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KuLöa, Samstag, den 7. April 1900.

27. Jahrgang

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licher erkennt man, daß es sich um eine Verge­waltigung schlimmster Art von Partei wegen handelt. Drei namhafte Nürnberger Sozialdemokraten sind mit einer genauen Darstellung dieses Falles an die Oeffentlichkeit getreten, und daraus erfährt man der Hauptsacke nach folgende Einzelheiten: Die guten Beträge, die das Nürnberger Parteiblatt abwarf, reizten den Neid der „Genoffen" auf, und man verlangte von ihm frischweg, das Blatt am 1. Januar 1900 ohne Entgelt an die Partei ab­zutreten. Gleichzeitig verlangte die Parteileitung Einsicht in die Geschäftsbücher des Derlei. Dieser weigerte sich durchaus, dem Ansinnen Folge zu leisten, worauf man ihm mit der Gründung eines Konkurrenzblattes drohte. Nachdem der nunmehr verstorbene Derlei ins Irrenhaus gebracht worden war, versuchten mehrere Parteiführer, die haupt­sächlich Herrn Derlei in dieser Sache drangsalirlen, durch einen hinlerlistigen Gewaltstreich besonderer Art das Blall in ihre Hände zu bekommen; sie ließen kurzer Hand ohne jegliche Berechtigung dazu in das Handelsregister eintragen, daß sie seit dem 30. März das Verlagsgeschäft der »Fränkischen Tagespost' betreiben I Natürlich ist die Eintragung ungiltig. Aber man ersieht daraus, mit welchen niedrigen Mitteln die Herren „Genoffen" arbei-

Mit Amerhattungs Meikage „Mustrirte Sonntags-Kettungs

bedeutend vermehrt. Wir machten glänzende Ab­schlüsse, doch „zufällig", wie ich in meiner Harm- losigkett dachte, befand Robert sich viel auf Reisen and für Zufall hielt ich es auch, daß gerade in dieser Zeit mehrere größere Zahlungen" gemacht werden sollten. Da Robert abwesend war, kam natürlich die Sache an mich, als den Stellver­treter und Kompagnon des Geschäftsinhabers. Ich handelte nach seiner Angabe, stellte Wechsel aus, wie jener es mich gelehrt. Wenn ich wegen der Höhe der Summen ängstlich wurde und ge­legentlich darüber Rücksprache mit meinem ver­meintlichen Freunde nahm, dann lachte er mich aus und versicherte mir, daß wir gut das Drei­fache der Summe an den Maaren verdienen würden.

Und so sind jetzt Wechsel in Höhe von zwanzig- laufend Mark von mir unterzeichnet im Umlauf. Jener elende Schuft aber hat alles, was möglich war, zu Gelbe gemacht, außenstehenbe Beträge einkassirt usw. Während ich immer nur so viel bekam, um eben leben zu können und bei etwaigen Klagen auf spätere Zeiten verwiesen wurde, hat er mit den eingeforderten Summen das Weite gesucht. Eines Tages erwartete ich ihn vergebens im Kontor, — er kam nicht mehr, und als es bekannt wurde, daß er fort war, da stellte es sich heraus, daß er ungeheure Schulden hinter­lassen hat. Haus und Geschäft wurde mit Be­schlag belegt, nichts nenne ich mein eigen, — dazu die Wechsel, die ich bezahlen soll, und derent­wegen man dem Hallunken, der mich ins Elend brachte, nicht einmal etwas anhaben kann, da sie zwar mit unserer Firma, jedoch mit meinem Namen als Unterschrift versehen sind."--

nicht helfen konnte, wußte sie wohl. Derselbe hatte nie Gelegenheit gehabt, Schätze zu sammeln. Die beiden Alten lebten zwar behaglich und ohne Sorgen, hatten auch einige Tausend Mark für den Nolhfall auf die Seite gelegt, aber das war auch alles.

Einen Augenblick dachte Röschen an Malljar, doch verwarf sie diesen Gedanken sofort wieder, da sie in die pekuniären Verhältnisse des Mannes keinen Einblick hatte. Daß er reich sein mußte, ging wohl aus seinem ganzen Auftreten hervor, aber ob er über große Baarmittel verfügte, wußte Röschen nicht. Und selbst wenn es der Fall war, was konnte das ihr nützen? Konnte man von ihm eine so große Summe verlangen? Nein, nein!

Welches Recht hatte sie an den Mann, der ihr wohl freundlich gesinnt zu sein schien, der auch ohne Zweifel ein weiches mitleidiges Herz und einen ausgezeichneten Charakter besaß, — aber nickts destoweniger konnte sie, gerade sie ihn um Hilfe für den Bruder ansprechen? Was zollte er von ihr denken, er, an dessen guter Meinung ihr so unendlich viel gelegen war! Wenn sie vor den Mann hintrat und sagte: mein Bruder hat Schulden gemacht, viel Schulden, würde er glauben, daß jener so vollständig unschuldig an der Sache war? Röschen schüttelte heftig den Kopf.

Waldemar bemerkte es mit trübem Lächeln, doch sprach er kein Wort. Auch als die beiden endlich im Forsthause anlangten, sank der junge Mann wie kraftlos in den nächsten Stuhl und legte schweigend den Kopf in die Hände.

Das Unglück hatte den lebensfrohen, heiteren Menschen ganz stumpfsinnig gemacht.

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einzuverleiben, namentlich dem Ministerium des L Innern, ober aber ein eigenes Ministerium daraus k zu machen, ist eine brennende Frage; denn das k. Kultusministerium wird durch diese lästige Zu- ■- gäbe vollkommen überlastet. In diesen Tagen wurde in i>er Presse berichtet, die Uebertragung auf das Ministerium des Innern sei beschlossene Sache. Aber nach einer augenscheinlich offiziösen Mittheilung der.Berliner Neuesten Nachrichten' befindet sich diese Frage „noch im Stadium der Erwägung". Die Bedenken liegen nach dieser Mittheilung darin, daß man auf jeden Fall den Zusammenhang erhallen will zwischen dem Kultus­ministerium und den medizinischen Wissenschaften und ihren Vertretern an den Universitäten, und das ist freilich ein wohl begründeter Wunsch. Auf bie enbgiltige Entschließung wirb man also noch einige Zeit zu warten haben.

X Die Irachtermäßignug für die Koh ketttmsftrhr nach dem Auslands soll den preußischen Landeseisenbahn rath be- jchäfligen, der am heutigen Freitag in Berlin zu einer Berathung zusammentritt. Das ist ganz gut und schön. Die Hauptsache dabei ist doch aber ein gemeinsames Vorgehen der verbündeten Regierungen und gerade damit hat man es gar nicht eilig. Nach Ostern erst soll eine Konferenz im Reichseisenbahnamt zusammen­treten, um jeden einzelnen Kohlentarif darauf hrn zu prüfen, ob und welche Bedenken seiner Aushebung entgegenstehen. Darüber und bis zu bestimmten Beschlüssen der verbündeten Re­gierungen kann dann ganz leicht wiederum ein

Sachsen-Meiningen 2,356.978 Mk., Sachsen-Alten­burg 1,816,172 Mk., Sachsen-Koburg und Gotha 2,181.697 Mk<» Anhalt 2,954,196 Mk., Schwarz- burg-SonderShausen 786,388 Mk., Schwarzburg- Rudolstadt 893,264 Mk., Waldeck 581,837 Mk., Reuß ält.L. 679,560 Mk., Renß jüng L. 1,330,858 Mk., Schaumburg - Lippe 415,223 Mk., Lippe 1,358,295 Mk., Lübeck 830,268 Mk., Bremen 1,978,248 Mk., Hamburg 6.865,625 Mk. und Glsaß - Lothringen 16,608,500 Mk, zusammen 527,662.374 Mark.

toten, um auf jeden Fall Herrn Dertet oder seine Witlwe um ihr rechtmäßiges Eigenthum zu bringen. Und dabei war Herr ©eitel stets einer der eisrig- sten, uneigennützigsten und aufopferungssreudigsten sozialdemokratischen Parteigänger, dem die Partei sehr viel zu verdanken hat!

• Wer nicht parirt, der fkiegt! Dieser schöne Freiheitswahlspruch her Herren „Genossen" wird durch ein neues Beispiel klar gemacht. In Dresden erscheint die sozialdemokratische ,Sächsische Arbeiter-Zeitung', die lange Zeit von dem sozialdemokratischen Schriftsteller Ledebour geleitet worden ist. Herr Ledebour gehört zu her radikalen Richtung rn der Sozial­demokratie, während bekanntlich die leitende Berliner Parteistelle gegenwärtig mehr der andern Richtung angehört. Da gab e8 denn mehrfach Meinungsverschiedenheiten und Auseinander­setzungen, und jetzt ist Herr Ledebour ganz ein­fach von seinem Dresdener Posten weggedrängt und durch einen Mann nach dem Sinne der

i: ein herrliches Beispiel für s deutschen Bureaukratieschnecke.

©djon im Januar versicherte Minister v. Thielen im Reichstage, die Erwägungen seien ein» geleitet; nun kommt es glücklich nach Ostern zu der ersten vorbereitenden Konferenz ! Der Aus­schuß des preußischen Landeseisenbahnrathes ist nach mehrstündiger Berathung zu dem ein­stimmig gefaßten Beschlüsse gelangt, daß es „*en wirlhschaftlichen Verhältnissen des Landes nicht entsprechen würde, die Aufhebung der Kohlenausfuhrtarife eintreten zu lassen". Auf die Gründe, die für diesen Beschluß maßgebend waren, wird man im Lande außerordentlich Neugierig fein. Einstweilen darf der Ausschuß des Landeseisenbahnrathes getrost annehmen, daß er sich in unmittelbaren Widersprach mit der öffentlichen Meinung gesetzt Hal.

_ X Der sozialdemokratische chewalt- streich gegen den „Genossen" Derlei in Rürn- perg gewinnt nicht durch die Nachrichten und Auf­schlüsse, die noch nachträglich über ihn an die Oeffentlichkeit gelangen; im Gegentheil! Je mehr Einzelheiten darüber bekannt werden, desto deut-

Berliner Parteileitung ersetzt worden. Der Vorgang ist wiederum sehr lehrreich und zeigt von neuem, was man von den elenden Heuchler­redensarten über die Freiheit und Brüderlichkeit unter der Herrschaft der Sozialdemokratie und in dem sozialdemokratischen Zukunftsstaate zu halten hat. Diese angebliche Freiheit ist nichts weiter als die unerträgliche, roheste Vergewaltigung der Einzelnen und deren vollendete Freiheits­beraubung !

* Die Watrikukar Aeiträge sind zufolge der von uns vor einigerZett anläßlich der zweiten Ecatlesung schon erwähnten Beschlüsse des Reichs­tages zum Etat auf die Bundesstaaten ro e folgt vertheilt: Preußen 320,955,469 Mk., Boyern 59,193,009 Mk., Sachsen 38,144,485 Mk., Würt­temberg 21,304.345 Mk., Baden 17,458.589 Mk., Hessen 10,465,376 Mk., Mecklenburg - Schwerin 6,017,576 Mk, Sachsen-Weimar 3,416,707 Mk., Mecklenburg-Strelitz 1.022 745 Mk., Oldenburg 3.764,425 Mk., Braunschweig 4,373 538 Mk ,

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Deutsches Keich.

Berlin, den 6. Aprrl.

+ Das preußische Kultusministerium von bet Medizinal-Abtheilung zu befreien

gelegt bat. Das Programm bezweckt, diesen in Preußen bisher nicht zur völligen Entwicklung gelangten Zwe-g der gewerblichen Verwaltung auf die Höhe zu bringen, in welcher er in einigen anderen, namentlich sübwestdeutschen Bundesstaaten steht. Wieviel in dieser Hinsicht in den letzten Jahren unter der förderlichen Mitwirkung der Finanzverwaltmig geschehen ist, erhellt aus der Thalsache, daß der Etat des gewerblichen Unlerrichlswesens von 3 295,000 Mk. im Jahre 1896/97 bis zu 5 623,000 Mk. für das Jahr 1900gestiegen ist. Weitaus am stärksten sind die Aufwendungen für die vom Staate selbst unterhaltenen Fachschulen gewachsen. 1896/97 beliefen sich die bezüglichen Ausgaben auf 1.326,000 Mk., in dem Etat für 1900 find dafür 3.063,000 Mk. ausgebracht. Es liegt zunächst in der Absicht, noch im Verlaufe der jetzigen Tagung des Landtags den technischen Beirath für das gewerbliche Unterrichtswesen zu berufen und diesen gutachtlich über die zu dem Ende noch zu ergreifenden Maßregeln zu hören. Dabei dürfte u. A. auch bie Frage zur Erörterung gestellt werden, wie zweckmäßig für die Befriedigung des stetig steigenden Bedarfs an Lehrkräften für die mittleren und niederen gewerblichen Unterrichtsanstalten zu sorgen fein wird.

ti Das alte sächsische Kartell zwischen den Konservativen und Nrtionalliberalen kracht chon lange in allen Fugen. Jetzt geht es all­mählich vollkommen in die Brüche. „Das Kartell — so klagt ein nationalliberales sächsisches Blatt — rst für den sächsischen Liberalismus verhängnißvoll geworden . . . Der schwächere der Bundesgenossen (die Nationalliberalen) ist dem stärkeren Unter- tban geworden . . . Bei den Landtagswahlen ver­hinderte die konservative Partei fast regelmäßig die Aufstellung solcher Kandidaten, von denen eine entschiedene Vertretung der liberalen Grundsätze zu erwarten stand . . ." Dieses letztere kann man nun eigentlich den sächsischen Konservativen nicht verdenken. Mit dem Liberalismus geht es aber allenthalben abwärts, mit Kartell oder ohne Kartell; und die Zeit wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen, in der man von dem Liberalis­mus nur noch wie von einer vergangenen Größe sprechen wird!

* Die freie Iahet der Kerre« vo« der Kiseuvayuverwattuug. In der Sitzung des Abgeordnetenhauses t$om 1. März b. I. führte ber Abgeordnete Saenger bei ber Befürwor­tung einer Verbilligung ber Personentarife aus, es fei ganz erklärlich, daß in bett Kreisen bet Eisenbahnverwaltung kein Bedürsniß für eine Er­mäßigung oothanben fei, denn bie Herren hätten ja für ihre Elfenbahnfahrten Freifahrscheine, womit natürlich nicht gefügt werden sollte, daß biefe Herren ihre Fahrten nicht zu bezahlen brauchten. Hierauf antwortete der Eisenbahn­minister wörtlich: „Ich werde auf die Reform ber Personentarife nicht eingehen, muß aber Widerspruch dagegen erheben, daß der Minister mit seinem Stabe, ber bie Tarife feflftellt, gar keinen Begriff für bie Bedürfnisse habe, weil er mit feinen Leuten aus dem Ministerium auf Frei­karten reife! Das ist nicht der Fall. Ich habe, so lange ich im Ministerium fitze, noch nie eine Freikarte gesehen, und meine fämmtlichen Herren auch nicht (Hört, hört!) Also das ist ein Jrr- thum. (Hört, hört! rechts.) Freikarten haben nur bie aus führenden Beamten draußen; bie müssen sie auch haben. Aber die machen nicht die Tarife, sondern die Tarife werden im Mi­nisterium gemacht. Also Freikarten besitzen wir nicht; wir zahlen genau so, wie jeder andere; ich gehe genau so an den Schalter wie Sie und bezahle mein Gepäck ebenso wie Sie. (Bravo!) Das thuen alle meine Beamten auch. Also darin find Sie im Jrrthum." (Ruf rechts: War ein großer Reinfall! Heiterkeit!) — Und doch war es nur Silbsnstecher^i, denn wenn der Minister und feine Räthe ihre Fahrscheine genau so wie jeder andere bezahlen, können sie auch — und hierin unterscheiden sie sich von anderen Reisenden — nach den bestehenden Bestimmungen für ihre Dienstreisen, und das werden ja wohl fast alle ihre Reisen sein, Kilometergelder in Höhe von 9 Pfg. für jedes durchfahrene Kilometer liquibtren. Wenn dis Herren also einfache Fahr­scheine erster Klaffe im Schnellzuge benutzen, so erhallen sie den verauslagten Betrag zurück. Wenn sie aber Rückfahrkarten erster Klaffe, oder gar solche Karten zweiter oder dritter Klasse be­nutzen, so haben sie für jedes durchfahrene Kilo­meter einen haaren Verdienst von 3 Pfg., 4l/a Pfg. ober 6 Pfg., je nach dem.

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**, Iierti«, 6. April. Der Kaiser machte heute Vormittag mit dem Prinzen Heinrich eine Spazierfahrt. — Wie e8 heißt, beabsichtigt die Königin Viktoria von England dem deutschen Kronprinzen zu seinem 18. Geburtstage am 6. Mai den Hosenbandorden zu verleihen. Die Insignien dieses Ordens sollen vom Herzog von Connaught oder vom Herzog von Jork nach Berlin gebracht werden. — Die Nachricht, daß der württembergischeMilitärbevollmächtrgte,Generalleutnant Freiherr v. Walter seine Stellung und den aktiven Dienst aufgebe, bestätigt sich. — Der bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld verläßt heute Berlin mit Urlaub, um die Osterferien in seiner Heimath zu verleben. — Beim Staatssekretär des Auswärtigen Grafen von Bülow fand gestern Abend ein Diner statt, zu welchem zahlreiche Abgeordnete Einladungen erhalten hatten. — Der Oberpräsident v. Goßler hat sich am Mittwoch etter schweren Operation durch Prof. v. Bergmann unterzogen. Dem Patienten ist die rechte Niere heraus­genommen worden — Die Frage, ob die Medizinal­verwaltung vom Kultusministerium abzutrennen und das Ministerium des Innern zu übertragen sei befindet sich nach den ,Berl. Reuest. Nachr/ noch im Stadium der Erwägungen.

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Erzählung von Irene von Hellmuth.

25 ------- Nachdruck verboten.

■ »Du — Schulden," — schrie Röschen auf, ..aber ich begreife nicht, — wie kommst Du denn dazu, Schulden in solcher Höhe zu haben?" k höre"^" c$ anfangs auch nicht, aber

Waldemar schöpfte tief Äthern, ehe er begann: "Ein einziger Fehler, den ich bei dcr Sache iss dsr- daß ich leichtgläubig und ver­bauend mlch m bte Hände jenes Elenden begab, V mir unter der Maske der Freundschaft 1 M nähern wußte, als er erkannt hatte, daß ich | ledes Mißtrauen in die Falle ging. Das ,?°nze scheint ein Akt der Rache zu fein, weil ich mein Zuthun das Mädchen abspenstig Äe' baS er liebte. Konnte ich denn dafür, I 2 °as reine Herz des Mädchens sich mir, statt I -^uwandte? Hätte Lärchen ihn geliebt, ohne K?. ®.°f würde ich verzichtet haben, wenn es mir r schwer gefallen wäre, sie zu verlieren.« di- ^Erzähler machte eine Pause und preßte /Panbe an die pochenden Schläfen, um sich

V'gen; dann fuhr er in mattem Ton fort: bor»'» te das Geschäft von Robert Buch- bor” AU' den ich als meinen Wohlthäter pries, unx 'ch D-r bereits zu Pfingsten genau erzählt, 8or4e2nn iaT\ro?e ®u weißt, die Hochzeit mit schzAn. Bis dahm ging alles gut. Im Ge- ^tte ich nttch bald tüchtig eingearbeitet.

• pra.$ wir goldene Berge und machte äufe im größten Maßstabe, der Umsatz wurde

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+ Die Anstellung von Aegiernvgs- und Gewerüeschttträlhe« bei den preußischen Provinzialbehörden bezeichnet, so wird offiziös geschrieben, einen weiteren Schritt zur Durchführung des Programms, welches der Handelsmimster bei feinem Amtsantritt in Be­zug auf die Entwicklung des gewerblichen Unterrichtswefens in dem Landtage dar-

Stöhnend und erschöpft hielt der junge Mann inne, indeß Röschen nichts zum Tröste des ge­liebten Bruders zu sagen wußte.

„Ich habe bis jetzt alles Mögliche versucht, um wenigstens Arbeit zu bekommen; allein trotz­dem ich meine Unschuld betheuere, mißtraut man mir und schickt mir fort. Wäre mein armes, bedauernswerthes Weib nicyt, — ich wollte schon alles mit Ergebung in Gottes heiligen Willen ertragen, aber meine liebe Frau unglücklich zu sehen, das geht über meine Kraft."

Röschen faßte nach des Bruders Hand und obgleich sie selbst das Trostlose der gegenwärtigen Lage einfah, versuchte sie dennoch, den Muth- losen aufzurichten.

„Du warst freilich viel zu leichtgläubig und unerfahren," sprach sie, „aber es muß sich ein Mittel finden, Waldemar, wie Dir geholfen wer­den könnte. Komm, laß uns zum Onkel Förster gehen, viellnckt weiß er Rath in dieser ver­zweifelten S 'che. Nur nicht den Kopf verlieren, mein Waldi! Blicke nicht so starr und hoffnungs­los darein, wie werden schon etwas ausdenken."

Der junge Mann lachte so schrill auf, daß es Röschen ins Herz schnitt und willenlos wie ein Kind folgte er der Schwester, die sich nicht merken ließ, wie traurig es ihr zu Muthe war, sondern scheinbar ruhig und zuversichtlich aussah.

Ein scharfer Wind blies von Westen her, dazu fing es jetzt stark zu regnen an. die kalken Tropfen schlugen den Geschwistern ins Gesicht; sie beeilten sich daher, möglichst schnell das schützende Dach zu erreichen.

Unterwegs zermarterte sich Nörchen den Kopf, einen Ausweg zu finden; denn daß der Förster