27. Jahrgang.
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Iuköa, Samstag, den 14. April 1900.
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Seile oder der« Raum 15 Pf., M Namen die PetiL »eil, 25 Pf.; 5s' Wiederholungen wird entsprechen) Rabatt gewährt
Iono« und Feier« •Äat. Kiertrljährl. z»z«,»pr»i» chne Bringerlohn «nd Bestellgeld in Zalda und ou8» Ärtr1M.bVPs.
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2. ßritf mo her Wck««,ßMz 1900.
Von unserem Spezialkorrespondenten.
(Nachdruck verboten.) Q Paris, 11. April.
Größe der Ausstellung.
Jede neue Ausstellung sucht die voraufgegangenen an Größe zu Übertreffen. Der ersten Weltausstellung in Paris im Jahre 1855 stand ein Flächenraum von 168,000 qm zur Verfügung, wovon etwa 120,000 bebaut waren. Die diesjährige umfaßt ein Oval von 1,080,000 qm, darunter 460,000 qm bebauter Fläche. Da kann es denn nicht Wunder nehmen, daß schon wegen der Platzfrage allein nur wenige Städte für die Aufnahme einer Weltausstellung geeignet sind. Auch Paris hat seine liebe Noth gehabt, ein einigermaßen zusammenhängendes Gelände bereit zu stellen, und fast hat es den Anschein, als sei auch hier die äußerste Grenze der Leistungsfähigkeit diesmal erreicht. Vollständig bebaute Straßen umschließen alle Theile des Ausstellungsgebietes und verhindern jede weitere Ausdehnung desselben. Man muß das Geschick bewundern, mit welchem die verschiedenen, mitten in der Stadt verfügbaren Plätze und Wege zu einem wenigstens ziemlich zusammenhängenden Gebäude vereinigt worden sind.
Das Marsfeld.
Da ist zunächst das alte historische Ausstellungsgebiet, das am linken Ufer der Seine gelegene Marsfeld mit dem noch von der 1889er Ausstellung stammenden, 300 m hoch emporragenden Eiffel- thurm. Von früher her ist auch noch die alte Maschinenhalle geblieben, welche in ihrem heutigen Ausbau der Landwirthschaft und der damit zusammenhängenden Nahrungsmittelindustrie dient.
Der Mittelpunkt dieses Gebäudes bildet die Festhalle, welche 25,000 Personen faßt und in welcher der feierliche Akt der Eröffnung der Ausstellung in wenigen Tagen vor sich gehen soll. Es ist ein großer, enorm hoher Kuppelbau, mit farbigem Oberlicht, reich ausgestattet mit architektonischem und bildhauerischem Schmuck, mit Deckengemälden und Wandmalereien. Rund herum ziehen sich Tribünen, nach hinten aufsteigend und zur Aufnahme der Festgäste bestimmt. Diese Halle muß selbstverständlich am Eröffnungstage in vollem Schmucke prangen und daher unbedingt fertig gestellt werden. Aber heute noch stehen die Gerüste von unten bis zu dem Scheitelpunkte der Kuppel und rund herum die Wände entlang, noch sind die Gemälde nicht aufgebracht, die Figuren nicht aufgestellt, der Fußboden und die Tribünen nicht fertig. Tag und Nacht wird gearbeitet, denn die Halle muß fertig werden und darum wird sie auch fertig sein.
Vorn gliedert sich an die alte Maschinenhalle ein mächtiger Bau, welcher mit ihr zu einem einheitlichen Ganzen vereinigt erscheint und mit zwei gewaltigen Flügelbauten bis zum Eiffelthurm hin das Marsfeld hufeisenartig umspannt. Es ist das Haupt-Jndustriegebäude, welches die Ausstellungen in Bergbau und Hüttenwesen, Maschinen- Jndustrie und Elektrotechnik, Textil- und chemische Industrie, Jngenieurwesen und Transportmittel umfaßt und gleichzeitig Wiffenschaft und Unterrichtswesen aufnimmt.
Der Trocadero.
Die Längsachse des Mars selbes führt in gerader Richtung über die Seine hinweg zu dem zweiten Ausstellungsgebäude, dem Trocadero- palast und seiner Umgebung. Hier sind fast alle französischen Kolo nie en vertreten. Auch die Missionen haben hier ein Heim gefunden. Daran reihen sich die schmucken Bauten des asiatischen Rußland, China's, Japan's, Egypteu's und anderer Staaten und Kolonieen. Besonderes Interesse wird es erregen, daß auch Transvaal hier vertreten ist und zwar mit zwei Bauten, einem schönen Staatsgebäude und einer einfachen Burenfarm. Bei der allgemeinen Theilnahme für das kleine tapfere Burenvolk wird dieser Theil der Ausstellung sicherlich eine große Anziehungskraft 'auf die Besucher ausüben.
Das linke Seine-Ufer.
Auf dem linken Seine-Ufer hat man einen Theil der Uferstraße Quai d'Orsay in die Ausstellung einbezogen und dadurch einen Zusammenhang des Trccadero mit der Esplanade des Invalides hergestellt. Tie Verbindung führt den Namen „Rue des Nations", denn an ihr liegen die Gebäude aller nennenswerthen Staaten, welche auf der Ausstellung vertreten sind. Als ^sonders bemerkenswerth seien genannt, in der Reihenfolge wie sie liegen, die Gebäude oder uchtiger Paläste von Rumänien, Serbien, Griechen
land, Bulgarien, Schweden, Spanien, Deutschland, Belgien, England, Oesterreich-Ungarn, Vereinigte Staaten, Türkei, Italien. Auf die hauptsächlichsten werden wir noch zu sprechen kommen.
Die Esplanade des Invalides.
Die Esplanade des Invalides stößt ebenso wie das Marsfeld senkrecht auf die Seine und erstreckt sich bis zum Jnvalidenhause. In der Mitte läuft eine mit Anlagen geschmückte 50 Meter breite Straße, welche zwei über die ganze Länge der Esplanade reichende Bauten von einander trennt. Diese ganz harmonisch ausgeführten Paläste gehören zu den schönsten der ganzen Ausstellung. Das eine der Gebäude haben die Franzosen für sich selbst reservirt, das andere ist von den fremden Nationen besetzt. Hier befinden sich Glas und Tapeten, Möbelindustrie und dekorative Gewerbe, keramische Industrie, Uhrmacherei und Goldschmiedekunst, Gummi- und Guttaperchawaaren.
Das rechte Seine-Ufer und die Champs Elysees.
Eine prachtvolle neue Brücke, nach Kaiser Alexander III. von Rußland benannt, führt uns wieder auf das rechte Ufer in das Gebiet der Champs Elysees. Auch dieser Theil hat eine breite Verbindungsstraße zum Trocadero und damit zum Marsfelde erhalten. An dieser Ufer» straße liegt „Alt-Paris" mit einer Wiedergabe einer Reihe architektonisch oder historisch bemerkenswerther Bauten, auch solcher, welche längst vom Erdboden verschwunden sind. Auf Alt-Paris folgt das Palais zur Abhaltung von Weltkongressen aller Art, deren schon 130 angemeldet sind, dann das Gebäude der Stadt Paris und im Anschluß daran führt der Rue de Paris genannte Theil des Verbindungsweges zu dem bereits erwähnten Ausstellungsgebiete der Champs Elysees. Hierbefinden sich das großeund das kleine Palats, beide den schönen Künsten gewidmet. Mit diesem Gebiete nähert sich die Ausstellung am weitesten dem Mittelpunkte des Pariser Lebens, den großen Boulevards, denn sie mündet hier in die große schöne Place de la Concorde. An diesem Platze befindet sich denn auch der Haupteingang der Ausstellung, ein schöner, großer Monumentalbau. Er gibt dem Besucher, der von den großen Boulevards kommt, und das sind die Fremden wohl alle, den ersten großartigen Eindruck von der Ausstellung.
Und alle diese Herrlichkeit wird am Ostersonntage dem Publikum eröffnet werden, nachdem schon Tags zuvor der Präsident der Republik die feierliche Eröffnung vollzogen haben wird. Doch darüber später.
Was ist das?
Bom Vater hab' ich die Statur, Des Lebens ernstes Führen;
Vom Mütterchen die Frohnatur, Und Lust zu fabuliren.
Goethe.
Fahre ich da kürzlich mit der Bahn in meine alte Heimath, die ich lange nicht mehr gesehen hatte. Pustend und schnaubend führt mich das Dampfroß durch die niederschlesische Haide. Niederer Kieferwald, unterbrochen von Birkengesträuch, sumpfige und moorige Waldwiesen, auf einer Lichtung einige niedere strohgedeckte Hütten mit Queckenfirsten, dazwischen dürftige Kartoffel- und Roggenfelder, das sind die landschaftlichen Schönheiten, an denen das Auge sich bald müde sieht. Mir gegenüber fitzt, in die Reisedecke gehüllt, auf seinen Musterkoffer gelehnt, in einem roth eingebundenen Reisehandbuche lesend, ein Jünger Merkurs, und in der andern Ecke des Wagens hat sich ein Elternpaar häuslich eingerichtet. Das fünfjährige Bübchen dieses Ehepaares, ein dicker, draller Junge, lutscht schläfrig an einem großen Stück Malzbonbon. Wohl zwet- bis dreimal hat der Junge den Versuch gemacht, mit einer Frage an seine Mutter sich zu wenden. „Sei still, Maxell" und „Ich weiß nicht" und „Ach Kind, was Du einen quälst", das sind die jurückweisenden Antworten der Mama.
Eine Zeit lang schaut der Junge mit müden Augen zum Fenster hinaus; dann lehnt er sich an den Arm des Vaters und schläft ein.
Armer Junge, denke ich, wenn das Deine bequeme Mama immer macht, wo soll da ein wenig geistige Regsamkeit Herkommen. Dein bischen Gehirn muß ja eintrocken. Armer Junge! Armer Lehrer! Wieviel Mühe wird es Dir machen, ehe Du die gewiß nicht fehlenden geistigen Fähigkeiten dieses Knaben wecken wirst! Mit diesen Gedanken neige auch ich das müde Haupt und---„H ... dorf! Alles aussteigen!"
ertönt die Stimme des Schaffners. Schleunigst ergreife ich meine wenigen Habseligkeiten; denn schon sehe ich auf der anderen Seite des Bahnhofes den Zug halten, der mich weiter meinem
Ziele entgegenführen soll. Eine ziemlich leere Wagenabtheilung nimmt mich auf. Kaum habe ich mein Gepäck an Ort und Stelle gebracht, so fetzt sich auch der Zug schon keuchend in Bewegung.
Erst jetzt sehe ich meine neuen Reisegefährten an. — Ach Gott, da ist ja wieder ein Ehepaar mit einem Kinde. Wirst Du Dich hier wieder müssen über den Unverstand einer geistlosen Mutter ärgern? Mit dieser stillen Frage wende ich mich resignirt zum Fenster und fange an, die Telegraphendrähte zu zählen.
Doch horch! Was ist das für ein Plappermaul? „Mama, was ist denn das?" — „Das ist eine Kiefer." — „Warum denn?" — „Sieh nur, sie hat Nadeln, der Kirschbaum unter unferm Fenster hat doch Blätter." — Mama, was ist denn das?" — „Das ist eine Birke." — „Warum denn?" — „Weil sie weiße Rinde hat." — „Warum hat sie denn weiße Rinde?" — „Die hat der liebe Gott so wachsen lassen." — „Was sind denn das?" — „Das sind Telegraphenstangen." — „Hat die der liebe Gott auch wachsen lassen?" — „Nein mein Kind, an diese Stelle haben fleißige Arbeiter sie eingegraben. — „Warum denn?" — „Damit man die Drähte dort oben aufhängen kann."
So ging das „Was ist das?" und „Warum denn?" weiter, und während die junge Frau dann und wann ein freundliches Wort mit ihrem Gatten wechselte, wurde sie nicht müde, die immer wieder aus's Neue auftauchenden Fragen ihres Kindes zu beantworten.
„Aber verehrte Frau", so mischte ich mich in das Gespräch des glücklichen Kleeblattes, „geht Ihnen nicht einmal die Geduld aus, die oft recht schweren Fragen ihres, wie es scheint, recht gut beanlagten Knaben zu beantworten?"
„O ja", war ihre freundliche Antwort. „Jedoch würde ich mich an meinem Kinde versündigen, wollte ich die geistigen Fähigkeiten des Knaben im Entstehen und Erwachen unterdrücken, und das würde geschehen, wenn in den sich in Fragen zeigenden Wissensdrang des Kindes nicht befriedigen ober gar zurückweisen wollte. Ich habe Gelegenheit gehabt, (mein Bruder ist Lehrei) die kleinen ABC-Schützen an den ersten Schultagen zu beobachten. Wie stumpfsinnig sitzen manche Kinder da, und wie offenherzig, wie leicht zugänglich sind wieder andere. Das liegt nicht immer an der Begabung des Kindes, sondern vielfach an der ersten Erziehung, an dem Umgänge der Mutter mit dem Kinde. Wie. gar manche Mutter versäumt es, theils aus Bequemlichkeit, theils aus Unkenntniß, sich in einen geistigen Verkehr mit ihrem Kinde zu setzen und erstickt die sich entwickelnden geistigen Fähigkeiten im Keime. Ich halte es für die ernste Pflicht einer jeden Mutter, für die geistige Entwickelung ihres Kindes ebenso zu sorgen wie für das leibliche."
„Wie verhalten Sie sich aber Fragen des Kindes gegenüber, die Sie ihm nicht beantworten können, oder deren Beantwortung über dem geistigen Horizonte des Kindes liegt?"
„Bei solchen Fragen sage ich: Mein Kind, das weiß ich selber nicht, oder: Das kann ich Dir erst sagen, wenn Du wirst größer sein, oder: Das wird Dir der Lehrer erklären, wenn Du wirst in die Schule gehen; aber ich hüte mich )avor, dem Kinde unwahre oder falsche Antworten zu geben. Ich würde es dadurch zur Lüge erziehen und in den Augen des Kindes selbst ein Lügner fein, denn früher oder später wird das Kind lennoch das Unwahre oder Falsche erkennen. Mein Wort aber muß meinen Kindern heilig sein."
„Mir ganz aus der Seele gesprochen," erwiderte ich. „Mein Herr," so wandte ich mich an den freundlichen Gatten, „Sie besitzen in Ihrer verehrten Frau Gemahlin einen Edelstein."
Der Zug hielt. Ich war am Ziele.
Der glückliche Vater drückte mir mit freundlichem kacheln die Hand zum Abschiede und fröhlich küßte ec seinen jauchzenden Knaben.
Vermischtes.
* Amsterdam, 12. April. Der Jansenismus in Holland, ein Stiefbruder des Altkatholizismus, zählte zu Anfang 1900 im Ganzen 26 Gemeinden mit zusammen 7800 Seelen und 4044 Kommunikanten. Die kleinste Gemeinde ist Schoonhoven mit 21 bezw. 9, die größte Egmond aan Zee mit 1680 Seelen und 925 Kommunikanten. Zur obigen Zahl der Jansenisten treten noch die Gemeinde zu Nordstrand mit 50 und die zu Paris mit 270 Seelen, so daß die Gesammtzahl knapp über 8000 Seelen beträgt. Und dafür existirt ein „Erzbischof", zwei „Bischöfe" und ein „Kapitel"! Wie manche ein« z-lne Gemeinde zählt mehr als 8000 Seelen!
(*) Kleine Nachrichten. Essen. Den Hauptgewinn der Marienburger Lotterie in Höhr von 60,000 Mk. hat ein hiesiger Bergmann gewonnen. — Berlin. Die 73 Jahre alte unverheirathete Lehrerin Johanne Medenwaldt wurde am 12. April Nachmittags in ihrer, im Hause Birkenstraße 42 eine Treppe hoch gelegenen Wohnung, durch Messerstiche ermordet aufgefunden. Fräulein Medenwaldt war eine wegen ihrer
Absonderlichkeiten bekannte Persönlichkeit; sie war mild- thätig und von ganz besonderer Vertrauensseligkeit. — Berlin. Neuerdings haben hier wieder mehrere Duelle stattgefunden, ein Duell zwischen einem Studirenden des Bergbaues und einem Architekten, das unblutig verlief, ein Pistolenduell zwischen einem Mediziner und einem Studenten des Baufaches aus Charlottenburg, das ebenfalls unblutig verlief, und zwei Säbelduelle, bei denen die Betheiligten leicht verletzt wurden. Schließlich soll auch noch ein Damenduell stattgefuaden haben, bei dem sich oie Duellantinnen des Florels bedienien. Eine der bethetligten Damen erhielt einen Stich in die linke Hüfte. Ter Grund war natürlich eine Liebesgeschichte. — Leipzig. Die Strafkammer verurtheilte den Schuhmacher Hasemann, welcher in der Zeit von Juli bis Dezember vorigen Jahres fortgesetzt auf den Straßen Attentate mit Schwefelsäure anjFrauen verübte und eine Frau durch Schwefelsäure tödtlich verletzte, zu fünf Jahren Zuchthaus und 5Jahren Ehrverlust. — Bremen. Der von Düsseldorf mit der Kasse des dortigen Darnpf- kesfelrevifionsvereins flüchtige Kasstrer Wilhelm Listig wurde hier verhaftet. 11,400 Mk. wurden noch im Besitze des Defraudanten vorgefunden. — Prag. Bis jetzt sind in Klappai 52 Häuser etngestürzt. Biele andere sind bedroht; der größere Theil des Ortes scheint verloren. — Oedenburg. Der Dammbruch bei Urai-Ujfalu konnte bisher nicht verstopft werden. Die Ortschaften Barbacs, Maglocsa und Acsalag sowie etwa 20,000 Joch Acker sind überschwemmt. — Athen. Bei der Explosion auf einem Torpedoboote wurden nach weiteren Nachrichten der Kommandant Christo- manos und ein Matrose des in Folge einer Kefsel- exploston gesunkenen Torpedobootes getödtet, 5 Mann wurden verwundet, 5 wurden vermißt, 5 find gerettet. — LH wen. Ein hiesiger Gastwirth hatte dieser Tage das große Loos der Aachener Geldlotterie gewonnen. Er betrank sich nun mit seinen guten Freunden mehrere Tage derartig, daß er als völlig wahnsinnig nach der Brieger Irrenanstalt gebracht werden mußte. — Paris. Die Akademie der Medizin hat Professor Röntgen als auswärtiges Mitglied gewählt. — Mit der Ablieferung der Güter auf dem Ausstellungsplatz in Paris hapert es bedenklich. Der ,Statin' berichte!, daß auf den Pariser Bahnhöfen seit mehreren Tagen 1100 mit Ausstellungsgegenständen beladene Wagen stehen, da die nach der Ausstellung führenden Linien unzureichend sind. Die Verlegenheit der Eisenbahn- Gesellschaften wurde noch durch den Befehl des Direktors der Ausstellung vermehrt, daß vom 11. bis zum 18. April keinerlei Wagen auf dem Ausstellungsplatz zugelassen würden. Die Eisenbahn - Gesellschaften, die ihr rollendes Material dringend gebrauchen, erheben ebenso wie die Aussteller Beschwerde. . "usai&ä
Auszug aus den Registern des StandesamtsFM»
vom. 6. bis 12. April 1900.
Anfgevote.
9. April. Friseur und Perrückenmacher Johann Karl Kiehl von hier und Therese Bichl aus München.
Hestnrk««.
5. April. Karl Ambrosius, S. des Wagners Johann Joseph Schäfer. 6. Eduard Rudolph Gottfried, S. des Kaufmannes Karl Theodor Joseph Zwenger. 7. Auguste Benjamine, T. des Eisenbahn-Zugführers Melchior Adalbert Reith. 7. Hermine Katharina, T. des Kauf, mannes Johann Bardo Alexander Zimmer. 8. Ludwig Aloysius, S. des Gärtnergehilfen Fridolin Wehner. 8. Emilie Katharina, T. des Handelsmannes Philipp Joseph Hofmann. 9. Sighard, S. des Bankiers Salomon Bacharach. 9. Anna Katharina, T. des Fabrikarbeiters Adam Joseph Trapp. 11. Friedrich Karl, S. des Schreiners Johann Adam Hofmann.
SkervefLKe.
5. April. Dienstmagd Anna Röder, 24 I. 6 M. 18 T. 5. Musikus August Ernst von Wissels, 85 I. 5 M. 28 T. 7 Fuhrmann Quinibert Reith von Kohlhaus, 77 I. 10 M. 21 T. 7. Ziegeleiarbeiter Peter Heinrich Möller von Rönshausen, 22 I. 4 M. 10 T. 8. Maria Franziska, geb. Rippert, Ehefrau des Fuhrmannes Karlmann Hillenbrand, 45 I. 11 M. 25 T. 8. Schuhmacher Johann Adam Jahn, 60 I. 27 T. 9. Erdarbeiter Friedrich Wilhelm Otto Möbes,38 J.7M. 14 T. 10. Gastwirths-Witwe, Rentnerin Maria Anna Katharina Rosalia Reichard, geb. Kramer, 64 I. 7 M. 8 T. 11. Dienstmanns-Witwe Margaretha Näher, geb. Waider, 64 I. 11 M. 28 T. 11. Gymnastal-Oberlehrer a. D. Professor Dr theol. et phil. Anton Bölke, 70 I. 2 M. 18 T. 11. Dienstmagd Emma Leinhos von Trätzhof, 25 I. 7 M. 17 T.
Gottesdienstordnung in Fulda.
Sonntag, 15. April. (Ostersonntag) Dom. 5, 6 6’/« und 7l/i Uhr heil. Messen, 8 Uhr Kindergottes' dienst, 9 Uhr Bischöfl. Hochamt mit Predigt und Päpstlichem Segen mit vollkommenem Ablaß (wegen des Jubiläumsjahres nur den Verstorbenen zuwendbar), 12 Uhr hl. Messe, 1‘/» Uhr Andacht, 4 Ubr Bischöfl. Vesper. — Stadtpsarrkirche. 5 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe mit Predigt und Kommunion der Schulkinder, 9'/s Uhr Hoch» amt mit Diakonium und Ciwrgesang, 2 Uhr Feftpredigt und Andacht — Michariskttchr. 10 Uhr Hochamt. — Pfarrkirche?um hl. Geiste. 8 Uhr Hochamr mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — Irauenbrrg. 5,1/27 und 8 Uhr hl. Messen, 9 Uhr feiert Amt mit sakram. Segen, 2 Uhr Festpredigt und Andacht mit Umgang für die seraph. Bruderschaft, darnach Gelegenheit zum Beichten.
Montag, 16. Avril. (Ostermontag.) Dom 5, 6, 63lt und 712 Uhr hl. Messen, 9 Uhr Hochamt mit Predigt, 12 Uhr hl. Messe, l1/» Uhr Andacht, 4 Uhr Abend - Andacht, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. — HladtpfarrKirche. 5 Uhr hl. Messe mit Predigt, 6 Ubr hl. Messe und Kommunion des Müttervereins, 7 Uhr heil. Messe, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 9", Uhr Hochamt u. Predigt, 2 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterverein, 3 Uhr Andacht. — Älichaelskirchr. 10 Uhr Hochamt. — Pfarrkirche mm hl.' Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — »odalttät. */a!0 Uhr. — Frauenberg. 5 und 'h7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr Brueerschaftsmesse, 9 Uhr feierliches Amt, 11 Uhr feiert, jährliche Erneuerung der heiligen Profession für die Mitglieder des 1. und 3. Ordens, 2 Uhr Predigt und Andacht mit Prozession für die Antonius- Bruderschaft.