaten der Wunsch hervorgerufen oder aber verstärkt werden, einen guten Handelsvertrag mit uns zu vereinbaren.
Italien «eE nnh ®*nu- l 7' x Mf« Irauz Joseph wird nach dem ÄnA b J « Schweiz unb ebenso bis jetzt ausgearbeiteten - Reiseplane bereits
e?» «i8--«-». d-n 4. Mai früh morgens in Berlin ®e.re. m »»n-r -----r<-^- 1 eintreffen und bis Sonntag, den 6. Mai Abends
in Berlin verweilen, lieber die Znteintheilung in Berlin sind noch keine festen Bestimmungen getroffen.
Das Glückskind.
Erzählung von Irene von Hellmuth. 31 ------ Nachdruck verboten.
+ Heber die Krvschaftssteuer findet man sehr lehrreiche Aufschlüffe in dem,Handwörterbuche der Staatswissenschaften', und zwar in dem kürzlich erschienenen dritten Bande derselben in Gestalt einer Abhandlung aus ber Feder des Professors Dr. Schanz in Würzburg. Berechnet man die gezahlte Erbschaftssteuer nach dem Durchschnitte auf den Kopf der Bevölkerung in den Jahren von 1894—1896, so findet man, daß diese Steuer nur noch in Norwegen niedriger als in Deutschland ist. Nach diesem Durchschnitte entfallen beispielsweise jährlich auf den Kopf der Bevölkerung in Großbritannien und Irland 6,60 Mk., Holland 4,22 Mk., Frankreich 3,95 Mk., Schweiz 87 Pfg., Oesterreich 80 Pfg., Ungarn 49 Pfg, Deutschland 42 Pfg. und Norwegen 30 Pfg. Bon Interesse ist namentlich auch das Verhältniß, in dem die gezahlte Erbschaftssteuer , u der Gesammtsumme der gezahlten direkten Steuern steht. Dieses Verhältniß stellt sich in Großbritannien und Irland 1:1,4, in Frankreich und Belgien 1:2,5, in Oesterreich 1:9,6. In den verschiedenen deutschen Bundesstaaten slbst ist dieses Verhältniß sehr verschieden. Es >eträgt z. B. für Bayern 1:13,7, in Baden 1: 14,0, in Preußen 1:16,4, in Württemberg : 18,9, in Elsaß - Lothringen dagegen, wo eine Heranziehung der Direkten Linie und auch der erbenden Ehegatten zur Erbschaftssteuer bereits besteht, schon 1:3,6. Würde in allen deutschen Bundesstaaten eine Erbschaftssteuer nach betn Muster derjenigen eingeführt, die in Elsaß-Lothrin-
und zum großen Theil darin hat man den Grund
dafür zu erblicken, daß die bestehenden Handels- ,____________.. vv.._tllvt„
Derträge vielfach Klage gaben bei der Landwirth- Gegensätze verschärfen wolle, um auf jeden schäft und bei der Industrie, durchaus nicht nur Fall einen neuen erbitterten Jntereflenkarnpf bei der Landwirthschaft, wie nochmals ausdrücklich L ----------r
hervorgehoben sei.
Die große Frage ist nun die, nach welchen leitenden Grundsätzen der künftige Zolltarif gestaltet werden soll. Bei dem Abschluffe der Handelsverträge, wie sie jetzt noch bestehen zwischen Deutschland auf der einen und Oesterreich,
V gSerttn, 15. April. Zu den Reisedispo- itionen des Kaisers verlautet, daß der Monarch am 29. d. M. in Karlsruhe erwartet wird. Dann wird der Kaiser einer Einladung des Fürsten Max Egon zu Fürstenberg zur Auerhahnjagd Folge leisten. Der Monarch gedenkt am 29. bis Hornb erg zu ahren und sich dort mit dem fürstlichen Hofwagen zur Anechahnjagd auf die Benz-Ebene zu begeben. Am 80. d. M. wird der Kaiser voraussichtlich in Donau- schingen, der Residenz des Fürsten zu Fürstenberg, eintreffen, um dort an den Hofjagden Theil zu nehmen. Bei dieser Gelegenheit wird der Monarch auch die alte zerfallene Stammburg Fürstenberg bestchtigen, die etwa eine Stunde von Donaueschingen entfeint liegt. Die Rückreise des Kaisers nach Berlin wird um 1. Mai erfolgen. — Am 18. d. M., Mittags 12 Uhr findet im Ritterfaale des hiesigen königl. Schlosses im Beisein des Kaiferpaares die Nagelung und Weihe der dem Garde-Fußartillerie-Regiment und den Fußartillerie- Regimentern Nr. 1—8, 14 und 15 zu verleihenden neuen, bezw. erneuerten Fahnen statt. Jedes Fußartillerieregimentsoll nämlichnach der Kabinetsordre des Kaisers vom 7. Januar eine Fahne erhalten. Die Weihe und Nagelung dieser Fahnen soll am Tage von Düppel, am 18. April stattfinden. — Dem kaiserlichen Gouverneur von Kamerun und Generalkonsul deS Deutschen Reiches für b>'e fremden Besitzungen an der Westküste von Afrika, Frhrn. von Puttkamer, ist von der Regierung der französischen Republik das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion verliehen worden. — Gerüchte Mer die Entsendung deutscher Heeresorganisatoren und Militärinstrukteure nach Griechenland werden von den hiesigen .Reuest. Nachr/ dahin richtig gestellt, daß an hiesige maßgebende Stellen bisher griechischerseits überhaupt keinerlei diesbezügliche Anregung gelangt ist. Wenig wahrscheinlich
scheint täglich, M fk.
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mit Nnterkaümrgs Anlage „Muffrirte Soimiags-Inümg^ "ä.
Gitin.