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IrrLöa, Freitag, den 6. April 1900.

27. Jahrgang.

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Reklame»- und Anzeigentheil.

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Römische Briese.

XXIII.

□ Rom, 2. April 1900.

giano für die Ausstellung nachParis zu sen­den. Diese Gegenstände, welche einen sehr hohen Kunst- und auch maieriellen Werth besitzen, wer­den mit anderen ähnlichen Gegenständen die sogen. „Ausstellung der Missionen" bilden. Tie bestehen in den von den ersten Missionären mitgebrachten Götterbildern, heiligen Geräthschaften und Kultus- Utensilien, namentlich der Indier, der Chinesen und Japaner; u. A. befinden sich darunter das Modell eines Brahminen-Tempels, ein Kunstwerk von unschätzbarem Werthe in Bezug auf Arbeit und Kostbarkeit des Materials. Zwei auf Palm­blättern geschriebene Alphabete aus Siam und Kambodja werden die Bewunderung aller Ethno­graphen erregen. Das General-Kommissariat der Pariser Ausstellung hat eigens einen Vertreter hierher gesandt, welcher die Gegenstände in Empfang nimmt.

Alle italienischen Blätter, jedes von seinem Standpunkte aus, beschäftigen sich mit der Re­form des Reglements derDeputirtenkammer, um dem Präsidenten die absolut nöthigen Voll­machten zur Aufrechterhaltung der Ordnung und in letzter Linie auch des Ansehens und der Wünsche selbst zu verleihen. Denn das Parlament Ita­liens ist das einzige ia Europa, welches keine weiteren Diszjplinarmittel gegen widerspenstige Abgeordnete kennt, als den Ordnungsruf. So­bald ein Dkputirter diesem nicht Folge leistet, ist die Kammer und ihr Präsident machtlos. Die zeitweilige Ausschließung, welche in allen anderen Parlamenten zu Recht besteht, kennt man hier nicht. Um sie nun einzuführen, darüber zerbrechen

Schluß der Audienz versprach der hl. Vater dem Besucher seine Photographie mit eigener Widmung, als Zierde für den Tisch, auf welche die Storia dei Papi geschrieben würde. Der Papst ertheilte Professor Pastor beim Ab­schied den apostolischen Segen für sich, seine Familie und seine Arbeiter, sowie auch für die Urfulinerinnen in Innsbruck, bei welchen die Töchter Pastors in die Schule gehen. Professor Pastor geht von hier nach Neapel und nimmt nach Ostern seine Thätigkeit wieder auf.

Auf der Pariser Weltausstellung wird auch Rom, und zwar das katholische Rom, ver­treten sein. In seiner Sympathie für Frankreich, als die Erstgeborene der Kirche, hat Papst Leo XIII. den Oekonomie-Präfekten der Propaganda-Kon­gregation, Kardinal Vanutelli, angewiesen, die größten Kunstgegenstände aus bem Museo Bor-

fich die Politiker und Parlamentarier den Kopf, denn während derBerathuna eines etwaigen darauf bezüglichen Antrages kann die Obstruktion die Ver­handlung wieder durch tausend verschiedene Mittel verhindern und durch namentliche Abstimmungen und Zwischenanträge in's Unendliche verschleppen. Daher die momentane Rathlosigkeit un­serer gegenwärtigen Machthaber.

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«Achse«, ajvollfleischige, ausge­mästete h. Schlacht- werthes, h. 6 I. alt (mind. 12. (Str. Lbg.) b) junge, fleisch., nicht ausgemäst. und ältere ausgemästete . . . c) mäßig genährte junge u. gut genährte ältere d) gering genährte jed.

Alters.....

Mulle«.

a) vollfleischige, höchst Schlachtwerth.,mind.

15 Str. Lbg. . . .1 b) mäßig genährte jüng.

u. gut genährte ältere I c) gering genährte . .

Järse« und Kühe, a) vollfleisch.ausgemäst.

Fürs, hchst. Schlacht- werlh. (wenigstens 11 Str. Lbg) . . . . b) vollfleisch.ansgemäst.

Kühe höchst. Schlacht­werth., bis zu 7 Jahr., mind. 12 Str. Lbg. . c) ält. ausgemäst. Kühe und wenig gut ent­wickelte jüngere Kühe und Färsen . . . d) mäßig genährte Kühe und Färsen . . . e) gering genährte Kühe und Färsen . . .

Kälver.

a) feinste Mast- (Voll- mUchmast) und beste Saugkälber (mind.

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Schlacht- proc. auf 100 Psd. Lbg.

Sii He Xetottie« 3ef.Z<»*, für 3wj«aU 3. ix Jxlt«.

Auf der binnen Kürze zu eröffnenden Pariser Weltausstellung wird die Ausstellung „Alt-Paris" einen hervorragenden Platz einnehmen. Dieselbe ist sehr pitoresk gestaltet und liegt, wie unsere beistehende Abbildung erkennen läßt, unmittelbar an der Seine, an deren Nordufer sie sich eine beträchtliche Strecke entlang zieht. Die Baulich keiten entsprechen genau den historischen Bauten des alten Paris; sie sind zum großen Theil auf Pfahlrost und in das Wasser hinein gebaut und ihre Gruppirung ist malerisch schön. Ueberall tragen sie Erker und Balkone, ihre spitzwinkligen Dächer und das buntbemalte reich mit Schnitzereien geschmückte Balkenwerk geben ihnen ein originelles Gepräge. Die Gebäude sind alle nach berühmten Mustern errichtet; so finden sich hier getreue Nachbildungen des Geburtshauses Molieres und des Gebäudes vom „Grand Coq", dem „Großen Hahn", wie man d>e Druckerei Theophraste Renaudots, des Gründers der,Gazette', nannte. Nicht weit von hier steht ein sehr bemerkens- werthes Gotteshaus, die Kirche St. Julien des

220 Psd. Lbg. . . b) mittt Mastkälber und gute Saugkälber . . c) gering. Saugkälber . d) älter, gering genährt.

Jungvieh (Fresser) .

Schafe.

a) Mastlämmer u. jüng. Masthammel o.mind.

95 Psd. Lbg. . . . b) ältere Masthammel. c) mäßig gen. Hammel u.

Schafe (Merzschafe). d) Holst. Niederungs - schafe und Lämmer (n. Lbg.) ....

Schweine.

a) vollst, der fein. Rassen u. deren Kreuzungen bis zu 1^/« J.,v.220b. 300Pfd.Lbg. . . .

b) Käser.....

o) fleischige . . . . d) gering entwickelte. . e) Sauen u. Eber. . .

und höher — 14 Meter! — Porto- und zollfrei zugesandt! Muster umgehend; ebenso von schwarzer, weißer u. farbiger „Henneberg-Seide" von 75 Pf. bis Mk. 18.65 per Meter G. HßnneM Seiien-Fatirikant (t. u. k. im.) Med.

Schlachtvichprelse nach Lebendgewicht auf Grund amtlicher Marktberichte zusammengestellt und nach eigenen telegraphischen Berichten bearbeitet von der Eenlraklkekke für Diehverwerthnna der preußische« Landwirthschaflskammer« Aerki« W., Köthener Straße 39.

+ Dachüeiue au» Papier. Eine amerikanische Firma bringt einen neuen Artikel auf den Markt. Es handelt sich um Dachsteine aus gehärtetem Papier, welche bereits in großen Mengen hergestellt werben Diese Dachsteine sind nach einer uns zugegangenen diesbezüglichen Mittheilung des Patent- und technischen Bureaus von Richard Lüders in Görlitz äußerst hart und widerstandsfähig und der Firniß, welcher denselben bedeckt, gleicht einer Art Lack. Sie sind besser ge­arbeitet, als der gewöhnliche ähnliche Artikel und werden in Bezug auf Form und Farbe je nach den Wünschen des Käufers hergestellt.

[] Eine neue Tragbahre in der französischen Armee ist zur Zeit Gegenstand eingehender Versuche. Diese Bahre, welche zum Transport verwundeter bezw. gefallener Soldaten dient, besteht nach einer Mitthei­lung des Patent- und technischen Bureaus von Rich. Lüders in Görlitz aus zwei gleichen Theilen, welche in der Mitte vereinigt werden. Um den menschlichen Körper auf diese Bahre zu bringen, hat man nicht nöthig, denselben hoch zu heben — was bei Verwun­dungen unter Umständen lebensgefährlich ist, sondern man schiebt die beiden Hälften von beiden Seiten unter den Körper, und vereinigt sie dann. Diebeiden eitlichen Träger der Bahre, bereit Enden als Hand- piffe ausgebildet sind, tragen an ihrer unteren Seite Verbindungsglieder, mittelst welcher sie leicht auf den Federn einer Axe befestigt werden können, aus deren i toben Laufräder nach Art der Fahrradräder sitzen, lm den Körper des Gefallenen auf die Bahre zu bringen und mit letzterer hoch zu heben, genügen zwei Mann und zum Transport vom Schlachtfelde ein ein­ziger. Denselben Vortheil, den die neue Bahre gegen­über den bisherigen beim Aufbahren des Körpers ge­währt — nämlich denselben nicht zu bewegen — ge­währt sie auch beim Niederlegen desselben auf das Bett, indem die beiden Theile seitlich unter dem Kör­per fortgezogen werden.

* Ganz überflüssig. Bierhuber (der in einem Gebtrgsthale auf der Veranda eines Gasthauses sitzt und die Leute betrachtet, die in der Sonnenhitze zu dem Gasthause auf den Gipfel emporklimmen): „Sie, Kellner!" — Kellner: „Sie wünschen?" — Bier­huber : „Gibt's in dem Wirthshause droben a anderes Bier, als hier'unten?" — Kellner: „Nein,

| Zweites Wkltt.1

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ganj das gleiche!" — Bierhuber: „Ja, warum steigen denn dann die Esel den Berg 'nauf?"

* Schlechte Ausrede. „Aber Willy, jetzt ist's ätoölf Uhr . . . und Du wolltest doch nur ein einziges Glas Bier trinken!" — „Ja, denke Dir so'n Pech. Der Wirth konnte mir nicht auf zwei Thaler heraus­geben, und da habe ich das Geld abtrinken müssen!"

* Der eifrige Johann. Herr: „Johann, geh' doch mal m die Apotheke und hole mir ein Antipyrin- pulver, ich habe schreckliche neuralgische Kopfschmerzen." — Diener: „Soll ich nicht auch einen sauren Hering mitbringen? Das hilft bei mir immer."

Srschewt täglich, Ausnahme bet

Sonn- und Feier- tage. Bierteljährl.

»hne Bringerlohn and Bestellgeld in ffiutba und au»- Art» IM. 50 Pf.

*) Kälber- und Schafe - Notiz vom 30. März.

Vorstehende Preise verstehen sich für 100 Pfund Lebendgewicht; auf die Notizen für Schweine rechnet Berlin 20 pSt„ die übrigen Märkte ca. 20-22 pSt. Tara ab.

Insoweit nicht Marktnotirungen nach Lebendgewicht vorliegen, sind die Schlachtgewichtpreise mittels der an­gegebenen Schlachtprozente umgerechnet.

Ein Ereigniß für die Römer, ja sogar eine ! Art „Affaire" für die Sensationsbedürftigen, war die Angelegenheit des Fastenpredigers von San Carlo al Corso, des Franziskanerpaters Theodosius da Sandetole. Er war der Fasten­prediger ä la mode geworden, seine Worte riefen I gewaltigen Eindruck hervor, die geräumige | Kirche war buchstäblich überfüllt und auf der I Straße noch drängten die Leute und warteten I geduldig stundenlang, um den Gefeierten wenig­stens zu sehen, wenn ir in seinen Wagen stieg. Anfangs applaudirten seine Zuhörer in der Kirche selbst, die Heiligkeit dcZ Ortes vergessend. Als der bescheidene fromme Pater sich dies verbat, wurden ihm die Ovationen auf dem Karls- plah dargebracht. Anfangs geschah dies in einer Form, über welche sich Niemand beklagen konnte. Bald aber nahmen diese Demonstratwnen den­jenigen Charakter an, welchen das südliche, heiß- I blütige Temperament der Römer bald einer jeden, I noch so gut gemeinten Kundgebung auforückt: I Ein Haufen Neugieriger fand sich allabendlich vor I der Kirche ein, dieser Haufen wuchs in's Riesige, I et slörte den Verkehr, Polizei und Gendarmerie I mußte einschreiten. Ein gewisser jugendlicher I Theil der Bevölkerung, namentlich derjenige, dem I man mit Recht oder Unrecht den Namen" „Sm- I dkntenschast" beilegt, benutzte die Gelegenheit zu I emem „Ulk" oder einer „Hetz", zu denHoch- I rufen auf P. Theodosius gefeilten sich solche auf I Gwrdano Bruno, es kam zu unliebsamen Auf- I rntten, der Prediger suchte bereits eine Seiten- I rhur aus, um die Kirche nach den Predigten zu I verlassen. In den letzten Tagen nun fürchtete I man von Seiten der Radikalen ernstliche Ruhe- I r wurden plötzlich an den Thoren

Ihcr Kirche Bekanntmachungen des ^Vikariats I ""geschlagen, welche „wegen der gleichzeitig statt- I Abenden Missionen" die Predigten inhibirten. IDiese weiseMaßregel der kirchlichen Behörde I hat nun auf Alle den allerbesten Eindruck qe- I «acht. Den liberalen, auch hier stets die „Frei- I ?eit" im Munde führenden Ruhestörern ist nun I leder Vorwand genommen und Ruhefrieden ist I wieder zurückgekehrt.

I 3« den Pilgerfahrten ist in den letzten I W« em naturgemäßer Sillstand eingetreten, I welcher bis Ostern andauern wird. Die Geist- I Jen sind in ihren eigenen Gemeinden be- I jastlgt. Dafür sind gegenwärtig viele Einzel- I puger angekommen.

I Der am 17. ds. Mts. beginnende Archäo- I °8en-Kongreß verspricht großartig zu werden. I ""er den bereits Angemeldeten befinden sich auch Idle Professoren Bilczewski von Lemberg, Ehr- I Wtb und Swoboda von Wien, Strzgowski von I Eraz, Sdralek, von Breslau, Müller von Berlin, I vchultze von Greifswald und Petersen vom »deutschen archäologischen Institut in Rom. Den I ^ngressisten ist der Palast der Universität von I Moumare zur Verfügung gestellt, woselbst eine I Ausstellung von Gegenständen der christlichen I Archäologie sowie u. A. auch Nachbildungen der I berühmten Wilpert'schen Katakombenbil- I ?et Platz finden werden. Auch eine dem Laien I . pressante und nützliche Sammlung wird man j In 1 f'he" können, nämlich eine solche von »archäologischen Falsifikaten und für den I-vandel" bestimmten Nachahmungen und Fäl- I iÄetL Namen und im Auftrage des I .^pstes wird der Fürst-Thronasfistent Colonna I ein historischen Palaste den Kongressisten I Leben und auch das hiesige Komitee, I p ” auch unsere Landsleute Msgr. Wilpert, | ^riesar sowie der Baron Kanzler angehören, I sn.R. Jur gesellige Unterhaltungen, gemeinsame Besichtigungen und Ausflüge sorgen.

Snnij” 27‘ ”• Nits, wurde unser berühmter in man"<’ Professor Pastor von Innsbruck uger Prwataudienz vom hl. Vater empfangen iwar in der liebenswürdigsten Weise aus- &Äet v ®er Papst empfing den gelehrten wr Geschichte der Päpste in seinem betn unb Professor Pastor hörte aus

sein- des Papstes das höchste Lob über bereits •lte"' ?ou. denen Leo XIII. selbst Banb etl?enr t" italienischer Sprache erschienenen Heili„»^ Esen hatte. Sehr erfreut war Se.

f bLEt Professor, auf Befragen die Ma» e Aufnahme und Bereitwilligkeit schilderte,

ün or 55 . der vatikanischen Bibliothek sowie

I von fettens der Beamten und besonders Itten Ehrle und der Monsignori »et unv Melampi gefunden habe. Zum

mit Nnkerstaktungs-Meitage „Muffrirte Sonn1ags-Mtrmg°° *■'

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Msnvtriers, welche den Zünften der Minnesänger, Musikanten und Tanzmeister gehörte. Neben der Kirche fehlt nicht die zünftlerische Kneipe, die auch heute in getreuer Nachahmung existirt. Im alten Paris wird auch die historische Be­völkerung zahlreich vorhanden fein, vor Allem wird sie um den weltberühmten Pont au Change, jene im 16. Jahrhundert erbaute nach dem CHLtelet hinaufführende Häuserbrücke beschäftigt sein. Dort wird wie in alter Zeit sich die vornehme Pariser Welt konzentriren, um die Luxuswaaren aller Völker, die hier von herzu­gereisten Händlern feilgeboten werden, zu besehen und zu kaufen. Alle Einzelheiten dieser Aus­stellung im Voraus zu beschreiben, würde zu weit führen, es sei daher nur kurz erwähnt, daß „Alt-Paris" der Weltausstellung eine bis in die Einzelheiten getreue Nachbildung der historischen Baulichkeiten in allen Details und der bemerkens- werthesten Paläste und Gebäude der damaligen Zeit enthält.

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