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Zeitung
Inserate: Die et» spalt. Garmondzeile ober derer Raum 15 Pf., Re flamen die Petit zeile 25 Pf.; be Wiederholungen wird entsprechend Rabatt gewährt
JVi. 84.
JuLöcr, Mittwoch, den 11. April 1900.
27. Jahrgang.
Seranttoortlich: L«r die Redaktion Jos. 2a««. siir Inserate 3. parzeller in Fulda.
mit Ilnterhattungs-Meitage „Mustritte Sonntags-Zeitung" ä
[] Selbsthilfe zur Besserung der Wohnungsverhältnisse.
Die mehr oder weniger überall reformbedürftigen Wohnungsverhältnifse der minderbemittelten Volksklaffen verlangen mit vollem Recht ein Eingreifen von Gemeinden und Staat. Erstere haben denn auch hie und da, in größerer Zahl namentlich in Rheinland, in der Mitarbeit an der Wohnungsreform wenigstens einen Anfang gemacht. Unter den deutschen Bundesstaaten wird als erster voraussichtlich Heffen gemäß einem Initiativantrag von Kammermitgliedern demnächst durch eine Erleichterung der Geldbeschaffung für die gemeinnützige Bauthätig- keit gesetzliche Mithilfe leisten, und es wäre gewiß freudig zu begrüßen, wenn ein solches Vorgehen Nachahmung fände. Aber Gemeinden und Staat können die Wohnungsreform im allgemeinen nur erleichtern und unterstützen. Die Ausführung obliegt in der Hauptsache der gemeinnützigen Thätigkeit auf diesem wichtigen Gebiete der Sozialreform. Darunter sind keineswegs allein die Leistungen solcher Vereinigungen (Aktienbaugesellschaften rc.) zu verstehen, deren Mitglieder, vor allem Arbeitgeber, ihre Geldmittel, Arbeitskraft und Erfahrungen lediglich zum Wohle Anderer bereit stellen. Auf diesem Wege sind an manchen Orten erfreuliche Wohnungs-Reformen zu Stande gekommen und müssen auch fernerhin angestrebt werden, namentlich aber für die Fälle dringendster Noth und solche Fälle, wo eine bloße Unterstützung der Selbsthilfe nicht ausreicht. Dagegen ist es nicht nur unmöglich, daß Alle, die an besseren Wohnungs- verhältniffen zunächst interessirt sind, Alles von dec gemeinnützigen Arbeit Anderer erwarten können, sondern es wäre das nicht einmal wünschenswerth. Die gemeinnützige Bauthätigkeit muß sich daher andererseits, wo es angängig ist, mit der Selbsthilfe der minderbemittelten Klassen verbinden. Nur von einer allgemeinen regen Be- thätigung dieser Selbsthilfe wird — die ünerläß liche Mithilfe von Gemeinde und Staat vorausgesetzt — im heutigen Wohnungswesen eine durchgreifende Wendung zum Besseren zu erwarten sein.
Warum wir die Selbsthilfe als das erfolgreichste, aber auch wünschenswertheste Mittel der Wohnungsreform hinstellen, brauchen wir kaum ausführlich zu begründen. Selbst wenn sich überall geeignete, uneigennützige und kapitalkräftige Personen zusammenfänden, um andern ein besseres und billigeres Wohnen zu ermöglichen, so könnte doch niemand im Zweifel bleiben, daß gemeinsame Bestrebungen aller Jnteresstrten mit schnellerem und größerem Erfolg zum Ziele kommen werden. Und warum die Selbsthilfe wünschenswerther ist? Es ist ein bewährter Grundsatz jeglicher Wollfahrtsbestrebungen: „Alles für die Arbeiter, durch die Arbeiter", d. h. wo möglich unter ihrer Mithilfe. Das gilt hier nicht nur für die Arbeiter, sondern für die Minderbemittelten überhaupt, für die sogen, „kleinen Leute" im Gewerbe- und Beamtenstanb rc. Denn wer möchte gern alles anderen verdanken, — wer möchte es für besonders rühmlich halten, den Kampf gegen die zum großen Thell in modernen Wirthschafts- und Verkehrsverhältnissen begründeten Wohnungsmißstände allein anderen zu überlassen, wenn er selbst zur Verbesserung seiner Lage mitwirken kann? Wer wird sich nicht lieber sagen, wenn sich ihm die Möglichkeit eröffnet, besser und billiger zu wohnen, daß er das auch seiner Theilnahme genossenschaftlicher Arbeit, seiner Einsicht und Sparsamkeit verdanke — ?
In den letzten Jahren erfreut sich daher unter den gemeinnützigen Vereinigungen zum Zweck der Erbauung guter und billiger Wohnungen die (Bau- Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht — Spar- und Bauverein) besonderer Beliebtheit, weil sie es dem „kleinen Manne" ermöglicht, mit niedrigen Beiträgen selbst Mitglied der Genossenschaft zu werden, ihn so zum Sparen veranlaßt, und auch zur thätigen Mitarbeit bei der Verwaltung der Genossenschaft heranzieht. Immerhin bleibt einer solchen Genossenschaft der gemeinnützige Charakter gewahrt, weil sich in ihr — und das ist eine sehr wichtige Vorbedingung für das Gelingen der genossenschaftlichen Arbeit — mit der Selbsthilfe die gemeinnützige Thätigkeit kenntnißreicher, praktisch erfahrener und kapitalkräftigerer Männer vereinigen kann. Ein solches Zusammenwirken von wohlhabenderen und minderbemittelten Bürgern, von Arbeitgebern und Ar- ctn. auf ^m neutralen Boden einer Genossenschaft ist überdies von hoher sozialer Bedeutung. M diesem Wege kann es gelingen, manches in oen Klassengegensätzen zu mildern, die leider die
heutige Signatur der Zeit bilden. Auch in dieser Hinsicht können die bestehenden Baugenossenschaften auf erfreuliche Erfahrungen zurückblicken, so z. B. der Hannoversche Spar- und Bauverein, einer der ältesten in Deutschland, der ein schönes BeispiA opferfreudiger Hingebung einer auf ein genossenschaftliches Ziel gerichteten Arbeitervereinigung bietet, die in harmonischem Zusammenwirken mit wohlhabenderen Mitbürgern an ihrer wirthschaft- lichen Aufgabe arbeitet.
Bei der hohen Bedeutung, die gerade der genossenschaftlichen Selbsthilfe zur Besserung der Wohnungsverhältnisse heute zufällt, ist es erfreulich, daß die Zahl solcher Genossenschaften stets im Steigen begriffen ist. In der Rheinprovinz bestehen gegenwärtig über 50 Baugenossenschaften Eine günstige Stellungnahme von Gemeinden und Staat gegenüber diesen Bestrebungen, insbesondere in der Frage der Kreditbeschaffung, ist gewiß wichtig für die weitere Entwickelung der genossenschaftlichen Bauthätigkeit. Wo der Selbsthilfe in dieser Weise bereits vorgearbeitet ist, da wird ihr die Inangriffnahme und Durchführung ihrer Aufgabe um so leichter fallen. Andernfalls sollte die Selbsthilfe aber auch nirgends, vor allem nicht in den größeren Städten, wo die Reform am dringendsten noth thut, zögern, sondern entschlossen den Anfang machen und hierdurch kommunale und staatliche Organe auf die Nothwendigkeit ihrer Mitwirkung stets nachdrücklicher Hinweisen. Ueberall werden sich in dem Bestreben, bessere Wohnungsverhältnisse zu schaffen, direkte Interessenten und gemeinnützig gesinnte Männer genug finden laffen, für die es häufig nur einer erneuten Anregung und Hinweisung auf die Gründung einer Baugenossenschaft bedarf.
Deutsches Deich.
Berlin, 10. April.
• Die WürirSerger Sozialdemokraten sollen an Stelle des verstorbenen Abg. Oertel den Dr. Arons in den Reichstag wählen, bisher Privatdozent an der Berliner Universität und aus dieser Stellung, wie bekannt, durch ein von der preußischen Regierung eingeleitetes Disziplinarverfahren beseitigt. Die Nürnberger Sozialdemokraten werden über den Wechsel der Persönlichkeiten schwerlich sehr entzückt fein.1
△ Die Nikdrmg vou Kaudwerkskam- mer« hat mit dem 1. April begonnen; dieselben sollen den Schlußstein bilden in der Gesammt- organisation des Handwerks. Als eine geordnete gesetzliche Vertretung gegenüber der Gesetzgebung und Verwaltung des Staates sollen die Handwerkskammern durch ihre Berathungen, Erhebungen und Berichte die Mißstände und Mängel im Handwerkswesen klarstellen, sowie Vorschläge zur Hebung des Handwerks machen. Außerdem sollen sie Organe der Selbstverwaltung, namentlich zur Regelung des Lehrlingswesens sein. Sie erlassen die allgemeinen Vorschriften zur Regelung desselben und überwachen deren Innehaltung. Ferner kann die Handwerkskammer durch die Errichtung von Fachschulen, durch Einrichtung von Fachbibliotheken und Ausstellungen, durch Sammlung von Modellen, Zeichnungen, und namentlich durch Schaffung von Musterwerkstätten mit den besten Arbektswerkzeugen, Methoden usw. für die Hebung des Handwerks thätig sein. Eine letzte Aufgabe erwächst der Handwerkskammer in der Förderung des Genossenschaftswesens. Wollen die Handwerker Erfolge durch die Kammern erzielen, so wird es darauf ankommen, in welcher Weise sie sich der denselben gestellten Aufgaben annehmen. Handel und Land- wirthschaft haben ihre Standesvertretungen in den Handels- beziehungsw. Landwirthschastskammern, deren erfolgreiche Thätigkeit im Interesse dieser Erwerbsgruppen unverkennbar ist. Wenn die Handwerker denselben Eifer in der Förderung ihrer Berufsinteressen entwickeln, wie z. B. die Handeltreibenden in ihren Handelskammern, dann werden auch die Handwerkskammern für den Bestand des Handwerks nicht ohne eine segensreiche Wirkung sein. Um dies Ziel zu erreichen, müssen die Handwerker aber weit größeren Eifer in ihrer Organisation betätigen, wie bisher. Die Handwerkskammern sollen sich aufbauen auf die Innungen, Gewerbevereine und sonstigen Vereinigungen zur Förderung des Handwerks; nur diese sind wahlberechtigt. Für jeden einsichtsvollen und eifrigen Handwerker, sowie für den Freund des Handwerkerstandes ist es nun betrübend, immer wieder sehen zu müssen, daß die Handwerker selbst an vielen Orten fast gar nichts für die Bildung von Handwerkerinnungen thun. Von anderen Orten kommt sogar vielfach die Nachricht, daß sich eben erst gegründete Innungen wieder aufgelöst haben oder mit der Absicht tragen, sich aufzulösen, later solchen Umständen kann auch eine Handwerkerkammer nicht den Anforderungen entsprechen, welche man an sie stellt; ja, in manchen Bezirken
wird es nicht einmal zur Bildung solcher Kammern kommen. Die Handwerker fordern eine Erfüllung ihrer Wünsche seitens der Regierung; ist es da nicht unbegreiflich, daß so viele Handwerker gegenüber den von der Volksvertretung und Regierung gebotenen Hilfsmitteln nicht das' geringste Entgegenkommen zeigen?
Vermischtes«
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Deiner Kunde Töpfl in, und henge Dein Zimentlein im Stander, so wirst Du zu was kommen. Ist Dir an aine Kundin was gelegen, so mache Dich gefelig, sage, daß sie schönlmbig sein, und Du wollgefallen an ibr findest, sie wird geblendet seyn, und kannst auf vor- theilhasten Verkauf ficher seyn; auch wenn die Waiber häßlich und narbig find, tuhe ihnen schön: es pringt Nutz!"
* HeschLftskuiffe vor 400 Jahre«. Im Jahre 1468 schrieb Einer, der das Geschäft verstand, ein merkwürdiges Lehrbuch für Kaufleute unter dem Titel: „Allerhand Hantirungen für junge Leite, stch der Krämerei und Handel befleißigen tun, bei Kauf, Verkauf und Tausch, bei Hauß und Jahrmarkt." Daraus theilt der Bär nachstehende, besonders charakteristische „Regeln" mit: „Frumbheit ist die erste jugendliche Aigenschaft eines Krämers, doch hast Du auf Dein Nutztheil zu hantiren. Bei Maß und Gewicht sain allerhand Kunst zu machen, ;roan Du fir zwei Pfennige Kimmel messen thust, halte das Mäßlein sein Krump, als hettest Du das Reißen in Deiner Hand, mit der andern fille ein, und es fol ist, stirze es der Kunde im Topf. — So Du Honig auf die Wag gibst, gebe Steine als Gewicht so, daß Dein tiefer steht, sonst hast Du kain Gewinn. - Wiegest Du mit der Hantwage Pfeffer über 3 Pfennige, so schnell mit dem langen Finger der linken Hand das Zünglein so, daß man glauben thut, es ist mehr als man verlangt. — So Du eine Elle Hansbende- lein oder Waiszeug messen thust, fo halte den Daum der rechten Hand mit der Fleischseite auf das Bändelein, bei Abschneiden aber überbiege Dein Daumlein bis zur Nagelwurzel, so gewinnst Du bei jeder Elle eine Nagellänge. So Du Baumöl messest, thue das Zi lange abtraufen lassen, geuffe aber schnell das Q
* Wie man in Wien auf verschiedenen Bällen spricht: „Darf ich Ihnen, Fräulein, diese bittere Pille versüßen?" (Pharmazeutenkränzchen.) — „Mein Herz fliegt Ihnen mit Eilzugsgeschwindigkeit entgegen." (Ball der Eisenbahner.) — „Meine Gnädige, Sie sind der Schmuck dieses Saales." (Ball der Juweliere.) — „Ah, das ist herrlich, daß ich Sie getroffen habe." (Photographen-Kränzchen.) — „Eine berückende Person! Wie reizend die nur gebaut ist." (Architekten - Ball.) — „Was, bei der Quadrille nur 8 Paare? Na! Heuer sind wir schön im Wasser." (Ball der Weinproduzenten.) — „Servus, Sckmrl. Schwitzt Du a'r a so? I schwitz' wiar a Sau." (Kränzchen der Metzgermeistersföhne.) — „DerPoldi soll an’ Schampus zahl'». I bin stier, atoer er is beschlag'n!" (Ball der Huffchmiede-Genossenschast.) — „Um Gotteswillen, ich kann meine Zeche nicht zahlen! Können Sie mir nicht 10 Gulden pumpen?" (Rettungsgesellschafts-Ball.) — Wie der alte Dampfer heute aufgetakelt ist! Die höchste Flaggen-Gala." (Flottenvereins-Ball.) — „Schon halb Drei! Wer weiß, wann wir heute wieder in die Federn kommen?" (Journalistenball.) — „Ich werde Sie fördern, junger Mann." (Jndustriellenball.) - „Müssen Sie mir denn immer auf die Füße treten? Sie begehen ja eine Uebertretung um die andere." (Juristenball.) — „I bitt' um an anständigeren Ton, i bin a Mann mit Vorfahren." (Fiakerball.) — „Ich möchte Ihnen gerne näherkommen, mein Fräulein. Gestatten Sie mir darum, mich bestens um Sie zu bemühen." (Kaufmännischer Ball.) — „Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust." (Ball der Depeschenausträger.) — „Ich sitze hier wie auf Nadel, und das kann mir nicht passen." (Ball der Kleidermacher.) — »Sie haben mich beleidigt, das werden Sie mir bezahlen." „Bitte sehr, bitte gleich!" (Kellnerball.)
* Pech- Studiosus: „Aber Mensch, wie konntest du nur durch's Examen fallen — bei deinen großen Kenntnissen!" — Kandidat: „Ich war total verwirrt — der eine Examinator hatte so große Aehnlichkeit mit meinem Schneider!"
Argwöhnisch. Menschenfresser (zum Häuptling): „Dort kommt Einer — das wär' ein fetter Bissen Soll ich ihn fangen?" — Häuptling: „Ach laß nur! Das ist ein Leutnant, die sind ja alle wattirt!"
* Mißverstanden. „Herr Kommerzienrath, ich preise mich glücklich, in ihrer Tochter meine zukünftige Frau gefunden zu haben!" — „Glaub's, bei einem Finderlohn von zweimalhunderttausend Mark!"
* Widerspruch. A.: „Ich höre, du hast deinen Gehilfen fortgejagt?" — B.: „Jawohl! Siehst du, erstens war der Kerl zu gar nichts zu gebrauchen und zweitens toar er zu Allem fähig!"
* Bedenkliche Aeußerung. Gerichtspräsident (nachdem die Namen der Geschworenen aus der Urne gezogen worden sind): „Meine Herren, die ungezogenen Geschworenen können gehen!"
* Immer derselbe. Major (das Mannschasts- zimwer verlassend): „Adieu, Füsiliere!" — Einjähriger Hirsch: „Adieu, Herr Major; beehren Sie uns recht bald wieder!"
* Ein Gemüthsnicusch. Schneider: „Sie denken ja gar nicht mehr an die Schuld für Ihren Anzug?" — Gigerl: „Das ist auch nicht nöthig, Sie werden sie doch als Geschäftmann ordentlich verbuchen."
* Zerstreut. Frau: „Hören Sie, Herr Doktor, wie meine Melanie drin' wieder singt!" — Arzt: „Ja, ich muß ihr dagegen etwas verschreiben."
Kitrrarisches.
Die IflaHrtzett. Herausgeber Dr. Armin Kausen in München, Verlag der Kgl. Hofbuchhandlung von Jos. Bernklau in Leutkirch (Württ.) JahrespreiS 4 Mark, Heftpreis 50 Pfg. .
Das Aprilheft der „Wahrheit" bietet eine reiche Auswahl gediegener und zeitgemäßer Aufsätze. Dr. Rody
bringt im Leitaufsatz die „Jugendideale" einer zum Materiellen hinneigenden Zeit in Erinnerung. Pfarrer Dr. Vögele liefert einen Beitrag „Zum 300. Geburtstag Calderons, des Königs der spanischen Dramatiker". H. Surty beleuchtet in aktuellen Betrachtungen zum Burenkrieg „Die Zukunft Englands". Eine lesenswerthe Studie von Otto Weißmer handelt von den „Standes- herren und dem neuen preußischen Hochadel". Einem im 1899er Jahrgang erschienenen Artikel über „Napoleon I. und die Frauen" stellt Otto ©Hermann ein „Audiatur et altera pais“ über Napoleon I. entgegen. F. Sottet gibt einen kurzen Abriß aus seiner bei Troschel in Berlin erschienenen Broschüre über „Die Frau als Jn- dustriearbeiterin". Ein Aussatz von P Riffart wirst interessante Streiflichter auf „Die großstädtische Wohnungs» noth, ihre Ursachen und Heilmittel". Der gelehrte Benediktiner Dr. Remaklus Förster ladet den Leser zu einem „Raststündlein für Belehrung aus Leo Gautiers Schriften" ein.
Durchschnittspreise s. Kaser, Ken u. Stroh.
Das Amtsblatt der königl. Regierung bringt folgende Nachweisung der für die Lieferungsverbände des Regierungsbezirks Kassel festgestellten Durchschnittspreise der höchsten Tagespreise für Hafer, Heu und Stroh mit einem Aufschlag von fünf vom Hundert, welche für Vergütung der im Monat März 1900 verabreichten Fourage maßgebend sind.
Bezeichnung des Lieferungsverbandes.
Hauptmarktort.
Durchschnittspreis pro Centner
Hafer
Heu ji\sy
Stroh
Vv*
Jü
5?
Stadtkreis Kassel
Kassel
7
26
3
05
1
67
Landkreis Kassel
dgl.
7
26
3
05
1
67
Kreis
Eschwege
Eschwege
6
79
2
63
1
58
w
Witzenhaus.
dgl.
6
79
2
63
1
58
n
Fritzlar
Fritzlar
7
29
2
63
1
89
n
Homberg
dgl.
7
29
2
63
1
89
ff
Ziegenhain
dgl.
7
29
2
63
1
89
w
Fulda
Fulda
7
35
2
90
1
68
11
Hünfeld
dgl.
7
35
2
90
1
68
if
Gersfeld
dgl.
7
35
2
90
1
68
11
Schlüchtern
dgl.
7
35
2
90
1
68
Stadtkreis Hanau
Hanau
7
61
3
15
2
10
Landkreis Hanau
dgl.
7
61
3
15
2
10
Kreis Gelnhausen
dgl.
7
61
3
15
2
10
II
Hersfeld
Hersfeld
7
61
3
68
2
36
n
Hofgeismar
Hofgeismar
7
19
2
76
1
63
11
Wolfhagen
dgl.
7
19
2
76
1
63
11
Marburg
Marburg
8
75
3
15
1
89
11
Kirchhain
dgl.
8
75
3
15
1
89
11
Frankenbg.
dgl.
8
75
3
15
1
89
n
Rotenburg
Rotenburg
7
53
2
84
1
89
11
Melsungen
dgl.
7
53
2
84
1
89
11
Rinteln
Rinteln
7
61
2
63
1
31
11
Schmalkld.
Schmalkald.
8
40
2
89
2
10
Marktberichte.
□ IranKfurl a.M., 9. April. (Getreidemarktbericht, mitgetheilt von Joseph Strauß, Agent, der stch bei An- und Verkäufen bestens empfiehlt.! Weizen ab unserer Gegend ca. 15.75—16.00 Mk. Weizen frei hier 16.00—16.20 M., Weizen, La Plata, Kansas, 17.25 -17.75 M., Redwinter u. russ.Sort. 17.25 bis 17.75 M., Roggen hiesiger 15.25 M.; Braugerste (je nach Qualität und Herkunft) 15.00—16.00 Mk, Hafer (je nach Qualität exquisit 25 bis 50 Pfg., über Notiz) 14.50-00.00 M.; Mais (gesundes Mixed) 11.50 M. verlangt; Weizenkleie 9.25—9.50 M., Roggenkleie 10.25 bis 10.50 M., Malzkeime 9.25—9.50 M., getr. Biertreber 10.25—10.50 M., Spelzenspreu per Centner 0.00 Mk, Weizenmehl (autom.) Nr. 0 24.25—24.75 M., Weizenmehl Nr.l 22.25—22.75 M., Weizenmehl Nr III 20.25 -20.75 M , Weizenmehl (exquis. dual.) pr. Sack 1.50—2.00 M. über Notiz, Roggenmehl 0 24.00—24.50 M., Roggemnehl 0/1 1.25—1.50 Mk. darunter; Torfstreu per Ctr. 1.00 M. Die Preise verstehen stch per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco ausw. Stationen bei mindestens 10,000 Kilo.
Weizen hatte minimales Geschäft, daß eine Tendenz darin kaum Ausdruck fand. Roggen nahezu verkehrslos, Preistendenz Steigung zu mäßiger Befestigung. Gerste vollständig vernachlässigt, Abschlüsse kamen uns nicht zu Stande. Hafer weder Angebot noch Nachfrage von größerer Lebhaftigkeit. Mais, die anhaltende Berkehrs- lostgkeit gibt unserem Markte ein ausnehmend trostloses Gepräge. Futterstoffe wickelte stch das äußerst geringfügige Bedarfsgeschäft mit der gleichen Neigung zur Ermattung ob, mit der die vorige Woche schloß. Mehl begegnete normaler Bedarfsfrage, die in dem vorhandenen Angebote mehr als reichliche Deckung fand.
Gottesdienstordnung in Fulda.
Gründonnerstag. Dom. Von 5 Uhr an Beichtgelegenheit, nach jeder halben Stunde Austheilung der hl. Kommun on 9 Uhr bischöfl. Hochamt, Weihe der hl. Oele und Uebertragung des Allerheiligsten in das hl. Grad zur Anbetung, 4 Uhr Matutin, dann Andacht vor dem hl. Grabe. — Sladtpfarrkttcho. Von 5 Uhr ab jede halbe Stunde Austheilung der hl. Kommunion, 8 Uhr Hochamt und Uebertragung des Allerhlst. zum hl. Grab, Abends 6 Uhr Andacht — Michael, - Kirche. 7 Uhr Hochamt mit Austheilung berTjI. Kommunion, 5‘/s Uhr Andacht. — Pfarrkirche 5um hl. Geist. 7 Uhr Hochamt, 5 Uhr Andacht. — Severikirche. 8 Uhr Hochamt, 6 Uhr Abend-Andacht. — Krauenberg. Bon Morgens 5 Uhr an Gelegenheit zum Empfang der hl. Sakramente, 8 Uhr feierliches Amt mit Generalkommunion, nach dem Amte Uebertragung des Atterheiligsten zum hl. Grabe, 2 Uhr Zeremonie der Fußwaschung, 41/« Uhr feierl. Metten, 6 Uhr öffentliche Betstunde.