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JE 82.
JuLöa, Montag, den 9. April 1900.
27. Jahrgang.
Mißmuthig, das Herz von Sehnsucht geschwellt, kehrte der einsame Wanderer wieder auf demselben Wege heim; eintönig tropfte der Regen von Blatt zu Blatt. Im Giebelzimmer des Forsthauses aber wurde leise ein Fenster geöffnet, und ein lächelndes, glückseliges Gesicht beugte sich weit heraus, zwei blaue Augen verfolgten die hohe Gestalt, die zwischen den alten Bäumen, in dem hohen nassen Grase so langsam dahingmg, als wäre der schönste Sonnenschein.
Schon eine ganze Woche hielt der Regen an, und noch immer vermochte kein Sonnenstrahl durch die dichten Wolken zu dringen. Röschen wartete von einem Tag zum andern auf Nachrichten von dem geliebten Bruder und dem Bormund. Endlich traf ein Brief von dem Letzteren ein, doch enthielt derselbe nichts Tröstliches. Böhler schrieb, daß es ihm gar nicht einfiele.
wofür ihm der hl. Vater folgendes Lob spendet: Du handelst durchaus in Unserem Sinne, wenn Du der Ansicht folgst, daß die Tageszeitungen ein ausgezeichnetes Mittel seien, um die Herzen Unerfahrener in der Wahrheit des Glaubens zu erhalten und im allgemeinen bildend und erziehend auf dieselben zu wirken. Es war also ein sehr guter Plan von Dir, eine chinesische Zestung herauszugeben, welche ein geeignetes Gegengewicht bilden soll gegen allzu kühne Lügen der Tagesmeinungen und gegen die Frechheit einer Schriftstelleret, die selbst in jene entlegenen Gegenden schon einzubrechen beginnt. Fahre fort. Ehrwürdiger Bruder, mit hohem und unvermindertem Muthe alles anzuspannen, um, wie der wachsame Landmann, Deinen Weinberg zu bauen und die Diebe von ihm fernzuhalten. — An den Klerus von Brasilien schreibt der hl. Vater: Nichtminder wünschen wir, daß man dem Redigiren und dem Verbreiten der katholischen Blätter eine eifrige Pflege widme. Denn es gibt heutzutage keine andere Quelle, aus der das Volk seine Ansichten und Bildung schöpft, als die Tagesblätter. Darum ist es recht traurig zu sehen, wie diese Waffen in gar so manchen kundigen Händen unbenutzt verrosten, währenddeffen sie von den Gegnern geschickt geführt, die größte Verwüstung an Glauben und Sitten verursachen. Deswegen thut es noch, zur Feder zu greifen und Blätter zu gründen, damit die Lüge der Wahrheit Platz mache, auf daß die voreingenommenen Gemüther nach und nach auf die Stimmen des Verstandes und der Gerechtigkeit zu hören anfangen. — Solche Anerkennung ist auch dem Zeitungsschreiber ein Trost, wenn er je zweifeln follte, ob seine Thätig- keit in diesem Fache apostolische Arbeit sei.
dieser von chr als vorhanden angenommenen Gefahr, daß „diejenigen Abgeordneten, welche die landwirthschaftlichen Interessen im Reichstage zu vertreten berufen sind, jede gouvernementale und persönliche Rücksichtnahme schwinden lassen und rein sachliche Politik treiben, eine Politik, vor der die Regierung der Linken gegenüber . . . stets kapitulirte". Die Kundgebung meint mit diesem Satze augenscheinlich die Haltung der Regierung zur lex Heintze und hat damit also nicht unrecht. Im übrigen ist diese Kundgebung namentlich deswegen bemerkenswerth, well sie sich in Sachen de- Fleischbeschaugesetzes in scharfen Gegensatz stellt zu den Ermahnungen zur Verständigung der Abgeordneten Frhr. von Manteuffel und Graf Mirbach und der parteikonservativen ,Kreuz-Ztg.' Es wird also innerhalb der konservativen Partei selbst noch heiße Köpfe geben wegen des Fleischbeschau-Gesetzes.
h „Die «»selige lex Aeirttze sollte man stillschweigend verschwinden lassen . . . Es ist wohl als ausgeschlossen zu betrachten, daß die lex Heintze in ihrer jetzigen Fassung im Bundesrathe die Mehrheit finden könnte." So schreiben die »Berliner Neuesten Nachrichtens von denen man mit Recht annimmt, daß sie gewöhnlich vom Reichskanzleramte aus gut bedient sind. Sollten sie es auch in diesem Falle sein? Die Wahrscheinlichkeit steigt, daß es sich wirklich so verhält und daß die verbündeten Regierungen dem Singer, v. Vollmar und Genossen diesen Triumph bereiten würden, wenn das Gesetz an den Bundesrath gelangt; und auch das völlige Schweigen der Offiziösen ist verdächtig. Und das nach der noch ganz zuletzt erfolgten Versicherung des Kanzlers, man müsse auf die Stimme der Volksmehrheit hören und diesen Entwurf zum Gesetze machen. Könnte man sich ein jammervolleres Zurückweichen denken als dieses? Leicht nicht. Oder die Regierung müßte aufhören das zu chun, was man regieren zu nennen pflegt.
I machten, gehen dahin, die verbündeten Regierungen I zu ersuchen:
I !) Für die Pflege des Friedens zwischen I Arbeitgebern und Arbeitnehmern gesetzliche Bestimmungen über die Formen herbeizuführen, in denen die Arbeiter durch Vertreter, welche ihr Vertrauen besitzen, an der Regelung gemeinsamer Angelegenheiten betheiligt und zur Wahrnehmung ihrer Interessen bei der Verhandlung mit den Arbeitgebern und mit den Organen der Regierung befähigt werden;
2) Insbesondere in Erwägung darüber einzutreten, in welcher Weise durch eine weitere gesetzliche Ausgestaltung der Gewerbegerichte unter besonderer Berücksichtigung der §§ 9 (Bildung von Abtheilungen: Fabrik, Handwerk, Hausindustrie), 61—69 (Einigungsamt) und 70 (Gutachten und Anträge) des Gesetzes vom 29. Juli 1890, betreffend die Gewerbegerichte, ein Weg zu dem im ersten Absätze bezeichneten Ziele sich bietet.
Der erste Absatz entspricht, wie man sieht, dem Anträge Hitze-Lieber, der zweite dem Anträge Baffermann-Freiberrn v. Heyl; und der Antrag Roeficke-Dr. Pachnicke auf Errichtung eines Reichsarbeitsamtes ist ebenfalls von der Kommission angenommen worden.
eher einen Pfennig herauszugeben, als er müßte, noch dazu für einen solch' leichtsinnigen Menschen, der sich wie ein Gimpe! an der Leimruthe fangen ließ. Waldemar solle sich nur selbst aus der Patsche helfen, in die er durch eigene Dummheit gerathen war, — ein Jeder müsse die Suppe auslöffeln, die er sich eingebrockt.
Auch von Tante Aurelia lag ein Zettel bei des Inhaltes, daß das Geld ausschließlich ftr Vas Mädchen bestimmt sei und Röschen sich nicht einfallen lassen möge, daß davon an Waldemar etwas abgegeben werde. Später würde Röschen noch dankbar sein für diese Maßregel; der Junge hätte eben bei seinem Studium bleiben sollen, anstatt solche einfältige „Witze" zu machen. Sie hielte es für ihre Pflicht, darauf zu achten, daß das Kapital für den Zweck, für welchen es ursprünglich bestimmt gewesen, auch erhalten bliebe usw.
„Armer Bruder", seufzte Rosi, nachdem sie zu Ende gelesen, „-ort dieser Seite ist also nichts zu hoffen. „Na, wir werden ja sehen, vielleicht geht es besser, als wrr denken."
Nicht viel ermuthigender lautete Waldemars Schreiben. Zwar hatte er nach unsäglicher Mühe die Stelle eines Korrespondenten erhalten, die ihm wenigstens Brod für sich und seine Frau schaffte, auch war es ihm gelungen, einen kleinen TheU der Summe zur Deckung der Wechsel gegen hohe Zinsen aufzutreiben, doch blieb immer noch genug und übergenug übrig.
Die Gläubiger, denen Waldemar alle Umstände seines unverschuldeten Unglücks wahrheitsgemäß dargelegt hatte, sahen freilich ein, daß WaWemar unmöglich Deckung schaffen konnte; sie lösten da-
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Die Vorschläge der Kommission werden ohne Zweifel im Reichstage mit großer Mehrheit angenommen werden, und dann ist die Reihe an den verbündeten Regierungen, sich darüber zu äußern und ihre Maßnahmen danach zu treffen. Die Vorschläge der Kommission sind ja nichts anderes als eine theilweise Ausführung der kaiserlichen Februarerlasse, die nun zehn Jahre wie ein aus der Mode gekommenes Schaustück unbeachtet ober sogar mit ängstlicher I Sorgfalt versteckt in einer heimlichen Ecke gelegen haben. Jetzt hat die Reichsregierung wiederum vortreffliche Gelegenheit dazu, Farbe zu bekennen: sollen jene Ellaffe für immer unter bureaukratischem Staube und Moder begraben bleiben, oder steht die Regierung nach wie vor zu den einzig richtigen sozialpolitischen Grundsätzen, die in jenen Erlassen ausgesprochen sind?
Schon regt sich die Presse derer um Stumm und Krupp und befürwortet, den Reichstag „bei der Masse des vorliegenden dringenden Stoffes nicht weiter mit unnöthigrn Dingen zu belasten". Aber nichts kann wichtiger sein als gerade die Beschäftigung mit der Frage der Arbetter- vertretungen. Deswegen sollte der Reichstag auf keinen Fall von der Berathung und Annahme dieser Anträge sich abdrängen und die Reichsregierung sollte nicht von neuem durch
Das Glückskind.
Erzählung von Irene von Hellmuth.
------ Nachdruck verboten.
^a6 ich wiederkommen soll."
f glaube. Du hast auch wenig S-Hn-
lucht nach der Stadt und nach Deinem Vormund", lächelte die Försterin, und ihr Gattest?! «eckend ein: „Jetzt schon gar nicht mehr, weil einen gefunden hat, der--"
< Röschen deckte die kleine Hand auf den Mund °es Sprechers und schmollte: „Du bist wirklich ^Bösewicht, Onkel, ich mag Dich nicht mehr
X „I«r Kkärimg der Lage" — unter dieser Uederschrift richtet der engere Vorstand des Bundes der Landwirthe (Frhr. v. Wangenheim, Dr. Rösicke und Dr. Hahn) eine längere Darlegung an die Mitglieder des Bundes, in der die wirthschastliche Politik dcr Reichsregierung aus's schärfste angegriffen wird. Namentlich beschäftigt sich die Darlegung mit der Haltung der verbündeten Regierungen zu der Flei sch - beschau-Frage. „Die verbündeten Regierungen," so heißt es in der Kundgebung u. A., „haben in der von ihnen gegebenen Begründung der (Fleischbeschau-) Vorlage zweifellos festgestellt, daß eine Untersuchung einzelner Fleischstücke voll- kommen werthlos ist, da viele der bedenklichsten Krankheiten nur durch eine Untersuchung des lebenden Thieres und der Eingeweide festzustellen sind. Im Gegensätze zu dieser grundlegenden Auffassung würde man aber bei Zulassung der Einfuhr von Pökelfleisch dem Auslande gestatten, das gesundheitsschädlichste Fleisch ungestört einzuführen, während imJnlande schon jedes fehlerhafte lebende Thier beanstandet würde. Fortan würde man also demJnlandsverbrauche zweierlei Fleisch darbieten: gesundes Fleisch von gesundem Vieh für die W o h l h a b e n d e n, unkon- trollirbares gesundheitsbedrohliches Jm- portfleisch für die Minderbemittelten." Unter solchen Umständen befürchtet dieKundgebung von der Wirthschaftspolitik der verbündeten Regierungen die schwerste Schädigung der Lanbwitthschaft unb verlangt zur Abwendung
Röschen begleitete den Bruder ein Stück des Weges. Mit den herzlichsten Worten und der Bitte um baldige Nachricht veradschiebete sie sich dann bei der nächsten Wegscheide.
Ä6 ------ Nachdruck verboten. I ™ ?ie folgenden Tage brachten trübes, regnerisches
I rv , . ,, . , Wetter, so daß man gezwungen war, im Hause
„Ja, aber nur will es scheinen, als ob Böhler zu bleiben.
Wich froh wäre daß ich in dem stillen Forst- So viel Dr. Malljrr auch hinter seinem Vor- youse so lange aushalte; er war es ja auch, der Hang nach dem Waldweg hinüber spähen mochte wich zuerst .auf den Gedanken brachte, hierher von der ersehnten Gistalt war nichts zu sehen. ihSe’enÄl.leb!nfaa* )atte et dabei seine be- Die Ungeduld trieb ihn durch den regennassen, londeren Gründe; er hat auch nie geschrieben, triefenden Wald, hinauf zum Forsthause. Doch d°k Ick t-ti« I still [ag dieses da, als ob es kein lebendes Wesen
enthielte. Nicht einmal die Hühner und Tauben wagten sich heraus, sie hockten eng aneinander geschmiegt unter dem etwas vorspringenden Dach des Stalles.
* Die Irachlvergüustiguuge« für bie Aohke«a«sfnHr nach dem Auslande sollen, wie berichtet, nach der Ansicht des Ausschusses des vreußischen LandeisenbahnratheS bestehen bleiben. Der Landeisenbahnrath hat sich mit großer Mehrheit diesem Beschlüsse angeschlossen. Im »Reichsanzeiger' werden als )ie für die Mehrheit bestimmenden Gründe olgende angeführt: „Bei Aufhebung der ermäßigten Ausfuhrtarife würde der Hauptzweck einer solchen Maßregel, die jetzt in's Ausland gehenden Kohlen den inländischen Bedarf zu er- -alten, nicht erreicht. Die Maßregel würde aber )ie Interessen der Eisenbahnen und der Kohlenindustrie schädigen, ohne den Kohlenverbrauchern einen nennenSwerthen Nutzen zu bringen." Dieses Letztere ist zu bezweifeln. Der Kohlen- industtte geht es gegenwärtig so vorzüglich, daß )ie Rücksicht auf diese jetzt hinter derjenigen für )ie Allgemeinheit zurücktreten müßte. Und die Interessen der Eisenbahnen kommen gegen diese allgemeinen Interessen gar nicht in Betracht. Die Gründe des LandeisenbahnratheS sehen deswegen ziemlich fadenscheinig auS und richtig gefallen werden sie ebenso wenig wie der gefaßte Beschluß nur den Kohlensyndikaten und den Großhändlern.
?. Trotz dieser Versicherung fühlte sie sich gleich xu^von zwei kräftigen Armen emporgehoben >). Waldemar konnte sich bei den Neckereien tfift . 'dm eines Lächelns nicht erwehren. Er Mi »"E f'ch jetzt zum Aufbruch, um den Zug nicht Io hatte sich wieder aufgehellt, und
üi schloß er, den Weg zur Station zu Fuß drum- n- Ein Fuhrwerk mußte immer erst Dörfchen, das am Ausgang des a9' bei ^gend einem Bauern entlehnt
D Berussvertretungen der Arbeiter.
Mit einer sehr wichtigen sozialpolitischen Angelegenheit wird sich der Reichstag nach den Osterferien auch noch oußer der Unfallversicherungs- Novelle zu beschäftigen haben: nämlich mit den verschiedenen, aus dem Hause gestellten Anträgen, die sich mit einer Erweiterung der Arbeitervertretungen beschäfkgen.
Der Anstoß dazu war, wie bekannt, von dem Eentrums - Abgeordneten Professor Hitze ausgegangen, der damit wieder einmal an der Spitze der sozialpolitischen Civilisation im Reichstage marschitte. Es wurde bei Beginn der Tagung am Ende des Jahres 1898 der Antrag Hitze- Lieber eingebracht auf Errichtung von Ar beits- fatnmern, nicht zu verwechseln mit den in Frankreich bereits bestehenden Arbeiterkammern. Die Arbeitskammern nach dem Anträge Hitze-Lieber sollen gemeinsam aus Vertretern der Arbeiter und Unternehmer gebildet werden; die französischen Arbeiterkammern sind reine Jntereffenoertrelungen der Arbeiter.
her ihre Wechsel mit ihrem eigenen (Selbe ein, aber der Schuldner hatte sich verpflichten müssen, die Summe innerhalb zehn Monaten zurückzuzahlen.
Wenn Röschen sich also während dieser Frist nicht verheirathete, um das Geld von dem unerbittlichen Vormund zu bekommen, was bann?
Waldemar riech der Schwester, boch möglichst Kalb nach ber Stadt zurückzukehren; bort würbe sich jebenfalls bald eine passende, ihr zusagende Panhie finden, worin er einzig feine Rettung vor drohender Schande erblickte. Er versprach, nimmer rasten und ruhen zu wollen, bis alle Schuld abgetragen, — aber lange, lange würde es dauern und sie müßte Geduld haben. Doch solle sie sich durch seine Nothlage niemals bestimmen lassen, eine Wahl zu treffen, die nicht vollständig ihren eigenen Wünschen entspräche» denn niemals würde er em solches Opfer annehmen. —
Röschen lächelte über den besorgten Bruder. Ihre Wahl würde schon so anSfallen, daß alle davon befriedigt sein würden.
Endlich, endlich brach die Sonne siegreich zwischen den Wolken hervor und lud gar freund- lick zu einem Spaziergang ein. Flüchtigen Fußes eilte Röschen den schmalen Pfad entlang, ihrem Lieblingsplätzchen zu.
Dr. Malljar mußte das Mädchen schon von weitem gesehen haben; er kam eben über die Brücke, einen Plaid in ber Hand, den er sorgsam auf die alte, noch feuchte Stern bank breitete, ehe Röschen sich noch darauf gesetzt hatte.
Mit leuchtenden Augen streckte er dem lieblich en Mädchen beide Hände entgegen: „Wir
Diesem ersten Anträge folgte ein zweiter, der von den nationalliberalen Abgeordneten Freche'rn v. Heyl und Baff ermann eingebracht wurde. Dieser zweite Antrag schloß sich an den Antrag Hitze-Lieber an und verlangte, daß die G e w e r b e - gerichte weiter ausgebaut und daß an den Orten, wo hinreichender Stoff dafür vorhanden ist, an den Gewerbegerichten besondere Ab- thellungen gebildet werden sollen, um Arbeitsämter darzustellen für das Handwerk, die Industrie und für industrielle Kleinbetriebe.
Außerdem wurde im weitern Anschlüsse an jene beiden Anträge ein dritter von den liberalen Abgeordneten Rösicke und Dr. Pachnicke eingebracht, der den Wunsch nach der Errichtung eines Reichsarbeitsamtes ausdrückte, dem „die Untersuchung und Feststellung der Arbeiterverhaltnisse im deutschen Reiche unter Hinzu- i Ziehung von Vertretern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber" anheimfallen sollte.
» Die erste Berachung dieser Anträge im Reichstage hat vor einem Jahre stattgefunden. Es zeigte
j fich dabei eine selten vorhandene Uebereinstimmung in ber günstigen Aufnahme ber Anträge. Auf der Recht-n, int Centrum unb bei ber Linken bereitete man bett Anträgen eine wohlwollende Aufnahme; nur die Haltung derer um Stumm war den Anträgen feindlich, und eine ähnliche Stimmung zeigte sich bei einigen Mitgliedern der freisinnigen Volkspartei. In sozialpolitischen Dingen sieht man häufig die Herren Eugen ---------------o ........vut«,
Achter und Freiherr von Stumm im Reichstage grundlose und völlig verkehrte Sozialdernokraten- einzige Rückschrittler das Jahrhundert in die angst sich dazu verleüen lassen, die Grund- Schranken fordern! Die Anträge wurden an gedanken der kaiserlichen Erlasse vorn Februar «ne Kommission verwiesen, nämlich an die um 1890 wie einen gefährlichen Explosivstoff ängst- fieben Mitglieder verstärkte Kommission zur Vor- kch unter Schloß unb Riegel zu verwahren, berathung de'-Gewerbe-Ordnungs-Nooelle; aber Nichts kann zur Förderung des sozialen es wurde bann still von ber Sache. Monate Friedens wehr beitragen als gerade die Annahme lang hätte man nichts von ihr, beim sie mußte und Verwirklichung biesersozialpolitischen Anträge! «roter eiligeren Dingen zurückstehen. ■"--i11 ? —
A Nunmehr ist bie Kommission zu bestimmten »> ♦ j.
dnchlüssen gelangt, bie eine Vereinigung der DkNlschkK
Anträge Hitze-Lieber und Frhr. von Berlin, den 7. April.
Me!.°d.^sermann barstellen. Diese Be- * Der yk. Mater nnb bie Mresse. Bischof , Wüfse^die^bereits bie Runde durch bie Presse | v. Anzer hat eine chinesische Zeitung gegrünbet,
mtf AnterHaltmtgs-Meikage „Mullrirte Sonntags-Bettung" “TääT“