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HL 77.
Iu0öa, Dienstag, den 3. April 1900.
27. Jahrgang
Meinungen
's ist auch Besuch ge-
If
kommen heute.
und
„Mädel —, Du, — Du —
brummt, so daß ich fort gelaufen bin. Dich zu holen und Du sitzest richtig noch da."
»Ich, — ich wußte gar nicht, daß — es bereits so spät ist«, — stotterte Röschen, indeß die Männer sich mit einander bekannt machten.
Es verging fast noch eine Viertelstunde, ehe
man sich trennte. Das junge Mädchen schritt, 9_p_ w. llvlu,t, u. schwelgend neben dem Onkel hm, den Hut in der nicht mehr lieb bat Hand tragend. 1 —-7 - - *
«geuschaft an die Regierung zu Potsdam. — Die a m t- Korrespondenz' erfährt heute, daß die Beschlüsse der Kommission zur Borberathung der Waarenhaussteuer-Borlage, welche dem Zweck des Gesetze? durchaus widersprechen und eine Tr- Drosselung der Waarenhäuser deutlich erkennen tl>sse, fur die Staatsregierung unannehmbar fei. 7 Wie die »Kreuzztg/ berichtet, wird demnächst noch ein Landrath, der wegen Abstimmung über die Kanalvorlage zur Disposition gestellt worden war, in den Staatsdienst wieder eingestellt, und zwar handelt es sich um die Berufung in die Oberrechnungskammer.
über London, sehr viel Schlimmes dazu geloge», was gar nicht vorhanden ist. In diesem Sinne schreibt auch neuerdings die halbamtliche «Nordb. Aügem. Ztg.: „In den letzten Tagen find in der Tagespresse beunruhigende Nachrichten über bew Zustand der Plantagen in Kamerun aufgetaucht. Es ist schon seit langem von de» kaiserlichen Gouvernement in Kamerun auf die besoubers schwierigen Arbeitsverhältniffe im ganzen Schutzgebiete aufmerksam gemacht worden, und die kaiserliche Regierung ist bemüht gewesen, der immer mehr zunehmenden Arbeiternoth auf den Plantagen durch besondere Maßnahmen Einhalt zu thun. Die Kolonialabtheilung hat u. Ä. zu diesem Zwecke sämmtliche Plantagen- mtereffenten Kameruns zu einer Besprechung der für die Entmackelung des ganzen Schutzgebiete« äußerst wichtigen Angelegenheit eingeladen, und es ist zu hoffen, daß das Ergebniß dieser Be- ralhung dazu führen wird, ernstliche Rückschläge l» der viel versprechenden Plantagewirthschaft Kameruns z» verhindern." So weit die halbamtliche Notiz. Darüber, wie man z« dem gewünschten Ziele gelangen kann, ist man vor der Hand augenscheinlich doch noch im Unklaren.
X Die Kinfuhr von amerikanische« Achweineffeisch ist nach einer nicht amtliche« Mltlheilung, welche das Ackerbaudepartement in Washington erhielt, seitens der Türkei verboten
! h Ao« der Aakäaiuareife Die Sozial- I demokrateu haben im Reichstage bemängelt, daß die Begleitung des Kaisers bei der Reise nach Palästina dmch den Staatssekretär Grasen Bülow eine Etatsüberschreitung von 40000Mk verursacht habe. Nach einer Meldung der,Berl. Reuest. Nachr/ entfällt nur etwa ein Zehntel des Betrages auf den persönlichen Antheil des Staatssekretärs, das Uebrige auf Kurier- und Depeschenkosten.
® Ein Aeichs Hesnndyeitsrath ist als neue Behörde in dem neu im Reichstage einge- brachten Gesetzentwürfe über die Bekämpfung ge> meingefährlicher Krankheiten vorgesehen. Diese । Behörde soll in Verbindung mit dem ReichsGe- sundheitsamte stehen, und seine Mitglieder sollen vom Bundesrathe gewählt werden. Das Gesundheitsamt in seiner jetzigen Verfassung ist nach den Ausführungen des Gesetzentwurfes unzureichend organisirt und soll nunmehr durch den Gesund- beitsrath unterstützt werden. Präsident desselben soll der Präsident des Gesundheitsamtes sein, die Mitglieder sollen ihre Thäligkett im unbesoldeten Nebenamts ausüben. Der Gesundheitsrath soll zusammengesetzt werden aus hervorragenden Fachgelehrten, höheren Verwaltungs-Beamten und Vertretern der Technik.
oorden. In Amerika glaubt man, die treibende Kraft für dieses Verbot sei Deutschland. Reuters Bureau berichtet nämlich aus Washington: »Im Hinblick auf die verschwindend geringe Ausfuhr der Bereinigten Staaten nach btc dürfet glaubt man hier, diese Maßregel sei dem ! eheimen Einfluß einiger Kontinentalmächte zuzuschreiben, deren Widerstand gegen die Forderung auf Zulassung von Fleischprodukten gestärkt werden könnte, wenn sie auf ein ähnliches durch sanitäre Erwägungen be- ründetes Vorgehen anderer Mächte Hinweisen
können.«
x Ans Kamern« laufen seit einiger Zeit Hiobsposten ohne Unterlaß ein. Manches daran hat leider seinen wahren Hintergrund, so die Schwierigkeiten der verschiedenen Expedstionen; aber es wird auch, namentlich auf dem Wege
so Wichtiges verhandelt, daß Du das Heimgehen darüber vergeffen hast?«
„Er sprach nicht viel, aber ich um so mehr; ich habe Dich auch tüchtig bei ihm angeschwärzt, Onkel. Herr Malljar hält Dich jetzt für das, was Du^n Wirklichkeit bist, — für einen ganz großen B^ewicht, der seine arme, kleine Rosi gar
S Ern erfreulicher Umschwung der! Parte führer deS Centrums gehörte, schon ' 9uri bestimmte Grundsätze vereinbart waren, die
für die Art der Bewilligung von Diäten maß- t siebend sein sollten. Auch damals handelte es s sich in erster Reihe um Präsenz.Diäten, also । eben Anwesenheitsgelder, wie sie neuerdings auch ' wieder Rbg. Groeber vorgeschlagen hat. Damals aber scheiterte die ganze Sache an dem noch immer beharrlichen Widerstande der Konservative». In konservativen Blättern wurde damals sogar erklärt, die Mitglieder der konservativen Partei würden sammt und sonders ihre Man date niederlegeu, wenn Tage-j gelder für die ReichStagsabgeordneten eingeführt werden würden. Das klang zwar ein wenig phantastisch. Aber jedenfalls waren die Konservativen ganz ausgesprochene und entschiedene Gegner der Gewährung von ReichStagsdiäten.
Das ist in der allerneuesten Zeit anders geworden. Diesmal, bei der Berathung des neuesten I Antrages, haben sich die Konservativen ganz still j verhalten und kein Wort der Abwehr gesprochen; und von den Freikonservativen hat sogar Abg. v Kar dorff erklärt, daß ein Theil derselben i £jn freisinnigen Antrag auf Gewährung von Diäten unterstütze. Die agrarisch-konservative »Deutsche Tageszeitung' hat außerdem ausdrück- I ltch festgestellt, daß die Forderung von Diäten für die ReichStagsabgeordneten auch bei den | Konservativen entschiedene Anhänger findet, i Das ist «in sehr erfreulicher Umschwung der Meinungen, der sich in dieser Weise im Lause । der allerjüngsten Zeit vollzogen hat. Die Mehr- | heit im Reichstage für die Bewilligung von Tage- gelbem ist allmählich sehr stark geworden, und nur noch in einem einzigen Blatte macht sich ein grundsätzlicher und gehässiger Widerspruch bemerkbar gegen diese Forderung: in den ,Berl. Neuesten Nachr/ dem Organ der Jndustriegruppe Krupp und Genossen. „Eine Gefahr für das Reich« nennt diese Zeitung die Aufhebung des Diätenverbotes ohne — „Reform« deS Reichstagswahl- rechles. Unser Reichstags-Wahlrecht soll nach der Ansicht dieses Blattes „mangelhaft" sein, i Durch die Gewährung von Reichstagsdiäten — so meinen die,Berl. Reuest. Nachr/ — würde »die letzte Gelegenheit aus der Hand gegeben, mit Hilfe des Reichstages eine Aenderung seiner Zusammensetzung durch Reform deS Reichswahlrechtes zu ermöglichen«.
Alles will vorwärts. Nur in den Kreisen der größten unter den Großindustriellen will man rückwärts. Wollen diese Kreise damit andeuten, daß sie Lust haben dazu, als der stärkste Hort politischer Reaktion zu gelten? Ihren Gewinnplänen in Verbindung mit der neuen Flottenvorlage dürfte das schwerlich förderlich sein.
Es lhat Röschen ordentlich leid, die gute Tante ernstlich erzürnt zu haben und doch war dies nicht ihre Schuld.
Onkel Franz schien indessen sehr heiter, hin und wieder streifte ein lächelnder Blick seine stille Begleiterin, um den Mund zuckte es wie Schelmerei.
„Nun kannst Du essen, was übrig fft", sagte der Alte in scheinbar ernstem Ton, „und Tante Therese, — na, die wird Dir eine Strafpredigt halten«,--er kraute sich hinter den Ohren
— »und erst, wenn ich ihr sage, daß Du mit dem,---- mit einem ganz fremden Manne im
Walde saßest, paß mal auf, — die wird Augen machen, — schickt sich übrigens auch gar nicht I für ein junges Mädel."
_ Röschen traten die Thränen in die Augen, während der Förster nur mühsam das Lachen verbiß.
„Ach, Onkel," stammelte Röschen, völlig ver-1 schüchtert, — „ich, — ich kann wirklich nichts dafür, — die Zeit verging so schnell, und der Mann that mir leid, er sah so traurig aus und außerdem--«
»Schon gut, schon gut, kleine Hexe," platzte i der Förster heraus, „was habt Ihr' denn auch I
„Wird nichts verrathen, Kleine, denn Strafe muß sein."
„Du bist wirklich abscheulich heute," schmollte Rosi, der plötzlich ein Schrecken durch die Glieder fuhr. „Doch nicht etwa mein — Vormund?" fragte sie stockend. Eine finstere Falle lag auf der reinen Stirn.
»Ich sage nichts, Du wirst ja sehen."
„Onkel, nur das sage mir, ist es Böhler?" „Nein."
Röschen athmete auf. „Aber wer denn sonst?«
Als die beiden am Forsthause ankamen, hörten sie von der Laube her eine frische Stimme, und silberhelles Lachen, aber beides war Röschen nicht bekannt. (F. f.)
+ Zärtliche Mrfsrge für die Maare« Hauser lassen die Regierungen von Baden und von Preußen erkennen. Am letzten Samstag hat der Finanzminister Buchenberger in der badischen Ersten Kammer erklärt, er werde „nie- wals seine Hand dazu bieten, durch eine Art Ec- drosselungssteuer gegen unbequeme Konkurrenzgeschäfte vorzugehen und diese zu vernichten..." Als ob jemand im Ernste an eine „Erdrosselung" der Waarenhäuser dächte: nur die ungemein großen Ungleichheiten sollen ausgeglichen werden, die zwischen den Daseinsbedingungen der kleineren Kaufleute und der Riesenbazare bestehen. In diesem Sinne ist bekanntlich auch die Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses in ihren Beschlüssen über die Vorlage der Regierung in einigen Punkten hinausgegangen; und schon | ertönen auch in den Berliner halbamtlichen Organen die Mahnrufe, doch ja nicht mit der Sache wirklichen Ernst zu machen. Die ,Berl. Korresp/ schreibt: „Es darf die Erwartung gehegt werden, daß bei der zweiten Lesung im Plenum unter ! Beseitigung der zu wei t gehenden Kommissionsbeschlüsse eine die Zweckbestimmung der Vorlage sichernde Einigung zwischen der Mehrheit des Abgeordnetenhauses und der Staatsregierung zu Stande kommt." Nach der Ansicht des Osfi- ziosns soll angeblich die Kommission B-schlüssr gefaßt haben, die „die Tendenz einer Erdrosselung der Waarenhäuser deutlich erkennen lassen". Die ,ur iauu. getnet pu
Mehrheit des preußischen Abgeordnetenhauses blizrrt der »Reichsanzeiger' die Versetzung des Regierung« wird sich schwerlich so leicht durch einige offiziöse Präsidenten o Moltke zu Oppeln in gleicher Amts Redensarten einschüchtern lassen. Wozu ist denn “ "" "" ----------- **“----
das Parlament eigentlich da, wenn es nichts mehr an den Gesetzentwürfen der Regierung verändern soll?
Deutsches Keich.
Berlin, den 2. April.
0 Das Befinden des Abg. Ir. LieSer ist der Germania' zufolge jetzt wieder durchaus befriedigend. Bezüglich seiner Uebersiedelung nach Camberg ist jedoch mit Rücksicht auf die ungünstige anhaltend rauhe Witterung noch nichts Definitives bestimmt.
Weiter kam der Alte nicht. Rasch hatte Röschen die Arme um seinen Hals geschlungen; dabei mußte sie sich auf die Zehenspitzen stellen, weil sie dem stattlichen Mann nicht einmal bis an die Schulter reichte.
Er hob das leichte Ding wie eine Feder empor, und küßte den kleinen Mund, bann sagte er in neckendem Ton: ’® ift —*-** —-
„Besuch?" fragte Rosi verwundert, welcher, — Onkel?"
Kurz bevor der Reichstag in die Osterferien ging, Hal er bei der dritten Lesung des Eiats «lt sehr starker Mehrheit eine von den Freisinnigen beantragte Resolution angenommen, m der der Wunsch ausgesprochen wird, die verbündeten Regierungen möchten alsbald dafür Sorge tragen daß die Mitglieder des Reichstages Anwesen- heitsgelder und Reisevergütuna angewiesen erhalten. In dem ursprünglichen Anträge war von Diäten die Rede. Auf den Antrag deS TentrumSabgeordneten Groeber ist das in Anwesenheitsgelder umgewandelt worden; d. h also, die Diäten sollen nur für diejenigen Sitzungen ausbezahlt werden, denen ein Mitglied des Reichstages wirklich anwohnt.
Die Frage von der Verleihung von Tagegeldern an die Mitglieder des Reichstages ist nun schon so oft besprochen worden, daß man zur Sache | selbst etwas Neues nicht mehr vorbringen kann ; War dies doch bereits der zehnte Beschluß, den der Reichstag in diesem Smne faßte. Aber ein kurzer Rückblick auf die Entwickelungsgeschichte dieser Frage lohnt sich, schon deswegen, weil man daraus den Umschwung der Anschauungen erkennt, der sich in dieser Sache so allgemach vollzogen hat.
Der erste Kanzler war ein ganz e n t s ch i e d e n e r Gegner der Gewährung von Tagegeldern an die Mitglieder des Reichstages. Vornehmlich führte er dafür die Anschauung ins F.ld, es würden alsdann ungeeignete Elemente in den Reichstag gelangen und „Berussparla- men tarier" würden sich ausbilden, die gewissermaßen aus der Ausübung ihres Reichstags- manbateS ein nutzbringenbes Gewerbe machen würden. Und noch lange Zeit nach dem Rücktritte des Fürsten Bismarck von Der Reichskanzlerschast h, en die Konservativen und Freikonservativen > m,t den Waffen, die von dem ersten Reichskanzler I gegen die Reichstagsdiäten gebraucht worden i waren, gegen diese gekämpft.
Aber die Erfahrung hat gezeigt, daß die Verweigerung der Tagegelder das nicht verhindern konnte, was Fürst Bismarck verhindert I eben wollte; das, was er „Berufsparlamentarier" nannte, ist bei den Sozialdemokraten längst vorhanden. Die Diäten, die das Reich verweigert, zahlt denjenigen Sozialdemokraten im Reichstage, dre dessen be ürfen, ihre Partei; und damit ist der Weg gezeigt, auf dem man dazu gelangen sann, der Maßregel der Diätenverweigerung die von ihren Freunden gewünschten Wirkungen vollständig zu nehmen.
Also Diäten oder nicht Diäten — Berufsparlamentarier nach dem Ausdrucke des Fürsten Bismarck gibt es doch. Ganz entsprechend dieser Thatsache ging vor einiger Zeit das Gerücht um, der Reichskanzler Fürst Hohenlohe sei nicht abgeneigt, auf die alte Forderung ein- zugehen und den Mitgliedern des Reichstages; Tagegelder zu gewähren. Das Gerücht hatte das Richtige getroffen. Auch wird nicht zu be« t Hn' Zwischen dem damaligen Schatzsekretär Grafen Posadowsky und einigen Parteiführer», zu denen namentlich ein bekannter
Um den Mund spielte nun doch em Lächeln, welches das Gesicht ungemein verschönte, so daß Röschen jetzt schon gar nicht mehr begriff, warum sie vorhin davon gelaufen.
I „Wenn Sie, woran ick nicht mehr zweifle der neue Besitzer jenes Sctlößchens sind", begann sie na» kurzer Pause, „so habe ich mir obendrein noch etwas angeeignet, was Ihnen ge. ?orte, — und dann habe ich vorhin--", sie
jtodfte verlegen,--„meinem Onkel gegenüber
auch noch Andeutungen über Sie gemacht, — die
i Sie wohl gehört haben, — und die ich zu — verzeihen bitte. — 0
*^un Öwdte die Sprecherin die Hand aus, die sener hastig ergriff und mit leisem Drucke wieder losließ. Rost wußte nicht, wie es geschah aber plötzlich saß sie auf der Bank neben dem Manne und plauderte mit ihm, wie mit einem alten Bekannten.
I Sie erzählte von dem geliebten Onkel, von
I Tante Therese, von allen möglichen Dingen. Er lauschte wie ein wißbegieriges Kind, nur selten
I unterbrach er die Erzählerin durch eine Frage.
Doch mit einem Male wurde das liebliche Gesicht ganz blaß, den Waldweg daher kam der Förster-Onkel und da fiel Röschen ein, es mußte ja längst Mittag vorüber fein. O, wie hatte sie bas nur vergessen können! Nun fürchtete sie, Tante Therese, die nichts so sehr haßte, als Unpünktlichkeit, würde wohl sehr böse sein und schelten.
»Ja, Du Wettermädel, wo bleibst Du denn eigentlich?" hob der Alte denn auch schon von ferne an, „wir warten mit dem Essen, — Suppe und Braten, alles wird kalt, und die Tante
Das Glückskind.
Erzählung von Irene von Hellmuth.
51 ------ Nachdruck verboten.
Plötzlich gewahrte Röschen mit jähem Schreck, öaß der neue Hut bei der eiligen Flucht aus der Bank liegen geblieben war. Hastig eilte sie zurück, doch peinlich berührt stand das junge Mädchen still, als es wieder an den Ort kam, zu dem es wie von einer unsichtbaren Gewalt gezogen wurde.
Aus der Bank saß der Fremde, vor dem Rosi vorhin geflohen. Er hielt ihren Hut in der H°nd, fast zärtlich strichen die Findet über die Bluthen hin. Schon wollte sie umkehren, da — ^aute er auf und gewahrte ihr Zögern. In oiesem Blicke lag so viel Trauer, so viel Web-! Muth, daß Röschen unwillkürlich etwas wie Mitleid mit dem einsamen Manne dort empfand und sich zur Freundlichkeit zwingend, ihre Scheu । luuthlg bekämpfte und rasch näher kam.
Die Augen voll zu ihm ansschlagend, redete I ne den fremden Mann an, der verwundert dem
Klange ihrer Stimme lauschte: „Ich muß um Entschuldigung bitten, mein Herr, wegen ineuie§ — ungeschickten Benehmens von vorhin, I 008 »ch aufrichtig bebaute und wenn--" I
r k "0 bitte, bitte", unterbrach sie der Ange-! «°ete, mit einer Stimme, wie sie Röschen noch i euen ^^rt zu haben glaubte, „ich bin es, der .A.Entschuldigung zu bitten hat. Ich habe Sie Mort und verspreche Ihnen, daß es nie wieder Sfcr td> hn geschickt gewesen, -
.. . » Nerki», 2. April. Nach einer Besprechung mit dem Staatssekretär Erafen v. Bülow im »ärtiaen Amt empfing der Kaiser heute im königliche« Schloss« den neu ernannten Präsidenten bet Seehand- lung, Havenstein, und den Chef deS CivilkabinetS, een Lucanus, zum Vortrag. Um tl'/- Uhr hörte der Kaiser den Vortrag des Staatssekretärs Tirpitz und deS Vizeadmirals Frhrn. v. Senden-Bibran. — Die 8a- nalvorlage soll, wie eine parlamentarische Korrespondenz mittheilt, nach einer dem Bureau des «b- geordnetenhauses zugegangenen Nachricht „unmittelbar nach Pfingsten an den Landtag gelangen, nachdem zuvor im Reichstage die Entscheidung über die Flotten- vorlage gefallen ist". Ans dem Bureau des Abgeordnetenhauses wird dagegen der »Freis. Ztg/ auf eine »u- frage rmtgetheilt, daß dort von einet solchen Mit- theilung nichts bekannt ist. — Der »Reichs-Anzeiger' veröffentlicht da? Besetz betreffend die Feststellung des Rer chsh au shalt s-Etats für 1900. Ferner pu-