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Gottesdienstordnung in Fulda.

Charfreitaq. Dom. 6 Uhr Aussetzung des Allerhl. im hl. Grabe, 8 Uhr Anfang des Gottesdienstes, 4 Uhr Matutin, darnach Andacht vor dem hl. Grabe. — Ktadt- pfarrkirche. Beginn des Gottesdienstes 7- - Uhr, Abends 6 Uhr Andacht. — Michaeli Kirche. S>/, Uhr Abends Andacht. — Pfarrkirche jum hl. Brille. 7 Uhr Morgen- u»d 8 Uhr Abendandacht. — Srvrrikirchr. 6 Uhr Abend- Andacht. — Frauenberg. 5 Uhr öffentliche Betstunde, 6'/, Uhr Beginn des liturgischen Gottesdienstes, gegen 8 Uhr Kreuzwegandacht und Predigt (bei günstigem Wetter auf dem Kalvarienberge), gegen 10 Uhr Prozession zum Besuch der hl. Gräber in der Stadt, 2 Uhr Kreuz­wegandacht, 4'/, Uhr feierliche Metten, 6 Uhr öffentliche Betstunde.

CH ar sa ms tag. Dom. 6 Uhr Aussetzung des Allerheiligsten im hl. Grabe, 8 Uhr Anfang des Gottes­dienstes, dann Prozeflion mit dem Allerhl. aus dem hl. Grabe. — Stadtpfarrkirche. 7 Uhr Beginn des Gottes­dienstes. - Micharlskirchr. 6 Uhr Beginn der Bene- dlktwn, 7V« Uhr Hochamt. — Pfarrkirche jutn hl. Grille. 7 Uhr Beginn des Gottesd enstes. — Frauenberg. 5 Uhr Morgens öffentliche Betstunde vor dem hl. Grabe, 7 Uhr Beginn der hl. Zeremonien (Weihe des Feuers und der Osterkerze, die 12 Prophezeiungen und Allerheiligen­litanei), gegen Uhr feierliches Amt.

GvangelischerGottesdienst. Freitag, 13 April. (Charfreitag.) Vormittags 9l/i Uhr: Herr Pfarrer Ruhl. Nachmittags 2 Uhr: Herr Superintendent Schäfer. (Beichte.)

JuLöcr, Donnerstag, den 12. April 1900.

27. Jahrgang.

Römische Briefe.

Vermischtes.

£ Dauer der Arbeitszeit

Literarisches

Derselbe Admiral Dewey will sich nun um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten bewerben, als der Mann der Demokraten und also als der Gegner des gegenwärtigen Präsidenten Mac Kinley. Ohne Zweifel ist das für Herrn Mac Kinley eine gefährliche Gegnerschaft. Aber diese Gegnerschaft würde ohne Zweifel noch gefährlicher gewesen sein, wenn Herr Dewey schon früher diese Kandidatur angenommen hätte, damals, als er als der „Sieger von Cavite" von seinen Freunden im Triumphe im Lande umhergeführt wurde. Schon damals ist ihm die Kandidatur angeboten worden; aber damals hatte Herr Dewey keine Lust dazu sie anzunehmen, er wollte überhaupt nicht Politiker werden. Admiral Dewey wollte Soldat bleiben. Aber Herr Mac Kinley hat die Gefährlichkeit dieses Mannes alsbald erkannt, und deswegen hat er dafür gesorgt, daß Herr Dewey keine Gelegenheit I bekommen hat, neue Blätter seinem Nuhmeskranze hinzuzusügen. Er hat den Nebenbuhler „kalt ge­stellt"^ Aber gerade diese Kaltstellung hat augen­scheinlich in Herrn Dewey die Umwandlung seiner Anschauungen über das, was er zu thun und zu lassen habe, zu Wege gebracht. Der gekränkte Ehrgeiz, der im politischen Leben aller Zeiten eine so große Rolle zu spielen pflegt, hat auch in Herrn Dewey seine Wirkung nicht verfehlt. Die politi­schen Freunde haben das Uebrige gethan, und nun hat Admiral Dewey den bestimmten Entschluß kundgegebeu, bei der Neuwahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten als Gegner Mac Kinley's aufzutreten.

Die Arbeitskraft ist das einzige Gut, welches dem Arbeiter zur Befriedigung der Lebensbedürf­nisse zur Verfügung steht; deshalb ist es um so wichtiger, daß dieses Gut im wirthschaftlichen Leben möglichst ausgenutzt wird, ohne jedoch in seinem Bestände geschädigt oder gar vernichtet zu werden. Von den Gefahren, die der Arbeits­kraft der Arbeiter drohen, find zu nennen: einmal die Arbeit in gesundheitsschädlichen Räumen und an ungeschützten Maschinen, andererseits eine zu lange Arbeitszeit; beide können auch noch | zusammentreffen. Eine genaue Arbeitsstatistik, deren Schaffung Aufgabe eines in Deutschland noch zu errichtenden Arbeitsamtes wäre, besitzen wir nicht.

Deshalb ist es sehr dankenswerth, daß die I bayerische Regierung inrichtiger Erkenntniß der großen Bedeutung der Arbeitsdauer für das gesundheitliche, wirthschaftliche und geistige Leben der Arbeiterklaffe für das Jahr 1899 eine Er­mittelung der normalen effektiven Arbeitszeiten (d. h. Arbeitszeit nach Abzug der Pausen) der Arbeiter über 16 Jahren in sämmtlichen Fabriken Bayerns durch die Gewerbeaufsichtsbeamten an­stellen ließ. Nach diesen Ermittelungen betrug die Arbeitszeit bei 1 pCt. aller Betriebe mit 1 pCt. aller Arbeiter 9 Stunden, bei 12,9 pCt. mit 14,7 pCt. aller Arbeiter 9—10, bei 35,0 pCt. mit 49,1 pCt. aller Arbeiter 10—11, bei 27,7 pCt. mit 28,8 pCt. aller Arbeiter 11—12, und bei 23,4 pCt. aller Betriebe mit 8,4 pCt. aller Arbeiter 12 Stunden und darüber. Die relative Mehrzahl der Betriebe und Arbeiter fällt mithin unter die 10—11-stündige Arbeitszeit.

Die einzelnen Berichte weisen eine größere Reihe von Gewerben auf, welchen es gelungen ist, an einzelnen Orten Arbeitsverkürzungen durchzusetzen. Die kürzeste Arbeitszeit ist am weitesten in den graphischen-, Maschinen-, Me- tallindustriee und in der Bau- und Möbel­schreinerei, während die längsten Arbeits­schichten in den Sägewerken, Brauereien, Ziege- leien und Textilfabriken am häufigsten zu finden sind. Eine Verkürzung der Arbeitszeiten dürfte insofern zu konstatiren sein, als fich im allge­meinen das Bestreben geltend macht, die Mittag­pause auf 5/<—P/a Stunden zu verlängern.

Ebenso erfreulich ist eine gewisse Annäherung der Arbeitszeit im Handwerk an die Arbeitszeit verwandter Industriezweige, wenigstens trat nach der genannten Erhebung diese Erscheinung in einigen größeren Städten zu Tage; im übrigen wird auch hier die alte Erfahrung bestätigt, daß gerade im Handwerk wie in der Hausindustrie — denn auch auf diese erstreckt sich die bayerische Fabrikinspektion int Gegensatz zu der in den anderen deutschen Staaten — die langen Ar­beitszeiten noch ' vorherrschen. Besonders tritt diese Erfahrung noch für das Schmiedehan d- > werk hervor. Namentlich in Betrieben mit ländlicher Kundschaft wird die Arbeit des Schmiedes nach Bedarf schon vom frühesten Morgen an in Anspruch genommen.

In den Städten sind die Arbeitszeiten im allgemeinen geregelter und kürzer. Im ganzen liegen die effektiven Arbeitszeiten etwa zwischen 10 und 14 Stunden, die absoluten (einschließlich Pausen) zwischen 11—15 Stunden am Tage. Erwägt man, daß die Pausen nur sehr kurz sind, sowie die Arbeit selbst sehr schwer ist, so muß eine solche Arbeitszeit unbedingt als zulang an­gesehen werden. In den großen Städten führte die Organisation schon eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 9'/z Stunde herbei. Erwähnt sei noch, daß die Berichte bezüglich der Arbeits­zeit der Kinder und Frauen gewisse Schutz­bestimmungen auch für die nicht fabrikmäßigen Betriebe fordern. Am einfachsten könnte dies durch Beschluß des Bundesrathes geschehen, indem derselbe von § 120 e Abs. 2 Gebrauch machte, der die Möglichkeit gibt, für einzelne Gewerbe eine bestimmte Arbeitszeit sowie die zu gewähren­den Pausen vorzuschreiben.

nchttg anfaffeu, dann kann er leicht die Geld­demokraten und ihren Anhang für sich gewinnen, dann die Stimmen aller Iren und Deutschen, und außerdem kann er viele Republikaner zu sich herüberlocken, die in der viel gerühmten „angel- sächsischen Vetterschaft" ein Haar gefunden haben. I Herrn Dewey kommt auch noch zu statten, daß er persönlich großer Beliebtheit sich erfreut, weil er als Flottenführer und Befehlshaber stets voll­kommen unzugänglich sich gezeigt hat allen Beein- fluffungen interessirter Kreise, und das will in den Vereinigten Staaten von Amerika in der gegenwärtigen Zeit schon etwas sagen.

Es liegt nicht außerhalb des Bereiches der Möglichkeit, daß die Bemerkung Dewey's um die Präsidentschaft in den Vereinigten Staaten die ganze politische Lage und Parteigruppirung in diesen verändert, und deswegen verdient diese Kandidatur außergewöhnliche Beachtung.

Der Palmsonntag wurde in herkömm­licher Weise in Rom gefeiert. Papst Leo XIII. empfing einen Abgesandten der Familie Bresoa in San Remo, welche bekanntlich seit den Zeiten Papst Sixtus V. das Privilegium besitzt, die Palmen für den Vatikan zu liefern. Sie ver­dankt dies Recht der Geistesgegenwart einer ihrer Vorfahren, eines Matrosen, welcher durch den Ruf: Sprengt Wasser auf die Seile! die Auf- stellung des gewaltigen Obelisken auf dem Peters- platz rettete. Die Seile, an denen die Riesenlast in die Höhe gezogen wurde, drohten zu reißen oder nachzugeben und so bewahrte der junge ligurische Matrose den herrlichen Obelisken vor dem Sturz. Der Dank Sixtus V. war genann­tes Privilegium, durch welches die Familie reich geworden ist.

Hoheit zugleich in das Antlitz des göttlichen Hei- landes zu legen, daß man diesem Kunstwerk den unbestrittenen Vorrang vor allen anderen Arbeiten geben muß. In der Rechten ein Scepter, in der Linken das siebenfieglige Buch haltend, er­scheint das Antlitz des Heilands belebt und durch­drungen von göttlicher Liebe, Milde und Hoff, nung. Caesar Aureli aber erscheint uns durch dies neueste Werk als ein wahrer, echter Künstler von Gottes Gnaden.

Der hl. Vater hat den Kardinal Aloisi- Marsella zum interimistischen Präfekten der Ritenkongregation ernannt, während der definitive Titular erst nach den Heiligsprechungen bezeichnet werden soll. Diese Maßregel erklärt sich daraus, daß Kardinal Aloist schon einmal die Heilig­sprechungen leitete und zwar mit dem besten Er­folg. Damit nun in den Vorbereitungen aller Art zu der Ende Mai stattfindenden großartigen Feierlichkeit keine Unterbrechung eintreten soll, hat man provisorisch auf den umsichtigen und durch seine Energie bekannten ehemaligen Präfekten zurückgegriffen.

verantwortlich: fliv Me Redaktion Foj. Saie, für Inserat« 3. Parzelle» in Snlda.

4* Admiral Dewey.

In den Vereinigten Staaten gehört gegenwärtig zu den interessantesten und auch volksthümlichsten Persönlichkeiten der Admiral Dewey, der „Sieger von Cavite". Als er im vergangenen Jahre von den Philippinen nach den Vereinigten Staaten von Amerika zurückkehrte, da ist er em­pfangen und gefeiert worden, wie das selten bei einem Manne in der großen amerikanischen Re­publik vorkommt.

Der hl. Vater hat die Andenken seines Vor­gängers Pius VII. dadurch geehrt, daß er der Kirche des hl. Georg in Venedig den Titel und alle Vorrechte einer Basilika verliehen hat. In dieser herrlich auf einer Insel gelegenen Kirche und dem daneben liegenden Kloster fand bekannt­lich vor nunmehr hundert Jahren die Wahl Pius VII. statt. Die vom Bildhauer Caesar Aureli in Modell vollendete Statue des Erlösers, welche demnächst in Marmor ausgeführt werden soll, wird nicht, wie anfangs gemeldet, im großen Hofe oder auf einer Anhöhe des vatikanischen Gartens Aufstellung finden, sondern im Innern des Palastes, wahrscheinlich in einer der Loggien der ersten Etage. Die Statue selbst ist ein Meisterwerk christlicher Kunstauffassung. Der Meister hat es verstanden, soviel Milde und

Verschlechtert hat sich die Sachlage für Herrn Dewey dadurch, daß inzwischen schon ein demo­kratischer Kandidat ausgestellt worden ist, Herr Bryan. Herr Dewey wird in Folge dessen von zwei Seiten bekämpft, von den Republikanern, den Trägern der neuen imperialistischen Aus- dehmmgs- und Eroberungspolitik, und auch aus dem Lager Bryan's heraus, der bisher als der einzige und unbestrittene Kandidat der Demokraten galt. Aber Herr Bryan hat eine Schwäche. Er ist Silberfanatiker, d. h. also ein aus­gesprochener Gegner der Goldwährung und Freund aller Maßregeln, die geeignet sind, das Silber wieder im Preise zu heben. Und es liegt auf der Hand, daß ein Mann mit so einseitigen Jnteressenstandpunkten, die noch dazu in leiden- schaftlicher Weise verfochten werden, Gegner im eigenen politischen Lager finden muß. Diese Gegner, die sogenannten „Gold-Demokraten", wollten nun in der That bisher von Herrn Bryan nichts wiffen, würden aber wahrscheinlich für Herrn Dewey, der sich um solche einseitige Jnteressenfragen nicht weiter viel kümmert, gern >n die Schranken treten.

Das ist die Gefahr für Bryan und ein günstiger Umstand für Admiral Dewey. Im Lager der Republikaner aber steht auch nicht wehr Alles so lebhaft wie bisher für Herrn Mac Kinley ein. Eng zusammen hingen immer der Imperialismus und die Freundschaft für England. Diese beiden sind mit einander groß geworden, und Herr Mac Kinley ist der ausgesprochene Ver- «eter beider Richtungen gleichzeitig. Nun aber hat die noch so neu erfundene angelsächsische Vetter-1 Aast und Freundschaft zwischen den Vereinigten Staaten und England einen argen Stoß erlitten ?urch den Burenkrieg. Man weiß ja, daß W allen möglichen amerikanischen Städten die fladtischen Gemeindevertretungen Beschlüsse für die «uren und somit gegen England gefaßt haben, und diese Beschlüffe sind durchaus nicht immer n?1 kme Mache der Demokraten, Deutschen und jKen gewesen. Auch im Lager der Republikaner ?at sich theilweise ein Umschwung in diesem Sinne vollzogen, und dieser Umschwung ist es, der die ulsher unbestrittene Machtstellung des Herrn Mac wky innerhalb der republikanischen Partei der ^kemigten Staaten stark bedroht.

fti>k>. bnn nun ein Mann kommt, der es ver- vnNt'r^bfe Unzufriedenen in beiden großen an r*?en Heeres lagern der Vereinigten Staaten orfAt .. 8U ^cken, so kann dieser Mann ein sehr I' otfi ■ nl$er Nebenbuhler werden für die beiden I JWellen Parteikandidaten Mac Kinky und I fei» n'mx ^rr Dewey könnte dieser Mann wohl i

• -Wenn er und feine Freunde die Sache §

Die Biene tm Bürgerlichen Gesetzbuch. Das Bürgerliche Gesetzbuch unterscheidet wilde, zahme und gezähmte Threre. Merkwürdigerweise gehört die Biene im B. G. B. zu den wilden Thieren. Die Biene hat so klein sie ist, von jeher, weil sie die Gewohnheit hat, auszuwandern und sich anderwärts niederzulassen, dem Gesetzgeber Schwierigkeiten bereitet und hat eine be­sondere gesetzliche Behandlung erfahren. Schon die Romer hatten ein besonderes Bienenrecht. Die alten deutschen Volksquellen bezeichnen sie als „en will Worm . Das haben die Juristen bis in unsere Tage nachgesprochen, und das ist die kleine Biene, unbe­kümmert um die Naturwissenschaft, auch im Bürger­lichen Gesetzbuch geblieben, wo ihr die §§ 961—964 getoibmet sind. Die Frage, ob die Biene ein „zahmes" oder Hausthier, oder ein wildes Thier ist, hat große Bedeutung für die Erwerbung und den Verlust des Bienenschwarmes. An Hausthieren wie Hund und Katze geht das Eigenthum, wenn sie sich verlaufen nicht verloren. An wilden Thieren verliert man aber das Eigenthum, wenn sie in die natürliche Freiheit zuruckgekehrt sind, es sei den, daß der Eigenthümer das Thier unverzüglich verfolgt. Mit dem Momente aber, wo er die Verfolgung aufgibt, hört sein Eigen­thum auf und das Thier wird herrenlos. So soll es mit der Biene sein. Wenn der Schwarm entweicht, muß man ihn verfolgen und kann ihn herausverlangen' wenn er in eine fremde Bienenwohnung, die unbesetzt j!:.',^Wbht. Man kann dabei auch fremde Grund- stucke betreten, kann die fremde Wohnung zum Zweck des Einfangens öffnen und hat nur den Schaden zu ersetzen. Denn man verfolgt sein Eigenthumsrecht, wonach man nur zum Ersätze des ökonomischen Schadens ^s^üchtet^iff. Ist aber die fremde Bienenwohnung besetzt, so kann man seinen Bienenschwarm nicht mehr herausverlangen. Der alte Schwarm ist der Herr in einer Wohnung, der die fremde Biene in sich ausge­nommen hat.

Inserat«: Die ein spalt. Garmond­zeile oder derer Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit- zeile 25 Pf.; bei Wiednholungea wird entsprechend Rabatt gewährt

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Aonn- und Feier- iage. Bierteljährl.

Keiug-ipreir ohne Bringerlohn ^nd Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

»Kans «nd Wett". Jllustrirte Zeitschrift für die deutschen Frauen, herausgegeben von M. Herbert und E. M. Hamann (Verlag von A. Wulff in Dortmund) Nr. 27 und 28 (Heft 14)

Wir haben an dieser Stelle schon wiederholt kurze Besprechungen der vorstehend genannten Zeitschrift ae- ,rächt und uns stets lobend und anerkennend über die Be- trebungen derselben und die Art, wie sie den Stoff ihren Leserinnen darbietet, aussprechen können. Auch das vorliegende 14. Heft des 3. Quartals schließt sich dem vorausgehenden sow-hl bezüglich seines textlichen Inhaltes wie auch der Illustrationen würdig an. Wir können nur eines wenige aus dem überaus reichen In­halte hervorheben. Mit Nr. 27 beginnt ein neuer Ro­man. „Clarisse Finke" von der bekannten Schriftstellerin H. Keller-Jordan. Unter den verschiedenen Gedichten muß vor allem „Die letzte Vestalin" von A. Jüngst hervorgehoben werden, welches mit 2 Text- und einem Bollbilde von dem Maler O. A. Koch illustrirl ist. Zu unserer Freude finden wir auch einen Beitrag von Frau Gnauck-Kühne „Unpraktische Fragen zur Frauenfrage". Der Name dieser zu den bedeutendsten Vertreterinnen der christlichen Frauenbewegung zählenden Frau ist in den letzten Tagen anläßlich ihres Uebertrittes in die kathol. Kirche viel genannt worden. Aus dem weiteren Inhalt heben wir noch folgende Artikel hervor: „Ein Wort an die jungen Mütter" von L. Rafael; „Die ■raum derApotheke" von Emy Gordon, „Zur Aerztinnen- rage", „Wiener Kunstbericht" von Max v. Weißen- thurn. Auch die Rubrik „Die praktische Hausfrau" so­wie die Beilage enthaltend „Im Wechsel der Tage", „Mode- und Handarbeit" fehlt nicht. In der „Mode" bespricht Frau Gratz in einem interessanten Artikel „Die Hauptbestandtheile in der Anfertigung der guten Tolllette. Heft 14 enthält 3 Vollbilder urd 28 Text- illustrationen.

(6 Druck und Verlag der Luldaer ActiendruckeE * Peteregage ltr. 2 ffeawtonie).

□ Rom, 9. April 1900.

Auf die Vertagung unseres Paria- mentes hat die Opposition der vereinigten Lin­ken mit dem famosen Manifest geantwortet, worin die Geschichte der Obstruktion in weitläu­figer Weise wiederholt wird und welches in Folge dessen an ungeheurer Länge und Langweiligkeit leidet. So ist es denn vollständig spurlos „vor­übergegangen" und hat seinen eigentlichen Zweck verfehlt. Geschickter war schon die plötzliche Auf- hebung des decreto - legge, des eigentlichen Fnedenstörers unseres parlamentarischen Gleich­gewichtes. Als Obstruktionsgrund bleibt somit

^Sneue Reglement der Deputirtenkammer, dessen Gesetzmäßigkeit bekanntlich von der Oppo- sikon bestritten wird. Es wird also oorausficht- llch nur bis zum Wiederzusammentritt der Depu- ttrtenfammer einige Ruhe herrschen und dann die Sache von Neuem losgehen. Unser neuer Kriegs- mmister wird nach hiesiger Sitte von einem Theile öer Presse Über Alles gelobt, von dem andern andern aber als der unfähigste aller Kriegsminl- ster hmgestellt, trotzdem er noch nicht einmal fei Amt angetreten hat. General Ponza di San Martino hat fast feine ganze Dienstzeit im Ge­neralstabe zugebracht und war auch eine Zeit lang Generaladjutant des Königs.

Wenn auch selbstverständlich wegen der Vor­bereitungen zum Osterfeste ein Stillstand in den großen Pilgerzügen eingetreten ist, so sind doch i "och genug kleinere Pilgergruppen und sogen. Einzelpilger vorhanden, daß unsere Stadt ihren Jubiläums - Eindruck nicht verloren hat. Gestern empfing der Papst in der Sixtinischen Kapelle eine Gruppe österreichischer Polen, Mit­glieder der Marianischen Kongregation von Teschen (?), wie die,Voce' meldet, sowie einzelne mährische Pilger, welche sich von ihrem Haupt­pilgerzuge getrennt hatten. Außerdem waren noch etwa 100 amerikanische Matrosen mit 5 Offizieren des in Neapel vor Anker liegenden Kriegsschiffes „Dixa" erschienen und eine große Anzahl Fremder, denen es gelungen war, sich Eintrittskarten zu verschaffen. Gras Franz Thun, der frühere österreichische Ministerpräsident ist jetzt ein stehender Gast des Vatikans, derselbe wohnte schon zum vierten Male einer päpstlichen Audienz bei. Ferner waren der Sohn des spanischen Marschalls Martinez Campos, Graf und Gräfin Chotek und Gräfin Bellegarde erschienen. LeoXIII. war in heiterster Stimmung und im besten Wohl­sein. Die Audienz dauerte etwa eine kleine halbe Stunde, woraus der Papst in feine Privatgemächer zurückkehrte. —

FuldaerMMtung mit Nnterhattungs-Meitage „Ikkustrirte Sonntags-Ieitung